THEMA: Schweden? Ja, kann man auch mal machen!
31 Jan 2025 07:29 #701715
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Tag 9
Heute wir würden mehrere Stunden an Bord von Fähren verbringen. Den Ausblick auf vorbeiziehende, teilweise kaum besiedelte Inseln genießen. Zwischendurch mal eine Kleinigkeit essen und trinken. Ansonsten alles entspannt angehen lassen! Das war so ganz nach meinem Geschmack.

Bereits gestern hatte uns Jonas mitgeteilt, dass er den geplanten Tagesablauf über den Haufen werfen würde. Jonas hatte manchmal seine eigene Vorstellung davon, wie man den Tagesablauf besser gestalten konnte als im Buchungsprogramm stand. Wir sind ja flexibel und niemand hatte Einwände.
Stressig wurde es heute nicht. Nur die Zeit bis zur Abfahrt des Busses musste im Schweinsgalopp überbrückt werden.

Bereits um kurz nach sechs Uhr machte ich die ersten Aufnahmen.







Ab 6.30 Uhr war der Speisesaal geöffnet. Viel Zeit für das Frühstück hatten wir aber nicht. Ist das eine Hetzerei!! Urlaub sieht anders aus!

Kurz vor sieben Uhr saßen wir reisefertig im Bus und fuhren auf direktem Weg zum Hafen. Bereits eine halbe Stunde später gingen wir an Bord einer Fähre. Die M/S Viking Grace sollte uns zur Inselgruppe Åland bringen Das Wetter war gut. Die Stimmung war gut. Die Sonne im Gesicht zu spüren, tat auch richtig gut. Was will man mehr? Es waren nicht allzu viele Wolken am Himmel.





Da unser Frühstück heute Morgen im Hotel sehr unter Zeitdruck oder auch gar nicht eingenommen wurde, hatten wir hier an Bord nun Gelegenheit zu einem zweiten Frühstück.

Auf unserer gut fünfstündigen Fahrt bot sich ein schönes Landschaftsbild.





Letzte Änderung: 25 Feb 2025 07:49 von Papa Kenia.
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31 Jan 2025 07:32 #701716
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Man achte auf die Feinheiten: Åland gehört zu Finnland. Trotzdem gibt es auf Åland nur eine einzige Amtssprache: Schwedisch. Da Åland zu Finnland gehört, gehen hier auch die Uhren anders. Åland ist der Zeit eine Stunde voraus. Die Uhren ticken hier wie in Finnland.

So erklärt sich auch, dass auf dieser Fähre zwei Uhren mit zwei unterschiedlichen Zeiten tickten.













Ankunft der Fähre in Mariehamn war gegen 14:15 Uhr Ortszeit! Danach begannen wir sofort mit einer Inselrundfahrt. Nach rund einer Stunde Fahrzeit hielt unser Bus an einem schönen Plätzchen und wir wurden wieder vom Fahrer und Reiseleitung aus der Busküche bewirtet. Die kulinarische Delikatesse, bestehend aus Würstchen und Weißbrot, garniert mit Ketchup oder Senf schmeckte ausgezeichnet. Danach gab es noch einen Kaffee oder kalte Getränke. Und die obligatorischen Schokis! Lecker!! Gut gesättigt, hätten einige von uns bestimmt gerne ein Nickerchen einlegen wollen.
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31 Jan 2025 07:35 #701717
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Nickerchen standen aber nicht im Programm.

Stattdessen stand zunächst ein Abstecher zur Sankt Mikaels-kyrka in Finström auf dem Plan.





Der zweite Stopp war beim Freiluftmuseum Jan Karlsgården in Kastelholm. Hier stehen einige Bauernhäuser und Schuppen, eine Schmiede und ein paar Windmühlen. Alle Gebäude konnten auch innen besichtigt werden. Die Einrichtungen sollen weitgehend im Originalzustand sein. Das Areal ist nicht allzu groß, sodass wir ausgiebig Zeit hatten, uns in Ruhe alles anzusehen. Man muss auch nicht in jedes Gebäude! Der Gesamteindruck vom Anwesen war gut genug!









Außerdem war es heute wieder richtig heiß!

