THEMA: Been there. Done it! Got it? - Namibia Okt. 2017
09 Feb 2018 21:16 #509508
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Hallo liebe Fomis,

es wird endlich mal Zeit hier etwas zurückzugeben, außerdem schiebe ich den Reisebericht schon viel zu lange vor mir her. Jetzt anzufangen bringt auch zusätzlichen Druck, endlich mal alle Fotos fertig zu machen. Ich habe immer noch nur eine Grobauswahl der zweiten Hälfte. Damit ist jetzt Schluß, los geht’s!

Als erstes muss ich noch mal Danke sagen für diese tolle Community, die uns so viel geholfen hat für das erste Mal Afrika und jetzt wieder für unseren anstehenden Botswana Urlaub. Ein paar wenige muss man hervorheben, sorry:
  1. - Die Eulenmuckels: Ich habe das noch mal genau nachgeschaut, es hat keine 22 Stunden zwischen erstem Post und einer Einladung zum Abendessen gedauert. *top*
  2. - Picco: dessen altes Objektiv mich begleitet hat, nach einer schier endlosen Episode, bis es bei mir war.
  3. - Logi/Lillytrotter: wegen unzähliger Antworten und Beiträgen im Forum, die uns stets geholfen haben – Achtung, das gilt ja hier für praktisch jeden, aber die zwei Namen sind schon früh hängen geblieben.
  4. - LolaKatze: Einen ganz speziellen Dank, für unseren „Elefant für die Wand“, aber wieso erklärt sich erst am Ende der Reise. ;)

Und jetzt fangen wir wirklich mal an:
Plötzlich WIR?, ja, wir, das sind Robin und Mara. Sagen wir mal noch Mitte dreißig, hört sich besser an und damit ihr ein Bild vor Augen habt, eines unserer typischen „Langarm-Fotos“.


Die Route:
Gehe ich jetzt nicht länger drauf ein, ich habe eine MyMaps erstellt auf der man alle Unterkünfte, Route etc. sehen kann. Grobe Einstieger-Tour, vielleicht etwas abweichend, da wir nur sehr wenige Tiertage eingebaut haben. Die Route war sehr lang und zu wenig Zeit an fast jedem Ort. Wir würden es wieder genauso machen. Um einfach das Gefühl zu tanken und für einen Überblick war es perfekt.

My Maps - Route Namibia 2017


Was einen erwartet?!
Naja, unser Tagebuch halt… daher rührt auch der Name des Berichts. Dieser Ausspruch stand auf unserem kleinen Reisetagebuch und hat uns auf der Reise immer begleitet. --- Wir waren da. Wir haben es gemacht! Haben wir es verstanden? (ich glaube das braucht mehr Zutrauen und noch etwas mehr Zeit)

- 2 Teile einer Reise, zuerst im Familienclan, später dann als Zweierteam
- Einsame Campsites, Filmkulissen, lang ersehnte - leicht benebelte - Lodges
- Auge in Auge mit dem Einhorn
- Dumme Anfängerfehler
- Verrückte Italiener
- Tanz und Gesang
- Einheimischen-Besuche ohne Museum
- Leider kaum Video, dafür viel Geknipse. (mehr kann man das kaum nennen)

Da trotz mitgenommener Videokamera nie damit gefilmt wurde, wenigstens ein kleiner Teaser als Einstimmung.

VIMEO - Videolink --- Hier klicken! oder unten das Bild über FLICKR
Namibia 2017 - Teaser by Blende18.2, auf Flickr





Gruß,
Robin
Letzte Änderung: 15 Apr 2018 23:05 von Blende18.2.
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10 Feb 2018 00:17 #509533
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Eigentlich wollte ich erst morgen starten, aber da Giraffen-Lisa direkt Druck macht... :lol:
@ Lisa, ich erinner mich, dass du schon bei der Routenplanung voll dabei warst. Welche Überschneidungen hast du denn jetzt final mit unserer Route?


Tag 1 - 06.10.: Anreise- Ankunft und Windhoek
>> Sorry, erstmal nur Textlastig. Ab Tag 2 ist’s dann was lockerer.<<

Seit Monaten haben wir uns mit dem Urlaub nicht mehr wirklich beschäftigt. Die heiße Phase des Planens war lange vorbei, die Monate vergehen und dann kommt genau 30 Tage vor Abflug, wie angekündigt, die Zahlungsaufforderung vom Hilltop-Guesthouse in Windhoek. WIRKLICH, in einem Monat geht es los?

Plötzlich ist es wieder da, dieses Kribbeln, die Aufregung, die Vorfreude. So viel muss noch erledigt werden. Mara hat eine Tasche geliehen, ich habe nur Koffer, aber platztechnisch soll es eine Tasche sein. (Sag' mal Robin: Gehört das in einen Reisebericht?) - Ja tut es, lange Geschichte kurz. Auf unserem Dorfplatz findet ein Flohmarkt statt. Vom Balkon aus sieht Mara einen Mann der sich eine Reisetasche anschaut noch bevor es losgeht. Klamotten an und runter geht es, da müssen wir mal schauen. Es stellt sich raus, dass die gute Dame eine schöne Tasche hat. Grün, alt, abgewetzt, keine Teleskopstange, aber Geschichte. Über ein Jahrzehnt war die Tasche im gesamten südlichen Afrika unterwegs. Sie freut sich sehr, dass die Reisetasche da auch wieder hinkommt. Wir uns über den Preis, 8 Euro wollte sie dann doch noch dafür haben! B)

Der Monat vergeht wie im Flug, oder sagen wir besser bis zum Flug. Am 05.10. geht es nach Frankfurt, wir sind sehr früh da. Nichts riskieren und lieber vor Ort noch ins Cafe. Wir haben einen Flug mit Quatar über Doha. Es ist ein langer Flug, aber Service und Entertainment an Bord machen das wett. Bei knapp über 500 Euro pro Person ist das einfach unschlagbar, der Flug selber ist dann unspektakulär.

