Kalahari Game Lodge Fortsetzung
Die lange Dauer, in der wir in den einzelnen Lodges blieben, führt natürlich auch dazu, dass wir untätig auf unserer Terrasse verweilten und in die Gegend hineinschauten, sofern wir nicht ein Buch in die Hand nahmen oder Spiele spielten. Von den Skorpionen und Schlangen, die sich angeblich auch an den Hütten aufhalten sollen laut dem Lodgepersonal und das uns vor diesen Tieren gewarnt hatte bei unserer Ankunft, war weit und breit keine Spur. Also bin ich mit meinem Tele auf die Vogelpirsch gegangen und habe das folgende Gefieder ablichten können:
Fleckenspecht
Uhu (engl. Eagle Owl)
Drongo oder Fahlflügelstar?
Weissbrauenweber
Da staunt auch das Gnu im Auob-Tal.
Eines schönen Nachmittags fahre ich mit meinem schönen Mietwagen so in der Gegend rum und erfreue mich der Landschaft…
… als ich dieses Webernest weitab von der Pad entdecke und abrupt anhalte. Seht ihr schon was?
Lange schon, also seit unserer ersten Namibia-Reise, scanne ich mit meinen Augen immer wieder solche Nester ab, und dieses Mal hatte ich das Glück, nicht nur Webervögel daran zu entdecken, sondern etwas, was laut den Webervögeln nicht dahin gehört. Ich parkierte mein Gefährt, stieg aus und stapfte durch das hohe Gras zum Nest hinüber. Die Webervögel waren in hellster Aufregung, und das zurecht. Laut schnatternd berieten sie, was angesichts der unmittelbaren Gefahr für ihre Brut zu tun ist.
Letztlich kamen sie zum Schluss, dass sie nichts machen können als sich weiterhin laut über den Störenfried zu ereifern. Sie haben den Feind kommen sehen, aber nichts dagegen unternommen, dass er ihr Nest kapern kann, am hellichten Tag. Nein, die Rede ist nicht von Donald Trump, sondern von der Kapkobra.
Ich habe immer nur davon gelesen und wollte es mit eigenen Augen sehen, sie räubert die Nester aus.
Auch die Webervögel hatten in dieser Jahreszeit viele Junge, aus vielen Nestern fiepte es heraus, die Jungvögel mussten noch im Nest gefüttert werden.
Das war schon eine stattliche Schlange (2 Meter +), die aber am Nest nicht so richtig zu Potte zu kommen schien, so dass ich nach etwa 20 Minuten wieder zurück zum Auto gegangen bin.
Auf Nachfrage, weil ich einen Verdacht hatte, wurde mir bestätigt, dass es genau 6 Giraffen auf der Lodge zu sehen gibt. Es waren also immer die gleichen Langhals-Tiere, die ich zu sehen bekam Tag für Tag. Das ist natürlich etwas enttäuschend, immer die selben Tiere zu treffen. Die Gocheganas Lodge hatte da erheblich mehr Giraffen auf ihrem Gelände. Dafür hatte die Kalahari Game Lodge eine gesunde Population an Oryxe, und einmal traf ich auf eine Gruppe von über 50 Tieren. Die Herde Eland-Antilopen war auch immer dieselbe, die ich beobachten konnte, etwa 10 Tiere. Also: Tierreichtum war nicht so dolle im Vergleich zu Gocheganas.