THEMA: Zweittäter-Familie unterwegs - KTP bis Etosha
13 Sep 2019 13:17 #567574
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Hallo zusammen,
schon wieder ein Reisebericht. Diesmal eine Zweittäter-Tour.
2017 waren wir als Ersttäter in Namibia und haben uns mit dem Afrika-Virus angesteckt. Das Forum hat uns bei beiden Reisen wahnsinnig genutzt, so dass wir mit dem Bericht ein bisschen Input zurückgeben wollen.
Bei unserer Reise hatten wir uns an der Ersttäter-Route als Empfehlung orientiert, die sich hier im Forum aus langjähriger Erfahrung herauskristallisiert hat und sich auch für uns als nahezu ideal herausgestellt hatte. Wir wollten nun Vieles noch einmal erleben, neue Ziele aufnehmen und darum schweren Herzens auch Einiges weglassen. Denn wie immer gab es mehr Ideen als Urlaubstage.

Wir, das sind Sarah (18), Elisabeth (21), Konni und Christoph (beide 53):


Reisezeit
Unterwegs waren wir gut drei Wochen im Juli und August 2019. Es mussten (leider) die deutschen Sommerferien sein. Dadurch gab es leider Hochsaison-Preise, aber nie das Gefühl, es sei 'voll'. Das Wetter ist im Juli / August für uns fast ideal. Der namibische Winter präsentierte sich tagsüber zwischen 20 und 28 Grad und absolut niederschlags- und fast wolkenfrei. (Ausnahme die tollen drei Stunden Nebel bei Namib's Valley), nachts kühlte es sich auf teilweise empfindliche 2 bis 14 Grad ab, die aber mit der richtigen Bettdecke kein Problem darstellten.

Routenplanung
Wir hatten 2017 einen recht guten Weg gefunden zwischen dem So-Viel-Wie-Möglich-Sehen-Wollen und dem Nur-Schnell-Dran-Vorbei-und-Weiter. Außerdem hat es sich bewährt, nicht jeden Tag die Koffer zu packen, sondern lieber oft einen zusätzlichen zweiten Tag für den Sonnenaufgang oder -untergang Zeit zu haben.
Grob:
Gestrichen (rot) aus der 2017er-Route wird das Meer (also Lüderitz, Walvisbay und Swakopmund) sowie die Sanddünen der Namibwüste im Sossuvlei. Hauptgrund hierfür ist, dass als neues Ziel der KTP, der Kgalagadi-Transfrontier-Park mit mehreren Tagen und Unterkünften hinzukommen soll. Neu aufgenommen (grün) in die Strecke ist auch die Spitzkoppe und der westliche Teil des Etosha-Nationalparks.
Erhalten bleiben Windhoek als Start- und Endpunkt, die Kalahari, Klein Aus, die Tirasberge und natürlich der zentrale und östliche Etosha-Nationalpark sowie am Ende Mount Etjo. Fertig ist die grobe Routenplanung für 2019:
Windhoek - Kalahari - KTP - Klein Aus - Tirasberge - Spitzkoppe - Etosha-Nationalpark - Erongo - Windhoek
Letzte Änderung: 19 Sep 2019 23:29 von Yoda911.
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13 Sep 2019 14:00 #567587
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Auto
Wir haben wieder einen Toyota Hilux Doublecab 2,5 l Diesel 4x4 bei Safari Car Rental gemietet und waren super zufrieden. Die Firma wirkt sehr gut organisiert (Flughafenshuttle, Formalia, Autoeinweisung und -übergabe, Autorückgabe), die Autos sind gut und vollständig ausgestattet: große gute Stollen-Reifen, Doppeltank, gut gefüllter 'Pannenkoffer' u.a. mit Kompressor, Luftdruckmesser etc., zwei Erstzreifen und (extra bestellt) ein Engel-Kühlschrank.


Flüge
Durch viel Beobachten, Warten und Vergleichen haben wir elf Monate vor dem Start auf der
englischsprachigen Seite von Air Namibia (und nur dort) One-Way-Flüge von Windhoek nach Frankfurt für nur 225 Euro pro Person gefunden und kurz darauf dann Hinflüge FRA-WDH über ein Reiseportal für knapp 400 Euro. Für Juli/August waren wir damit sehr zufrieden.