Wir landen in Windhoek und man merkt schon, es gibt einfach keinerlei Fotos vom ersten Tag. Wir sind viel zu beschäftigt. Deswegen jetzt mal im Schnellprogramm…
1. Am Flughafen sind wir schnell durch die Kontrolle, das ist gut, da wir dafür mit am längsten auf die Koffer warten, Valentino der uns vom Flughafen abholt kann das nicht stören. Er empfängt uns in der Wartehalle mit einem breiten Grinsen. Wir holen noch Geld (bei VISA wählt man die Option Cheque und nicht Savings, klingt logisch, NICHT!) und eine MTC Karte für unser Dritt-Handy.

2. Valentino unterhält uns auf dem Weg zu Safari-Car Rental mit allen möglichen Infos und wir merken uns für’s nächste Mal, dass er bei seinen Kindern nur der Held ist, wenn er „Sweets“ mitbringt.

3. Die Fahrzeugübernahme macht auch Valentino, er kann alle Fragen beantworten, wir lachen viel und lernen noch mehr. Und das Auto treibt mir ein dümmliches Dauergrinsen ins Gesicht. Ein Hilux 3Liter Expedition mit Automatik, breitem Dachzelt, Highlift, Axt und Schaufel an der Seite, großer Stoßfänger, etc.... ich bin nicht traurig, dass es der etwas übertriebene Expedition der damals günstigste Wagen war den wir bekommen haben. Und für Botswana haben wir ihn wieder. :) (keine Sorge, das ist später auf jedem Foto das einen coolen Vordergrund brauchte)

4. INFO: im entsprechenden Topic habe ich schon unsere Erfahrungen zu SCR gepostet. Kurz gesagt, 100% zufrieden.

5. Ein Foto hat Mara dann doch gemacht, kein unwichtiges… der Kilometerstand bei Übernahme:


Auf nach Windhoek…

Wir fahren also los. Linksverkehr?, wir waren schon oft in England und letztes Jahr erst in Schottland, das ist kein Problem. Und schnell ist unsere Routine wieder da und ich höre von links (daran wiederum muss man sich echt gewöhnen) das vertraute „Rechts lang“, „Links kurz“, was gerade anfangs in der Stadt hilfreich ist. War der Weg nach Windhoek noch easy, kommt mir der Wagen im Stadtverkehr wie ein Schlachtkreuzer vor. Wir fahren sonst Golf. ;)

Nach etwas suchen und ein paar Sackgassen später kommen wir beim Hilltop an und werden freundlich begrüßt von Jamba, dem immer lachenden Security/Einweiser/Einkaufsberater. Wir bekommen das Familienzimmer mit massig Platz, fühlen uns direkt wohl, unsere Fleischlieferung aus der kleinen Windhoek-Schlachterei ist auch schon im Kühlschrank. Wir ordern sofort ein Taxi nach Joes Beerhouse für später und bemerken, dass wir nur noch 2 Stunden haben für den Einkauf. Also fragen wir Jamba wohin am besten. Er schaut uns an, zählt seine beiden Lieblingsläden auf und schickt uns mit den Worten „Aber ihr seid weiß und Deutsche, ihr fühlt euch in der Maeru Mall wohl!“ zum Superspar.

… und Einkaufen?!

Gefragt getan! Wir kaufen so ziemlich alles was uns einfällt und hätten durchaus Geld gespart, wenn wir Zeit gehabt hätten vorher mal zu schauen was eigentlich alles an Ausstattung vorhanden ist. Naja, doppelt hält besser. Man stelle sich nur vor der Weinöffner wäre mal kaputt gegangen oder wir hätten keinen zweiten Dosenöffner. (ich bin mir nicht mal sicher ob wir überhaupt mal eine Dose geöffnet haben) Ein Ümmelchen (kleines, scharfes Küchenmesser) kann ich aber empfehlen.

Einen super Tipp wollten wir auf jeden Fall beherzigen. Obstkisten um alle Einkäufe zu verstauen, wir haben kein Schubladen-System im Auto. Die richtige Kiste gefunden musste ich nur noch einem Angestellten erklären, dass ich 4-5 genau dieser Kisten, aber leer haben wollte. Einfache Nummer, er hat mich angeguckt als ob ich völlig irre wäre, aber nach 5min. ging ich fröhlich mit meinen Leerkisten Mara suchen um stolz meine Beute zu präsentieren. :silly:

Es folgte der Bezahlvorgang und es zeigte sich die unüberwindbare Kluft zwischen Deutschen und Afrikanern. Mein System stand schon fest, alles hatte seinen festen Platz in jeder Kiste. Tetris lässt grüßen… 3 Jungs und eine Dame übernahmen das Einpacken. Ich wollte noch versuchen zu koordinieren, aber das war schnell vergessen. Die freundlichen Helfer schwatzten, lachten, redeten auf uns ein mit der NOCH ungewohnten Frage, „Wo kommst du her, wo willst du hin?“ und packten alles so kreuz und quer ein, dass ich weggucken musste. :lol: Danach bugsierten sie hinterher zu dritt unsere Einkäufe zum Auto. Wir waren in so dicken Lettern mit ANFÄNGER gebrandmarkt, dass ich auch direkt mal beim Trinkgeld abgezockt wurde. Aber egal, wir sind da und es ist alles gut. Es geht los!

