THEMA: "Nix als Wüste" – Going Down South
10 Mär 2018 15:45 #513966
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"Nix als Wüste – Going Down South"

Namibias Süden Februar 2018



Liebe Fomis,

Jaja, eigentlich habe ich mich ja schon dahingehend geäußert, dass dem Forum dieses Mal ein weiterer „kuscheliger“ Reisebericht erspart bleibt :whistle:. Aber so ganz ohne geht es dann doch auch irgendwie nicht :P.

Auch wenn es bei unserer diesjährigen Tour im Februar weder von Unregelmäßigkeiten oder auch nur ansatzweise „abenteuerlichen“ Geschichten zu erzählen gibt und wir auch mehr oder weniger sprichwörtlich auf „ausgetretenen“ Touristenpfaden unterwegs waren, könnte es ja dennoch sein, dass einige unserer Erlebnisse und Stationen für den ein oder anderen von Interesse sind.

Ich werde mich aber diesmal definitiv bemühen, nicht zu weit auszuholen und viele Fotos wird es diesmal auch nicht geben – ich musste nämlich arg mit meiner neuen Kamera kämpfen :S. Die hat bisweilen doch ein komisches Eigenleben entwickelt :sick:.

Und für die Tier- und Vogelliebhaber unter der geneigten Leserschaft kann bereits im Vorspann angedeutet werden – bei dieser Reise ging es uns um ganz viel Landschaft, Stille, Weite und magische Momente in den Wüstenregionen Namibias. Was aber nicht bedeuten soll, dass wir gar nix an tierischen Bewohnern zu sehen bekommen hätten. Speziell dafür habe ich ein paar „Schnuppertage“ im KTP eingeplant, ob das dann bei meiner extravaganten KTP-Planung allerdings so ergiebig war bleibt für Euch genauso abzuwarten, wie für uns im „echten“ Leben. Und manchmal kann es auch ganz hilfreich sein, die Realitäten eben so darzustellen wie sie nun mal sind – und die Erwartungshaltung von Anfang an nicht zu weit nach oben zu schrauben B).

Die Idee für diese Reise ist schon vor sehr langer Zeit entstanden – auch ich bin ja begeisterte Reiseberichtsleserin und je mehr man liest, umso mehr Flöhe wachsen auch in den Ohren :ohmy:. Armin und ich waren 2015 erstmals auf unserer Ersttätertour im Land unterwegs und insbesondere die Gegend entlang der D707 hat es uns damals besonders angetan. Dieser Teil Namibias schrie förmlich nach einer ausführlicheren Erkundung.

Daher ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die fleißigen Reiseberichtschreiber, die mir die Auswahl der Unterkünfte und Aktivitäten somit quasi auf dem Silbertablett serviert haben :kiss:

Die Planung und Buchung war vor unserem Botswana Bushadventure bereits final abgeschlossen – und was soll ich sagen? Wir haben ehrlich gesagt das Camperleben mehr als einmal schmerzlich vermisst :silly:.

Neben viel Wüstenromantik, mehrtägigen Wanderungen durch eben diese, Reisen in längst vergangene Zeiten, ein paar Tagen am Meer und der Stippvisite im KTP konnten wir uns dieses Mal auch darauf freuen, ein paar liebgewonnene Freunde und Bekannte in Namibia zu treffen.

Und an diesen Stationen haben wir uns dieses Mal also rumgetrieben:

07.02. Flug mit AN nach Windhuk
08.02. Eagle Rock Guestfarm
09.02. Cornerstone Guesthouse
10.02. Cornerstone Guesthouse
11.02. Desert Homesteadt
12.02. Desert Homesteadt
13.02. TokTokkie Trail
14.02. TokTokkie Trail
15.02. Kanaan
16.02. Kanaan
17.02. Lüderitz "Nest Hotel“ (ursprünglich gebucht war eigentlich „Kairos Cottage“)
18.02. Lüderitz - Kolmanskop
19.02. Lüderitz - Pomona Bogenfelstour
20.02. Alte Kalkoefen Lodge
21.02. Torgos Lodge
22.02. Torgos Lodge
23.02. Torgos Lodge
24.02. Torgos Lodge
25.02. Kalahari Kalahari Red Dunes Lodge
26.02. Kalahari Kalahari Red Dunes - Trans Kalahari Walk
27.02. Kalahari Kalahari Red Dunes Lodge
28.02. Rückflug mit AN nach Frankfurt

Noch sind nicht alle (ehrlich gesagt eigentlich noch gar keine :whistle:) Fotos gesichtet und sortiert – aber ein bisschen Druck muss ich mir immer selber aufbauen – sonst wird das nämlich zeitnah nix :pinch:! Der Anfang ist hiermit also gemacht!

Und zur Einstimmung folgen hier noch ein paar "Häppchen":


























Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße
Sabine
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11 Mär 2018 19:13 #514217
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07. + 08. Februar 2018 – Anreise / Ankommen

Es geht los! Fliegen ist für uns ein notwendiges Übel. Der Transport von A nach B ist für uns das Wesentliche, also verschlafen wir meistens den längsten Teil des Flugs.

Am frühen Morgen werden wir von der Sonne Afrikas gebührend begrüßt. Die meisten von Euch kennen ja dieses Glücksgefühl – das hat etwas von Heimkommen – ein doch recht unerklärliches Symptom.



