THEMA: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J.
01 Okt 2018 20:33 #534280
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Moritz:

Tag 4b, der 27.06.18

Da wir noch einen zweiten Tag in Sesriem verbrachten, gingen wir es auch heute, mit der nötigen Ruhe an. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen, da wir vorhatten das bekannte Death Vlei zu besuchen.
Dort angekommen, mussten wir die benachbarte Düne Big Daddy besteigen.



Oben angekommen war es total einsam und wir hatten einen überwältigenden Blick auf das Death Vlei und die umgebenden Dünen.



Unser Abstieg von der Düne in das Vlei, bestand darin, dass wir innerhalb von 5 Minuten, die gesamte Düne, an der steilsten Seite, runter rannten. Es machte enormen Spaß.
Unten angekommen sahen wir erst, wie riesig das Death Vlei war. So weit man sehen konnte, weißer Lehmboden mit toten Bäumen.











Zurück im Camp, saßen wir noch einige Zeit am Lagerfeuer, ehe wir schlafen gingen.
P.s.: Deutschland ist raus!
Anhang:
Letzte Änderung: 01 Okt 2018 21:01 von Dillinger.
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01 Okt 2018 21:28 #534286
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Markus:

Sesriem ist ein echt eigener Ort. Für namibianische Verhältnisse recht rummelig. Morgens im Dachzelt wachte ich auf, draußen noch absolute Dunkelheit, doch in meiner Umgebung brach eine unheimliche Unruhe aus. Zelte wurde panisch gepackt, Motoren liefen warm, es wurde wild rangiert. Kurz nach Öffnung des Gates, setzte sich ein langer Autokonvoi, in einer gigantischen Staubwolke in Bewegung. Nach 30 Minuten unfassbarer Hektik, trat wieder Ruhe ein. Hoffentlich haben alle wenigsten ein gutes Foto gemacht.
Mir hat der Sonnenuntergang alleine auf Düne 45, die Wanderung auf Big Daddy und durch das Death Vlei echt super gefallen. Wir haben komischer weise, bei beiden Unternehmungen keine Leute getroffen, ausser auf den Parkplätzen. Einsamkeit, die ich so liebe, gibt es also auch auf Big Daddy, Düne 45 und dem Death Vlei.
Einen Abend sind wir zur Sossusvlei Lodge gelaufen und haben uns ein Abendessen unter vielen anderen Menschen gegönnt. Nicht ganz so einsam wie wir es uns wünschen, jedoch sehr reichhaltig und üppig. Kann man machen, ist mal eine Abwechslung zum Grillen und die Lodge bietet, meiner Meinung nach, ein echt gutes Essen für einen sehr fairen Preis.
Die Dünen und den Sand fand ich, trotz des touristischen Highlights, echt klasse.
Manchmal gab es auch Zoff unter uns.
Sesrim Camping kurz nach Sonnenuntergang: Moritz muß duschen. Sein Handtuch ist im Chaos nicht auffindbar (zumindest nach seiner Meinung), die allfindende Mutter ist selbst unter der Dusche und kann nicht helfen. Nach einigem Geschrei und wüsten Flüchen, dampft er mit einem anderen Handtuch ab zu den Duschhäusern. Dort angekommen und sich bereits in der Dusche breit gemacht, bemerkt er die fehlende Seife. Noch etwas gereizter wird diese geholt. Endlich am Duschen, fällt doch tatsächlich der Strom auf dem gesamten Campingplatz aus. Damit verbunden wird es stock Dunkel und das Wasser eiskalt. :laugh:
Er war an diesem Abend echt bedient, roch jedoch wieder sehr angenehm. :whistle:

Liebe Grüße
Vater Markus
Letzte Änderung: 01 Okt 2018 22:01 von Dillinger.
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01 Okt 2018 21:52 #534289
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Moritz:

Tag 5, der 28.06.18

Am nächsten Morgen wurden wir Drei (Simon, Silke und Ich) schon sehr früh von unserem Vater, mit einem gräßlichen Versuch den Zahnseidentanz aus dem Computerspiel Fortnite nachzumachen, aus unseren Träumen gerissen.
Heute war nichts mit entspanntem Ausschlafen, denn wir hatten eine weite Fahrt zum Mirabib vor uns. Nach einem dennoch wunderbarem Frühstück, mit allem was dazu gehört, Klappten wir unsere Zelte ein und fuhren los.









Die Fahrt war wirklich super, da es tototal einsam war und mir dies die Möglichkeit gab, mich auch mal hinter das Lenkrad zu setzen.



