THEMA: Von Jo`burg bis in Sambias Norden 2022
02 Dez 2022 09:00 #656631
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Von Mumduluma nach Samfya

Bei Peter zahlen wir für die Übernachtung. Es dauert ewig bis er alle nötigen Papiere ausgefüllt hat, was für eine Bürokratie! Wir haben bereits 15° C am Morgen, aber ein kalter Wind fegt über das Plateau. Peter hatte nur eine Matratze und einen kleinen Kocher in seiner Hütte. Er muss gefroren haben. Peter ist überhaupt ein lustiger Kerl, er freut sich über alle Europäer und erklärt, dass sein Staat ohne unsere Hilfe verarmt wäre. „Die Europäer bringen das Geld“, meint er.
Um 8.20 Uhr verlassen wir das Camp, wir reiten auf den nächsten 25 Km von Schlagloch zu Schlagloch. Endlos lange Schlangen mit Menschen sind bereits auf der Straße unterwegs. Dann erreichen wir die M3, eine gute Straße, die wir aber nur ein kurzes Stück bis Mansa fahren.








Es ist super viel los an der Straße, aber es sind kaum Löcher vorhanden, nur einige Humps stören den fließenden Verkehr



Mansa ist eine turbulente Stadt, im Shoperite gibt es wenig Obst und Gemüse, aber ich bekomme wieder ein Brot. Manfred wird indes eine 8 ha große Farm zum Kauf angeboten. Man bekommt hier also alles, was das Herz begehrt.
Auf der Straße und am Parkplatz stehen viele Leute, die allerhand Kram verkaufen, den kein Mensch benötigt. Viele LKWs aus dem Kongo treffen hier mit ihrer Ware ein. Eine schöne Kirche ziert die Innenstadt.




Motorradtaxis warten auf Kunden!


Direkt neben dem Shoprite befindet sich das Department of Immigration, davor kann man noch schnell ein paar eingestaubte Hemden für den Besuch erwerben :woohoo:
Wir biegen auf die D 94 ab, nachdem wir uns ein bisschen verfahren haben. Unser Navi ist hier nicht sehr zuverlässig und kennt viele Straßen nicht. Immer wieder stellen wir fest, dass das neue Upgrade diese Region noch nicht erfasst hat.


Hier entrichten wir wieder unsere Straßenbenutzungsgebühr. Wir können nur in cash zahlen.

Gegen Mittag erreichen wir Samfya am Lake Bangweulu.



Der Bangweulu Lake ist mit 75 Km Länge recht ausgedehnt und 53 Km breit. In der Regenzeit nehmen seine Maße oft zu. Hier leben drei Fischervölker, denen der fischreiche See als Lebensgrundlage dient. Mit 5-7 m ist er auch nicht sonderlich tief.





Wir checken in der Samfya Marine Beach Lodge ein. Ein Teil dieser Anlage befindet sich gerade im Umbau, aber im oberen Bereich hinter den Bungalows dürfen wir stehen. Man überreicht uns einen Schlüssel für einen Rondaval, hier können wir duschen und die Toilette nutzen. Alles ist sehr sauber und angenehm, incl. der funktionierenden Steckdosen. Die Übernachtung ist hier mit 300 Kw für zwei Personen auch noch günstig.





Manfred hängt die Hängematte zwischen die Bäume, wir chillen, lesen und schreiben Reiseberichte.


Der Weg zum Strand...


Das Wasser lädt zum Baden ein, doch Billharziose lauert auch hier, besonders an den Schilfbereichen.
Die Einheimischen stört es aber nicht...



Gegen Spätnachmittag erkunden wir das Leben am Strand, sehen den Frauen zu, die auf den frischen Fisch der Männer warten...





Kommt ein Boot an, stürzen sich die Frauen auf den Fisch und verteilen ihn. Wir konnten nicht erkennen, dass sie den Fisch bezahlen. Manche Frauen nahmen die großen Fische an sich, manche nur die kleinen.










Nicht jede Frau scheint glücklich über ihren Anteil zu sein.










Die beiden Frauen putzen den kleineren Fisch und grillen ihn an der Straße


diese Frauen warten und tauschen offensichtlich ihre Tücher.


AJC Beach Bar!
Am Strand gibt es eine neue Picknickarea mit angrenzender Bar. Alles wirkt sehr gepflegt und wartete auf Wochenendgäste.