Wir landen überpünktlich in Windhuk und sind erfolgreich bemüht, auf diverse Empfehlungen im Forum hin, bei den Ersten an den Pulten der Immigration zu sein. Die Begrüßung seitens der Namibischen Beamten fällt gewohnt missgelaunt aus – ein Ehepaar vor uns (offensichtlich Ersttäter) wird erst mal gebührend rüde auf die „Benimmregeln“ am Schalter hingewiesen. Wir kennen das Spiel ja schon und begrüßen die mürrische Beamtin mit einem fröhlichen „How are you“ und werden etwas weniger mürrisch, ohne Zurechtweisung und zügig durchgewunken.

Auf unseren Abholer müssen wir noch ein Weilchen warten und vertreiben uns die Zeit derweil mit der Bargeldversorgung für die nächsten Tage.

Der Transfer zu Desert Car Hire in Olympia führt uns durch wohlbekannte Viertel. In Klein-Windhuk fühlen wir uns irgendwie Daheim, viele Plätze oder Gebäude verbinden auch wir mit Erinnerungen.

Unser gebrauchter Hilux erwartet uns ohne nennenswerte Mängel. Die Übergabe erfolgt zügig – wir lassen uns die wesentlichen Dinge zeigen, Reserveräder, Werkzeug, Verbandskasten, Engel-Fridge, prüfen nochmal den Zustand der Kupplung und Reifen und werfen einen Blick in den Motorraum. Das sieht soweit alles tiptop gepflegt und in Ordnung aus, stellen aber fest, dass der bestellte Kompressor und Navi nicht an Bord sind. Beides wird unverzüglich nachgereicht und schon sind wir auf dem Weg Richtung Pionierspark.

Dort wartet unser Permit für die permitpflichtigen Strecken zur Blutkuppe und Mirabib im Büro von Carsten Möhle auf uns. Wir haben das Permit vorab bei Carsten bestellt – kostet zwar etwas Aufpreis – für uns aber die ideale Lösung, da wir keine Lust auf übellaunigen Behördenkram direkt nach der Ankunft hatten.

Für alle die unsere vorherigen Berichte nicht kennen - wir (insbesondere ich) haben schon so viele Tage in Windhuk verbracht, dass es für den Rest unseres Lebens eigentlich reicht. Unser erklärtes Ziel war dieses Mal “einfach nur schnell raus aus der Stadt“.

Die Permitabholung ging fix, Manuela erklärt uns noch wo wir tanken und einkaufen können. Das können wir sehr passend direkt ein paar hundert Meter weiter erledigen, ebenso wie den kleineren Einkauf im gemütlichen und gut sortierten Westlane Spar.

Der weitere Weg führt uns nun direkt auf die C28, die nach wenigen Kilometern von Teer in Gravel wechselt. Endlich wieder Gravel unter den Rädern! Die Landschaft zeigt sich lieblich zart-grün, das Khomas Hochland ist einfach eine schöne Gegend.

Schon bald kommt der frisch gegradete Abzweig zur Eagle Rock Guestfarm und wie der Wind rollen wir am Haupthaus vor.



Begrüßt werden wir zunächst von Mr. Right – ich bin ein großer Ridgeback-Fan und ich freue mich immer, wenn wir diese schönen Hunde treffen. Mr. Right ist ein stattlicher Mix aus Ridge und Dogge, ein wunderschöner und lieber Kerl ist er allemal. Wir werden sofort Freunde!



Da Ariane selbst auf Reisen ist, werden wir von einem sehr lieben deutschen Ehepaar begrüßt. Die beiden verbringen – wie auch zwei weitere Paare - ihren wohlverdienten Ruhestand überwiegend hier in einem eigenen Häuschen und helfen aus, wenn einmal Not am Mann ist.

Die Guestfarm bietet alles was das Herz begehrt, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Die Zimmer sind mehr als geräumig und sauber, der Garten sehr gepflegt und hier geht alles etwas familiärer zu.

Wir waren an diesem Tag die einzigen „echten“ Touris auf der Farm.

Armin legt sich erst mal ein bisschen hin, während ich mir unvernünftigerweise beim Herumstrolchen im Garten ohne hohen Sonnenschutz schon mal ordentlich den Pelz verbrenne :sick:. Hier zwitschern so viele Vögelchen in den Bäumen, die sich allerdings bestens getarnt im Grün verstecken, dass ich glatt die Zeit vergessen habe.





Es folgt der erste Vogelbilder-Testlauf mit der „Neuen“:

Drongo



Southern Masked-Weaver





Das dazugehörige Nest



Groundscraper Trush



African Red-eyed Bulbul



Ein paar Pflanzen müssen ebenfalls als Testobjekte herhalten, bis es mir sprichwörtlich zu „bunt“ wird und ich mich im Pool erst mal abkühle.







Am Nachmittag zieht es sich rundherum zu – wusste ich doch, dass ich wieder mal der Regenbringer für das Land sein werde ;). Also es grummelt, blitzt und donnert mächtig in der Ferne und einen kurzen Regenschauer bekommen wir hier ebenfalls ab. Dicke schwere Tropfen benetzen die staubtrockene Erde – das aber ist in der Tat nur der „Tropfen auf den heißen Stein“.

Gegen Abend geht es dann zum ersten Sundowner zum Haupthaus, wo wir sämtliche Farmbewohner auf einen interessanten Plausch treffen.

