THEMA: Namibia im Jan. 21
27 Mär 2021 17:05 #611065
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meistens jedenfalls...





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27 Mär 2021 17:48 #611067
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Mittagspause in Okaukuejo; zum ersten Mal sahen wir hier relativ viele Touristen, und fast alle schienen sich im Pool zu tummeln (was wir eigentlich auch vorhatten, daraufhin aber bleiben ließen). Bei der riesigen Anlage war es trotzdem nicht schwer, einen abgelegenen Stellplatz für ein Mittagspicknick zu finden, und unter dem Schattendach mit Blick aufs Wasserloch mit Springböcken und Zebras waren wir tatsächlich allein (ein sehr schönes schattiges Plätzchen für eine Mittagsruhe! )







Die Strecke zwischen Okaukuejo und Olifantrus zieht sich hin…Eine staubigen Strecke, wenig interessant, kaum Abzweigungen, offenbar einige neue Straßenführungen im Bau. Außerdem viel abgebranntes Gebüsch. Auch für Tiere wenig interessant - außer offenbar Oryxe und Zebras. Horden von Zebras…..











Ulm 17.00 erreichten wir Olifantrus. Ein rel. neues, sehr angenehmes, kleines Camp (keine Lodge!) mit schön angelegtem Steg zum Wasserloch, sauberen duschen und Abwaschgelegenheiten, funktionierendem WLAN, sehr nettem Personal . Und mal wieder nur einzelne weitere Camper .



Am Wasserloch trafen sich nach Sonnenuntergang noch Hyäne und Schakal - danach wurde es zu dunkel
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27 Mär 2021 21:28 #611093
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Über den weiteren genauen Tourverlauf waren wir noch nicht sicher. Nur das entferntere nächste Ziel war klar: Camp Syncro am Kunene, im äußersten NW Namibias. Das wollten wir unbedingt erreichen, nachdem wir es im Vorjahr schon anvisiert hatten, dann aber durch einen kräftig strömenden Hoarusib am Purros Crater an der Weiterfahrt gen N gehindert worden waren.
Als nächsten Nachtplatz steuerten wir zunächst Camp Aussicht an (war uns vom Vorjahr in guter Erinnerung), verfehlten dann aber den richtigen Weg und landeten letztlich nach (zu) langer Fahrerei in Opuwo in der Countrylodge - Campsite. Und wieder war dieser eigentlich nicht anvisierte Platz ein Glückstreffer: Die Lodge liegt uphill, unbehelligt vom Stadtgewusel, gut bewacht durch eifrige, aber unaufdringliche Nachtwächter, und vor allem: Wir waren mal wieder fast allein! Und wir waren willkommen; So hatten wir nicht nur die Campsite mit den Ablutions, sondern auch noch die Infrastruktur der einige Fußminuten entfernten Lodge ganz für uns: Terrasse mit Aussicht, herrlicher Pool, kaltes Bier - und WLAN. (Letzteres holte uns allerdings ein wenig raus aus unsrer heilen Welt: Nur Horrormeldungen über steigende Coronazahlen in Europa, über Terror in den USA, wo die Republikaner das Weiße Haus stürmen, über durch Regenmassen zerstörte Straßen und darin schwimmende Autos im Süden Namibias- nein, das wollten wir jetzt alles garnicht wissen…. )



C 35 gen N

Die Lodgeterrasse mit wunderbarer Aussicht

Ziegen statt Touristen auf der Terrasse

herrlicher Pool ganz für uns allein-zum Träumen...

abends auf der CS Besuch von einem äußerst freundlichen Katzenpärchen



Beim Abendessen (nicht in der Lodge, obwohl wir freundlich eingeladen wurden, sondern auf der CS) wurde uns einmal mehr klar, wie gut wir es doch haben…