Garten mit Grillstellen und zum Entspannen, es gibt sogar einen sehr schönen sauberen Pool.
Dies ist der absolute Kontrast zu dem Alltagsleben der Einheimischen in den Dörfern.







Nachdem man die Bar verlassen hat, wird sogar gewarnt vor den Gästen!!! :evil:
Das galt nicht uns! Wir haben es geschafft aufrecht zurückzukehren. :blush:




Hübsche Frauen stehen oder liegen als Model bereit...




und glückliche Kinder spielen im Sand


Vögel am Strand und Muscheln beherbergt der See auch







Das Gebäude im Hintergrund ist fertiggestellt und wird vielleicht mal als Restaurant genutzt , wir erfuhren nicht, wofür es gebaut wurde.
Dieser ganze Strandabschnitt wird modernisiert und für Gäste hergerichtet. Jetzt herrscht hier keine Saison, aber ab Oktober erwartet man Touristen, vorwiegend Einheimische.

Die Bevölkerung ist hier genauso neugierig wie wir. Immer wieder bleiben die Einheimischen am Zaun stehen oder betteln uns sogar an. Außerdem sind sie über unsere Kochweise erstaunt. Am Auto kochen!


Heute gibt es ein Pfannengericht mit den Resten vom Vortag

Der Caretaker vertreibt die Menschen immer wieder, außer uns sind noch ein paar Rondavals belegt und andere Gäste hier. Bis 21.00 Uhr schalt deshalb auch von der Camp-Bar die Musik hoch.
4 Nachtwächter sichern das Gelände und alle stellen sich uns vor. Wir haben ein bisschen das Gefühl, dass alle am nächsten Tag ein Trinkgeld erwarten.

Alles in Allem war es ein netter Aufenthalt, besonders zum Entspannen ist dieser Abschnitt geeignet.

Biggi


PS Ich muss zur Arbeit, es geht bald weiter (Info für Picco!) :kiss: Hat sich erledigt!
Anhang:
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09 Dez 2022 08:53 #657271
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Durch die Bangweulusümpfe zum Kasanka NP

Gegen 7.45 Uhr verlassen wir die Lodge. Viele Bewohner des Dorfes sind bereits mit ihren Körben auf dem Weg zum Markt. Die Fischer versuchen bereits ihr Glück.



Ein paar leerstehende Lodges zieren den Strand. Jetzt ist auch keine Saison. Dennoch fragen wir uns, wer sind die Gäste? Manche Einrichtungen wirken verwahrlost, manche scheinen sich noch im Aufbau zu befinden.

Das Zentrum von Samfya befindet sich noch 3 km weiter. Der Ort ist allerdings wenig attraktiv, es gibt viele kleine Läden. Noch hat sich hier keine Supermarktkette niedergelassen.


Ein einladendes Restaurant?


Umschlagplatz!

Eindrücke aus dem Ort...


Möbelhaus! ;)


Wir suchen die Bank und fahren in die Straßen außerhalb des Zentrums






Schönheitssalon! ;)


