THEMA: #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
30 Mär 2018 18:30 #517063
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#safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
Zwei Brüder sechs Wochen unterwegs in Afrika - Ein Reisebericht



Prolog & Vorstellung
Nach über zwölf Jahren mehr oder weniger aktiver Mitgliedschaft in diesem Forum und darüber hinaus schon Mitglied im Vorgängerforum ist es nun wirklich an der Zeit, dass auch ich mich einmal an einen Reisebericht wage. Das wird also meine absolute Premiere und ich freue mich sehr darauf. An dieser Stelle also herzlich willkommen zu unserem kleinen Abenteuer - die #safaribrothers on Tour.

Mein lieber Bruder Beenie und ich waren vom 11. Januar bis 24. Februar 2018 während sechs Wochen in Namibia und Botswana unterwegs. Es war unsere insgesamt sechste gemeinsame Reise (eigentlich sieben, wenn man einen Kurztrip nach Marokko zusammen mit unserem anderen Bruder noch mitzählen will) auf dem afrikanischen Kontinent. Für mich persönlich war es bereits der vierzehnte Trip und was uns natürlich verbindet, ist die nach wie vor ungebremste Liebe zu Afrika, der Natur, den Tieren, den Menschen, den offenen, weiten Landschaften, dem Freiheitsgefühl, dem abendlichen Lagerfeuer, einem schönen Braai, dem Draussensein. Es ist sicherlich nicht übertrieben zu behaupten, dass wir perfekte Reisepartner sind und uns wunderbar ergänzen.


Leider habe ich noch nicht herausgefunden, wie man es schafft, YT-Videos hier in einem grösseren Fenster einzubinden. Die Untertitel sind deshalb etwas schwierig zu lesen.

Beenie - The Driver

Unser «Driver», Chef-Grilleur, Marinaden-Meister und zuständig für's Feuermachen. Von Beruf Gärtner und deshalb idealerweise im europäischen Winter am ehesten verfügbar für ausgedehnte Afrika-Reisen. Single, 37 Jahre, ein gelassener Typ, den fast nichts aus der Ruhe bringt und sich für einen dummen Spruch niemals zu schade ist. Aus seiner Jugendzeit brachte er auch das Interesse für die Vogelwelt mit und daher ist er auch unser Chef-Bestimmer.

Sam - The Manager

Der «Manager», zuständig für die Tourplanung, Organisation, Verhandlungen mit aufdringlichen Strassenverkäufern, Übersetzer und Chefberichterstatter. Hobbyfotograf und leidenschaftlicher Langstreckenläufer. 39 Jahre alt, im «richtigen» Leben IT-Berater, wohnhaft in Zürich, auch Single. Ebenfalls eher ein ruhiger Typ aber weltoffen und zugänglich, Perfektionist und irgendwie doch immer für die eine Spur verrücktere Idee zu haben.

Die Reiseroute


Mit den Jahren und all den vielen Reisen wird man glaube ich wie von selbst etwas langsamer. Haben wir auf unseren ersten Reisen noch wahre Gewaltstouren auf uns genommen, ist es uns heute sehr viel wichtiger, nur wenige Ziele anzusteuern und dafür auch mal etwas mehr Zeit vor Ort zu haben. Insbesondere die Tierfotografie benötigt sehr viel Zeit und deshalb verbringen wir auch sehr gerne viel davon in den verschiedenen Nationalparks und anderen Schutzgebieten. Zum Glück macht es auch meinem Bruder nichts aus, mal etwas länger an einem Wasserloch zu stehen, auch wenn er in dem Sinne nichts zu tun hat ausser einfach das Geschehen zu beobachten während ich mit meiner Kamera herumhantiere. Es macht ihm nicht nur nichts aus, er liebt es genauso und ist dann einfach ganz bei sich.

Für diese Reise war schnell klar, dass wir nochmals in die Kalahari (KTP und Okavango-Delta) wollten, aber auch die Landschaft sollte nicht zu kurz kommen. So haben wir uns diese Route zusammengestellt - auch unter Inspiration von einigen anderen Reiseberichten hier. Es waren einige Orte dabei, die wir schon kannten, aber auch die eine oder andere Neuentdeckung kam dieses Mal wieder hinzu.

