THEMA: Hochzeit in der Kalahari - ein Traum wird wahr
11 Dez 2021 11:43 #632119
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Tag 11, unser letzter Tag im Etosha Park

Wie gewohnt ist dieAbfahrt pünktlich um 06:30 Uhr, die beiden Fahrer von gestern begrüßen uns herzlich, das sind zwei ganz nette Burschen. Die Decken liegen schon parat, und bald sind wir wieder on the road Richtung Etosha. Nur neun Personen sind wir, denn zwei haben immer noch mit Magen-Darm zu tun, und das Paar, das schon am ersten Tag nicht mitwollte, bleibt auch heute lieber zu Hause. :(

Auf die Mitnahme eines Lunch-Paketes haben wir verzichtet – da ist uns mittags bei der Rückkehr aus dem Etoshapark die kleine Lunchkarte der Toshari-Lodge lieber. Auch das ist ein Punkt, der uns gut gefällt: du wirst hier in der Toshari-Lodge nicht ausgenommen. Da passt der Preis zur Leistung. Kleine Gerichte mittags, bestimmt um die 5 oder 7 verschiedene Speisen zur Auswahl, dazu ein Bierchen oder mal ein Gläschen Wein, das ist für uns Urlaub.

So, zurück zum Park, den wir ein halbes Stündchen später erreicht haben. Die ersten Tiere laufen uns vor die Kamera:







Und schon bald sind wir in Okaukuejo. Dort machen wir einen kurzen Abstecher zum Wasserloch, allerdings ist hier friedliche Ruhe. Von Tieren keine Spur ...



…. wir fahren weiter und hätten eigentlich vorgehabt, die Löwen von gestern nochmal zu besuchen. Die haben sich aber mittlerweile aus dem Staub gemacht, also steuern wir das nächste Wasserloch an, wo sich unglaublich viele Zebras, Oryx und Springböcke um die besten Trinkplätze streiten:









Das war schon eine Menge. Wenn ich vorsichtig schätze, dann meine ich, dass das bestimmt ein paar hundert Zebras und ebenso ein paar hundert Springböcke waren, die sich hier mit Oryx & Co zum Stelldichein trafen. In so einer geballten Ansammlung haben wir das noch nicht erlebt. Das war richtig Klasse! :)

Und so schaukeln wir durch den Etoshapark, machen natürlich einen Halt bei der Pfanne, und unsere driver erklären uns ein bisschen was zum Park und zur Etosha-Pfanne:
130 km lang, 50 km breit, das sind die Eckdaten der riesigen Etoshapfanne, die eine unglaubliche Fläche von 4.800 km² aufweist, was ungefähr einem Viertel der Gesamtfläche des Nationalparks entspricht. Wir hören einige Geschichten über die Tierwelt, und für uns ist das alles sehr interessant. Irgendwann kommen dann auch Zahlen, und wir staunen nicht schlecht, als von über 2.000 Elefanten, über 16.000 Springböcke, hunderte Löwen und tausende Giraffen die Rede ist.

Wie im Flug vergeht die Zeit, und langsam müssen wir uns auf den Weg zurück zu unserer Lodge machen. Schade, dass wir heute die Löwen nicht mehr gesehen haben, und auch die Elefanten von vorgestern haben uns im Stich gelassen. Wir fahren an Okaukuejo vorbei ...



…. und schon sind wir auf der Teerstraße, es ist nicht mehr weit zum Gate.

