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Dann war Zeit zum Aufbruch. Kurz vor 15 Uhr kamen wir am nächsten Ziel an. Häverud. Angeblich Europas einzige Stelle, wo Wasser-, Schiene- und Asphaltstraße sich kreuzen.
Der Dalslandkanal besteht aus mehreren Kanälen, die den Vänern-See (größter See Schwedens) und mehrere andere Seen in der Nähe verbindet. Hier vor Häverud gibt es eine 4stufige Schleuse. Nach ein paar Fotos mit Blick auf die Brücken und Kanäle fuhren wir hinunter zum Wasser. Wir hatten ausreichend Zeit uns die Gegend, die Schleusen und das ganz Drumherum anzuschauen. Es gibt hier noch eine Fischrösterei, ein Kanalmuseum, Cafés sowieso und Souvenirshops. Irgendwann rief dann der Bus wieder nach uns. Auf dem Weg dorthin gönnte ich mir noch ein leckeres Eis. Bei diesen Temperaturen schmeckte es noch mal so gut! Dann starteten wir Richtung Lidköping zur Unterkunft für die zweite Übernachtung in Schweden. Warum es von Lidköping und/oder unserem Hotel überhaupt kein einziges Foto gibt, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar. Bei mir eigentlich kaum vorstellbar. Vielleicht hatte ich einen Dauerkrampf in meinem Auslöser-Finger. Das Hotel war – obwohl Ausstattung und Sauberkeit top waren –, nicht ganz so mein Ding. Alle Singles bekamen im obersten Stock ihr Zimmer. Immerhin gab es hier einen Fahrstuhl. Auf den ersten Blick schien das Zimmer in Ordnung zu sein. Das Bad auch. Aber die Hitze! Eigentlich bin ich ja hitzeresistent. In diesem geschätzten 18 m² Backofen bekam ich jedoch Schnappatmung. Als ich das Fenster öffnete, erschrak ich zunächst. Die beiden Tauben auch. Ich hatte zwei Tauben aufgescheucht, die außen auf der Fensterbank saßen. Und wo diese zwei Tauben waren, haben vorher wohl hunderte gesessen. Die Fensterbank nach außen war vollgekackt bis zum geht nicht mehr. Also Luke wieder dicht. Wer weiß, welche Bazillen ich mir hier sonst noch einfange. Dann lieber heute Nacht schwitzen und im eigenen Saft schmoren. Zum Abendessen trafen wir uns in der Hotelhalle. „Schwitzt ihr auch so? Das ist vielleicht eine Affenhitze im Zimmer!“ Das entsprach der Tatsache. Es war heute nicht nur warm, es war sogar richtig heiß. Bisher hatten wir nicht ein Wölkchen am Himmel gesehen. Das wird sich aber bald ändern. Als sich alle Teilnehmer vor dem Hotel eingefunden hatten, marschierten wir zu einem knapp 10 Minuten entfernten griechischem Restaurant, welches nur für unsere Reisegruppe geöffnet hatte. Das Essen hat wohl allen geschmeckt. Es gab keine Meckerei. Meiner Meinung nach gab es hierfür auch keinen Grund. Nach dem Abendessen suchten sich einige Leute noch eine geöffnete Lokalität, um sich einen Absacker zu gönnen. Das erwies sich als gar nicht so einfach, da in Schweden viele Restaurants sonntags geschlossen bleiben. Immerhin fanden wir recht nah beim Hotel eine Pizzeria, wo wir uns einen Absacker gönnten. Die erste Nacht in diesem Hotel war doch erträglicher als zunächst befürchtet. Bis dann! Grüße Dieter |
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Letzte Änderung: 16 Jan 2025 16:37 von Papa Kenia.
