THEMA: Kaoko, Küste & Kunene - kurz und knackig
08 Mai 2021 14:51 #615362
  • crockydile
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  • crockydile am 08 Mai 2021 14:51
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Teil 4: KUNENE WEST – DAS WANDERN IST DER DÜNE LUST




Erneut eine kurze Anmerkung zur Orientierung vorweg.
Der Kunene Fluss ist ca. 1200km lang.
Seine etwa letzten 300-400 km markieren die Grenze zwischen Angola & Namibia.
Diese Grenzstrecke kann man wiederum aus touristischer Sicht grob unterteilen in:

das westliche Drittel mit Dünen (bedingt befahrbar)
das mittlere Drittel mit Bergen (unbefahrbar)
das östliche Drittel zwischen den Wasserfaellen Ruacana und Epupa (D3700)

Das westliche Drittel ist „befahrbar“ liegt aber grossteils im konzessionierten Naturschutzgebiet.
Das östliche Drittel ist von einer Gravel Road flankiert, die juengst anscheinend ausgebessert wurde, so dass die Strecke von Swartbooidrif (T-Junction D3700-3701) nach Epupa jetzt von etwa 1 Tag Fahrzeit auf bequeme 3-4 Stunden verkuerzt wurde.
Das mittlere Drittel ist sehr gebirgig und kaum zugaenglich (Baynesberge*, Otjihipaberge).
Deshalb muss man auch einen mehr o. weniger grossen Umgehungs-Bogen fahren, wenn man sich auf der West-Ost-Achse bewegt.
*hier wird wohl demnaechst ein hydro-elektrisches Kraftwerk (Baynes-Projekt) verwirklicht, nachdem der urspruenglich geplante Bau eines Epupa-Staudammes ca. 2008 endgueltig am Protest der Bevoelkerung scheiterte.



Das obige Foto glaube ich mir selbst kaum.
Der harte Kontrast zwischen sandy Namibia bzw. der Region Kunene und rocky Angola bzw. dem Distrikt Namibe (btw: der angolanische Distrikt Cunene liegt weiter oestlich) sieht aus wie ein Fake Foto. Wir konnten uns an der surrealen Szenerie nicht satt sehen – traumhaft, im wahrsten Sinne.



Die Duenen der Skelettkueste zu befahren kam uns irgendwie schwieriger vor als im Sperrgebiet, obwohl sie weder hoeher noch steiler erschienen. Moeglicherweise war einfach der Sand weicher, jedenfalls erschien er uns an vielen Stellen ziemlich bodenlos.
Vielleicht hatte auch unser Guide keinen Plan? Zugegebener Massen handelt es sich natuerlich auch um Wanderduenen. d.h. die aufgezeichneten Tracks waren teilweise einfach von der Realitaet ueberrollt ? Vielleicht war auch Duenen-Vatertag gewesen ;-)
Zahllos jedenfalls die Recoverys, die insbesondere die tiefer liegenden Hiluxe brauchten, obwohl wir die Reifendrucke bis 0,7 bar absenkten (!). Letztlich war aber wie immer jeder mal dran - Teambuilding.
Manchmal gab es groteske Situationen in dem z.B. nacheinander alle Rettungsfahrzeuge im gleichen (Treib)Sand-Trichter stecken blieben, rund um den intialen Havaristen.
Die Afrikaaner hatten trotz (oder gerade deshalb?) mancher in Verlust geratener Autoanhangsgebilde ihren Spass und ich hab beim Zuschauen sehr viel gelernt ueber den Einsatz von Seilwinde und kinetic strap.



Warum auch immer – jedenfalls brauchten wir fuer die Duenen-Etappe doppelt so lange wie geplant und mussten ein ausserplanmaessiges Sand-Biwak aufschlagen.



Nach Verlassen des Parks versuchten wir zu den „Rapids“ vorzudringen, vermutlich sind damit Stromschnellen gemeint. Leider war jedoch die Zufahrt von 2 Sanddünen blockiert, die „das letzte mal noch nicht da waren“. C'est la vie.

