THEMA: Caprivi satt
07 Mär 2019 12:44 #550371
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Hallo,

seit zwei Wochen bin ich wieder zurück von meiner Campingtour.
Vier Wochen bin ich zusammen mit meinem Bruder, mit dem ich schon 2013 und 2016 unterwegs war, durch den nordöstlichen Teil Namibias sowie zwei kleinen Abstechern nach Botswana gefahren.

Nachdem ich letztes Jahr alleine im Süden getourt bin und es mir, bedingt durch die mittlerweile jahrelange Dürre dort, ob des Mangels an Vegetation und damit einhergehend geringer Zahlen an Insekten und folglich auch an Vögeln, schon damals klar war, dass die nächste Reise ins grüne Namibia gehen muss, nun also wieder einmal der Caprivi-Zipfel. Der Landstrich, der an permanent wasserführenden Flüssen gelegen ist und so komplett anders als der Rest des Landes ist.

Der Flug: Wieder mal mit Air Namibia. Solange es die noch gibt und ich somit einen Direktflug nach Windhoek wählen kann, werde ich das auch machen. Der Preis war gut ( 650.- Euro ), beim Check-in konnten wir Plätze an den Notausstiegen ergattern. Der Abflug erfolgte mit einer Stunde Verspätung, zuerst kam die Crew nicht beizeiten, dann musste ein Lufthansatechniker eine offensichtlich nicht korrekt schliessende Türe checken. Müssig zu erwähnen, dass unsere Entertainment-Bildschirme schwarz blieben, mich stört das aber nicht. Headsets wurden erst gar nicht ausgegeben. Warum auch?

Das Auto: wie 2016 gebucht bei Safari Car Rental. Leider war kein "Expedition" mehr zu haben, die fuhren da wohl schon im Kaokoveld rum. :silly: Letztlich war es ein Hilux 2.8 TD Automatik mit Campingausrüstung, das Dachzelt haben wir wieder abbauen lassen, da wir beide es vorziehen, in unseren eigenen Bodenzelten zu schlafen.


Notcamp im Buschmannland

Der Preis ist zur Low Season mit entsprechendem Rabatt bei früher Buchung konkurrenzlos günstig. Wir haben unter siebzig Euro pro Tag bezahlt.
Nur einmal hat uns der Wagen im Stich gelassen. Morgens in einem Camp in Katima sprang das Auto nicht mehr an, die Batterie war papp, obwohl das Auto ans Stromnetz angeschlossen war und der Fridge eigentlich hätte nicht ziehen dürfen. Aber beide Batterien waren leer. Das Auto sprang aber sofort beim Überbrücken an. Den Fehler habe ich natürlich bei Rückgabe an Vincent gemeldet.


Kleines Auto, grosser Baum. Buschmannland


Vor dem Abstieg ins Ugab Rivier. Divorce Pass

Die Route: Ankunft am 23. Januar früh morgens. Nach Autoübernahme und Grosseinkauf Fahrt zu unserer einzigen vorgebuchten Campsite, dem Teufelsbach River Camp etwa fünfzig Km nördlich von Windhoek an der A 1. Momentan etwas schwierig zu finden wegen der umfangreichen Strassenbauarbeiten, ich musste erst Irmela anrufen und mich einweisen lassen.
Für mich mittlerweile wie heimkommen und ideal gelegen. Da das Camp immer nur an eine Gruppe vergeben wird, sind wir natürlich alleine hier. Die ungewohnte Hitze, bis über vierzig Grad, knockt mich fast aus. So trinken wir in Ruhe Tee und räumen dann das Auto richtig ein. Obwohl schon die ersten Vögel gesichtet werden, verzichte ich komplett aufs Fotografieren. Es ist mir zu heiss, ich bleibe im Schatten. Abends schmeissen wir die ersten Oryx-Steaks auf den Grill. Das Fleisch habe ich wieder bei der Klein-Windhoek-Schlachterei vorbestellt, es ist wie gewohnt allererste Sahne.



Bald gehen wir schlafen, denn im Flieger gelingt mir das nicht und ich bin entsprechend müde. Da es nicht nach Regen aussieht, stellen wir beide kein Zelt mehr auf und legen uns einfach so auf unsere Matten in den Schlafsack.
Wie ich vom Duschen komme, sehe ich eine kleine schwarze Blindschlange bei meinem Camp. Ich versuche sie in die Hand zu nehmen, sie ist aber schon teilweise in einem Ameisenbau verschwunden und sträubt sich.
Zwei Sternschnuppen werden noch mit Wünschen bedacht, dann schlafe ich herrlich. Es kühlt gut ab und gegen Morgen taut es, sodass mein dünner Schlafsack fast zu dünn ist.

