THEMA: Die Eulenmuckels sind endlich wieder in Namibia
09 Sep 2021 21:31 #625436
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Lieber Sam,

schön, wieder von dir zu lesen. Und beim Blick auf eure geplante Reise(dauer) kann man schon neidisch werden.

Die Antwort für den Nussverkäufer werden wir uns merken.

Danke für deine Begleitung. Gleich geht es mit der nächsten Etappe im Etosha weiter.

Viele Grüße
Uwe
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09 Sep 2021 21:35 #625439
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Tag 11 – Dienstag, 13. Juli – Gamedrive ohne Ende

Okaukuejo – Olifantsrus

Wie in Okaukuejo üblich standen wir früh auf. In der Nacht hatten immer wieder die Webervögel im Traum gezwitschert – also in ihrem eigenen, nicht in unserem. Während das Camp ganz langsam erwachte, setzte Uwe Wasser auf, ging zur Toilette, und Ruth richtete das Zelt. Unsere Morgenroutine war schon wieder gut eingespielt, und so waren wir pünktlich zur Toröffnung um halb acht fertig.



Mit Sonnenaufgang machten wir uns auf zur Löwenjagd, denn wir wollten schauen, ob wir die beiden Kater vom Vorabend wieder aufspüren konnten.



Daher fuhren wir die Runde vom gestrigen Abend zunächst in umgekehrter Richtung, also nach Gemsbokvlakte und dann über Nebrownii zurück. Leider hatten wir kein Glück, denn die Löwen waren nicht mehr zu finden. Davon waren wir auch ausgegangen, aber wir wollten uns nicht nachsagen lassen, es nicht versucht zu haben. Stattdessen entdeckten wir ein einzelnes Eland, einige Schakale und natürlich Unmengen an Springböcken.









Der Morgen war relativ ruhig, und so hielten wir mal wieder auch für die kleinen Braunen. Mit dieser Aufnahme von hinten tun wir uns etwas schwer. Auch die Größe ist im Nachhinein nur schlecht zu schätzen. Vielleicht ist es ein Marico Flycatcher?

Drosselschnäpper (Chat Flycatcher) (Danke an maddy)



Weißflügeltrappe



Nach einem kleinen Stopp in Okaukuejo ging es von dort weiter nach Okondeka. Entlang des Weges sahen wir Springböcke und Gnus, die aber nur wenig kooperativ waren. Völlig gelangweilt von uns hoben sie meist nicht einmal den Kopf. Auch die Landschaft gab nicht allzu viel her.



Ein bisschen gelbes Gras und kurzes, graues Gewächs. Trotzdem freuten wir uns, einfach hier sein zu dürfen. Uwes Ankündigung, sich notfalls auch für drei Wochen irgendwo in den Staub zu setzen, wenn er nur bloß wieder nach Namibia käme, war gar nicht so falsch. Die Ansprüche waren geringer und die Momente bewusster. Von einfach nur im Staub sitzen waren wir ja auch ohne besondere Sichtung weit entfernt. Vielleicht sind eben auch die kleinen Dinge besonders.

Aufgeregte Weißflügeltrappe





Termitenschmätzer



Schnell kamen wir nicht voran, denn die häufigen Vogelstopps hielten auf. Ihre Bestimmung noch viel mehr. Lerchen können wir einfach gar nicht.

Zirp-Lerche (Spike-heeled Lark) Sabotalerche ohne weißen Augenstreif :P :whistle:



Ach, keine Ahnung! Irgendwas passt einfach immer nicht. Entweder ist es der helle Kranz ums Auge, der dunkle Streifen, der vom Schnabel ausgeht, die bräunliche Brust oder das Verbreitungsgebiet. Wir behaupten einfach, eine neue Art entdeckt zu haben. Fertig!

Zirp-Lerche (Spike-heeled Lark) (Danke an Matthias)



Rostschwanzschmätzer (Familiar Chat) (Danke an maddy)



Steppenfalke



Bei Okondeka standen Oryx und Strauße herum. In der Ferne zogen ein paar Gnus vorbei. Von Löwen war weit und breit keine Schwanzspitze zu erblicken, und so fuhren wir über Adamax und vorbei am Märchenwald immer weiter nach Westen. Eine einzelne Giraffe war in die entgegengesetzte Richtung unterwegs.



Am Picknickplatz hinter dem Wald machten wir eine kleine Frühstückspause und aßen Brötchen mit Nutella und Marmelade. Auch hier war es sehr still. Außer ein paar Webervögeln, die fleißig kleine Ästchen im Schnabel davontrugen, konnten wir keine Vögel entdecken.



So blieben wir nicht sehr lange und fuhren schon bald weiter. Dabei stellte das Öffnen des Tors Ruth vor eine Herausforderung. Das alte Ding hing nur noch schräg in den Angeln, und sie musste es mehr tragen als schieben. Unter grauem Himmel ging es weiter Richtung Nordwest. Die Strecke zog sich, und wir waren dankbar für jede kleine Abwechslung.



