THEMA: Ersttäterfamilie - Landschaft & Tiere - was sonst?
23 Jun 2018 17:47 #524334
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13. Tag (12.7.2017) Mowani Mountain Camp II (Wüstenelefanten)

Mowani Mountain Lodge Nature Drive

Eigentlich wird kein 'Nature Drive', sondern ein 'Elephant Drive' angeboten, aber da die Gefahr besteht, die Wüstenelefanten* nicht zu finden ....
Start ist um 6:30 Uhr, Frühstück also im Dunkeln um 6. Wir sind mit einem australischen Päärchen auf dem Fahrzeug allein, jeder hat also einen 'Fensterplatz' im fensterlosen Safari-Landrover. Die ersten 45 Minuten sind seeehr kalt, die dicken Decken helfen nur teilweise. Als dann die Sonne über die Berge hochkommt, wird es schnell wärmer.
Der Ablauf:
30 min Anreise ins richtige Gebiet. Dort plötzlich galoppiert eine größere Gruppe Zebras auf dem Nachbarhügel. Es sind die selteneren Hartmann-Zebras. Ein paar Bilder klappen, bevor diese über den nächsten Hügel verschwinden.
Nach über 2 Stunden (!) Suche mit drei Fahrzeugen über Berg und Tal und der Versuch, anhand von Dung (frisch oder alt?) , Spuren (auf oder unter den Reifenspuren?) und abgerissenen Blättern (frisch?), die Elefanten zu finden ist uns unerwartet zuerst eine kleine Giraffengruppe mit drei Kleinen begegnet. Nach den 2 h der Tip eines Farmers mit einer Richtungsangabe, dann noch ein Fahrer mit Fernglas auf die Felsen hoch, diverse Funksprüche (unser Fahrer Samuel hiess "Sam Sam Sam" ) und dann seeehr frischer Dung und ein paar Minuten später sieht tatsächlich (Eli)sabeth zuerst die Eli(s).
Über eine Stunde bleiben wir dann mit dem Fahrzeug in unmittelbarer Nähe der 16 Tiere umfassenden Gruppe, Mütter, jüngere Tiere und drei Kleine (!). Ein unglaubliches Erlebnis. Wir kamen uns fast als Teil der Herde vor und haben unzählige Fotos geschossen.

Nach einer Pause mit Snacks, Tee, Kaffee und Getränken sind wir der Herde dann noch einmal ins unwegsame Randgebirge gefolgt, haben weitere Bilder gemacht, bis sogar der Landrover nicht mehr weiterkonnten. Die Strecke war allerdings schon für eine Fußgänger kaum noch zumutbar.

Die Rückfahrt erzählten wir uns alle gegenseitig "hast Du auch gesehen ..., und als der Kleine .... und wie er den Ast abgerissen hat ... und der Große mit den Ohren gewackelt hat .... und ... und"





















Eindeutig die beste Unterkunft und wohl auch der beste Tag bisher. Und das auch ganz ohne Internet- und Telefonanschluss.
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23 Jun 2018 17:50 #524336
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14. Tag (13.7.2017) Etosha Safari Camp
Weiter geht es Richtung Etosha Nationalpark, der die nächsten fünf Tage unseres Urlaubs bestimmen wird.

Etosha Safari Camp
Es geht los mit zwei Übernachtungen im Etosha Safari Camp, wenige Kilometer südlich des Parkeingangs 'Anderson Gate'. Wir haben diese Unterkunft gewählt, da das naheliegende Okaukuejo Camp innerhalb des Parks mehrheitlich keine positiven Bewertungen bekommen hat - wohl ein Problem der wenig engagierten staatlichen Verwaltung und Organisation.
Mit dem Etosha Safari Camp haben wir dagegen wieder eine Forumsempfehlung übernommen. Wir haben einen neu renovierten Familienbungalow mit Doppel-Doppelstockbett bezogen.
Das Camp ist ein hervorragender Ausgangspunkt in den mittleren Teil des Nationalparks. Da wir schon um 1 angekommen sind, ging es nachmittags gleich noch in den Etosha-Park hinein. Erst wird das Kennzeichnen sorgfältig in eine Kladde notiert, dann muss man Auskunft geben über mitgeführte Waffen oder Drohnen.