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03 Apr 2021 15:57 #611478
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8.1. endlich ins Kaokofeld!
Morgens genossen wir noch einmal die Annehmlichkeiten der Zivilisation: Herrlich heiße und saubere Duschen , ein schönes schattiges Plätzchen mit Aussicht zum Schreiben (und immer mit Gesellschaft von einem sehr gepflegten verschmusten Katzenpärchen), an der Lodge WLAN - Verbindung für Kontakte nach Hause..
Dann wagten wir uns notgedrungen in das Gewusel des Sparmarktes in Opuwo. Manche beschreiben es ja als „interessante bunte Mischung verschiedener Ethnien“ : Im Laden nebeneinander barbusige, meist etwas ratlos wirkende Himbafrauen, einzelne bunt verpackte , eher stolz auftretende Hererofrauen, meist sauber und modern gekleidete Inländer (die Frauen mit Spaghettiträgern, die Männer eher mit Anzug), dazwischen zahlreiche eher verlottert und meist dreckig erscheinende Abenteuertouristen (man verzeihe mir die Pauschalisierung…). Ich empfand es schon im letzten Jahr als notwendiges Übel, jetzt unter Coronaeinfluß geradezu als abstoßend: einerseits hatte ich Mitleid: wie mag es den halbnackten Himbafrauen gehen, die, ausnahmslos mit Kind auf dem Arm, im Gewühle mit ratlos fragendem Blick an der riesigen Käsetheke stehen neben den vollgepackten Einkaufswägen der „eher verlottert aussehenden Abenteuertouristen“? Andererseits fühlte ich mich gerade von diesen Himbafrauen mit Kind auf dem Arm vor dem Markt mehr als bedrängt, wenn sie bettelnd an mir zerrten und alle die gleichen Armringe verkaufen wollten… Letztes Jahr hatte ich mich hinreißen lassen, für viele einzelne 10ND -Scheine einzelne Ringe von 2 Frauen zu kaufen ( mehr konnte ich nicht verkraften, wir wollten ja noch weiterfahren…) mit dem Hinweis, sie mögen das Geld untereinander teilen. Gab nur Ärger….In diesem coronageprägen Jahr war uns das definitiv zu viel Nähe. Also: Einkauf und dann möglichst schnell weg!
(Daß ich mich seit Jahrzehnten ausführlich mit dem Leben / Überleben oder eben langsamen Sterben der Himbas - und anderer indigener Volksstämme beschäftige, macht die Begegnung leider nicht leichter oder angenehmer).
Zu „coronageprägt“: Im Laden trugen alle Masken, wenn auch zT. sehr verrutscht. Vor dem Laden stand ein großer Kanister mit Desinfektionsmittel (das zumindest stand drauf) und Ablaufhahn, unter dem sich fast alle brav ausführlich die Hände rieben.

Noch schnell zur Tanke, dann sind wir um 11.30 „auf pad“.
Die zunächst staubige unschöne Schotterstrecke auf der D3704 haben wir schnell hinter uns. Die D3707 ist deutlich schöner, wenn auch z.T. steiniger und zum Fahren etwas stressig.

D 3707 am Hoarusib entlang


Gut beschildert....

Mehrfach laufen uns Straußfamilien über den Weg, Esel dösen in der Hitze, ab und zu Impalas oder Zebras. Der Hoarusib, dessen Verlauf wir folgen, ist staubtrocken. Etwa dort, wo die D3707 den Hoarusib gen N verläßt, wollen wir in einem Wildcamp die Nacht verbringen. Wir finden ein winziges Schild „Camp“ , folgen ein kurzes Stück dem Flussbett und finden einen sehr schönen scheinbar unberührten Platz unter großen Bäumen am Flussufer mit herrlichem Blick in die Berge.

So ganz unberührt doch nicht, sehen wir schnell: Auf einem handgemalten Schild steht „Palm Spring CS“, darunter: „no toilet, no water“. Das nenne ich exakte Beschreibung.