Ueber den sog. „Roller Coaster“, die Achterbahn gings dann raus aus dem Sand...



...ins Hartman-Tal.



Persönlich fahr ich auf Sandduenen richtig ab – nicht nur in der Steilflaeche, dem Slipface ( Sorry Kalauer :laugh: SCNR)
Ich find sie einfach wunderschoen ! Da geht’s dann auch manchmal mit mir durch. Seid mir nicht böse...





...weiter gehts mit Kunene Ost und den Monte Negro-Wasserfällen
Beste Gruesse
Piet

"Alles ist gut! Solange du wild bist!"
Letzte Änderung: 09 Mai 2021 09:17 von crockydile.
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08 Mai 2021 21:24 #615387
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  • lilytrotter am 08 Mai 2021 21:24
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Hallo, crockydile,

Super, das Bild mit dem Wrackteil vom Ventura Bomber.
Die Kontraste dort oben am westlichen Kunene sind zum Niederknien.
Tolle Impressionen von der Dünenlandschaft!
Und "rocky Angola" ist zum Kunenemund hin auch recht sandig, aber so schöne Dünen hats da nicht, im Iona NP.
Grüßle von den lilytrotters
Letzte Änderung: 08 Mai 2021 21:28 von lilytrotter.
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10 Mai 2021 10:22 #615506
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  • franzicke am 10 Mai 2021 10:22
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WOW - das ist ja mal richtig irre!
Ganzganz tolle Bilder, teilweise wie Gemälde und unglaublich schön.
Ich danke dir sehr, dass du doch noch ein bisschen berichtest, auch wenn ich eher nicht zu denen gehöre, die solche Strecken als nächstes in Angriff nimmt. Aber die Bilder zusammen mit deinen Informationen - das macht schon was!!!
Grüße und guten Wochenstart
Ingrid
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10 Mai 2021 14:30 #615555
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  • sternschnubi am 10 Mai 2021 14:30
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Servus crockydile,

tatsächlich fällt mir ausser WOW - "haben will B) " und extrem beeindruckend derzeit nix mehr ein.
lg
Uwe
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10 Mai 2021 15:49 #615562
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  • Giraffen-Lisa am 10 Mai 2021 15:49
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HAMMER FILM !

HAMMER FOTO !

Tolle Tour - du hast meinen vollen Neid :blink:

DANKE
Meine Aufenthalte in Südwest/Namibia:
1978/79 Besuch auf Farm am Waterberg, 1980 Praktikum im Schülerheim Otjiwarongo/Caprivi, 1981 Bulli-Rundreise mit crockydile: Namibia – Kapstadt – Gardenroute – Zymbabwe – Victoriafälle – Botswana (10Tage mit dem Mokoro im Okawango-Delta) – Namibia,
1983 Arbeiten auf Farm Otjikaru am Waterberg
lange Pause
Tolle Urlaube folgenten: 2007 Namibia, 2008 Namibia/Botswana, 2009 Namibia
2018 Wunderschöne 2-Familientour mit Familie tim.buktu
Letzte Änderung: 10 Mai 2021 15:50 von Giraffen-Lisa.
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10 Mai 2021 20:23 #615590
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  • crockydile am 08 Mai 2021 14:51
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TEIL 5: KUNENE OST - das grüne Band der Sympathie
bezueglich der Transitstrecke Kunene-West → Kunene-Ost bleib ich mal kurz angebunden.
Es ging im grossen Bogen durchs Hartman Tal gen Sueden, Green Drum, Orupembe, Opuwo.
Die bunten Faesser gehen auf die automobile Erschliessungs-Aera zurueck; hat wohl der alte van Zyl damals hier und dort deponiert weil sein Ford Pick-up ganz schön durstig war. Dazu spaeter mehr.


Die „Klipp Mannejies“ sind ja forumsbekannt.