Und dann kamen sie! Wie aus dem Nichts – eine Elefantenherde von stattlicher Anzahl, größer als die Herde von vor zwei Tagen, und zu unserem Glück steuern die Elefanten das Wasserloch im Okaukuejo-Camp an:










Wir lassen zunächst die Elefanten kreuzen, und sputen uns ganz schnell. Zurück geht’s zum Wasserloch von Okaukuejo, wir können unser Glück kaum fassen, dass wir in diesen drei Tagen immerhin 2 x großes Kino am Wasserloch erleben dürfen:

















Ja das war schon eine show, die die Elefanten hier abzogen. Unser Beobachtungsplatz im Schatten war perfekt, so dass wir von der Tribüne aus dem Treiben zuschauen konnten:











So, jetzt geht’s aber defintiv zurück, denn wir haben von der Zeit her weit überzogen, aber auch unseren Fahrern hat das Spektakel hier am Wasserloch sehr gut gefallen. Wir finden das prima, dass unsere Fahrer nicht „auf die Uhr“ geschaut haben, denn eigentlich ist die Zeit längst um und wir müssten schon lange wieder in der Toshari-Lodge zurück sein.

Auf dem Rückweg haben wir noch die ein und andere Sichtung:





Zu Hause in der Toshari angekommen gibt’s als Allererstes frisch gezapftes Bier :) :) :)






und dann müssen wir natürlich unsere Daheimgebliebenen trösten. Den Kranken geht’s zum Glück schon wieder etwas besser, das ist gut so und die machen auch schon wieder einen guten Eindruck. :)

Mir hat speziell das Paar, das am ersten Tag und auch heute nicht mit im Park dabei war, schon leid getan hat. Da sind die Leute drei Tage im Etoshapark, und haben das Pech, dass sie bei beiden „Weltklasse-Eli-Sichtungen“ nicht dabei waren. Der bayern schorsch hätte sich wahrscheinlich an deren Stelle in den "A." gebissen. Wobei - man darf ja nicht immer von sich selbst ausgehen. Für die einen, und da zählt der bayern schorsch sich dazu, ist es das Höchste, 50 Elefanten am Wasserloch von Okaukuejo zu sehen, und für andere sind halt andere Dinge wichtiger. Das ist halt so .... :(

Ein Teil unserer Gruppe hält sich an den Pools auf, es gibt hier drei Pools unterschiedlicher Größe, alle kristallklar, das Wasser hat eine gute Qualität, da macht´s Spaß, eine Runde zu drehen:





Zum Abendessen hübschen wir uns auf. Ein Kleid :woohoo: ist in jedem Urlaub mit dabei, und so freuen wir uns jetzt auf das Abendessen. Vor allem aber freuen wir uns deshalb, weil die meisten von uns wieder über´m Berg sind. Den Kapstädtern sei Dank!





Der Tisch ist wie immer schön eingedeckt, und bei einem kleinen Apertivo lassen wir die Erlebnisse des heutigen Tages Revue passieren.





Ein bisschen Wehmut kommt auf. Morgen geht’s wieder zurück, der letzte Tag unserer Reise, wobei wir uns ja noch ein kleines Schmankerl für den Schluss aufgehoben haben. Die „Frans Indongo Lodge“ erwartet uns. Darauf freuen sich vor allem Schorschine und der bayern schorsch sehr, denn noch nie hat es mit dieser schönen Unterkunft geklappt, jedesmal war es einfach nicht so recht in der Tour gelegen.

Diesmal aber passt die Frans Indongo, und wir wollten unserer Familie und unseren Freunden zum Abschluss nochmal etwas ganz Besonderes zeigen. Wir sind der Meinung, dass man spätestens auf der Frans Indongo Lodge von der Schönheit Namibias regelrecht erschlagen wird.

Ob aber unsere Reisetruppe überhaupt noch aufnahmefähig ist und ob sie von der Schönheit des Landes tatsächlich erschlagen werden, das erzählen wir dann Morgen.
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12 Dez 2021 11:10 #632154
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Tag 12, vom Etosha nach Frans Indongo

Grad mal knapp 200 km sind es von der Toshari zur Frans Indongo-Lodge, für uns ein „Katzensprung“, denn da sind wir mittlerweile ganz andere Strecken gewöhnt. In Outjo machen wir wieder einen Stop, und in den Souveniershops werden noch die letzten Mitbringsel für zu Haus eingekauft. Wir passieren die etwas größere Stadt Otjiwarongo, und bald darauf sind wir schon an der Einfahrt zur Frans Indongo:



Der Empfang auf der Frans Indongo Lodge durch den Manager ist sehr freundlich, und wir werden zum Eistee auf die Veranda geladen. Dort klärt uns eine Mitarbeiterin über die Dinnerzeiten auf, wie das mit dem game-drive abläuft (z.B. dass es während des drives keinen "sundowner" gibt :evil: ) und überhaupt über sämtliche Regeln, die wir bitte beachten sollten – irgendwie ist´s mir so vorgekommen, als wären wir im Kindergarten. Aber egal, vielleicht hatte die Frau auch nur eine schlechte Stunde, denn am nächsten Tag war sie dann ganz „normal“.

Unserer Bitte, ob man für uns nicht draußen auf dem Aussichtsdeck das Dinner anrichten könnte, wurde nicht nachgekommen, so dass wir im hinteren Bereich neben der Bar unseren Platz hatten. Begründung: Gruppen bringen wir immer im hinteren Teil unter, da seid ihr nämlich dann mehr oder weniger unter euch. Na gut, passt schon und alles kann man wohl nicht haben. Ich wär nämlich deutlich lieber draußen gesessen, mit Blick auf das Wasserloch. Aber gut …. :dry:

Dumm war, dass wir etwas too early waren. So konnten einige Zimmer bzw. Bungalows noch nicht bezogen werden. Dafür aber gab´s "light lunch", soweit man das noch als "light" bezeichnen kann:



... lecker, lecker ...

Die Lodge ist schön. Sehr schön. :)
Alles im afrikanischen Stil, die Zimmer geräumig, ein großes Bad dazu, das hat schon richtig gut ausgeschaut und die Frans Indongo entpuppt sich wirklich als ein Schmankerl der Extraklasse.










Auch hier wurde das Zimmer bzw. der Bungalow von bride and groome :kiss: „honeymooner-like“ :kiss: hergerichtet, was uns natürlich schon gefreut hat:



Der schönste Platz hier in der Lodge ist in jedem Fall das Aussichtsdeck. Hier zu sitzen, einen Gin-Tonic oder ein Bierchen in der Hand, der Blick in die Weite, dazu das Wasserloch direkt vor der Nase – ja, das hat schon was, das ist hier eine ganz besondere Stimmung:







Zum Game-Drive sind wir nur noch ein ganz ganz kleiner Haufen. Grad mal 5 Leute :) :) :) incl. Schorschine und mir hat sich aufraffen können. Für uns war das nicht ganz verständlich, denn wir haben schon immer jede Gelegenheit genutzt, an Farmrundfahrten teilzunehmen.







Nashörner gibt’s hier auch. Die haben wir sogar versucht, per pedes zu tracken. Irgendwie kamen wir aber nicht zum gewünschten Erfolg. Mal einen Buckel, mal ein paar Ohren, das war schon alles, was die Rhinos von sich preisgegeben haben. :(

Was uns sehr gewundert hat, dass alle Tiere immer sofort „Reißaus“ genommen haben, sobald sie unser Fahrzeug hörten. Die Tiere waren derart scheu, wie wir es eigentlich nur von Jagdfarmen kennen. Unsere Frage, ob hier gejagt wird, wurde mit „nein“ beantwortet. Wir glauben das, sind aber trotzdem verwundert, dass die Tiere alle sofort weglaufen.

Getränke zum sundowner während des game-drives - so wie wir das kennen - hat´s hier nicht gegeben. Das wurde uns ja schon am Anfang beim "briefing" beigebracht. wo uns gesagt wurde, dass wenn wir etwas trinken möchten, dann nach dem Game-Drive. Auf dem Aussichtsdeck kann man das gut genießen. Das stimmt natürlich schon, und trotzdem ist es uns während der Rundfahrt lieber.

