Tag 10: Donnerstag, 07.11.2024
Heute stand mit 256 km die bislang längste Etappe an:
Beim Abschied riet uns Dany, nicht den direkt Weg nach Kachikau zu nehmen, sondern einen kleinen Umweg von etwa 1 km über eine Nebenstrecke. Hier würden wir eine Baobab finden, an dem eindrucksvoll erkennbar wäre, was eine Dürre wie in diesem Jahr anrichten kann. Er meinte, der Baum sei sicher gut 1.000 Jahre alt und nur ein einziges Dürrejahr wie dieses würde reichen, um ihm den Gnadenstoß zu geben. Als wir dort ankamen, trauten wir unseren Augen nicht:
Bis zu einer Höhe von gut 4 Metern hatten Elefanten auf der Suche nach Nahrung und Wasser den Stamm zerstört. Dieser Baum würde wohl nicht mehr lange stehen

:
Auch bei den übrigen Bäumen in der Umgebung waren die Rinden von Elefanten großflächig abgeschält. Kein schöner Anblick:
Hinter Kavimba in der Nähe von Mwandi View dann das nächste herzzerreißende Bild: Ein Eli-Kalb, völlig allein und erkennbar abgemagert, scharrte am Straßenrand nach Essbarem. Wir mochten uns nicht vorstellen, wie es diesem Kalb wohl weiter ergehen mochte:
Nach einer ereignislosen Fahrt über die C49
erreichten wir schließlich Sangwali. Das erste mal waren wir 2017 hier, lediglich um das Livingstone-Museum einmal zu besuchen (was sich gelohnt hatte!).
Weiter ging es dann hinter dem Ort über die neuen Stahlbrücken
weiter zur Nkasa Lupala-Lodge, wo wir schon 2022 drei Nächte verbracht hatten:
Der Nkasa Rupara NP hatte es uns vor 2 Jahren angetan. Landschaftlich einer der schönsten Parks, wie wir finden. Im September 2022 war er noch auf dem Höhepunkt der Trockenzeit tatsächlich ein einziges großes Feuchtgebiet. So war damals unser Versuch, Nkasa Island zu erreichen, zum Scheitern verurteilt und überall fanden sich wasserführende Kanäle und Schwemmebenen. Auch wenn der Park recht klein ist (die Strecke vom Shisinze Gate bis zum Jackalberry Camp beträgt nur rund 14 km), kann man dort recht schnell die Orientierung verlieren und es gibt einige Tiefsandpassagen. Landschaftlich ist der Park wie gesagt recht vielfältig.
Vor zwei Jahren war der Gasiku-Channel direkt an der Lodge noch ordentlich mit Wasser gefüllt und mit Riedgras und Papyrus umstanden. Davon war in diesem Jahr nichts mehr zu sehen. Die schlammige Senke wurde tagsüber mit etwas Wasser aus dem Bohrloch befüllt, mehr als ein Rinnsal war das aber nicht. Dennoch lockte das natürlich Tiere von nah und fern an. Warzis waren immer da:
Später am Nachmittag dann kam eine große Büffelherde:
Vor zwei Jahren hatten wir uns geärgert, weil wir die „Combo“-Tour nicht gemacht hatten (Gamedrive zum Jackalberry Camp und von dort weiter mit dem Boot auf dem Linyanti). Die damaligen Teilnehmer waren mehr als begeistert. Uns so fragten wir diesmal natürlich, ob die Combo-Tour angeboten würde. Sie wurde, allerdings meinte Ben, der Lodge-Manager, dass man nicht mehr sehr weit mit dem Boot käme und in den letzten Tagen die Boote gelegentlich auf Grund gelaufen waren.
So verzichteten wir auf eine Buchung und beschlossen, in den nächsten beiden Tagen der Park wieder auf eigene Faust zu erkunden.
Am späten Nachmittag konnten wir dann noch ein paar schöne Aufnahmen machen von einem
Schmarotzermilan (Yellow-billed Kite)
Sattelstorch (Saddle-billed Stork).
Diese hatten wir schon immer mal in den verschiedensten Parks gesehen, aber diesmal fiel mir erstmals dieser nackte, rote Brustfleck auf, der für diese Vögel kennzeichnend ist (neben dem Schnabel natürlich),
und noch von der einen oder anderen Gabelracke
Diese Vögel sind sozusagen die Top-Models, da nicht nur besonders hübsch anzuschauen, sie können auch hervorragend posieren.
Vor zwei Jahren haben abends alle Gäste gemeinsam an einer langen Tafel diniert. Das hat man wohl zwischenzeitlich eingestellt, worüber wir nicht nur unglücklich waren. Das Essen war lecker, aber auf das abendliche Klicken der Riedfrösche, auf das ich mich so gefreut hatte, mussten wir aus den oben genannten Gründen verzichten.
Übrigens haben wir dann an dem Abend erfahren, dass Donald Trump dann definitiv die Präsidentenwahl gewonnen hatte – Nix als Ärger ….
Morgen geht´s dann auf den ersten Gamedrive.