Abschließend statteten wir der alten Festung Notvikstornet noch einen Besuch ab. Gegen 18.30 Uhr (Aland-Zeit) traten wir die Heimreise zum Festland an. Diese Fähre fuhr ungefähr 2,5 Stunden bis zum Fährhafen Kapellskär. Unterwegs wurden wenig Fotos geschossen, denn die Reisegruppe war zu sehr mit dem Abendessen beschäftigt, das es heute ausnahmsweise an Bord gab. Und da für uns sogar zwei alkoholische Getränke inklusive waren, blieben einige doch ein wenig länger an ihrem Tisch sitzen 😊

Die Rückfahrt vom Hafen Kapellskär verlief unspektakulär. Rückkunft am Hotel war gegen 21.30 Uhr.

In kleiner Runde saßen wir heute Abend trotzdem noch auf einen Absacker zusammen. Relativ früh riefen unsere Betten nach uns. Auch wenn wir heute nicht viel gelaufen sind, solche Tage können ganz schön anstrengend sein.

Viele Grüße
Dieter
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03 Feb 2025 07:59 #701832
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Tag 10

Nach dem Badbesuch zu früher Stunde nahm ich den Fahrstuhl, um zum Speisesaal zu gelangen. Dieser war bereits erneut ab 6.30 Uhr geöffnet.

Ich hatte die Köstlichkeiten am Buffett noch nicht ganz abgeschritten, da ging es wieder los. ‚Miep, miep, miep, miep!‘ Wieder Feueralarm? Bitte nicht noch mal!

Die Angestellten fuchtelten ganz wild mit den Armen und baten alle Gäste nach draußen vor die Tür zu gehen.

Ich stand am Buffet genau da, wo drei oder vier Toaster aufgebaut waren. Ein Gast hatte wohl seinen Toast vergessen. Denn in einem dieser Toaster steckte eine Toastscheibe, die sich beim Rausspringen völlig verkantet hatte. Der Toaster gab trotzdem sein Bestes und glühte so vor sich hin. Die Scheibe Toast war schon verkokelt und qualmte, was das Zeug hergab. Ich zog den Stecker vom Toaster aus der Steckdose. Winkte einem Bediensteten und zeigte auf den Toaster.

Es half nichts. Trotzdem wurde der Speisesaal einschließlich meiner Person evakuiert.

Keine vier oder fünf Minuten später tauchte die Feuerwehr auf. Nachdem sich zwei Feuerwehrmänner davon überzeugt hatten, dass der Qualm tatsächlich aus dem Speisesaal kam und dort aber keine Flammen loderten und nichts brannte, gab es sofort Entwarnung.

Nach dieser Aufregung hatten wir reichlich Zeit für ein ausgiebiges Frühstück. Es war super!

Koffer oder Taschen brauchte niemand in den Bus laden. Wir würden heute Abend wiederkommen und in diesem Hotel noch eine letzte Nacht verbringen.

Bei durchwachsenem Wetter nahmen wir anschließend das erste Tagesziel in Angriff.

Wir starteten Richtung Mariefred am Mälarsee. Der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky wurde hier in Mariefred begraben. Aber Tucholsky interessierte uns heute nicht. Wir konzentrierten uns auf Schloss Gripsbolm, wo Tucholsky während der Nazizeit gelebt hat.

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03 Feb 2025 08:00 #701833
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Gegen halb elf kamen wir in Mariefred an. Dieses Wasserschloss wurde im 16. Jahrhundert gebaut.



Zunächst erklärte uns Jonas den Runenstein.



Dies ist einer der berühmtesten Schwedens und steht nah beim Schloss. Er zeigt einen ungewöhnlich langen Vers in Form einer Schlange. Wobei angeblich nach Fertigstellung aufgefallen ist, dass sich dort Fehler eingeschlichen hatten. Die zwei Zeichen neben der Schlange wurden erst später reingeritzt. Ob das alles so stimmt??

Das Schloss war bereits bei meiner Tour im Jahre 2018 mit im Programm. Damals hatte ich einige Räume begutachtet und ausführlich Fotos geschossen. Das wollte ich mir heute schenken und verblieb in den Außenanlagen, zumal die Temperaturen inzwischen richtig angenehm waren.















Ich inspizierte den Innenhof und machte in den Gärten noch einige Aufnahmen. Später ging ich wie vereinbart Richtung Ortskern. Dort würde uns unser Bus am Parkplatz wieder einsammeln.

Vor drei Jahren hatte ich bereits entdeckt, dass hier in Mariefred ein Verein eine Schmalspurbahn betreibt und als Touristenmagnet hergibt. Heute hätte jedermann mit diesem Zug fahren können. Ich schaute mir die Waggons, die Loks, den Bahnhof und die Außenanlagen an. Es war eine nette Abwechslung. Den Weg in den Ort ersparte ich mir jedoch. Zuviel Lauferei ist nichts für mich.







