THEMA: Drei Wochen Namibias Süden und KTP
12 Dez 2017 20:11 #501398
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27.09.2017

Ich liege auf meinem Bett unseres Zelts auf Kanaan und höre unglaublich tolle Rockmusik – Marc hat mir heute auf der Fahrt eine neue Band vorgespielt, die er entdeckt hat, und ich bin von zwei Songs besonders begeistert. Somit habe ich mir seine sündhaft teuren Kopfhörer geschnappt und höre nach einigen Tagen das erste Mal wieder Musik. Nebenbei lässt sich ganz hervorragend der Reisebericht des heutigen Tages schreiben.

Heute ist unser dritter Hochzeitstag, darum wird heute getrödelt und wir sind erst gegen acht Uhr beim Frühstück – gerade noch rechtzeitig, um uns von Antonia und Ovi (das Pärchen aus Erlangen) zu verabschieden, die bereits aufbrechen wollen. Wir stellen fest, dass wir den gleichen Rückflug haben, wir werden uns also spätestens in eineinhalb Wochen am Flughafen in Windhoek wiedersehen.

Nachdem wir gemütlich gefrühstückt und unsere offene Rechnung beglichen haben, packen wir die Koffer und sind um kurz nach neun wieder unterwegs. Erst geht es zum Nest Hotel, wo ein netter Tourguide meine Laufschuhe an der Rezeption abgegeben hat – nochmal Glück gehabt ;) Marcs Taschenmesser dagegen finden wir nicht mehr – keine Ahnung, wo er das verloren hat. Danach geht es nochmal in die Stadt, Geld abheben und Wasser kaufen. Anschließend machen wir uns auf den Weg in die Tirasberge, nicht ohne einige Fotostopps auf der Strecke. In Aus halten wir, um das Auto vollzutanken und dann übernehme ich das Steuer.



Bereits eine Stunde später sind wir auf der D707, die nicht zu Unrecht als schönste Strecke Namibias bezeichnet wird. Irgendwo zwischen Namtib und Koiimasis wird die Pad dann aber extrem schlecht – entweder ist es ziemlich tiefsandig oder wir haben übelstes Wellblech.





Schnell kommen wir auf jeden Fall nicht mehr voran, aber so habe ich das auch mal mitgemacht. Ich hoffe, Antonia und Ovi, denen wir die Strecke noch wärmstens empfohlen haben, hatten nicht allzu viele Schwierigkeiten, durchzukommen :blush: :S

Irgendwann erreichen wir die Farmeinfahrt zu Kanaan und kommen nach wenigen Kilometern zur Rezeption, wo wir sehr nett von Kai empfangen werden.





Er erklärt uns, wo wir hinfahren müssen (immer den Berg hoch) und welche Aktivitäten wir buchen können. Marc hatte mir zum Geburtstag ja das Photographer’s Special geschenkt, also ein Rundum-Paket mit Morgen-Drive, Sundownerfahrt, Stargazing und Cheetah-Photography, am nächsten Morgen sollte es losgehen. Die Details wollte Kai mit uns nach dem Dinner besprechen.

Wir fahren also hoch zur Parking Area und werden dort von einer wenig motiviert wirkenden Dame mit zwei Savannas begrüßt – an sich eine echt nette Geste, aber wir wollten das jetzt nicht unbedingt auf dem Parkplatz trinken, und unser Zelt war so ziemlich am anderen Ende der Anlage. Der Weg dorthin ist auch stellenweise steil und steinig, ich war froh, dass ich mein Begrüßungsgetränk heil dorthin gebracht habe. Das Zelt ist ganz nett eingerichtet, der Blick von der Terrasse traumhaft. Die Dame teilt uns noch mit, dass um 19:00 Uhr Essenszeit wäre, und schon ist sie wieder weg.





Wir richten uns kurz ein und wollen dann runter Richtung Pool und Rezeption (wegen WIFI). Der Abstieg hat es in sich und wir freuen uns jetzt schon auf den Rückweg – es ist nämlich auch nicht unwesentlich heiß :silly: Gleich beim ersten Blick in den Pool stellen wir fest, das wird heute nichts – da ist nämlich kein Wasser drin. Laut Kai ist der Pool noch nicht fertig (?!?) und soll erst in ca. 2 Wochen in Betrieb gehen. An der Rezeption schicken wir ein paar Nachrichten in die Heimat, aber wirklich toll ist die Verbindung auch nicht. Also zurück über den Berg zu unserem Zelt – mit Badetüchern legen wir uns auf die Terrasse und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen.