Zum Dinner gibt es super-leckere Oryxrouladen mit Kartoffeln und Rotkohl. Wer Game gerne mag, is(s)t hier genau richtig. Das Fleisch kommt täglich frisch von einer benachbarten Farm.

Und schon ist unser erster Tag wie im Flug vergangen. Wir lauschen den nächtlichen Geräuschen und schlafen ziemlich bald ein.

Morgen erwartet uns nicht nur eine landschaftliche schöne Strecke, sondern auch das Wiedersehen mit ein paar lieben Freunden in Swakopmund.
Letzte Änderung: 11 Mär 2018 20:32 von Applegreen.
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12 Mär 2018 20:12 #514451
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09. Februar 2018 – Über den Boshua Pass ans Meer

Das Frühstück lassen wir uns schmecken, auch hier ist die Auswahl mehr als gut und reichlich. Wir verabschieden uns von allen „Langzeitbewohnern“ und Mr. Right (ich hätte ihn am liebsten direkt eingepackt :P) und machen uns auf Richtung Boshua Pass.



Die sehr gut präparierte Pad schlängelt sich durch das Hochland, und je weiter wir fahren, desto trockener wird es.



Auf der gesamten Strecke begegnet uns insgesamt tatsächlich ein Auto :woohoo:

In der Ferne entdecken wir Geier, Greife, Baboons und dann sind wir uns nicht wirklich sicher – aber es müsste ein Honigdachs gewesen sein, der blitzschnell am Straßenrand auf- und wieder abgetaucht ist. Vereinzelt begegnen wir wohlgenährten Kühen mit ihrem Nachwuchs am Straßenrand. Fotos der Tierbegegnungen gibt es keine – entweder war ich zu langsam oder hatte keine Lust. Manchmal möchte ich einfach nur die Landschaft und die Fahrt ohne Blick durch den Sucher genießen :whistle:.

Nach vielen verzückten Ausrufen die Gegend betreffend erreichen wir trotz einiger Stopps schneller als uns lieb ist die Ebene, wo uns nunmehr karge Wüste erwartet.



Das Hochland haben wir längst hinter uns gelassen, als wir diese interessante Wolkenformation im Rückspiegel entdecken - hoffentlich wird sie reichlich Regen bringen.



Kurz darauf können wir schemenhaft die Umrisse der Blutkuppe mit dem Langen Heinrich im Hintergrund erspähen.

An der Blutkuppe wollen wir eine kurze Rast mit Picknick einlegen. Leider haben wir keine Zeit für den Rock Sculpture Trail, denn wir haben in Swakop ja eine, nein zwei Verabredungen ;).






An der Campsite angekommen entdecken wir gut versteckt – vermutlich am schönsten Plätzchen – tatsächlich einen Camper. Auch wir suchen uns ein nettes Plätzchen und stärken uns für die verbleibende Tagesetappe.





Die wahre Magie dieses Ortes zeigt sich leider nicht am helllichten Mittag bei harschem Sonnenlicht. Hier muss man übernachten und das schöne Morgen- oder Abendlicht genießen, das die Felsformation in blutroten Farbnuancen erstrahlen lässt. Wir können dieses Schauspiel nur erahnen.





Trotzdem gefällt und der Platz ausnehmend gut und ist für künftige (Camper-)Reisen notiert.



Und so langsam wird es dann auch schon wieder Zeit für die Weiterfahrt.





Am frühen Nachmittag erreichen wir dann das Städtchen Swakopmund. Hier herrscht mittlerweile rege Bautätigkeit. Straßen werden verbreitert, vergrößert, asphaltiert – Industrieareale ausgeweitet und zugebaut :pinch:.

Unsere Unterkunft, das Cornerstone Guesthouse, haben wir auch aus der Erinnerung schnell gefunden – hier haben wir vor 3 Jahren schon mal eingecheckt. Wir dürfen ein sehr geräumiges Apartment beziehen, sogar eine Küche und ein Wohnzimmer hats. Der hübsch angelegte Garten lädt förmlich zum Verweilen ein.

Jetzt freuen wir uns aber riesig auf unser Wiedersehen mit Matte und Eva :kiss:!

Eine schnelle Dusche und schon steht Eva mit den beiden Hunden vor der Tür. Wir machen es uns im Garten gemütlich - es gibt ja ganz viel zu erzählen. Kurze Zeit später trudelt dann auch schon Matte ein – wir sind natürlich ganz gespannt, was er in den vergangenen Wochen so alles erlebt hat.

Der Nachmittag vergeht bei einzwei Savanna wie im Flug – der Gesprächsstoff geht uns selbstredend nicht aus – und ehe wir uns versehen, ist es auch schon Zeit für das Abendessen. Eva hat sich zwischendurch mal kurz verabschiedet um Thomas abzuholen.

Für uns fünf ist heute Abend im Western Saloon bei Christian reserviert.

Ein super schöner Abend bei sehr leckerem Essen begleitet von lebhaften Gesprächen und Erzählungen geht natürlich viel zu schnell vorbei und für afrikanische Verhältnisse kommen wir erst ziemlich spät ins Bett.