Da der Huarusib unseren Weg mehrfach kreuzte (oder umgekehrt) gab es einige River Crossings zu ueberstehen - teilweise ohne unseren Guide, denn der musste wegen Treibstoffmangel zurueck bleiben (haett er mal besser bei Oom van Zyl aufgepasst wie man das macht :P ).
Fuer uns war das Vortrekken aber kein Problem, denn wir hatten ja unsere Südafrikaaners ;)

Clip-> KLICK

Trotzdem hat es unseren Zeitplan durchgeschuettelt wie einen Polo auf der Wellblech Pad.
Als wir ziemlich spaet auf der Opuwo Country Lodge/Campsite eintrafen waren nicht mehr alle Gruppenmitglieder gewillt die Zelte aufzuschlagen. Auch hatte ich das unbestimmte Gefuehl, dass wir inzwischen wie Socken riechen muessten („smell like socks“), so dass die gegebenen Optionen (Zimmer mit Dusche) sehr verlockend waren.
Am naechsten Morgen gings vorbei am Dorslandtrekker Denkmal (spannende Geschichte dahinter -> KLICK, finde ich) direkt zur Campsite der Kunene River Lodge.
Dort haben wir den einzigen Ruehtag in sattestem SchattenGruen verbracht, konnten uns mal etwas sortieren, jeder wie er wollte...






...über Nacht sind da sogar jede Menge Pilze gewachsen

Mit frisch gespannten Federn ging es am nächsten Tag auf der D3700 nach Epupa.
Wie ich weiter oben schon schrob, bis vor kurzem soll man f. d. 75 km (Luftlinie) einen ganzen Tag gebraucht haben.
Man habe aber inzwischen die Pad neu geschoben.
Wir schafften es bequem in 4 Stunden, incl. einer netten Besichtigung des idyllisch am Flussbett gelegenen „Camp Cornie“ und der ein o. anderen Furt.







Die Epupa-Fälle (angolanisch: Monte Negro Falls) sind wunderschoen und haben mich im doppelten Sinne umgehauen.





Ich konnte es kaum erwarten (auch weil dort ein GeoCache war :whistle: ) und habe den Fehler gemacht bei fast 40 Grad in der Mittagssonne loszuziehen. :blush:
Es ist nur eine kurze Wanderung, aber ich kam total auf dem Zahnfleisch zurueck und musste dann notfallmaessig in den Pool, wo ich von barmherzigen Schwestern mit eiskalten G&Ts behandelt wurde. Guuuuuut....
Ich erinnere mich deshalb nur vage an einen mir unbekannten Mitinsassen des Cocktail-Pools, mit dem ich Small Talk ueber Toyotas hatte. Der deutsche Landsmann hatte seinen Landcruiser mit einer riesigen Kabine auf fast 5 Tonnen aufgelastet. Zweifellos war sein Godzilla eine imposante Erscheinung.
Ja, und in die Dünen wolle er damit demnaechst auch mal. Wie Bitte ?!
Mein von schierer Naechstenliebe getriebener Versuch Zweifel an diesem Vorhaben zu säen oder einen Prozess des kritischen Nachdenkens vorzuschalten scheiterte an einer Firewall der Inbrunst.
Ich hab mir dann bei der Schwester noch einen G&T bestellt und gut sein lassen.
Aber Leute, Hallo ! mit so einem Monstertruck auch wenn er ü300 PS hat kommt man die Dünen nicht hoch.
Und die Recoveries werden (fuer die anderen) auch kein Vergnuegen.
Man kann natuerlich immer einen Weg um die Duene herum (= um den Spass herum) suchen. So oder so finde ich persoenlich, dass ein derartiges Unterfangen u.a. eine Ruecksichtslsogkeit an der Reisegruppe darstellt.
Wenn Ihr anderer Meinung seid, „schreibt es gerne unten in die Kommentare“ ;)





Natürlich sind wir abends nochmal raus und hatten eine kleine Foto-Ekstase an diesem herrlichen Fleckchen Erde.
Wie kann man nur auf die Idee kommen hier einen Staudamm zu bauen ?







Weiter geht’s mit Teil 6: Rocketman – Van Zyl
Beste Gruesse
Piet

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Letzte Änderung: 11 Mai 2021 12:59 von crockydile.
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