Bei Ozonjuitji m’Bari tobte dafür das Leben. Alles, was Beine und Flügel hatte und sich mehr oder weniger gut vertrug, war hier vertreten: unzählige Strauße, Oryx, Zebras und Springböcke. In weiter Entfernung entdeckten wir ein paar Elands und dazwischen viele viele Tauben.

Kaptäubchen



Es ging zu wie auf dem Schulhof. Während die einen sich brav anstellten, abwarteten und alles aus der Ferne betrachteten, wurde anderswo gedrängelt, gerempelt und gepöbelt.



Besonders arg trieben es die Zebras. Ihre langgezogenen Rufe schallten aus allen Richtungen, während sie kopfnickend Richtung Wasser liefen. Dort angekommen schubsten sie sich herum, traten, bissen und wirbelten mächtig Staub auf.







Wir blieben eine ganze Weile und sahen dem Schauspiel zu. Leider sichteten wir hier und auch später keine Elefanten. Auf der weiteren Strecke sprang ab und an ein Steinböckchen davon, und auch die Zebras blieben uns treu. Trotzdem wollte die Strecke nach Olifantsrus nicht kürzer werden. Wir begannen ein wenig zu bereuen, den Westen des Etosha dieses Mal nicht ausgelassen zu haben. Ein Highlight war das Picknick bei Sonderkop. Während wir Brote mit Avocado und Rauchfleisch aßen, unterhielten sich an den beiden Nebentischen zwei Schildraben. Sie machten merkwürdige Geräusche und hörten sich an wie eine losgelassene Sprungfeder aus Metall: brrrimmm, brrrrimmm. Es machte wirklich Spaß, den beiden zuzuhören. Obwohl wir schon viele dieser Vögel gesehen hatten, war diese Sprache neu für uns.





Kalahariheckensänger



Schnurrbärtchen



Die letzten 50 Kilometer bis Olifantsrus unterbrachen wir nur noch für einige Doppelbandrennvögel direkt neben der Straße und zwei Steinböckchen.





Die auf dem Weg liegenden Wasserlöcher waren vollkommen verwaist. Alle Tiere hatten sich verkrochen oder waren abgewandert. Wie verzweifelt wir nach einem Lebewesen Ausschau hielten, beweist dieser Waffenkiebitz, der bei schlechtem Licht neben einem Elefantenköttel als lohnendes Motiv herhalten musste.



In Olifantsrus checkten wir ein und suchten uns aus den vielen Campsites eine freie aus. Außer uns standen am Ende des Tages noch vier weitere Parteien hier. Wir hatten genug von der langen Fahrerei und dem anstrengenden Gegucke. Daher ruhten wir uns aus, duschten und setzten uns kurz in den Hide.



Leider war auch an diesem Wasserloch außer ein paar Tauben kein Tier zu sehen.



Das stimmte so nicht ganz. Im Tümpel unter uns regte sich etwas, und eine Schildkröte grinste zu uns herauf.



Außerdem stand eine Herde Gnus weit entfernt, machte aber keine Anstalten, näher zu kommen. Mit Sonnenuntergang spazierten wir über den hölzernen Steg zurück zur Campsite.



Zum Abendessen wollten wir Boerewors grillen. Ruth machten einen Salat mit Gurke, Tomaten, Paprika, Oliven und Feta. Uwe entzündete das Feuer und checkte noch einmal die Lage am Wasserloch, da wir den Ruf einer Hyäne gehört hatten. Seine Mühe blieb aber umsonst.







Der Abend blieb eher ungemütlich. Zum einen wurde es recht kalt, außerdem qualmte das Feuerholz sehr, und es dauerte ewig, bis wir eine nennenswerte Glut erhielten. Natürlich zog der Qualm immer in unsere Richtung. Egal, ob wir uns vor, hinter oder neben die Feuerstelle setzten, wir wurden eingeräuchert. So zogen wir mehrfach mit unserem Tisch um, bis wir schließlich kapitulierten. Manche Dinge gehören eben dazu. So zum Beispiel nach Rauch stinkende Klamotten und Haare. Als die Wurst endlich fertig war, schmeckte sie zum Glück hervorragend, so dass sich das lange Warten gelohnt hatte.
Bei der Camp-Rezeption gab es WLAN, und so erfuhren wir, dass Lufthansa nur noch dreimal pro Woche von Windhoek nach Frankfurt fliegt. Unser Rückflug wurde daher um einen Tag nach vorne verschoben. Überraschung!
Auf Grund der niedrigen Temperaturen dauerte es nicht lange, bis wir bald nach dem Abwasch ins Zelt kletterten und uns auch das stundenlange Starren auf ein schwach angeleuchtetes Wasserloch nicht mehr locken konnte.