Erst das Permit für fünf Tage am Eingang anmelden, dann bekommt man eine mühselig ausgerechnete Rechnung, die man dann 17 km weiter im Park bezahlen soll. Dort wird der identische Preis dann von einem weiteren Parkbeamten erneut mit dem Taschenrechner ausgerechnet und man darf endlich das Geld abgeben. Wieder einmal: That is Africa!

Und was haben wir gesehen in den 2 h Park? Viiiele Springböcke, einige Giraffen, Gnus und Oryx und dann - wow - zwei Löwen mit einem von ihnen gerissenen Zebra. Zwei Löwen in den ersten. Stunden! Leider sehr weit weg fürs Teleobjektiv, aber immerhin. Eine Viertelstunde vor dem Verlassen des Parks bekam ich dann auch noch meinen Wunschvogel (siehe Beitrag), einen Sekretärvogel. Er stolzierte nur ca 20 Meter von der Piste durchs Gras. Der Vogel sieht wie eine völlig unrealistische Tier-Karikatur aus. bitte mal Bilder googlen.

Die Ausfahrt dann wieder mit Kennzeichen notieren, Vorzeigen des Permits, erneutes Kennzeichen notieren durch eine andere Uniformierte und diesmal noch Fragen nach 'fresh meat' und 'eggs'. Man überschreitet nämlich von Nord nach Süd die veterinary control border, die die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche verhindern soll. Schade für Frau Officer, dass nicht einmal der extra gewünschte Blick in die Kühlbox das erhoffte Fleisch zum Vorschein brachte.

























Das Abendessen wie in einem großen Biergarten mit Selbstbedienungsbuffet und Livemusik Note 2+.
Morgen geht es den ersten ganzen Tag in den Park!
Letzte Änderung: 23 Jun 2018 17:50 von Yoda911.
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23 Jun 2018 17:55 #524337
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15. Tag (14.7.2017) Etosha Safari Camp II
Aufstehen um 5:40, Frühstück um 6, ab in den Park, so der heutige Tagesanfang.
Gleich am allerersten Wasserloch drei Minuten hinter dem Gate zwei ausgewachsene Elefanten beim Morgenfrühstück. Danach eine Runde nach Westen mit vielen Gnus und Springböcken.

Mittagspause von 2,5 Stunden am Wasserloch von Okaukuejo. Sensationelle Tierdichte: allein in diesen Mittagsstunden haben wir viele Hundert Springböcke, ca. 300 Zebras, Gnus, Kuhantilopen, Oryxe und einen Schakal in etwa 50 m Entfernung beobachtet.





















Nachmittags eine weitere Runde nach Osten, erst ein bisschen enttäuschend (wir sind schon verwöhnt!) und dann am zweitletzten Wasserloch eine riesige Elefantenherde von 40 Tieren unmittebar vor uns. Wir sind dort eine Stunden geblieben und haben große und kleine beim Trinken, Kämpfen, Honeymoonen und Schlafen beobachtet.




















Am letzten Wasserloch gab es dann noch eine etwa zehnköpfige Giraffenherde (wir hatten bisher nur einzelne). Ein super gelungener Tag mit gutem Abendessen und Musik.

