THEMA: Ersttäterfamilie - Landschaft & Tiere - was sonst?
23 Jun 2018 16:19 #524320
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2. Tag (1.7.2017) Teufelskrallen Lodge, Kalahari
Heute geht es Richtung Kalahari. Die etwas ungenaue geographische Bezeichnung Kalahari wird für eine riesige Savannenfläche von über 1 Mio. Quadratkilometer (also 3 x Deutschland) verwendet, die sich über Botswana, Namibia und Südafrika erstreckt. Die Kalahari ist eine Dornstrauch- und Trockensavanne und liegt zwischen 800 und 1.200 hoch. EIN Kennzeichen des westlichen, also in Namibia liegenden Teils der Kalahari ist das aus überwiegend rotem Sand bestehende und mit diversen Dünen- und Wüstengräsern bewachsene Dünenmeer. Im Gegensatz zur Namib-Wüste, die wir in der kommenden Woche ausgiebig besuchen, wandern die Kalahari-Dünen übrigens nicht.

Auf der Anfahrt geht es erst mal die asphaltierte Autobahn nach Süden über den Wendekreis des Steinbocks hinweg.



Danach haben wir bewusst einen Bogen über die erste Gravel- und Sandpisten gewählt (D1230. D1264, C21). Also erst mal Luft aus den Reifen mit einem interessierten Beobachter).





In nur zwei Stunden Fahrt Strauße, Paviane, Oryxe, Springbocks, Dik-Dik, Hörnchen und diverse Vogelarten am Straßenrand entdeckt. Alle 20 min ändert sich die Landschaft mit viel Gras und roten Sanddünen dazwischen.

Die Teufelskrallen Tented Lodge liegt am Rande eines 4.000 Hektar großen privaten Naturschutzgebiets auf einer der westlichsten Kalahari-Dünen. Sie verfügt über eine zentrale Lodge, das 'Alte Farmhaus', mit Rezeption, Swimmingpool und Restaurant sowie in 3 km Entfernung über 6 einzeln liegende Hauszelte, bzw. Zelthäuser mit eigenen Aussichtsterrassen in die Kalahari-Landschaft.Wir sind die einzigen Gäste und bekommen die Zelthäuser 3 und 4. Eine phantastische Lage mit Blick über die Ebene, völlig allein und 3 km vom Haupthaus entfernt.
Nach einem Sundowner auf der Terasse sind wir zum Restaurant mit angefeuertem Kamin, Dreigangmenü und Gesang durch Köchinnen und Bedienung - exklusiv für uns.
















Wir sind gerade zwei Tage unterwegs und haben schon Erinnerungen für ein Jahr zusammen.
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23 Jun 2018 16:26 #524321
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3. Tag (2.7.2017) Quiver Tree Forest Rest Camp
Heute geht es weiter nach Süden Richtung Keetmanshoop. Ziel ist das Quiver Tree Forest Rest Camp (auch 'Farm Gariganus').
Die Idee, diesmal wieder Gravel zu fahren, also die M29 statt die "Autobahn" B1 hat ein bis zwei Stunden länger gedauert, aber leider wenig spannende Landschaften oder Tiere gebracht.
Der 'Quiver Tree' (deutsch Köcherbaum, afrikaans Kokerboom) ist kein Baum, sondern gehört zur Familie der Aloe (botanischer Name: aloe dichotoma). Der Name beruht auf der Nutzung ausgehöhlter Äste für Pfeilköcher der Buschmänner. Köcherbäume wachsen im südlichen Afrika und werden bei einem Durchmesse von bis zu einem Meter bis zu 10 Meter groß. Sie wachsen häufig einzeln, manchmal in waldartigen Gruppen und blühen im Winter (Juni / Juli).
Der Köcherbaumwald mit einzelnen bis zu 300 Jahre alten Exemplaren auf dem Gelände der das Quiver Tree Forest Rest Camp (auch 'Farm Gariganus') wurde schon 1955 zum 'nationalen Monument' erklärt.


Erst konnten wir bei der Fütterung der zwei halbzahmen Geparde zusehen. Die Fütterung selbst war eher unansehnlich hinter einem Drahtzaun, aber durch geschicktes Positionieren konnten wir ein paar tolle Fotos vorher und nachher schießen.











Danach ging es direkt zu den Quivertrees zum Sonnenuntergang. Vor Ort war gleich noch eine große Kolonie Dassies = Klippschliefer zwischen den Felsen zu beobachten.















Abends gab es dann im Farmhaus Suppe, Oryx Stroganoff und ein Schokoküchlein - sehr lecker!

