THEMA: "Unter Eulen und anderen Käuzen-- die O S T 2017"
08 Jan 2018 22:03 #504356
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Sonntag, 20. August; auf Umwegen von Third Bridge nach South Gate

In der Nacht wache ich auf, weil Löwen brüllen. Das geht durch Mark und Bein, und die Löwen kommen immer näher. Ich traue mich nicht, das Moskitonetz zu öffnen. Und ob man überhaupt etwas gesehen hätte in der mondlosen Nacht?

Am Morgen stehen die frischen Prankenabdrücke im Sand vor unserer Site. Mindestens drei Löwen waren hier durchmarschiert, vielleicht fünfzehn Meter entfernt.

Wenn ich mich recht entsinne, haben wir noch in der Dämmerung unser Lager abgebrochen und sind gleich in südlicher Richtung los gefahren, vielleicht lassen sich die Löwen ja finden.

Wir fahren ein bisschen hin und her, Löwen sehen wir aber keine.


Den Sonnenaufgang erleben wir schon am Südzipfel des Sees unterhalb von Third Bridge.

Die Muckels beschliessen, den Loop um Mboma Island zu fahren. Den habe ich als äusserst tierarm, dafür ziemlich zugewachsen in Erinnerung, dennoch fahren wir hinterher, denn eine Alternative will mir nicht einfallen, und für den direkten Weg nach South Gate ist es noch zu früh am Tag.




Wenn halt sonst Nichts zu entdecken ist, müssen ein paar Stimmungsbilder herhalten.


Strausse hatten wir schon länger nicht mehr.... :whistle:


Eine Familie Baumhörnchen drückt sich an die Rinde, um sich in der Sonne zu wärmen.


Zwergspinte geh´n immer, auch sie müssen erst noch Sonne tanken.

Das war es dann auch schon mit der Ausbeute vom Loop. So fahren wir weiter Richtung Tagesziel. Katzen finden wir weiterhin keine, aber es gibt nun wenigstens wieder Vögel und "normale" Vierbeiner.


Junggnus.


Der Löffler dezimiert etwas die Fischbrut.


Der Klunkerkranich ist solo unterwegs. Das ist sehr ungewöhnlich, denn Kraniche gehen eine Lebensehe ein und sind immer als Paar unterwegs.


Da staunt selbst der Lechwe-Bock.


Zebras sind zahlreich hier.


Im Bereich der Xini-Lagoon fahren wir einen weiteren, ausschweifenden Loop und entdecken ein Rotichneumon auf einem Termitenhügel.


Wohl mal wieder so eine Cisticola, aber welche?


Long-toed Lapwing.


Coppery-tailed Coucal, oder Angola-Mönchskuckuck.


Diese Hühnersuppe war leider etwas weit weg, aber neben Silberreiher, Löffler, Heiligen Ibissen und einem Braunen Sichler waren hier eine ganze Gruppe Glockenreiher auf der Jagd.


Goliath Heron.

Dann fahren wir durch bis South Gate und checken für den Campingplatz ein. Wir haben die etwas separat liegende Nr. 1. Hier frühstücken wir erstmal in aller Ruhe, unter anderem müssen heute unsere letzten Eier dran glauben. Während wir noch am Essen sind, inspizieren schon die ersten Hörnchen und die unvermeidlichen Tokos die Pfannen.
Wir duschen, hängen etwas im Schatten ab und tragen mal wieder die Listen nach.
Für den Abenddrive haben wir die Gegend um die Black Pools im Visier.

Davon handelt dann der nächste Teil.

Bis dahin,
Matthias
Letzte Änderung: 08 Jan 2018 23:23 von fotomatte.
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09 Jan 2018 20:37 #504517
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weiter der 20. August; "einmal Black Pools retour , bitte!"

Da wir wissen, dass sich die Strecke bis zu den Black Pools ganz schön zieht, fahren wir bald wieder los.
Wir kommen wohl auch ganz gut durch, denn Bilder habe ich nur wenige gemacht.


Ein neuerlicher Brown-crowned Tchagra.


Den Adler haben wir schon auf dem Rastplatz gesehen, wo wir uns etwas die Beine vertreten. Er sitzt hechelnd im Baum und dreht lediglich gelangweilt den Kopf.