Unterkünfte
Insgesamt 14 Unterkünfte haben wir uns aus den Erfahrungen 2017, aus Internet-Recherche und Forums-Empfehlungen selbst zusammengesucht. Die komplette Liste haben wir dann der Agentur Magic Vibes übergeben, die die Buchung vor Ort vorgenommen und uns letztlich die fertigen Vouchers zugeschickt hat. Das war für uns bequemer (nur eine Überweisung, keine Verhandlungen mit 14 namibischen Adressen) und erfolgreich (wir haben so auch unsere vier Nächte im KTP bekommen!)

Danach hieß es eigentlich nur noch fast ein Jahr lang warten und von der Vorfreude zehren.
Letzte Änderung: 15 Sep 2019 16:06 von Yoda911.
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15 Sep 2019 14:50 #567745
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0. Tag (20.07.2019) Hinflug, Mietwagen, Einkaufen

Für uns ging es an einem Samstagabend in Frankfurt los. Zum geplanten Starttermin 20:10 Uhr sind wir losgerollt und dann ..... nix.
Wir haben erst mal über eine Stunde auf dem Rollfeld herumgestanden und keinen Start-Slot bekommen. Anscheinend hat Air Namibia hier wohl weniger Priorität als zahlungskräftigere Fluglinien. Um 21:15 Uhr ging's dann wirklich los. Über die (schlechte) AN-Servicequalität haben sich hier ja schon viele beschwert. Die Sitze lassen sich teilweise nicht oder schlecht neigen und in der Maschine waren ca. 1/3 der Monitore ausgefallen. Es gab eine ausführliche Ansage, dass für diese Passagiere ein WIFI eingerichtet worden sei, über das man das Entertainment von AN nutzen kann. Das hat dann auch problemlos funktioniert.
Natürlich ist ein Handybildschirm kein gleichwertiger Ersatz für die deutlich größeren Monitore in der Rücksitzwand. Das zweite Problem ist, dass das Streamen der angebotenen Filme auf das Smartphone ziemlich Strom zieht. Wir haben zum Glück immer vernünftige Powerbanks dabei, ohne wäre nach einem Film Ende gewesen. Es gibt allerdings 'nur' das eigentliche Entertainment-System (Film, Audio, Spiele), aber nicht die Tracking-Funktion, mit der man live den Standort auf einer Landkarte sehen kann.
Das blöde Frühstück in der Maschine (Rührei Bolognese und Joghurt) hätten wir lieber gegen eine weitere Stunde Schlaf eingetauscht. Gelandet sind wir dann um 7 Uhr, haben also eine Teil der Verspätung aus Frankfurt wieder eingeholt. So konnten wir auf dem Flugfeld schon den ersten afrikanischen Sonnenaufgang sehen.



Nachdem wir die Einreise-Visums-Formalitäten über uns haben ergehen lassen, fanden sich alle vier Koffer unversehrt. Draußen stand dann ein Mitarbeiter mit einem Schild unserer Mietwagenfirma Safari Car Rental und erwartete uns. Er Er hat dann noch 15 min. für die Wechselstube auf uns gewartet und dann ging's zur Mietwagenstation, die auf halben Weg Richtung Windhoek liegt. Die Fahrt mit ein paar Tieren am Wegesrand (Paviane, Strausse), gibt das Gefühl: Afrika - wir sind wieder da!

Übernahme Mietwagen bei Safari Car Rental
Gemietet hatten wir wie 2017 einen Toyota Hilux Doublecab 2,4 D mit voller Ausstattung (doppelter Tank, zwei Ersatzreifen, alle Reifen mit großen Geländestollen, Kompressor, Wassertank, Kühlbox und Kühlschrank mit zweitem Akku etc.). Das Fahrzeug hatte 30.000 km auf der Uhr und war ein Automatik. 20127 hatten wir noch einen Schaltwagen bekommen. SCR hat aber wohl nur noch Automatik, da immer mal wieder Touris die Kupplung in Kombination mit dem 4x4 im Sand oder beim Anfahren am Berg verbrannt haben. Auch wenn wir zu Hause nur Schaltwagen fahren, kann man sich an den Komfort der Automatik gewöhnen. Letztlich rollt man sowieso 95% im gleichen Gang dahin.





