THEMA: Namibia 2020 - Nach Hause Dank Rückholprogramm
20 Nov 2020 17:13 #599282
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Montag - 23. März 2020 – Schrott gefiel uns schon mal besser (Garas Quivertree)
In der letzten Nacht haben wir besser geschlafen. Schließlich scheint unser Flug nun tatsächlich in trockenen Tüchern zu sein und wir sind zusätzlich über 3 Portale für Rückholflüge registriert. Mehr können wir nicht tun! Beim Frühstück treffen wir auch den sehr netten Lodge Eigentümer Piet Swiegers, den wir bislang etwas vermisst haben. Gestern sahen wir ihn nur kurz und ungewohnt angespannt durch die Rezeption huschen – eventuell schon im Corona-Krisenmanagement-Modus!? Wir finden, es macht schon einen Unterschied in dieser familiengeführten Gondwana Lodge, dass Piet immer den persönlichen Kontakt zu seinen Gästen sucht. Da jetzt kaum noch Gäste da sind, können wir sowohl das Gespräch als auch das Frühstück ausdehnen und etwas verspätet auschecken.

Vor der Abfahrt nutzen wir nochmal das Wifi in der Lobby zum Info Update. Inzwischen haben wir überlegt, dass es Sinn macht, für die neue Flugverbindung kostenpflichtig Sitzplätze zu reservieren (35€ / pP). Natürlich möchten wir unbedingt zusammen sitzen und das nicht grade an der Toilette. Hauptsächlich wollen wir allerdings durch die Reservierung bestätigen, dass wir unsererseits die geänderte Flugverbindung annehmen. Wir geben alle notwendigen Daten ein und erhalten kurz darauf eine Bestätigungsmail. Das fühlt sich sehr gut an!!! :cheer:

Es ist schon wieder Mittag, als wir nach Keetmanshoop aufbrechen. Eigentlich hatten wir vor, noch eine Nacht an einen „Secret Place“ in dieser Gegend zu campen. Da wir dort keinen MTC Empfang hätten, verzichten wir lieber auf diese Station und die Auszeit vom Netz. Aufgrund der sich ständig überstürzenden Informationen haben wir das Gefühl, wir sollten besser immer up to date und erreichbar sein. Außerdem wollen wir uns lieber etappenweise in Richtung Windhoek begeben, damit wir den Airport bei Bedarf schnell erreichen können.

In Keetmanshoop wird noch ein kleiner Einkauf erledigt. Früher fand ich die Stimmung und das Angebot in der Stadt immer unbefriedigend. Inzwischen ist es deutlich besser geworden und es gibt sogar einen sehr schönen und ausgezeichnet sortierten Tops Bottle Store. Außerdem entdecken wir eine riesige, supermoderne Apotheke, wie ich sie aus Deutschland (zumindest aus unserer kleinen Großstadt) nicht kenne. Hier decken wir uns schnell mit einem kleinen Nachschub an Magen- / Darmmedikamenten ein, die mein Mann leider noch immer braucht.

Für die heutige Übernachtung haben wir die Garas Campsite eingeplant. Wir waren vor vielen, vielen Jahren einmal hier und fanden den Platz mit seiner einfachen Ausstattung, der ungewöhnlichen „Schrott-Kunst“ und den schönen Köcherbäumen sehr charmant und originell. Jetzt sind wir ziemlich enttäuscht. Der Platz überzeugt uns nicht mehr und scheint uns für das Gebotene mit 150N$ pro Person auch zu teuer. Ich hatte gehofft, dass sie „Schrott-Kunst“ sich weiter entwickelt hat, aber es ist eigentlich nur der bereits bekannte Kram, der inzwischen teilweise müffelt :unsure: :ohmy: :unsure:








Zumindest die Dickpens scheinen sich auf den Kunstwerken sehr wohl zu fühlen und dürfen von mir aus auch gerne dort bleiben, was sie leider nicht immer tun….


Obwohl wir nicht so richtig überzeugt sind, bleiben schließlich doch hier. Da außer uns niemand da ist, campen wir auf dem Picknick Platz, der direkt am Sanitärblock ist und die besten Bäume hat. Immerhin ist die (neue?) Open Air Dusche herrlich.