Das Steinböckchen befindet sich schon in der Black Pools Region.


Wir sind noch beim Steinböckchen, da kommt vom Muckelpanzer der Funkspruch: "Wir haben hier einen Greif, den kennen wir nicht." Also schliessen wir schnell auf, und mir ist sofort klar, diesen Falken habe ich noch nie in natura gesehen, den Dickinson´s Kestrel kenne ich nur aus Büchern. Da freu ich mich nun sehr darüber.


Im Gegenlicht liegt eine ganze Bande Hippos träge am Ufer und geniesst die Putzarbeit der Madenhacker.


Mal wieder Hühnchen gefällig? Swainson´s Spurfowl.


Und natürlich ein Helmeted Guineafowl.


Ein weiterer Fish Eagle sitzt sehr prominent im schönsten Abendlicht auf einem dekorativen Dürrständer.


Die Zebras haben die Lektion "platzsparendes Parken" sehr gut gelernt.

Es ist so friedlich hier, überall wuselt es nur so mit zwei- und vierbeinigen Gesellen, aber die Uhr rückt unweigerlich vor. So reissen wir uns los und kommen völlig unverhofft an diesem kleinen See vorbei. Hier haben sich ganze Heerscharen eingefunden, um gemeinsam die Nacht zu verbringen. Eine unglaubliche Artenvielfalt hockt hier in Eintracht beieinander.




Störche, Ibisse, Löffler, beide Arten Pelikane, dazwischen wuseln einige Limikolen, ein paar Enten hat´s natürlich auch.
Völlig fasziniert beobachten wir einige Minuten das Gewusel, bevor wir uns der Not gehorchend aufmachen Richtung Gate.
Aber so schnell kommen wir dann doch nicht weiter.


Schon bald bremst uns eine kopfstarke Herde Elefanten aus.


Gefolgt von -Zuckerschock- einer Baby-Giraffe. Die ist so herzallerliebst. Nach einer Weile gewahren wir, dass da natürlich auch grosse Giraffen in der Nähe sind.


Auch sie stehen im schönsten abendlichen Streiflicht, auch sie sind ein paar Fotos wert.


Nachdem wir den Kindergarten beobachtet haben, müssen wir tatsächlich Gas geben.
Zwar sehen wir weitere Elefanten, auch Büffel, aber halten können wir nun nicht mehr, sonst ist es Nacht, bis wir zurück im Camp sind.

Nachdem wir zu Abend gegessen haben, gehe ich duschen, und wie ich zurück komme, sehe ich die Mädels, bepackt mit den Töpfen und Pfannen auf dem Weg zum Ablutionblock. Bele funzelt einhändig in den Busch, und Ruth versucht irgendwas zu fotografieren. Leise schleiche ich mich an, um dann plötzlich ganz schnell zum Auto zu gelangen, die Kamera zu greifen und schnell drei Fotos zu schiessen, bevor die kleingefleckte Ginsterkatze wieder im Dunkel der Nacht verschwindet. Was für ein genialer Abschluss.




Nachdem wir das Geschirr erledigt haben, besuchen wir noch die Granatos, die auch mittlerweile hier gelandet sind.
Wir sitzen in grosser Runde ums Feuer und erzählen uns Räuberpistolen, bis gegen zehn Uhr von der Nachbarsite Ruhe eingefordert wird. Wir sitzen noch eine halbe Stunde, aber flüsternd macht die Konversation keine rechte Freude mehr, so gehen wir ins Bett.
Das war nun schon unser letzter Tag im Moremi, morgen beginnt bereits der lange Weg zurück in die Zivilisation. Schade, wir wären nun gerade richtig gut in Übung, eigentlich könnte es so noch weiter gehen.


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 09 Jan 2018 21:07 von fotomatte.
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13 Jan 2018 12:01 #505046
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Montag 21. August; Moremi ade, Namibia olee

Die Nacht war angenehm mild, und zwei Zwergohreulen haben im Duett gesungen. Das freut mich sehr, denn es war genau auf dieser Campsite, als ich den Gesang der kleinen Eule zum ersten Mal überhaupt, vor anderthalb Jahren, gehört habe.