Joes Beerhouse

Wir sind gerade noch rechtzeitig zurück eine Viertelstunde bevor unser Taxi kommt. Jamba weist uns ein und wie versprochen haben wir ihm eine Kleinigkeit aus dem Superspar mitgebracht. HARIBO Color-Rado, also Werbung in eigener Sache. :whistle: Wir machen uns nur kurz frisch und die obligatorische Ladestation wird aufgebaut.


Dann steht auch schon Levy mit weißem Hut und rotem Taxi vor der Tür. Er wurde nach Levy Strauss benannt, AHA. Und auch er grinst immer breit. Es ist ein kurzer Trip, wir stehen auf der Reservierungsliste ganz oben. Gott sei Dank stand da kein Datum dabei, ich hatte im Februar reserviert für Anfang Oktober!!! :laugh:

Wir saßen am Tisch mit einem französischen Paar das gerade eine 3 Wochen Tour beendet hatte und tauschten uns etwas aus. Zu Essen gab‘ es Oryx-Carpaccio, marinierte Kudu-Streifen und 2 schöne Steaks, alles sehr lecker. Zwei Castel light zum runterspülen, es könnte einem schlechter gehen. Achja, die Kamera hatte endlich den Weg aus der Tasche gefunden… Joes Beerhouse ist schon ein schräger Laden.








Ein gelungener erster Tag, aber dann ging es schnell zurück, wir waren hundemüde.






Gruß,
Robin

PS. Ab jetzt greift meine Regel. Immer ein neuer Tag, wenn ich einen weiteren Tag aussortiert habe. Aber mit Tag 10 bin ich schon recht weit, dass packe ich morgen evtl., also vielleicht, bestimmt unter Umständen. ;)

PPS. Das "Aha" des Tages war vorhin eine spontane Idee. Aus Fehlern lernt man und ich dachte mir, dass wird einfach mal als Tipps vom Anfänger für Anfänger hier weitergeführt. Eigentlich gibt es jeden Tag mehrere AHAs, vielleicht stelle ich ans Ende des Berichts eine Art Zusatz-Sammlung: "Dumme Fehler zum Nachmachen!" ;)
Letzte Änderung: 10 Feb 2018 00:47 von Blende18.2.
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10 Feb 2018 23:04 #509611
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23.04h, es hat gerade noch geklappt, wenn auch nur ein halber Tag, es fehlt auch noch der halbe Tag 10 mit sortieren. Aber wir müssen zu unserer Verteidigung sagen, dass die Muckels uns heute spontan zum Essen nach dem Spiel abgefangen haben, natürlich in weiser Voraussicht, dass wir einen Dortmunder Sieg zu feiern haben. B) (toll das Smileys fast immer Schwarz-Gelb sind)

Wir freuen uns sehr, dass sich der ein oder andere einfindet die Reise mit uns noch mal zu erleben. Es macht viel Spaß sich das Tagebuch durchzulesen und aus den Stichpunkten die Erinnerungen aufzufrischen. Hätten wir das vorher gewusst, dann hätten wir auch viel früher angefangen. Andererseits hat man so länger was davon und es überbrückt die Wartezeit bis September.

Weiter geht's...

Tag 2 - 07.10.: Familientreffen
Der Wecker klingelt uns heute früh raus, so wie eigentlich immer. Schließlich ist der Tagesplan vollgeschrieben, so wie eigentlich immer…
Also ran an den Speck, wir fangen erst mal mit dem Chaos im Zimmer an. Gut, dass wir 3 Betten und einen Tisch haben um uns auszubreiten.


Danach geht es raus zum Wagen. Der Kampf beginnt. Das lieber nach hier, Das nach dort. Ne doch nicht, da muss man doch öfter dran, etc. pp. Wir sind die einzigen Camper hier und wahrscheinlich war das witzig anzusehen, wie alle unsere Sachen langsam im Wagen verschwanden. Tetris lässt wieder grüßen, aber diesmal gibt es keine Querulanten die den Plan zerstören und wir kommen zügig voran. Gut geplant ist halb gewonnen und wir ändern tatsächlich wenig über die Reise.

Jede Obstkiste hat ein eigenes Thema: 1. eine Unterwegs-Box mit allem für die Fahrt - 2. Frühstück - 3./4. Boxen für Beilagen, Dosen & Gewürze die wir eher Abends brauchen – 5. Unsere Bad-Box kam dann später dazu, sehr empfehlenswert!!! (so hat man Seife, kleine Handtücher, Zahnpasta, und, und, und.. in einer Box die man immer mitnimmt abends/morgens und überall hinstellen kann, egal ob auf Stock & Stein oder ob man gemeinsame Ablutions hat) B)

Wir gewinnen also die Schlacht, Victory…


… und haben uns das folgende Frühstück jetzt verdient. Und was für ein Frühstück. Ainer serviert uns alles was das Herz begehrt, wenn was fehlt sollen wir nur fragen, aber hier fehlt einfach nix, auch keine Aussicht. Unter uns breitet sich die Stadt aus mit den irren, lilanen Jacaranda Bäumen.