Kilometer: 200
Letzte Änderung: 15 Sep 2021 07:41 von Eulenmuckel.
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10 Sep 2021 06:12 #625445
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  • Champagner am 10 Sep 2021 06:12
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Guten Morgen meine Lieben,

während draußen im Dunkeln (warum wird es hier eigentlich so spät hell :S ? Ich will wieder weg....) mein Käuzchen ruft, habe ich endlich hier nachgelesen!

Auch wenn ich eure Fotos aus dem Etosha NP sehr genieße, hänge ich gedanklich immer noch an Ruths fantastischen Lichtmalereien fest. Ich finde, erst wenn man das selber mal erfolglos versucht hat :blush: , kann man ihre Kunstwerke wirklich wertschätzen! In diesem Sinne: BRAVO!!! :kiss:

Zu eurer Lerche (ich und Lerchen :laugh: :laugh: :laugh: Matthias wird sich kringelig lachen, dass ausgerechnet ich mich damit befasse...): ich hab mal in meinem "LBJs made simple" (der Titel ist natürlich irreführend, nix ist das simple :pinch: ) nachgeschaut.

Ich sag jetzt einfach mal, dass sie, wenn ich die Bildchen in dem Buch mit euren vergleiche, mich am ehesten an die Eastern Clapper Lark erinnert. Aber ich sag das jetzt ohne etwas zu wissen (und ich hab noch nicht mal im Roberts gegengecheckt, dazu müsste ich jetzt nochmal von der Couch aufstehen :blink: ) - vielleicht auch nur, um Matthias aus der Reserve zu locken :P .

Mal schaun, was für ein braunes Vögele es dann tatsächlich ist.... :whistle: . Es bleibt spannend :ohmy: !

Euch einen schönen Freitag und dann ein ebensolches Wochenende :kiss: !

Liebe Grüße von Bele
Letzte Änderung: 10 Sep 2021 06:14 von Champagner.
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10 Sep 2021 07:38 #625451
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Moin!

Sehr interessant, wie unterschiedlich die Strecke doch sein kann.
Einige Tage nach Eurem Besuch in Olifantsrus wurde dort das Wasserloch vom Schlamm befreit.
Wir waren 2 Tage vor Ort, am ersten Abend waren 4 Nashörner am Hide und haben den Schlamm schmatzend ausgesaugt.
Mein Großer hat sicherlich mehrere hundert Fotos davon produziert.
Am zweiten Tag mit sauberem Wasserloch war dann aber auch fast nichts los.
Jedoch sind wir im Westen quasi von Steinböckchen und Nashörnern verfolgt worden.
Gruß!

Ulrich
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10 Sep 2021 11:01 #625493
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  • fotomatte am 10 Sep 2021 11:01
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Hallo,

nach einer leider doch nur dreiwöchig kurzen Abstinenz habe ich wieder nachgeholt, und was sehe ich: Rätselvögel. B) Sehr schön.
Da lege ich mir doch mal gleich den Roberts zurecht, denn in Namibia war ich ja zwei Jahre nicht mehr, und ich bin doch ganz schön aus der Übung, vor Allem bei den Lerchen.

@ Bele: Von welchem Vogel sprichst du? Es gibt, wenn ich richtig zähle, vier fragliche Kandidaten.

Also:

1. den mutmaßlichen Marico Flycatcher würde ich für einen Familiar Chat halten, sonst müsste der Bauch weiss sein.

2. die vermutete Sabota Lark halte ich für eine Rufuos-naped Lark in der namibischen ssp. pallida, auch, wenn man auf dem Foto die Haube nicht sieht/diese angelegt ist. Eine Eastern Clapper Lark kann ich nicht ganz ausschliessen, aber der Schnabel ist mir doch zu groß. ( bei E. Clapper Lark steht: fairly short, stout bill ).

3. der folgende Vogel, da bin ich mir sicher, ist eine Spike-heeled Lark. Von den langschnäbeligen L. gibt es ja nicht so viele, da bleibt nur diese übrig, in der ssp. arenaria.

4. der ?-Vogel ist eindeutig keine Lerche, den würde ich für ein African Stonechat, ein Schwarzkehlchen halten. Natürlich kein adultes Männchen, sondern ein unausgefärbtes, vorjähriges Tier.

Vielleicht äussert sich maddy ja auch noch, bin mal gespannt.

Liebe Grüße,
Matthias
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10 Sep 2021 13:04 #625505
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Was für ein Trubel an diesem unaussprechlichen Wasserloch. Super schön! Hier hattet ihr doch großes Glück! Im Juni waren zwar auch einige Tierchen da, aber bei weitem nicht so viele. Das scheint derzeit (auch bei den Facebook-Etosha-Gruppen) erst mehr und mehr Tiere anzuziehen...
Viele Grüße, Nora
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