THEMA: Caprivi extra dry - "Fünf Flüsse"-Tour 2024
24 Dez 2024 13:20 #699480
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@ Nacho: Hallo Silvia, danke für´s Mitreisen!

Tag 9: Mittwoch, 06.11.2024

Hier einmal der Blick auf unser recht großzügiges, aber leider sehr warmes Chalet:


Am gestrigen Nachmittag hatten wir am Pool zwei Jungs etwa Mitte Ende zwanzig kennengelernt, die zum ersten Mal in Afrika und mit dem Dachzelt Richtung Delta unterwegs waren. Sie hatten etwas Respekt vor der Fahrt nach Savuti und so haben wir ihnen angeboten, dass wir zusammen fahren (was nicht nötig gewesen wäre). Bis Savuti Campsite sind wir so dann im Convoi unterwegs gewesen:



In der Zwischenzeit haben wir an manchen Stellen die Zikaden bei dem bemerken können, was sie üblicherweise tun: Zirpen, und zwar mit gefühlt 120 db. Einmal fragte meine Frau, während wir hochtourig durch den Tiefsand pflügten, was denn das für ein Geräusch sei. Fenster auf: Zikaden, aber Ohren betäubend.

Vom Ghoha Gate

ging es dann die restlichen knapp 30 km runter bis zur Brücke über den Savuti Channel und die Campsite, wo wir etwa gegen 10:30 Uhr ankamen. Am Wasserloch ein kurzes Stück nördlich der Brücke sahen wir ein paar wenige Tiere



Giraffe mit Pferdeantilope


Giraffe mit Impala


Giraffe mit Elefant


Die beiden Jungs wollten in Savuti campen, hatten aber nicht reserviert, fanden keine freie Campsite und machten sich dann direkt auf weiter die nächsten rund 100 km bis Khwai :dry: . Wir verabschiedeten uns und wünschten Ihnen viel Glück bei der Suche nach einer freien Campsite.
Wir tranken dann erstmal was und machten uns dann auf den Weg auf eine zutiefst deprimierende Rundfahrt durch Savuti. Was sahen wir? Nichts! Nicht ein Tier. Nicht mal eines von den üblichen Verdächtigen … Noch nicht mal ein Warzi!
Wir kurvten am Savuti entlang und durch ihn hindurch, Ufer rauf, Ufer runter, nach Süden zu den Kudu Hils, durch das Gewirr von Wegen zum Bushmen Painting Hill, her und hin und hin und her, dann zum Leopard Rock – nichts!

Frustriert beschlossen wir, uns frühzeitig auf den Heimweg zu machen. Immerhin sahen wir dann am Wasserloch noch ein paar

Pferdeantilopen




Hinter dem Abzweig zum Savuti Airstrip dann noch ein Steinböckchen (das erste in diesem Jahr!)





und kurz vor dem Ghoha Gate dann noch zwei prächtige Elefantenbullen:









Da wir auf der Rückfahrt gut in der Zeit waren, bogen wir auf halber Strecke zwischen der Linyanti Road und Thobolo´s einmal nach links ab in das Forest Reserve Richtung Parakarungu. Hier standen viele, sehr schöne Akazien und auch ein paar Giraffen trafen wir





Dann sind wir zurück zur Lodge und haben noch ein wenig Zeit am Pool verbracht und später dann noch auf der Bar-Terrasse.

Baboons




Es begann schon leicht zu dämmern, als wir etwas weiter draußen auf der Pan plötzlich einen einsamen, riesigen Elenbullen sahen:



Er wurde sozusagen begleitet von drei Wildhunden. Von denen hatte uns die Frau von Dany erzählt. Auch sie schienen recht mager zu sein und dass sie nur zu dritt unterwegs waren, spricht Bände. Irgendwann, nachdem sie dem Elen-Bullen sehnsüchtig hinterhergeblickt hatten, kauten sie noch ein wenig an den herumliegenden Knochen herum und verschwanden Richtung Nordosten in die anbrechende Nacht.











Kurz vor dem Abendessen sahen wir dann eine große Regenfront im Norden. Gewittert hatte es schon die ganzen letzten Tage, aber so richtig ergiebiger Regen war wohl noch nicht dabei.



Am Morgen würde es dann auf die bisher längste Etappe zum Nkasa Rupara Nationalpark gehen.