Die Dickpens schauen allerdings auch gerne mal nach, was es auf unserem Platz so zu holen gibt… Solange sie nicht an unseren Zehen knabbern oder gar unseren Wagen entern, sind sie natürlich durchaus dankbare Fotomotive.




Schließlich reißt der Himmel reißt doch noch auf und beschert uns sehr schöne Wolkenformationen und Lichtspiele beim Sundowner.






Nachdem die Sonne untergegangen ist, sehen die Silhouetten der die Köcherbäume einfach traumhaft aus.






Das schöne Ausblick, unsere Pasta mit Knoblauch und ein guter Rotwein sorgen schließlich doch noch für „ausgeglichene Stimmung“ zum Tagesabschluss :) :) :)
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22 Nov 2020 17:09 #599395
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Dienstag - 24. März 2020 – Tolle Landschaft und neue Hiobsbotschaften (Bagatelle)
Heute fahren wir weiter in Richtung Mariental. Die Fahrt ist ziemlich nervig, weil wir immer wieder den Reifen aufpumpen müssen. Das Ventil sitzt nicht optimal und kippt immer wieder zur Seite, so dass Luft entweicht. Das Problem hatten wir unterwegs schon einige Male, aber es hat sich nach einmaligen Aufpumpen des Reifens immer zurechtgeruckelt. Während der gestrigen Fahrt mussten wir allerdings schon häufiger den Kompressor anwerfen und heute halten wir alle paar Kilometer an.


Na toll :angry: Statt den Nachmittag auf einem schönen Platz zu genießen, können wir jetzt wahrscheinlich auch noch in Mariental noch in die Werkstatt fahren… Immerhin hat unser Reifenmonitor uns davor bewahrt, den Reifen kaputt zu fahren. Kurz vor Mariental hat das Ventil dann doch wieder seinen richtigen Platz gefunden und wir können uns erfreulicher Weise den „Ausflug“ in die Werkstatt sparen.

Eigentlich wollten wir heute gerne bei der Kalahari Anib Lodge campen, weil wir dort sehr lange nicht mehr waren und die Lodge relativ nah bei der Hauptstraße liegt. Nach diversen vergeblichen Telefon- und Mailversuchen haben wir aber am Morgen erfahren, dass die Campsite ausgebucht ist. Gut zu wissen, dass noch ein paar Leute außer uns unterwegs sind. Die Straßen hier im Süden sind so leer wie vor 20 Jahren. Manchmal haben wir das Gefühl, wir sind die einzigen Bekloppten, die noch nicht „die Flucht ergriffen haben“. Als gute Campingalternative gibt es zum Glück ja auch noch Bagatelle - nur etwas weiter ab vom Schuss.
Auf Bagatelle ist wie immer wunderschön. Wir sind die einzigen Gäste auf der Campsite und die Kalahari Dünen sind traumhaft grün bewachsen.




Dieses Mal haben wir einen kleinen Plan bekommen, auf dem wir einen Sundowner Point entdecken, den wir noch nicht kennen und deshalb gleich in Augenschein nehmen. Herrlich! Diesen Platz mit dem großen Webervogelnest werden wir auf jeden Fall zum Sonnenuntergang ansteuern!


Abends fahren wir also zum Sundowner die Düne herauf.


Kurz vor dem Platz saust plötzlich ein Lodge Wagen die Düne herauf uns parkt oben. Oh, wie schade!!!! Wir packen trotzdem unsere Stühle aus und tragen sie die letzten Meter die Düne hoch und treffen auf zwei Lodge Angestellte mit zwei deutschen Praktikanten. Ein Angestellter erklärt uns, dass dieser Platz eigentlich für die bezahlten Sundowner Activities mit Gästen ist und fragt ob wir uns da anschließen wollen… Äh nein, wollen wir eigentlich nicht! Wir haben ja unsere eigenen Gin Tonics schon vorbereitet und der Platz ist ohne spezielle Hinweise auf dem Campsite Plan eingezeichnet. Deshalb sind wir davon ausgegangen, dass er für die Camper eingerichtet wurde. Das wäre bei einem Preis von 300 N$ pP ja auch durchaus drin... Mein Mann stellt unsere Stühle auf.