Trotz manueller Schaltung fand ich, mich gut geschlagen zu haben. Leider nahmen wir einen relativ langen Umweg in kauf, um zwei angeblich verlassenen Mienen zu sehen, welche sich allerdings zu unserer Enttäuschung, als zwei mittelgroße Steinhaufen entpuppten.
Bei unserer Ankunft am Mirabib Camp, waren wir von dem gigantischen Felsen, der über unserem Stellplatz ragte, sehr beeindruckt.





Wir mußten diesen tollen Berg nutzen, also schnappten wir uns einen Rucksack, vollgepackt mit Getränken und erklommen pünktlich zum Sonnenuntergang den Felsen. Oben angekommen war der Blick in die Ebene enorm beeindruckend. Genauso wie der Sonnenuntergang.











Zum Abendessen gab es Oryxfleisch mit Salat. Danach ging es noch ans Lagerfeuer und dann hieß es auch bereits "ab in die Heia".





Letzte Änderung: 01 Okt 2018 22:23 von Dillinger.
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01 Okt 2018 22:35 #534290
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Markus:

Der Mirabib ist der Hammer, die Zufahrt über eine kilometerlange Ebenen mit silbernem, sich Wind bewegendem Gras, mit vereinzelten Zebras, ist ein Traum. Der Mirabib selbst, strahlt so eine Einsamkeit und Mystik aus, dass mann bereits bei der Anfahrt eine Gänsehaut bekommt. Als die Sonne unendlich langsam und fantastisch unterging, spürte ich eine Einsamkeit wie ich Sie noch nie erlebte. Afrika kann so beeindruckend sein, dass es einem ein Tränchen in die Augen treibt.
Stellplätze ohne jeglichen Komfort, Toilette lediglich Plumsklos, aber, da möchte ich unbedingt nochmal übernachten. Ich fand es einen der besondersten Orte unserer Reise.

Gruß Markus
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02 Okt 2018 20:27 #534357
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Moritz:

Tag 6, der 29.06.18

Heute standen wir, wie auch schon Gestern, recht früh auf. Jedoch hatte dies nicht den Grund, dass wir eine weite Strecke zu fahren hatten, es lag daran, dass unsere nächste Unterkunft "Alternative Space" in einer größeren Stadt namens Swakopmund lag und wir die Gelegenheit nutzen wollten, uns die Stadt am Abend noch mal anzugucken. Also fuhren wir nach dem Frühstück los. Wir lagen sehr gut in der Zeit bis wir nach etwa der halben Strecke zu einer Abzweigung kamen. Weiter der Straße nach, oder den 4x4 offroad Trail wählen, war hier die Frage.
Da wir nun mal die Familie Schmidt sind, entschieden wir uns natürlich für den 4x4 Trail, was sich nach etwa 2 Stunden als großen Fehler entpuppte.



Unsere Straße, wenn man es noch so nennen konnte, schlängelte sich irgendwann nur noch als Spur eines Eselkarrens durch die Dünen, über die Dünen und dann, passierte es, wir blieben stecken, mitten auf einer riesigen Düne. Jetzt reichte es uns und wir beschlossen umzudrehen. Doch dafür mußten wir erstmal aus dem Sand kommen. Also stiegen wir aus und fingen alle an zu graben. Mit aller Kraft schafften wir es uns aus dem Sand zu befreien. Doch weit kamen wir nicht. Nicht weit von den Salzanlage von Walvis Bay, blieben wir im nächst besten Schlammloch wieder stecken und diesmal half nichts.



Wir versuchten alles aber nichts half, wir saßen hier fest.
Unsere einzige Hoffnung war eine weit entfernte Straße auf dem Salzdamm, jedoch gaben wir nach einer Stunde auch hier die Hoffnung auf, dass noch jemand auf der Straße entlang kommt.
Doch dann passierte es, als bei uns allen die Nerven schon ziemlich blank lagen, kamen unsere zwei Helden die Straße entlang gerauscht. Wir winkten mit Jacken und riefen und sie sahen uns. Da es zu unserer riesigen Freude auch noch zwei namibianische Tourguides waren, kamen sie schnell zu uns und befreiten uns aus unserer misslichen Lage. Auf dem Weg zur Straße blieben wir nochmal stecken, doch mit zwei Autos und den Leuten, die das Gebiet in -und auswendig kannten, war das Alles deutlich einfacher.



Nachdem unser Auto endlich in Sicherheit war, gingen die Guides welche unser Auto persönlich aus der Schlammlandschaft gefahren hatten zurück um ihre Autos zu holen. Von der Straße aus mussten wir dann mit entsetzen feststellen, dass sie selbst auf dem Rückweg stecken blieben.