An dieser Stelle einmal allen Mitlesenden ein frohes Weihnachtsfest!
Letzte Änderung: 24 Dez 2024 13:25 von Sangwali.
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24 Dez 2024 14:57 #699482
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Hallo Robert,

wenn noch ein Plätzchen frei ist, na dann springe ich auf.

Frohe Weihnachten
Peter
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24 Dez 2024 15:19 #699483
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Kornado schrieb:
wenn noch ein Plätzchen frei ist, na dann springe ich auf.

aber selbstverständlich gern!
VG Robert
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26 Dez 2024 18:16 #699539
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Tag 10: Donnerstag, 07.11.2024

Heute stand mit 256 km die bislang längste Etappe an:


Beim Abschied riet uns Dany, nicht den direkt Weg nach Kachikau zu nehmen, sondern einen kleinen Umweg von etwa 1 km über eine Nebenstrecke. Hier würden wir eine Baobab finden, an dem eindrucksvoll erkennbar wäre, was eine Dürre wie in diesem Jahr anrichten kann. Er meinte, der Baum sei sicher gut 1.000 Jahre alt und nur ein einziges Dürrejahr wie dieses würde reichen, um ihm den Gnadenstoß zu geben. Als wir dort ankamen, trauten wir unseren Augen nicht:
Bis zu einer Höhe von gut 4 Metern hatten Elefanten auf der Suche nach Nahrung und Wasser den Stamm zerstört. Dieser Baum würde wohl nicht mehr lange stehen :(:



Auch bei den übrigen Bäumen in der Umgebung waren die Rinden von Elefanten großflächig abgeschält. Kein schöner Anblick:



Hinter Kavimba in der Nähe von Mwandi View dann das nächste herzzerreißende Bild: Ein Eli-Kalb, völlig allein und erkennbar abgemagert, scharrte am Straßenrand nach Essbarem. Wir mochten uns nicht vorstellen, wie es diesem Kalb wohl weiter ergehen mochte:





Nach einer ereignislosen Fahrt über die C49



erreichten wir schließlich Sangwali. Das erste mal waren wir 2017 hier, lediglich um das Livingstone-Museum einmal zu besuchen (was sich gelohnt hatte!).



Weiter ging es dann hinter dem Ort über die neuen Stahlbrücken



weiter zur Nkasa Lupala-Lodge, wo wir schon 2022 drei Nächte verbracht hatten:





Der Nkasa Rupara NP hatte es uns vor 2 Jahren angetan. Landschaftlich einer der schönsten Parks, wie wir finden. Im September 2022 war er noch auf dem Höhepunkt der Trockenzeit tatsächlich ein einziges großes Feuchtgebiet. So war damals unser Versuch, Nkasa Island zu erreichen, zum Scheitern verurteilt und überall fanden sich wasserführende Kanäle und Schwemmebenen. Auch wenn der Park recht klein ist (die Strecke vom Shisinze Gate bis zum Jackalberry Camp beträgt nur rund 14 km), kann man dort recht schnell die Orientierung verlieren und es gibt einige Tiefsandpassagen. Landschaftlich ist der Park wie gesagt recht vielfältig.



Vor zwei Jahren war der Gasiku-Channel direkt an der Lodge noch ordentlich mit Wasser gefüllt und mit Riedgras und Papyrus umstanden. Davon war in diesem Jahr nichts mehr zu sehen. Die schlammige Senke wurde tagsüber mit etwas Wasser aus dem Bohrloch befüllt, mehr als ein Rinnsal war das aber nicht. Dennoch lockte das natürlich Tiere von nah und fern an. Warzis waren immer da:



Später am Nachmittag dann kam eine große Büffelherde:









Vor zwei Jahren hatten wir uns geärgert, weil wir die „Combo“-Tour nicht gemacht hatten (Gamedrive zum Jackalberry Camp und von dort weiter mit dem Boot auf dem Linyanti). Die damaligen Teilnehmer waren mehr als begeistert. Uns so fragten wir diesmal natürlich, ob die Combo-Tour angeboten würde. Sie wurde, allerdings meinte Ben, der Lodge-Manager, dass man nicht mehr sehr weit mit dem Boot käme und in den letzten Tagen die Boote gelegentlich auf Grund gelaufen waren.
So verzichteten wir auf eine Buchung und beschlossen, in den nächsten beiden Tagen der Park wieder auf eigene Faust zu erkunden.
Am späten Nachmittag konnten wir dann noch ein paar schöne Aufnahmen machen von einem

Schmarotzermilan (Yellow-billed Kite)


Sattelstorch (Saddle-billed Stork).