Ich diskutiere noch etwas, bis der nette Mensch irgendwann sagt: “Okay – you can join us with your own drinks!“ Also, alles bestens! :cheer: :cheer: :cheer:

Schließlich kommen die beiden Lodge Gäste mit einem Fahrer die Düne raufgekachelt – fast schon etwas spät für den Sonnenuntergang. Da es auch Deutsche sind, sind wir natürlich schnell in Corona Gesprächen und der Sonnenuntergang – der heute ohnehin nicht so spektakulär ist – wird fast zur Nebensache. Dann entdecken die beiden unsere Stühle und denken, dass diese für sie aufgestellt wurden. Sie sind begeistert und genießen sitzend den Ausklang des Sonnenunterganges.



Wir überlassen ihnen die Stühle gerne und freuen uns, dass wir auf diesem Wege quasi etwas dafür zurückgeben konnten, dass wir am Sundowner Platz bleiben durften. Inzwischen ist die Stimmung so entspannt, dass der Lodge-Mitarbeiter uns sogar noch einen Gin Tonic spendiert. Das finden wir ausgesprochen nett! :)

Als die Sonne versunken ist, quatschen wir noch weiter mit den anderen Gästen, die auch schon eine Corona-Odyssee hinter sich haben. Wir berichten glücklich von unseren Flügen am 27. März. Unsere Begeisterung wird aber schnell gebremst, als dir beiden uns mitteilen, dass in der Nacht vom 26. zum 27. März ein nationaler Lockdown in Südafrika in Kraft treten wird. Damit soll auch der Transit nicht mehr möglich sein! :ohmy: :huh: :ohmy:

Wir wissen zwar noch nicht, ob das wirklich gesicherte Informationen sind, aber mit der Ruhe ist es natürlich schlagartig vorbei :angry: :angry: :angry: Wieder hat uns eine neue Situation überrollt! Knapp daneben ist auch vorbei! Unser Flug wäre ja nur ca. 9 Stunden später gegangen! Wir sind in dieser Nacht wieder sehr aufgewühlt und der Schlaf wird zusätzlich durch viele Mücken gestört. Alles mal wieder nicht so erholsam…
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26 Nov 2020 19:07 #599799
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Mittwoch - 25. März 2020 – Frühstück mit Frau Strauß und hektische Fahrt nach Windhoek
Trotz der schlechten Nachrichten des gestrigen Abends, trödeln wir in den Tag hinein. Schließlich ist Bagatelle die letzte „wilde Location“ dieses Urlaubes und wir möchten das „Draußen-Feeling“ noch möglichst lange auskosten. Außerdem bin k.o. von der Mückennacht und brauche erstmal eine ausgedehnte Morgenroutine mit Kaffee und Ebook Reader. Dann entdecke ich Strauße auf einem der anderen Plätze. Ich schnappe meine Kamera und gehe langsam in die Richtung. Zunächst bin ich entzückt, dass die Strauße sich im Gegenzug langsam in meine Richtung bewegen. Irgendwann wird es mir aber mulmig und als die vorwitzigste Straußendame auf unserem Platz steht und unseren Wagen inspiziert gehe ich auf der andere Seite „in Deckung“.




Als wir endlich mit dem Frühstück starten wollen, kommt Frau Strauß frech bis zu unserem Tisch :ohmy:


Mein Mann lässt sich von dem Besuch zwar weniger einschüchtern als ich, aber da es mit dem Schatten hier sowieso bald vorbei ist, ziehen wir hinter das Sanitärhäuschen um. Schatten haben wir jetzt, aber Madame lässt sich nicht so einfach abschütteln. Erst pickt sie an meinem Stuhl herum und dann stolziert sie „in die Küche“ und fängt an, unsere Sachen auf der Spüle zu untersuchen. Da hört der Spaß bei mir auf! Strauße in der Küche sind schließlich unhygienisch :huh:. Aber das Federvieh lässt sich nicht vertreiben. Schließlich muss ich einen Stuhl zur Hilfe nehmen und laut schreiend einen Scheinangriff verüben :laugh: :laugh: :laugh: Der Vorgang muss später nochmal wiederholt werden und das Frühstück zieht sich so ganz schön in die Länge.




