THEMA: Die Eulenmuckels sind endlich wieder in Namibia
24 Dez 2021 08:49 #633067
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  • Eulenmuckel am 24 Dez 2021 08:49
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Tag 23 – Sonntag, 25. Juli – Zurück nach Westen

Mukolo Camp, Kongola – Riverdance Lodge

Heute schliefen wir ein bisschen länger, weil kein früher Gamedrive auf uns wartete. Während Ruth noch ein wenig liegen blieb, hantierte Uwe schon mit dem Gaskocher, sicherte Fotos und fing an, ein paar Dinge zu räumen. Irgendwas findet sich ja immer, das man erledigen kann.
Als es etwas wärmer war, frühstückten wir zusammen Nutella- und Marmeladen-Brote und Müsli.



Ruth hatte ständig die Kamera bereit, weil auch die kleinen Vögel schon wach waren und uns besuchten. Auch nach dem Essen lief sie durch das Gebüsch und stellte den vielen verschiedenen Vögeln nach. Entdecken und Bestimmen war eines, aber auch ein brauchbares Foto zu bekommen – das war heute nicht so leicht.

Rotschnabeldrossel



Gelbbrustbülbül



Gelbsteißbülbül



Kapturteltaube



Braunkopfliest







Wir ließen uns etwas Zeit, bezahlten unsere Rechnung bei der Besitzerin Veronica und unterhielten uns noch ein wenig. In der Regel kommen die meisten Gäste bei Mukolo aus Deutschland. Nun haben sie einige Besucher aus Südafrika, sonst kommt kaum jemand. Wir hoffen, dass dies bald wieder besser wird.
Gegen halb elf brachen wir auf und fuhren bis Kongola und von dort zurück nach Westen.



Die Strecke bis Divundu waren wir ja vor ein paar Tagen erst gekommen. An den beiden Polizeiposten wurden wir durchgewunken. In Divundu tankten wir wieder an der Shell-Tankstelle und kauften im Shop Milch. Eine verlorene Reifenventil-Kappe konnten wir dort leider nicht ersetzen.
Nach Divundu waren es nur noch ein paar Kilometer bis zur Riverdance-Lodge.



Dort waren wir 2015 bereits einmal gewesen. Auch hier war nur eine weitere Campsite mit einer schweizer Familie belegt, sonst war alles frei. Wir bekamen Nummer 3 und richteten uns ein. Jede Campsite verfügt über ein eigenes Häuschen mit Dusche und Toilette. Außerdem gibt es eine Feuerstelle und einen Tisch mit Bänken. Wir fanden es etwas schade, dass der Blick auf den Fluss recht zugewachsen war und auch nur wenig Sonne durch die hohen Bäume schien. Auch hier waren wieder viele Vögel unterwegs, die im dichten Gestrüpp aber nur schwer zu finden waren. Lediglich die zutraulichen Gelbbrustbülbüls kamen ein wenig näher und beobachteten uns genau.



Außerdem leisteten uns die beiden Camphunde Gesellschaft. Da es noch früh war, machten wir ein Picknick mit Avocado-Thunfisch-Mais-Salat.





Später schnappten wir uns die Fotoapparate und liefen etwas über das Gelände der Lodge. Über eine Sandpad führte eine Ameisenstraße. Hier war einiges los. Nicht nur die Ameisen wuselten über den Weg, sondern die verschiedensten Vögel pickten ihnen hinterher. Wie auf dem Sushiband musste man sich nur geduldig anstellen und warten, bis ein besonders appetitlicher Happen vorbeispaziert kam. Tokos, Drongos und Schnäpper verputzten hier die eine oder andere Ameise.

Trauerdrongo





aufgespießt ;)



Grautoko





Weißflankenschnäpper



und das Weibchen dazu



Grauschnäpper



Schneeball-Würger



Überall flatterte es im Geäst. Leider waren Buntastrilde und Nektarvögel meist durch irgendwelche Äste verdeckt.









Bronzefleckentaube



Vor dem Abend legte sich Ruth noch ein wenig hin, und Uwe sichtete ein paar Fotos dieser Reise. Zum Abendessen machten wir uns den Rest der Nudeln mit Soße von gestern warm.