Die einzelnen Etappen im Überblick:
TagDatumEtappe / OrtÜbernachtung
111.01.2018Flug Zürich - Doha - Windhoek
212.01.2018WindhoekPalmquell Hotel, Klein Windhoek
313.01.2018Windhoek - OmaruruRiver Guesthouse
414.01.2018Omaruru - Omandumba Gästefarm«Die Höhle» Campsite
515.01.2018Omandumba - SpitzkoppeSpitzkoppe Community Campsite
616.01.2018SpitzkoppeSpitzkoppe Community Campsite
717.01.2018Spitzkoppe - Namib-Naukluft National ParkMirabib Campsite
818.01.2018Namib-Naukluft National Park - NamibRand Nature ReserveNamibRand Family Hideout, Orion Campsite
919.01.2018NamibRand Nature ReserveNamibRand Family Hideout, Orion Campsite
1020.01.2018NamibRand Nature Reserve - TirasbergeKoiimasis Ranch, Campsite
1121.01.2018Tirasberge - MaltahöheHotel Maltahöhe
1222.01.2018Maltahöhe - KöcherbaumwaldMesosaurus Fossil Bush Camp, Campsite
1323.01.2018KöcherbaumwaldMesosaurus Fossil Bush Camp, Campsite
1424.01.2018Köcherbaumwald - Kalahari Transfrontier Park (KTP)Mata Mata Restcamp, Campsite
1525.01.2018KTPMata Mata Restcamp, Campsite
1626.01.2018KTPRooiputs Campsite
1727.01.2018KTPPolentswa Campsite
1828.01.2018KTPPolentswa Campsite
1929.01.2018KTPPolentswa Campsite
2030.01.2018KTPNossob Restcamp, Campsite
2131.01.2018KTPTwee Rivieren Restcamp, Campsite
2201.02.2018KTPTwee Rivieren Restcamp, Campsite
2302.02.2018KTPNossob Restcamp, Campsite
2403.02.2018KTP - KTP MabuasehubeMabuasehube Pan, Campsite 2
2504.02.2018KTP MabuasehubeMabuasehube Pan, Campsite 2
2605.02.2018KTP Mabuasehube - GhanziThakadu Bush Camp
2706.02.2018Ghanzi - MaunMotsebe Backpackers
2807.02.2018Maun - Moremi Game Reserve3rd Bridge Campsite
2908.02.2018Moremi Game Reserve3rd Bridge Campsite
3009.02.2018Moremi Game ReserveXakanaxa Campsite
3110.02.2018Moremi Game ReserveXakanaxa Campsite
3211.02.2018Moremi Game ReserveNorth Bridge Campsite
3312.02.2018Moremi Game ReserveNorth Bridge Campsite
3413.02.2018Moremi Game Reserve - Guma LagoonGuma Lagoon, Campsite 1
3514.02.2018Guma LagoonGuma Lagoon, Campsite 1
3615.02.2018Guma LagoonGuma Lagoon, Campsite 1
3716.02.2018Guma Lagoon - DivunduNgepi Camp, Campsite 3
3817.02.2018DivunduNgepi Camp, Campsite 3
3918.02.2018DivunduNgepi Camp, Campsite 3
4019.02.2018DivunduNgepi Camp, Campsite 3
4120.02.2018Divundu - OtjiwarongoC'est Ci Bon Hotel
4221.02.2018Otjiwarongo - Immanuel Wilderness LodgeImmanuel Wilderness Lodge
4322.02.2018Immanuel Wilderness LodgeImmanuel Wilderness Lodge
4423.02.2018Flug Windhoek - Doha - Zürich

Insgesamt sind wir 6'997,8km gefahren. Das ist eigentlich ziemlich viel, doch aufgeteilt auf die sechs Wochen und aufgrund der doch sehr gelungenen Etappen-Planung sind wir absolut nie in Stress geraten. Die Route hat sich so sehr entspannt fahren lassen, einzig die langen Gamedrives im Kalahari Transfrontier Park wurden mit der Zeit etwas viel und wir hatten nur wenige reine, lange Fahrtage.

Das Auto


Den Toyota Hilux Expedition 3.0 TDI Doublecab haben wir von Safari Car Rental gemietet und wir würden das jederzeit wieder tun - wir waren wirklich sehr zufrieden damit. Dieses Auto ist einfach ein Spitzenfahrzeug mit sehr viel Power, viel Bodenfreiheit und guter, bequemer Innenausstattung. Das Canopy mit dem Dachzelt, Wassertank (für Brauchwasser) und die ganze Campingausrüstung war in gutem bis sehr gutem Zustand und es fehlte grundsätzlich an nichts. Von der praktischen Nutzung her wäre ein Schubladensystem mit mehr Plasticboxen wünschenswert gewesen, aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau.

Zusätzlich zum Dachzeit haben wir von SCR ein Bodenzelt von Howling Moon gemietet für einen lächerlich tiefen Zusatzpreis. Wir sind ja Brüder und kein Paar, von daher wollten wir uns noch etwas persönlichen Raum geben und das war eine sehr gute Entscheidung. Während mein Bruder im Dachzelt sein Zuhause hatte und von dort nächtlichen Leopardenbesuch beobachten konnte, habe ich jeweils im Bodenzelt geschlafen und nichts dergleichen mitbekommen. Das Zelt liess sich sehr einfach und schnell aufbauen und da wir sowieso meistens zwei Nächte und mehr auf einer Campsite geblieben sind, hat uns der Auf- und Abbau absolut nicht gestresst.

