THEMA: Reisebericht NAM mit Tok Tokkie Trail und Caprivi
30 Mär 2025 19:20 #704493
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  • Champagner am 30 Mär 2025 19:20
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utaeleonore schrieb:
Es geht einfach um den Ansatz von Entwicklungshilfe: baue ich eine gut ausgestattete Schule für wenige Schüler, oder eher mehrere nicht so gut ausgestattete Schulen, mit denen ich mehr Schüler erreiche? Durch die größere Anzahl an Schulen wird mehr Menschen Bildung zugänglich gemacht, auch wenn die Qualität der Bildung vielleicht zunächst geringer ist.

Genau da haben Theresa, Volkan und auch die Großsponsoren, ganz bewusst einen anderen Ansatz. Es bringt nichts (und ich kann davon aus meinem Schulalltag ein Lied singen) zu viele - teilweise auf Grund ihrer Herkunft belastete - Kinder in eine Klasse zu pferchen. Das ist dann mehr Betreuung als Bildung. Theresa hat eine Studie gemacht, wie viele Schulabbrecher es in den staatlichen Schulen mit bis zu 60 Kindern pro Klasse gibt, und das sind knapp 70%. Bei einer individuelleren Förderung - in diesem Fall 25 Kinder pro Klasse mit teilweise zusätzlicher Hausaufgabenhilfe - ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder einen qualifizierten Schulabschluss machen, wesentlich höher. Man will das Elend nicht verwalten, sondern wirklich etwas verändern.

Zitat Werner-Erkes-Stiftung: >>>Mit ODEC wird ein Meilenstein zur Erreichung qualitativ hochwertiger Bildung für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien gesetzt und ihnen ein umfassendes Förderprogramm geboten.
Das Besondere an ODEC ist, dass wir die Kinder vom Vorschulalter bis zur Hochschulreife begleiten, unterstützen und dadurch intensiv kennenlernen können und somit nicht nur ein Bildungsangebot, sondern auch eine feste Konstante für einen strukturierten Alltag sind, der vor allem für Kinder und Jugendliche aus dem Township wichtig ist. Schüler, die sich durch soziales Engagement und Zuverlässigkeit während ihrer Zeit im ODEC hervorgetan haben, erhalten außerdem die Chance auf ein OPEN DOORS STIPENDIUM.
<<<

Gerade diese Konstante im Leben dieser Kinder und die individuelle Förderung ist sehr wichtig für ihre Bildung und ihre soziale Entwicklung. Das gleiche Thema haben wir hier an den Schulen in Deutschland auch..... Und dies erreicht man in großen Klassen nicht - im Gegenteil, dort entwickeln sich oft eher schädliche Dynamiken.

Es sind übrigens dieselben Kinder im ODEC, die früher im DRC Schoolproject waren.

Natürlich haben die Verantwortlichen an dieser Stelle nicht Schluss gemacht mit ihren Visionen und konkreten Plänen. Nachdem die Werner-Erkes-Stiftung so überzeugt ist von diesem nun bestehenden Projekt, hat sie einer weiteren Förderung zugestimmt, womit auf dem Gelände der ehemaligen Container-Schule eine neue Schule für weitere Schülerinnen und Schüler sowie ein Community-Center gebaut werden kann.









Übrigens sind manche Leute auch irritiert darüber, dass die Schule so bunt und modern ist - das hat so gar nichts von Afrika ;) . Genau dieses kindgerechte Konzept hat aber die Werner-Erkes-Stiftung aufmerksam werden lassen! Der Gründer kommt nämlich aus dem Design-Bereich und die Stiftung hat auf ihrer Startseite im Internet ein ähnlich farbenfrohes Konzept. Die Zweistöckigkeit rührt daher, dass dem Verein nur ein kleines Grundstück zugewiesen wurde. Die hochwertige Ausstattung soll nachhaltig und eben auch langlebig sowie ökologisch sein. Das sind alles Punkte, die manche Besucher denken lassen, dass die Schule reich ist und keine Spenden mehr braucht - aber das ist natürlich überhaupt nicht so. Es wird viel Personal eingestellt, u.a. auch ehemalige Schülerinnen und Schüler, die sich qualifiziert haben. Diese Gehälter müssen gestemmt werden ebenso wie die für das Mittagessen und und und....

