THEMA: 100 Tage quer durch das Südliche Afrika
08 Jan 2022 15:11 #634067
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  • Luigi15 am 08 Jan 2022 15:11
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Super, Hanne, wenn du mit dabei bist, ich hoffe, es gibt viele interessante Details für dich. Danke für die Wünsche, habe die Feiertage in Salzburg verbracht - kurzer Städtetrip.
glG Peter
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08 Jan 2022 16:49 #634071
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  • Enilorac65 am 08 Jan 2022 16:49
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Hallo Peter, 100 Tage, ein Traum! Da fahre ich sehr gerne auch mit!
Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
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08 Jan 2022 19:38 #634085
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  • Luigi15 am 08 Jan 2022 15:11
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Super, Caroline, dass du uns begleitest... ich hier kommt nun auch schon der Bericht über unsere Anreise zum ersten Quartier. Dann geht`s auch mit den Bildern los...
Beste Grüße, Peter
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08 Jan 2022 19:50 #634087
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  • Luigi15 am 08 Jan 2022 15:11
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Reisetage 1 und 2 (2. und 3. August 2021) – Afrika, wir kommen

Christian ist ein Technik-Freak. Anders kann man das nicht nennen, denn schon Wochen vor dem Start unserer Reise berichtet er mir in kürzeren Abständen, welche GPS Tracker, welche Ladekabel, welche LED-Lampen und vor allem welche Objektive unbedingt mit in das Gepäck müssen. Er plant alles bis ins letzte Detail. Wir fotografieren beide seit Jahren mit einer Canon-Ausrüstung, können also im Notfall gegenseitig Hilfestellung geben – ein nicht zu unterschätzender Vorteil während einer Reise. Zudem ist Christian gelernter Auto-Elektriker – sein Wissen und seine Tatkraft diesbezüglich hat er schon mehrfach unter Beweis gestellt, auch einem meiner Autos hatte er auf einer gemeinsamen Reise durch Island schon einmal Leben eingehaucht…

Es sind aber weder die Fotoausrüstung noch sein Talent, Autos wieder in Gang zu setzen, die mich dazu bewogen haben, ihn zu fragen, ob er einen Teil meiner diesjährigen Afrika-Reise mit mir bestreiten will – vielmehr ist es eine jahrzehntelange Freundschaft, die uns irgendwie zusammengeschweißt hat. Seit Jahren unternehmen wir gemeinsame Wanderungen und Reisen, zwei Mal war er auch schon mit mir in Namibia und Botswana unterwegs – Südafrika ist aber (ausgenommen die Panorama-Route, Pilanesberg und der Kruger NP) bisher ein weißer Fleck auf seiner Landkarte. Das ist ein Grund, weshalb wir gemeinsam die Route ausgearbeitet haben, die unter „Teil A“ angeführt ist.

Das Hauptaugenmerk dieser Reise wurde – neben der Tierwelt – auf die unterschiedlichen Landschaften gelegt und dabei wieder auf Regionen, in denen auch Wanderungen möglich sind. Es war also bald klar, dass die Karoo, die Cederberge und die Wildblumenblüte im Namaqualand zentrale Themen sein sollten. Für mich war wichtig, den Marakele NP und den Mokala NP zu besuchen, Nationalparks, in denen ich bisher noch nicht war. Den Großraum Kapstadt haben wir bewusst weggelassen – einerseits, weil der August nicht der ideale Reisemonat dafür ist, andererseits wollten wir Menschenansammlungen möglichst meiden…
Die Tage vor unserer Abreise waren geprägt von den schrecklichen Bildern der Ausschreitungen in Südafrika, neben den COVID-Zahlen ein Grund, weshalb bei mir irgendwie keine wirkliche Reiselust aufkommen wollte. Ich rechnete bis zuletzt damit, diese Reise nicht antreten zu können und damit eine gewaltige Enttäuschung zu erleben.
Wir hatten nach Johannesburg einen Flug mit Lufthansa in der Premium Economy gebucht. Da es von Wien keine Direktflüge zu dieser Destination gibt, war eine Umsteigeverbindung ohnedies unumgänglich. Kurz vor Reiseantritt wurden Namibia, Botswana und Südafrika vom RKI zu „Virus-Variantengebieten“ ernannt und die Rückreise über Frankfurt somit merklich erschwert (Stichwort „Transportverbot“). Für mich sah ich kein Problem, denn mein Rückflug sollte erst Mitte November stattfinden – genügend Zeit, nicht nur dem Virus eine neue Mutation zuzugestehen, sondern auch den Politikern und/oder Virologen, die COVID-Regeln zwischenzeitlich mehrmals zu adaptieren…
Wir ersuchten trotzdem beide um eine Umbuchung des Rückfluges auf die SWISS über Zürich, was auch anstandslos durchgeführt wurde!