Später holt Marc uns einen Sundowner in Form eines Gin Tonic aus unserem Vorrat, dann wird eine Runde gekniffelt, geduscht und der Sonnenuntergang bewundert, der sich mit spektakulären Farbspielen in dieser tollen Landschaft präsentiert.





Kurz vor sieben laufen wir hoch zum Restaurant – die gering motivierte Dame ist auch wieder da, machen tut sie aber eigentlich nichts, außer den netten jungen Kellner regelmäßig anzupflaumen, der uns bedient. Wir bestellen einen leckeren Rosé und genießen das Essen: Rote-Beete-Suppe zur Vorspeise, Chicken Curry zum Hauptgang und irgendwas mit zu viel Schokolade und Karamell zum Dessert. Alles in allem war das Essen echt gut, aber wenn man bedenkt, dass das die bei weitem teuerste Unterkunft unserer Reise ist, hätten wir beide wohl etwas mehr erwartet, auch was den Service und das „Persönliche“ betrifft.





Nach dem Essen kommt tatsächlich Kai noch vorbei und überbringt mir die Nachricht, dass ich um 05:30 Uhr :woohoo: zum Morning-Drive abgeholt werde. Marc beschließt entsprechend, lieber im Bett zu bleiben… :evil: Ich bin gespannt und hoffe, das frühe Aufstehen lohnt sich. Wir trinken noch gemütlich unseren Wein zu Ende und werden dann mit einer Thermoskanne mit heißem Wasser und einer Taschenlampe zum Zelt zurückgeschickt, wo ich mich aufgrund der frühen Aufsteh-Zeit auch bald ins Land der Träume verabschieden werde.
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14 Dez 2017 18:57 #501612
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28.09.2017

Es ist halb elf Uhr vormittags, und für die frühe Uhrzeit habe ich heute schon Einiges erlebt, aber dazu gleich mehr. Erstmal möchte ich ein kleines Vorab-Fazit des Naankuse Desert Retreat machen:

An und für sich hat das hier echt Potenzial. Die Umgebung und Landschaft sind der absolute Hammer und definitiv das Hauptargument, hierher zu kommen. Die Chalets sind nett eingerichtet, mit einem modernen Touch, der uns gut gefällt. Auch der Morning Scenic Drive mit Kai heute war wirklich toll, da kann man sich nicht beschweren. Aber: Wenn man bedenkt, dass das die mit Abstand teuerste Unterkunft unserer Reise war, hätte ich persönlich einfach ein bisschen mehr erwartet. Aus unerfindlichen Gründen hat man uns das letzte Zelt in der Reihe zugeteilt, obwohl die anderen weiter vorne durchaus frei gewesen wären. Die Wege sind teilweise steil und uneben, das war kein Spaß mit dem 20-Kilo-Koffer. Die junge Dame im Restaurant hatte uns zwar angeboten, mit dem Gepäck zu helfen, aber ganz ehrlich – welcher Mann lässt denn eine Frau so schwere Gepäckstücke schleppen? Gäste, die nach uns ankamen (und in einem der beiden vorderen Zelt untergebracht waren), hatten dann Hilfe von zwei Gepäckträgern, keine Ahnung, wo die sich bei uns versteckt hatten.
Das Essen abends war auch ganz okay, aber für das Geld hätte ich mir zum Hauptgang etwas mehr als ein Chicken Curry erwartet. Und es fehlte einfach an der persönlichen Note, an Kleinigkeiten, die einem erst auffallen, wenn man sie nicht hat: eine Minibar bzw. ein Kühlschrank im Zimmer, Liegen auf der Terrasse (wir haben uns dann mit unseren Handtüchern auf den Boden der Veranda unseres Chalets gelegt), Infos über Wanderwege oder was man sonst noch so machen kann hier. Nichtsdestotrotz genießen wir unseren Aufenthalt hier sehr, was aber wirklich hauptsächlich an der Landschaft und der Betreuung durch Kai liegt. Am Rest könnte hier definitiv noch etwas gearbeitet werden.