Der Family-Bungalow war deutlich weniger komfortable als die Lodge vorher, etwas altbacken, aber sauber, also letztlich völlig in Ordnung. Wir sind von den Unterkünften schon verwöhnt, diese war auch im Rückblick die schwächste.
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23 Jun 2018 16:31 #524322
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4. Tag (3.7.2017) Klein-Aus Vista
Der Start im Quiver Tree Camp führte uns zufällig noch einmal an den beiden Geparden vorbei, die sich am anderen Ende ihres riesigen Geheges aufhielten. Ziel war das nur 5 km entfernte Gebiet namens Giants Playground. Es sieht tatsächlich so aus, als hätten hier Riesen-Kinder unzählige Steine zu immer neuen Konstellationen aufeinander gestapelt. Ein etwa einstündiger Rundweg bei tollem Morgenlicht bracht wieder einmal die Speicherkarten in den Fotoapparaten zum Glühen.













Danach ging es weitgehend unspektakulär die gut 200 km auf asphaltierter Straße nach Aus, unserem südlichsten Ziel.






Zur Unterkunft Klein-Aus Vista zählen neben der Desert Horse Lodge insgesamt acht phantastisch gelegene "Klein-Aus Vista Eagle's Nest"-Naturstein-Chalets. Die Häuschen, jedes ein Unikat für sich, liegen einige Kilometer von der Lodge entfernt, weit verteilt entlang einer Felsformation mit einem tollen Blick in die Ebene von der jeweiligen Veranda. Wir waren im 'Mountain View' untergebracht, das seinem Namen alle Ehre machte. Nachdem wir den Sonnenuntergang ausführlich beobachtet und fotografiert hatten (17:25 Uhr) ging es um 18:30 Uhr 7 km Sandpiste zurück zur Lodge zum Diner.











Zur Wahl stand Curry-Lamm, marokkanisches Hühnchen und jede Menge Salat, Beilagen etc. Die große Mehrzahl der Gäste waren Südafrikaner, die gerade ebenfalls Urlaub haben.
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23 Jun 2018 16:37 #524324
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5. Tag (4.7.2017) Klein Aus II - Ausflug Lüderitz / Kolmanskop

Unsere heutigen Ausflugsziele: das Hafenstädtchen Lüderitz und die verlassene Siedlung Kolmanskop. Klein Aus Vista ist hierfür der perfekte Ausgangspunkt. Eine gute Stunde auf der asphaltierten B4 und man ist an der Küste in Lüderitz.
Lüderitz, benannt nach einem Bremer Tabakhändler, der hier 1883 landete, einen Handelsposten errichtete und von dem örtlichen Stammesführer Josef Frederik II ein ca. 40 x 20 Meilen großes Gebiet abkaufte. Erst nach Vertragsunterzeichnung wurde diesem eröffnet, dass Lüderitz nicht die englische Meile (1,6 km), sondern die preußische Meile (7,4 km) als Vertragsgrundlage ansehe und damit das verkaufte Gebiet 300 x 150 Kilometer groß ist. Diese Täuschung ging als 'Meilenschwindel' in die Geschichte ein, Lüderitz bekam den Spottnamen Lügenfritz. An der Landnahme durch den Deutschen, der das Gebiet zwei Jahre später auf die 'Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika' übertrug, änderte sich allerdings nichts mehr. Ausgehend vom Lüderitzland breitete sich die Kolonie Deutsch-Südwest auf das gesamte Gebiet des heutigen Namibias aus. Und noch heute bestimmen viele zwischenzeitlich renovierte Bauten aus der deutschen Kolonialzeit das architektonische Bild der Innenstadt von Lüderitz.
Der Name 'Lüderitz' bzw. Lüderitzbucht besteht bis heute, der Versuch der namibische Regierung die Stadt in ǃNamiǂNûs umzubenennen, wurde von der örtlichen Bevölkerung (den 'Buchtern') nicht akzeptiert und stößt - nicht nur in der Aussprache - auf große Schwierigkeiten. Die Umbenennung hat sich bis heute jedenfalls nicht durchgesetzt.





Kolmanskuppe (afrikaans Kolmanskop) ist eine heute aufgegebene Siedlung zehn Kilometer östlich von Lüderitz. Das als Diamantensucher-Camp entstandene Örtchen erlebte eine kurze und berauschende Blüte zwischen 1905 und 1925. Bis zu 400 Menschen lebten in hochherrschaftlichen Steinhäusern nach deutschem Vorbild mit einer beneidenswerten Infrastruktur (Elektrizitätswerk, Krankenhaus mit Röntgenstation, Eisfabrik, Ballsaal, Theater, Kegelbahn). Mit dem Ende der Diamantenfelder endete verwandelte sich Kolmanskop in eine Geisterstadt, die heute nur noch als Museums-Ort genutzt wird.















Während die Geisterstadt recht spannend zu besichtigen war, hat uns Lüderitz ein wenig enttäuscht. Das Wetter war perfekt, aber die Sehenswürdigkeiten doch sehr begrenzt. Immerhin haben wir das Auto vollgetankt (110 Liter für 1200 km) und etwas eingekauft.

