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Tag 6
Der heutige Tag verlief für mich ruhig. Auf dem Programm stand eine Fahrt nach Nusnäs, wo die Dalarna-Pferdchen geschnitzt werden. Diese Tiere sind für Schweden-Urlauber ein MUSS als Souvenir. Danach sollte es weitergehen nach Rättvik zu einem Besuch in einem Freilichtmuseum. Anschließend stand noch eine Fahrt mit einem alten Dampfer an. Bereits vor der Buchung der Reise hatte ich diesen Tag innerlich ausgeklammert und beschlossen, das Tagesprogramm ausfallen zu lassen. Grund dafür war die Fahrt mit der M/S Gustav Wasa, mit der die Gruppe heute fahren würde. Aufgrund meines Alters bin ich natürlich nostalgisch angehaucht und so ein altes Schiff hätte mich normalerweise auch interessiert, aber eine volle Dröhnung Dieselabgase braucht meine Lunge wahrlich nicht. Also ließ ich es, nachdem ich mich bereits beim Frühstück bei Jonas abgemeldet hatte, langsam angehen. Ich hatte während der vergangenen Tage genügend Gelegenheit, mich mit Akim zu unterhalten. Heute Morgen hieß es jedoch Abschied nehmen. Akim würde morgen als Fahrer für eine andere Tour unseres Reiseveranstalters einspringen. Wer weiß, vielleicht sieht man sich in diesem Leben noch mal. Die restliche Reisegruppe verabschiedete sich noch winkend und ich ging zunächst auf mein Zimmer. Hier vertiefte ich mich die nächste Stunde in meinem Reiseführer. Wegen Corona war das Hallenbad leider geschlossen. So entschloss ich mich, einen richtigen Gammeltag einzulegen. Also besorgte ich mir ein Bier und begab mich damit vor die Tür, wo ich mir eine windgeschützte Ecke suchte. Der Ausblick auf den Siljansees war nicht schlecht. Super Ausblick, ein Bier und Lieblingsmusik vom ipod, auch das ist Urlaub. Man braucht nicht unbedingt nur Schlösser! Bei schönem Wetter wäre es bestimmt noch besser gewesen. Die Wolkendecke zog sich immer mehr zu und kurz vor Mittag begann es zu regnen. Zum Mittagessen ging ich ins Restaurant. Ich gönnte mir zunächst eine Suppe. Anschließend wurde ich am Buffet fündig. Kartoffeln, Fleisch und Salat. Das war genau passend zum Mittag. Dem aufmerksamen Leser ist aufgefallen, dass da noch etwas fehlte! Das Bier! Natürlich hatte ich mir dieses auch bestellt. Wollte es nur nicht explizit erwähnen! 😊 Da wir in diesem Hotel nur übernachteten war mein Mittagessen nicht im Preis enthalten; ich musste also das Essen bezahlen. Ich hätte ja mit der restlichen Truppe mitfahren können. Auf der Gustav Wasa gab es nämlich inkludiertes Mittagessen. Für schwedische Verhältnisse fand ich den Preis für mein Mittagessen im Hotel absolut in Ordnung. Es regnete immer noch. Hier oben auf dem Hügel war es ziemlich zugig. Daher begab ich mich auf mein Zimmer und bearbeitete mein Laptop. Nachmittags hatten sich die Wolken fast verzogen und die Sonne kam zum Vorschein. Ich suchte mir eine bequeme Bank vor dem Hotel, genoss die Wärme und chillte so vor mich hin. Chillen gehört zu meinen Paradedisziplinen. Irgendwann am späten Nachmittag kehrte die Reisegruppe zurück. Sie schilderten mir ihr Erlebtes. Einige waren von der Tour begeistert. Andere schimpften auf den Dieselgeruch, der während der gesamten Dampferfahrt wie eine Glocke über dem Schiff lag. Dann war meine Entscheidung ja nicht ganz so verkehrt gewesen. Viele Grüße Dieter |
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Tag 7