Nach den kurzen Formalitäten und der noch kürzeren technischen Einweisung (wir kannten ja fast alles von vor zwei Jahren) haben wir unser Gepäck in dem geräumigen Canopy verstaut.
Toll ist, dass Safari Car Rental mit der Klein Windhoek Schlachterei (KWS) perfekt zusammenarbeitet. Der Kühlschrank im Hilux war also bereits bei Übernahme gefüllt. Wir hatten bei KWS für die anstehenden Selbstversorger-Tage im KTP einiges an Fleisch - vakuumiert eingeschweißt und eingefroren - bestellt und bezahlt. Wir bekamen also in Top-Qualität Filet von Springbock, Oryx, Eland, Kudu und Zebra, dicke und dünne Boerewors, Biltong, Rauchfleisch und Salami am Stück:


Nach der Wagenübernahme ging es dann zur benachbarten Trans Kalahari Inn Lodge, wo wir erst mal ein günstiges und leckeres Frühstück genossen haben - eine ausgezeichnete Alternative zum Air Nambia-Frühstück.

Frisch gestärkt sind wir dann zum Spar in der Maerua Mall in Windhoek und haben in 4-Mann-Arbeitsteilung die vorbereitete Einkaufsliste abgearbeitet (Küchenrolle, Schwamm, Feuerzeug, Grillanzünder, Gewürz, Kaffee, Süßes, Knabberkram, Softdrinks etc.). Am Sonntag gibt es leider keinen Alkohol, das Savannah oder Bierchen muss also noch ein wenig warten.
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1. Tag (21.07.2019) Guestfarm Voigtland
Abgesehen von de kurzen Einkaufstrip hatten wir uns in diesem Jahr vorgenommen, Windhoek weitgehend links liegen zu lassen. Da wir zudem auch die asphaltierte und stärker befahrene B1 meiden wollten, hatten wir als erste Unterkunft die Gästefarm Voigtland für eine Nacht gebucht - ein richtig gelungene Wahl.
Schon Mittags um 12 standen wir auf dem Gelände der Farm und bekamen auch gleich zwei der nett eingerichteten Zimmer zugewiesen.




Ein paar Minuten später sitzen wir im Garten, legen die Füße hoch. Das Gästehaus ist in einem überraschend stimmigen europäisch-afrikanischen Mix eingerichtet - wie könnte es anders sein bei einem Farmland, auf dem bayerische Kühe neben Giraffen leben.
Giraffen ? Ja, richtig. Die Farm hat fünf davon und nachdem wir uns zum ‚Chillen‘ in den Garten gesetzt haben, kamen die aus ihrem 70 ha großen Gelände an die Gartenmauer. Hier gibt es nachmittags regelmäßig Kameldornbaum-Schoten zum Naschen.
Das Ganze war besonders für Sarah ein tolles Erlebnis, aber das Ganze vermittelt auch ein bisschen Zoo-Feeling. Wir sind im weiteren Verlauf des Urlaubs noch sehr vielen Giraffen begegnet und die Natur-Sichtungen sind durch keine 'gezähmtes' Tier zu ersetzen, auch wenn man da natürlich nicht ganz so nah rankommt.








Das Erlebnis des ersten Tages auf Voigtland wurde komplettiert durch einen tollen Sundowner, ein super leckeres Essen (wir waren 4 von insgesamt 10 Gäste) und am nächsten Morgen von einem perfekten Frühstück in der Morgensonne mit diversen selbstgemachten Zutaten (Brot, Salami, etc.).