Dann klingelt unser Namibia-Telefon. Komisch, unsere Freunde haben die Nummer noch gar nicht? --- es ist der Mann vom MCT Laden im Flughafen. Er hat ganz vergessen uns die Codes zu geben um die Karte freigeschaltet zu lassen während unserer Reise. Unsere Telefonnummer, die hat er aber und somit kann er seinen Fauxpas ausbügeln. Irgendwie will das Namibia-Handy allerdings nicht mehr, als Anrufe empfangen. Es werden also Nummern ausgetauscht und er schickt uns die fehlenden Codes per Whatsapp auf eines der deutschen Handys. Oft lesen wir T.i.A. (This is Africa) in Reiseberichten, wenn man einfach mal die Ruhe bewahren muss, weil hier alles etwas anders läuft. Wir werden feststellen, dass auch diese Freundlichkeit hier T.i.A. ist, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in Deutschland einen Tag später der Vodafone Shop meldet, weil Infos zu meiner Prepaid Karte fehlen. ;)


Auf in die Kalahari!
Wir verabschieden uns. Jamba lotst uns wieder vom Parkplatz runter und nach einem kurzen Stop am Superspar und unserer ersten Tankstelle machen wir uns auf in Richtung Bagatelle. Hier wollen wir heute unsere Freunde treffen, die 2 Tage vor uns gelandet sind und mit denen wir die erste Woche unterwegs sein werden.
Dank des Handys und vergessener Einkäufe (komisch, wo wir doch soooo viel Zeit hatten gestern) sind wir später als geplant auf der B1. Heute ist doch ein Dünenritt auf Pferderücken geplant. Natürlich nur unsere Freundin und Mara, ich lasse mir das gerne entgehen. (nach einer Aduktoren-Zerrung beim letzten Versuch, die Biester sind tödlich, aber das ist eine andere Geschichte)

Dennoch bleibt unser Plan bestehen und wir nehmen nicht den direkten Weg. An der D1463 zweigen wir ab und fahren über Dordabis-Uhlenhorst-Hoachanas nach Bagatelle. Unsere erste Gravelroad, anhalten, den mechanischen Reifendruckmesser nehmen und wie gelernt auf 1.8 Bar ablassen. Valentino sagte 2.0 Bar auf Asphalt und wir gehen davon aus, dass der Druck gerade da steht. Der Druckmesser zeigt aber 2.5 Bar an??? – wir trauen der Sache nicht, bestimmt ist der Druckmesser kaputt. Lieber zu viel statt zu wenig.



Also rumpeln wir mit viel zu viel Reifendruck durch die Landschaft, durch eine beeindruckende, wunderschöne Landschaft. Die D1463 ist teils ruppig, es geht mal ordentlich hoch und runter und macht richtig Spaß zu fahren. So haben wir uns das vorgestellt. Wir sehen Warzenschweine, Geier, Erdhörnchen, einen Strauß! *wow* und die viel besungenen Zäune, die ganz Namibia durchteilen.

Gefühlt alle 5 Minuten wechselt die Landschaft. Gelber Sand, roter Sand, Bäume, Graslandschaften, mal Hügel, kleine Berge, flache Pisten... wir haben das oft gehört, wie abwechslungsreich das Land sein soll. Jetzt erleben wir es. Man wundert sich wie schnell und abrupt sich die Landschaft immer wieder ändert.

Natürlich interessiert mich als Hobbygärtner auch die Flora und ich freue mich über die Entdeckung einer… lilanen Knospe. Unser Hauptthema gerade ist, dass dieses Namibia grüner ist als gedacht! (stellt euch hier eine überdimensionale Hand vor die ich mir vor die Stirn klatsche, noch während ich das schreibe :blush: )





…wenn jemand den Namen kennt, bitte. In dem Hobbygärtner-Satz war vielleicht eine Kleinigkeit geflunkert… :P

Den guten Service hier in Namibia möchte ich natürlich nicht unterschlagen. Ist irgendwo ein geschlossenes Tor muss man nicht lange warten, bis es geöffnet wird.


Weiter geht es auf einem kleinen Stück Asphalt, bis die C15 wieder auf Gravel wechselt ab Dordabis. Gestern Abend habe ich noch die T4A Karte studiert und bereite Mara auf das nächste Highlight vor. Es geht bald den ersten Pass hoch, die Karubeamsberge kommen schon in Sicht und dann geht es dort über den Nauaspforte Pass.

… Quizfrage, warum heißt das Ding wohl Nauaspforte?

Wir fahren und fahren und wundern uns wann es denn mal hochgeht. Die Antwort ist einfach, gar nicht. Es ist tatsächlich einfach nur eine unspektakuläre Senke in den Hügeln durch die man einfach durchfährt, hinten sieht man den „Pass“: :pinch:



Das Schild zeigt eigentlich nicht die Entfernung zu Bagatelle an, sondern verdeutlicht uns nachdrücklich, dass wir zu spät sein werden. Was soll’s, es war eine schöne Tour und der Weg „hintenrum“ nach Bagatelle hat uns sehr gut gefallen. Es bleibt ja Zeit unser Timing zu verbessern. Die nächsten Tage soll unsere Zeitplanung viel besser werden… NEIN, wird sie nicht. Also gar nicht. Den ganzen Urlaub nicht. Doch, an einem einzigen Tag.

Grund genug ab jetzt ohne Ablenkung durchzufahren, wir geben dem Gaul die Sporen und sehen dann noch einen Rastplatz mit riesigem Webervogelnest. Egal, keine Ablenkung mehr, wir fahren einfach vorbei…


:whistle:

Fortsetzung folgt…
Letzte Änderung: 10 Feb 2018 23:26 von Blende18.2.
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11 Feb 2018 16:19 #509670
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Eulenmuckel schrieb:
Wir haben selten so gut vorbereitete Ersttäter kennen gelernt. Da hattet ihr wirklich schon ganze Arbeit geleistet und euch umfassend eingelesen. Neulinge, die sich ihr Fleisch vakuumiert verpackt in die Unterkunft liefern lassen, können ja schon fast unheimlich sein. Da ist es schön zu lesen, dass wir euch trotzdem noch den ein oder anderen Tipp geben konnten.