Dieses Selfie wurde speziell und im Besonderen für Bele aufgenommen – es erreichte mich kurz vorher nämlich die Nachricht: „Mach mal ein Foto von euch heute Abend bidddäääää“ :P :kiss:



Für die Veröffentlichungen der Fotos dieses und des morgigen Tages, auf denen Matthias zu sehen ist, habe ich selbstverständlich vorher die Freigabe von Matte erhalten B)

Morgen erwartet uns eine ganz besondere Tour – denn Georg Erb wird uns in „seine“ Wüste entführen
Letzte Änderung: 12 Mär 2018 20:16 von Applegreen.
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14 Mär 2018 18:15 #514824
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10. Februar 2018 – Lehrstunde in und um den "Klipspringer Canyon"

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Guesthouse machen wir uns gemeinsam mit Matte auf einen zweiten Kaffee auf ins Village Cafe. Für uns alle DIE ideale Location, um den Tag herrlich entspannt zu beginnen :).

Anschließend „schlumpeln“ wir drei gemütlich durch Swakop. Matte zeigt uns noch einige Orte, für die es bei unserem ersten Besuch zeitlich einfach nicht gereicht hat.

Also machen wir uns erstmal auf zur Jetty – weiter geht es entlang der Promenade und dann Richtung Woermannhaus. Hier genießen wir bei einem leckeren Eis von Raith’s die Kühle des Innenhofs und bestaunen die aufwändige Architektur.



Gegen 14.00 Uhr werden wir dann auch schon von Georg mit seinem Landy am Guesthouse erwartet. Eva ist ebenfalls mit von der Partie – und somit haben wir als private Gruppe die maximale „Auslastung“ für Georgs Touren erreicht :P.

Kurz noch paar Worte zu Georgs „Hintergrund“. Georg ist nicht nur Fotograf und Touroperator, sondern auch ein echter „Swakopmunder“ mit deutschen Wurzeln. Schon als kleiner Knirps hat er sich mit dem Fahrrad auf den Weg in seine geliebte Wüste gemacht und dort auch gerne mal die ein oder andere Nacht verbracht :ohmy:. Von Kindesbeinen an hat ihn die Faszination Wüste nicht mehr losgelassen. Georg führt alle Touren höchstpersönlich und wird uns nun in „seinen“ Sandkasten entführen.

Zunächst verlassen wir auf der Teerpad das Küstenstädtchen – nach gut und gerne mindestens 50 Kilometern steuert Georg den Landy dann irgendwo im Nirgendwo endlich „Offroad“. Unser weiterer Weg führt nun in und durch das versteckte Hinterland, auf den ersten Blick leere, wilde Ödnis, vereinzelt durchbrochen von zerklüfteten und verwitterten Gesteinsformationen.





Man spürt förmlich Georgs Liebe und Begeisterung für diesen unwirtlichen Lebensraum und er versteht es vortrefflich, uns die kleinen und großen Wunder der Wüste nahe zu bringen.



Buschmannkerze





Georg hat so seine eigenen und zum Teil sehr wissenschaftlichen Theorien :whistle: – ich als völliger Laie steige bisweilen ehrlich gesagt gedanklich aus :S - ich hoffe Matte hat davon etwas mehr aufgesaugt und wird diese Abhandlung in seinem Bericht dann auch etwas ausführlicher erläutern B).



Georg referiert über geowissenschaftliche Aspekte, vor wie vielen Millionen Jahren welches Ereignis stattgefunden hat und dadurch das Gebiet und die Gesteinsformationen gebildet wurden. Fachgespräche mit Wissenschaftlern erweitern Georgs fundiertes Wissen stetig und die neuesten Erkenntnisse bringen dann auch offensichtlich immer wieder neue Ansätze hervor. Ich wage zu vermuten, dass Georg auf alle wüstenspezifischen Fragen in Sachen Botanik, Ethnologie, Geologie, Ökologie, Zoologie, etc. sicher eine Antwort hat.

Die Landschaft ist geprägt von unterschiedlichen Gesteinsarten und Mineralien. Manche liegen schwarz glitzernd und schimmernd direkt an der Oberfläche, wir entdecken sogar kleine Stückchen von glänzendem Rosenquarz aber auch Marmor, Dolerit, Granit und Basaltgestein sind hier zu finden.



Die bizarren Landschaftsformationen wurden bereits vor über 460 Millionen Jahren von Wind und Wasser modelliert. Durch das Auseinanderbrechen von „Gondwana“ ist Magma aufgestiegen, aus der dann abstrakten Gesteinsformationen gebildet wurden.
Kleinste Pflanzen werden bewundert und auch ein Wüstenbewohner zeigt sich.

Leider habe ich kamerakampftechnisch nicht aufmerksam zugehört, daher habe ich weder eine Ahnung mit welcher Pflanze, noch welcher Echse wir es hier zu tun haben :dry: ?

Common Namib Day Gecko (Danke Matte&Konni)





Lithops oder "Lebender Stein"



Georg kann sich folgende Anmerkung nicht verkneifen: „Ich buddle keine Tiere aus, dafür sind andere zuständig“ :P. An einer Stelle, an der eine Hornviper leben soll finden wir heute leider nur noch vertrocknete Überreste.