Als wir fast fertig gepackt haben, kommen noch eine gemischte Gang aus Oryx, Kudu und Springböcken zu unserem Platz – offensichtlich halb zahm, aber trotzdem natürlich wunderschön!




Wir genießen diese herrliche Szenerie noch eine Weile und kurzzeitig kann ich sogar fast die nervigen Mückenstiche vergessen. Die schlimmen Quaddeln und Blasen am Bein meines Mannes breiten sich allerdings immer weiter aus. Jeden Tag kommt ein neuer Herd von mehreren Bissen/Stichen dazu. Uns wird das langsam mulmig; zumal die erste Stelle ziemlich entzündet ist :( .

Mittags fahren wir zur Rezeption, um die aktuellen Infos zu checken. Unsere bayrischen Freunde haben eine Sprachnachricht hinterlassen. Sie haben von einer Dame in Opuwo gehört, dass ganze Regionen (Walvis Bay, Swakopmund, Erongo, Khomas) abgeschottet werden sollen. In die Region um Windhoek soll man noch fahren, sie aber demnächst nicht mehr verlassen können. Richtig abgesichert ist diese Information aktuell aber noch nicht. Außerdem soll es vom Auswärtigen Amt gestern einen Landsleute Brief gegeben haben, der bei mir aber nicht eingegangen ist. Das ist natürlich auch ziemlich beunruhigend! Sind wir da aus dem System geflogen? Wir werden nun doch sehr nervös und brechen in Richtung Windhoek auf. Einerseits sind wir froh über jeden Kilometer, den wir auf der leeren Straße schnell hinter uns bringen, andererseits wächst die Anspannung. Was ist, wenn wir vielleicht doch gar nicht mehr in das Stadtgebiet einreisen dürfen?


Eigentlich haben wir noch eine Camping-Nacht geplant und wollten diese wegen der aktuellen Situation möglichst stadtnah verbringen (eventuell beim Transkalahari Inn). Aufgrund der schlafarmen Mückennacht und des insgesamt angeschlagenen Zustandes meines Mannes planen wir unterwegs spontan um. Wir kontaktieren das für morgen gebuchte Berghaus B&B und sind sehr erleichtert, dass wir unser Zimmer schon heute beziehen können.

Sonst ist es immer ein Wehmutsmoment, wenn wir nach einer schönen Reise die Stadtgrenze von Windhoek passieren. Heute sind wir allerdings unendlich froh und erleichtert, dass wir ohne Komplikationen in die City fahren können und alles noch sehr normal wirkt.


Später am Nachmittag geht auch noch die Email mit dem Titel „Landsleutebrief vom 24.03.2020“ bei mir ein und bestätigt: „Wir arbeiten weiterhin intensiv daran, deutsche Staatsangehörigen, die sich kurzzeitig in Namibia aufhalten, bei der Rückkehr nach Deutschland zu unterstützen. Konkrete Planungen zur Durchführung von Rückholungsflügen aus Namibia sind heute angelaufen.“ Das hört sich doch ermutigend an! Unsere flatterigen Nerven beruhigen sich wieder ein wenig! Wir besorgen Pizza von Plan B. Dort entdecke ich an der Wand einen Spruch, den ich mir - trotz fragwürdiger Grammatik - für die nächsten Tage unbedingt zu Herzen nehmen möchte.


Die Pizza und ein großzügig eingeschenkter Gin Tonic tragen dazu bei, dass wir langsam wieder runter kommen. Wie so oft übernachten einige (Gäste)Farmer im Berghaus und es wird ein interessanter und unterhaltsamer Abend. Natürlich kommen auch die Sorgen und Nöte der Farmer zur Sprache, aber die Stimmung ist angenehm die Ablenkung tut uns richtig gut :)
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28 Nov 2020 22:14 #600000
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Donnerstag - 26. März 2020 – Diagnose Spinnenbiss
Am Morgen sind wir sehr froh über unsere relativ entspannte Nacht und das gute Frühstück mit Blick auf Windhoek. Da wir inzwischen (leider!) verifizieren konnten, dass unsere Flüge für den morgigen Tag durch den Lockdown in Südafrika tatsächlich futsch sind, informieren wir unsere Familien und Arbeitgeber entsprechend.