Gute Planung ist halt alles, aber Tipps waren es nun wirklich einige und nicht nur ein paar. ;)

TinuHH schrieb:
Also, wenn wir überhaupt noch Zweifel an der Strecke nach Bagatelle hatten, jetzt nicht mehr! Gebongt, die Strecke werden wir auch nehmen! :woohoo:

Hallo Martin, mach' das auf jeden Fall. Wir haben festgestellt, jedes Stück abseits der B-Pisten ist es wert. B)


Fortsetzung Tag 2 - 07.10.: Familientreffen

Die letzten Kilometer lassen wir uns durch die Landschaft treiben und irgendwann fahren wir am Bagatelle Gelände vorbei. Es soll ja im Areal Giraffen geben, also schauen wir forschenden Blickes nach links und rechts. Das Glück ist uns aber leider nicht hold, stattdessen kommt der Eingang der Lodge linkerhand auf.

Wieder begegnen uns eine Reihe strahlender Zähne, wir quatschen etwas und steigen aus dem Auto um das Nummernschild abzulesen… da gab es doch mal diesen Tipp im Forum, dass man sich das Nummernschild aufschreibt und immer parat hat. Müssen wir dran denken. Scheint man ja wirklich immer zu brauchen.

Wir fahren durch’s Tor und unsere erste „Sandpiste“ erwartet uns. Abenteuer pur! (lacht ruhig, aber hier anzuhalten und zu riskieren sich festzufahren, nur um ein Foto zu schießen grenzt in unserer Vorstellung an Wahnsinn, wir wagen es todesmutig dennoch und fühlen uns wie wagemutige Abenteurer) :laugh:

Die Farben sind einfach verrückt. Völlig unwirklich erscheint uns der rote Sand im Kontrast zum weiß-gelben, ausgedorrten Gras. Unsere ersten Springböcke heißen uns willkommen und tauchen immer mal wieder auf den Dünen links und rechts auf, wie schön.




Beim Check-In erfahren wir, dass unsere Freunde die zwei Einzelbuchungen umgelegt haben auf die große Gruppen-Campsite Nr.6 und wir dort zusammen den Platz haben können. Etwas das wir auch so beibehalten und uns immer die Sites teilen. (bei der Planung haben wir immer jeder eine Site gebucht, man stellt sich diese Plätze ja nicht so ausladend vor, sondern eher wie eine kleine Parzelle)

Die Reisegruppe ist vereint.
Es ist schon kurz vor 16 Uhr, der Ausritt geht in 10min. los, aber Mara entscheidet, dass sie erstmal ankommen möchte und die Pferde-Safari ausfallen lässt. Wir machen uns auf Richtung Campsite und auf dem Weg kommt uns Vanessa entgegnen. Wieder halten wir auf Sand, fast schon Profis. Es reicht nur für eine kurze Begrüßung, sie geht reiten und wir zum Rest der Familie…

… und die wird es jetzt mal Zeit vorzustellen.

Die Familie „Glück“ hat das Glück 7,5 Wochen in Namibia und Südafrika unterwegs zu sein. Ein riesiges Abenteuer, bei dem wir uns den ersten Abschnitt des Weges teilen. Bis Swakopmund sind wir zusammen unterwegs, dort bleiben sie dann deutlich länger mit den Kindern. Wir verzichten auf Namen und Gesichter der beiden, also im Folgenden haben wir folgende Reisepartner:
- Sebastian & Vanessa (Freunde und Familie)
- Der König. 4,5 Jahre und schon Afrika erfahren, ein echter Naturbursche und Maras Patenkind
- Die Prinzessin. 1,5 Jahre mit eigenem Leibwächter (auch der König)


Wir kommen an der Campsite an und die Freude ist groß. Es gibt ja schon so viel zu sehen und zu erzählen. Es prasseln Fragen vom König auf uns ein. „Habt ihr ein Reserverad?“ - Ja haben wir, da guck‘ doch. - „Aber dafür haben wir sogar zwei!“. Wir erzählen von unserem Vogel Strauß… „Aber dafür haben wir eine Giraffe gesehen!“

Es entbrennt ein erbitterter Zweikampf zwischen mir und dem König, jeder will den anderen ausstechen. Irgendwann gebe ich wahrscheinlich klein bei, der Klügere gibt nach. Ich fühle mich aber als Sieger! ;)

Spaß beiseite, es gibt viel zu berichten, irgendwie verschwimmt die Ankunft. Ich weiß noch wir trinken ein Ankunftsbier, anscheinend bauen wir ziemlich direkt das Zelt auf und wir ignorieren Vanessas Auftrag mit dem Essen anzufangen, bzw. überreden wir Sebastian in die Dünen zu marschieren. (es zeichnet sich hier eine weitere Regel für unseren Urlaub ab, gegrillt/gegessen wird meistens nur mit Stirnlampe)

Auch die Kleinsten wollen beachtet werden...


Auf den Dünen werden die Kameras gezückt und die nächste Regelmäßigkeit zeichnet sich ab. Sebastian wird immer als Kletterbaum missbraucht wenn er sich mal für einen guten Winkel hinlegt und ich höre meistens von Kniehöhe ein „Robin, was machst du?“ – Ich fotografiere die Landschaft! - „Warum?“ :dry:

Vanessa auf Stone (Stone ist das Pferd…)


Zurück auf der Campsite packt Sebastian das Pflichtbewusstsein und er setzt schon mal die Beilagen auf. Ich bereite den Grill schon mal vor und dann geht es mit Mara noch mal auf die Dünen, wir wollen unseren ersten und einzigen Kalahari-Sundowner nicht verpassen.




Vanessa ist auch wieder glücklich zurück von ihrer Privat-Pferdesafari, als wir ins Camp trudeln. Das Licht ist fast weg und wir holen alles an Lampen was sich finden lässt, bauen den Tisch auf, es wird gegrillt und wir sitzen noch lange im Mondschein (es ist Vollmond, aber Vanessa und Sebastian sind ganz erstaunt, dass der Mond eine volle Stunde später erst auftaucht als gestern??! – Auflösung folgt)



Der morgige Tag wird geplant, wir haben eine lange Tour bis ins Sesriem-Gebiet vor uns und wollen früh los. Irgendwann geht es dann ins Dachzelt.