Im Morgengrauen packen wir zusammen, denn wir wollen frühest möglich los, da wir einen langen Fahrtag vor uns haben. Wir wollen so weit wie möglich Richtung Windhoek fahren, möglichst bis jenseits der Grenze.

Zur Gate-Öffnung stehen wir parat und checken aus, dann verlassen wir das Moremi Wildlife Reserve. Die Muckels haben´s eilig und sind schon bald ausser Sichtweite, wir fahren etwas langsamer, da unser Auto noch immer "stöhnt", bei jedem Schlagloch meldet es sich, und Bele leidet stöhnend mit.



Kurz nach dem Gate steht rechts eine Tüpfelhyäne, sie tänzelt nach links, dann nach rechts, wir stehen ihr wohl im Weg. Irgendwann quert sie die Pad, nun läuft sie linkerhand auf und ab. Wir wissen nicht, was sie sucht, aber wir kommen so zu ein paar letzten Tierfotos, mit denen wir nicht mehr gerechnet haben. Mittlerweile geht die Sonne auf.





Die Strecke ist äusserst anstrengend zu Fahren, die Pad besteht eigentlich nur aus einer Verkettung von Schlaglöchern und zwingt zu beständigem Slalomfahren.
Wir sehen unsere letzten Giraffen, und als wir den Veterinärzaun passieren war es das wohl mit wilden Tieren. Nein, nicht ganz, denn noch einmal sehe ich zwischen Bäumen einen Elefanten. Ich wusste gar nicht, dass es auch welche südlich des Vet Fence gibt.

Bei Shorobe hat das Elend ein Ende, wir erreichen die Teerpad und pumpen erstmal wieder unsere Reifen auf. Nun geht es flotter bis nach Maun, wo wir erstmal eine Tanke ansteuern und den Autos ihr Frühstück gönnen, der letzte Tankstopp war ja in Katima. Da der Cruiser mal wieder etwas Extra-Zeit benötigt, bis seine Doppeltanks gefüllt sind, fahren wir schon vor zu Hillary´s Coffee Shop, denn nun sind wir dran mit Frühstück.
Hier machen wir eine ausgiebige Rast und futtern uns schön langsam durch die Karte, während wir etwas wehmütig unsere so schöne, abwechslungsreiche Tour Revue passieren lassen. Dann wird es Zeit, wir müssen wieder auf die Strasse zurück.
Mal wieder ist Kilometer-Fressen angesagt.

Muckels fahren voraus, und da ich einmal falsch abbiege, kommen wir noch in den Genuss einer Stadtrundfahrt, einmal Thamalakane von rechts und wieder von links, dann geht es endlich auf schnurgerader Strasse Richtung Westen. Es wird Frühling, denn hier blühen die ersten Schwarzdorne mit weissen Kätzchen, die ersten Kameldorne dagegen haben sich ganz in gelb gehüllt und verströmen einen betörend süssen Duft.

Unterwegs treffen wir die Reisemäuse Doro, Peter und Marvin, die uns entgegen kommen und ihre Reise noch vor sich haben. Wir fragen, ob wir nicht tauschen wollen. Einige Lebensmittel, die wir zu viel haben sowie ein Warndreieck wechseln das Auto, und nach ein paar Abschiedsfotos trennen sich unsere Wege.

Wir fressen weiter Kilometer, passieren Ghanzi, eine Radarkontrolle, einige Passagen mit fiesen Schlaglöchern, die man relativ spät sieht, da wir nun gegen die Sonne fahren sowie den Kuke Vet Fence. Ein letztes Mal stellen wir uns auf die unappetittliche "Desinfektionsmatte", fahren durch das Reifenbad, und weiter geht es auf schnurgerader Strecke. Selten einmal erregt ein Vogel die Aufmerksamkeit, dafür stehen immer wieder Esel oder Bokkies auf der Strasse.