Sehr interessant finde ich Georgs Ausführungen zu nachgewiesenen Spuren von Elefanten, die bis vor circa 100 Jahren noch in dieser Gegend gelebt haben sollen – sichere Anzeichen dafür sind wohl entsprechende „glatt-geschubberte“ Felsen.
@ Matte: bitte korrigiere mich, falls ich hier Nonsens erzähle :silly:

Nicht minder spannend sind Georgs fotografischen Belege, wie sich im „System“ Wüste weder die Landschaft selbst noch die Pflanzen über Jahrzehnte, ja sogar ein Jahrhundert nur minimal verändern. Auf Basis uralter Fotografien hat Georg die abgebildeten Orte gesucht und auch gefunden. Zum Teil handelt es sich um Fotos die mittlerweile knapp 100 Jahre alt sind. Nun können wir eben diese Fotos mit den von ihm aufgenommenen aktuellen Fotos der exakt gleichen Stelle vergleichen.

Erstaunlich :ohmy:! Am Beispiel eines Busches – abgelichtet vor sagen wir 70 Jahren und heute wird deutlich, dass sich in der Zwischenzeit so gut wie nix verändert hat. Bei einem „Finde den Fehler“- Suchbild würde man kaum mehr als eine Handvoll minimalste Abweichungen finden. Eben jener Busch hatte vor Jahrzehnten vielleicht noch ein Ästchelchen mehr oder weniger – aber er seht exakt an der gleichen Stelle und hat sich augenscheinlich weder verändert noch ist er gewachsen.

Nach diesem Exkurs geht es nun weiter hinab in den Canyon und schon bald gleiten wir durch die Schluchten des Khan und Swakop Riviers.





Uns eröffnet sich nun eine grandiose canyonartige Landschaft mit doch einigen grünen Fleckchen.









Rüppell`s Korhaan gut getarnt



Mit etwas Glück trifft man hier auf Strauße, Bergzebras und Klippspringer – uns gibt sich tatsächlich eine Klippspringer-Familie die Ehre.







Bald erreichen wir eine beeindruckende Felsformation. Unter diesem Bogenfelsen hat Georg ein lauschiges Plätzchen, mit Tisch, Strom, einem Grill und natürlicher Baumsitzgelegenheit eingerichtet. Quasi sein „Wohnzimmer“ in der Wüste.



Leider ist auch dieses Plätzchen nicht mehr so wirklich geheim. Wir „erwischen“ eine Gruppe Südafrikaner – die machen sich aber grade schon auf die Weiterfahrt.

Hier legen wir nun eine kurze Rast ein. Es gibt frisch gebrühten Kaffee, Tee und Kekse.



Felsenratten fühlen sich hier sicher recht wohl und es dauert nicht lange, bis eine ebensolche unerschrocken und vorwitzig ihren Anteil einfordert. Und hier ein weiterer Untermieter - Cape Bunting (Danke Matte).



Georg bietet auf Anfrage in dieser „Höhle“ übrigens auch Übernachtungen an - das wäre ja so ganz nach meinem Geschmack und ist fürs nächste Mal auch notiert.



Weiter geht es nun Richtung Oase Goanikontes und zurück in die Zivilisation - „oben“ wieder angekommen erreichen wir nun den Aussichtspunkt hinab in die atemberaubende Mondlandschaft oder auch „Mondtal“ genannt.



Dieser Anblick ist gigantisch und berührt auf eine ganz besondere Art und Weise.







Andächtig bestaunen wir diesen grandiosen Anblick.







Leider müssen wir uns schon bald wieder losreißen......







...., es wird langsam dunkel und wir erreichen nach Sonnenuntergang wieder die Stadt.

Georg hat es mit seiner spürbaren Begeisterung und seinem immensen Fachwissen verstanden, uns die großen und kleinen Wunder der Wüste näher zu bringen.

Bei allen wirklich überaus positiven Eindrücken und interessant-fundierten Informationen gibt es zu dieser Tour leider einen Kritikpunkt in dem wir alle übereinstimmen: Die Tour ist mit NAD 1200 pro Person nicht grade ein Schnäppchen und da hätten für unseren Geschmack dann doch schon mal einzwei Gin-Tonic dabei sein dürfen :pinch: :whistle:

Nach diesem wirklich eindrucksvollen Nachmittag verbringen wir den nun auch schon letzten verbleibenden Abend in Swakop gemeinsam mit Eva und Matte bei einem leckeren Abendessen im Hotel Europahof. Da heute Samstag ist und wir nicht vorreserviert haben, wurden die „einschlägigen“ Restaurationen erst gar nicht angesteuert. Das Essen war gut und - für uns ganz wichtig - es war vor allem ruhig ;).

Während Eva sich direkt im Anschluss nach Hause verabschiedet, wird auch dieser Abend für Matte und uns noch ein bisschen ausgedehnter. Wie an anderer Stelle schon erwähnt, geht uns der Gesprächsstoff noch lange nicht aus :). Matte versorgt uns außerdem mit ein paar wertvollen Tipps - aber es hilft Alles nichts: Auch wir müssen irgendwann „Auf Wiedersehen“ sagen. Für Matte geht es nun wieder zurück Richtung Windhuk und wir haben glücklicherweise noch ein paar mehr Tage vor uns :P.

Puah – und jetzt habe ich doch viel, viel mehr als ursprünglich geplant geschrieben. Ich hoffe, ich schaffe es wie versprochen, mich künftig kürzer zu fassen :pinch:

Morgen haben wir einen langen Fahrtag in Richtung Sesriem vor uns - geplant ist, den großen Schlenker über Gobabeb und Mirabib zu fahren.
Letzte Änderung: 15 Mär 2018 15:28 von Applegreen.
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16 Mär 2018 16:52 #515220
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11.Februar 2018 – A long Way Down South

Ein früher Start `gen Süden ist heute angesagt – es liegt ein ziemlicher „Ritt“ vor uns.