Wer die roten Häuser Skandinaviens kennt - die Farbe dafür kommt vermutlich von hier: Falun. Falun ist eine Stadt in der Provinz Dalarnas. Hier gibt es eine Kupfergrube. Seit 2001 gehört diese zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das typische rot ist ein Abfallprodukt, welches bei der Kupfergewinnung entsteht. Aus diesen Farbpigmenten wird Dispersionsfarbe hergestellt. Wir hatten vom Hotel aus nur rund 50 Kilometer bis dahin zurückzulegen. Dann standen wir auf dem Gelände der ‚Falu Gruva‘. Das Gelände ist groß und der Blick in die Erzgrube war beeindruckend. Das Wetter spielte wieder mit. Es war angenehm warm. Wer wollte, konnte an einer Besichtigungstour in den Stollen teilnehmen. Jonas riet mir, an dem Abstieg nicht teilzunehmen. Das hätte ich mir sowieso geklemmt. Bereits bei den Recherchen vor der Buchung hatte ich den Hinweis gefunden, dass Menschen mit Behinderung der Besuch nicht angeraten wird. Für Frostbeulen ist die Führung ebenso wenig geeignet. Die Temperaturen im Stollen sollen bei knapp über 0 Grad C liegen. Das waren also zwei Punkte, die gegen eine Teilnahme sprachen. Außerdem ist der Boden rutschig und matschig. Der Abstieg erfolgt auf eigene Gefahr. Diesen Ausflug habe ich locker verschmerzt. Etwas ähnliches hatte ich vor Jahren erlebt. Ich komme aus dem Ruhrgebiet. Sprich: Aus dem Kohlenpott. Hier herrschte lange Zeit der Kohleabbau. Selbst in meinem kleinen Geburtsort gab es eine Zeche. Durch eine frühere Arbeitskollegin, deren Mann Steiger auf eben dieser Zeche war, hatten meine damalige Arbeitskollegen und ich (gendern gab es da noch nicht 😊 – und wird es für mich auch nie geben) Mitte der 90er Jahre die Möglichkeit, einen Ausflug nach ‚Unter Tage‘ zu machen. In voller Bergmannsmontur, mit Helm und Grubenlampe ging es runter in den Stollen. Mit dem Förderkorb dauerte der Abstieg nicht lange. Nach schätzungsweise zwei Minuten hielten wir auf 900 m Tiefe. Wir wurden damals durch Stollen gescheucht, die wir teilweise nur auf allen Vieren bewältigen konnten (reinste Schikane!). Auch war es hier nicht kalt, sondern gefühlte 40 Grad C warm. Während sich die übrigen die Fummel vom Leib rissen, weil es ihnen zu warm war, hat es mir sehr gut gefallen. Die heutige Falun-Stollen-Tour war dagegen ‚Wellness‘. In Ordnung! - ist natürlich ein wenig übertrieben. Es geht über insgesamt 400 Stufen hinunter in den Berg. Das ist also schon etwas für Durchtrainierte. Für den Rückweg kann allerdings ein Fahrstuhl benutzt werden. Außer mir nahmen doch noch ein paar Leute nicht an dem Abstieg teil. Wir wünschten den Abenteurern alles Gute und machten uns auf den Weg, das Gelände näher zu erkunden. Da jeder seine eigenen Vorstellungen von Erkundungen hatte, trennten wir uns und jeder ging für sich. Fotomotive gab es hier selbstverständlich wieder in Hülle und Fülle. |
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Letzte Änderung: 25 Jan 2025 17:38 von Papa Kenia.
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Irgendwann stießen die Bergleute wieder zu uns. Das Gelächter der Personen, die nicht mit waren, war schon ein wenig peinlich. Man sah genau, wer aus der Reisegruppe ‚unten‘ war.
Alter Schwede! Wie sahen die denn aus? Bin ich bei ‚Herr der Ringe‘? Sind das Orks? Die Schuhe und Hosen hätte man eigentlich entsorgen müssen, so gefärbt waren sie durch den roten Kupferstaub. Auch ein abendlicher Reinigungsversuch im Bad des Hotels hat nicht viel gebracht. An Schuhen und Hosen konnte man auch Tage später noch erkennen, wer an der Führung teilgenommen hatte. Oder wer vor Abreise vergessen hat, eine Ersatzhose ( 😊 ) in seinen Koffer zu packen. Vor der Weiterfahrt nutzten einige Personen die Gelegenheit, sich im netten Café mit einem Snack und Getränk zu stärken. Nach der Besichtigung von ‚Falu Gruva‘ fuhren wir nach Sundborn. Ein kleiner Ort am Toftasee. Hier wohnte der schwedische Maler Carl Larsson. Angeblich hat er durch seine Bilder mit den roten Häusern zum Durchbruch der roten Farbe verholfen. Auf dem Gelände hatte jeder ausreichend Zeit, sich das Museum und die Außenanlagen anzusehen. Anschließend fuhren wir zum nächsten Hotel nach Uppsala. Hier würden wir unser Abendessen einnehmen und eine Nacht im Radisson Blu verbringen. Wer wollte, hatte vor dem Abendessen noch ein wenig Zeit, die nähere Umgebung und das Treiben in der Stadt zu beobachten. Bis bald Dieter |
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Letzte Änderung: 25 Jan 2025 17:38 von Papa Kenia.