Und allein sind wir auch nicht: Im Flussbett spielen die Kinder und machen Faxen, sobald sie uns sehen, und um uns herum meckern die Ziegen.

Und kurz drauf erscheint ein älterer Mann, der nicht englisch kann, aber uns zu verstehen gibt, daß das Campen 100 ND pP kostet. Er ist sehr freundlich, die Kinder auch, und wir runden für 4 Leute auf 500 ND auf. Das war offenbar eine Aufforderung: Kurz drauf erscheint ein junger Mann und erklärt uns in recht gutem Englisch, daß seine Mutter große Rückenprobleme habe; im Hintergrund erscheinen auch gleich mehrere Himbafrauen mit Kindern im Arm - die eine da sei seine Mutter… Man erwartet ganz offensichtlich von uns die Lösung des Problems…Wir überlegen kurz und geben ihm 4 Schmerztbl. mit eindringlicher Erklärung, das helfe sehr gut gegen Schmerzen, aber sie solle unbedingt nur 1/2 tgl. nehmen, sonst werde ihr sehr übel. (Ibuprofen 400 - selbst wenn sie alle 4 auf einmal nimmt, bringt sie das nicht um…) Als „Gegenleistung“ bitte ich um Fotoerlaubnis, die mir "gerade so" gewährt wird.



Dann allerdings will sie statt eines Dankes mit fordernd- unfreundlicher Geste auch noch die Getränke, die sie bei uns auf dem Tisch stehen sieht, und ist offenbar sauer, daß wir das ablehnen . Beim Gehen wirft sie uns nur einen bösen Blick zu.

Mhm. Da haben wir offenbar mal wieder etwas falsch gemacht…
Dennoch wird es ein sehr schöner Abend auf einem sehr schönen Fleck Erde mit einmal mehr unvergleichbarem Sonnuntergang. Afrikafeeling…





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03 Apr 2021 16:46 #611482
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9.1. bis Roidrum
Bei der Abfahrt um 8.30 werden wir von 4 Youngstern genauestens beobachtet, die uns zwar immer näher rücken, aber letztlich in respektvollen Abstand bleiben.
Wir folgen weiter der D 3707. Eine landschaftlich wirklich schöne Strecke.















4 Std. später sind wir in Marble Camp. Eigentlich wollten wir dem Betreiber Trevor einen Besuch abstatten, den unser Freund aus Südafrika aus Jugendzeiten gut kennt; ich möchte ihn gern kennenlernen, den kreativen Menschen, der die einsame Gegend hier mit seinen vielen phantasievoll gestalteten Steinmänner belebt, alle fein nummeriert und etikettiert. Leider haben wir bisher trotz intensiver Ausschau keine entdeckt (kommt aber noch!). Und leider ist Trevor nicht da und das Marble Camp offiziell geschlossen. Allerdings kommt sofort ein junger Mann aus dem oberhalb gelegenen „House of the Hill“, wo Trevor wohnt und auch einzelne schöne Chalets vermietet (650 ND pP), und erklärt freundlich, wir können gern alles benutzen, auch Duschen usw. sofern sie funktionieren (tun sie zT.), und wir können auch gern hier übernachten. Aber es ist noch so früh am Tag, deshalb ziehen wir nach einer Dusch- und Picknickpause lieber noch weiter.
Die Strecke wird immer interessanter, landschaftlich asgesprochen reizvoll, aber auch fahrtechnisch anstrengender, steiler, steiniger. Der Joubert-Paß ist schon eine kleine Herausforderung (wenn auch sicher nichts gegen den Van Zyls - Paß, den unser Freund aus früheren Zeiten kennt... :"for crazy young people only"..)







Endlich, kurz hinter dem Joubert-Paß, das erste Steinmännchen ...



Ca 2 km vor Roidrum finden wir in einem sandigen Flussbett wieder ein schönes Plätzchen zum Camp aufschlagen. Außer vielen Skorpionen bekommen wir an diesem Abend keinen Besuch.