Wir nehmen den Weg „hinter den Dünen“ – der aktuell aber gar nicht schön zu fahren ist, da eine Großbaustelle zwecks Straßenausbau auf dieser Strecke eingerichtet ist.

An dem Abzweig zur C14 wollen wir eigentlich auf die D1983 Richtung Roibank - laut Karte wäre dies quasi einmal schräg über die Pad. Hier ist aber weit und breit kein Abzweig zu sehen und in Sichtweite bereits ein großes Industrieareal rechter Hand so dass wir uns sehr zweifelnd dann entscheiden links abzubiegen. Im Nachhinein schade und richtig doof, da wir so vermutlich den Beschreibungen von Matthias zufolge eine richtig schöne Strecke verpasst haben :sick:.

Wir passieren den Vogelfederberg an dem sich einige Overlander tummeln – für uns geht’s ab hier weiter auf der D 2186 Richtung Gobabeb.



Uns gefällt dieser Streckenabschnitt richtig gut – gut präpariert und kein Auto weit und breit. Auch hier wähnt man sich in einer Mondlandschaft – ziemlich viel herrliches „Nichts“ weit und breit.







Irgendwann sind auch die roten Dünen wieder in Sichtweite.



Kurz vor Gobabeb folgen wir nun links der Pad weiter Richtung Mirabib.



Auch hier gähnende Leere auf der gesamten Strecke. Um uns herum viel Trockenheit und (fast) keine Anzeichen von Leben.

Allgegenwärtig - Rüppell`s Korhaan



In weiter Ferne sind vereinzelt Bergzebras und Strauße zu vermuten, ein paar einsame Pferde haben sich hier auch verstreut und für ein schönes Vogelpärchen bin ich fototechnisch mal wieder zu langsam. Das hat mich richtig geärgert – wir waren nämlich ausnahmsweise mal schön nah dran :pinch:.

Bald können wir den Granit-Inselberg „Mirabib“ vor uns liegen sehen.



Ziemlich genau ab dem „Wendekreis des Steinbocks“ verwandelt sich auch die Pad in ein Folter-Martyrium :evil:.



Wir fahren - nein rütteln – ab jetzt auf blankem Stein. Links und rechts der eigentlichen Pad wurde schon eine zweite Fahrspur angelegt – die ist aber auch nicht wesentlich komfortabler. Durchschnittsgeschwindigkeit für die nächsten unendlichen paar Kilometer: 10-20 kmh :pinch: .

Auf Höhe des Abzweigs „Zebra Pan“ können wir tatsächlich schemenhaft und seehr weit entfernt ein Bergzebra entdecken.



Und irgendwann wird die Pad dann endlich auch wieder besser - die Berge am Horizont sind ein sicheres Indiz, dass die C14 nicht mehr weit sein kann.



Gut geschüttelt und gerührt liegen kurze Zeit später auch schon die sanften Windungen des Kuiseb-Passes vor uns.



Und welch Freude! Im Kuiseb hat‘s Wasser :) !



Heute scheinen wir irgendwie die falsche Brille aufzuhaben :S – eigentlich wollten wir zumindest zum Aussichtspunkt vom Henno Martin Shelter – aber den Abzweig dorthin finden wir schlicht und ergreifend nicht. Blind, Blöd :pinch:?? Vielleicht erhellt mich ja noch jemand für’s nächste Mal.

Die Aussicht ist trotzdem wunderbar und genau an dieser Stelle machen wir Mittagspause.



Nun folgt ein wunderschöner Streckenabschnitt immer der C14 entlang. Die Landschaft, die sich vor uns ausbreitet ist ein Traum – leider ein sehr trockener und staubiger Traum :unsure:.

Die Luft gefüllt mit flimmernden Staubpartikeln, das grelle, mittägliche Sonnenlicht und das verhältnismäßig hohe Verkehrsaufkommen für die weitere Vernebelung des Sands sorgend, verleiden jegliche fotografische Ambition. Das Vergnügen wird durch die ungewöhnlich vielen Fahrzeuge nebst vereinzelten Rasern merklich getrübt – wir fühlen uns fast wie daheim auf der A5 :blink:.

In den Zäunen hängend sehen wir sehr viele Kadaver von verendeten Oryxantilopen :( – wahrscheinlich liegen die dort schon konserviert über Jahre. Auf unserer ersten Reise ist uns das überhaupt nicht aufgefallen. Kein schöner Anblick, vor allem nicht in dieser Häufigkeit. Den traurigen Anblick fotografisch zu dokumentieren erspare ich uns und Euch.

Eine Gruppe verschwommene Bergzebras hellt die doch leicht „getrübte“ Stimmung etwas auf.



Und lebendige Oryx bekommen wir glücklicherweise auch zu Gesicht.

Mal laufend....



mal gemütlich knabbernd....



mal neugierig guckend....



Besonders freuen wir über unsere Erstsichtung von „Youngster“-Oryx :kiss:





Vereinzelt sehen wir auch ein paar Springböckchen, überwiegend aber auf eingezäuntem Farmgelände.