Straßenverkauf

Dann verlassen wir den Ort und ahnen nicht, dass wir bald wieder zurückkommen müssen.
In Samfya gibt es keine Tankstelle, die befindet sich 10 km außerhalb an der Durchgangsstraße nach Mansa. Das ist auch kein Problem, da wir sowieso zurückfahren müssen, Samfya ist eine Sackgasse.
Wir tanken und wollen mit Kreditkarte zahlen. Wie so oft in diesen Regionen, funktioniert das Gerät nicht, weil kein gutes Netz vorhanden ist. Nur die Fischernetze scheinen gut zu sein :evil:
Ich muss unsere letzten Kwacha zusammenzählen. Es reicht gerade so.
Nun sind wir mittellos und es gibt keine Bank in diesem Bereich. Wir müssen nach Samfya zurück. Mitten im Ort gibt es erst seit ganz kurzer Zeit einen ATM. Viele Menschen haben kein Konto oder zahlen mit ihrem Handy. Western Union betreibt oder betrieb hier eine Filiale. Die Straßenschilder zeigen auf einen Hinterhof. Es wirkt nicht vertrauenswürdig.
Aber: Die Atlasmara Bank verfügt über zwei ATMs. Ich stecke meine Karte in den ersten Automaten und will 4000 Kw ziehen. Die Höhe dieses Betrages war in Sambia bisher kein Problem. Die ATMs der Banken zahlten das Geld aus.
Auch dieser Automat zählt das Geld; einmal, noch einmal und noch einmal. Man kann es deutlich hören. Dann plötzlich „Sorry, out of order“. Wer kennt diesen Spruch nicht von irgendeinem Automaten in Afrika? Ja, aber der ATM zählte doch das Geld! Offensichtlich war nicht mehr genug Geld vorhanden, finde ich eine Erklärung für mich.
Zum Glück spuckt er meine Karte aus. Ein Mann in einem Anzug tritt zu mir und erklärt, dass der Höchstbetrag bei 3000 Kw liege, ich solle den anderen Automat nutzen. Woher weiß der Unbekannte, dass ich 4000 Kw eingegeben habe? Jetzt ist nicht die Zeit darüber nachzudenken.
Der andere Automat zahlt tatsächlich die 3000 Kw aus. Ich warte noch einen Moment auf meine Quittung, die aber nicht erscheint. Während ich zum Auto zurückgehe, beobachtet Manfred, wie ein weiterer Herr etwas vom Boden aufhebt und dann Geld zieht. Eigentlich ist das gar kein Problem, doch irgendwie erscheint uns die Situation komisch. Ich fotografiere die Bank mit den Menschen davor, vielleicht benötige ich dieses Foto noch. Man weiß nie, was noch kommt.
Wir stellen später fest, dass auf der Quittung bis auf die mittleren vier, alle Kreditkartenummern auftauchen. Das beunruhigt mich doch sehr. Aber noch nicht heute.



Wir verlassen nun endgültig Samfya. Wenig später erhalte ich die Nachricht meiner Bank, dass ich erfolgreich 3000 Kw abgehoben habe. Alles scheint gut zu sein. Es hat aber nur den Anschein.
Die nächsten Tage sind wir ohne Handyempfang, das ist sehr unglücklich. Warum? Ja, die Bank!
Wir fahren jetzt in Richtung Süden, über die D 451 und später ab Milenje über die D 235. Leider kennt unser Navi diese Strecke wieder einmal nicht und will uns ständig umleiten. Gutes Zureden hilft nicht, streicheln auch nicht, wir bleiben hartnäckig und setzen unseren Weg fort. Dann eben nur mit Papierkarte, das ging früher auch.
Die ersten 100 Km sind sogar recht gut, wenig Schlaglöcher, ein paar Dörfer und dann folgen 50 Km Sand-Loch-Piste, teilweise ganz ohne Teerbelag. Links und rechts des Weges brennt es immer wieder, obwohl es sehr feucht ist, an der Grenze zu den Bangweulu Sümpfen.










An den Stellen, an denen man sowieso langsam fahren muss, stehen die Frauen mit ihrem Fisch - ganz geschickt! :woohoo:






Auch auf der Brücke werden Autofahrer zum Kauf gebeten
Eine 4 km lange Brücke kündigt die Sümpfe an.








Umgeben von viel Wasser und den Sümpfen

Soweit das Auge reicht, erblickt man nur Sumpf, teilweise unterbrochen von kleinen Palmeninseln.








Endlose Termitenfelder befinden sich ebenfalls in dieser Region.











Hier leben Menschen in einfachen Hütten und haben sogar ein „Dorf“ errichtet. Ich bin sehr beeindruckt, wie man hier nur leben kann. Die Menschen bieten uns immer wieder Fisch an, mal frisch, mal getrocknet.
Welch ein Leben in dieser tristen feuchten, von Mücken verseuchten Umgebung? Die Menschen leben von Mai bis September in temporären einfachen Hütten, um vom Fischfang und Jagen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. In der Regenzeit ziehen sie zurück in ihre Ursprungsdörfer und bauen Cassava an, eine Maniokwurzel.


Während der Pause erwischte ich diesen Vogel, leider war er sehr unruhig und gar nicht fotogen.
Wir halten immer wieder an, um ein paar Fotos zu machen oder um einen Cappu zu kochen. Es gibt hier hin und wieder Parkplätze. Die Menschen sind hier weniger mit Rädern unterwegs, als mehr zu Fuß. Sie laufen mal eben 10-15 Km. Es ist für uns ganz faszinierend, wie ihr Leben abläuft. Auch während unserer Pause rennt ein Halbmarathonläufer grüßend an uns vorbei.