Morgen werden wir etwas länger schlafen, dann geht es in eine Unterkunft direkt im Park weiter.
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23 Jun 2018 17:58 #524338
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16. Tag (15.7.2017) Halali Camp, Etosha
Nach zwei Tagen im westlichen Teil des Etosha-Nationalparks geht es nun für eine Nacht 'in die Mitte', zum Halali Camp, dessen kurioser Name tatsächlich von dem deutschen Wort für das Ende einer Jagd stammt. Mitten im Etosha Nationalpark gelegen, hatten wir hier keine Wahl bei der Unterkunft, es gibt ausschließlich das von der Nationalparkverwaltung betriebene Camp mit etwa 50 Bungalows verschiedener Größe und Ausstattung. Wir hatten einen Familienbungalow gebucht. Eine gute Wahl auf Tip unserer Agentur - außen nicht mehr ganz up to date, innen renoviert und tipptopp.

Auf der Fahrt von Okaukuejo nach Halali haben wir kreuz und quer alle Wasserlöcher auf der Landkarte abgeklappert. Es ist sehr verwunderlich, wie ein Hotspot mal völlig leer und dann einen Tag später zur gleichen Zeit oder einfach drei Stunden später plötzlich voller Tiere ist.
Mit unserem 'Sichtungsglück' waren wir wieder sehr zufrieden. Ein Nashorn direkt neben uns an der Straße, eine sehr große Elefantenherde von etwa 40 Tieren, Giraffen allein und in Gruppen, Kudus, Gnus, Impalas, Springbocks, Zebras jeweils in großer Zahl. Dazu noch jede Menge interessante Vögel, so dass wir uns noch ein Bestimmungsbuch gegönnt haben, um die Raubvögel und sonstigen Fliegetiere voneinander unterscheiden zu können.



















Das Abendessen im Camp-Restaurant war relativ teuer, aber erfreulich gut. Man konnte sich Kudu und Rind direkt frisch grillen lassen.
Unmittelbar am Halali Camp liegt das gleichnamige nachts beleuchtete Wasserloch, unsere beste Chance auch einmal nach Sonnenuntergang Tiere zu beobachten. Nach dem Abendessen setzten wir uns mit einigen anderen dort hin und sahen - nichts. Keine Tieres-Seele!
Es war Geduld gefragt, die sich nach ca. 45 min bezahlt macht, als erst eine und dann letztlich acht Hyänen zum Trinken vorbeischauten und uns mit ihrem Geheul verabschiedeten, als sie schon lange wieder außer Sicht waren.



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23 Jun 2018 18:02 #524339
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17. Tag (16.7.2017) Onguma Tree Top Camp

Der heutige Weg führt uns weiter nach Osten durch den Park, erneut an einer ganzen Reihe von Wasserlöchern entlang. Und die Sichtungsfee bleibt uns hold: Zum Auftakt entdecken wir ein Nashorn etwa 50 m neben der Piste, das sich als Mutter mit kleinem Mini-Rhinozeros herausstellt und am Ende bis auf 10 m an uns herankommt.













Den gleichen Dusel haben wir dann noch mit einer Gepardenmutter mit zwei verspielten Jungen, die wir über fast 20 min neben dem Weg beobachten können. Auch die drei waren teilweise nur zehn Meter entfernt. Die unzähligen 'normalen' Tiere zähle ich jetzt nicht mehr auf. Ein optisches Highlight war auf jeden Fall noch eine Gabelracke, die wir super ins Bild bekamen.

























Kurz nach Mittag sind wir dann erst mal aus dem Park raus und zu unserer nächsten Unterkunft Onguma. Onguma ist ein 34.000 Hektar großes Wildreservat, das unmittelbar östlich an den Etosha Nationalpark angrenzt. Auf dem Gelände des Onguma Game Reserve liegen insgesamt fünf verschiedene Unterkünfte und zwei Campingplätze verteilt.

Onguma Tree Top Camp

Das Onguma Tree Top Camp ist außerordentlich exklusiv und verfügt nur über vier strohgedeckte 'Zimmer' sowie einen Essbereich, die im Halbkreis an einem Wasserloch angeordnet, alle auf Holzpfähle aufgeständert und miteinander verbunden. Man hat also 'im Erdgeschoss' die Tierwelt, während man darüber im ersten Stock wohnt, schläft und isst.