Heute Morgen klingelte mein Wecker um 05:10 Uhr :S , denn bereits um halb sechs wurde ich zusammen mit zwei Österreichern und einem schwäbischen Pärchen zum Morning Scenic Drive abgeholt. Es war noch stockfinster und ich beneidete Marc schon ein wenig, der sich entschieden hatte, lieber noch ein wenig liegen zu bleiben. Zuerst fuhren wir eine Dreiviertelstunde im langsam heraufdämmernden Morgen quer übers Farmland, bis wir kurz vor Sonnenaufgang einen Platz auf einer Sanddüne erreichten, von der aus man einen herrlichen Ausblick hatte.





Kai legte Decken aus und verteilte Kaffee, Tee und Kekse. Andächtig saßen wir auf dem Dünenkamm und warteten, bis die Sonne sich am Horizont zeigte.







Dann war ich nicht mehr zu halten und die Kamera lief heiß – kein Wunder bei dieser wunderbaren Umgebung. Das einzige bzw. die einzige, die etwas störte, war die Österreicherin, die die kompletten Dünen rauf und runter lief und den ganzen Sand zertrampelte. Sie stellte außerdem ständig ganz tolle Fragen wie „Kai, was ist das für ein Käfer?“ – „Das ist ein Blatt“, oder scheuchte wahlweise ihren Mann Fritzi in der Gegend rum. Das Ganze natürlich in breitestem Wiener Dialekt. Passte irgendwie nicht so ganz zu der Idylle auf den Dünen, und ich musste mir das ein oder andere Mal eine scharfe Bemerkung verkneifen. Mag ja sein, dass ich morgens eher zu denen gehöre, die vor dem ersten Kaffee nicht so gesprächig sind, aber man kann es auch echt übertreiben :blink: :whistle:

























Egal – nachdem wir ausgiebig Zeit hatten, die Umgebung zu erkunden, ging es weiter zu den Dead Trees, wo sich auch noch ein paar sehr schöne Bilder knipsen ließen. Kai hielt auch so immer mal wieder an, wenn sich auf dem Weg ein schönes Motiv bot – ein Oryx im Morgenlicht, eine tolle Aussicht oder Schakale, die über die Ebene liefen.













Das fand ich sehr angenehm, dass er da auch ein Auge für hatte – bei den meisten Guides muss man aktiv bitten anzuhalten, und das will man den Mitfahrern ja auch nicht alle fünf Minuten zumuten. Gegen viertel nach acht waren wir wieder an der Lodge und es ging direkt zum Frühstück, wo Marc mich schon ausgeschlafen und munter erwartete.



Das Frühstück ließ keine Wünsche offen – es gab den wohl besten Kaffee auf unserer bisherigen Reise, man konnte frisch zubereitete Eier bestellen und warme Schokomuffins standen bereit. Im Anschluss wanderten wir nochmal zur Rezeption runter, um ein paar Nachrichten zu verschicken und etwas Musik aufs Handy zu laden, aber das WIFI wollte heute partout nicht funktionieren, und so kehrten wir unverrichteter Dinge wieder zu unserem Zelt zurück. Hier lässt es sich im Schatten ganz gut aushalten, ich befasse mich mit unserem Reisebericht und lese ein wenig, während Marc sein Sportprogramm absolviert.
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17 Dez 2017 10:03 #501849
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01.10.2017

Ja, ich komme tatsächlich erst drei Tage später wieder zum Reisebericht schreiben – wobei das auch irgendwo absehbar war. Gerade im Moment weht mir ein leichter Wind um die Nase und ich sitze vor unserem Zimmer in der Namib Desert Lodge, im Hintergrund läuft leise Musik und vor mir eine Oryxherde zum Wasserloch. Marc macht auf dem saftig grünen Rasen seine Yoga-Übungen :whistle: und ich habe endlich wieder Muße zum Reisebericht schreiben, bevor es zusammen mit geschätzt 150 Busreisenden zum Abendessen geht – ich sage nur „Die Schlacht am Buffet“ :evil:

Tatsächlich haben wir am Donnerstag den ganzen Tag nicht viel mehr gemacht als Kniffel gespielt und uns auf der Terrasse unseres Chalets gesonnt, mittags einen leichten Lunch in Form eines Salats mit gebratenen Rinderfilet-Streifen zu uns genommen und dann um 17:00 Uhr pünktlich auf Kai gewartet, der uns zu einer abendlichen Rundfahrt auf dem Farmgelände abgeholt hat. Begleitet wurden wir lediglich noch von zwei Männern, offensichtlich Zwillinge und beide taubstumm, weshalb außer „hello“ und „bye“ keine wirkliche Unterhaltung zustande kam.

