THEMA: Tansania pulsiert! - Trotz Corona...
19 Apr 2020 16:34 #586765
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  • Rehema am 19 Apr 2020 16:34
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Ostersamstag 2020 - Im Park

Am Ostersamstag morgen klingeln um 5:20 Uhr die Wecker – alle sind tatsächlich sofort aus den Zelten. Die einen helfen, auf dem Gaskocher noch schnell Kaffee und Tee zu kochen (kommt in die Thermosbecher für später), die anderen räumen Zarges-Box vom Dach und Koffer aus dem Auto in die Vorzelte (damit haben wir mehr Platz unterwegs), und dann sitzen wir wirklich um 5:50 im rollenden Auto! Klasse Team! So kann man campen gehen!

Noch ist von Sonnenaufgang keine Spur, und wir fragen uns, ob überhaupt schon jemand am gate sein wird? Beim letzten Mal (vor 8 Jahren….) waren wir am Nachmittag davor extra zum gate gefahren, hatten die Formalien für den nächsten Tag geregelt und uns für 6 Uhr morgens angemeldet…. Das hätten wir diesmal auch tun sollen…

Am gate angekommen freuen wir uns, dass sofort jemand auf uns zu kommt!
Aber: Fehlanzeige – das ist nur der Wächter…. Er muss den Kassierer anrufen….





Ein Blick in den Park hinter dem Tor….



Und so warten wir….. Die Kinder sitzen auf dem Autodach und blicken in den Himmel



Nach ca. 25 min kommt die Kassiererin tatsächlich!
Aber nicht dass Ihr denkt, dann wäre das in 5 min. abgehandelt….. Palavern, Bücher ausfüllen, Computersystem hochfahren (ja, das schläft noch sehr tief und fest!)
So warten wir weiter und gucken weiter in den Himmel, an dessen Horizont sich langsam die Morgensonne abzuzeichnen beginnt:



Die Kinder versuchen aus Langeweile etwas Fotokunst:



Und dann müssen wir noch alle persönlich antreten und unsere Unterschrift ins dicke Buch eintragen. Erinnert uns an den südafrikanischen Komiker Trevor Noah: „The book of truth…“. :laugh: :laugh: Er hat so Recht!

Satte 50 min später, also wenige Minuten vor 7, dürfen wir tatsächlich in den Park - inzwischen ist es hell geworden!!

Back Home! Wieder in Tanzania - Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya
Reiseberichte:
Botswana April 2018 - Reisebericht "Botswana's Beasts & Beauty im April"
Bericht Malawi 2015-2018 - "Kleinode in Malawi" - noch in Arbeit....
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19 Apr 2020 16:43 #586767
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Benni ist genervt – jetzt hatte es endlich mal die gesamte Familie wirklich geschafft, sehr schnell aus den Zelten zu kriechen und vor Sonnenaufgang gestriegelt im Auto zu sitzen (ich erinnere mich an den Morgen im Moremi, South Gate, Botswana, wo Benni erst mal 1 Stunde lang seine schlechte Laune zum Besten gab, weil wir mit Kaffee kochen usw, doch länger gebraucht hatten, als angekündigt… Unermüdlich hatte er uns da vorgeworfen, dass wir deswegen so weinige Tiere sehen…..) – tja, und nun sind wir alle bereit, und der Typi (nein, die Typine!) war einfach nicht da gewesen!
Junge, Junge, immer noch nicht lange genug auf diesem Kontinent gelebt? Etwas mehr Gelassenheit, bitte! B) ;)
Aber wir merken uns: beim nächsten Mal wieder am Abend vorher die Tickets klären!!!

Nun begrüßt uns immerhin die Morgensonne, und taucht alles in ein wunderschönes Licht!