Die weitere Tour geht zuerst für drei Tage in den Etosha NP, dann weiter über Grootfontein ins Buschmannland in die Nyae Nyae Conservancy, von dort über Dobe an die Panhandle zu Drotzky´s Cabin. Weiter über die Mahango Core Area an den Kwando nach Nambwa, dann nach Katima, zum Mubala Camp und das Chobe River Camp letztlich nach Kasane.
Nach zwei Nächten in Kasane und einer Nacht in Ihaha geht es wieder zurück nach Namibia. Den Stopp am östlichen Kwando streichen wir wegen Starkregen, fahren nochmals zwei Nächte an den Kavango, um die Buffalo Core Area zu erkunden und beschliessen dann spontan, vor dem Regen zu flüchten und die letzten drei Nächte ins Damaraland zu fahren.
Durch diesen eigentlich nicht vorgesehenen Schlenker haben dann zum Schluss 5239 km aufm Tacho gestanden, praktisch exakt das Gleiche wie letztes Jahr.

Die Tour ist ja zu allererst den Vögeln gewidmet, und wir haben dieses Mal viel Zeit darauf verwendet, all die Lerchen, Prinien, Cisticolen und Pieper zu identifizieren. Dabei sehr hilfreich war die Sasol App, denn oft kamen wir nur über die Gesänge weiter, etwa auch bei den Nightjars. Ebenso ist es ganz hilfreich, nicht sofort und automatisch jeden kleineren schwarzen Vogel einfach als Drongo abzuhaken. :whistle: :S
Durch diese Fleissaufgabe sind wir bei über dreihundertsechzig Arten, die einwandfrei bestimmt wurden, gelandet. Für uns ein neuer Rekord, der nur schwer zu toppen sein wird.


Kosten: 130.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias
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07 Mär 2019 22:29 #550468
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24. Januar: auf nach Norden

Mit dem Hellwerden sind wir auf, und den Morgenkaffe geniessen wir da, wo schon gleich die Sonne hinscheint, denn es hat ordentlich abgekühlt.
Wir packen ein und fahren zum Farmhaus, wo wir uns noch mit Irmela unterhalten, aber schon bald fahren wir zurück auf die A 1 Richtung Norden.
In Otjiwarongo tanken wir voll, nein, wir versuchen es, aber das Betanken des Doppeltanks dauert ewig und nach einer dreiviertel Stunde brechen wir ab. Im Superspar kaufen wir ein paar Dinge, welche wir gestern nicht bekommen haben, und dann fahren wir weiter über Outjo ereignislos bis zum Andersson Gate.
Hier checken wir ein für drei Tage Etosha Nationalpark. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich so schnell nicht wieder hierher komme, aber Andreas war noch nicht hier, und er will unbedingt die Blue Cranes sehen.
Wir fahren durch bis Okaukuejo und stellen auf dem immer wieder begeisternden Staubplatz :S unsere Zelte auf. Nach einem Imbiss gehen wir eine Runde Abkühlung suchen im Pool, denn es hat nun am Nachmittag satte 43 Grad.
Als das Licht weicher wird, fahren wir noch eine Runde in den Park. Wir steuern nach Norden Richtung Okondeka.


Auch den Springböcken ist warm und sie liegen im Schatten, nur die Neugeborenen wackeln durch die Gegend. Rumliegen ist soo langweilig.


Der Greater Kestrel- Wüstenfalke sitzt ebenfalls im Schatten, zwischendurch muss er mal bissel stretchen, dass die Gelenke geschmeidig bleiben.


In Okondeka liegen vier, fünf Löwen verteilt im Gelände, später kommt noch eine Löwin mit ihren zwei halbwüchsigen Sprösslingen ans Wasser. Mehr begeistern uns aber ein paar Caspian Plover- Wermutregenpfeifer, von denen einer schon ins Brutkleid gemausert hat.

Ein kleines Stück fahren wir noch weiter, und wir finden eine Ludwig´s Trappe. Diese, selten genug, flüchtet nicht sofort, sondern ist eifrig auf Insektenjagd.