Wir haben die Wahl, die folgenden beiden Tage im Onguma-Reservat zu verbringen oder wieder in den Ostteil des unmittelbar angrenzenden Etosha-Nationalparks: Geplant ist eine Mischung aus beidem.
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18. Tag (17.7.2017) Onguma Tree Top Camp II

Die Unterkunft ist wirklich unbeschreiblich. Nicht nur, dass wir mit 8 Personen etwa 12 km vom Eingang ins Game Reserve entfernt nahezu allein 'in der Wildnis' sind. Die Häuschen sind wieder toll eingerichtet und das Beste ist, dass sie nach vorn völlig geöffnet werden können, so dass man den Eindruck hat, das Bett steht auf der Terrasse.
Und direkt vor der Terrasse haben wir mit vier aufgeständerten Häuschen ein großes Wasserloch ganz für uns allein. Wir sitzen oder stehen beim Wachwerden auf der Bettkante, beim Zähneputzen oder in der Außen(!)Dusche, beim Frühstück, beim Diner oder bei jeder Pause zwischendurch mit Blick in die Landschaft und beobachten ständig kommende und gehende Gruppen von Zebra, Kudus, Impala, Springböcken, dazu ein paar Warzenschweine und jede Menge Perlhühner. Gestern Abend kamen auch ein paar Giraffen , blieben dann aber ca. 30 m vor dem Wasser stehen und galoppierten davon, ohne getrunken zu haben. Warum, konnten wir nicht erkennen. Vielleicht waren sie nachts noch einmal da. Nach dem Frühstück wendete sich plötzlich eine Zebraherde in die andere Richtung direkt auf uns zu und begann direkt vor und unter unserem Haus zu grasen.
Heute kam erstmals eine Gruppe Eland, eine riesige Antilopenart, dazu. Massige Tiere wie Elche, 1,50 m Schulterhöhe, bis 3 m lang und 1.000 Kilo schwer.



















Das speziell für uns zubereitete Lamm zum Diner war sehr gut, leider aufgrund der Teller-Design-Ambitionen des Koch nicht mehr warm genug. Die anderen Gäste sind übrigens je ein Paar aus der Schweiz und aus Frankreich.

Sichtung Etosha Ost II
Auch im Park setzt sich die Story vom Vortag fort. Die Höhepunkte: zwei ausgewachsene Löwen, einer in guter Fotoreichweite, wieder eine große Elefantenherde, die direkt an unserem Auto vorbeizog und eine Giraffenherde von etwa 40 Tieren. Wir wussten gar nicht, dass die in so großen Gruppen umherziehen.























Heute am späten Nachmittag fahren wir mit einem Guide hier durchs Onguma-Reservat mit Sundowner-Abschluss - mal sehen, was noch an Tieren zu sehen ist.

Nachtrag: Das Ergebnis war hervorragend. In zwei Stunden Fahrt haben wir erneut eine große Zahl an Tieren gesehen. Bemerkenswert eine Eule und ein Geier, jeweils in einer Palme sitzend !

Und nach dem Sundowner mit Snacks und Getränken hörten wir plötzlich einen Löwen brüllen, etwa einen halben Kilometer entfernt. Diese Entfernungsschätzung stammte natürlich vom Guide, nicht von uns, aber wir sind dann dem Brüllen entgegengefahren und haben ihn bei schlechten Sichtverhältnissen, aber nur 20 m Abstand aufgespürt. Ein riesiges Männchen, das uns zuliebe dann sogar noch einmal gebrüllt hat. Brüllen ist übrigens eine blöde Vokabel. Das englische the lion roars trifft es viel besser. Das Rooooarrr war unglaublich tief und laut. Ein phantastischer Abschluss der Fahrt.









Abends wieder einmal sehr feines Oryx-Steak, Lagerfeuer und Geschichten erzählen.
Anhang:
Letzte Änderung: 23 Jun 2018 18:11 von Yoda911.
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