Zunächst ist erst mal nur Landschaft geboten, aber bald schon gesellen sich Impalas neben die Straße





Kurze Zeit später huscht etwas kleines über die Straße, und wir dürfen eine Mangusten-Familie beobachten:





Davon werden wir im Laufe des Tages noch sehr viel öfter welche sehen – immer wieder beleben sie uns manch öde Strecken mit ihrem lustigen FamilienSpiel direkt am Straßenrand! Danke, ihr kleinen Freunde – so ein bisschen Abwechslung heitert einfach auf!
Die Landschaft ist auch wunderschön - egal ob mit oder ohne Sonne!



Dann überrascht uns ein ganzer Clan von Ground Hornbills – aber sie spazieren in so tiefem Gras, dass sie sich schlecht vor die Linse bekommen lassen:



Wir sind noch nicht lange unterwegs, da entdecken wir in etwas Entfernung eine ganze Herde Vogelstrauße!



Da kurz davor in diese Richtung ein kleiner Stichweg abging, fahren wir zurück und folgen diesem. Und tatsächlich – wir kommen ihnen so sehr viel näher!



Es herrscht eine wunderschöne Morgenstimmung – ach, wie schön ist es, endlich wieder hier draußen in der Wildnis zu sein!

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19 Apr 2020 18:45 #586780
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Rehema schrieb:
Beim Sichten der Bilder ist das dann etwas umständlich, da ich Bilder aus 3 Ordnern zusammen schmeißen bzw. gegeneinander abwägen muss.... Aber das ist nun für diesen Bericht bereits geschehen, nun muss ich sie noch mit einen halbwegs sinnvollen Text zusammen setzten ;)

O ja, das kenne ich auch! Ich bin die Chronistin unserer Enkelin, die jedes Jahr ein Fotobuch bekommt. Dann habe ich die Aufgabe ca. 2000 Fotos diverser Familienmitglieder auf 200 zu reduzieren und die dann zu sortieren :ohmy: , bevor sie ins Fotobuch übernommen werden.
Für mich war klar, dass Benni bei euch derjenige ist, der am liebsten fotografiert :laugh: .

Viele Grüße
freshy
Tabea ist wirklich groß geworden, vor zwei Jahren war sie noch ein "niedliches" kleines Mädchen.
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19 Apr 2020 22:08 #586803
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Hallo Rehema, ich freue mich sehr, wieder einmal etwas von euch zu hören!
So schön, dass du einen Bericht über Tanzania schreibst. Da komme ich sehr gerne mit.
Ja, an den Kindern sieht man, wie die Zeit vergeht...
Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
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20 Apr 2020 14:01 #586850
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  • Topobär am 20 Apr 2020 14:01
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Hallo Antje,

vielen Dank für den Reisebericht. Aktuelle Reiseberichte sind derzeit sehr selten.

Bei den vergrößerten Zeltabständen hatte ich darauf getippt, dass es den einen oder anderen Schnarcher gab.

Einen Anstieg der Wilderei habe ich auch schon befürchtet. Mit Wegfall der Tourismuseinnahmen steigt in der Bevölkerung sicher der Drang für den Kochtopf zu wildern. Was unternehmen die Ranger dagegen. Solltest Du weitere Informationen zu diesem Thema haben, würde ich mich sehr freuen, wenn Du sie mit uns teilst.

Alles Gute
Thomas
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20 Apr 2020 14:45 #586860
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Topobär:
Einen Anstieg der Wilderei habe ich auch schon befürchtet. Mit Wegfall der Tourismuseinnahmen steigt in der Bevölkerung sicher der Drang für den Kochtopf zu wildern. Was unternehmen die Ranger dagegen. Solltest Du weitere Informationen zu diesem Thema haben, würde ich mich sehr freuen, wenn Du sie mit uns teilst.