Da es frisch wurde, legten wir heute etwas mehr Holz ins Feuer. Unter uns rauschte der Kavango-Fluss. Morgen werden wir den Caprivi wieder verlassen.
Als wir bereits im Zelt waren – Ruth lag schon im Bett – hörten wir einen Waldkauz rufen. Er war gar nicht weit weg, sondern saß scheinbar gleich neben dem Auto. Da das Rufen recht regelmäßig wiederholt wurde, stand der Entschluss bald fest: Schnell wieder angezogen, Taschenlampe und Fotoapparat geschnappt und raus aus dem Auto. Doch die Eule war nicht dumm. Sobald wir ein paar Schritte gemacht hatten, hörte ihr Rufen auf. Ohne sie akustisch genau orten zu können, leuchteten wir mit der Taschenlampe ein paar Bäume ab, aber der Kauz blieb verborgen. Kleines Déjà-vu wie bei der Kaisosi River Lodge. Wir stolperten im Dunklen ein wenig über den Platz, hatten aber keinen Erfolg. Kaum waren wir zurück im Auto, fing sie natürlich wieder an zu rufen, und wir versuchten unser Glück erneut. Aber die Eule hielt uns zum Narren. Schadenfroh hielt sie ihren Schnabel und stimmte erst dann wieder ihr Huhu an, als wir entschieden hatten, nicht weiter über die Campsite zu geistern.

Kilometer: 245
Letzte Änderung: 24 Dez 2021 08:52 von Eulenmuckel.
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25 Dez 2021 09:55 #633106
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  • TinuHH am 25 Dez 2021 09:55
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Moin Ihr Lieben,

danke für die Fortsetzung! Wieder soo schöne Bilder1
Riverdance hat uns auch sehr gut gefallen, wir standen auch auf Nr. 3! Der Grillplatz mit Blick auf den Fluss ist schon großartig!

LG und schöne Feiertage!
Martin
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01 Jan 2022 19:40 #633558
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  • Champagner am 01 Jan 2022 19:40
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Hi Muckels,
vielen Dank erstmal für die schönen Vogelbilder (auch wenn ich den aufgespießten Drongo ja schon ein bisschen gruselig finde :blink: ;) ) - und den Kavango schau ich mir auch immer wieder gerne an!

Eulenmuckel schrieb:
@Bele:
Eigentlich fahr' ich ja nur wegen der Apfelpfannkuchen so gern mit euch nach Afrika
Schon verstanden. Sind eingeplant. ;) Wir sind inzwischen übrigens stolze Besitzer einer eigenen kleinen Pfanne. Die Pfannkuchen haben die perfekte Größe und lassen sich viel leichter wenden.
Prima, ist notiert! :)
Fleecejacken mitten am Vormittag
Sieh es mal so: keine Mützen, keine Schals, keine Kohlen unter dem Sitz :)
Irgendwie beruhigt mich das jetzt nicht sonderlich :unsure: .

Übrigens, Weihnachten ist vorbei, Silvester ebenfalls..... und stellt euch vor, ich war heute bei der Suche nach Vogelfutter in meinem Schuppen, da liegt immer noch so ein Zaunpfahl rum :P

Neues Jahr - neues Kapitel, oder wie war das?

Liebe Grüße von Bele
Letzte Änderung: 01 Jan 2022 19:41 von Champagner.
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22 Jan 2022 13:43 #635273
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  • Eulenmuckel am 24 Dez 2021 08:49
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@Martin: Das Besondere bei Riverdance ist nicht nur die Lage am Fluss, sondern auch die exklusiven Stellplätze.

@Bele:
Neues Jahr - neues Kapitel, oder wie war das?
Richtig. Und wir warten gar nicht bis zum nächsten Jahr, sondern liefern das Kapitel sogar schon in diesem (*schäm*). ;)

Liebe Grüße
Uwe
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22 Jan 2022 13:46 #635274
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Tag 24 – Montag, 26. Juli – Birding-Morgen und Kilometer machen

Riverdance Lodge – Camp Maori, Grootfontein

Der heutige Morgen fühlte sich richtig kalt an. Das Außenthermometer zeigte zwar 5,6 Grad, aber irgendwie war die Luft eisig. Uwe stand kurz nach Sonnenaufgang auf und bereitete das Frühstück vor. Zur zweiten Tasse Kaffee kam auch Ruth aus den Federn und aß im Stehen zwei Nutella-Brote. Zum Sitzen war es ihr noch zu kalt. In der heißen Jahreszeit ist diese schattige Campsite wahrscheinlich genau richtig.





Es dauerte zwar nicht lange, bis wir fertig gegessen und alles zusammengepackt hatten, aber dann mussten wir ja noch zur Lodge laufen, um die Campsite zu bezahlen. Dort wollten wir auch noch kurz eine Internet-Verbindung nutzen, und auf dem Weg nahmen wir die Fotoapparate mit. Das stellte sich als Segen und Fluch zugleich heraus. Auf den wenigen Metern von Campsite drei bis zur Lodge tummelten sich wie schon gestern Abend zahlreiche kleine Vögel im Gebüsch und auf den Bäumen. Wir schauten, liefen und fotografierten ohne Pause.