Voigtland ist eine 1A-Empfehlung für einen ersten oder letzten Namibiatag nur 20 Minuten vom Flughafen.
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von der Voigtland Guestfarm nach
2. und 3. Tag (22./23.07.2019) Teufelskrallen Tented Lodge, Kalahari

Nach dem Frühstück geht es los Richtung Kalahari. Wir fahren wie geplant nicht die Autobahn B1, sondern direkt vom Gästehaus Voigtland die C23, C15 und C 21 über die erste Gravel- und Sandpisten nach Süden. Die Orte am Weg heißen Dorbabis, Uhlenhorst, Hochanas und Kalkrand - auch hier also ein Mix aus Deutschland und Afrika!
Verglichen mit den Erinnerungen an 2017 ist die Landschaft ähnlich abwechslungsreich, aber viiiel trockener. Die Ergebnisse der traurigen 2018/2019er Regenzeit ist deutlich zu erkennen. Trotzdem gibt es so einige interessante Motive am Wegesrand:













Ziel ist die Teufelskrallen Lodge bei Kalkrand, die wir aus dem ersten Urlaub kennen und lieben gelernt haben.
Sie liegt am Rande eines 4.000 Hektar großen privaten Naturschutzgebiets auf einer der westlichsten Kalahari-Dünen und besteht aus der zentralen Lodge, dem 'Alten Farmhaus', mit Rezeption, Swimmingpool und Restaurant sowie in 3 km Entfernung über 6 einzeln liegende Hauszelte, bzw. Zelthäuser mit eigenen Aussichtsterrassen. Wir haben die Zelthäuser Nr 3 und Nr. 4 zugeteilt bekommen, die einen tollen Blick über die Ebene bieten, den wir den Nachmittag genießen und mit Fotografieren, Lesen, Blogschreiben etc. verbringen.











Am zweiten Tag nutzten wir den Vormittag zu einem Ausflug ins nahegelegenen Städtchen Marienthal, um u.a. die Alkoholvorräte mit Savannah Dry, südafrikanischem Wein und Windhoek Lager aufzufüllen. Außerdem haben wir hier noch einen Geocache gesucht und gefunden.

Am Nachmittag haben wir uns für einen sogenannten Sundowner Drive angemeldet. Die Teufelskrallen Lodge arbeitet mit der benachbarten Kalahari Red Dunes Lodge zusammen, auf deren Gelände die drei- bis vierstündige Fahrt im offenen Safari-Fahrzeug stattfindet.
Auf der Rückfahrt von Marienthal hatten wir schon gemerkt, dass der Toyota Hilux relativ windanfällig zu sein scheint. Bei der äußeren Form eigentlich kein Wunder, aber bei dem Autogewicht doch unerwartet. Als dann zusätzlich starke Sandböen über die Straße fegen, wird klar, dass nicht das Auto verantwortlich ist, sondern dass sich hier ein ausgewachsener Sandsturm entwickelt.
Der Sundowner-Drive auf der Red Dunes Lodge sollte um 16:00 Uhr starten.Wir sind schon etwas früher die acht Kilometer zur Partner-Lodge herübergefahren, um uns auch dort ein bisschen umzuschauen. Die Lodge ist mit 12 Chalets, einem größeren Haupthaus und einem ausgelagerten Camp mit zwei weiteren Häuschen etwas größer als die Teufelskrallen-Lodge, strahlt aber auch eine luxuriöse und exklusive Atmosphäre aus. Hier könnte man sich auch wohlfühlen.
Auf dem Weg vom Parkplatz zur Rezeption hatten wir dann teilweise nur noch 30 Meter Sandsturm-Sicht. Und der Guide am Eingang bestätigt die Befürchtung: Eine Sichtungsfahrt macht heute nicht nur keinen Spaß, man wird auch kaum etwas sehen. Schade, aber verständlich.





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15 Sep 2019 16:26 #567754
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von der Teufelskrallen Tented Lodge nach
4. Tag (24.07.2019) KTP - Kalahari Tented Camp

Heute geht's (endlich) in den den Kgalagadi Transfrontier Park, kurz KTP. Vor uns stehen nun 4 Übernachtungen in drei verschiedenen Camps im Park. Alle drei liegen im südafrikanischen Teil des Park, so dass dort auch die südafrikanische Nationalpark-Verwaltung zuständig ist.
Aber zuerst haben wir noch eine Strecke von über 350 Kilometern durch die westliche Kalahari vor uns. Wir bewegen uns den größten Teil des Tages auf der C15 nach Süden. Nach ca. 300 km Schotterpiste und 4 Stunden Fahrt durch eine relativ abwechslungsreiche Landschaft
mit einigen zufälligen Tiersichtungen am Straßenrand erreichen wir die namibisch-südafrikanische Grenzstation Mata-Mata, gleichzeitig eines der drei größeren Camps des Parks.