Die erste Nacht…
… bringt eigentlich gleich zwei AHAs mit sich. Eines zeigt sich mitten in der Nacht. Mara zieht es Richtung Ablutions, der Mond scheint hell, die Grillen zirpen romantisch. Wie friedlich. Sie schlendert rüber, Licht an/Licht aus und dann zurück durch… Stockfinstere Nacht, unheimliches Grillenzirpen kommt aus allen Richtungen. Es ist beängstigend und sie rennt schnell zurück zum Camper.

MERKE: Man verliert alle Nachtsicht wenn man einmal normales Licht anhatte.
Und dann kann selbst Bagatelle Nachts unheimlich werden.
:evil:

Morgens werden wir wach und bibbern im Zelt. Es sind gefühlt 5° Grad über Nacht geworden. Abends haben wir das ganze Zelt ringsum aufgemacht um in alle Richtungen gucken zu können, der Wind pfeift uns die ganze Nacht um die Ohren und das führt uns abschließend zum:

... achja, von Anfängern für Anfänger. Verhindern lässt sich das leicht. Man macht nur die Seite oder 2 Seiten auf die nicht im Wind liegen. Dann sammelt sich die Wärme besser im Zelt oder man schließt alles komplett, weil man sowieso schläft. ;)


CAMPSITE Bagatelle
Es hat uns hier gut gefallen. Die Ablutions waren groß und sauber. Strom auf der Campsite und alles sehr gepflegt. Abends kommen die Ranger vorbei und schauen einmal ob es an nichts fehlt. Die Gegend ist toll, ein schöner Startpunkt in den Urlaub. Man kann hier gut 2 Tage ankommen. Wir waren zu spät dafür, aber man kann alles an der Lodge mit benutzen, hat also einen Pool zum relaxen, schöne Terrasse mit Bar etc.
Tag 02 by Blende18.2, auf Flickr


Gruß,
Robin
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Tag 3 - 08.10.: Zum Nachtisch, Landschaft!

Hallo liebe Mitfahrer,

alle einsteigen, heute wird das Gaspedal durchgedrückt. Es steht eine lange Etappe an mit über 300km. Da wir allesamt nicht viel Erfahrung auf Gravel haben und die Entfernungen nicht gut einschätzen können, hatten wir schon geplant früh loszufahren, um auf jeden Fall genug Zeit zu haben.


Der Wecker geht also früh um 6 Uhr morgens und Mara notiert eine neue Erkenntnis auf der Merkeliste. Der Pullover gehört ans/ins Zelt und nicht ins „Badehaus“. Der Morgen ist nämlich bitterkalt und Mara sucht frierend nach etwas langärmligen. Sie wirddann erst beim Toilettengang fündig, da gehört der Pulli übrigens nicht hin. Generell war die Kalahari auf der Reise auch am kältesten.

Es gibt ein schnelles Frühstück, alles wird gepackt und die Besucher unserer Campsite kurz begrüßt, bzw. verabschieden wir uns. Sehr schade, es war eine sehr kurze Stippvisite für uns, die Glücks konnten Bagatelle länger genießen und haben es nicht bereut. Egal, es sind jetzt 2 Übernachtungen als nächstes geplant, das wird etwas entspannter.



Nach dem auschecken geht es auf die Straße, eine richtige Straße. Da gewöhnen wir uns nicht dran, passt irgendwie nicht zu unserer Vorstellung „Safari in Namibia“. Und zumindest für uns macht das alles etwas langweiliger, eintöniger.


Mariental nutzen wir noch mal zum Tanken und Reifendruck-Kontrolle. Der nette Tankwart hört sich unser Problem an, inspiziert unseren mechanischen Reifendruck-Prüfer… dann wird getestet. Er macht Luft rein, ich schaue was mein Gerät anzeigt. Er lässt was ab, wieder Kontrolle. Er versichert uns, dass unser Gerät besser geeicht ist, bzw. überhaupt geeicht ist und wir einigen uns drauf, dass unsere Anzeige ab jetzt unser Maß der Dinge sein wird. B)

Es ist Sonntag und die Passanten (vor allem die Frauen) haben sich schick gemacht, farbenfrohe Kleider und sehen einfach toll aus. Leider trauen wir uns nie so recht Menschen zu fotografieren.

Es geht unspektakulär weiter bis wir nach ca. 150km links abbiegen müssen. Eine echte Herausforderung. Es kommt ein LKW und!!!... wir müssen ihn durchlassen bevor wir abbiegen können. Spannend was? – NICHT. Das war leider das Highlight der ersten Teilstrecke, da es unser 2. Gegenverkehr des Tages bislang war.

Zum Glück wird es jetzt schnell besser, wir erreichen den Tsaris-Hoogte Pass und ab hier wird die Strecke spannender, es gibt tolle Aussichten und oben auf dem Pass wird es Zeit für einen ersten Stop um sich mal die Beine zu vertreten. Es ist staubig und steinig, dennoch finden sich auch hier ein paar Tiere.


Eine Agame ist mir klar, aber die genaue Bestimmung nicht. Evtl. Erdagame?

Diese hier scheint ihre Farbe etwas dem Untergrund anzupassen. Können die das oder Zufall?


