THEMA: Schweden? Ja, kann man auch mal machen!
19 Jan 2025 13:26 #700970
  • Papa Kenia
  • Papa Kenias Avatar
  • Beiträge: 538
  • Dank erhalten: 2192
  • Papa Kenia am 19 Jan 2025 13:26
  • Papa Kenias Avatar
Hallo Bele,

danke für den Hinweis. War eigentlich der Meinung, dass ich unter "andere Länder" eingestellt hätte. Aber wie das bei alten Leuten nun mal sein kann. :P . Schön, dass Chrigu aufpasst!

Schönen Sonntag noch!

Viele Grüße
Dieter
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
20 Jan 2025 10:14 #701030
  • Papa Kenia
  • Papa Kenias Avatar
  • Beiträge: 538
  • Dank erhalten: 2192
  • Papa Kenia am 19 Jan 2025 13:26
  • Papa Kenias Avatar
Tag 5

Heute stand reichlich Fahrerei auf dem Programm. Im Tagesverlauf hatten wir rund 500 km zu bewältigen! Diese Zeit wurde von dem ‚Knaller‘ bestens überbrückt. Es war eine Freude, ihm zuzuhören.

Jonas plauderte ein wenig mehr als sonst über sich selbst. Sein erlernter Beruf war Lehrer. Wenn das alles so stimmte, was er uns erzählte, hat er in seinem Leben eigentlich nie zu viel gearbeitet. Er war jemand, der sehr gerne reiste. Jedes Mal, wenn er im Urlaub war, besuchte er irgendeinen Kursus und bekam hinterher einen Schein, der ihm erlaubte, andere auszubilden. Nach einigen Urlauben hatte er dann genug Erfahrung und Scheine, so dass er seinen Lehrerjob aufgab und irgendwo in der Welt unterwegs war. Immer da, wo es schön war und wo er seine erworbenen Kenntnisse weitergeben und damit Geld verdienen konnte, machte er Station. Mal war er Tauchlehrer, mal Skilehrer, mal Surflehrer oder er brachte Urlaubern das Fahren auf Wasserskiern bei. Nebenbei lernte er auf diese Weise auch noch andere Sprachen.

Der Grund, warum er nun hier in Schweden lebt, ist ganz plausibel: Lange Beine, blonde Haare. Irgendwann hat es ihn erwischt. Er ist mittlerweile verheiratet und lebt nun mit Frau und Kindern in Schweden. Inzwischen ist er wieder in seinem erlernten Beruf tätig. Durch seine diversen Reisen in verschiedene Länder konnte er an seiner jetzigen Schule Deutsch, Englisch und Spanisch unterrichten. Lehrkräfte, die diese Sprachen sprechen, sind wohl Raritäten und in Schweden total gefragt. Und so konnte er sich, - immer vorausgesetzt, alles stimmte, was er sagte -, den Job aussuchen. Ich habe ihm geglaubt. Meiner Meinung nach war er kein Spinner oder Schwätzer.

Dass er an unseren Veranstalter geraten war und uns nun während der Ferien als Reiseleiter zur Seite stand, war eine zufällige Begegnung mit Sören, der mich bei meinen drei ersten Skandinavien- bzw. Norwegenreisen als Reiseführer begleitet hat.

Sören und er liefen sich irgendwo in Schweden über den Weg. Kamen ins Gespräch. Und Sören gab Jonas die Kontaktdaten unseres Veranstalters. Alles weitere kann man sich denken.

Wir fuhren zunächst nach Värmland. Erster Halt war beim riesigen Rottneros Park. Hier handelt es sich unter anderem um einen Skulpturenpark. Die meisten Figuren stammten vom schwedischen Bildhauer Carl Eldh. Der Park ist weitläufig und bietet jede Menge Fotomotive.

