Endlich erreichen wir die Grenzstation bei Buitepos. Ziemlich flott bringen wir die Ausreise aus Botswana sowie die Einreise nach Namibia hinter uns, denn es gibt nur wenig Verkehr.
Nun haben wir es nicht mehr arg weit bis zu unserem anvisierten Ziel, dem Campingplatz der Kalahari Bush Breaks Lodge. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, zum einen die "Luxury Sites", die haben Stromanschluss, sowie die "Ecco Sites" ohne einen solchen. Ich interpretiere Ecco mit Eco, natürlich nehmen wir die ökologische Variante. B)
Das erweist sich als Glücksgriff, denn während sich die "Luxus-Plätze" deutlich näher an der B 6 befinden und auch schon ein paar Autos da stehen, liegt unser Platz mehr zwischen Sträuchern abgeschirmt-- und wir sind völlig alleine.
Letztmalig bauen wir unsere Behausungen auf, dann feuern Uwe und ich den vorbereiteten Donkey an. Nachdem Tisch und Stühle platziert sind, fotografieren meine Mitreisenden einen Kalahari-Heckensänger, der hier wohl auf dem Platz wohnt.
Nach einer Dusche folgt unsere Henkersmahlzeit, wenn ich mich recht erinnere, waren es Nudeln mit einer aus Resten zusammen gestoppelten Sauce.

Nun könnten wir eigentlich in aller Ruhe den letzten Abend geniessen, aber weit gefehlt. Ruth und Uwe müssen noch den aktuellen Titel für den Bericht tanzen. Das heisst, Uwe fotografiert, und Ruth muss mit einer Taschenlampe einen Titel in die Nacht schreiben, natürlich in Spiegelschrift. Erst jetzt beim Bericht schreiben fällt mir ein, dass man vielleicht den Titel richtig schreiben und anschliessend das Foto einfach drehen könnte?
Ruth tanzt sich in einen wahren Rausch, und dann reift die Idee, dass wir anderen das auch probieren könnten. Diese intellektuelle Hirnleistung bin ich nicht imstande abzuliefern, aber Bele schreibt tapfer ihren Namen.
Irgendwie ist die Stimmung danach, jedenfalls werden die Ansprüche an die zu erstellenden Lightpainting-Bilder immer anspruchsvoller.
Dann entsteht die Idee, dass wir alle Vier gleichzeitig etwas malen. Da der Platz nicht für längere Texte ausreicht, soll jeder ein Tier zeichnen. Die Ergebnisse sind in drei Fällen so, dass auf jeden Fall ein Tier zu erkennen ist. Nur Bele´s Kunstwerk ist erklärungsbedürftig, und als sie uns mitteilt, dass ihr Painting selbstverständlich einen "Löwen von hinten" zeigt, können wir uns nicht mehr halten. Lauthals lachen wir los, wie gut, dass wir hier alleine sind. Für andere Gruppen wären wir sicherlich nicht zu ertragen.
Wenn wir uns wieder gefangen haben, reicht ein kleiner Anstupser "Löwe von...", und wieder schüttelt es uns vor Lachen. So geht der letzte Abend recht kurzweilig und amüsant zu Ende.
Nachdem das Feuer runter gebrannt ist, und der letzte Drink getrunken, kriechen meine Mitreisenden in ihre jeweiligen Camper.
Ich bin zu aufgedreht, ich kann jetzt nicht schlafen.
Also probiere ich ein letztes Mal ein paar Nachtaufnahmen. Das wirkt wunderbar entschleunigend, und danach kann ich auch ins Zelt kriechen.




Den letzten Tag mit der Rückfahrt nach Windhoek werde ich erst in gut vier Wochen hier einstellen können, ich muss jetzt erst mal packen. Ich bin dann mal weg. B)

Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 13 Jan 2018 18:37 von fotomatte.
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22 Feb 2018 15:09 #511242
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Dienstag, 22. August; der Kreis schliesst sich.

Zum letzten Mal anlässlich dieser Reise stehen wir mit dem Hellwerden auf und frühstücken gemütlich in der Sonne, bevor wir dann anfangen, das Gepäck zu sortieren und einzupacken. Schade, es hat sich eine so angenehme Routine eingestellt, und man wusste endlich, wo alles untergebracht war, und das soll nun einfach so zu Ende sein?

Bevor wir zurück auf die B 6 rumpeln, gibt es noch eine kleine Birdingeinlage, denn eine Strichelracke sitzt sehr dekorativ in einer blühenden Akazie.