Die Menschen leben hier an der Straße mit Märkten, Friseuren , wie in einem Dorf irgendwo in Sambia... wir konnten aber keine Schule entdecken.

Unser heutiges Ziel ist der Kasanka NP. Er ist bekannt für seine Bat Migration von Oktober bis Dezember. Für uns ist es nur ein Stop-over auf dem Weg. Wir hoffen die seltenen Sitatungas zu sehen.



Die National-Parkgebühren sind in Sambia fast überall gleich, wir zahlen für zwei Tage 1295 Kw. 12 Kilometer weiter im Park befindet sich die Wasa Lodge, hier entrichten wir die Campinggebühr, die sich auf 15 US$ pP beläuft.


Rezeption der Wasa Lodge



Die Ponton-Campsite liegt noch einmal weitere 10 Kilometer entfernt. Einige Caretaker weisen uns die CS 2 zu.




Dusch- und Toilettenhäuschen


Gut versorgt durch die Caretaker
Wir haben viel Glück und können direkt auf eine Wiese vor einem Schilfgürtel blicken, auf dem sich viele Pukus. Nilpferde und auch tatsächlich Sitatungas befinden.


Die CS sind ganz nett mit einem Schattendach (Shelter), Duschen, die extra erwärmt werden und Toiletten ausgestattet sind. Hinter der dritten CS befindet sich ein Hochsitz, der den Blick auf die „Wiese“ von oben her freigibt. Leider wächst das Schilf aber unaufhörlich weiter und müsste für eine bessere Aussicht geschnitten werden.







Die CS 1 ist von einer niederländischen Familie bewohnt. Es ist der Eigentümer von Kekhole Reisen aus den Niederlanden. Wir kommen ins Gespräch, da er unseren Wagen erkennt. Auch er hat einen Wagen von Bushlore gekauft.

Wie unser Tag dort aussieht.... demnächst

Biggi
Letzte Änderung: 09 Dez 2022 16:33 von tiggi.
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11 Dez 2022 16:37 #657385
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Kasanka Nationalpark

Der heutige Tag ist unspektakulär. Nach dem Aufstehen erfolgt ein erster Blick auf die Sumpfwiese vor uns.


Zwei Sitatunga beim Schmusen...


oder beim Frühstück
ich freue mich über diese Antilopen, immer wieder erscheinen ein paar aus dem Schilfgewächsen.





Wir faulenzen, fahren dann ein bisschen durch den Park. Es brennt wieder in verschiedenen Bereichen, Tiere sehen wir kaum. Auf den Chikutwe Plains steht das Gras 2,5 Meter hoch und lässt kaum eine Tierbeobachtung zu.


Wir befürchten, dass sich viele Grassamen im Kühler sammeln und drehen lieber um. Es lohnt sich nicht, da keine Tiere zu sehen sind.


Die Wälder sind von Tsetsefliegen verseucht. Es ist kaum möglich auszusteigen ohne gebissen zu werden.
Nach 16 Km erreichen wir die Luwandwe Lodge. Sie steht leer und sieht nicht sehr einladend aus. Hier versammeln sich im Frühjahr die Birder.




Die Luwandwe Lodge liegt am Fluss, aber Vögel zeigten sich gerade keine.
Die Kabwe Campsite ist ebenfalls unbewohnt und verwaist. Saison ist hier nur, wenn die Flughunde unterwegs sind.





Wir kehren auf unsere schöne Campsite zurück. Unser eigenes Buschböckchen erscheint heute sogar mit dem Nachwuchs auf der Campsite.




Am Nachmittag fahren wir noch einmal eine kleine Runde, viele Pukus und Hippos sehen wir.


Die Pukus haben ein so kuscheliges Fell, dass man sie gerne streicheln würde.








Neugierig werden wir beäugt!


Die Hippos sind extrem schreckhaft und verschwinden, als wir uns nähern. Sie tauchen lieber ab!



Wieder auf unserer Campsite, ersteigen wir den Hochsitz. Die Wiese wird von den Pukus belegt, nach und nach tauchen aber auch wieder die Sitatungas auf.






Ein wunderschönes Pärchen ist auch dabei! :kiss:


Auch ein Hippo wagt sich aus dem Sumpf.


