THEMA: Die Eulenmuckels sind endlich wieder in Namibia
22 Jan 2022 15:29 #635282
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  • casimodo am 22 Jan 2022 15:29
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Hey Muckels,

es wird Zeit, hier auch mal wieder eine Spur zu hinterlassen! Geiles Vogelfeuerwerk.
Ich wäre an Eurer Stelle sehr zufrieden mit den Pics :kiss:

Auch die Begegnungen am Straßenrand sind stimmungsvolleingefangen.

Viele Grüße und weiter so !
Carsten
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20 Feb 2022 20:48 #637850
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  • Eulenmuckel am 20 Feb 2022 20:48
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Tag 25 – Dienstag, 27. Juli – Der perfekte Platten

Camp Maori, Grootfontein – Namutoni

Nicht nur der Abend, auch der Morgen war kalt. Bevor die Sonne sichtbar wurde, standen wir auf, machten Frühstück und unterhielten uns mit Peter, der ebenfalls bereits auf den Beinen war. D. h., die meiste Zeit hörten wir seinen Geschichten zu. Dabei ließen wir uns Tee, Kaffee, Brote und Müsli schmecken. Es wurde gespült, zusammengepackt, und schließlich schauten wir noch im Souvenirgeschäft im Turm vorbei. Dort wird es zurzeit auch nicht leerer. Wir kauften noch eine schöne Tischdecke für unsere Sammlung. Ruth ließ ihre alten Schuhe bei Conni, wir bezahlten, und dann verabschiedeten wir uns von den beiden.

Blutschnabelweber



Angolaschmetterlingsfink



Guineataube





Wir hatten lange überlegt, wo wir unseren Puffertag verbringen sollten. Ursprünglich standen zwei Nächte bei Maori in unserem Plan. Das erschien uns dann aber doch ein bisschen lang, und wir wollten noch etwas erleben. Daher hatten wir uns am Abend entschieden, für eine Nacht nochmal nach Namutoni zu fahren und ein paar Tiere zu entdecken.
Zunächst fuhren wir zur Mall außerhalb der Stadt. Für ein besonderes Mitbringsel suchte Uwe eine geeignete Verpackung. Schon lange hatte er es auf einen trockenen Blütenstängel ähnlich einer Distel abgesehen. Während Ruth sich gar nicht so sicher war, ob man ein solches Gewächs einfach so mir nichts dir nichts aus dem Land schaffen durfte, wollte Uwe es zumindest versuchen. Hierfür hätte er ein Plastikrohr, ähnlich einem dünnen Regenrohr benötigt, um das fragile Stück heil nach Deutschland zu transportieren. So etwas war auf die Schnelle aber nicht aufzutreiben. Egal, es würde sich schon noch ein Weg finden. Uwe war wild entschlossen, die Challenge nicht so schnell verloren zu geben. Das Gestrüpp fuhr also weiter unverpackt bei uns mit.
Im Supermarkt nahmen wir lediglich noch drei Brötchen und eine Paprika mit. Es ist immer schade, wenn wir am Ende des Urlaubs nicht mehr richtig einkaufen können. Gerade dann haben wir immer besondere Lust, das Auto voll zu laden und noch einmal von vorne zu starten. Dem Jungen, der auf unser Auto aufgepasst hatte, gaben wir zwei Tüten mit Lebensmitteln, die wir übrig hatten und nun nicht mehr benötigten. Mit einer großen Tüte Pommes von Hungry Lion verließen wir Grootfontein.
Auf dem Weg nach Nordwesten hielten wir nochmal kurz an einem Rastplatz, um etwas zu trinken.