Das Auto haben wir schon sehr früh, nämlich im Juni 2017, reserviert. Wegen der Nebensaison - wobei es in der Boom-Destination Namibia gemäss Besitzer Vincent für ihn eigentlich sowieso keine eigentliche Nebensaison mehr gibt - und der frühen Buchung haben wir einen wirklich sehr guten Preis von EUR 61.00 pro Tag erhalten. Der Kontakt im Vorfeld mit dem Vermieter war immer sehr angenehm, sehr kompetent und immer wahnsinnig schnell. Bei der Übernahme des Fahrzeugs gab es ein bisschen Probleme mit der Hinterlegung der Kaution (unser Verschulden) und SCR war diesbezüglich unglaublich hilfsbereit und hat sich tagelang, während wir schon unterwegs waren, nach Lösungen bemüht und uns bestens unterstützt. Story dazu dann im Bericht.

Im Moremi hat es uns wegen der sagenhaft schlechten Pisten und den hohen Absätzen im Tiefsand zwei Schrauben der Aufhängung des Ersatzrades hinten am Heck zerbrochen und einmal haben wir beim Zurücksetzen im Mabua den Sandwall am Pistenrand geküsst, worauf ein Schlammschutz abgebrochen ist. Das wäre ja dann eher unsere Schuld gewesen, aber da wir die Windschutzscheibe wegen eines Steinschlags ersetzen mussten (ca. CHF 240.00), hat man von der Verrechnung für diese Schäden grosszügig abgesehen. Der zweite Boss der Firma, ich habe den Namen leider vergessen, hat das bei der Rückgabe mit uns besprochen und man hat uns da wirklich sehr fair und entgegenkommend behandelt.

Von daher also in jedem Fall eine Empfehlung für diesen Verleiher!

Der Flug
Geflogen sind wir ZRH - DOH - WDH und WDH - DOH - ZRH mit Qatar Airways. Für uns Schweizer gibt es nach Namibia keine Direktflüge, weshalb ein Umstieg auf einem Hub so oder so notwendig ist. Daher fällt die etwas längere Flugzeit als zum Beispiel über Jo'burg nicht allzu sehr ins Gewicht und QR ist aus meiner Warte sowieso eine der besseren Airlines. Wir haben CHF 759.00 pro Person bezahlt, so günstig sind wir noch nie nach Afrika geflogen. Die Umsteigezeiten in Doha waren sehr angenehm mit nicht ganz drei Stunden Aufenthalt, so dass man gemütlich etwas die Beine vertreten und eine Kleinigkeit essen konnte. Ich würde, wenn Flugzeiten und Preis stimmt, jederzeit wieder mit QR fliegen.

So. Dann hoffe ich auf ein paar Mitreisende hier und an dieser Stelle auch liebe Grüsse an alle «ausserhalb» des Forums, welche ich zu diesem kleinen Bericht gelotst habe.

Es sollte noch an diesem Osterwochenende losgehen mit der oder den ersten Etappe(n).

Viel Spass bei der Lektüre!

Liebe Grüsse
Sam

P.S.: Der Bericht ist besonnt - wer also keine Kommentare lesen will, kann oben rechts auf die Sonne klicken.
Letzte Änderung: 30 Mär 2018 23:52 von kalachee.
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01 Apr 2018 22:01 #517302
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Kapitel 1
Anreise & der erste Tag in Windhoek

Donnerstag, 11. Januar 2018
Zürich - Windhoek

Und plötzlich ist er dann doch da, der grosse Tag. Und trotz aller Routine steigt ganz am Schluss dann doch auch noch eine freudige Aufregung in mir auf. Es geht endlich wieder nach Afrika!

Punkt 12.30 Uhr drehe ich den Schlüssel meiner Wohnungstüre und mit meinem riesigen Rollkoffer im Schlepptau mache ich mich auf in Richtung Zürich Hauptbahnhof. Direkt am Zug zum Flughafen treffe ich auch schon auf einen gut gelaunten Beenie und wir feiern das Ereignis gleich mal mit einer ersten Prise Schnupftabak. Die Fahrt ist nur kurz und da wir früh unterwegs sind, haben wir Zeit, in einem Café auf meine beste Freundin B. zu warten, die sich den Nachmittag extra frei genommen hat, um uns verabschieden zu kommen.

Bald aber wollen wir los und geben unser Gepäck am Dropoff-Schalter ab. Meine Tasche wiegt sage und schreibe 30.2kg und mein Fotorucksack als Handgepäckstück ganze 14.2kg. Das ist natürlich viel zu schwer - erlaubt wären 7kg. Trotzdem hätte ich nicht mit soviel gerechnet, aber mein Kamerageraffel wird unerklärlicherweise auch von mal zu mal schwerer… Jedenfalls drückt der freundliche Mitarbeiter aber sowas von beide Augen zu und hängt den «Cabin Approved»-Sticker an meinen Rucksack. Der Flieger nach Doha sei nicht gut besetzt und daher würde das ausnahmsweise schon gehen. Dann sagen wir B. adieu und gehen durch die magische Pforte, sprich, in den exklusiven Bereich, wo nur Inhaber einer Bordkarte Einlass gewährt erhalten.