Unsere Betreuer sind immer zur Stelle und fragen nach, ob die Dusche erwärmt oder das Abendfeuer entzündet werden soll.
Holz wird hier angeliefert und ist im Preis inkludiert. So genießen wir wieder einen stillen Abend mit den üblichen Dschungelgeräuschen. Vor allem die Affen sorgen immer für ein lautes Spektakel.

Biggi
Letzte Änderung: 11 Dez 2022 16:55 von tiggi.
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15 Dez 2022 16:40 #657634
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Kasanka-Serenje-Lusaka

Die Nacht war sehr kalt, um 6.30 Uhr haben wir gerade 6°C beim Frühstück. Eine gute Stunde später verlassen wir die Campsite und sind bald auf der Route in Richtung Serenje und weiter zum Forest Inn. (250 Km). Auf dem Weg aus dem Park sehen wir überall die Hinterlassenschaften der Elefanten, in der Nacht haben sie auch einen Baum quer über unseren Weg gelegt. Leider ist von den Tieren nichts mehr zu sehen.



Ein letzter Plausch mit den Angestellten, die wissen wollen, wie es uns gefallen hat.

Ein paar Frauen bieten Bananen an, dann starten wir. Sie kommen aus den einfachen Holzhütten, die sich im Wald um den Park befinden.
Hier herrscht wieder ein ganz anderer Baustil, als die Lehmhütten an der kongolesischen Grenze oder die Strohhütten in den Sümpfen. Das Baumaterial stammt aus der jeweiligen Umgebung. Wie praktisch das doch ist.





Kurz vor Serenje tauchen wir wieder in die Zivilisation ein.
Plötzlich haben wir auch einen Netzempfang und mein Handy meldet eine neue Nachricht meiner Bank. „Erfolgreich wurden 4000 Kw abgehoben! “ So ein Mist! Dann war der ATM in Samfya doch manipuliert“, schießt es mir durch den Kopf. Wir versuchen unseren Sohn zu erreichen, der meine Kreditkarte sperren lässt. Es beunruhigt mich schon, nicht zu wissen, was noch vom Konto abgebucht wurde. Die Bank erteilt unserem Sohn keine weiteren Auskünfte. Erst viel später sollen wir erfahren, dass die ganze Aufregung umsonst war.


Den Hinweis auf einen "African Doctor" sahen wir auffallend häufig im Norden Sambias. Der Sangoma scheint noch eine große und wichtige Rolle zu spielen.

Wir erreichen recht früh das Forest Inn und werden den Nachmittag zum Wäschewaschen nutzen. Heute stehen wir alleine auf der Campsite.



Zum Abendessen besuchen wir das wirklich empfehlenswerte und gute Restaurant. Wir lassen es uns gutgehen und tun mal wieder nichts weiter.




Der Burger steht kopf, aber er schmeckte, Manfreds Steak war gut und der Malvapudding mit dem Vanilleeis sowieso.




Die Hütte für die Camper ist purer Luxus und noch gemütlich für die Abende!
Morgen fahren wir nach Lusaka, das wird noch ein aufreibender Tag werden.

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15 Dez 2022 17:25 #657639
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Lusaka und die ko... Polizei!
Heute geht es bis Lusaka. Wir haben eigentlich täglich kurze und entspannte Streckenabschnitte; bis auf den mordsmäßigen LKW-Verkehr, die vielen Schlaglöcher und Spurrillen. Bis Kabwe führt uns heute die Straße sehr gut, dann folgen 90 Km tiefe Spurrillen und ab und an fehlt der Teerbelag ganz, so dass kleine Vertiefungen entstehen. Bis Lusaka sind die Straßen sonst gut. Es zieht sich natürlich, da die Stadt sehr langgestreckt ist.


Unterwegs


Polizeicheckpoint


Parkplatz?


