THEMA: Reisebericht NAM mit Tok Tokkie Trail und Caprivi
30 Apr 2025 21:06 #705876
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  • utaeleonore am 30 Apr 2025 21:06
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18.06: Frühmorgens fahren wir los in Richtung Kasane. Wir möchten versuchen, vom Ngoma Gate aus an der Riverfront entlang nach Kasane zu fahren. Da gibt es ja angeblich eine Einbahnstraßen Regelung. Am Ngoma Gate treffen wir ein das zuvor erwähnte Paar aus der Ndhovu Logde wieder, die uns erzählen, wo Löwen einen Büffel gejagt haben. Wir sind uns sicher, dass sie bis dahin sowieso nicht mehr da sind, weil es kurz vor Kasane ist und ziemlich weit. Also beschließen wir, in aller Ruhe die Waterfront entlang zu fahren. Wir haben am Gate den Officer nach der „Einbahnstraßen Regelung“ gefragt, er war sehr erstaunt über unsere Frage. Von dieser Regelung hatte er noch nie gehört. Klar dürfen wir! Allerdings gibt es an diesem Gate keine Papier-Karten zum Verteilen mehr, wir fotografieren die offizielle Karte ab – das ist absolut nicht notwendig, da in OpenSteetMap / Organic Maps fast jeder Track detailliert eingezeichnet ist.

Die Strecke runter bis an den Chobe ist sehr tiefsandig, zum Glück geht es leicht bergab, mit dem Jimny aber absolut problemlos. Nach ca. 1 Stunde hält uns ein offizieller Wagen an, um uns zu sagen, dass ein paar hundert Meter weiter eine Löwin unter einem Busch liegt. Wir sind überglücklich, da wir das einzige Auto weit und breit sind, und sie direkt neben der Straße liegt. Schließlich fahren wir weiter, denn wir wollen noch den Löwen-Kill finden. Wir fragen mehrfach, wo dieser ist, bis uns jemand genau beschreibt, wie wir da hinkommen. Mittlerweile ist es ca. 16 Uhr, wir haben sie gefunden. Mehrere Löwen liegen im Schatten und mitten auf den Sandpiste und sehen sehr vollgefressen aus. Leider sind wir hier nicht die einzigen, haben aber tatsächlich das Glück, von der „falschen“ Seite her gekommen zu sein und haben deshalb einen Platz ganz alleine für uns.

Kurz vor Torschluss verlassen wir schließlich den Chobe-Nationalpark und machen uns im Halbdunkel auf den Weg durch Kasane bis nach Lesoma. Für die nächsten drei Nächte haben wir im Chobe Bush Camp gebucht.
Unterwegs, in der Dämmerung, sehen wir Büffel und verschiedene Antilopen direkt am Straßenrand. Zum Glück fahren alle anderen ebenso vorsichtig und langsam wie wir – das gibt uns ein wenig Sicherheit. Auch für diesen Aufenthalt hatten wir unsere Buchungsdaten geändert und die Bestätigung hierzu erhalten.
Kurz vor unserer Ausfahrt aus dem Park schreiben wir dem Reservierungsbüro per WhatsApp, dass wir erst gegen 18:30 Uhr ankommen werden – ursprünglich war 16:00 Uhr geplant.

Als wir schließlich in Lesoma ankommen, ist es bereits stockdunkel. Ich ärgere mich sehr darüber, denn die verspätete Ankunft war meine Schuld – ich hatte den Zeitplan zu knapp kalkuliert und wir haben uns zu lange bei den Löwen aufgehalten. In Lesoma ist es tiefschwarz, es gibt nur sehr wenige Laternen an den Häusern und wir haben große Mühe, die Lodge zu finden. Auch sie liegt komplett im Dunkeln.
Wir hupen, wir rufen… nichts passiert. Das Gate ist geschlossen und keiner ist da. Wir beratschlagen, was wir tun sollen. Wir können nicht telefonieren, da wir keine Botswana SIM Card haben. Im Park hat unsere MTC SIM Card noch teilweise funktioniert. Wir möchten aber eigentlich auch nicht wirklich nach Kasane zurück. Ich hatte noch in Erinnerung, dass Senyati ein Stück weiter sein müsste, wir überlegen, ob wir dorthin fahren. In dem Moment geht in der Lodge Licht an, und es kommt jemand! Es ist Walter, der Inhaber. Er wusste nicht, dass wir heute ankommen, er wusste nur von unserer ursprünglichen Buchung für den nächsten Tag. Da wir die einzigen Gäste sind, wird improvisiert: wir laden schnell unser Auto aus und er fährt uns in die Water Lilly Lodge zum Abendessen.