Purple Roller

Auf der schnurgeraden Strasse fahren wir Richtung Westen. Den Bypass um Gobabis ignorieren wir und fahren einmal durch das kleine, quirlige Städtchen, dann geht es weiter durch die Omaheke.
Gegen Mittag erreichen wir wieder die Hauptstadt, und während die Muckels zu ihrer Unterkunft fahren, steuern wir direkt Savanna an, um das Auto zurück zu geben.
Das zieht sich etwas hin, denn der noch recht junge Mitarbeiter, der das Protokoll aufnehmen soll, ist restlos überfordert, wie er mit unserer gebrochenen Blattfeder umgehen soll. Wir warten also, bis ein versierterer Kollege sich der Sache annimmt, er macht einfach einen Haken im Protokoll, und gut iss. Wie jetzt? Das war´s? Jepp, wir können in die Stadt gehen, ist alles erledigt. Eine so dermassen unkomplizierte Rückgabe habe ich nicht erwartet.

Nachdem wir unsere Taschen ein- und umgepackt haben, deponieren wir diese und gehen dann mit kleinem Gepäck die kurze Strecke zum Café des Craft Centres und bestellen uns einen Cappuchino. Bele hat sich mit einem Freund verabredet, der nun auch dazu kommt, und während wir uns angeregt unterhalten, turnen über uns ein paar Mausvögel im Geäst rum.




White-backed Mousebird

So komme ich sogar noch zu ein paar letzten Vogelbildern.

Ruth und Uwe kommen auch noch eingetrudelt. Wir bestellen uns etwas zu Essen, unsere Henkersmahlzeit gewissermassen, und dann stromern wir noch lustlos durch die ganzen Läden, aber irgendwie ist die Luft raus, so richtig Spaß macht das keinen. Bele wird unleidig und will zurück, ich habe nichts dagegen einzuwenden, und so folgt der emotionalste Moment der Tour, der Abschied von unseren lieben Reisegefährten Ruth und Uwe. Nicht ganz ohne Tränchen geht das ab, dann laufen wir das kurze Stück zurück zu Savanna, wo wir unsere Sachen in den bereitstehenden Shuttle packen, und dann sind wir auch schon unterwegs Richtung Flughafen.

Der Rest ist schnell erzählt, wir checken ein, und dann ist wieder langes Warten angesagt, bis wir endlich borden können.
Im Flieger stossen Bele und ich auf die gelungene Reise an, und nach dem Essen dämmere ich sogar eine Zeit lang weg.
Irgendwann mitten in der Nacht geht das Licht wieder an, dabei fliegen wir noch über dem Mittelmeer rum. Das Frühstück lasse ich nahezu unberührt, um diese Uhrzeit kann ich noch nichts essen.

Bleibt nur noch die Heimreise mit der Bahn. Die hat dieses Mal ein ganz besonderes Schmankerl für mich vorbereitet. Im Zuge von Tunnelarbeiten für die Neubaustrecke im Rheintal ist die Strecke über der Baustelle abgesackt und nun gesperrt. So dürfen alle Fahrgäste in Rastatt aussteigen, in einem Bus Platz nehmen, und mit zwei Stunden Verspätung geht es dann in Baden-Baden endlich wieder weiter.


So, das war nun das letzte Kapitel meines Reiseberichts. Dass meine Jubiläumstour ein voller Erfolg war, brauche ich nicht nochmals besonders hervorheben, ich denke, das konnte man herauslesen. B) Ich habe viele für mich neue Ecken, besonders das Kaokoveld, kennen gelernt, ein paar grandiose Sichtungen, auch Erstsichtungen, gehabt, und auch meine anfänglichen Befürchtungen wegen der Reisezeit und entsprechend kalter Nächte haben sich gänzlich in Wohlgefallen aufgelöst. Das Einzige, was ich etwas schade fand, war, dass wir einfach zu wenig Zeit gehabt haben an der ein oder anderen Stelle. Fünf Tage mehr, und die Tour wäre absolut perfekt. Aber das haben wir im Vorfeld schon gewusst.