Menschen an der T2



In Lusaka beschließen wir noch zur Manda Hill Mall zu fahren und werden auf dem Weg dorthin von der Polizei angehalten. Wir sind an einem U-turn abgebogen. Es gab kein Verbotsschild und dennoch wird uns unterstellt, dass wir falsch gefahren sind. Nachdem ich der Polizistin erkläre, dass an dieser Kreuzung kein Verbotsschild steht und sie sich auch noch einmal von der Situation vergewissert hat, sollen wir weiterfahren. Plötzlich springt aber ein reiferer Polizist hervor, stellt sich als Vorgesetzter vor und verlangt Manfreds Führerschein. Manfred wird laut und regt sich auf. Wir müssen eine Strafe zahlen, erklärt er uns. Lange Diskussionen nützen nichts. Wir sollen ihm 200 m bis zur Polizeistation folgen. Er macht die Straße frei und lenkt uns durch den Verkehr. Dabei stellt er ein Hindernis da. Im Hof der Polizeistation stellt er einen Strafzettel aus und möchte 750 Kw haben. Ich erkläre ihm, dass wir nicht so viel Geld bei uns führen. Woraufhin er schnell eine Kontonummer notiert, wir möchten das Geld bei der Post einzahlen. Als ihn frech frage, ob es sich um seine private Kontonummer handelt, wird er plötzlich sehr zahm und streicht die Nummer durch. Ich lasse mir erklären, welches Vergehen er uns nun unterstellt. Wir sollen jetzt nur noch 450 Kw zahlen. Die 300 Kw waren für den „bad man“, so bezeichnet er Manfreds Wutausbruch. Danach erklärt er, wir sind gefährlich (dangerous driving) gefahren. Ich frage wieder nach Erklärungen, dann heißt es plötzlich, schließlich hätten wir keine Maske im Auto getragen. In Sambia herrscht keine Maskenpflicht im eigenen Auto. Ständig folgen immer neue Vorwürfe.
Inzwischen ärgert sich der Polizist vermutlich schon über meine ständigen Fragen. Im Hof der Polizeistation warten und laufen viele Polizisten umher. Manfred nutzt indessen die Zeit und versucht weiteren Kollegen die Situation zu erklären, dass dieser Polizist korrupt ist und das sei strafbar in Sambia. Auf einmal versteht niemand Englisch und alle verschwinden. Sie hören nicht mehr zu.
Plötzlich dreht sich der erste Polizist zu mir um und fragt, wie viel Geld ich denn geben würde, wenn Manfred seinen Führerschein zurückerhält. Es ist eine Frechheit, was hier abläuft. Dem Polizisten erkläre ich, dass wir nur wenig Bargeld bei uns haben, da ich alles mit Karte zahle. Ich zeige ihm 150 Kw (8-9 €), die nimmt er und reicht den Führerschein zurück. Dann verschwindet er so schnell, dass ich ihm nicht mehr folgen kann. Ein absolut korruptes Volk! :evil: :evil: :evil:
Die Situation zeigt einmal wieder, dass man gar keine Chance hat, wenn die Polizei die Papiere einkassiert. Was hätten wir tun sollen? Es war so offensichtlich, dass der Polizist seine Macht ausspielte und seine Kollegen kuschen. Ich war so wütend!
Wir machen uns nun schnell auf zur Manda Hill Mall.
Aber heute stimmt hier etwas nicht. Das gab es noch nie… alles ist voll. Wir gelangen gar nicht auf das Parkdeck, lange Staus und viele Menschen sind unterwegs. Es ist ein Feiertag. Gegenüber im Park findet eine Art Kirmes statt.
Wir warten geduldig auf einen Platz und gehen dann zum Einkaufen. Es ist voll in der Mall, Kinder mit Katzengesichtern, Luftballons und Helikopterrundflüge gibt es.
Nach einem Cappu und diversen Einkäufen später, verlassen wir die feierlustige Gesellschaft fahren aus Lusaka hinaus zum Casa Lukasa, eine nette Unterkunft außerhalb des Zentrums.



Harry und seine Lebenspartnerin Gerke stammen aus den Niederlanden und haben vor vielen (ich glaube er sagte 10) Jahren dieses Grundstück gekauft und ein Gästehaus gebaut. Seit 4 Jahren betreuen sie Gäste in ihrem B&B oder auf der Campsite. Für die Camper gibt es neben Duschen, Toiletten, eine Waschküche mit Bügelbrett und eine sehr einladende Braai-Area. Wir werden gleich von der Französin Charline mit einem Küsschen begrüßt. Sie ist 34 Jahre alt und reist alleine von Südafrika nach Europa.
Harry und sein Papagei stehen auch zur Begrüßung bereit.



Woww! Hier ist es schön und wir treffen auf so nette Leute, dass wir den Aufenthalt gleich um einen Tag verlängern.
Ein Schweizer Paar, seit 7 Jahren auf Weltreise, die 34-jährige Charline, die allein durch Afrika reist, eine Marokkanerin, die mit einem Franzosen unterwegs ist und ein italienisches Paar auf Weltreise sowie ein südafrikanisches Paar lernen wir hier kennen.
Wir kommen kaum dazu, einen Stellplatz zu suchen, weil wir alle Gäste begrüßen müssen und uns jeder in ein Gespräch verwickelt.