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05 Apr 2021 19:22 #611687
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Ich lese noch ein wenig in der Hängematte in „Guten Morgen, Namibia“ von Erika von Wietersheim , das ich mir im Vorjahr in einem kleine Farmshop bei Kalkfeld gekauft hatte, kurz nachdem es erschienen war. Seitdem lag es daheim ungeöffnet rum - umso besser, denn eigentlich ist es ideale Lektüre während eines Namibia- Aufenthaltes, es hat mir das Land und seine aktuelle Entwicklung noch einmal näher gebracht. Und: Nein, ich kriege keine Provision!) Abends gibts es mal wieder Steak vom Grill…

10.1. Etappenziel erreicht! Bis Camp Syncro
Nach einem ganz ausführlichen Frühstück - wir haben heute nicht mehr viel vor uns - brechen wir um 9.00 auf. Kurz drauf erreichen wir die Roidrum.










Während ich mich für die leere Weite begeistere, interessieren sich die Männer mehr für das Wenige, was hier von der Zivilisation übrig ist


Kurz drauf erfahren wir dann, wie eventuell diese Überbleibsel hierher gekommen sein könnten: Wir treffen ein junges Pärchen aus Windhoek, das mit einem "einfachen" PKW (oje, was war es? Jedenfalls kein Allrad) einen Ausflug machen wollte und nun mit Reifenpanne hier hängengeblieben ist - ohne Ersatzreifen, ohne Werkzeug und vor allem auch ohne jegliches Wasser oder gar einen Behälter dafür... Aber sie schienen guter Dinge und hielten es für selbstverständlich, daß wir ihnen nicht nur den Reifen flickten, sondern auch eine unsrer Flaschen mit Wasser spendierten. Mhm. Wir halfen gerne, aber der geflickte Reifen würde nicht ewig halten, das Wasser auch nicht, und sie hatten noch einiges vor....


ab und zu mußte das Feuerholz auf dem Dach wieder festgezurrt werden...(oder auch: immer wieder lohnte sich ein Blick vom Dach)


der Aufforderung "no offroad driving" zu folgen , war eine unlösbare Aufgabe - where the hell is the road?

Die dann folgende Strecke durchs Mariental ist für mich der schönste Abschnitt der ganzen Tour. Die Weite, die Leere, die Farben, die unberührt Natur, die Stimmung…und wir haben alles ganz für uns allen…. Coronaregeln leeren die Leere…







Nein, ganz allein sind wir doch nicht. Ab und zu Himbahütten, bewohnte und unbewohnte,
ab und zu Schilder , z.B. mit so toller Verheißung wie "icecold beer", und ab und zu ein Steinmännchen..









Am frühem Nachmittag erreichen wir Camp Syncro. Auch hier haben wir wieder das ganze Camp für uns. Es kommen auch keine weiteren Autos. Dennoch sind die Duschen heiß und sauber und die einzelnen Angestellten freundlich und zurückhaltend.



Den Rest des Tages verbringen wir mit Wäsche waschen, Brotbacken, chillen in der Hängematte (mit Ausblick wie im Breitwandkino auf die Landzunge im Kunene, die offenbar als Waschraum gilt: zunächst kommt eine Gruppe Himbafrauen mit Babies zur ausführlichen gemeinsamen Körperpflege, später ein einzelner junger Mann, der offenbar sehr genau weiß, daß er von der CS aus beobachtet werden kann, und die Gelegenheit sehr ausdauernd nutzt, um seinen durchgestylten Vorzeigebody in jede Position zu bringen….),








gibt es eine schönere Küchenaussicht?

und später im Abendlicht machen wir einen Spaziergang im trockenen Teil des Flussbettes











,

dann mit ausführlichem Grill - und - Salat - Abend.


Von den angekündigten Kroks sahen wir nur die Nasenspitze im Abendlicht
Mal wieder ein sehr schöner gemeinsamer Abend.



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