Ludwig´s Bustard

Die Sonne steht schon tief, wir müssen umdrehen. Nur kurz halten wir nochmals bei den Löwen sowie später bei einem Hasen, in dessen Pupille sich die untergehende Sonne spiegelt.



Nun aber hurtig, und auf die Minute pünktlich rauschen wir durchs Gate.

Das Camp ist etwa zur Hälfte belegt. Wir nehmen erstmal einen Sundowner, dann braten wir wieder ein paar Steaks. Mit dem Eindunkeln fangen ein paar Bellgeckos sowie zwei verschiedene Ziegenmelker an zu singen. Im letzten Licht rauschen einige Trupps Nachtflughühner niedrig über uns hinweg. Sie fliegen zum Wasser, und schon wenige Minuten später fliegen sie wieder zurück.
Nachdem wir den Abwasch erledigt haben, schlendern wir noch zum Wasserloch. Ein alter Elefantenbulle, der uns heute nachmittag schon über den Weg gelaufen ist, schöpft Wasser.


Er wird einer von insgesamt drei Elefanten sein, die wir im Etosha NP entdecken werden, alles ältere einzelgängerische Bullen.
Es hat hier noch überhaupt nicht geregnet, es gibt keinerlei frisches Grün, und so sind viele Tiere abgewandert.

Drei, vier Schleiereulen fliegen immer wieder durch den Himmel, der von den Flutlichtern erhellt ist, und ein paar Nightjars versuchen ebenso Insekten zu fangen.


Fiery-necked Nightjar- Rotnacken-Nachtschwalbe

Direkt an der Mauer, keine zwei Meter von uns entfernt, huschen zwei Small spotted Genets durch die Steine.


Kosten: 300.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 09 Mär 2019 17:49 von fotomatte.
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09 Mär 2019 18:26 #550677
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25. Januar: auf der Suche nach den Blue Cranes

Noch bei Dunkelheit trinken wir unser morgendliches Heissgetränk und bauen die Zelte ab, um pünktlich zur Gate-Öffnung durchs Tor zu fahren.
Wir halten uns Richtung Osten, um dann gleich nach Norden Richtung Pan abzudrehen.


Im schönen flachen Morgenlicht sitzt der Black-shouldered Kite- Gleitaar direkt neben der Strasse an.


Ein typischer Vogel im Park ist der Northern Black Korhaan- Weissflügeltrappe.

Wir fahren die Sackgasse zurück und nehmen dann die Hauptstrasse Richtung Halali. Wir kommen nicht weit, ständig müssen wir halten.


Ob die Tüpfelhyäne hochträchtig ist oder sich nur über die Massen voll gefressen hat?


Schon lange wollte ich ein Foto von den Namaqua Doves- Kaptäubchen mit offenen Schwingen haben, wo man die schöne rote Flügelunterseite sehen kann.


Bei Ondongab stolziert eine Löwin am Zebraspalier vorbei und ist sich ihrer königlichen Würde durchaus bewusst.


Das ist einer von den Vögeln, die wir erst nachträglich bestimmt haben, denn eigentlich haben wir ein paar Schwalben fotografiert, als direkt neben uns dieser kleine Heckenhopser angefangen hat zu singen. Ein paar Fotos geschossen und dann weiter um die Schwalben gekümmert, ist uns erst Tage später beim Sichten der schon entstandenen Bilder aufgefallen, dass wir den Rufous-eared Warbler- Rotbackensänger noch gar nicht auf die Liste gesetzt haben. Dabei war es für uns Beide eine Erstsichtung.


Das eigentliche Objekt unserer Bemühungen: eine Red-breasted Swallow- Rotbauchschwalbe.


Dann endlich mal wieder ein Europäer auf Winterflucht, ein männlicher Western Red-footed Falcon- Rotfussfalke.


Auch typisch für Etoscha: African Pipit- Spornpieper.


Der Spornpieper ist vor der Überzahl der Red-headed Finches- Rotkopfamadinen geflüchtet.


Es ist neun Uhr vorbei, und leider ist das schöne Morgenlicht schon wieder vorbei, es wird ständig greller- und wieder heiss. Da freut sich der noch nicht ausgefärbte Martial Eagle- Kampfadler über die Brise auf seinem Ansitz.