Kai brachte uns zu verschiedenen landschaftlich schönen Spots auf dem Farmgelände. Los ging es mit einem Hügel, auf dem einige Köcherbäume wuchsen und von wo aus man einen schönen Ausblick auf ein kleines Tal weiter unten hatte.













Marc, der mich quasi als „Assistent“ begleitete, selbst aber kein Interesse am Fotografieren hat, ließ sich derweil von Kai einige interessante Infos über die Farm, ihren Kauf vor zwei Jahren und den Bau der Lodge erzählen. Kai und Marisa, seine Verlobte, managen die Lodge im Auftrag von Naankuse und sind seit der Bauphase selbst vor Ort.

Weiter ging die Fahrt zu einem schönen Webervogelnest und einem toll gewachsenen Kameldornbaum, bis wir am Ende das Highlight erreichten: Waltzing Mathilda bzw. die Toten Bäume, für die Kanaan u.a. bekannt ist. Passenderweise ging gerade die Sonne unter, und nachdem ich ein paar Bilder geschossen hatte, genossen wir die Umgebung bei einem kühlen Savanna, bevor es langsam zurück zur Lodge ging.



















Mit Kai vereinbarten wir, dass wir uns am nächsten Morgen wieder um 05:30 Uhr treffen würden, um Sterne bei Waltzing Mathilda zu fotografieren. Wir hatten bereits Halbmond, daher war ein Fotografieren am Abend eher ungünstig, aber gegen zwei Uhr morgens sollte der Mond dann untergehen und so wäre die Zeit am frühen Morgen für Bilder passender.

Das Abendessen war heute wesentlich besser als am Vorabend - die genaue Menüfolge habe ich leider nicht mehr im Kopf, als Hauptgang gab es aber Oryxfilet, und das war genau auf den Punkt gegrillt. Dazu wieder ein Fläschchen des leckeren Rosé, und dann fielen wir auch schon wieder in unsere Betten.

Um kurz nach fünf klingelte der Wecker, schnell angezogen und alles Wichtige eingepackt und schon waren wir mit Kai (heute dankeswerterweise im geschlossenen Fahrzeug) unterwegs zu Waltzing Mathilda. Leider hatte er sich in der Zeit etwas verkalkuliert, so dass uns nur wenige Minuten für ein paar Bilder blieben, bevor sich schon der erste helle Streifen der Morgendämmerung am Horizont zeigte.





Nach einem Kaffee in der Lodge ging es dann auch schon weiter ins Gepardengehege. Das ist auf Kanaan wirklich toll, wer das Photographer’s Special bucht, kann Kai bei der Fütterung der Geparden Hannabelle und KFC (Kanaan’s finest cheetah) begleiten. Die beiden können nicht mehr ausgewildert werden, da sie bereits zu lange hier leben und daher an die Gesellschaft von Menschen gewöhnt sind. Würde man sie freilassen, würden sie laut Kai die Nähe von Menschen suchen, was sie wahrscheinlich nicht lange überleben würden. Sie leben in einem relativ großen Gehege und werden zweimal täglich gefüttert. Und da Kai wirklich Ahnung vom Fotografieren hat und genau weiß, wann das Licht wo am besten ist, kommen innerhalb kürzester Zeit ein paar grandiose Bilder der beiden Gepardinnen zustande. Wir sind teilweise nur zehn Meter von den beiden entfernt, ein wirkliches Gänsehaut-Erlebnis.

























Vollkommen begeistert und zufrieden mit der Bilder-Ausbeute machen wir uns danach auf den Weg zum Frühstück, bevor wir unsere Koffer packen und uns auf den Weg gen Norden machen. Alles in allem ist das Naankuse Desert Retreat wirklich empfehlenswert – allerdings sollte man unbedingt einige Aktivitäten buchen, da es ansonsten recht wenig zu tun gibt (wobei wir am Ende erfahren haben, dass es wohl auch zwei Walking Trails gibt – schade, dass uns das niemand gesagt hat und es auch keine Infobroschüre oder ähnliches dazu gab).