Braaicorner


Wohnzimmer, Bar und neben an eine Küche, alles Gemeinschaftseinrichtungen

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Casa Lukasa Campsite
Pooltag. Den nächsten Tag verbringen wir hier gemeinsam. Man tauscht seine Erfahrungen und Erlebnisse aus, man bastelt am Auto oder schreibt Mails.



Am Abend sitzen wir alle an einer langen Tafel und Gehrke hat für alle gekocht. Es ist so ein wunderbarer Abend mit so netten Menschen.








Zu finden ist dieser Platz u.a. über die I-Overlander -App. Wir zahlen hier 20 US$ für 2 Personen pro Nacht.

Lower Sambesi Nationalpark

Vor unserer Abreise lernen wir noch Pärchen aus GB kennen, die beiden wollen so wie wir in den Lower Sambesi NP. Der junge Mann erzählt, dass seine Eltern eine Lodge im Kafue mit einem sehr schönen Campingplatz betreiben. Na, mal sehen – denken wir. Der Kafue ist nicht unbedingt eingeplant., aber das lässt sich noch ändern. :kiss:

Wir haben aber jetzt eine Reservierung für die Mvuu Lodge Campsite im Lower Sambesi NP.
Zuvor genießen wir noch das große Angebot des Pick`n Pay in der nahegelegenen Makeni Mall, tanken und Bargeld ziehen. In ganz Sambia konnten wir keinen Feta bekommen, hier ist ein wirklich gutes Angebot zu finden. Verschiedene ATMs gibt es auch, u.a. ist hier eine indische Bank vertreten, die keine Gebühren berechnet.
Das Café in der Makeni Mall hat ganz ausgezeichnete Torten und den bestimmt besten Cappuccino in ganz Sambia.

Dann geht es nach Süden über die T2 Escarpmentroad.



Die Escarpmentroad hat ein paar Löcher, aber wir hatten sie viel schlimmer in Erinnerung, auch liegen deutlich weniger LKWs am Straßenrand als noch 2017. Vor 5 Jahren waren wir zuletzt in dieser Region unterwegs.


Stau in Kafue
Inzwischen wurden viele große Parkplätze eingerichtet mit kleinen Restaurants oder Cafés und Reparaturwerkstätten. Kurz vor Chirundu befindet sich ein Pfannenkuchenhaus am „Oasis“. Hier stoppen wir kurz.



Zwei Polizeicheckpoints befinden sich auf dem Weg nach Süden zwischen dem Ort Kafue und Chirundu und manchmal wird auch die Geschwindigkeit überwacht, es wird geblitzt. Wir sind netterweise jedes Mal durch die LKWs gewarnt worden und haben dieses Jahr keine Strafen zahlen müssen.
Neue Tankstellen sind schon fertig, zwei weitere befinden sich im Bau. 2014 standen die Einheimischen mit Kanistern am Straßenrand und versuchten etwas Treibstoff zu verkaufen. Diesen Menschen wurde nun die Einnahmequelle genommen. Einige versuchen es trotzdem noch.
Chirundu ist nun auch an die großen Supermarktketten angebunden und ein Shoperite bietet seine Waren an. Vor 8 Jahren konnten wir nur ein paar Tomaten und Zwiebeln an einem Straßenstand kaufen.







Die Gravelroad von Chirundu zum Lower Sambesi NP ist inzwischen auch schon geschoben und begradigt. Die ersten 30 Km sind außerdem deutlich verbreitert worden. Ab dann wird es wieder schmal, sehr staubig und uneben. So wie wir die Straße kennen.
Viele einfache Hütten sind aber inzwischen den festeren Häusern gewichen.
Gegen Mittag erreichen wir die Mvuu Lodge und erhalten unseren Wunschplatz direkt am Sambesi.
Wir genießen einen faulen Nachmittag am Sambesi. Hier könnte ich einfach nur so herumsitzen und aufs Wasser schauen. Elefantenbesuch ist sicher, aber auch Buschböckchen und Hippos kommen zum Grasen.








Den nächsten Tag wird weiter gefaulenzt, Tiere und das Wasser beobachtet.

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