Nun, was bleibt? Es war für uns alle Vier ja ein Versuch, denn ob wir wirklich über drei Wochen, mehr oder weniger aneinander gekettet, nicht nur miteinander auskommen, sondern auch harmonieren würden, konnten wir nicht voraus sehen, allenfalls hoffen.
Ich für mich muss sagen, das war mit Abstand die beste und schönste Erfahrung, dass wir uns so wunderbar verstanden und ergänzt haben, das macht diese Reise für mich zu einer ganz besonderen. Diesen Nimbus wird sie auch nicht verlieren.
Und gerade, weil wir uns so super toll ergänzt haben, schreit diese Erfahrung nach einer Wiederholung.
Auf ein Neues in 2019. :) :) :) :) ( nach Protest ergänzt ) ;)


Nun bleibt mir nur noch, mich bei euch, den treuen Lesern, Klickern und besonders den vielen Kommentatoren zu bedanken, denn mich freut es schon sehr und hilft mir auch über so manche Strecke, wo´s mal wieder etwas zäh vorwärts geht, wenn ich sehe, dass der Bericht ankommt. :kiss:


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 26 Feb 2018 14:53 von fotomatte.
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01 Mär 2018 13:48 #512433
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Hallo,

ich wollte ja noch ein paar Bemerkungen zu den Camps und dem Camper loswerden:

Teufelsbach Farm : Das River Camp liegt etwa vier Km hinterm Farmhaus direkt am Rivier. Der Stellplatz, der Platz für vier, fünf Autos hätte, wird immer nur an eine Gruppe vergeben. Es gibt einen Donkey und saubere Ablutions, am Braaiplatz hat es Holz. Bei Ostwind hört man nachts die B 1, normalerweise hört man nur Vögel.

Hoada Camp : Ist ja schon länger kein Geheimtipp mehr und wird auch immer weiter ausgebaut. Mittlerweile acht Stellplätze, die aber alle so in die Felsen eingepasst sind, dass man von den Nachbarn nichts mitbekommt. Sehr schön in die Felsen drapierte Ablutions und Feldküche.

Khowarib Community Camp : das Camp direkt am Anfang der Schlucht ist jetzt nichts besonderes, man hat einen ordentlichen, gefegten Stellplatz mit Braai. Die Ablutions mit Discobeleuchtung würden eine Überarbeitung gut vertragen. Trotzdem war dieser Platz mehr als nur eine Notlösung. Da er am Anfang der Schlucht liegt, hat man abends etwas länger Licht als weiter hinten in der Schlucht.

Giribes Plains : Kein offizieller Stellplatz ohne jegliche Infrastruktur, manchem wäre die Lage wohl zu "öffentlich". Für Camper, die alles dabei haben, ein Traum. Bitte haltet den Platz so sauber!

Puros Community Camp : grosser Platz, weitläufig direkt im Rivier unter grossen Bäumen mit möglichem Elefantenbesuch. Jeder Stellplatz mit eigenen Ablutions.

Oberer Hoarusib : natürlich kein offizieller Platz, ohne jede Infrastruktur. Gerade deshalb ein Träumchen.

Opuwo Country Lodge : der Campingplatz liegt an einem Hang, die einzelnen Stellplätze eher klein. Gemeinschaftsablutions. Das Buffettessen in der Lodge empfand ich als preislich zu teuer. Hatte in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Einbruchsdiebstahl.

Hakusembe River Lodge : nur drei grosszügige Stellplätze auf Sand resp. Gras, direkt am Ufer des Kavango mit eigenem Ablutiongebäude.

Drotzky´s Cabin : Das Camp an der Panhandle in Botswana hatte ich mir etwas "schöner" vorgestellt, aber es wird ja momentan wohl gerade renoviert. Die einzelnen Stellplätze unter hohen Bäumen, meist ohne Aussicht. Gemeinschaftsablutions. Aber hierher fährt man nicht wegen dem Platz, sondern wegen der fantastischen Boatcruises, falls man ein Faible für Vögel hat. Nach Otto fragen als Guide!

Mahangu Lodge : liegt dem Mahango G.R. am Nächsten und hat sechs Stellplätze direkt am Wasser. Es gibt einen schönen Pool sowie einen Beobachtungsturm, die Lapa thront direkt überm Kavango. Viele Vögel direkt im Camp.