Die merkwürdigen Bisse oder Stiche am Bein meines Mannes bereiten uns leider zunehmend Sorgen. Zum Glück vereinbart unsere nette Pensionswirtin Steffi kurzfristig einen Termin bei ihrem Hausarzt Dr. Björn von Finckenstein für uns. Nach einem kurzen Blick auf den betroffenen Oberschenkel bestätigt der erfahrene Mediziner die Vermutung, die eine Farmerin bereits am Vorabend geäußert hat: “Spinnenbisse!“ Und zwar von einer kleinen aber ziemlich giftigen Sac Spider.


Wahrscheinlich hatte die Spinne sich im Schlafsack oder sogar der Schlafanzughose meines Mannes eingenistet und sich Nacht für Nacht gegen den unerwünschten „Besucher“ gewehrt. Die Folgen der Bisse treten immer erst mit etwas Zeitverzögerung auf. So ist zu erklären, dass sich nach und nach neue Herde gezeigt haben.

Als mittelprächtige Arachnophobikerin bin sehr erleichtert, dass es keine super ekelhafte, riesige Monsterspinne war, die das Bett mit uns geteilt und meinen Mann „angeknabbert“ hat. Aber das hilft meinem schmerzgeplagten Gatten natürlich nicht. Mit den mitgegebenen Antibiotika und Salben lässt sich die Entzündung behandeln und die Schmerzen werden etwas gelindert, aber die Unsicherheit über den Heilungsverlauf bleibt. Da das Gift – ebenso wie Schlangengift - das Gewebe zersetzt, kann der Heilungsprozess langwierig sein. Und natürlich tut mein Mann das, was alle „modernen Menschen“ tun und sucht weitere Erläuterungen bei „Dr. Google“. Die Info, dass bei einem ungünstigsten Verlauf später eine Hauttransplantation erforderlich werden kann, trägt nicht grade zur Beruhigung der ohnehin flatterigen Nerven bei. Ich bin allerdings geneigt, optimistisch zu bleiben, aber ich bin ja auch nicht direkt betroffen…

Mein gebeutelter Mann legt sich nach dem Termin wieder hin und ich entpacke den Wagen und packe die Campingtasche, deren Inhalt wir auf keinen Fall mehr brauchen werden. Aufgrund der Informationen zum Thema „Klopapier“, die aus Deutschland zu uns durchgedrungen sind, werden unsere Restbestände natürlich auch als ungewöhnliches „Mitbringsel“ eingepackt.


Schließlich machen wir noch einen kleinen Einkauf. Da der bevorstehende Lockdown in Namibia mit einem Verkaufsverbot für Alkohol und Zigaretten einhergehen wird, müssen wir natürlich unsere weitere Verweildauer abschätzen und einen entsprechenden Vorrat anlegen. Dann bringen wir den Wagen zurück zu Savanna, wo es schon gespenstisch ruhig ist. Für die nächsten 2 Tage mieten wir einen kleinen PKW, um in Windhoek etwas flexibel zu bleiben.

Am Nachmittag ist ein weiteres Touristen-Paar im Berghaus gestrandet, das ich zur Wahrung der Anonymität „Die Süddeutschen“ nenne. Natürlich halten wir ein ausgedehntes Schwätzchen und tauschen uns über unsere Irrungen und Wirrungen durch Corona aus.