Auf den nächsten Kilometern merkte Uwe, dass der Wagen deutlich nach links zog. Wir hielten kurz hinter Tsumeb in einer Haltebucht am Straßenrand und erkannten schnell, dass der Reifen hinten rechts kaum noch Luft hatte. Wir versuchten es zuerst einmal mit Aufpumpen. Das laute Zischen ließ aber vermuten, dass wir mit dieser Lösung nicht weit kommen würden. Also mussten wir wohl oder übel den Reifen wechseln. Ruth fand die Idee plötzlich gar nicht mehr so gut. Sie hatte sich ein wenig umgeschaut und festgestellt, dass wir unmittelbar gegenüber der Einfahrt zu einer Müllabladestation gehalten hatten. Dort war gerade ein Kleintransporter angekommen, der allerhand Tüten mit Unrat ablud. Sofort kamen ein paar arme Gestalten in zerschlissenen Anziehsachen herbeigelaufen, um die Tüten aufzureißen und nach etwas Verwertbarem Ausschau zu halten. Die Leute waren uns zuvor zwischen den Müllbergen gar nicht aufgefallen. Nun hatten wir Mitleid mit ihnen, fanden die Vorstellung, wegen eines Reifenwechsels nicht jederzeit weiterfahren zu können aber auch ein wenig unheimlich. Noch während wir überlegten, was am besten zu tun sei, hielt hinter uns ein Polizeiwagen mit drei Beamten. Sie erkundigten sich sehr freundlich, ob alles in Ordnung sei und besahen sich unseren Schaden. Dann rieten sie uns, noch ein paar Kilometer weiter zur nächsten Tankstelle zu fahren. Welch Glück für uns! Wir hatten gar nicht gewusst, dass es hier eine solche gab. Die Jungs von der Polizei blieben noch so lange bei uns, bis genügend Luft im Reifen war und wir wieder im Auto saßen. Dann fuhren wir das kurze Stück bis zur Puma-Tankstelle. Während des Tankens sahen wir, dass der Reifen erneut fast platt war. Also höchste Zeit, ihn zu wechseln. Wenige Meter hinter der Zapfsäule war der Tankwart so nett, Uwe beim Reifenwechsel zu helfen.





In weniger als 15 Minuten hatten wir einen unserer Ersatzreifen montiert. Einen „besseren“ Platten kann man eigentlich nicht haben: Schnell bemerkt, kein Schaden entstanden, die Polizei sichert, und zwei Kilometer weiter gibt es eine Tankstelle mit weiterer Unterstützung – noch dazu erst am Ende der Reise.
Noch eine Stunde fuhren wir bis zum Etosha. Dort ging es mit einem kleinen Abstecher über Klein Namutoni direkt ins Camp.





Gabelracke



Höhlenweihe (imm.)



Wir checkten ein und fanden den Campingplatz von Namutoni wie erwartet kaum besetzt vor. Wieder wählten wir den Platz ganz hinten am Rand neben dem Waschhäuschen. Dann machten wir erst mal eine Pause, aßen gemütlich eine Kleinigkeit, und Ruth duschte.



Gegen 15:40 Uhr war es Zeit für unseren Nachmittags-Gamedrive. Auf dem Weg nach Westen bemerkte Ruth ein Spitzmaulnashorn mit Jungtier im Gebüsch.





Zwischen den Dornen hindurch beäugten uns die beiden neugierig, drehten aber leider ab und verschwanden nach hinten.
Wie wir dieses kleine Flugobjekt gesichtet haben, wissen wir im Nachhinein auch nicht mehr so genau. Vermutlich nicht während der Fahrt, sondern eher, weil wir wegen des weißen Blömsche oder irgendetwas anderem ohnehin schon gestanden hatten.



Bei Kalkheuvel stand lediglich ein Gaukler am Wasser, sonst war alles wie leer gefegt.



Entlang des Weges und vor allem auf freier Fläche sahen wir am Abend sehr viele Giraffen, immer wieder Gnus und Impalas.





Bei Chudop entfernten sich gerade zwei große Elefantenbullen, als wir eintrafen. Sie blieben aber noch ein Weilchen stehen und umschmusten sich etwas mit ihren Rüsseln, wobei sie sich liebevoll ein wenig hin und her schoben.







Zwei Riesentrappen spazierten vor unserem Auto herum, und eine Höhlenweihe kam herbeigeflogen, um ihren Durst zu löschen.





Wir beschlossen, nicht weiter zu fahren und umzudrehen, da wir uns nicht mehr so weit vom Camp entfernen wollten. Lieber wollten wir den Wasserlöchern in unmittelbarer Umgebung noch einen Besuch abstatten.

Gabelracke



Letzte Änderung: 20 Feb 2022 20:50 von Eulenmuckel.
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20 Feb 2022 20:52 #637851
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In der Nähe von Koinachas stand ein einzelner Elefantenbulle neben der Straße im Gebüsch und fraß.