Flughafen Zürich, Dock E: wir sind abflugbereit

Zeit für das traditionelle Abflugsbier. Für mich heutzutage natürlich in Form eines ohne die lustig machenden chemischen Verbindungen, aber an Traditionen soll man ja festhalten. Bald darauf wird auch schon zum Boarding aufgerufen und wir betreten zum ersten Mal in unserem Leben die Kabine einer brandneuen Airbus A350-900.


An Bord der Airbus A350-900 der Qatar Airways. Wie man sieht in der Tat nur sehr schwach besetzt, so dass wir auch reichlich Platz hatten.

Mit dem wirklich sehr guten und umfangreichen Bordunterhaltungssystem ist der erste Flug von gut fünfeinhalb Stunden schnell vorbei, ebenso der dreistündige Aufenthalt auf dem riesigen und blitzblank herausgeputzten, topmodernen Hamad International Airport von Doha. Wir schlendern ein bisschen durch die Geschäfte, essen eine Kleinigkeit und trinken einen Doppio, der nicht nur im Geschmack sondern auch locker mit dem Preisniveau der Schweiz mithalten kann. Nachtflugverbot gibt es in den Golf-Staaten keines und so herrscht an diesem internationalen Drehkreuz 24h-Dauerbetrieb.


In der Haupthalle vom Hamad International Airport, Doha, Qatar. Hochbetrieb auch um 1 Uhr nachts!

Dann steigen wir in die nächste Maschine, einer Boeing 787-8 Dreamliner und heben ab in den arabischen Nachthimmel, vorbei an der beeindruckenden Skyline und vielen modernen Reihenhaus-Siedlungen. Die neun Stunden ziehen sich und wir schlafen beide nur ziemlich wenig und schlecht.


Die lange Flugzeit mit dem ein oder anderen Film überbrücken. Beenie voll konzentriert auf das Inflight Entertainment.

Aber am Morgen, bei Tageslicht über endlose Wolkenfelder quer über den afrikanischen Kontinent hinweg gleitend, steigt die Vorfreude und wir nähern uns Windhoek peu à peu.


11'000 Meter über dem Norden von Namibia - schönes Wetter und vermutlich sommerlich warm da unten.


Freitag, 12. Januar 2018
Windhoek

Kurz vor dem Mittag ist es dann soweit und wir setzen scheinbar mitten im Nirgendwo auf dem kleinen internationalen Flughafen von Windhoek auf. Weil die Stadt selber von Bergen umgeben ist, musste ein Platz für die Landebahn rund 40km ausserhalb gesucht werden und daher befindet sich der Flughafen eigentlich mitten im Busch. Wir steigen aus dem Flieger, laufen über das Vorfeld und atmen ein erstes Mal die würzige afrikanische Luft ein (vermischt mit etwas Kerosin in der Duftnote). Die Einreise dauert und dauert, wir sind noch nicht so an das afrikanische Tempo gewöhnt. Die wie immer schlecht gelaunten Damen von der Einwanderungsbehörde lassen sich sehr viel Zeit und wechseln schon auch mal die Schicht in einer Seelenruhe, auch wenn in den Schlangen gut und gerne 200 Leute stehen. Aber wir müssen trotzdem Lachen, jetzt sind wir definitiv wieder in Afrika angekommen.

Die Abholung durch den bestellten Taxifahrer klappt einwandfrei und eine halbe Stunde später rollen wir auf den Hof vom Hotel Palmquell. Frau Pfaffenthaler, die nette Besitzerin, freut sich sichtlich über unser Erscheinen, sind wir doch schon vor zwei Jahren hier abgestiegen. Endlich raus aus den langen Hosen und als allererstes gleich mal in den Pool hüpfen!



Am kleinen Pool im hübschen Garten vom Palmquell Hotel, Klein Windhoek

Wir ruhen uns kurz aus, nehmen eine Dusche und schon steht mein Freund Willi vor unserer Zimmertür. Er ist in Namibia aufgewachsen, lebte lange in der Schweiz und ist nun seit ein paar Jahren wieder zurück. Mit ihm fahren wir zuerst kurz in eine Shoppingmall, um ein kleines Ersatzteil für unsere Gopro zu besorgen, dann geht es in die «Bush Bar» am Stadtrand auf einen kühlen Drink.

Zum Abendessen fahren wir anschliessend zum «The Stellenbosch» - für Steaks eine der absolut besten Adressen in ganz Windhoek. Wir lassen es uns schmecken und gönnen uns ein wirklich sensationelles Sirloin Steak. Vom allerfeinsten ist das und ich muss fast heulen, weil es so gut schmeckt. Wir sind sogar versucht, einfach noch ein zweites zu bestellen, belassen es dann aber doch bei einer Käseplatte zum Dessert.