Auch Figuren aus Märchen, die fast jeder von uns gelesen hat, sind hier zu finden. Unter anderem erblickten wir nach einigem Suchen Nils Holgersson mit seinen Gänsen. Außerdem steht hier eine Kopie von ‚Diana mit Hirsch‘. Auch die Blumenpracht war schon recht beeindruckend. Insgesamt hat sich der Besuch hier gelohnt.









Und belohnt haben wir uns dann kurz vor Abfahrt auch noch. Es gab Kaffee und Kuchen im kleinen Café am Ausgang.
Letzte Änderung: 20 Jan 2025 19:49 von Papa Kenia.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Jambotessy, casimodo, freshy, urolly, Old Women
20 Jan 2025 19:46 #701071
  • Papa Kenia
  • Papa Kenias Avatar
  • Beiträge: 538
  • Dank erhalten: 2192
  • Papa Kenia am 19 Jan 2025 13:26
  • Papa Kenias Avatar
Als nächster Punkt stand ein Besuch auf dem Gut Märbacka auf dem Plan. Die Schriftstellerin Selma Lagerlöf wurde hier geboren. Natürlich konnte man auch ihr Geburtshaus besuchen. Hier herrschte aber so ein Gedränge, dass ich mich lieber auf dem Gelände umsah. Von den Mitreisenden erfuhr ich hinterher, dass man regelrecht durch das Gebäude geschleust worden wäre. Man hatte wohl mit Besserem gerechnet.















Abschließend fuhren wir zur nächsten Unterkunft, wo wir zwei Nächte bleiben würden. Abendessen und Übernachtung in einem Hotel in Tällberg.

Da wir hier zwei Übernachtungen hatten, nahm ich heute meine Reisetasche mit ins Hotel. Das war eine ziemliche Hampelei für mich. Nachdem die ersten Reisenden die Zimmerschlüssel hatten, wurde es an der Rezeption etwas ruhiger und gesitteter. Zu Viert stiegen wir in den Fahrstuhl. Immerhin mussten wir auf die 3. Etage. Wir wollten gerade oben aussteigen, da kamen uns die ersten wieder entgegen: „Seid ihr auch auf drei? Das ist hier aber nicht. Wir müssen wieder runter und am anderen Flügel die Treppen hoch.“

‚So ein Scheiß‘, dachte ich bei mir. Ich war froh, bis zum Fahrstuhl gekommen zu sein. Und jetzt wieder zurück? Was soll der Quatsch? Irgendwann kam ich doch am anderen Ende des Gebäudes an und schaffte es die 19 Stufen hinauf. Auf dieser Seite gab es keinen Fahrstuhl.






Wie ich allerdings mit meinem Gepäck die Treppen in den zweiten und dritten Stock hochkommen wollte, wusste ich noch nicht so recht. Personal um Hilfe bitten? Dazu ist Papa Kenia viel zu stolz. Männer kriegen so was allein hin. Ich ließ mich also zunächst in einen Sessel fallen, um Luft zu holen und einen Plan zu machen. Nachdem ich mental gefestigt war, hievte ich die Reisetasche ins nächste Stockwerk.

Endlich stand ich vor der Zimmertür. Ging rein. Schnell ein Rundumblick. Alles schien topp in Schuss. Ich stellte Tasche und Rucksack in eine Ecke und ließ mich auf das Bett fallen. Ich lag noch nicht ganz, da ging es: ‚Miep, miep, miep, miep‘. Was ist denn jetzt los? Ich schaute vorsichtig auf den Flur und sah eine Mitreisende aus dem Nachbarzimmer schon gestikulieren: „Raus hier! Feueralarm!“ - Nicht das auch noch!

Ich ergriff meinen Rucksack. Dann folgte ich den anderen so gut es ging. Völlig ausgelutscht und mit Atemnot kam ich vor dem Hotel an. Alle Gäste versammelten sich in angemessener Entfernung vor dem Hoteleingang. Nach wenigen Minuten kam tatsächlich die einheimische Feuerwehr vorgefahren. Wenn ich die Gestik der Feuerwehrleute und der Hotelangestellten richtig deutete, war es wohl nicht das erste Mal, dass ein Fehlalarm vorlag.