Am 2. August ist es schlussendlich so weit – um 15:00 Uhr treffen wir uns am Flughafen, um einzuchecken. Am Schalter der Austrian gilt es gleich eine erste Hürde zu überwinden – ich reise ohne Visum für Südafrika, habe meinen Rückflug aber mehr als 90 Tage nach Einreise… Ich zeige mein Flugticket für den Flug nach Namibia vor, das ich für Teil C meiner Reise im Vorfeld gebucht hatte und erkläre, dass ich in Summe nicht länger als 80 Tage in Südafrika bleiben werde – trotzdem ist ein Anruf bei Lufthansa in Frankfurt nötig, um eine Bordkarte zu bekommen. Nach einer längeren Wartezeit ist es dann geschafft, wir erhalten die Bordkarten für Flug OS 125 von Wien nach Frankfurt und gleich auch die für den Weiterflug mit LH 572 aus Frankfurt nach Johannesburg.
Zur Beruhigung nach diesem ersten Schockmoment gönnen wir uns ein kleines Bier…
Der kurze Flug von Wien nach Frankfurt verläuft ohne Probleme, wir landen überpünktlich in der Main-Metropole. Wir haben mehr als ausreichend Zeit, denn der Weg zu Gate Z 54 ist kurz, es gibt dazwischen auch keine weiteren Kontrollen.
Vor dem Boarding für den Langstreckenflug müssen alle Passagiere ihre PCR-Tests vorweisen – schon dabei fällt uns auf, dass wir heute keinen Platzmangel in der riesigen Maschine haben werden. Während das Flugzeug aus Wien noch fast bis auf den letzten Platz gefüllt war, befinden sich in der Boing 748 nach Johannesburg laut Durchsage der Purserin lediglich 149 Personen, zwei weitere teilen sich mit uns beiden die Premium Economy Sitze…

Der Flug ist aufgrund des erhöhten Sitzkomforts gut zu ertragen, nach etwas mehr als 10 Stunden landen wir (gut gekühlt) um 8:28 Uhr morgens in Joburg – endlich wieder zurück in Afrika, es kommt bei mir erstmals so richtig Vorfreude auf die Reise auf.
Die Einreise verläuft rekordverdächtig schnell: Vom Flugzeug geht es den langen Gang entlang zur Immigration, wo die „Gesundheitsfragebögen“ abgesammelt werden. Wir haben das A4-Blatt bereits zuhause ausgedruckt, eine Fleißaufgabe, denn es wurde auch im Flugzeug nochmals verteilt. Das Blatt wird zwar abgesammelt, aber defacto ignoriert und auf einen Stapel anderer Formulare gelegt. Da nur wenige Passagiere in der Maschine sitzen und wir offenbar die einzigen sind, die eben eingetroffen sind, gibt es keine Wartezeiten. Obwohl nur drei Officer in ihren Kojen sitzen, erhalten wir umgehend den Stempel in den Pass – nun sind wir wirklich angekommen…
Jetzt noch die wenigen Meter zu den Gepäcksbändern und auch hier geht alles glatt: Unsere Koffer sind bei den ersten, die hinter dem Plastikvorhang auftauchen! 22 Minuten, vom Ausstieg aus dem Flugzeug bis zum Betreten der Ankunftshalle – und das inklusive dringend nötigem Boxenstopp – das kann sich sehen lassen. Der Flughafen in Johannesburg wirkt auf uns heute wie ein kleiner Provinzflughafen, es sind kaum Passagiere da, dementsprechend natürlich auch wenige Personen, die sich rund um die riesige Statue von Oliver Reginald Tambo (nach ihm ist der Flughafen benannt) gruppieren, um jemanden abzuholen. Das wiederum hilft uns, den Fahrer von Bushlore leichter zu finden, der uns zu unserem vorreservierten Leihauto nach Midrand bringen wird.
Wir laufen noch kurz in den ersten Stock hinauf, wo wir etwas Bargeld aus einem der Automaten ziehen – hier ist es noch ruhiger als auf der Ankunftsebene und ich habe immer ein besseres Gefühl, wenn nicht so viele Menschen rumstehen, wenn ich Geld ziehe. Dabei fallen mir auch die aufgestellten Boxen auf, in denen Antigen- und PCR-Tests abgenommen werden – gut zu wissen, denn ich werde später wieder hierherkommen.