So, genug davon - sorry, dass ich deinen Reisebericht "missbraucht" habe!

LG Bele
Letzte Änderung: 27 Apr 2025 14:10 von Champagner.
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30 Mär 2025 19:22 #704494
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  • Champagner am 30 Mär 2025 19:20
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utaeleonore schrieb:
Hallo Bele,

Wir haben die Desert Breeze über booking für etwas über 100 Euro / Nacht gebucht....

Danke für die Info - das klingt ganz gut - mein Problem ist eher, dass ich aktuell nicht sehe, wann ich mal wieder nach Swakopmund komme :blink: .


LG Bele
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31 Mär 2025 08:21 #704500
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Guten Morgen, Uta,
über Deine „gemischten Gefühle“ habe ich noch etwas nachgedacht. Gut, dass Du sie im Thread erklärt hast, denn nur die Aussage „gemischte Gefühle“ sind dem Projekt nicht zuträglich. Trotzdem kann ich Dir aus eigener Kenntnis nicht beipflichten.
Grüße
Friederike
Letzte Änderung: 31 Mär 2025 08:22 von CuF.
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10 Apr 2025 15:25 #704983
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09.06
Nun lassen wir Swakopmund hinter uns und es geht los Richtung Etosha. Vorher kaufen wir noch für die 4 Nächte Etosha ein, da wir dort ja self catering Chalets haben. Dachte ich zumindestens, und Simon hat mir geglaubt. (Anmerkung Simon: Uta war ja 16 Jahre im Event-Management und kann gut planen!). Nach einer anstrengenden Fahrt kommen wir in Okaukuejo an und beziehen unser Chalet. Allerdings stellen wir zu unserem Entsetzen fest, dass es keinerlei Kochutensilien gibt. Die Basics wie Besteck, Teller, Becher etc haben wir. Aber keine Pfannen, Töpfe etc. Also nochmal zur Rezeption, dort erfahren wir, dass das auch nicht für Self Catering ausgelegt ist. Oh my god…….das stand sicherlich in der Beschreibung, die ich nie gelesen habe. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass das so wie im Kruger auch ist. Die nette Dame an der Rezeption hat mir geraten, in der Küche mal nachzufragen. Gesagt, getan: nach einigen Verhandlungen mit dem Küchenchef/Manager habe ich eine alte Pfanne und einen Topf bekommen. Wir konnten dann draussen auf dem Feuer grillen und sogar unser Gemüse garen. Die beiden Abendessen waren also rustikal, aber es war viel schöner als das furchtbare Restaurant dort mit Busgruppen etc.
Zum Frühstück waren wir dann trotzdem dort. Wenn man von der fehlenden Atmospohäre mal absieht, reicht es für ein Frühstück mit Toast, Marmelade und Milchkaffee.
Wir hatten ein normales Chalet, eigentlich wollten wir ein Waterhole Chalet. Im Nachhinein sind wir froh, dass wir dafür kein Geld ausgegeben haben. Die normalen Waterhole Chalets sind einfach nur etwas näher am Wasserloch als die Standard Chalets. Es gibt noch Premium Waterhole Chalets, in der ersten Reihe da hat man von der oberen Terrasse zugegebenermassen einen sensationellen Blick aufs Wasserloch.











Nach 2 Nächten Okaukuejo ging es über die schlechteste Straße in ganz Namibia nach Namutoni. In Namutoni angekommen: Wir sind noch keine 10 min da, da hören wir schon lautes Getrappel vom Dachboden. Wenn das die Nacht über so geht, können wir dort nicht schlafen. ……Also fahren wir zurück an die Rezeption und bekommen nach einigem Hin- und Her ein anderes Chalet. In Namutoni haben wir 2 Abende im Restaurant auf der Terrasse gegessen, das war dort um einiges schöner als Okaukuejo. (Die Busgruppe Chinesen saß auch etwas weiter weg…) Die Qualität des Essens war aber ziemlich miserabel, und der Service eher lustlos.
Wir hatten schöne Sichtungen, inklusive einem Leoparden auf einem Baum. Da war ein bemerkenswerter Stau, es gab kein Durchkommen. Später auf Ndhovu hat uns ein Paar erzählt, dass sie auch in diesem Stau gestanden haben. Auch das Wasserloch in Okaukuejo war beeindruckend.




