Das Spannendste für Sarah waren aber auf dem Rückweg die Wildpferde etwa 15 km von Aus entfernt. In der dortigen Wüste leben seit der Jahrhundertwende ausgewilderte Pferde (zurückgelassen von den deutschen Schutztruppen, entlaufenen von den englischen Einheiten nach einem Luftangriff oder aus einem Gestüt südlich der Wüste). Die größte Population waren über 300 Tiere, heute sind aufgrund von Hyänenangriffen und vier Jahren ohne Wasser (und damit ohne Nachwuchs) nur noch 41 Stuten und 72 Hengste übrig. Um die Touristenattraktion zu erhalten werden in zwischen die Pferde mit Heuspenden gefüttert und die Hyänen ebenfalls. Beides keine Dauerlösung, es muss Regen her!

Genau zu unserem Besuch kamen zwei Pferde zum Wasserloch (erst nur per Teleobjektiv zu sehen), tranken und gingen wieder. Später entdeckten wir mit dem Fernglas am Horizont die größere Herde mit über 40 Tieren. Fotogen natürlich auch der Mini-Bahnhof Garub kurz vorher.











Zurück an der Lodge haben wir uns statt des gebuchten Diners ein Grillpaket mitgenommen, da wir abends nicht mehr zur Lodge zurückfahren wollten. Das Paket bestand aus Rumpsteak, Oryx-Filet, Wildwürstchen und Lamm. Nach klassischer Art auf der Holzkohle von vorher verbranntem Holz gegrillt war das ein Gedicht. Dazu reichlich Salat, spannende Gewürze und Nachtisch - alles im Preis inbegriffen.





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6.und 7. Tag Namtib Desert Lodge
Die nächste relativ kurze Etappe führte uns in die Namtib Desert Lodge in den Tiras-Bergen, eine der weit verstreut liegenden Farmen entlang der D707, die von vielen als besonders attraktive Strasse angepriesen wird. Die Anreise durchs Wüsten-Nichts ist tatsächlich einmalig. Nach 55 km Nichts auf der D707 (eine Stunde ohne jedes andere Auto) ging es dann 12 (!) km eine einspurige Piste auf die Berge zu bis zu einer kleinen Oase.

Die Namtib Desert Lodge besteht aus nur fünf Bungalows, einem Familienchalet und zwei Einzelzimmern. Mehr als 16 Gäste können sich also abends beim gemeinsamen Essen mit den Lodgebesitzern, Linn und Thorsten Theile, nicht treffen.

Die beiden versuchen, die 16.400 Hektar große Privatfarm nach den Prinzipien eines UNESCO-Biosphärenreservats zu führen und zu bewirtschaften (darum der etwas hochtrabende Name 'Namtib Biosphere Reserve'). Es geht darum, den Schutz der Artenvielfalt von Flora und Fauna zu erhalten und mit einer nachhaltigen Nutzung zu kombinieren. Auf jeden Fall ein nachahmenswerter Ansatz.

Heute waren wir elf Gäste - drei deutsche Familien - und haben uns gemeinsam ein sehr leckeres Oryx-Gulasch schmecken lassen. Natürlich erst NACH dem obligatorischen Sundowner, für den extra ein eigenes schattiges Plätzchen mit Bar und gemütlichen Liegen gibt.

Der zweite Tag ist als Ausruhtag vorgesehen. Wir lassen das Auto stehen und verbringen die Zeit auf dem Gelände der Farm.

Nach dem gemeinsamen Frühstück am großen Tisch haben wir vormittags eine Wander-Spazier-Runde entlang des botanical trail unternommen. Leider ist es so trocken, dass ein großer Teil der ausgeschilderten Pflanzenarten zur Zeit einfach nur graue trockene Dornenäste zeigt oder ganz verschwunden ist. Die Natur mit den großen rötlichen Granitmurmeln ist trotzdem toll anzuschauen.
Und am Ende entdecken wir sogar noch zwei Klippspringer am Berg.













Zur Mittagszeit ist Pause / Sonnen / Lesen / Rätseln etc. angesagt. Nachmittags sind wir zum Fotografieren noch zum ebenfalls auf dem Gelände der Farm liegenden Campingplatz gefahren. Gäste aktuell nur drei Südafrikanische Pickups.

Auf den inzwischen schon obligatorischen Sundowner (die Alkoholfraktion hat sich auf Savannah Dry, einen namibischen Cidre eingeschossen) folgte ein weiteres Abendessen (Oryx-Eintopf) und dann morgens ein Frühstück jeweils mit Familienanschluss.





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23 Jun 2018 16:49 #524326
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Hallo Yoda,

das geht ja in einem Affentempo los. Da fahre ich doch gerne mit Euch mit. Wer schreibt eigentlich den Bericht, die weibliche oder männliche Hälfte der Familie?

LG

Gabi
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