Meine Info darüber ist begrenzt. Ich bekomme halt von diversen Freunden, die im Tourismus arbeiten, das ein oder andere mit, und wir unterhalten uns darüber. Aber das ist natürlich nur ein kleiner Fetzen... Immerhin, es weitet meinen Horizont. Denn ich hatte das z.B. gar nicht auf dem Schirm, dass nun auch die Wilderei steigt.
Das eine ist eben, dass durch den 100%igen Tourismus Einbruch hier sehr viele um ihre Existenz fürchten - Deutsche, andere Expats, ebenso wie Tanzanier. Tanzanier, die entweder angestellt sind oder aber auch ihr eigenes Touri-Business haben. Es gibt da diverse, deren Kinder mit unseren in der Schule sind.
Es war bereits schon vor einigen Wochen ein Desaster - eine Freundin in Nairobi, die eine Blumenfarm hat und Rosen an REWE (in D) und COOP (in der Schweiz) liefert, hat 1400 kenyanische Angestellte. Als Coop mitteilte, dass sie keine Blumen mehr in Dicountern verkaufen würden, um den lokalen Einzelhandel zu stärken, war das ein Schock - denn an ihrem Unternehmen hängen 1400 kenyanische Arbeiter - mit ihrem Familien, und "Extended" families.... In Europa wird es Finanzhilfen vom Staat geben - hier auf diesem Kontinent wohl kaum....

Andere wiederum sagten mir, dass ihre tanzanischen (z.B: Lodge-) Angestellten sehr gefasst reagieren, dass sie sagen, ist schon o.k. wir wissen, dass ihr gerade auch kein Geld habt, wir gehen zurück auf unsere Felder, dort können wir schon erst mal überleben. Und wenn ihr wieder aufmacht, weil Touristen zurück kommen, dann kommen wir zurück zu Euch! Wir sind das gewohnt, dass das Leben unberechenbar ist...

Aber ich weiß von den einen Freunden mit Tourismus Unternehmen, dass sie sagen, wir schaffen es, bis Oktober durchzuhalten. Danach muss es aber wieder los gehen. Andere wiederum sagen: wenn uns die Hauptsaison Juli/August wegbricht, sind wir bereits erledigt....
In jedem Falle habe ich noch von keinem gehört, der sagt, dass er es sich leisten könne, noch 1 Jahr lang ohne Einnahmen klar zu kommen....!
Wer gerade aber seinen Urlaub verschiebt, verschiebt ihn wohl am ehesten aufs neue Jahr. Verständlich - es weiß ja in Europa auch keiner, wie es wann weiter geht - abgesehen davon, dass diese Reisen eh nicht möglich sind, solange keine Flüge gehen... Dennoch. Das könnte für den Tourismus (und alle, die da irgendwie dran hängen) hier sehr, sehr böse ausgehen!!!!

Tja, und die Wilderei? Du fragst, was die Ranger dagegen tun. Das erscheint mir eine recht, wie soll ich sagen? - nun ja, theoretische Frage. Wass sollen denn die RANGER tun???
Als wir im Tarangire waren, da sagte mir jemand, am selben Tag waren ganze 47 Gäste in der gesamten Serengeti!!!
Könnt Ihr Euch das vorstellen? Ich meine, einerseits lamentieren wir alle über die Fülle an Touristen und Autos, andererseits aber hält das auch die Überwachung und allen Schutz dieser Parks und Tiere am Leben!
Ich weiß keine Zahlen, wieviele Gäste die Serengeti durchschnittlich jeden Tag hat - aber 47 ?????

Da helfen auch ein paar Ranger Fahrzeuge nix. Es ist einfach keiner da, in der großen Wildnis! Es sieht keiner, wenn da lustig gewildert wird!
Und dass das tanzanische tourism board jetzt aufrüsten würde oder könnte, das bleibt wohl ein schöner Traum! Zumal ja auch dort die Einnahmen massiv wegbrechen, wenn keine Touristen da sind!
Ich habe keine Lösung. Es liegt alles auf Eis hier.
Und ganz ehrlich: die meisten Menschen hier haben andere alltägliche Sorgen, als die Tiere in der Serengeti zu schützen....

Wenn ich mehr Infos bekomme, gebe ich sie hier gerne weiter!
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