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Tag 4
Die morgendliche Dusche brachte wieder Leben in meinen Körper. Frisch gestylt ging es mit dem Fahrstuhl runter und Richtung Frühstücksraum. Mittlerweile hatten sich innerhalb der Reisegruppe kleinere Grüppchen gebildet. So saßen meistens dieselben Leute morgens und abends beim Essen zusammen. Auf zu neuen Taten. Wir starteten Richtung Vätternsee, Schwedens zweitgrößtem See. Meine Busnachbarn und ich hatten uns schon mehrfach gefragt, was der Zettel auf dem Sitz der uns gegenüberliegenden Busseite zu bedeuten hat. Seit der Abfahrt lag wie vorher auf allen übrigen Sitzen ein Namenszettel. Da wir nun aber doch unterwegs waren, hätte man den ruhig entfernen können. Da drängten sich schon einige Fragen auf. Man hat ja auch sonst nichts zu tun. Die Lösung nahte. Wir hielten vor einem Hotel. Und es stieg ein, ein geschätzt 60 bis 65jähriger Mann. Seinem Outfit nach zu urteilen war er schon einige Tage unterwegs. „Wo kommst du denn her?“ Seine direkten Sitznachbarn waren natürlich neugierig. Er hatte schon eine gut 2-wöchige Schweden-Rundreise mit anderen Zielen (ich hätte auch ‚Destinations‘ schreiben können – tue ich aber nicht 😊) hinter sich. Flexibel, wie unser Reiseunternehmen nun mal ist, wurde für diese Person eine Übernachtung mehr im letzten Hotel gebucht. Während der Rest seiner Gruppe nach Deutschland zurückfuhr, schloss er sich nun einer neuen Gruppe an. Und jetzt ist er da und macht eine Anschlussreise mit uns! Auch nicht schlecht! Unser heutiges Ziel war der Nationalpark Tiveden. Wer wollte, konnte auf eigene Faust eine Wanderung unternehmen. Es gibt drei Rundwege in unterschiedlichen Längen. Die längste Strecke beträgt zwei Stunden. Man hatte aber auch die Möglichkeit, sich einfach auf eigene Faust ein wenig umsehen oder die Natur und die Stille genießen. Ich begnügte mich damit, die light Variante unter meine Schuhe zu bringen. Beine sind nicht nur zum Wandern da. Nach knapp 10 Minuten war ich fertig und genoss anschließend den Ausblick auf den See. Relaxen kann ich sehr gut! Bevor wir weiterfuhren, gab es erstmalig Verpflegung aus der Busküche. Herbert und Akim servierten Brühwürstchen, Kaffee, kalte Getränke, Kekse und Schokis. Sie beherrschten auch diesen Job perfekt. Alle Teilnehmer standen in lockerer Runde zusammen und ließen es sich schmecken. |
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Letzte Änderung: 19 Jan 2025 08:21 von Papa Kenia.
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Zum Abschluss des Tages statteten wir dem Schloss Läckö einen Besuch ab. Auch hier kamen wir in den Genuss einer Führung durch das Barockschloss.
Danach fuhren wir zum Hotel in Lidköping zurück. Auch heute Abend war wiederum in einem Lokal extra für unsere Gruppe eingedeckt worden. Ich wollte mich aber heute von der Rudelbildung lösen und begab mich, nachdem ich Jonas bereits am Morgen informiert hatte, Richtung Ortskern. Ich hatte mit mehr gerechnet. Das, was ich sah, war eher enttäuschend. Hier war nicht viel bis gar nichts los. Ein Urlaubermagnet ist Lidköping bestimmt nicht. Außerdem war anscheinend Corona wohl noch allgegenwärtig. Also konzentrierte ich mich nach rund 45 Minuten Rundgang durch Lidköping auf das scheinbar einzige Lokal, das heute wohl geöffnet hatte. Es war eine ausgezeichnete Idee. Ich habe noch nie in meinem Leben einen sooo leckeren Burger gegessen. Phantastisch! Den harten Kern der Reisegruppe fand ich selbstverständlich in der Pizzeria von gestern wieder. Viele Grüße Dieter |
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Letzte Änderung: 07 Feb 2025 08:45 von Papa Kenia.