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19 Dez 2017 00:05 #502042
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Tok Tokkie Trail - Teil 1

Die D707, so schön sie landschaftlich auch sein mag, ist aktuell in einem miserablen Zustand, und auch auf der C27 wurde es dann nicht wesentlich besser. So erreichten wir gut durchgerüttelt um halb zwei das Büro von Tok Tokkie Trails, wo wir von unserem Guide Richardo sehr nett begrüßt wurden und erfuhren, dass unsere Gruppe mit acht Personen vollständig besetzt war. Bei Kaffee und kalten Getränken konnten wir uns auf einer schattigen Veranda auch gleich beschnuppern, während wir auf zwei weitere Mädls warteten, die sich etwas verspäteten. Um halb drei waren wir dann vollständig: Marc und ich, Matthias und Paulina, die auf ihren Flitterwochen unterwegs waren, Andreas und Michael, die wir bereits aus der Alten Loge in Lüderitz kannten und zu guter Letzt Romana und Charleth, die für eine Swakopmunder Reiseagentur den Tok Tokkie Trail testen durften.

Richardo erklärte uns zunächst unsere Wanderroute, den genauen Programmablauf und was wir alles in unser Tagesgepäck packen sollten, dann ging es auch schon los. Zunächst bekamen wir eine Führung durch NADEET, ein Umweltschutzprogramm, das Schulklassen und andere interessierte Gruppen in Sachen Umgang mit Wasser, Müll, Energie und der Biodiversity schult. Greta, die einen dreimonatigen Auslandsaufenthalt hier verbringt, führte uns durch das Schulungszentrum und erklärte uns sehr anschaulich, welche Maßnahmen hier zum Schutz der natürlichen Ressourcen ergriffen werden. Fast der komplette Müll z.B. wird hier recycelt, denn alles andere muss ins mehrere Fahrtstunden entfernte Swakopmund gefahren werden. NADEET hat außerdem die Eimerdusche sowie die Kompost-Toiletten entwickelt, die uns auch in den Camps auf dem Trail noch begegnen sollten.





Dann ging es im offenen Geländewagen zum Startpunkt unserer Wanderung. Die nächsten eineinhalb Stunden ging es die Dünen hinauf und hinunter, immer wieder unterbrochen von kurzen Pausen, in denen uns Richardo interessante Infos zu Flora und Fauna der Namib gab. Wir lernten den Tok Tokkie Käfer kennen, der der Namensgeber unserer Wanderung ist, und kamen ganz nah an einem grasenden Oryx vorbei – zudem war die Landschaft einfach nur traumhaft.





























Wir stellten allerdings schnell fest, dass das Laufen im Sand ziemlich anstrengend ist, und so waren wir trotz der verhältnismäßig kurzen Strecke bereits gut durchgeschwitzt. Drei Kilometer später erreichten wir unser erstes Camp, und das war dann ein absolutes Highlight: Willie und Teresia erwarteten uns schon vor Ort, zusammen mit einer gut gefüllten Bar, einem toll eingedeckten Tisch, an dem wir später unser Dinner „with a view“ zu uns nehmen würden, und unseren „Zimmern“. Jedes Paar hatte zwei Feldbetten inkl. Nachttischchen, die mit warmen und gemütlichen Matratzen, Kissen und Decke ausgestattet waren, sowie ein mobiles Waschbecken und eine Kofferablage (auf der schon unser Gepäck bereitlag) zur Verfügung. Die Betten waren in ausreichendem Abstand zu den Nachbarn platziert, mit einem herrlichen Ausblick, so dass man am Morgen quasi im Bett den Sonnenaufgang genießen konnte.







Wer wollte, konnte noch eine Eimer-Dusche nehmen, was sich natürlich kaum einer entgehen lassen wollte. Willie füllte einen 10-Liter-Eimer mit warmem Wasser, und schon konnte man duschen, bis dieser leer war – interessanter Weise brauchte man aber selbst mit Haare waschen nicht mal den halben Eimer. Schon faszinierend, mit wie wenig Wasser man auskommen kann – vor allem, wenn man bedenkt, was zu Hause pro Minute so durch die Leitung rauscht :blush:



Den Sundowner gab es dann natürlich ebenfalls bei herrlicher Aussicht, und schon jetzt merkten wir, dass unsere Gruppe ganz hervorragend harmonierte. Mit Andreas und Michael lagen wir humormäßig gleich auf einer Wellenlänge, Paulina kannte sich als Tierärztin mit der Fauna sehr gut aus, und von den beiden Mädls erfuhren wir viel Interessantes über das Leben und Arbeiten in Namibia.