Zum Abendessen sind wir wieder alle zusammen. Schorschine und ich haben etwas länger gebraucht, denn wir haben das natürlich wörtlich genommen, den sundowner nach dem game-drive auf dem Aussichtsdeck zu genießen. Das hat nicht unbedingt jedem gepasst, denn auch vom Nichtstun und vielleicht auch von der Langeweile bekommt man Hunger. Na ja, so haben halt die Herrschaften ein bisschen warten müssen. Verhungert ist trotzdem niemand …. ;)

Unterm Strich würde ich sagen, dass die Rundfahrt hier auf der Fans-Indongo die schwächste Rundfahrt seit langer Zeit war. Ich kann mich schwer daran erinnern, wann es das letzte mal war, dass die Tiere regelrecht geflohen sind. Wenn ich da zurückdenke an Auas, an Bagatelle und auch an Gelukspoort, das war eine ganz andere Liga. Gelukspoort hat auch wenig Tiere gehabt, aber dort wurde das mit einem klasse "sundowner" mehr als wett gemacht. Aber gut, es kann ja auch sein, dass wir mittlerweile zu anspruchsvoll sind. Wenn ich aber den Preis anschaue, dann sollte auch die Leistung in gutem Verhältnis stehen.
Wir wundern uns, dass hier bereits 3 Flaschen Wein im Cooler an den Tischen stehen. Aber gut, vielleicht hat ja einer unserer Freunde eine Runde ausgegeben, das wär doch auch mal eine super Sache. Die super Sache entpuppt sich aber als der Oberknaller, denn unser Schwiegersohn bedankt sich bei Schorschine und mir auf das herzlichste – er ist so dankbar, mit auf dieser unvergesslichen Reise dabei gewesen zu sein, er ist so froh, dass das mit seinem Visum geklappt hat, und so nimmt er den heutigen Anlass, uns darüber aufzuklären, dass wir wieder Oma und Opa werden. Na, wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Wir haben uns über diese Rede, vor allem aber über die super Neuigkeit schon sehr gefreut. Dass die ganze Truppe auf die Art und Weise noch zu drei Flaschen Wein gekommen ist, war prima.

So war für die "Nicht-Gruppen-Gäste" gedeckt, alles perfekt mit Blick auf das Wasserloch:





und wir waren an der Bar untergebracht:


Zum Essen haben wir aber das selbe wie alle Gäste bekommen. Es gab (wenn ich mich recht erinnere) Springbock-Filet, dazu eine tolle Vorspeise und ebenso die Nachspeise war alles sehr sehr gut. Die Küche auf Frans Indongo ist ganz hervorragend!







Heute Abend spürt man, dass die „Luft raus ist“. Ich kann das nicht anders formulieren. Unsere drei Kid´s haben Zeitlang nach Hause – wer will es ihnen verdenken? Schließlich sind sie seit fast zwei Wochen von Partner, Kind und Heim getrennt. Das kann man gut nachvollziehen und uns ginge es ebenso.

Und was die Gruppe anbelangt – ja, ich möchte jetzt nicht von Lagerkoller reden, denn sowas gibt’s nur bei unserer Fußball-Nationalmannschaft, aber irgendwie ist das schon so ähnlich. Nicht, dass man sich auf den Nerv geht, aber man merkt, dass es für jeden von uns langsam an der Zeit wird, wieder nach Hause zu kommen. Für Schorschine und den bayern schorsch war es höchst anstrengend, denn wir wollten es jedem recht machen. Und da ergibt sich dann im Laufe von zwei Wochen die ein oder andere Baustelle, die man nicht beachtet hat. Da kommt´s dann zwangsläufig zu einer leichten Disharmonie, aber – um wieder zu dem zurückzukommen, was ich ganz am Anfang des Berichtes geschrieben habe – wir reden noch miteinander, und das ist doch schon mal eine gute Sache.

Bald geht es ab in unser honeymooner-Bett :kiss: , wir sind regelrecht geschafft, schmieden aber schon an den nächsten Afrika-Plänen. Und da gibt’s so viel, was wir nochmal sehen wollen. Und da gehören auch Teile dieser Reise dazu, die wir gerne nochmal, dann aber in alleiniger Zweisamkeit, besuchen möchten. Mal schauen, was die Zeit so bringt.