Als wir nach gefühlten 5 Stunden, später im Dunkeln in Swakomund ankamen, gingen wir noch in einem Restaurant namens "The Tug" etwas essen.
Dann endlich waren wir im Alternativ Space angekommen und beschlossen, uns die Unterkunft erst am nächsten Morgen anzuschauen. Wir waren alle so fix und fertig, dass wir nur noch in unsere Betten fielen.
Letzte Änderung: 02 Okt 2018 20:40 von Dillinger.
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02 Okt 2018 21:31 #534362
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Markus:

Eigentlich war ein lockerer, nicht allzu langer, schöner Fahrtag geplant. Mir wurde schmerzlich klar gemacht, wie gefährlich und einsam Namibia wirklich ist. Man vergisst und unterschätzt sehr leicht die vorhandenen Gefahren, wenn wochenlang alles unproblematisch und einfach abläuft.
Wir hatten uns verfahren und haben danach mehrere Fehler hintereinander gemacht.

Erstens wollten wir nicht umkehren, als die Strecke immer sandiger und eigentlich nicht mehr vorhanden war, da wir bereits 2 Stunden unterwegs waren und auf dem Navi eine Straße in 800m Entfernung ausmachen konnten. Diese wollten wir erreichen. (Hätten wir nie schaffen können, da die Straße der Damm der Salzanlagen war und nur durch ein Gewirr von Salzmatschseen von absolut Ortskundigen erreicht hätte werden können.)
Zweitens haben wir versucht die Straße über Dünen (richtig hohe Dünen) zu erreichen, ohne jegliche Erfahrung im Dünenfahren. Wir folgten dem Hauch von vorhandenen Spuren. Ein Wahnsinn, geschuldet der Verzweiflung, der mit einer Vollbremsung auf einem Dünenkamm endete. 5 Meter weiter und wir wären 30m gekullert. Beim Wenden steckten wir zum ersten Mal fest, konnten uns jedoch noch befreien. Hier beschlossen wir den gekommenen Weg zurück zu fahren. Auch wenn das fahren in Dunkelheit in einer unbekannten Gegend bedeutete. Wir hätten jedoch unserer Spur folgen können.
Drittens versuchte ich beim Rückweg durch ein Schlammfeld abzukürzen, da es dort eine ältere Spur gab. Großer Fehler. Auto versenkt. Je mehr wir versucht haben die Reifen aus zu graben, desto tiefer versackte unser Auto und mehr Wasser kam von unten. Untergelegte Brennholzsäcke verschwanden einfach unter den Reifen. Absoluter Horror.
Letzter Versuch, hatte ich mal irgendwo gelesen, Ersatzrad ab und 10m entfernt ca. 1m tief vergraben. Nicht einfach ein Loch im nachströmenden Wasser zu graben. Doch mein Sohn und ich schafften es. Seilwinde am Ersatzrad befestigt (natürlich gab es keine andere Befestigungsmöglichkeit) und angeschaltet. Brachte keinen Erfolg. Das Ersatzrad wanderte 80cm unter dem Gelände durch den Matsch zu unserem Wagen.
Das Auftauchen unserer Helfer hat Moritz ja ausführlich geschildert. Ich hatte einen Schock, denn ich hatte bis zum erscheinen unsere Helfer, keine Idee mehr, wie ich meine Familie aus diesem Schlamassel befreien könnte. So ein mieses Gefühl hatte ich noch nie. Habe uns bereits im Dachzelt in diesem stinkendem Schlammfeld, auf einem langsam versinkendem Auto, gesehen. Die Hilfe kam gerade in dem Moment, in dem ich das Satellitentelefon auspackte um aufwendige Hilfe zu organisieren.
Unseren Helfern gebührt der größte Dank. Sie haben uns ohne auf sich Rücksicht zu nehmen gerettet. Keine dummen Sprüche, keine Belehrungen und Geld wollten sie auch nicht. Super nette Menschen die uns einfach halfen. Ich habe versucht, mich bei Ihnen so gut ich es in dieser Situation konnte, zu bedanken.

Fazit: Ich habe einiges durch diese Dummheit gelernt und versuche in Zukunft vorsichtiger in unbekanntem Gelände unterwegs zu sein. Diese Vorsätze wurden auf der weiteren Reise durch das Kaokoland auf eine harte Probe gestellt.
Und bitte versucht nicht die Abkürzung, am Kuiseb entlang (da gibt es Schilder "Topnar 4x4 Trail"), nach Walvis Bay zu nehmen.

Gruß Markus
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