Ausgestattet mit Bargeld bringen wir unser Gepäck zum Transferauto. Nach rund 30 minütiger Fahrt auf der R24 und M39 erreichen wir die Zentrale von Bushlore im Johannesburger Stadtteil Midrand. Wir erledigen die notwendigen Formalitäten und stehen wenig später vor „unserem“ Auto, einem Toyota Hilux, der exakt 73608 km auf dem Tacho aufweist – ein „gut eingefahrenes Auto, das uns keine Probleme bereiten wird“, wie wir erfahren können.
Christian wirft sofort einen Blick unter die Motorhaube, ich kontrolliere, ob gröbere Lackschäden oder Dellen zu sehen sind, kleinere Kratzer werden hier ja nicht beachtet – „this is a car for the bush…“ ok, dieser Satz wird auch uns in den Nationalparks helfen! Wir haben bereits im Vorfeld eine Kühlbox geordert und kontrollieren, ob die Anschlüsse passen. Da wir keine Mängel erkennen können, verlassen wir um 10:40 Uhr das Gelände von Bushlore – natürlich nicht, bevor Christian auch sein aus Wien mitgebrachtes Navi angeschlossen hatte, in dem er schon zuhause alle GPS-Koordinaten unserer Unterkünfte eingespeichert hatte. Da im Hilux aber ohnehin ein Navi fix eingebaut ist, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir nicht verloren gehen werden…

Um 13:40 Uhr fahren wir nach einer unspektakulären Fahrt über Brits und die R511 in Thabazimbi ein. Die Sonne strahlt mit uns um die Wette und taucht die Abraumhalden der ehemaligen Eisenminen in ein ganz eigenartiges Licht. Wir stoppen an der Thaba-Mall, um uns mit Getränken einzudecken, zudem trinken wir im „Cappuccinos“ einen hervorragenden Cafe und lassen die besondere Stimmung auf uns einwirken. Angekommen in Südafrika, endlich wieder zurück, müde, aber voller Vorfreude! Wir sind erstaunt, dass bei Betreten des Lokals die Körpertemperatur gemessen wird, zudem müssen wir uns registrieren. Dieses Prozedere werden wir in den nächsten Wochen noch oft erleben – wir sind irgendwie beruhigt, dass auch hier Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, wir wussten nämlich nicht, was uns diesbezüglich erwarten würde… Erstaunt sehe ich, dass die meisten Personen sogar auf der Straße Maske tragen, oft auch dann, wenn sie nur zu zweit unterwegs sind.
Ich werde in weiterer Folge das Thema COVID in meinem Bericht aber ausklammern – es beherrscht ohnedies unser aller Leben seit viel zu langer Zeit!