Silberreiher



Swamp oder Tropical Boubou



African Yellow White-eye beim Baden



Yellow-breasted Apalis, Gelbbrust-Feinsänger?



Holub's Golden Weaver



Gelbbrustbülbül



Buntastrild



Weißbrauen-Heckensänger



Graurücken-Camaroptera



Irgendwann schafften wir es dann doch bis zur Lodge, bezahlten unsere Rechnung und schauten, ob es in der Welt etwas Neues für uns gab.
Der Rückweg gestaltete sich wie der Hinweg als Birding-Walk. Besonders Ruth konnte sich kaum losreißen.

Brillenwürger





Weißflankenschnäpper



Halsband-Bartvogel





Irgendwann startete Uwe den Motor und sammelte sie einfach entlang des Weges ein. Wir hatten nur ein kurzes Stück zur B8, dann ging es wieder weiter nach Westen Richtung Rundu. Fleißig sammelten wir bunte Eindrücke und Straßenszenen.











Letzte Änderung: 22 Jan 2022 13:48 von Eulenmuckel.
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22 Jan 2022 13:49 #635275
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Die Stadt selbst scheint immer weiter zu wachsen. Auch hier gab es entlang der Hauptstraße viel zu sehen: Shebeens in bunten Farben mit spannenden Namen, Fleisch, das unter Bäumen hängt und zum Kauf angeboten wird, Jungen, die Drahtautos vor sich herschieben, Mädchen und Frauen mit Wasserkanistern oder Fässern, die vor sich her gerollt werden, Eselkarren, die mit schweren Waren beladen sind oder Esel, die mit zusammengebundenen Vorderbeinen hüpfend und humpelnd versuchen, die Straße zu überqueren. Meist bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die vorbeirauschenden Autos zu ignorieren und darauf zu vertrauen, dass sie schnell genug ausweichen werden. Wir sehen Rinder, Ziegen und Hunde, kleine Verkaufsstände mit Holzmokoros oder Mobiles für Touristen, Autowerkstätten, die eher wie Schrottplätze aussehen, Feuerstellen, in denen Müll verbrannt wird, Musik und viele Leute, die entweder zu Fuß unterwegs sind oder einfach nur am Straßenrand sitzen.





























An einem Rastplatz fernab einer Siedlung machten wir am Nachmittag ein Picknick. Alle Rastplätze waren auffällig sauber und gepflegt. Die Sonne schien von einem blauen Himmel, und ein paar Vögelchen landeten in den Büschen, darunter ein Granat-Astrild.







Anschließend fuhren wir auf schnurgerader Straße



noch eine Stunde bis Grootfontein und freuten uns, wieder bei Conni und Peter auf Maori zu sein. Wir waren erneut die einzigen Gäste auf dem Campingplatz, denn Cora und Gert waren heute abgereist. Ruth spielte etwas mit Lola. Das kleine Hundemädchen ist aber auch zu niedlich.





Wir unterhielten uns mit Conni, und die Zeit verging wie im Flug. Dann parkten wir das Auto, klappten das Zelt auf und schauten ein wenig nach Vögeln.

Strichelracke



Graulärmvogel







Viel rascher als erwartet war es Zeit, sich vom Turm aus den Sonnenuntergang anzusehen.



Später erschien Peter und verkündete uns, dass er zaubern könne. Als Beweis zog der verrückte Kerl ein winziges weißes Kaninchen aus der Hosentasche. Es muss noch ganz jung gewesen sein, denn es passte in eine Hand. Dazu war es so leicht wie eine Tafel Schokolade.





Danach ließ Peter es wieder in seiner Hosentasche verschwinden. Er ist wirklich ein Zauberer. :laugh: Ruth hatte ein wenig Angst, dass es in seiner Tasche in Vergessenheit geraten könnte und drängte darauf, es möglichst bald wieder frei zu lassen.
Da unser Picknick noch nicht lange zurück lag, hatten wir beide keinen großen Hunger. Uwe aß noch zwei Schwarzbrote, Ruth verzichtete auf ein Abendessen. Nach dem Duschen gingen wir früh ins Zelt, da es auch schon wieder recht kühl wurde.

Kilometer: 438
Letzte Änderung: 22 Jan 2022 13:54 von Eulenmuckel.
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