Jetzt aber müssen wir zuerst noch die Restetappe am morgigen Tag schaffen. Der Flieger startet abends um 18.00 Uhr ab Windhoek, mal schauen, was uns morgen noch alles einfällt.
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13 Dez 2021 15:20 #632248
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Tag 12, es geht wieder nach Hause

Gut haben wir geschlafen, die Betten sind bequem und Schorschine und der bayern schorsch haben von den nächsten Aktivitäten in puncto Africa geträumt. Mal schauen, wo´s die Beiden in Zukunft wieder hinzieht ….

Hier eine Kopie aus google earth, so kann man sich die Größe der Frans Indongo Lodge gut vorstellen. Man sieht die Bungalows, den Pool und auch die nachts beleuchtete Wasserstelle.



Gemächliches Frühstück gibt’s heute, es ist nichts eilig. Da wird noch das ein oder andere Foto geschossen, und auf dem Aussichtsdeck der Frans Indongo wird letztmalig Afrika-Luft eingesaugt. Bald darauf geht’s los, die Strecke von der Fans Indongo bis zum Flughafen beträgt um die 340 Kilometer, das schaffen wir leicht. Und so lassen wir uns auch Zeit und machen den ersten Zwischenstop bzw. eine kleine Pause in Okahandja.
:)
Gleich rechts von der B1 ist die Bar, wo man selbst als WC-Tourist gern gesehen wird. Das ist eine gute Sache, denn die Benützung kostet ein paar namibische Dollar, dafür ist alles picco-bello sauber. In unseren Augen eine gute Lösung, so ist jedem geholfen.

Den Holzschnitzermarkt besuchen wir diesmal nicht, denn beide Male, als wir hier in Okahandja einen Zwischenstop machten, wurden Schorschine und ich ziemlich massiv angegangen. Jeder will (oder muss) etwas verkaufen, und da fühlen wir uns nicht wohl. Vielleicht haben wir unser Statement etwas zu negativ vorgetragen, in jedem Fall war das Ergebnis, dass niemand mehr auf den Markt wollte. :(

Also geht die Fahrt weiter, und schon bald sind wir in Windhoek. Schorschine und ich haben uns im Vorfeld überlegt, wie wir diesen letzten Tag gestalten könnten, sind aber jetzt froh, dass wir keine Aktivität mehr vor uns haben. Alle sind ziemlich platt, und die Hälfte der Mannschaft schläft im Bus.

Das ändert sich aber schlagartig in dem Moment, in dem wir durch Katutura durchgondeln. Das habe ich nämlich mit unserem Busfahrer John so vereinbart, dass, falls Zeit bleibt, wir einen Abstecher bzw. Umweg über Katutura machen. Ja was soll ich sagen – für unsere Reisebegleiter war das schon ein eindrückliches Erlebnis, auch diese Seite eines Namibiaurlaubes kennen zu lernen. Auch wenn man diesen Stadtteil Windhoeks nur streift, so bekommt man doch zumindest einen klitzekleinen Einblick in das pralle Leben, das im Township sich zum größten Teil auf der Straße abspielt.

Schorschine und ich haben uns jetzt ganz fest vorgenommen, bei nächst sich bietender Gelegenheit eine organisierte Katuturatour mit einem Anbieter wie z.B. Carsten Möhle zu machen.

Ich denke, dass für unsere Namibia-Neulinge diese Tour nicht gepasst hätte. Am Ende war jeder platt, und am Anfang unserer Reise hätte man die Mannschaft vielleicht „verschreckt“. Also lassen wir das so gut sein, wie es war. Vielleicht hat uns aber auch Corona von einer Tour abgehalten, ich weiß es nicht.