Nach diesem ersten Einkaufsstopp fahren wir direkt zur nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt gelegenen ersten Unterkunft, zum Marula Cottage. Wir finden das kleine, rote Schild, das auf das Guest-House hinweist und biegen von der Hauptstraße auf einen Schotterweg ab, der bald zu einer Sandpiste wird, wo eine gewisse Bodenfreit von großem Vorteil ist. Man benötigt zur Zufahrt kein Allrad-Fahrzeug, aber die Piste ist doch einigermaßen holprig! Bald stehen wir vor dem Gittertor und werden von Monika eingelassen, die das Auto natürlich wahrgenommen hat – rundherum ist nämlich nichts, nur Stille…

Achtung: Ich werde in meinem Bericht die von mir / uns besuchten Unterkünfte natürlich kurz vorstellen. Ich lege aber Wert darauf, dass ich hier keine Werbung für irgendwen/irgendwas mache. Ich bin kein Influencer, der auch nur in eine der gebuchten Unterkünfte eingeladen wurde. Ich werde die Hotels, Gästehäuser oder Lodges so beschreiben, wie ich sie wahrgenommen habe – Positives ebenso wie Negatives erwähnen. Es ist mir durchaus bewusst, dass andere Reisende ein komplett konträres Bild einer Unterkunft haben können!

Das Marula Cottage ist ein kleines Guest-House, das nur über wenige Zimmer verfügt. Es liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Thabazimbi und dem wenige Kilometer entfernt gelegenen Marakele Nationalpark. Für mich stellt es eine ideale Unterkunft dar, wenn man nicht in einem der Parkcamps übernachten kann/will. Das Guest-House wird von Monika (einer ausgewanderten Deutschen) und ihrem Mann Dave geführt.





Neben dem Frühstück kann man bei Monika auch Abendessen ordern – sie bereitet die Speisen frisch zu und achtet streng auf gesunde, frische Zutaten. Die Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet, man findet keinen Luxus vor, aber durchaus Behaglichkeit. Auf der Terrasse vor dem Haus gibt es einen kleinen Pool, im August war das Wasser aber zu kalt… Der große Marula Baum gibt dem aus Steinen erbauten und mit Reet eingedeckten Gebäude seinen Namen. Neben drei Hunden (inzwischen sind es sogar fünf) gibt es hier nach Einbruch der Dämmerung eine große Zahl an Buschbabies, die von Dave mit Bananen gefüttert werden. Es ist wirklich ein Highlight, diese putzigen Primaten aus nächster Nähe beobachten zu können… Sie bewegen sich enorm schnell zwischen den Ästen – deshalb gibt es leider kein gutes Bild… Von der Terrasse aus sieht man wunderschön das Ziel des kommenden Tages, die Berg-Silhouette des Marakele Nationalparks!



Den restlichen Nachmittag und den Abend verbringen wir im Guest-House, unterhalten uns mit Monika und Dave und gönnen uns das ein oder andere Bierchen - langsam realisieren wir, dass eine Nacht im Flugzeug ein Bett nicht ersetzen kann. Wir genießen noch ein leichtes Abendessen und beobachten dabei die Galagos, die über uns turnen. Bald fallen wir jedoch todmüde in unsere Betten.
Gefahrene Tageskilometer: 274

Im nächsten Teil des Reiseberichts erwarten euch die Bilder unseres Aufenthalts im Marakele NP
Letzte Änderung: 10 Jan 2022 23:32 von Luigi15.
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08 Jan 2022 23:13 #634102
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  • austria am 08 Jan 2022 23:13
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100 Tage , ein Traum !!!!!
Sehr gerne bin ich dabei und freue mich zu lesen was ihr in 100 Tagen erlebt habt.
Da kommt sicher einiges zusammen.
Kann gar nicht schnell genug weiter gehen :laugh:
LG Anita
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08 Jan 2022 23:30 #634103
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  • Luigi15 am 08 Jan 2022 15:11
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Guten Abend, Anita! Freut mich zu lesen, dass auch du dem Beitrag folgen wirst... es wird wohl etwas dauern, bis ich hier durch bin :laugh: 100 Tage bedeutet tausende Bilder (14 Speicherkarten voll) - da gibts auch in der Nachbereitung etwas zu tun... ich habe aber vor, nicht bis zur nächsten Reise zu brauchen!
Wünsche dir einen schönen Abend, lG Peter
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