So war es dann auch.

Nach rund 15 Minuten konnten wir wieder auf unsere Zimmer.

Ich hatte eine knappe Stunde Zeit, meinen Puls wieder runterzufahren. Dann stiefelte ich im Urlaubertempo Richtung Speisesaal zum Abendessen. Das Buffet bot einiges. Es mundete allen wohl richtig gut. Mein Bier (nicht nur eins) schmeckte mir nach diesen Strapazen noch besser als sonst!! Heute Abend verschwanden fast alle Reiseteilnehmer relativ früh auf ihren Zimmern. In der näheren Umgebung war auch nichts, was man sich hätte ansehen müssen. Das Hotel liegt auf einem Hügel in einer Streusiedlung, wo alle 50 oder 100 m ein Haus steht.

Viele Grüße
Dieter
Letzte Änderung: 21 Jan 2025 07:34 von Papa Kenia.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: casimodo, ANNICK, freshy, urolly, Old Women
20 Jan 2025 21:55 #701073
  • freshy
  • freshys Avatar
  • Beiträge: 3879
  • Dank erhalten: 5541
  • freshy am 20 Jan 2025 21:55
  • freshys Avatar
Also Dieter,
es gibt kein größeres Leid, als Mann :whistle: sich selber andeit. Gut, dass du die Prozedur ohne Schaden überstanden hast!

Kopfschüttelnd verabschiedet sich freshy in die Nacht!
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Papa Kenia
21 Jan 2025 08:35 #701095
  • Nacho
  • Nachos Avatar
  • Beiträge: 859
  • Dank erhalten: 2327
  • Nacho am 21 Jan 2025 08:35
  • Nachos Avatar
Guten Morgen Dieter,
Ich habe mal im dritten Stock gewohnt und kann ein Lied davon singen, wie es sich anfühlt die Einkäufe hoch zu schleppen und das mit dreißig Jahren weniger auf dem Buckel und mit gesunden Lungen.

Bei dem was du hier beschreibst, hätte ich auch nicht Hurra gerufen.

Aber mittlerweile Weile dürften diejenigen, die dich inzwischen ein bisschen besser kennen, mitbekommen haben, dass du ein Sauerstoffproblem hast. Da hätte auch mal jemand auf die Idee kommen können, dir Hilfe anzubieten.

Bestimmt hättest du bei der Zimmerbuchung auch angeben können, dass du mobilitätseingeschränkt bist. Ich würde das ohne mit der Wimper zu zucken machen und ich würde es als etwas ganz normales betrachten, wenn das jemand anderer tut. Es geht halt nun mal nicht jedem Menschen gleichgut.

Liebe Grüße und einen schönen Tag,
Silvia
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Jambotessy, freshy, Papa Kenia
21 Jan 2025 21:33 #701147
  • Silvy
  • Silvys Avatar
  • Beiträge: 297
  • Dank erhalten: 159
  • Silvy am 21 Jan 2025 21:33
  • Silvys Avatar
Hallo Dieter,

ich lese sehr gerne deinen Bericht, nicht nur wegen des trockenen Humors, den du darin verpackst. Ich war mal im Norden von Schweden beim Wandern mit Rentieren im Muddus-Nationalpark. Ein einmaliges Erlebnis in traumhafter Landschaft und bei Sonnenschein. Bei deinen tollen Fotos hat man den Eindruck, als ob immer die Sonne gescheint hat.
Wir sind auch gerade in einer "Umplanungsphase". Im September 2023 haben wir die letzte Reise nach Namibia gemacht und beschlossen, keine langen Nachtflüge mehr zu machen. Wir werden uns künftig innerhalb Europas bewegen und auch einige Busreisen stehen schon auf dem Programm. Also kann ich dich sehr gut verstehen. Hauptsache man bleibt aktiv und fährt einige Gänge langsamer. Mach weiter so und schreibe Berichte.

Herzliche Grüße
Silvy
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Papa Kenia