Wir hielten und beobachteten ihn, während er langsam Äste kauend an uns vorbei lief. Dann drehte er aber plötzlich ab und kam direkt auf uns zu.



Unmittelbar vor unserem Auto trat er auf die Straße, was zumindest Ruth einen kurzen Schreckmoment bescherte. Wir haben uns schon oft überlegt, was bei Elefantenbegegnungen wohl am besten sei. Motor laufen lassen, um sich schnell davon zu machen, Motor abstellen, um die Tiere nicht zu stören… Meist machen wir den Motor aus. Dann bleibt also nur totstellen und sich unsichtbar machen. Sicherheitshalber hatten wir noch schnell das Fenster geschlossen, uns auch nicht mehr bewegt und das Atmen eingestellt, was das Totstellen ja auch viel glaubwürdiger macht, so dass es leider kein Foto von der großen grauen Wand neben unserem Fenster gibt. Der Elefant kaufte uns unsere Vorstellung wohl ab, drehte sich um und setzte seinen Weg unbeeindruckt hinter unserem Auto fort. Puh, nochmal davongekommen!



Weiter ging es nach Klein Okevi. Eine Giraffe war im Anmarsch, ansonsten herrschte bis auf eine einsame Schildkröte gähnende Leere.





Nicht besser sah es ein kleines Stück weiter bei Groß Okevi aus. Auch hier lag das Wasserloch völlig verwaist. Wir drehten erneut. Sehr erfolgreich waren wir ja nicht. Was nun? Zurück ins Camp oder doch noch schnell bei Klein Namutoni vorbeischauen? Die Entscheidung wurde uns abgenommen. An der Einfahrt zu Klein Okevi sahen wir eine einzelne Tüpfelhyäne, die in Richtung Wasser lief. Als wir hielten, kehrte sie leider direkt wieder um und verschwand in den Büschen. Wir warteten noch ein Weilchen, aber sie tauchte nicht mehr auf. In entgegengesetzter Richtung näherte sich jedoch plötzlich eine Elefantenherde.





Kronenkiebitz



Wir ließen sie auf uns zu kommen und zur Wasserstelle passieren.





Dann fuhren wir hinter ihnen her. Wo sich vor ein paar Minuten die kleine Schildkröte noch auf ihrem Stein gelangweilt hatte, war nun eine Menge los. Elefanten plantschten, spritzten und schlürften das Wasser. Es wurde freundschaftlich gedrängelt und gerempelt, und die kleineren Tiere waren mittendrin.











Außer den vielen Elefanten entdeckten wir auf einmal auch noch ein Spitzmaulnashorn. Wo war das denn plötzlich hergekommen?





In Gesellschaft der vielen Elefanten schien es sich aber nicht besonders wohl zu fühlen und setzte seinen Weg in Richtung Namutoni fort.



Auch die Elefanten blieben nicht mehr lange. Schnell wurde noch der letzte Durst gelöscht, und dann zogen die ersten Tiere auch schon weiter. Ein halbstarkes Exemplar versuchte sich uns gegenüber noch etwas Respekt zu verschaffen, indem es mit erhobenem Rüssel und aufgestellten Ohren in unsere Richtung lief.







Bevor die ganze Herde verschwand, genoss sie noch ein ausgiebiges Staubbad und wirbelte mächtig weißen Schmutz auf.





Das ganze Spektakel hatte keine 10 Minuten gedauert. Wie schnell kann aus einer leeren Wasserstelle ein Spielplatz und ein Treffpunkt für einen ganzen Haufen Elefanten und ein Nashorn werden? Und einen kurzen Moment später ist alles wieder verlassen, und man hat das Gefühl, das Erlebte nur geträumt zu haben. Sehr zufrieden fuhren wir zurück ins Camp.



An unserem letzten Campingabend sollte es noch einmal Pizza geben. Dazu machten wir ein großes Feuer, in das wir auch die restlichen Kohlen legten. Die beiden Pizzen gelangen und schmeckten sehr gut.







Weil dieses Abendessen etwas aufwändiger war, dauerte es wieder recht lange, bis alles gebacken, gegessen, gespült und aufgeräumt war. Dazu riefen immer wieder Schakale und Hyänen. Glücklich mit unserer Entscheidung, auch nur noch für eine Nacht in den Etosha zu kommen, verschwanden wir im Zelt und sahen einen großen, roten Mond aufgehen.