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Tag 5
Heute stand reichlich Fahrerei auf dem Programm. Im Tagesverlauf hatten wir rund 500 km zu bewältigen! Diese Zeit wurde von dem ‚Knaller‘ bestens überbrückt. Es war eine Freude, ihm zuzuhören. Jonas plauderte ein wenig mehr als sonst über sich selbst. Sein erlernter Beruf war Lehrer. Wenn das alles so stimmte, was er uns erzählte, hat er in seinem Leben eigentlich nie zu viel gearbeitet. Er war jemand, der sehr gerne reiste. Jedes Mal, wenn er im Urlaub war, besuchte er irgendeinen Kursus und bekam hinterher einen Schein, der ihm erlaubte, andere auszubilden. Nach einigen Urlauben hatte er dann genug Erfahrung und Scheine, so dass er seinen Lehrerjob aufgab und irgendwo in der Welt unterwegs war. Immer da, wo es schön war und wo er seine erworbenen Kenntnisse weitergeben und damit Geld verdienen konnte, machte er Station. Mal war er Tauchlehrer, mal Skilehrer, mal Surflehrer oder er brachte Urlaubern das Fahren auf Wasserskiern bei. Nebenbei lernte er auf diese Weise auch noch andere Sprachen. Der Grund, warum er nun hier in Schweden lebt, ist ganz plausibel: Lange Beine, blonde Haare. Irgendwann hat es ihn erwischt. Er ist mittlerweile verheiratet und lebt nun mit Frau und Kindern in Schweden. Inzwischen ist er wieder in seinem erlernten Beruf tätig. Durch seine diversen Reisen in verschiedene Länder konnte er an seiner jetzigen Schule Deutsch, Englisch und Spanisch unterrichten. Lehrkräfte, die diese Sprachen sprechen, sind wohl Raritäten und in Schweden total gefragt. Und so konnte er sich, - immer vorausgesetzt, alles stimmte, was er sagte -, den Job aussuchen. Ich habe ihm geglaubt. Meiner Meinung nach war er kein Spinner oder Schwätzer. Dass er an unseren Veranstalter geraten war und uns nun während der Ferien als Reiseleiter zur Seite stand, war eine zufällige Begegnung mit Sören, der mich bei meinen drei ersten Skandinavien- bzw. Norwegenreisen als Reiseführer begleitet hat. Sören und er liefen sich irgendwo in Schweden über den Weg. Kamen ins Gespräch. Und Sören gab Jonas die Kontaktdaten unseres Veranstalters. Alles weitere kann man sich denken. Wir fuhren zunächst nach Värmland. Erster Halt war beim riesigen Rottneros Park. Hier handelt es sich unter anderem um einen Skulpturenpark. Die meisten Figuren stammten vom schwedischen Bildhauer Carl Eldh. Der Park ist weitläufig und bietet jede Menge Fotomotive. Auch Figuren aus Märchen, die fast jeder von uns gelesen hat, sind hier zu finden. Unter anderem erblickten wir nach einigem Suchen Nils Holgersson mit seinen Gänsen. Außerdem steht hier eine Kopie von ‚Diana mit Hirsch‘. Auch die Blumenpracht war schon recht beeindruckend. Insgesamt hat sich der Besuch hier gelohnt. Und belohnt haben wir uns dann kurz vor Abfahrt auch noch. Es gab Kaffee und Kuchen im kleinen Café am Ausgang. |
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Letzte Änderung: 20 Jan 2025 19:49 von Papa Kenia.