Abends treffen wir unsere bayrischen Freunde in Joe’s Beerhouse. Die beiden haben sich zügig aus dem Kaokoveld nach Windhoek begeben, um sich für das Rückholprogramm bereitzuhalten. Wie schon bei den letzten Treffen in Swakopmund ist die Stimmung verhalten. Wir sind wahrscheinlich alle durch die immer neuen Überlegungen und Entscheidungen ausgelaugt. Inzwischen haben wir aber zumindest gehört, dass das Rückholprogramm am Samstag starten und am Dienstag (31. März) abgeschlossen werden soll. Das ist ja überschaubar! Also richtig gute News! :cheer: :cheer: :cheer:
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Letzte Änderung: 28 Nov 2020 22:31 von Markandi.
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30 Nov 2020 20:18 #600140
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Freitag - 27. März 2020: „Henkersmahlzeit“
Jetzt wären wir eigentlich schon auf dem Heimflug – sowohl geplant als auch umgebucht! Stattdessen gibt es nach einer unruhigen Nacht ein gemütliches Frühstück. Danach begibt mein Mann sich ins „Home Office“. Im Gegensatz zu mir kann er mit seinem privaten Tablet auf seine berufliche Mailbox zugreifen. Ich kümmere mich derweil um unseren Reise-Kram, z.B. die Prüfung und Aktualisierung unserer Daten in den Rückholportalen.

Nachdem ich mich erfolgreich bei Condor eingeloggt habe, werden die bereits erfassten Daten nicht angezeigt!?! Sofort macht sich Panik breit! Könnte es passieren, dass wir wegen „wackeliger“ IT Lösungen vergessen werden? Also, alles neu erfassen :angry: . Beim Ausloggen erscheint ein winziger Hinweis, dass alle Daten sicher gespeichert sind, aber beim nächsten Einloggen nicht wieder angezeigt werden. Blödes Portal!!! Da habe ich jetzt leider eine Dublette erzeugt! Später werden wir erfahren, dass solche doppelten Erfassungen massenhaft vorgekommen sind. Viele Leute haben den kurzen Hinweis beim Ausloggen nicht bemerkt und sich 6, 8 oder sogar mehr als 10 Mal eingetragen… Da stehe ich ja mit meiner schlichten Doppelerfassung noch gut da :)

Zur Mittagszeit fahren zum Am Weinberg Estate. Ich habe schon gute Kritiken zum Cape Town Fish Market gefunden und freue mich darauf, die Austern- und Sushi-Schlacht nachzuholen, auf die ich in Swakopmund verzichten musste. Leider hat aber genau dieses Restaurant aufgrund bereits geschlossen, da der Lockdown um Mitternacht in Kraft treten wird :ohmy: Wie schade!!!! Im Innenhof des Boutique Hotels finden wir aber einen sehr schönen Platz, wo wir einen kleinen Mittagsimbiss und ein gutes Glas Wein genießen können.






Nachmittags hängen wir gemütlich mit den anderen Gästen im Berghaus ab. Außer den Süddeutschen sind inzwischen noch 4 weitere Personen hier einquartiert („Die Norddeutschen“). Wir alle sind schon seit vielen Jahren in Namibia unterwegs, haben aktuell natürlich unsere jeweils besonderen Corona-Reiseerfahrungen und uns daher viel zu erzählen.

Für den Abend haben wir einen Tisch beim Butcher Block im Am Weinberg Estate einen reserviert. Da das unsere „Henkersmahlzeit“ vor dem Lockdown bzw. den Restaurantschließungen ist, wollen wir es nochmal richtig krachen lassen. Leider ist der Service durchweg unbefriedigend. Natürlich muss man in dieser Situation Verständnis für das verunsicherte Personal haben. Für uns ist es aber trotzdem blöd, dass es so unrund läuft! Dafür wird der spätere Abend in unserer kleinen Schicksalsgemeinschaft im Berghaus aber umso vergnüglicher! Wir feiern quasi in den Lockdown hinein und da keiner Pläne für den nächsten Tag hat, geht es bis ca. 1:30 Uhr feucht-fröhlich zu.

Samstag - 28. März 2020 – Entschleunigt durch den Tag
Nach dem feucht-fröhlichen Abend wird heute lange geschlafen und ausgedehnt gefrühstückt - wobei alle ziemlich ruhig sind.

Unsere Pensionswirtin Steffi ist nicht sicher, ob sie uns während des Lockdowns überhaupt noch beherbergen darf. Aber da sich alle Touristen sich in Windhoek einfinden sollten, müssen sie ja logischer Weise auch irgendwo bleiben. Steffi gewährt uns also weiter Asyl und hofft inständig, dass Logik vor Lockdown geht und sie sich keinen Ärger einhandelt. Die Angestellten dürfen jetzt aber nicht mehr in die Pension kommen, was beide Seiten sehr unglücklich ist.