Joe´s Beerhouse, das wär doch noch so ein Renner. Gesagt, getan, und schon sind wir im meistangesagtestem Restaurant Windhoek´s. Skurril, schrill, laut und gut. So kann man Joe´s Beerhouse mit ein paar wenigen Worten beschreiben, ein Restaurant, das in keinem Namibia-Reiseführer fehlt und ein Ort, der für viele Namibia-Urlauber der Startschuss in den Urlaub bedeutet.

Mir gefällt Joe´s Beerhouse gut, aber dass dieser gelb-schwarze Schal einen schöneren und auffallenderen Platz hat als der rot-weiße Schal, der irgendwo hinten drin hängt, das geht ja eigentlich gar nicht:



Eine urige Einrichtung, so was sieht man auch nicht alle Tage:









Nach dem Aufenthalt in Joe´s Beerhouse düsen wir raus zum Flughafen. Wir tanken unseren Bus nochmal randvoll (so war es ausgemacht) und bald sitzen wir in der Abflughalle des Hosea Kutako International Airport. Der Heimflug war ruhig, planmäßig und ohne irgendwelche besonderen Vorkommnisse, und am nächsten Tag sind wir schon „back in germany“. :)

So war das, mit unserer Gruppen-Hochzeitsreise nach Namibia. Wir haben uns alle Mühe gegeben, die Reise so zu gestalten, dass unsere Gäste unvergessliche Momente erleben durften und wir glauben, dass uns das bei den meisten Mitfahrern auch gut gelungen ist. Anders machen würden wir kaum etwas, vor allem nicht, was die Hochzeitslocation anbelangt. Das war unser großes Highlight, und Schorschine und ich sind dankbar, dass wir das alles so erleben durften.

Was haben wir nur für ein Glück gehabt, dass wir (nach unseren Verschiebungen) die Reise nun doch im Oktober durchgezogen haben. Unvorstellbar, wenn wir bis November gewartet hätten, denn dann säßen wir alle in Quarantäne. :(

:( :( :( Ein kurzes Wort noch zu unserem Bus: :( :( :(

Wir haben das Busunternehmen „Cars & Guides“ kontaktiert und eine Beschwerde bzw. Reklamation verfasst. Alles sachlich und in vernünftiger Form und ohne einer konkreten Forderung unsererseits. Der Busfahrer war für uns eh kein Thema mehr, denn der Mann hat sich in aller Form entschuldigt und man kann es ja eh nicht mehr ändern. Dass der Bus einige „Macken“ hatte, darüber kann man diskutieren, bringt aber auch nichts.
Was aber die Mehrkosten anbelangt, die wir durch den Busausfall am ersten Tag im Etoshapark hatten, sind wir der Meinung, dass das sehr wohl ein Thema wäre und wir waren der Meinung, dass sich das Busunternehmen schon an den Mehrkosten, die für uns entstanden sind, zumindest zu einem Teil beteiligen sollte. Wohlgemerkt – alles in freundlichem und sachlichen Ton.

Leider kam als Antwort seitens des Inhabers, Herrn Johan Kotze, kein Wort der Entschuldigung - ganz im Gegenteil. Wir wurden beschimpft, der Lüge bezichtigt und aufs Schlimmste beleidigt. Das traf uns mit aller Wucht und verletzte uns zutiefst. Verstehen können wir das bis heute nicht. :dry:

Aus diesem Grund können wir verständlicherweise Cars & Guides auf keinen Fall empfehlen.

Aber wisst Ihr, was das Busunternehmen „Cars & Guides“ uns nicht nehmen konnte?
Das ist die Lust, bald schon wieder nach Namibia zu reisen. Und dann brauchen wir ja keinen Bus, denn eine Gruppenreise in der Größe wird es sicher nicht nochmal geben.

Wenn meine Schorschine und ich an unsere Reise zurückdenken, dann bleibt für uns der schönste Augenblick unsere Hochzeit auf der Bagatelle-Düne. Wir waren beide soooooo stolz, dass wir das durchgezogen haben und mit dem Titel unseres Reiseberichtes hätte man es nicht besser ausdrücken können:

Hochzeit in der Kalahari – ein Traum wird wahr.