Wir bleiben etwas an diesem schönen Ort, suchen nach Echsen zwischen den Steinen und schauen in die Weite. „Robin was machst du?“ – Ich fotografiere die Landschaft. „Warum?“ – Na weil das einfach toll hier aussieht. „Warum?“ >>> es ist offensichtlich Zeit weiter zu fahren. :laugh:

Und das lohnt sich ja auch. Es geht wieder runter vom Pass, auch auf dem weiteren Weg gibt es viel zu gucken, irgendwann steht ein „Rollendes Hotel“ am Straßenrand. Maras Omma (Ruhrgebiet halt, sorry) hat uns vor der Reise erzählt wie sie früher mit Oppa in so einem Reisebus die Welt erobert hat. Immer wieder witzige Geschichten, die uns aber nicht unbedingt zu so einer Reise animieren können. ;)

Es dauert auch nicht lange und der nächste Fotostopp muss eingelegt werden. Es gibt Landschaft, unsere ersten Oryx (wenn auch weit weg) und dazu die typische Männer-Fototruppe.






Man beachte die „Bereifung“








Langsam müssen wir mal etwas Strecke machen, wir kennen die Straßen nicht und sind uns zwischendurch auch nicht ganz sicher ob wir noch richtig sind. Fotos werden dann also während der Fahrt gemacht und kaum, dass wir uns am Ziel wähnen wird eine Ziegensperre errichtet. Damit hätten wir jetzt nicht gerechnet, aber man begegnet sich die kommenden Tage häufiger.



Nach dem letzten, erzwungenen Stopp geht es weiter auf der D854, nur 20km Strecke, aber es rüttelt uns zum ersten Mal so richtig durch und das obwohl wir doch das Tagebuch weiterschreiben wollten.

Zum Glück fällt mir eine Diskussion ein, die ich hier mal im Forum gelesen habe. Thema: „Geschwindigkeit auf Wellblech.“ Ich erinnere mich, dass man gar nicht zuuuu langsam unterwegs sein darf, damit man nicht in jedes Wellental eintaucht. OK, Theorie haben wir, es folgt der Praxistest. Mara schreibt bei verschiedenen Geschwindigkeiten den gleichen Satz und dieses Marktforschungsergebnis ist eindeutig. 20km/h ist schlimm, 40-50km/h wird schon besser und ab 60km/h ist es deutlich ruhiger.
MERKE: 60 ist so die Geschwindigkeit ab der man wieder schreiben kann, auch auf Wellblech.

Eine weitere Erkenntnis, als ich vorhin ins Tagebuch geschaut habe um das abzufotografieren, die Idee des „Tip des Tages“ hatten wir wohl schon am dritten Tag. :ohmy:



Fortsetzung folgt heute noch, aber bevor es zu spät wird... erstmal Part 1.

Gruß,
Robin
Letzte Änderung: 16 Feb 2018 23:35 von Blende18.2.
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Fortsetzung TAG 3: Hauchabfontein

Endlich erreichen wir Hauchabfontein. Man kommt zuerst am Campingplatz vorbei und fährt gut einen Kilometer weiter bis man am Farmgelände ankommt. Dort erwartete uns schon Kiewit, der die Farm mit seiner Frau vor 1,5 Jahren als Pächter übernommen hat. Er erklärt uns das Gelände, wir unterhalten uns über die natürlichen Pools, die ganzjährig Wasser führen und vom Tsauchab gespeist werden. Er empfiehlt uns ein Bad. Müffelt es etwa, wir haben doch morgens geduscht. :blush:

Die Farm ist schön gelegen, in einer atemberaubenden Landschaft. Überall findet man liebevolle Details. Schon per Mail hatten wir nach einem Besuch des privaten Köcherbaum-Waldes gefragt. Es soll die größte Ansammlung in Namibia mit über 2.000 Bäumen sein, aber Kiewits Frau hat sich den Arm gebrochen und er ist die nächsten 2 Tage bei ihr im Krankenhaus. SCHADE!... wieso schade. Für Kiewit kein Problem. „Ihr kommt hier morgen nach eurem Besuch im Sossusvlei kurz vorbei und holt euch den Schlüssel ab.“ B)

Er erklärt uns kurz wie wir dahin kommen und uns zurechtfinden. Ein paar Benimmregeln und zahlen können wir hinterher in Bar bei seinen „Boys“ wenn wir den Schlüssel zurückbringen. Das ist ja sogar noch besser.
(wenn ihr da mal vorbeikommt immer nachfragen, ist toll da, aber das ist ja erst Tag 5, also später mehr dazu)







Wir laden noch ein paar riesige Bündel Feuerholz in die Autos und dann auf zur Campsite. Wir sind die einzigen angekündigten Gäste heute und bekommen eine große Campsite inmitten und unter mehreren Bäumen. Die Campsites liegen alle mehr oder minder entlang der Pools, auch wenn man ein Stückchen rüberläuft. Stelle ich mir, wenn es mal Mücken hat, als geschickt vor, da man für die Biester vermutlich wieder etwas zu weit weg ist.

Die Autos rangieren wir direkt unter die Bäume und nah an die Feuerstelle und Grillplatz, wie Kiewit es uns geraten hat. Gar nicht so einfach die Wagen so zu stellen, dass auch noch die Zelte Platz finden, da die Bäume teils tief runterhängen. Ein klein wenig Anmach-Holz haben wir wohl produziert. :pinch:

Direkt vorne an der Campsite hat es noch 2 Stellplätze, man könnte hier problemlos mit 4-5 Autos übernachten und jeder hätte noch reichlich Platz. Der Grillplatz hat fließend Wasser, eine eigene Feuerstelle ist vorhanden, es zwitschert um uns herum und die Ablutions liegen ein Stück abseits und jeweils 3 oder vielleicht auch 5 Campsites teilen sich diese. (es hat 9 Sites) Alles ist sauber, aber Stirnlampe ist angesagt abends, nur der Hinweg wird durch ein paar Sturmlichter Abends erhellt.