Weltklasse Sirloin Steak vom «The Stellenbosch» in Klein Windhoek - dringende Empfehlung! (Smartphone-Foto)

Wir sind aber hundemüde und wollen deswegen früh wieder zurück ins Hotel. Schon kurz nach halb zehn sind wir im Bett und nach einem halben Kapitel in meinem Buch fangen die Äuglein an, schwer zu werden.
Letzte Änderung: 01 Apr 2018 22:18 von kalachee.
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04 Apr 2018 21:50 #517674
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Kapitel 2
Von Windhoek mit Verspätung nach Omandumba

Samstag, 13. Januar 2018
Windhoek - Omaruru

Den Schlaf können wir aber auch wirklich gut gebrauchen, die lange Reise hat uns doch ziemlich geschlaucht und heute haben wir viel vor. Also früh raus aus den Federn und zuerst noch gemütlich zum Frühstück im wunderschönen Garten unter Palmen (der Name des Hotels muss ja auch von irgendwoher kommen). Um Punkt 08:00 Uhr werden wir von Vincent, dem Chef unseres Autoverleihers höchstpersönlich, abgeholt und zur Mietstation gut 20km ausserhalb der Stadt gebracht. Die Übernahme unseres Gefährts für die nächsten sechs Wochen dauert eine gute Stunde, der nette und witzige Mitarbeiter erklärt uns alles genau. Da haben wir ein wirklich einwandfreies Auto gebucht mit allem Schnickschnack und einer starken 3.0 Liter Turbomaschine.


Es schaut zwar grad überhaupt nicht danach aus, aber wir haben ziemlich viel Spass bei der Autoübergabe und flachsen mit dem Mitarbeiter rum. Aber natürlich wird alles mit der notwenigen Sorgfalt überprüft, alles ist an seinem Platz und da wir mit derart ausgerüsteten Autos schon ein paar Mal unterwegs waren, kennen wir die Geräte, Ersatzrad-Aufhängung, etc. schon ganz gut.

Als alles erledigt ist, nehmen wir die ersten Kilometer zurück zum Hotel unter die Räder, wo wir auschecken und unser Gepäck einstellen. Dann geht es ab zur Maerua Mall zum Grosseinkauf. Wir treffen nochmals kurz Willi, der uns noch eine Plastikkiste und einen Wasserfilter aus unserem alten Bestand, den wir ihm vor zwei Jahren überlassen haben, mit auf den Weg gibt. Wie so oft dauert alles viel länger als einmal angenommen und so kommen wir erst gegen Mittag wieder zum Palmquell zurück. Auf dem Hof räumen wir die Einkäufe ein, sortieren das Gepäck notdürftig und dann geht es noch rasch zu “Nando’s”, wo wir das gestern verpasste, traditionelle Peri-Peri Chicken zu Mittag verschlingen. Wie war das nochmals; mit Traditionen soll man ja nicht brechen. Dann noch Volltanken und Eis für die Coolbox kaufen, so dass es schon 14:20 Uhr ist, bis wir endlich auf Pad kommen.


Riesenchaos nach dem Grosseinkauf.


Schaut aber nach dem Einräumen doch schon wesentlich besser aus!


Sehr praktischer «Einbauschrank» auf der Seite, wo das ganze Geschirr, Becher und Gläser, Teekanne und eine kleine Schublade mit Besteck-Etui und Platz für Kleinzeugs wie Lappen, Waschmittel und Schwämme sowie das für Namibia-Fahrer obligatorische Tischtuch untergebracht sind.


Dann noch unsere eigens mitgebrachten Magnetkleber mit unserem Logo auf die Türe gepappt und los kann es gehen! Schaut schon sehr cool aus, nicht?

Eigentlich sind wir ja recht erfahren und schätzen Distanz und Fahrzeit meist recht gut ein mittlerweile. Und trotzdem waren wir dann doch ein bisschen zu “Laisser faire” eingestellt, denn wir hatten nicht so richtig überlegt, was es bedeutet, wenn wir die zwar viel schönere, dafür aber auch weitere und wegen den vielen Kurven, dem Auf und Ab und dem Strassenzustand entsprechend langsamere Strecke über den Bosua-Pass nehmen anstatt die schnellere, direktere auf der Teerstrasse.


Vor dem Boshua-Pass im Khomas-Hochland


Kurz vor der Passhöhe

Trotzdem ist die Fahrt wirklich wunderschön und wir geniessen die vielen tollen Ausblicke über die endlosen Weiten Namibias. Es herrscht so gut wie kein Verkehr, wir begegnen bis Karibib gerade mal zwei entgegenkommenden Autos und treffen auf eine Familie, die einen platten Reifen wechseln muss.