Kilometer: 245
Letzte Änderung: 20 Feb 2022 20:58 von Eulenmuckel.
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01 Mär 2022 00:47 #638446
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  • Sadie am 01 Mär 2022 00:47
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Hallo Muckels,
Ich habe eine gezielte Frage betreffend des Bushcamper.
1. Wie ich es verstehe gibt es zwei kurze Leitern zu erklimmen bevor man ins Bett steigt? Nimmt das letzte Guckloch nicht etwas von der Matratzen Breite weg, oder kann man diese Lücke schließen?
2. Wie macht ihr das mit dem Bettzeug? Können die Kissen und Schlafsäcke über den Tag oben unterm Aludach blieben oder muss man die in der Kabine verstauen?
Wir haben vor im Juli /August 2023 nochmals den Nam/Bots loop zu unternehmen aber vielleicht eben mit einem Bushcamper.
Würdet ihr im Juli mit Botswana oder mit Etosha anfangen? Wir möchten natürlich lieber alle Schulferien, in Europa, SA, Nam und Bots vermeiden.
Danke euch schon mal für die Auskunft!
Liebe Grüsse von Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic route

www.safaritalk.net/topic/21799-first-time-k

Expedition Antarktis:
www.namibia-forum.ch...s-und-s-georgia.html

Island In Herbstfarben
www.namibia-forum.ch...-september-2018.html


Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019

www.namibia-forum.ch...landschaft-2019.html

Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different.
Juni 2018
www.namibia-forum.ch...e-but-different.html

Trip reports in English:

Namibia and KTP 2016
safaritalk.net/topic...-tr-nam-sa-bots-nam/

Botswana 2016:
safaritalk.net/topic...fari-tr-bots-nam-sa/

Tanzania 2015:
safaritalk.net/topic...s-and-lions-in-camp/

Nam-SA-Bots 2014:
safaritalk.net/topic...-and-namibiab/page-1...
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01 Mär 2022 06:08 #638449
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  • Champagner am 01 Mär 2022 06:08
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Guten Morgen Ihr Zwei,

das war wohl nicht nur der "Perfekter Platten"-Tag, sondern auch der perfekte Höhlenweihentag :woohoo: .
Erst die Immature im Flug und dann noch diese Ausgefärbte (die mir immer noch in meiner Sammlung fehlt :( ).

Eulenmuckel schrieb:
Tag 25 – Dienstag, 27. Juli – Der perfekte Platten


Etwas neidische Grüße von Bele
Letzte Änderung: 01 Mär 2022 06:09 von Champagner.
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01 Mär 2022 09:11 #638463
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  • Eulenmuckel am 20 Feb 2022 20:48
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Liebe Katrin,

es gibt eine Leiter (mit drei Stufen), um von außen in den Aufbau zu kommen. Innen befindet sich nochmal so eine Leiter, um oben das Bett zu erreichen.
Was du mit Gucklock und Matratzenbreite meinst, verstehe ich nicht genau. Die Matratze ist so breit wie der Aufbau und reicht von ganz vorne im spitzen Winkel des Aufstelldaches bis ca. einen Meter vor das Ende des Aufbaus. Bei aufgeklapptem Dach kann man innen also vor dem Bett in einem Bereich von ca. einem Meter stehen. In diesem Bereich lässt sich das Bett nicht verlängern. Ich bin 1,84m und komme mit der Länge des Bettes gut zurecht.
Unsere Schlafsäcke bleiben auch bei eingeklapptem Dach oben im Bett. Lediglich die Kissen verstauen wir tagsüber in dem großen Fach unterhalb des Bettes, damit sich das Dach leichter schließen lässt. Platz ist dort reichlich.





Für die Reihenfolge eurer geplanten Tour gibt es aus meiner Sicht kein besser oder schlechter. Da es im Juli vielleicht in Namibia noch etwas kälter ist, würde sich anbieten, zuerst nach Botswana zu fahren. So haben wir es zum Beispiel 2013 und 2014 gemacht. Allzu große Temperaturunterschiede zwischen Moremi und Etosha gab es damals allerdings nicht. Mit Juli und August liegt ihr natürlich genau in den europäischen Sommerferien. Ein paar Wochen später wäre es vielleicht etwas leerer.

Viele Grüße
Uwe
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