Als es dann dunkel wurde, wurde unterm Sternenhimmel das Dinner serviert. Dazu floss reichlich Wein, und Richardo erklärte uns mit seinem Laserpointer alle möglichen Sternbilder der südlichen Hemisphäre. Den Skorpion und das Kreuz des Südens kann mittlerweile sogar ich ohne fremde Hilfe erkennen :lol: Irgendwann war es dann aber an der Zeit, unsere Betten zu testen – und ich muss sagen, diese sind ausgesprochen gemütlich. Einmal eingemummelt, will man gar nicht mehr aufstehen, und mit einem sagenhaften Blick in den tollen Sternenhimmel sind wir dann eingeschlafen.
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Tok Tokkie Trail - Teil 2

Mitten in der Nacht musste ich dann leider raus, da die Blase drückte – und da ich eh schon mal wach war und der Mond bereits untergegangen, versuchte ich mich gleich noch im Fotografieren der Sterne, was aber leider nicht ganz so erfolgreich war, wie ich mir das vorgestellt habe. Hätte ich mir mal lieber im Hellen noch Gedanken um die Bildkomposition gemacht… :dry:



Also noch ein paar Stündchen schlafen, bis wir von Willie und Richardo mit Kaffee ans Bett und heißem Wasser in unseren Waschbecken geweckt wurden. Da liegt man also mitten in der Wüste, eingekuschelt in eine warme Decke mit einem Kaffee in der Hand und wartet darauf, dass am Horizont die Sonne aufgeht – hallo, ist das Luxus?











Irgendwann mussten wir aber natürlich raus, schnell waschen und anziehen und ab zum Frühstück. Teresia hatte sogar Porridge gekocht, es mangelte uns also an nichts.





Um kurz vor acht Uhr hatten alle ihre Wasserflaschen aufgefüllt, die Tagesrucksäcke geschultert und schon konnte es losgehen. Vor dem heutigen Tag hatten alle ein wenig Respekt – in insgesamt sieben Stunden sollten wir 12 Kilometer über Sanddünen und den Horseshoe Mountain zurücklegen.





















Als wir endlich die Sanddünen hinter uns gelassen und wieder festen Boden unter den Füßen hatten, herrschte allgemeine Hochstimmung – so läuft es sich doch gleich viel leichter. Auf dem Grat des Berges angekommen, machten wir eine kurze Pause, und wie sich herausstellte, hatte Richardo sogar Muffins und Tee bzw. Kaffee für uns in seinem Rucksack mitgeschleppt. Die Aussicht von dort oben war mal wieder hammermäßig, ein leichter Wind wehte die verschwitzten Shirts trocken und wir wussten, dass wir den höchsten Punkt der Wanderung geschafft hatten.









Danach ging es auf der anderen Seite den Bergrücken wieder hinunter und durch ein langgezogenes Tal bis zu unserem Lunchquartier. Richardo hielt auch jetzt immer wieder an, wenn er interessante Tiere oder Pflanzen entdeckte, und damit der hintere Teil der Gruppe aufschließen konnte. Mittlerweile wurde es ziemlich heiß, und da wir uns zwischen zwei Berghängen befanden, wehte auch kaum mehr Wind. So freuten sich alle sehr, als wir die Oase erreichten, wo für alle Liegestühle im Schatten bereitstanden und Sandwiches und kalte Getränke warteten. Die Mittagspause verbrachten wir mit Lesen, Schlafen und Kartenspielen – Charleth brachte uns ein lustiges Spiel bei, bei dem der Gewinner immer der King bzw. die Queen war und der Verlierer das Asshole :laugh:





Nach ein paar äußerst kurzweiligen Stunden machten wir uns auf, die restliche Strecke für heute zu bewältigen. Und zur hellen Freude aller gab es auch wieder einige Dünen zu besteigen, bis wir endlich das heutige Camp erreichten.











Auch hier war wieder an nichts gespart worden: Die Aussicht über die roten Dünen war wunderbar, der Gin Tonic kaltgestellt und literweise heißes Wasser wartete darauf, von uns verduscht zu werden. Und was soll ich sagen, eine Dusche hatten wir auch alle dringend nötig :whistle: Zum Sonnenuntergang suchten wir uns ein hübsches Plätzchen auf einer Düne, und im Anschluss kochte Teresia wieder ein köstliches Menü für uns (kalte Tomatensuppe, Oryxgulasch mit Gemüsebeilagen und Pancakes mit Karamell- und Minzsauce).