Und nochmal Oryx - diesmal Mutter mit Kind (oder "Kid":woohoo: ?)



Solitär und Sesriem, wo das Verkehrsaufkommen insbesondere von Reisebussen und Overlandern nochmal deutlich zunimmt, lassen wir direkt rechts liegen.

Die Strecke zieht sich ab der C19 irgendwann endlos wie Kaugummi – das hatten wir so gar nicht in Erinnerung. Und langsam werden wir der Fahrerei echt überdrüssig :(.

Diese beiden kamen zwar nicht aus dem Nichts - schrecken uns aber mächtig auf :whistle: – ähnliche Situationen, jedoch weniger vorhersehbar hatten wir auf dieser Reise noch so einige.





ENDLICH :whistle: kommen wir an unserem Ziel, der Desert Homestead Lodge, an. Es war mir sehr bewusst, dass diese Lodge zu den „größeren“ Unterkünfte gehört und wir haben uns mental auf entsprechend „Hummeldumm“ eingestellt.

Positiv überraschend ist hier gar nicht viel los – ich würde schätzen, die Lodge war nicht einmal zur Hälfte und ausschließlich von Individualreisenden belegt.

Gewählt habe ich diese Unterkunft wegen der gut bewerteten Reitmöglichkeiten. Die Lodge selbst als auch die Ställe nebst Pferden machen auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Ein exklusiverer und entsprechend hochpreisiger Ableger der Lodge ist „Desert Homestead Outpost“ – den ich in der Hochsaison mit Vollbelegung sicher bevorzugen würde.

Mein morgiger Ausritt wurde bereits im Vorfeld angefragt und gebucht – da ich aus der unangenehmen letztjährigen Erfahrungen in SA unbedingt vermeiden wollte, mit blutigen Anfängern unterwegs zu sein. Also steht für mich morgen ein „privater“ Sunrise-Ausritt in die Wüste – ein lang gehegter Traum – auf dem Programm.

Wir checken in den zweckmäßigen aber dennoch originell eingerichteten Bungalow ein und genehmigen uns erst mal einen GT.
Vom Aussichtsdeck der Lodge beobachten wir eine Reitergruppe, die sich auf zum Sundowner-Ausritt macht. Und schon bestätigt sich meine wohl überlegte Planung und Vermutung :pinch:.

Kleine Bemerkung am Rande ;) Es erschließt sich mir nicht, warum man sich ausgerechnet auf Reisen als ungeübter Reiter oder sogar ohne jegliche Reiterfahrung dem Risiko eines Reitunfalls aussetzen muss. Sicher sind die Guides und Pferde auf Anfänger eingestellt, dennoch bin ich aufgrund jahrzehntelanger Pferdeerfahrung dieser Art von „Urlaubsvergnügungen“ gegenüber eher kritisch eingestellt.

Von unserem Bungalow aus haben wir einen schönen Blick auf das leider nicht allzu gut besuchte Wasserloch. Gut im ersten Bild zu sehen, die weit sichtbaren „Staubfahnen“ entlang der naheliegenden C-Straße.





Nach einem durchaus schmackhaften Dinner haben wir die nötige Bettschwere erreicht. Die ewig lange Fahrerei hat uns ziemlich geplättet.

Ein mächtiges Gewitter in den nahegelegenen Bergen hält uns für kurze Zeit noch auf den Beinen. Erste Versuche, solch ein nächtliches Spektakel vernünftig fotografisch festzuhalten scheitern leider kläglich :sick:. Wir beobachten das Schauspiel noch eine ganze Weile von unserer Veranda aus.

Hoffentlich bringt das Gewitter auch den lang ersehnten Regen!

Morgen steht für mich in aller Herrgottsfrühe ein Wüstenritt auf dem Programm. Danach werden wir ein wenig das „Hinterland“ erkunden und außerdem bereiten wir unsere Körperchen so allmählich auf die bevorstehenden Strapazen vor.
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12. Februar 2018 – Ein Wüstenritt und eine Fahrt ins Blaue

An der Rezeption erwartet mich ein junger Bursche, stilecht bekleidet mit Chaps und Stetson. Fix werden die „Indemnity“-Formalitäten erledigt – kurz meine Reiterfahrung abgefragt und an den Koppeln angekommen erwartet mich bereits der gesattelte Wallach „Black Jack“.

Willie, der junge Bursche, fackelt nicht lange und es geht direkt los in einem flotten Trab. Die Lodge lassen wir schnell hinter uns bald finden wir uns inmitten von großen Oryx- und Springbockherden wieder. Alle Herden haben reichlich Nachwuchs im Schlepptau.

Zwischen kürzeren Schrittphasen legen wir den größten Teil der Strecke im zügigen Galopp zurück. In der Zwischenzeit ist die Sonne längst aufgegangen und es wird auch direkt mächtig warm.

Ein unbeschreiblich und fast unwirkliches Gefühl, in dieser Kulisse umringt von Gems- und Springböcken auf dem Rücken eines Pferdes unterwegs sein zu dürfen. Wir wechseln die Gangart in unregelmäßigen Abständen – meisten jedoch legt Willie einen doch strammen Galopp vor – wie fliegen förmlich über den Wüstenboden :woohoo:. Black Jack ist offensichtlich gesund und munter und vor allem sehr trittsicher.