Insgesamt sind uns von Etosha auch die extrem schlechten Strassen in Erinnerung geblieben, von Okaukuejo nach Namutoni ist ein Alptraum gewesen. Die Chalets fanden wir insgesamt gut, die in Namutoni schöner als Okaukuejo. Wir würden auch jederzeit wieder IM Park übernachten. Allerdings haben wir auch festgestellt, dass uns der Kruger insgesamt besser gefallen hat, auch der Chobe und Hluhluwe. Etosha steht bei uns so schnell nicht wieder auf der Reiseliste.
Letzte Änderung: 04 Jan 2026 14:45 von utaeleonore.
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27 Apr 2025 12:39 #705723
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Nun geht es in den Caprivi. Das zweite Highlight unseres Urlaubs. Eigentlich hatten wir 2 Nächte Ndhovu, 2 Nächte Kazondwe, 2 Nächte Nkasa Lupala und 2 Nächte Kasane geplant. Aufgrund der Trockenheit haben wir Kazondwe storniert, und dafür je eine Nacht in Ndhovu und Kasane dazugebucht.
Wir haben beschlossen, von Namutoni ohne Zwischenstop nach Ndhovu durchzufahren. Die Strecke ist langweilig, aber wir haben nun mal keine Nächte übrig. Nachmittags kommen wir in Ndhovu an und sind spontan total begeistert. Die Zelte sind zwar relativ einfach, aber gut eingerichtet mit viel Platz. Der Blick auf den Okavango ist einfach toll. Wir genießen den späten Nachmittag auf der Terrasse sowie ein sehr leckeres Abendessen an der langen Tafel. Wir haben 2 volle Tage und machen einen geführten Game Drive in die Buffalo Core Area, eine Bootstour sowie zwei halbe Tage auf eigene Faust in die Mahango Core Area. Dort sind wir einmal jede der beiden Seiten links und rechts von der Hauptstrasse abgefahren. Die Seite zum Okavango ist landschaftlich wirklich schon, wir haben uns dort über unglaublich viele Vögel gefreut. Bei den geführten Game drives in der Buffalo Core Area wird man mit dem Boot rüber gefahren und spart sich die Fahrt über Divundu.
Abends freuen wir uns über nette Tischnachbarn und spannende Dskussionen. Unsere Tischnachbarn der ersten beiden Abende treffen wir übrigens zufällig 3 Tage später am Ngoma Gate zum Chobe NP wieder!
Besonders gut fanden wir übrigens auch das Essen, sowohl Abendessen als auch Frühstück. Simon hat einiges an Allergien, und es wurde perfekt für ihn separat angerichtet.
Schon während unserem Aufenthalt weiß ich, dass ich da unbedingt wieder hinwill. 2025 wäre eigentlich die perfekte Gelegenheit, wir sind in Botswana. Nur leider ist die Tour schon komplett bestätigt und gebucht (mit Mietwagen ab JNB). Nur die Flüge konnten wir noch nicht buchen, da sie vor unserem Urlaub noch nicht offen waren. Also habe ich gedanklich ein bisschen rumgespielt und heimlich still und leise erstmal eine neue Tour gebastelt. Dann habe ich Simon vorsichtig drauf angesprochen, und ihm auch gesagt, dass das dann teurer wird (weil Flug nach Maun und Mietwagen ab Maun). Er war aber von Ndhovu genauso begeistert wie ich und war einverstanden. Also habe ich unsere Agentur angeschrieben, denen das erklärt und wir haben eine komplett neue Tour ab/bis Maun ausgearbeitet. Dabei sind dann nicht nur 3 Nächte Ndhovu, sondern auch nochmal 3 Nächte Kasane dabei rausgekommen, weil es uns dort auch so gut gefallen hat