Wir haben zwei volle Tage in Kasane, und haben eine Sunset Cruise und eine Self Drive Game Drive in den Chobe NP geplant. Leider ist Simon krank, er war schon während des Tok Tokkie Trails und kurz danach krank. Walter macht sich Sorgen, ich mir auch. Er bringt Simon zum Arzt in Kasane in eine private Clinic. Dort bekommt er Tabletten und diverse Pulver. Während ich eine Sunset Cruise mache, bekommt Simon ein Zimmer in der Water Lilly Lodge, da dort mehr Infrastruktur ist und er nicht komplett alleine wäre. Das fanden wir absolut klasse. Am nächsten Tag wiederholen wir die Sunset Cruise, damit Simon die auch einmal gemacht hat. Wir finden beide die Riverfront spektakulär, wir sind auf kleinen Booten unterwegs.






















Auch im Chobe Bush Camp sitzt man nicht an grossen Tafeln, was wir schade finden. Wir sind 2 Tage mit einem Pärchen aus Kapstadt die einzigen Gäste, somit lernt man sich dann doch ziemlich gut kennen. Das Essen war durchweg gut, aber Ndhovu hat die Messlatte sehr hoch gelegt
Unser Auto wird am ersten Tag von Namibia2Go in der WaterLilly Lodge abgeholt, die Rückgabe funktioniert einwandfrei. Der Fahrer hat uns überlassen, wo wir die Übergabe machen.
Chobe Bush Camp:
Lage 6/6
Zimmer: 4/6
Freundlichkeit: 6/6
Essen 5/6

21.06: Wir haben einen Transfer nach Vic Falls für unsere letzte Nacht und den Rückflug mit Ethiopian ab VFA. Der Grenzübergang geht recht zügig. Wir checken im Victoria Falls Rainbow Hotel ein. Eigentlich hatten wir das Hotel wegen seiner Nähe zu en Fällen und der Dachterrasse mit Blick auf die Fälle gebucht. Die Dachterrasse war leider eine Baustelle und wurde nicht benutzt. Die Zimmer sind durchaus nett, der Poolbereich auch. Das Frühstück ist schrecklich: laut, voll, unorganisiert. Generell ist das Hotel ziemlich seelenlos, einziger Vorteil ist die Laufnähe zu den Fällen. Wir haben uns nach Ndhovu gesehnt......

Wir verbringen den Tag an den Fällen. Wir leihen den obligatorischen Regenmantel am Gate, es wäre billiger gewesen, einen zu kaufen. Nachmittags laufen wir auf die Brücke bis zur Bunjee Jumping Station. Dazu braucht man kein Visum, man bekommt an der Zim Grenze einen Zettel. Das Ganze ist überhaupt nicht ausgeschildert, wir fragen uns also nett durch, wo man diesen Zettel bekommt.





Der Abschluss ist dann ein Sundowner auf der Terrasse vom Victoria Falls Hotel sowie ein Abendessen dort. Der Blick auf die Brücke und die Gischt ist unschlagbar, das Ambiente edles Understatement und schick. Man kann entweder auf der Terrasse, im Hauptrestaurant oder im Garten im Jungle Junction essen. Dort gibt es ein Buffet und eine Show. Eigentlich so gar nicht mein Ding. Aber das Buffet war wirklich toll, und die Showeinlagen sehr unterhaltsam. Im Anschluss sind wir noch ein bisschen durch Hotel gelaufen und haben das Hotel an sich bewundert („Berufskrankheit“ sagt Simon). Im Victoria Falls Hotel war ich vor 35 Jahren schonmal: ich war mit Drifters auf Campingsafari in Zimbabwe und hatte extra für den Nachmittag dort schicke Kleidung mitgenommen :laugh:





Fazit: Wir fanden beide Vic Falls ziemlich scheußlich und laut, eigentlich kein schöner Abschluss.

Victoria Falls Rainbow Hotel:
Lage 6/6
Zimmer: 4/6
Freundlichkeit: 2/6
Essen 2/6 nur Frühstück: laut, hektisch, nicht wirklich gut

Am nächsten Morgen lassen wir uns an den Flughafen fahren und fliegen über Gaborone und Addis Abbaba wieder heim nach Frankfurt. Wir landen traurig und trösten uns, dass es nur noch 11 Monate bis Botswana sind!