Nambwa : Auch nach dem Bau der Lodge finde ich dieses Camp immer noch extrem schön, auch wenn die Stellplätze nun enger beieinander liegen als vorher. Vier Plätze direkt am Wasser plus drei Plätze landeinwärts. Schöne Ablutions.
Ideale Lage, wenn man zum Horseshoe möchte, aber Allrad unabdingbar.

Caprivi Houseboat Lodge : hat nur drei Stellplätze, wovon Nr. 3 langfristig an ein Safariunternehmen vermietet wurde. Die Plätze haben keine direkte Sicht aufs Wasser, die gibt´s von der sehr schönen Lapa. Sicherer Platz, wenn man die Woods Owl und den Shalow´s Turaco sehen möchte ( evtl. bei Kurt oder Rachelle nachfragen ). Sehr schöne Boatcruise auf dem Zambesi. Trotzdem würde ich das nächste Mal, sollte das Jagdcamp belegt sein, das Camp der etwas weiter flussabwärts liegenden Namwi Island Lodge wählen.

Savuti : hier fällt mir eine objektive Bewertung wirklich schwer. Die Stellplätze haben tiefen, dunklen Sand. Es gibt jeweils einen Braaiplatz und einen elefantensicheren Wasserhahn sowie die Bot-üblichen Gemeinschaftsablutions. Wirklich störend sind die die ganze Nacht laufenden Generatoren, die man den Campern vor die Nase gesetzt hat, damit die Lodgegäste weniger davon hören. Völlig überteuert. Ich werde Savuti künftig meiden.

Magotho, Khwai Community : ein Platz ohne jede Infrastruktur. Einige Stellplätze direkt am Wasser, weitere zurück versetzt im Wald. Leider wird von Seiten der Community nichts/ zu wenig dafür getan, die Plätze sauber zu halten. Wenn jeder Camper das kleine Buscheinmaleins beherzigen würde, wäre dieser Hinweis nicht nötig. Ist er aber leider!
Hierher fährt man natürlich hauptsächlich wegen der Lage mit den entsprechenden Gamedrive-Möglichkeiten.

Xakanaxa, Moremi GR : Zehn Stellplätze, mir gefallen die Nr. 8 bis 10 am Besten ( Aussicht ), dafür haben die niedrigeren Nummern Schattenbäume. Elefanten- und Hyänenbesuch nachts gut möglich, tagsüber räuberische Paviane. Typische Gemeinschaftsablutions.

Third Bridge, Moremi GR : Die Nr. 1 bis 3 liegen rechts aussen nahe am Wasser, die anderen Sites liegen mehr bushy.
Typische Gemeinschaftsablutions. Nachts gerne Tierbesuch, alles von Hippo über Katzen bis zu Elis.

South Gate, Moremi GR : ein sehr grosser Platz mit mehreren Gemeinschaftsablutions. Trotzdem, ich habe hier noch nie mehr als fünf Gruppen angetroffen. Wenn man in die sehr schöne Gegend um die Black Pools will, kommt man an South Gate vernünftigerweise nicht herum.

Kalahari Bush Breaks : Grössere Lodge an der B 6 in Grenznähe mit Stellplätzen mit und ohne Strom. Für eine Nacht auf dem Transit sehr angenehm, die in der Nähe befindliche Zelda Guest Farm wäre für mich wegen fragwürdiger Tierhaltung keine Option.



Der gemietete HiLux von Savanna war für meine Begriffe perfekt ausgerüstet, für mich als Zeltcamper fast schon zu luxuriös. Kleinere Mängel wie einen nicht funktionierenden Tempomat übersehe ich einfach. Trotz einem Schaden, der gebrochenen Blattfeder, und komischen Fahrgeräuschen auf unebenem Grund, hat uns das Auto nie im Stich gelassen, die guten Offroad-Reifen haben problemlos alles weggesteckt.
Die Rückgabe verlief völlig problemlos, die gebrochene Feder wurde uns nicht berechnet.
Hier miete ich sehr gerne wieder.


So, das war´s.

Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 07 Mär 2018 10:48 von fotomatte.
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