Besonders erwähnenswert war der Kürbis mit Zimt, in den ich mich hätte reinlegen können. Für Paulina und Matthias stand zur Feier der Flitterwochen Sekt bereit, den sie gerne mit uns teilten, und Michael gab ein wunderbares Gesangsstück zum Besten (er ist von Beruf Opernsänger). Das war mal Gänsehautfeeling pur… Nach ein paar weiteren Gläsern Wein und vielen lustigen und unterhaltsamen Gesprächen freuten wir uns schon auf eine weitere Nacht in unseren gemütlichen Betten.
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22 Dez 2017 16:40 #502466
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Tok Tokkie Trail - Teil 3

Heute Morgen dann das gleiche Spielchen, es gab Kaffee ans Bett, dazu einen wunderschönen Sonnenaufgang und im Anschluss ein leckeres Frühstück.















Jetzt noch schnell ein Gruppenfoto mit dem ganzen Team, bevor wir uns auf zu den letzten Kilometern machten (natürlich war auch die heutige Strecke geprägt vom Auf und Ab auf den Dünen).











Um kurz nach zehn Uhr erreichten wir dann eigentlich viel zu schnell das Tok Tokkie Trail Farmhaus, wo Teresia bereits mit einem leckeren, noch warmen Kuchen auf uns wartete. Denn nun war es leider auch schon Zeit für den Abschied – wir hatten wirklich eine tolle Zeit, haben supernette Menschen kennengelernt und es hätte nicht perfekter sein können. Am Ende haben wir noch die E-Mailadressen ausgetauscht und hoffen, dass sich der Kontakt mit dem ein oder anderen aufrechterhalten lässt.

Als Fazit muss man sagen, das der Tok Tokkie Trail wirklich ein tolles Erlebnis war. Die Wanderung an sich war nicht übermäßig anspruchsvoll, aber bedingt durch die Hitze und den Sand hatten wir am Ende des Tages durchaus das Gefühl, etwas getan zu haben. Die beiden Camps waren absolut klasse – in toller Landschaft gelegen bieten sie trotz der Einfachheit jeglichen Luxus, den man sich wünschen kann. Auch unser Organisationsteam mit unserem Guide Richardo, Köchin Teresia und „Mädchen für alles“ Willie war wirklich top, und wer gerne draußen in der Natur ist und etwas wirklich Einmaliges erleben möchte, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Nun waren wir also wieder auf Pad, und es ging zur nächsten Station, der Namib Desert Lodge.



Was soll ich sagen: Einen größeren Kulturschock hätten wir wohl kaum haben können :blink: Nach drei Tagen einsam in der Wüste waren wir hier im Eldorado der Reisebusse und Gruppenreisen angekommen. Das soll jetzt keinesfalls abwertend klingen, denn die Lodge an sich hat uns ganz gut gefallen – der Unterschied zum gerade Erlebten hätte nur nicht größer sein können.

Auch hier wurden wir total freundlich von Andreas begrüßt, der uns kurz herumgeführt und mit allem Wissenswerten vertraut gemacht hat, bevor wir unser Zimmer Nr. 1 bezogen und uns dann gleich mal auf den Weg Richtung Pool gemacht haben.





Dort verbrachten wir einen entspannten Nachmittag in der Sonne mit gelegentlichen Erfrischungsbädern, zwei Savannas (kann man das Zeug eigentlich auch in Deutschland einigermaßen günstig kaufen? :dry: ), lesen und dem persönlichen Update aus der Heimat dank WIFI.







Später genossen wir eine ausgiebige warme Dusche und machten uns um halb sieben auf den Weg zum Abendessen. Unsere Taktik war, möglichst vor den ganzen Busreisen am Buffet zu sein, und sie ist wirklich gut aufgegangen. Das Essen war sehr lecker, dazu gab es eine Flasche südafrikanischen Weißwein und ein wenig unterhaltsames Beobachten der umsitzenden Reisenden.







Wer sich übrigens fragt, warum wir ausgerechnet in der Namib Desert Lodge abgestiegen sind: Ich wollte gerne eine Nacht im Dune Star Camp verbringen, und das kann man nur reservieren, wenn man zusätzlich eine Nacht in der Lodge gebucht hat. Morgen werden wir sehen, ob es sich gelohnt hat – aber jetzt werde ich erstmal den Reisebericht für heute beenden und zu meinem Gatten unter die Bettdecke schlüpfen, der sich schon vor einiger Zeit zur Ruhe gebettet hat.
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