Generelle Anmerkungen:
Unser Suzuki Jimny hatte auch in tiefem Sand keine Probleme, selbst dort wo andere stecken geblieben sind. Dabei war es unsere erste Tour mit einem 4x4. Längere Strecken im Jimny sind dafür ziemlich anstrengend, da das Auto leicht ist, relativ hoch und einen kurzen Radstand hat: Eine hohe Schachtel auf Rädern. Er ist ruckelig, unbequem und schwimmt auf der Straße. Mit etwas Stapelkunst konnten wir mit ungelegten Rücksitzen unsere zwei großen Koffer, 2 Kühlboxen und 3 Kartons mit Lebensmitteln und 10 Liter Wasser in Flaschen im Kofferraum verstauen. Einen Kanister extra Benzin und das Holz hatten wir auf dem Dach. Kamera, Ferngläser und Snacks konnten moderat gut hinter den Sitzen verräumt werden, es war manchmal schwierig die Sachen dann wieder zu finden.

Jimny:
Tiefer Sand: 6/6
Längere Strecken: 3/6
Wellblechpisten: 1/6
Preis: 6/6
Stauraum: 5/6
Staubdicht: 6/6, auch Kofferraum
Service Namibia2Go: 6/6

Wir haben alles direkt und ohne Agentur gebucht. Wir haben unsere Strecke zusammengestellt, mehrfach verworfen, noch öfter verworfen und hatten dann den Tok Tokkie Trail als Fixpunkt. Da haben wir alles drumherumgeplant. Durch einen Stellenwechsel mussten wir bis Ende Oktober 23 warten, bis mein neuer Arbeitgeber mir den Urlaub freigibt. Bis dahin haben wir alle paar Tage alle Übernachtungen auf Verfügbarkeit gecheckt. Dann haben wir zunächst die Flüge gebucht. Den Mietwagen hatte ich vorher schon angefragt. An einem Abend haben wir dann alle Unterkünfte in einem Rutsch durchgebucht.

Wir sind Ethiopian geflogen, würden wir jederzeit wieder fliegen (tun wir dieses Jahr auch). Wir sind Business geflogen, die ist da noch erschwinglich. Das könnten und würden wir mit keiner anderen Airline bezahlen. Es ist halt schon sehr angenehm, ausgeschlafen zu landen. Auch die Lounges in Frankfurt und Addis sind wirklich angenehm. In Addis gibt es sogar einen Schlafraum. In Addis gibt es ein ziemlich gutes Buffet, dann kann man beim Flug nach Frankfurt auch aufs Essen verzichten und gleich schlafen (gilt auch für den Hinflug).

Wir hatten eine Karte von T4A dabei. Das Navi im Jimny haben wir nicht benutzt, sondern klassich google maps. Im Caprivi (Nkasa Lupala) haben wir dann Open Street Maps genutzt, da ist jeder Track zu finden.
Letzte Änderung: 04 Jan 2026 14:46 von utaeleonore.
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01 Mai 2025 06:56 #705883
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  • Mullemaus am 01 Mai 2025 06:56
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Da bekommt man sehr viel Lust auf Afrika. Reichen für die Temperaturen im Juni eine Fleecejacke oder benötigt man zusätzlich eine Winterjacke?
Welche Malariaprophylaxe habt ihr eingenommen?
Danke für den sehr informativen Bericht.
Gruß Heidrun
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01 Mai 2025 08:41 #705885
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  • Logi am 01 Mai 2025 08:41
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Mullemaus schrieb:
Welche Malariaprophylaxe habt ihr eingenommen?

Must Du denn in jedem Thread Deine Fragen zu Malaria posten? Reichen Dir die gegebenen Antworten nicht oder liest Du die gar nicht?

LG
Logi
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01 Mai 2025 09:50 #705888
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  • utaeleonore am 30 Apr 2025 21:06
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Mullemaus schrieb:
Da bekommt man sehr viel Lust auf Afrika. Reichen für die Temperaturen im Juni eine Fleecejacke oder benötigt man zusätzlich eine Winterjacke?
Gruß Heidrun

Das kommt drauf an, wo man ist. In der Namib hatten wir nachts Minusgrade, also Mütze, Handschuhe, mehrere Lagen Shirts/Pullis/Fleece.
Im Caprivi war es abends kühl, da hat ein Fleece gereicht.
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07 Mai 2025 08:19 #706157
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Logi, wen und was und wie oft ich hier etwas frage, ist doch wohl wirklich meine Angelegenheit. Komm mal runter und höre auf den Oberlehrer zu spielen.
Danke.
VG
Heidrun
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10 Mai 2025 11:11 #706301
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  • jekabemu am 10 Mai 2025 11:11
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Hallo Utaeleonore,

danke für deinen schönen Reisebericht. Da wir im Oktober auch in der Nkasa Lupala Lodge übernachten: hast du Rückmeldung auf deine Mail bekommen und wenn ja wie wurde reagiert?

LG Jens
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