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Tag 8
Nach einer ruhigen Nacht und einem kräftigen Frühstück machten wir zunächst eine kleine Stadtrundfahrt. Jonas kommentierte die Sehenswürdigkeiten, wo wir bei einigen wenige Minuten Zeit hatten, die Aussicht aus dem Fenster zu genießen, denn Regen hielt uns davon ab, aus dem Bus zu steigen. Wir sahen den Dom mit seinem hohen Turm und kamen an der Universität vorbei. Fotos aus dem Fenster zu schießen ist nicht unbedingt mein Ding. Daher gibt es hier wenige Bilder. Anschließend konnten wir heute Vormittag für rund zwei oder drei Stunden Uppsala auf eigene Faust erkunden. Leider spielte das Wetter heute gar nicht mit. Trotzdem war der Rundgang lohnend, Fotomotive habe ich natürlich gefunden. Fasziniert haben mich die haushohen Street-Art-Bilder. Einige waren so gut, dass man sie für Fotos hätte halten können. Interessant fand ich auch die öffentlichen Toiletten in einer Shopping-Mall. Hier kam man erst rein, wenn man die Kreditkarte gezückt hatte. Für umgerechnet einen Euro?? Manchmal denke ich, ich bin im falschen Film. Die Schweden hatten jedoch eine kostensparende Technik entwickelt. Wenn jemand herauskam, hielt er dem Nächsten die Tür los. Sozusagen mit Platzanweiser. Auf diese Weise konnten rund 10 Leute für 1 € die Örtlichkeit benutzen. Das rechnet sich dann auch 😊. Alle fanden sich pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit am Treffpunkt wieder. Verhungert oder verdurstet war niemand. Die meisten hatten sich über die Mittagszeit gerettet und kurz vor der Abfahrt des Busses mit Snacks ihren Hunger vertrieben. |
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Letzte Änderung: 07 Feb 2025 08:47 von Papa Kenia.
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Dann fuhren wir eine gute Stunde weiter bis Sigtuna.
Sigtuna ist ein typischer Touristenort und liegt rund 50 km vor Stockholm. Angeblich ist es die älteste Stadt Schwedens. Vermutlich steht dieser Besuch auf jedem Plan bei Rundreiseprogrammen. Das Erste, was man sah, war das Rathaus. Es soll das kleinste Rathaus Schwedens sein. Zugegeben, der Ort hat was. Schnuckelige Häuschen und enge Gassen. An den Wänden der Holzhäuser wehten kleine Fähnchen und Wimpel. Aber auch hier herrschte schlechtes Wetter und drückte unsere Stimmung. Nachdem ich den Ort mehr oder weniger trocken in voller Länge abgeschritten und einige Souvenirshops durchstöbert hatte, kehrte ich am anderen Ortsausgang in ein kleines gemütliches Café ein. Vermutlich wegen des miesen Wetters war das Café gut besucht. Ich ergatterte trotzdem einen Einzelplatz am Fenster. Hier bekam ich sehr guten Kuchen und leckeren Kaffee serviert. Einige Reiseteilnehmer sahen mich durch die Fenster und winkten herüber. Der Regen hatte zwischenzeitlich nachgelassen. Guter Dinge fuhren wir am Nachmittag nach Schloss Drottningholm. Drottningholm ist der ständige Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie. Früher war es eine Sommerresidenz der regierenden Könige. Wir konnten an einem Rundgang durch das Schloss teilnehmen. Einige Räume sind für die Öffentlichkeit freigegeben und können besichtigt werden. Die restlichen Zimmer werden von der Königsfamilie bewohnt und sind daher nicht zugänglich. Nach der Schlossbesichtigung fuhren wir zu unserer nächsten Unterkunft nach Stockholm, zum Clarion Hotel. Wo wir die nächsten vier Nächte bleiben würden. Es verging schon einige Zeit, bis die komplette Reisegruppe die Formalitäten an der Rezeption erledigt hatte. Wir konnten nun die Zimmer beziehen und uns ein wenig frisch machen. Danach war erneuter Treffpunkt vor dem Hotel. Das Abendessen sollte es in einem nahegelegenen Restaurant geben. Daher fuhren wir mit dem Bus zum Restaurant Pavillion, welches direkt am Wasser liegt. Es gab ein Einheitsessen mit Vorspeise und Nachtisch. Auch das Ambiente in diesem Lokal mit seiner großen Terrasse war nett. Gegen 21 Uhr ging es zurück zum Hotel. Viele Grüße Dieter |
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Letzte Änderung: 29 Jan 2025 14:43 von Papa Kenia.
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