So, das war´s mit meinen Schlussworten. Man könnte ja noch Romane schreiben, aber das wirklich letzte Schlusswort, das kommt jetzt. Nämlich weil er mein bester Freund ist, und weil er so was (nach mir) am Besten kann, hab ich unseren Trauzeugen gebeten, ob er nicht ein paar Schlußworte aus Sicht des „bestman“ schreiben möchte.

Hier sind sie, und wir haben uns darüber sehr gefreut. Danke Hermann! :kiss:
„Dieser Schorsch hat doch eine Meise! ...“ – war mein erster Gedanke als mir mein ältester und bester Freund von seinen Hochzeitsplänen in Namibia erzählte. In seinen Plan der Schorschine zum 60. Geburtstag nach 30 Jahren im Wortsinn „wilder Ehe“ einen Antrag zu machen, war ich wohl als einer der Ersten schon lange vorher eingeweiht worden; und hatte diesen Teil als absolut angebracht und längst überfällig eingeschätzt. Anders war es, als er mit der „Dünenhochzeit in Namibia“ daherkam und uns die Aufgabe als Trauzeugen antrug. Da hat man praktisch keine Chance zu widersprechen. Best man und best woman zu werden, ist schließlich eine ehrenvolle Aufgabe - nicht minder ein inniger Freundschaftsbeweis. Also was blieb uns übrig?
Dann kam Covid mit voller Wucht. Die standesamtliche Hochzeit mussten wir so anstatt in großem Kreis, zu viert im „Penthouse-Schorsch“ feiern – ganz unter uns, und schön war‘s!
Erste Hoffnung schöpften wir noch, als wegen Covid der erste Reisetermin ins Wasser fiel – aber wer Schorsch und seine Hartnäckigkeit kennt, wenn er sich erst einmal was in den Kopf gesetzt hat …
Ein paar Wochen gingen ins Land, die Corona-Lage wurde besser, und eines Tages flatterte uns ein Reiseprogramm für 14 Tage „Wedding and Sightseeing in Namibia“ ins Haus. Spätestens da wurde uns klar: Es gibt kein Entrinnen mehr.

„Gott sei Dank!“ sagen wir heute, denn was wir in Namibia erlebten (siehe Schorschi’s Bericht), war selbst für uns einigermaßen weltgewandten Zeitgenossen eine völlig neue Erfahrung hinsichtlich Natur, Flora, Fauna und nicht zuletzt den tollen Menschen, die wir auf dieser Reise kennenlernen durften – und das bezieht sich beileibe nicht nur auf unsere verschworene Reisegemeinschaft.
Bleibt anzumerken: Schorsch hat diese Reise mit hoher Sachkompetenz perfekt bis ins letzte Detail bestens vorbereitet. Die Routenwahl war neben der Auswahl der Lodges und Gamedrives ebenso hervorragend wie die übrige Organisation (Flüge, Reiserücktritts-/Krankenversicherung etc.) Auch ein professioneller Hochzeitsplaner aus Hollywood hätte diese Vermählung auf der Kalahari-Düne bei Sonnenuntergang nicht besser in Szene setzen können. -Das wird uns für immer unvergesslich bleiben und dafür sagen wir den Schorschis herzlichsten Dank!
Das Größte für uns „Best People“ war, in die glücklichen Gesichter zweier sich liebender Menschen zu schauen, die nach 30 Jahren gemeinsamen Weg angekommen sind, und die wir unsere besten Freunde nennen dürfen.

P.S.:
Er hat keine Meise der Schorsch! Blöd waren wir, dass wir beinah nicht mitwollten in dieses wunderbare Land Namibia.


Link zu allen Reiseberichten:

Reiseberichte Bayern Schorsch
Letzte Änderung: 13 Dez 2021 15:44 von bayern schorsch.
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