Öfters gesehen, aber nie gescheit erwischt: ein Fiscal Shrike- Fiskalwürger.


Erst auf den zweiten Blick haben wir bemerkt, dass der Spotted Dikkop- Kaptriel nicht alleine ist.


Double-banded Courser- Doppelbandrennvogel


Bei Homob stehen wir eine ganze Weile und schauen dem Secretarybird- Sekretär beim Trinken zu.


Unterm berühmtesten Baum von Etosha liegen über dreissig Gnus im Schatten.

Es geht nun gegen Mittag und ist brüllheiss geworden. Die Farben taugen schon eine Weile nichts mehr, und so beschliessen wir durch zu fahren.
In Halali checken wir ein, auf dem Campingplatz stehen vier, fünf weitere Autos. Wir suchen uns einen Platz direkt am Zaun und kochen direkt ein veritables Mittagessen, welches wir im Schatten einnehmen. Nach dem Abwasch gehen wir uns wieder im Pool abkühlen, dabei beobachten wir, wie in dem schönen Baumbestand einige Vögel herumhopsen, etwa eine ganze Familie Southern Violet Wood Hoopoes- Steppenbaumhopfe.
Wir ziehen uns um und schlendern zurück ans Auto, um die Kameras zu holen und hängen uns den Baumhopfen an die Fersen.






Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 12 Mär 2019 11:12 von fotomatte.
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11 Mär 2019 12:39 #550839
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weiter der 25. Januar:

Neben den Baumhopfen sitzen noch weitere Vögel unter den vor der Sonne schützenden Blätterdächern.


Monteiro´s Hornbill-Monteirotoko




Die hätte ich hier nicht vermutet, und Andreas freut sich sehr über die für ihn neuen Bare-cheeked Babbler-Nacktohrdrosslinge.

Natürlich fallen wir auf, wie wir mit den Ferngläsern und Kameras unter den Bäumen rumstrolchen, und ein älterer Arbeiter spricht uns an, ob wir eine Owl sehen möchten. Direkt neben dem Pool sitzt eine Zwergohreule nur etwa drei Meter hoch in einem alten Mopane und verschläft den Tag. Da sie den Kopf abgewendet hat, machen wir keine Fotos, werden aber später nochmals wieder kommen.
Dann wird es Zeit, weiter Ausschau nach den Blue Cranes zu halten, und wir beschliessen weiter in östlicher Richtung zu fahren, denn dort gibt es grössere offene Flächen.


An einigen Stellen gehen immer wieder Regenschauer nieder, bei uns bleibt es trocken.


Pale Chanting Goshawk-Singhabicht. Dieses Exemplar ist fast komplett ins Alterskleid durch gemausert, nur am Hals erkennnt man noch einen Fleck, der den jungen Vogel verrät.

Tatsächlich entdecken wir zwei Paradieskraniche. Leider sind sie recht weit entfernt, aber wir beobachten sie im Spektiv und erkennen, dass beide Vögel beringt sind.


Wir fahren bis zum Etosha Lookout, um dann langsam wieder zurück zu fahren.


Wir haben Glück, die Kraniche sind nun direkt neben der Strasse und sind auf Insektensuche. So nehmen sie keine Notiz von uns.


Zuerst sehen wir zwei Vögel, dann links neben uns drei weitere, die allesamt unberingt sind, und letztlich kommen noch zwei weitere beringte und zwei unberingte Vögel dazu, sodass wir zum guten Schluss von neun Kranichen umringt sind. Und alle in guter Entfernung bei schönem Licht. Wir schiessen uns die Finger wund, und Andreas bemerkt: "Och, des iss ja einfach mit den Cranes." :silly: Von den vier beringten können wir die Ziffern ablesen, die werde ich später wieder ans Kranichprojekt melden.
www.nnf.org.na/CRANES/bluecraneproject.htm




Die Tiere ziehen gemeinsam mit einigen Springböcken und Zebras.


Diese niedrig bewachsenen Grasebenen bevorzugen die Kraniche. Allerdings sollten sie jetzt eigentlich paarweise in der Fläche verteilt sein und sich der Kükenaufzucht widmen. Dass diese Vögel nicht mit der Brut beschäftigt sind, ist auch eine Auswirkung der extremen Trockenheit, denn die Kraniche brüten in feuchten Senken, wo sie Schutz vor Räubern finden. Gibt´s kein Wasser, schreiten die Tiere gar nicht erst zur Brut. Das ist natürlich bei der winzigen Population tragisch.