Regenzeit in Namibia! Zwischen Boshua-Pass und Karibib

Die Sonne steht immer tiefer und irgendwann kurz vor Karibib realisieren wir, dass es wirklich nicht mehr reichen wird bis zu unserem eigentlichen Tagesziel, der Omandumba Gästefarm in den Erongo-Bergen. Also fahren wir noch bis Omaruru, einem kleinen Städtchen am gleichnamigen (Trocken-) Fluss und nehmen ein einfaches, aber sauberes Zimmer im «River Guesthouse». Auf Omandumba rufen wir kurz an und geben Bescheid, dass wir es nicht mehr schaffen. Denn als wir ankommen, ist es wirklich grad am eindämmern. Da haben wir uns aber ziemlich verschätzt. Nun, wir sind wohl noch nicht so richtig in unserem Afrika-Modus angekommen. Doch wir machen uns nichts draus (Wo Problem?) und gehen im benachbarten Restaurant “Kashana” ein leckeres T-Bone Steak essen. Den Abend beschliessen wir wieder früh - auch heute war es noch ein ziemlich anstrengender Tag und so schlafen wir schnell ein in Vorfreude auf den Busch und die Ruhe da draussen.

Roadmovie:



Tageskilometer: 322km
Gesamtreisezeit: 5h
Tageshöchstemperatur: 36° C
Letzte Änderung: 04 Apr 2018 22:05 von kalachee.
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Sonntag, 14. Januar 2018
Omaruru - Omandumba

Viel an Strecke hat gestern ja nicht mehr gefehlt und so können wir es heute sehr gemächlich angehen. Natürlich sind wir früh wach, liegen noch etwas im Zimmer rum und können dann um 08:00 Uhr zum Frühstück. Das ist klassisch einfach, aber im gepflegten und gemütlichen Garten ist es schön lauschig, ein paar Frankoline kommen vorbei und zum ersten Mal nehmen wir den für das südliche Afrika so typische Ruf der Kapturteltaube wahr. Hernach müssen wir noch ein bisschen rumtelefonieren, weil es mit der Hinterlegung der Kaution für das Mietauto ein kleines Problemchen gab, packen noch ein paar Sachen im Auto um und machen uns dann auf den kurzen Weg nach Omandumba.

Sowie wir Omaruru verlassen und an den letzten Ansiedlungen etwas ausserhalb vorbei kommen, erheben sich in der Ferne die ersten Kämme des Erongo-Gebirges. Viele rötlich-braune Felshügel ragen aus der Landschaft, dazwischen überall goldenes Gras und grüne Sträucher.



Auf der D2315 zwischen Omaruru und dem Erongo-Gebirge

Es ist aber knochentrocken, flächendeckenden Regen gab es hier offenbar schon sehr lange nicht mehr. Wir fahren auf der Schotterpiste auf und ab, durch Senken von ausgetrockneten Flussbetten, ein Steinböckchen flitzt aufgeschreckt direkt vor unserem Auto über die Strasse. Eine Manguste sehen wir und auf einem kurzen Teil der Strecke fliegen ständig Schwalben kreuz und quer, vor und über uns her, es scheint, als würden sie Insekten, die wir durch unseren Bakkie aufschrecken, jagen.


Kurz vor dem Abzweig zur Omandumba-Gästefarm. Eine typisch namibische Schotterstrasse, kein Verkehr, afrikanischer XXL-Himmel mit Deko-Wölkchen, schönes Wetter... Hach! B)

Nach nicht mal einer Stunde erreichen wir die Farm und checken ein für die «Höhle». Das Farmgebäude und die Bungalows des Gästebetriebs liegen nahe der Strasse, wir aber müssen für noch etwa eine weitere halbe Stunde einen Farmweg tief ins Gelände hinein nehmen. Etliche Kurven später gelangen wir an die letzte kleine Abzweigung, umrunden einen grösseren Steinhügel und rumpeln über eine grosse Felsplatte und schon liegt sie vor uns:



«Die Höhle» auf der Omandumba-Farm

In eine «Schlucht» zwischen zwei grossen Felsbrocken hinein gebaut mit zwei Terassen auf zwei Stockwerke verteilt und einer verschliessbaren Glasfront als Windschutz und unglaublichem Blick über das ganze Tal. Ausser einem ziemlich starken Wind, der durch die Felsen zischt, herrscht hier die absolute Ruhe. Wir sind überwältigt und begeistert von der tollen Idee, so etwas an diesem wundervollen Ort zu bauen.


Fantastischer Ausblick von der oberen Terasse über das ganze Tal.


Coolness-Level10: die Freilufttoilette mit ebenfalls fantastischem Ausblick. Normalerweise mache ich echt keine Klo-Fotos auf meinen Reisen, aber es gibt auch mal Ausnahmen. Taking a shit with a view, sozusagen.

Wir richten uns ein und machen uns einen bombastisch gemütlichen Nachmittag. Endlich können wir das tun, was wir so gerne tun und worauf wir uns wieder so lange gefreut haben: draussen in der Wildnis, fernab der Zivilsation und Hektik, auf einer Campsite zu sitzen, einen Kaffe schlürfen, eine Partie Würfelspiel, mit dem Fernglas die Büsche und Bäume nach Vögel oder anderem Getier absuchen, ihnen mit der Kamera hinterher schleichen, runterfahren, ankommen. Ein unvergleichlich schöner Nachmittag, wir könnten zufriedener nicht sein.