Angeblich ist die 'Einreise' in den KTP völlig unbürokratische und problemlos. Es waren dann fünf Personen in zwei getrennten Häuschen (Namibia Ausreise / Südafrika Parkverwaltung / Südafrika Polizei) beteiligt und vier Eintragungen in diversen Listen, ein Formular pro Person (das identische, das wir schon im Flughafen ausgefüllt hatten), zwei Stempel pro Pass, die Eintragungen des Autokennzeichens, der vier Reisepassnummern in drei Listen und pro Person zwei Stempel erforderlich. Elisabeth zitiert aus dem Werbeflyer des Parks: "Passports are not required for entry unless departure is planned through a gate in another country." und wir lachten alle einmal herzlich.
Danach durften wir dann 'schon' weiter. Der Polizist kam sich übrigens nicht nur sehr wichtig, sondern auch sehr grosszügig vor, weil er unser Auto weder auf Feuerholz noch auf Feuerwaffen durchsucht hat.







Vom Tor haben wir dann noch 4 Kilometer zu dem ersten der Wilderness Camps namens Kalahari Tented Camp. Es besteht aus insgesamt 15 Zelte, die auf Holzterrassen aufgeständert sind. Vier davon sind Family Desert Tents, von denen wir eins reserviert haben.
Das Camp ist nicht eingezäunt, d.h. die Tiere kommen insbesondere nachts ungehindert zwischen die Unterkünfte. Gesehen haben wir z.B. ein Bild von einem Löwen, der es sich bei Tageslicht unter der Zeltplattform bequem gemacht hatte, so dass der entsprechende Eingang erst einmal geblockt war.
Die Zelthäuser haben Außenwände aus einer Art LKW-Plane und sind nur für Selbstversorger ausgestattet, aber immerhin mit Solarstrom (einige Lampen und ein Kühlschrank, keine Steckdosen) und Gasversorgung (Herd) ausgestattet. Es gibt jeweils ein eigenes Badezimmer mit Dusche und einer tollen Veranda mit Grill und Blick auf ein Wasserloch.





Wir hatten noch Zeit, eine erst Fahrt zu ein paar Wasserlöchern der Umgebung zu machen und freuten uns besonders über eine Wildkatze (leider zu schnell für ein gutes Foto) und eine große Eule (auch keine tollen Fotos), aber auch eine Riesentrappe, und diverse 'übliche Verdächtige (Gnus, Oryx, Springböcke, Giraffen):













Zurück im Häuschen hieß es aber erstmals: Braaien. Braai ist das südafrikanische Grillen. Erst brennt man einen Riesenhaufen Feuerholz ab (im Park gekauft, Einfuhr war bekanntlich verboten) und wenn der dann auf eine Gluthaufen zusammengesackt ist, wird gegrillt. Als ungeduldige Deutsche haben wir einen Sack Briketts und verwenden das Feuerholz nur zum Teil als Anzünder.
Direkt vor dem Häuschen sind einige Vögel und Mangusten 'zu Besuch'.







Während des Sonnenuntergangs zeigten sich unten im gut zu überblickenden Tal plötzlich eine paar Giraffen. Es war schon recht duster, aber das von der Kamera extrem aufgehellte Beweisfoto zeigt, dass aus dem Paar immer mehr wurden.



Insgesamt 18 (!) Giraffen kamen in einer halben Stunde vorbei und vertrieben uns die Zeit, bis der Grill einsatzbereit war. Unser erster Grillabend wird mit herrlich zartem Oryx-Filet bestritten. Wir sitzen zum Essen allerdings bereits in unserem Küchen-Anbau, draußen wird es zu frisch.
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