Nachdem wir die Kraniche gebührend gewürdigt haben, fahren wir zurück ans Wasserloch Rietfontein, um hier so lange als möglich den Abend zu geniessen. Ein Zweihorn steht im Wasser und trinkt. Das Tier ist in einem beklagenswerten Zustand, die Beckenknochen stehen hervor und jede Rippe ist zu zählen.


Nachdem das erste R. verschwunden ist, erscheint ein weiteres "schwarzes" R., das so gar nicht seinem Namen gerecht wird und sich schön eingekalkt hat. Dieses Tier ist deutlich besser genährt.


Man hört Löwen brüllen, und bald kommt ein einzelnes Männchen über die offene Fläche gelaufen. Er dreht sich immer wieder um, da stecken wohl noch weitere Löwen im Busch.


Ein weiteres Zweihorn betritt die Szene, aber irgendwas ist hier anders. Na klar, das ist ein Breitmaul, mein erstes überhaupt.

Man weiss nun überhaupt nicht, wohin man schauen soll, um uns wuselt es nur so.


Das Breitmaul ist nicht alleine angereist und bringt die komplette Familie mit.


Doch neben den ganzen Säugern gibt es ja auch noch Vögel, etwa einen Lanner Falcon sowie eine Gymnogene. Die deutschen Namen spare ich mir, im einen Fall ist er identisch, im anderen idiotisch.


Nun betreten weitere zwei Löwen die Szene.

Es ist nun schon sieben Uhr durch, und wir müssen zurück nach Halali, damit wir rechtzeitig ins Camp kommen.
Wir fahren los, und die beiden anderen Autos, die auch hier gestanden haben, folgen uns.



Im Camp besuchen wir zunächst die Eule. Sie hat sich mittlerweile etwas umgesetzt, ist aber immer noch sehr müde.


African Scops Owl-Zwergohreule

Wieder bleiben wir nicht unentdeckt, so in direkter Nähe zum Restaurant, und eine Schweizerin kommt und fragt, was wir denn sehen. Sie freut sich sehr, als wir ihr die kleine Eule zeigen.
Nach dem Abendessen schnappen wir uns jeder ein Savanna und begeben uns zum Wasserloch. Es ist heute schon den ganzen Tag sehr windig, und so entdecken wir in kurzer Zeit drei Skorpione auf dem Weg.
Am Wasserloch selbst verschwindet gerade eine Hyäne, als wir kommen. Das war es dann auch, und als wir ausgetrunken haben, gehen wir ins Bett.
Ich wache nicht auf vom Lärm umkippender Mülleimer, scheinbar sind die Honigdachse nicht mehr hier.


Kosten: 300.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 15 Mär 2019 10:07 von fotomatte. Begründung: Link ergänzt
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14 Mär 2019 17:17 #551287
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26. Januar: was machen eigentlich die Blue Cranes?

Heute hat ein eigenartiger Schlonz den Himmel verdeckt, so haben wir es nicht gar so eilig das Camp zu verlassen.
Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren nochmals zurück Richtung Salvadora.
Auf der grossen Pläne vor dem Abdreh stehen wieder die Kraniche in der Landschaft verteilt, heute zählen wir derer zehn.


Den Vogel NCK hatten wir gestern noch nicht registriert.


Direkt vor Salvadora liegen diese zwei Faulpelze in der trüben Morgensonne.


Der Rest vom Rudel hat den Platz von den Gnus übernommen. Von den Gnus selbst ist weit und breit nichts zu sehen.


Darüber haben wir uns sehr gefreut, wieder mal ein Europäer. Ein männlicher Montagu´s Harrier- Wiesenweihe.


Bei Charitsaub sitzen einige weitere europäische Greife verteilt, einige rütteln über dem Grasland. Lesser Kestrel- Rötelfalke.


Schakale haben wir auffällig wenige gesehen.


Leider taugt das Licht heute nicht wirklich, es ist trüb und ziemlich dunkel. Trotzdem versuche ich mich an ein paar Flugstudien der European Bee-eater- Bienenfresser.


Wie geschrieben verwenden wir einige Zeit beim Bestimmen von Lerchen. Die Sabota Lark- Sabotalerche ist noch vergleichsweise einfach, der massive Schnabel ist charakteristisch.