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Als nächster Punkt stand ein Besuch auf dem Gut Märbacka auf dem Plan. Die Schriftstellerin Selma Lagerlöf wurde hier geboren. Natürlich konnte man auch ihr Geburtshaus besuchen. Hier herrschte aber so ein Gedränge, dass ich mich lieber auf dem Gelände umsah. Von den Mitreisenden erfuhr ich hinterher, dass man regelrecht durch das Gebäude geschleust worden wäre. Man hatte wohl mit Besserem gerechnet.
Abschließend fuhren wir zur nächsten Unterkunft, wo wir zwei Nächte bleiben würden. Abendessen und Übernachtung in einem Hotel in Tällberg. Da wir hier zwei Übernachtungen hatten, nahm ich heute meine Reisetasche mit ins Hotel. Das war eine ziemliche Hampelei für mich. Nachdem die ersten Reisenden die Zimmerschlüssel hatten, wurde es an der Rezeption etwas ruhiger und gesitteter. Zu Viert stiegen wir in den Fahrstuhl. Immerhin mussten wir auf die 3. Etage. Wir wollten gerade oben aussteigen, da kamen uns die ersten wieder entgegen: „Seid ihr auch auf drei? Das ist hier aber nicht. Wir müssen wieder runter und am anderen Flügel die Treppen hoch.“ ‚So ein Scheiß‘, dachte ich bei mir. Ich war froh, bis zum Fahrstuhl gekommen zu sein. Und jetzt wieder zurück? Was soll der Quatsch? Irgendwann kam ich doch am anderen Ende des Gebäudes an und schaffte es die 19 Stufen hinauf. Auf dieser Seite gab es keinen Fahrstuhl. Wie ich allerdings mit meinem Gepäck die Treppen in den zweiten und dritten Stock hochkommen wollte, wusste ich noch nicht so recht. Personal um Hilfe bitten? Dazu ist Papa Kenia viel zu stolz. Männer kriegen so was allein hin. Ich ließ mich also zunächst in einen Sessel fallen, um Luft zu holen und einen Plan zu machen. Nachdem ich mental gefestigt war, hievte ich die Reisetasche ins nächste Stockwerk. Endlich stand ich vor der Zimmertür. Ging rein. Schnell ein Rundumblick. Alles schien topp in Schuss. Ich stellte Tasche und Rucksack in eine Ecke und ließ mich auf das Bett fallen. Ich lag noch nicht ganz, da ging es: ‚Miep, miep, miep, miep‘. Was ist denn jetzt los? Ich schaute vorsichtig auf den Flur und sah eine Mitreisende aus dem Nachbarzimmer schon gestikulieren: „Raus hier! Feueralarm!“ - Nicht das auch noch! Ich ergriff meinen Rucksack. Dann folgte ich den anderen so gut es ging. Völlig ausgelutscht und mit Atemnot kam ich vor dem Hotel an. Alle Gäste versammelten sich in angemessener Entfernung vor dem Hoteleingang. Nach wenigen Minuten kam tatsächlich die einheimische Feuerwehr vorgefahren. Wenn ich die Gestik der Feuerwehrleute und der Hotelangestellten richtig deutete, war es wohl nicht das erste Mal, dass ein Fehlalarm vorlag. So war es dann auch. Nach rund 15 Minuten konnten wir wieder auf unsere Zimmer. Ich hatte eine knappe Stunde Zeit, meinen Puls wieder runterzufahren. Dann stiefelte ich im Urlaubertempo Richtung Speisesaal zum Abendessen. Das Buffet bot einiges. Es mundete allen wohl richtig gut. Mein Bier (nicht nur eins) schmeckte mir nach diesen Strapazen noch besser als sonst!! Heute Abend verschwanden fast alle Reiseteilnehmer relativ früh auf ihren Zimmern. In der näheren Umgebung war auch nichts, was man sich hätte ansehen müssen. Das Hotel liegt auf einem Hügel in einer Streusiedlung, wo alle 50 oder 100 m ein Haus steht. Viele Grüße Dieter |
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Letzte Änderung: 21 Jan 2025 07:34 von Papa Kenia.
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