Ndhovu Lodge:
Lage 6/6
Zimmer: 6/6
Freundlichkeit: 6/6
Essen 6/6















Nach 2 tollen Tagen sind wir auf dem Weg in den Nkasa Rupara NP. Simon hatte vor der Reiseplanung zufällig ein Video über die Nkasa Lupala Lodge gesehen und wollte unbedingt dort hin. Also haben wir die Gegend um den Brandberg und Twyfelfontein gestrichen, um dort 2 Nächte unterzubringen. Wir hatten direkt gebucht, und 10 Tage vor Urlaubsbeginn unsere Nächte um 1 Nacht verschoben, da wir wegen der Dürre im Caprivi etwas umplanen wollten. Die Dame im Reservierungsbüro (Elsie) war immer super schnell und hilfsbereit, und hat unsere Verschiebung auch bestätigt. Die Lodge liegt in absoluter Alleinlage, die Anfahrt ist abenteuerlich da nicht wirklich ausgeschildert. Die Lodge ist auf 2 Etagen gebaut. Im EG ist die Rezeption, kleiner Poolbereich und Büros, im 1.OG dann die Lobby, Frühstück und Restaurant. Dann geht es nochmal Treppen hoch zur Aussichtsplattform mit einem unglaublich schönen Blick.
Bei der Ankunft wurden wir begrüßt (von der Managerin??), es lag keine Reservierung für uns vor. Wir wurden dann um den Voucher gebeten. Da wir direkt gebucht hatten, hatten wir nur unsere Reservierungsbestätigung. Die Dame wollte aber unbedingt unseren Voucher sehen, den müssten wir ja haben. Die Reservierungsbestätigung von Elsie hat ihr nicht gereicht. Das Ganze hat dann ca. 30min gedauert, mit mehreren Telefonaten und Hin- und Her. Dann wurden wir in ein Zelt begleitet, es gab keinerlei Erklärungen oder Infos zur Lodge. Es war das erste Zelt direkt neben dem Hauptgebäude. Wir haben dann darum gebeten, ob wir etwas weiter weg wohnen könnten. Das wurde sichtlich unfreundlich und unwillig umgesetzt. Das Zelt war insgesamt in einem vernachlässigten Zustand: Das Moskitonetz war zerrissen, die Deckenlampe hing herunter, der Baumwollteppich vor der Dusche war völlig verdreckt, die Dusche war nicht sauber (voll Haare, Seifenspuren). Da wir sowieso so unfreundlich begrüsst worden waren, hatten wir keine Lust, nochmal um einen Zeltwechsel zu bitten. Ich habe nach unserem Aufenthalt allerdings eine mail an den Besitzer Simone mit einem sehr ausführlichen Feedback geschrieben.
Die Mahlzeiten werden auf einer schönen Terrasse eingenommen, allerdings leider (für uns) nicht an einer großen Tafel. Das Menu klang sich an beiden Abenden außerordentlich gut und wir haben und sehr auf das Abendessen gefreut. . Was dann serviert wurde, war völlig fad, ungewürzt und langweilig, eigentlich eine Frechheit. Ich habe selten eine solche Diskrepanz zwischen Menukarte und tatsächlichem Essen erlebt. Es gibt auch eine Boma mit Feuerstelle, allerdings wurde das Feuer nie angemacht.
Wir hatten am nächsten Morgen den early morning game drive gebucht. Davor sollte es Kaffee und Rusks geben, im Anschluss dann Frühstück. Als wir morgens kamen, war das Frühstücksbuffet schon komplett aufgebaut. Uns wurde zweimal sehr deutlich gesagt, dass wir nur Kaffee und Rusks nehmen dürfen, sonst nichts. Das wollten wir eigentlich auch gar nicht und wir hätten auch gar keine Zeit dazu gehabt. Aber das war schon sehr oberlehrerhaft und mehr als unnötig.
Der game drive war ziemlich ereignislos, die Bootstour auf dem Linyanti war dagegen wirklich toll, trotz niedrigem Wasserstand.

Nkasa Lupala Lodge:
Lage 6/6
Zimmer: 3/6
Freundlichkeit: 2/6
Essen 1/6 („der Hunger treibts nei“)












Letzte Änderung: 04 Jan 2026 14:46 von utaeleonore.
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27 Apr 2025 22:03 #705744
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Hallo Uta,

danke für den informativen Bericht. So einen komprimierten Schreibstil wie du wollte ich mir auch schon einige Male an eignen.
Aber ich kann das einfach nicht :pinch:

Viele Grüße
Carsten
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