Von der unteren Terasse aus hat man direkten Blick auf diverse Felsen, auf denen sich hin und wieder Tiere zeigen wie zum Beispiel diese Siedleragame...


... oder natürlich der eine oder andere gefiederte Freund. An diesem Nachmittag starten wir auch «offiziell» mit der Vogelbestimmung und führen ab sofort die Bestimmungsliste nach. Einer der allerersten Einträge für diese Reise bekommt dieser Familiar Chat / Rostschwanzschmätzer (Cercomela familiaris).

Während Beenie das Abendessen vorbereitet, schmeisse ich mich ein erstes Mal in meine Laufklamotten und laufe bei tiefstehender Sonne zwei Runden auf der Piste um «unseren» Felsenberg. Es ist unglaublich schön und ich schätze mich sehr glücklich, in dieser Wahnsinnsgegend Laufen zu können.

Als ich zurück komme, ist das Essen schon fast fertig. Noch die Steaks auf den Grill und dann sind wir erst recht im siebenten Himmel. Es gibt Sirloin in Peri-Peri mariniert mit Folienkartoffeln und Schmatze, gedämpftes Gemüse und Chili-Öl. Der totale Abriss!

Nach dem Essen und Sonnenuntergang klettern wir auf den Felsen hinter der Höhle und machen ein paar Fotos in der “blauen Stunde”.


Noch hat es ein paar Wölkchen am eindunkelnden Himmel - aber für ein Foto in dieser Stimmung natürlich gerade perfekt!

Dann ist auch schon bald wieder Schlafenszeit. Beenie klettert ein erstes Mal in sein Dachzelt, ich mache es mir oben auf der Terasse gemütlich und schlafe unter dem Sternenhimmel.


Only in Africa...


Tageskilometer: 58km
Gesamtreisezeit: 1h
Tageshöchsttemperatur: 34° C
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12 Apr 2018 20:47 #518456
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Kapitel 3
Nimm's mal mit Gemütlichkeit - Zur Spitzkoppe

Montag, 15. Januar 2018
Omandumba - Spitzkoppe

Ein- oder Zweimal wache ich auf in der Nacht und merke vor allem eines: es ist unvergleichlich ruhig hier draussen. Nichts, aber auch gar nichts ist zu hören, nicht einmal Grillen zirpen, kein Kauz ruft und, klar, schon gar nicht irgendwelche Zivilisationsgeräusche sind zu vernehmen. So schlafe ich natürlich bestens unter dem freien Himmel und der Kaffee nach dem Aufstehen schmeckt gleich doppelt so gut wie sonst.

Wir lassen es äusserst gemütlich angehen, denn auch heute haben wir keine allzu lange Strecke vor uns. Es ist ein wunderschöner Morgen und wir sitzen auf der Terasse, glotzen in das Tal, geniessen die Sonne und beobachten Vögel.


African Red-eyed Bulbul / Maskenbülbül

Nach einem späten Frühstück fangen wir an, unser Küchenmaterial und Gepäck wieder zum Auto runterzutragen und zusammen zu packen. Aber eben, wir nehmen uns Zeit und so fahren wir erst kurz vor dem Mittag los.


Unterwegs auf dem Gelände der Omandumba-Gästefarm. Was für eine Landschaft!


Typisches Gestein der Erongo Berge

Schon ein paar Kilometer nach Verlassen der Farm wird die Landschaft zusehends flacher und vor uns tut sich eine endlose Ebene auf, nur mehr vereinzelt ragen Felsformationen hinaus. Allen voran natürlich die Spitzkoppe, die wir schon von weit weg erblicken können.


Wie zwei «Büppis» erheben sich die beiden markanten Gipfel des Spitzkoppe-Massivs aus der flachen Ebene. Und es ist brüllend heiss hier draussen. Foto machen und schnell wieder ins klimatisierte Auto hüpfen!

An der Rezeption angekommen, werden wir freundlich begrüsst und wir dürfen uns eine freie Campsite aussuchen. Diese sind weit verteilt über das ganze Gelände rund um die Grosse Spitzkoppe, Pontok Mountains und Sugarloaf und eine ist schöner als die andere. Sie sind allesamt sehr einfach ausgestattet und verfügen lediglich über ein Plumpsklo, eine Feuerstelle und eine Abfalltonne. Dafür sind sie aber alle für sich alleine und man bekommt von den Nachbarn absolut nichts mit. Wir kurven ein bisschen rum, einige wenige aber halt auch besten Plätze sind bereits besetzt, mit der «Secret B» finden wir dann aber doch eine tolle Site und vor allem auch mit Schatten. Wir richten uns ein, die Abläufe funktionieren schon wieder besser - wir sind zurück im Camping-Leben.

Am späteren Nachmittag gehen wir auf «Vogeljagd». Es gibt einige Rosy-faced Lovebirds hier, aber auf Chip kann ich sie leider nicht bannen, viel zu schnell sind sie immer davon geflattert.