Kurz vor der Rückfahrt nahm ich am vereinbarten Treffpunkt am Kiosk noch eine Waffel und einen Kaffee zu mir. Die Idee hatten auch noch weitere Mitfahrer.
Letzte Änderung: 07 Feb 2025 08:40 von Papa Kenia.
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03 Feb 2025 13:25 #701852
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Gut gestärkt ging es danach um die Mittagszeit zum Kuchenschloss (taxinge näxby), wie es im Volksmund genannt wird.

Dieses Schloss kennt in Schweden jeder. Nicht des Schlosses wegen, sondern weil hier im Café angeblich täglich rund 60 bis 100 (die Zahlen schwanken da ganz gewaltig) verschiedene Kuchen angeboten werden.

Auf Kuchen hatte von uns niemand Hunger. Oder auch keine Lust, sich in die Schlange einzureihen. Als wir zurückfuhren, meinte Jonas, dass die Letzten in der Schlange (die in der Zwischenzeit immer länger geworden ist) schätzungsweise in einer Stunde ihren Kuchen vor sich stehen hätten. Eine Stunde Wartezeit für Kuchen? Für ein Bier könnte ich verstehen.😊 Aber nicht für Kuchen!

Also begutachteten die meisten von uns die nur Außenanlagen.





Es folgte der Besuch des Wasa Museums. Auf dem Weg dorthin fuhr Herbert einen ziemlichen Schlenker über Strandvägen, Nobelgatan, Djurgårdsbrunnsbron und Djurgårdsvägen. So kamen wir durch das Diplomatenviertel, sahen nette typische Schwedensiedlungen und hatten Blick auf Jachthäfen, bis wir zu guter Letzt am ABBA-Museum vorbeikamen und irgendwann vor dem Wasa Museum standen.
Die Wasa war ein Kriegsschiff, welches unter der Regentschaft von König Gustav II Adolf gebaut worden war. Bereits beim Stapellauf im August 1628 versank dieses Schiff allerdings. Nachdem das Wrack etliche Jahre auf dem Meeresboden gelegen hatte, wurde es 1961 geborgen und kann nun im gleichnamigen Museum besichtigt werden.

Schon bei meiner Rundreise, wo ich Sören als Reiseführer hatte, hatte ich mich gefragt, ob das den Aufwand lohnt, für ein einziges Schiff ein Museum zu bauen.













Ich fand den Besuch, obwohl ich nun auch hier zum dritten Male war, immer noch sehr informativ und auch unterhaltsam. Im TV habe ich letztens noch eine Doku über das Museum gesehen. Angeblich wird es pro Jahr von 1,5 Millionen Besuchern besichtigt.















Nach der Wasa-Besichtigung brachte uns unser Fahrer zum Schloss, von wo aus wir Richtung Gamla Stan liefen, um zum Abendessen in ein Lokal einzukehren. Es war eine urige Kneipe. Man ging drei Stockwerke hinunter in die Kellergewölbe. Hier war an einer riesigen Tafel für uns eingedeckt.

Aber wer hat dieses Lokal ausgesucht? Weiß der Planer nicht, dass bei so einer Oldie-Truppe wie der unseren auch Fußkranke dabei sein können? Oder Leute mit Luftnot? Mit Bandscheibe oder Hüfte? Ich war nicht der Einzige, der stöhnte, als es zwischendurch mal Richtung Toilette ging. Und dementsprechend geschätzte 60 Stufen hoch und danach wieder runter bewältigt werden mussten. Die Örtlichkeiten waren jedenfalls am Eingang. Grrrr! Ich hasse so eine Planung! Wir sind doch nicht mehr die Jüngsten!

Das Essen war vorbestellt. Es gab zwei Hauptgerichte zur Auswahl. Außerdem Salat, Kaffee und Kuchen. Alles war lecker und reichlich.

Zu vorgerückter Stunde kehrten wir zum Hotel zurück.

Treffpunkt für den harten Kern war heute Abend im Hotel wieder die Bar, wo wir noch geraume Zeit zusammensaßen.

Gegen 23 Uhr löste sich die Gruppe auf und jeder steuerte zielstrebig sein Bett an.

Viele Grüße
Dieter
Letzte Änderung: 03 Feb 2025 13:30 von Papa Kenia.
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