Zeit sich die Pools genauer anzuschauen, der König freut sich wie Bolle auf’s Planschen. Auf dem Weg geht es wie im Bilderbuch an der Landschaft vorbei. Leider haben die Pools sehr wenig Wasser in diesem Jahr. Entweder kommt man nicht ans Wasser ran oder hat keinen ordentlichen Ein-/Ausstieg oder es lauert der Bewuchs nur 10cm unter der Wasseroberfläche. Für Erwachsene wäre das evtl. noch gegangen, aber nicht für 4,5 Jahre. Also verzichten wir alle, so gemein sind wir ja nicht. :evil:

Zum Glück findet sich noch eine schöne Stelle die ausreicht zumindest die Füße ins Wasser baumeln zu lassen und hier lassen wir es uns eine Zeit lang gut gehen und genießen zwei weitere Besonderheiten Namibias: „Ruhe & Stille“

Auf dem Rückweg sehen wir Pavianspuren im Sand. Kiewit hat uns schon vorgewarnt. Kein Essen oder Kleinigkeiten im Camp stehen lassen. Stühle und Tisch wenn wir weg sind ist ok und GANZ WICHTIG – Paviane lieben Frauenduschgel und Shampoos. Die immer gut wegräumen. Stellen wir uns ganz witzig vor, einshampoonierte Paviane die sich in den Pools tummeln. :silly:






Zurück an der Campsite gibt es wie gewohnt viel zu tun. Familie Glück kümmert sich um die Kinder und suchen in ihrem Prüllberg im Camper Spielsachen, Mückenschutz und was weiß ich. Leider, leider, leider haben wir kein Foto davon. In ihrem Wagen von Savannah hat es ein Schubladen-System. Damit ist die untere Hälfte der Ladefläche blockiert. Oben auf liegt also eine wahllose Sammlung aus Taschen, Klamotten und allem möglichen. Ein Wunder wie die sich zurechtfinden, aber Eltern haben wohl eine besondere Gabe dem Chaos die Stirn zu bieten. :)

Die Schatten werden schon wieder länger wie man auf dem Rückweg-Foto gesehen hat, es muss noch gekocht werden, Tische und Stühle werden platziert, die Solar-Tischlampen schon mal rausgeholt und und... und ich hab mich heimlich aus dem Staub gemacht. :whistle: - Mich zieht es zu dieser grandiosen Landschaft und komme was wolle, hier wird heute versucht die Milchstrasse zu fotografieren, auch wenn der Mond gestern noch viel zu hell war, vielleicht geht ja was. Also suche ich mir schon mal ein paar geeignete Motive aus und lichte diese auch in schönstem Sundowner-Licht ab.






Als ich zurückkomme steht Mara schon in der „Küche“. Höchste Zeit für mich den Grill zu starten.

Grillen ist mein Hoheitsgebiet. Sebastian ist für Beilagen zuständig. Vanessa organisiert meist etwas Gesundes, Mara hat sowieso irgendwie immer was zu tun (auch wenn ich mich nicht erinnere was sie da in der Pfanne hatte s.u.) und dann müssen wir ja noch den Alkohol für den Abend zusteuern. Also Bierchen für den harten Job am Grill und Wein für die Gemütlichkeit.

Da wir bislang noch keine gesehen haben, gibt es heute zumindest mal Giraffe auf den Teller. (nachdem ich bei der „Kleine Windhoek Schlachterei“ gesagt habe, sie sollen uns 2 Spezialitäten nach eigener Wahl dazulegen, konnten wir ja keinen Rückzieher mehr machen) Schmeckt, aber auch nach nichts besonderem, gut aber kein AHA. Glück gehabt, können wir von unserer Einkaufsliste 2018 streichen!

Uns geht’s also mal wieder so schlecht, dass wir den Abend gemütlich ausklingen lassen und reichlich Feuerholz verpulvern. Die Flammen müssen für den Nachtisch der Kinder geschürt werden: gegrillte Marshmallows. Für uns ist das süße Zeug ja nichts… SO LECKER dieser Süßkram. *mhhh* :cheer:




Es kehrt langsam Stille ein, die Kinder sind im Bett und eine weitere Regelmäßigkeit zeichnet sich ab. Wenn beide Elternteile mit je einem Kind in den Zelten verschwinden um noch Gute Nacht Geschichten zu lesen und die Kleinen in den Schlaf zu wiegen liegt die Ausfallquote bei ganz exakt 50%.

Wenigstens ist es heute Vanessa die den Kampf gegen das Träumeland verliert und so können Sebastian und ich uns der Herausforderung Milchstraße stellen. Ich krame im Gedächtnis ganz grob die Einstellungen hervor die man so ca. benötigt. Sebastian macht es ebenso und wir besprechen, was wohl das Optimum wäre.

Wir gehen ein Stück vom Feuer weg und es ist STOCKFINSTER! Wo zum Teufel ist denn dieser Mond hin???

Er lässt sich nicht blicken, aber zum Glück habe ich die Gegend ja schon vorher erkundet und so finden wir unser Motiv, die Kameras werden ausgerichtet und diverse Belichtungen des Motivs mit dem schönen, weichen Licht der superhellen LED Stirnlampen ausprobiert. (vielleicht nicht ganz optimal für die Ausleuchtung)

Dennoch darf ich, nicht ohne Stolz, meinen tatsächlich allererster Versuch die Milchstraße zu fotografieren zeigen. :)


Last but not least, darf natürlich nicht fehlen, die Erkenntnis, die uns bis zum Ende des Urlaubs am meisten geholfen und unsere langen Fahretappen wesentlich angenehmer gestaltet hat!


Morgen (also Reisezeitrechnung) geht es ins Sossusvlei, worauf wir uns schon riesig freuen.

Gruß,
Robin
Letzte Änderung: 16 Feb 2018 23:54 von Blende18.2.
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