Dafür den da, aber wie es scheint, haben wir diesen nicht bestimmt oder dann ergeben meine Listen keinen Sinn. Irgend ein Schmätzer? - Mountain Wheatear / Bergschmätzer (Danke an @Bele und @fotomatte!)


Ein Birder mit seinem brandneuen Spitzenfernglas (Swarowski SLC 10x 56) schleicht durch den Busch auf der Suche nach Rosenpapageien.

Und kurz vor Sonnenuntergang machen wir ein paar (überhaupt nicht gestellte) Fotos von mir in Aktion beim Laufen über das Gelände.


Trailrunning am Fusse der Spitzkoppe.


Vorbildlicher Laufstil in Bilderbuchlandschaft!

Zum Abendessen schmeissen wir ein monströses T-Bone auf den Grill und machen uns eine grosse Schüssel Griechischen Salat dazu. Es schmeckt wieder fantastisch, wir kommen aus dem Schwärmen fast nicht mehr raus. Nach dem Essen bestaunen wir den Sternenhimmel und geniessen die Ruhe hier draussen. Auch hier fällt mir wieder auf, wie unglaublich still es ist. So lässt sich dann in meinem Bodenzelt natürlich auch wunderbar einschlafen.


Sternenhimmel am Fusse vom Sugarloaf und Grosse Spitzkoppe.


Tageskilometer: 105km
Gesamtreisezeit: 3h 20min
Tageshöchsttemperatur: 36° C
Letzte Änderung: 14 Apr 2018 14:36 von kalachee.
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12 Apr 2018 21:32 #518461
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  • kalachee am 30 Mär 2018 18:30
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Dienstag, 16. Januar 2018
Spitzkoppe

Ein wunderbarer Morgen begrüsst uns und mit der Sonne stehen auch wir schon auf.


Aufwachen, Zelt aufmachen - «boooah» machen :ohmy:


Es gibt wohl nicht viel auf dieser Welt, was mit so einem Morgen in Afrika mithalten kann. Das verzaubert mich immer und immer wieder und wenn ich ein Foto wie dieses für den Reisebericht aufbereite und darüber schreibe, läuft es mir kalt den Rücken runter und ich will nichts mehr als grad wieder dort sein.


Die Campsite «Secret B» am Fusse der Spitzkoppe mit meinem Bodenzelt im Vordergrund - meinem lieb gewonnenen Zuhause für die sechs Wochen.

Heute haben wir so gesehen unseren ersten richtigen Ferientag auf dem Programm. Heisst; wir haben nichts zu tun, fahren nirgendwohin und haben keinerlei sonstige Pläne geschmiedet. Das kosten wir auch ausgiebig aus und machen den lieben langen Tag eigentlich gar nichts. Ausser die Aussicht zu geniessen, Kaffee zu trinken, Würfel zu spielen, Vögel zu bestimmen, dumme Sprüche zu kloppen und fiese Nachrichten mit schönen Fotos an die Daheimgebliebenen zu verschicken.

Am frühen Morgen im schönsten Sonnenlicht bekommen wir Besuch von einer Agame, die sich auf einem Stein direkt neben uns sonnt.


Siedleragame


Ein Pale-winged Starling / Bergstar inspiziert unseren Grillrost und findet ein paar kleine Überreste von den, ach, ich muss es halt schon wieder erwähnen, bombastischen Steaks vom Vorabend.


Monteiro's Hornbill / Monteiro-Toko

So. Und jetzt, geschätzte Leserschaft, haben wir ein Problem: in meinem Tagebuch kommt an dieser Stelle ein neuer Absatz mit einfach nur:
...

Ich glaube, ich habe mir das so als Platzhalter dafür hingeschrieben, dass beim Nachführen des Tagebuches dort noch der restliche Verlauf des Vor- und früheren Nachmittags zu beschreiben ist. Aber da steht jetzt nichts weiter und es ist anzunehmen, dass wir den oben angekündigten Ruhetag auch wirklich als solchen zugebracht haben. Also: wo Problem? :cheer:

Am späten Nachmittag schnüre ich wieder meine Laufschuhe und drehe eine wunderschöne 9.5km-Runde um den Felsenbogen und wieder zurück, zum Teil auch querfeldein. In diesem Gelände mit dem weichen Untergrund und dem Auf und Ab ist es sehr viel anstrengender, aber es ist echt ein Privileg in einer solchen Umgebung laufen zu können. Fantastisch!


Die Spitzkoppe in ihrer vollen Pracht. Ein wirklich bezaubernder Ort (das Foto ist vom nächsten Tag in der Früh).

Zum Abendessen gibt es feine Spaghetti Bolognese. Die Sauce hat schon seit dem Nachmittag vor sich hingeköchelt und schmeckte fantastisch. Mit vollen Bäuchen sitzen wir noch eine Weile auf unseren Campingstühlen und starren in den Sternenhimmel, bis uns der Nacken schmerzt.


Tageskilometer: 0km
Tageshöchsttemperatur: 33° C
Letzte Änderung: 13 Apr 2018 13:32 von kalachee.
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