Tag 42 04.04.2024 Swakopmund
Für heute hatten wir eine Tour nach Sandwich Harbour bei Turnstone Tours gebucht. Diese Tour bereitete uns im Vorfeld am meisten Kopfzerbrechen. Einerseits war die Frage zu klären, ob wir in Walvis Bay eine Bootstour machen wollen und das möglicherweise mit einer Tour nach Sandwich Harbour kombinieren, andererseits die Frage, ob eine derartige Tour mit doch recht viel Fahrerei mit Kindern nicht rausgeworfenes Geld ist - schließlich kosten die Touren nicht zu wenig.
Der Familienrat entschied sich schließlich dahingehend, die Frage einer Bootstour offen zu lassen und ggf. an unserem letzten - noch unverplanten - Tag in Swakopmund durchzuführen. Die Hauptbedenken hier waren, ob die Kinder auf dem Boot still genug halten könnten bzw. “gesichert” genug waren. Zudem war nach etwas Recherche schnell klar, dass eine Kombi-Tour nichts für uns wäre - die Zeit, die man für den Weg von und nach Sandwich Harbour hat, ist bei diesen Touren doch sehr knapp bemessen. Wenn wir schon so viel Geld zahlten, wollten wir wenigstens ausreichend Stopps machen und uns Zeit lassen können.
Wir buchten - nachdem wir unsere Bedenken auch im Vorfeld mit dem Anbieter besprochen hatten - schließlich für uns alle eine Tagestour nach Sandwhich Harbour bei Turnstone Tours für insgesamt ca. 600€. Die mit Abstand teuerste Tour, die wir bisher gemacht hatten - allerdings wollten wir auch unbedingt einmal den Übergang der Dünen-Namib ins Meer sehen - da werden die Alternativen knapp. Da in deren Fahrzeuge maximal 7 Personen passen, hatten wir so automatisch auch zumindest ein Fahrzeug für uns, was uns die ggf. nötige Flexibilität in Bezug auf kindliche Launen und Probleme bot.
Bei Abholung durch Guide Rudiger stellten wir fest, dass wir mit einem Standard-Fortuner fahren sollten. Dies bedeutete, dass zwei von uns auf den Sitzen im Kofferraum sitzen mussten, von denen aus man nur eine sehr begrenzte Sicht nach draußen hat und zudem natürlich keine Fotos bei kurzem Anhalten machen kann. Auch auf der Mittelbank wurde es natürlich mit Kindersitz etwas sehr beengt.
Rüdiger entpuppte sich zumindest als sehr guter Fahrer und Guide, der viel Informationen über alle möglichen Dinge bereit hielt.
Zunächst fuhren wir bis Walvis Bay und hielten dort am Südrand der Stadt, wo sich sehr viele Flamingos versammelt hatten. Laut Rudiger sind sie normalerweise in der Jahreszeit an ihren Brutstätten, wegen der Dürre und faktisch ausgefallenen Regenzeit seien sie dieses Jahr fast vollständig hier geblieben.
Dann geht es weiter Richtung Salzwerk. Auch hier gibt es sehr viele Vögel. Es wird immer wieder angehalten und auf einzelne Vögel gezeigt - von hinten sieht man sie allerdings nahezu gar nicht, geschweige denn dass man ein Foto machen könnte..
Schließlich biegen wir nach Sandwich Harbour ab und fahren - bei weiterhin Nebel - am Strand entlang.
Am Beginn des Nationalparks machen wir einen kurzen Stop. Hier treffen wir uns mit einem weiteren Fahrzeug von Turnstone, in dem eine dreiköpfige Familie sitzt. Es wird im Konvoi gefahren, ansonsten bleiben wir unabhängig.
Dann geht es entlang der Dünen, zum Teil im Zickzack durch die Hammock-Dünen, weil die Flut am Strand schon zu weit fortgeschritten ist.
Entlang der langen Wand ist jedoch die Fahrt unten am Meer entlang möglich. Auch hier machen wir immer wieder Halt für Fotos.
An der Mündung des Kuiseb sehen wir ein Oryx.
In Sandwich Harbour angekommen, halten wir unten an und haben etwas Zeit, um bis ganz nach oben zu laufen und die Aussicht zu genießen. Inzwischen hat sich die Sonne gegen den Nebel durchgesetzt und es bietet sich eine traumhafte Aussicht.
Auch hier sind einige Flamingos in der Lagune zu sehen - der Kontrast zwischen Wasser/Flamingo und Wüste dahinter wirkt sehr surreal.
Dann geht es zum Mittagessen an die Wasserkante. Es gibt sehr leckere Lasagne, Salat, Brot und noch Kuchen.
Bei der Rückfahrt geht es für einige Zeit quer durch die Dünen. Es ist sehr beeindruckend, das einmal mitzumachen, auch wenn man manchmal gar nicht glauben kann, zu was gute Fahrzeuge mit gutem Fahrer fähig sind.
Aus fotografischer Sicht sind es leider etwas wenig Stops hier oben.
Im Bereich des Kuiseb sehen wir diesmal auch noch einige Springböcke.
Wieder am Strand angekommen, geht es mit Vollgas (eine solche Geschwindigkeit im Sand würden wir uns nie trauen) wieder Richtung Walvis Bay. Gegen 16:00 Uhr sind wir schließlich wieder daheim. Bereits vor Walvis Bay sind wir wieder in dichten Nebel gehüllt.
Insgesamt war es ein tolles Erlebnis, manches wäre vielleicht verbesserungsfähig gewesen, aber das mag auch manchmal eine Frage der Kommunikation im Vorfeld oder während der Tour mit dem Guide sein. Wenn man sieht, wie lange wir unterwegs waren, sieht man auch, wie schnell rein und raus die Kombi- oder Halbtagestouren im Vergleich sein müssen. So war es für uns definitiv die bessere Entscheidung gewesen.