Marico Flycatcher- Maricoschnäpper


Die Lesser Grey Shrikes- Schwarzstirnwürger sind allesamt sehr scheu, nur selten bleibt einer sitzen.


Die Grey-backed Finchlark- Nonnenlerche ist einfach zu bestimmen, aber nicht ganz so einfach zu fotografieren. Selten einmal halten sie auch nur eine Sekunde still.


Scaly-feathered Finch- Schnurrbärtchen. Hier gefällt mir einmal der deutsche Name besser.


Er posaunt seinen Revieranspruch lauthals hinaus. Deshalb wird er oft Gackeltrappe genannt.


Diese Lerche ist schon etwas schwieriger. Karoo Long-billed Lark- Langschnabellerche.
Die Lerche ist sogar noch schwieriger als gedacht, denn es ist eine Spike-heeled Lark, oder Zirplerche.


Direkt daneben sitzt eine Red-capped Lark- Rotscheitellerche, natürlich wieder einmal nur von hinten.


Nur weil wir sehr langsam fahren, bekommen wir die Löwin mit, die direkt am Bankett liegt und schläft. Weil wir anhalten, räkelt sie sich, steht kurz auf und dreht sich auf die andere Seite.


Es ist nach wie vor stark bewölkt, so beschliessen wir nach einer kurzen Pause direkt durch zu fahren bis nach Namutoni.
Bei Okerfontein steht ein einzelner Elefantenbulle und mampft langsam auf seinen abgerissenen Ästen rum.

Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 19 Mär 2019 09:23 von fotomatte.
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27 Mär 2019 21:40 #552436
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weiter der 26. Januar:

Wir checken in Namutoni ein, und ich bin gespannt, wie sich das Lager hier so präsentiert, denn im Forum wird ja gerade dieses Camp regelmässig schlecht bewertet. Das letzte Mal war ich hier anno 2005.
Wir fahren auf den verhältnismässig kleinen Campingplatz, es sind etwa fünf oder sechs Plätze belegt, und wir können uns unseren Stellplatz frei auswählen. Als Erstes fällt auf, dass die Plätze hier Gras bieten, das hebt Namutoni deutlich über Halali und vor allem Okaukuejo.
Wir bauen unsere Zelte auf, dann vespern wir. Anschliessend statten wir dem Pool einen Besuch ab, auch wenn es immer noch stark bewölkt ist. Danach folgt ein Rundgang durchs Fort. Hier allerdings ist der Verfall offensichtlich, die Treppe auf die Empore ist gesperrt. Wenn man den Turm besteigt, kann man auch sehen, weshalb. Der ganze Boden ist flächig eingestürzt. Vom Turm aus kann man aber mit den Ferngläsern in den Schilfbereich am Wasserloch Einblick nehmen, was uns ein paar Arten wie etwa Lesser Moorhen, Zwergteichhuhn oder Black Crake, Schwarzralle beschert.

Wir kehren zurück und beschliessen, noch eine kleine Runde zu fahren. Zunächst steuern wir das Klein Namutoni Wasserloch an, es hat einiges an Geflügel, aber das Licht ist mies. So entsteht nicht ein Foto. Wir fahren dann noch den kleinen Loop, den DikDik-Drive.
Ein paar Impalas, ein oder zwei Giraffen, einige Tokos und Grey Louries sind die bescheidene Auswahl.


Ach ja, und Suicide Chicks, die hier brav den Dung von Grosssäugern zerlegen, um ein paar Insektenlarven zu erhaschen.

Das kann doch nicht sein, dass wir kein einziges DikDik gesehen haben.
Wir fahren nochmals eine Runde, und diesmal stehen sie überall, letztlich zählen wir über zehn dieser kleinen Antilopen.


Einzeln,


oder zumeist paarweise wuseln sie rechts und links der Strasse durchs Gebüsch.

Langsam fahren wir wieder zurück, und mit einem Getränk begeben wir uns zum Hide, um den Sundowner mitzunehmen, denn tatsächlich findet die Sonne kurz vor dem Horizont eine Lücke.



Zurück auf unserem Platz kochen wir unser Nachtmahl, dann erledigen wir das Geschirr. Nach einem Absacker kriechen wir in unsere Zelte, und erstmals wache ich in der Nacht auf, weil in der Nähe Löwen brüllen.


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