Nachmittags fahren wir nochmal für einen letzten Einkauf zum Spar, wo es bereits ganz ruhig ist. Am Geldausgabeautomat entdecken wir bereits ein Fläschchen mit Desinfektionsmittel. Wir sind beeindruckt! Anschließend geht es weiter zum Am Weinberg Estate. Eigentlich wollten wir hier Essen vom Bistro holen, aber das hat leider schon geschlossen. Also gibt es das, was immer geht: Pizza – quasi das Lockdown-Grundnahrungsmittel.


Anschließend bringen wir den Wagen zu Savanna zurück, denn jetzt macht es irgendwie keinen Sinn mehr, die Miete zu verlängern. Der Rest des Tages wir entschleunigt vergammelt. Der obligatorische Sundowner und Abendessen in unserer gestrandeten Gemeinschaft bilden den unspektakulären Abschluss des unspektakulären Tages.
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Letzte Änderung: 11 Dez 2020 19:56 von Markandi. Begründung: Kleine Fehlerkorrektur
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02 Dez 2020 17:47 #600356
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Sonntag - 29. März 2020 – Noch mehr Entschleunigung
Auch heute passiert nicht viel! Während man sich zu Hause oft Entschleunigung wünscht, schlägt sie hier schnell in Langeweile um. Ich bringe den „Pensions-Kindern“, die sich auch schon sehr langweilen, ein Mal- und Würfelspiel bei. So haben wir 3 wenigstens für eine Weile etwas Abwechslung. Außerdem tröste ich mich damit, dass es doch auch ganz nett ist, hier noch die Füße in den Pool zu halten, statt zu Hause bei deutlich niedrigeren Temperaturen zu bibbern.


Unsere bayrischen Freunde vermelden, dass sie für morgen per Rückholflug nach München fliegen werden, die Norddeutschen haben einen positiven Bescheid für den Dienstagsflug nach Frankfurt bekommen. Immerhin, es tut sich etwas! Aber leider nicht für uns :huh: :( :huh:

Auf einer Lufthansa Webseite können wir sehen, dass bis zum nächsten Freitag (3. April) für jeden Tag ein Rückholflug von Windhoek nach Deutschland geplant ist. Das Programm wird also doch nicht so schnell abgeschlossen sein, wie wir es ursprünglich mal gehört haben. Schade! Wir hatten damit gerechnet, dass wir spätestens in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch zu Hause aufschlagen. Nun kann es also bis zum Ende der Woche dauern… Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn es ist fantastisch, dass die deutsche Regierung offensichtlich intensiv daran arbeitet, alle Touristen nach Hause zu holen. Es wäre nur einfach schön zu wissen, wann wir dran sind! Durch Telefonate mit meiner Familie ist mir inzwischen klar geworden, dass aufgrund des familiären Krankheitsfalls viele Aufgaben warten, um die eigentlich nur ich mich kümmern kann. Mit jedem Tag, den wir länger hier verbringen, wird der Organisationstress nach der Rückkehr größer. Das macht mich zunehmend nervös – zumal der Urlaub nicht wirklich erholsam war und ich umgehend mit der Arbeit starten muss.

Immerhin wird es heute wieder ein geselliger Abend und es könnte uns doch deutlich schlechter gehen, als bei einem Glas Wein in netter Gesellschaft in der lauen Sommernacht zu sitzen… :)

Montag - 30. März 2020 – Regen und ein Stimmungstief
In der Nacht habe ich wieder schlecht geschlafen. Die Situation „drückt“ eben doch und der Kopf fährt ständig Karussell. Eigentlich hatte ich mir ja Geduld verordnet, aber da die Geduldigen manchmal auch die Dummen sind, rufe ich gleich morgens bei der Botschaft an. Ich komme erstaunlich gut durch und die Dame ist sehr freundlich, obwohl ich mir vorstellen kann, dass dort so richtig „die Hütte brennt“. Konkrete Auskünfte zu unserem Flugtermin kann man mir allerdings nicht geben. Durch das blöde Portal, das die bereits erfassten Daten nicht wieder angezeigt hat (siehe Bericht vom 27. März 2020), ist es zu zahlreichen Doppelerfassungen gekommen, die jetzt mühsam aussortiert werden müssen… Viel Arbeit für die Botschaftsmitarbeiter! Also tief durchatmen und immer daran denken:„Be patient. Good things come to those who wait!“ Fällt mir momentan aber echt schwer :dry:

Gegen Mittag treffe ich die Süddeutschen, die grade mit der Botschaft telefoniert haben. Sie haben erfahren, dass man für den morgigen Flug berücksichtigt werden soll, wenn man seine Unterlagen heute persönlich abgibt. Netter Weise nehmen die beiden mich mit in die Stadt. In der Botschaft herrscht ein relativ entspanntes Kommen und Gehen. Unsere Formulare werden freundlich entgegen genommen, aber konkrete Zusagen kann man noch nicht machen. Puh!

Während mein Mann sich wieder im Home Office beschäftigt ist, wird mir zunehmend langweilig. Das heute durchweg graue und regnerische Wetter trägt auch nicht grade zur Stimmungsaufhellung bei.


In der AZ gab es inzwischen einige Artikel, die uns zusätzlich bedenklich stimmen. Namibische Staatsbürger wurden nach ihrer Rückkehr aus Deutschland von der Regierung in Quarantäne verfrachtet – und zwar in ein heruntergekommenes Konferenzzentrum mit unzureichender Hygiene und Versorgung. Zwar müssen wir aktuell keine Quarantäne in Namibia befürchten, aber uns wird klar, dass wir lieber nicht hier sein möchten, falls sich die bislang entspannte Corona Situation zuspitzt. Ok; man soll bekanntlich nicht über Dinge grübeln, die wahrscheinlich nie eintreten! Aber wenn man sich schon eine Weile im Informationschaos bewegt und aktuell Langeweile hat, ist diese Lebensweisheit nicht immer einfach zu berücksichtigen…

Der Tag verrinnt und wir hören und hören nichts von der Botschaft, so dass wir irgendwann akzeptieren müssen, dass es mit dem erhofften Heimflug am nächsten Tag nicht klappen wird. Das ist heute alles soooo frustrierend. Etwas Ablenkung bietet zumindest das Essen, das ich mit den Süddeutschen vom Stellenbosch hole. An dieser Stelle muss mal gesagt werden, dass es einfach toll ist, wie die Nord- und die Süddeutschen uns unterstützen. Sie verfügen durch persönliche Kontakte über Privatwagen und nehmen mich überall hin mit oder fragen unsere Einkaufswünsche ab. Schade, dass sich unsere kleine Schicksalsgemeinschaft morgen halbieren wird, aber wir gönnen den Norddeutschen den Heimflug natürlich von Herzen.

Der obligatorische Sundowner findet heute ohne sichtbaren Sonnenuntergang statt. Inzwischen müssen wir schon auf die „Gin-Notreserve“ zurückgreifen – die kleinen Fläschchen, die die bayrischen Freunde mir zum Geburtstag geschenkt haben.


Spätabends schreiben unsere lieben Bayern, dass sie in München gelandet und nun auf dem Heimweg sind. Ihr Abflug verlief allerdings nicht reibungslos, denn ihre Namen standen trotz Benachrichtigung nicht auf der Liste. So mussten zunächst zur Seite treten und warten. Schließlich blieben aber noch ein paar Plätze übrig und sie konnten sich gegen die „Glücksritter“ behaupten, die ohne jegliche Benachrichtigung zum Flughafen gekommen waren. Nun sind sie also in Deutschland! Natürlich freue ich mich für sie, dass die Zeit des Wartens und der Unsicherheit ein Ende hat. Aber ehrlich gesagt verstärkt ihre Heimkehr auch meinen Frust nach diesem grauen Tag, der uns kein Fünkchen Klarheit gebracht hat. Wir schicken uns noch bis spät in die Nacht WhatsApp Nachrichten und ich kämpfe erstmals mit den Tränen :ohmy: :ohmy: :ohmy:
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