Als der Outpost in Sichtweite kommt, drehen wir auf den „Runway“ des Airstrip ab und Willie legt nochmal einen Zahn zu – er nutzt die wohl eher seltene Gelegenheit mal nicht nur im Schaukelschritt durch die Pampa eiern zu müssen :whistle:. In diesem Tempo erreichen wir dann auch die Lodge, vorbei an den Bungalows zurück zum Paddock – Langschläfer werden spätestens jetzt von dem donnernden Hufgetrappel geweckt.

Insgesamt waren wir gut 2 ½ Stunden unterwegs – ich bin mehr als zufrieden und treffe mich mit meinem Mann mit einem breiten Grinsen im Gesicht zum Frühstück.

Viele Worte und kein Foto sind der Tatsache geschuldet, dass ich alle Hände voll zu tun hatte. Somit bleibt die Beschreibung in blumigen Worten und die Erinnerung im Herzen :kiss:.

Für diejenigen die es trotzdem genauer wissen wollen, verweise ich auf den Imagefilm der Lodge, wo es auch ein paar Sequenzen der Ausritte zu sehen gibt.
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Während wir nach einem späten Frühstück das Auto für unsere geplante Landpartie startklar machen stelle ich fest, dass der Beifahrerfußraum ziemlich abgesoffen ist – der Teppich ist völlig durchnässt :sick:. Wir suchen nach möglichen Ursachen - es bleibt zunächst ein Rätsel – und werden uns später darum kümmern.

Wir tuckern nun gemütlich entlang der D 854 Richtung Bullsport.



Tatsächlich hat es hier wohl in der vergangenen Nacht geregnet, die Pad ist leicht angefeuchtet und es gibt sogar eine Wasserdurchfahrt (die ich vorher selbstverständlich zunächst abschreite B)).



In Bullsport geht es dann weiter auf der C14 so dass wir quasi den Naukluft Mountain Zebra Park umrunden.





Nach jeder Kurve eröffnen sich neue Ansichten – die Pad ist bestens präpariert und außer zwei Farmern begegnet uns hier kein Mensch.





An einem trockenen Flussbett machen wir eine kurze Rast.





Wir nehmen dann die D1261 bis zur Passhöhe des Remhoogte – eine sehr schöne Strecke.



Hinter der Passhöhe drehen wir dann wieder um – weiterzufahren scheint uns ein zu großer Schlenker nach der gestrigen Vielfahrerei.





Weiter geht es nun Richtung Sesriem.



Unterwegs sehen wir einige Oryx. Wir können beobachten, wie sich ein doch recht stattliches Tier blitzschnell UNTER einem Farmzaun hindurchschlängelt :ohmy:. Erstaunlich – aber möglicherweise auch Ursache für die vielen Kadaver im Zaun :(.

In Sesriem an der Tanke steppt der Touribär :evil:. Nach erfolgreicher Füllung des Tanks und Geldbeutels, sehen wir zu, dass wir uns ganz schnell wieder aus dem Staub machen.

Plötzlich springen zwei Springböckchen panisch auf die Pad! Glücklicherweise sind wir gemütlich unterwegs und können rechtzeitig bremsen. Jetzt heißt es geduldig abwarten, bis die beiden Kerlchen sich wieder beruhigen – aber sie sind sichtlich in Panik und es braucht eine Weile, bis wir übervorsichtig passieren können.



Die Wasserlache in meinem Fußraum breitet sich übrigens weiter aus :dry:. Zurück auf der Lodge heißt es erst einmal Ursachenforschung betreiben. Armin ist technisch glücklicherweise nicht ganz ungeschickt – jahrelange Hobbybastelei zahlt sich aus - und identifiziert einen abgerissenen Ablaufschlauch der Klimaanlage als Übeltäter. Mit einem Kabelbinder ist das Dilemma schnell repariert.

Am späten Nachmittag beschließen wir unseren Kreislauf auch „in Motion“ an das heiße Wüstenklima zu gewöhnen – zum Sundowner ruft nun der Hausberg – quasi als Testlauf für die nächsten Tage!

Zwar haben wir zu Hause fleißig für den Tok Tokkie „trainiert“ :P – aber im vergangenen halben Jahr waren die klimatischen Bedingungen im südlichen Afrika für uns in Deutschland eher schwer zu simulieren :silly: .

Der Hausberg sieht von unten mächtiger aus als er in der Tat ist. Die „Bezwingung“ gestaltete sich recht einfach und schnell haben wir den Gipfel ohne Ausfallerscheinungen erreicht.



Der Ausblick auf die Lodge und Umgebung von hier oben ist traumhaft schön.





Eine interessante Pflanze weckt mein Interesse - was könnte das wohl sein?



In dieser Ebene war ich heute Morgen mit Black Jack unterwegs.



Beim Abstieg beobachten wir einen Oryx, der die Wasserstelle besucht.







Zurück in der Lodge wird es auch schon bald wieder Zeit für das Dinner. Vorher genehmigen wir uns den obligatorischen GT und verplaudern uns mit einem sehr netten kanadischen Paar.

Auch heute Nacht ist in weiter Ferne ein Gewitter in den Bergen zu sehen.

Und morgen ist unser großer Tag! Der Tok Tokkie ruft – und wir haben mächtig Respekt vor dem, was uns da wohl erwarten mag.
Letzte Änderung: 18 Mär 2018 18:36 von Applegreen.
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