Diese hatten wir schon immer mal in den verschiedensten Parks gesehen, aber diesmal fiel mir erstmals dieser nackte, rote Brustfleck auf, der für diese Vögel kennzeichnend ist (neben dem Schnabel natürlich),

und noch von der einen oder anderen Gabelracke




Diese Vögel sind sozusagen die Top-Models, da nicht nur besonders hübsch anzuschauen, sie können auch hervorragend posieren.

Vor zwei Jahren haben abends alle Gäste gemeinsam an einer langen Tafel diniert. Das hat man wohl zwischenzeitlich eingestellt, worüber wir nicht nur unglücklich waren. Das Essen war lecker, aber auf das abendliche Klicken der Riedfrösche, auf das ich mich so gefreut hatte, mussten wir aus den oben genannten Gründen verzichten.
Übrigens haben wir dann an dem Abend erfahren, dass Donald Trump dann definitiv die Präsidentenwahl gewonnen hatte – Nix als Ärger ….

Morgen geht´s dann auf den ersten Gamedrive.
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27 Dez 2024 00:07 #699560
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Hallo Robert
Ich hab mich auch noch fix eingeklinkt.
Einige Stationen kamen mir schon sehr bekannt vor.
In der Mubala-Lodge war ich schon und im Chobe River Camp auch.

Bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Viele Grüße OnkelMü :)
Fernreisen gemacht: 1993 und 1996 Marokko, 1999 Senegal, 2000 Kenia, 2002 Westsahara, 2011 Ecuador, 2014, 2016, 2022, 2023 USA, 2019 Namibia+Botswana+Simbabwe, 2024 Südafrika+Namibia, 2025 Panama
Fernreisen geplant: 2026 Norwegen, 2026 USA (Florida), irgendwann: Grönland

Lieblingsdestinationen: Namibia, Spanien+Kanaren, USA, Grönland+Spitzbergen
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27 Dez 2024 11:05 #699570
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sorry, habe ganz vergessen, ein kurzes - zugegeben sehr subjektives - Fazit zu den letzten beiden Unterkünften zu geben:

Fazit Chobe River Camp (3 Nächte)
Unterkunft: 4 von 5
Essen: 3,5 von 5
Service: 3,5 von 5
Preis-Leistungsverhältnis: 3,5 von 5
Hier waren wir 2017 schon mal. damals hieß das Camp noch Camp Chobe und war noch nicht unter Gondwana-Leitung. Die Lodge eignet sich hervorragend für Ausflüge an die Chobe River Front, wenngleich natürlich jedesmal ein Grenzübertritt notwendig ist, was aber nach unserer Erfahrung immer sehr flott ging. Auf der Westseite der Riverfront ist deutlich weniger Verkehr als auf der Ostseite Nähe Kasane. Wenn man allerdings von hier aus auf einen Boat Cruise hofft, sollte man vielleicht nicht in den Monaten September bis Dezember dort buchen, denn es gibt keine Garantie, dass der Wasserstand dann ausreicht. Bei unserem Aufenthalt war es leider nicht möglich, was wir zum Zeitpunkt der Tourplanung und Buchung natürlich noch nicht wissen konnten. Alternativ kann man einen Kanu-Ausflug buchen, wenn man Kühe von unten sehen möchte :cheer:. Statt dessen einen Boat Cruise in Kasane zu buchen, ist wegen der Öffnungszeiten der Grenzstation kaum realisierbar.
Die neuen Zelte sind schon klasse, sehr geräumig und komfortabel.

Fazit Thobolo´s Bush Lodge (2 Nächte)
Unterkunft: 3 von 5
Essen: 3 von 5
Service: 4,5 von 5
Preis-Leistungsverhältnis: 2,5 von 5
Die Wahl dieser Unterkunft war ein Kompromiss, da wir nicht zelten und einmal nach Savuti wollten. Viel Platz in der Unterkunft, auch für 4 Personen geeignet, aber nicht klimatisiert. In einem Safarizelt ist es nachts meist genauso warm oder kalt wir draußen - hier nicht. Hier war es nachts drinnen deutlich wärmer als draußen. Preislich hat es natürlich nicht die Dimensionen der Lodges im Delta oder in Savuti, dennoch aber "Botswana-Niveau". Würden wir nicht nochmal machen, wenngleich der Service durch das Betreiber-Ehepaar vorzüglich war. Als Stopover zwischen Kasane und Maun dennoch eine Option.

VG Robert
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