THEMA: "Unter Eulen und anderen Käuzen-- die O S T 2017"
17 Dez 2017 18:42 #501906
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Donnerstag, 17. August; vom Khwai River ins Herz des Deltas

Ich weiss gar nicht mehr, ob wir kurz gefrühstückt haben oder ob wir gleich das Camp abgebrochen haben, denn es ist wieder ein traumhaft schöner Tag, und den wollen wir natürlich auskosten. Die Muckels sind jedenfalls vor uns fertig und fahren schon mal los, sollte es etwas Spektakuläres geben, haben wir ja den Funk.
Bald rumpeln auch wir los, immer schön am Khwai entlang. Es ist so schön hier, und der Garten Eden liegt in den schönsten Morgenfarben vor uns.


Wir beobachten ein paar Hippos, die rumbubeln. Sie reissen ihre Mäuler auf und grunzen sich an.


Dann hat das linke Hippo gesiegt und frisst das unterlegene auf.... :blink: :silly:

Während wir ganz zufrieden hier stehen und den Hippos zuschauen, kommt Ruth´s Stimme aus dem Äther, wo wir denn bleiben, sie stehen hier auf der Pad, umzingelt von jagenden Wild Dogs.
Na gut, diesem Argument wollen wir uns nicht verschliessen, wir fahren nur ein kurzes Stück weiter, und da wuseln tatsächlich sieben, acht Hunde umher. Einige sind noch ganz nass, denn sie haben wohl gerade ein Impala gejagt, welches sich aber ins Wasser gerettet hat.


Etwas bedröppelt stehen sie da und schauen in die Leere.


Einige Hunde legen sich auf die Fahrspur in den Sand.






Die Zwei kuscheln sich aneinander und schlecken sich auch gegenseitig ab, es sind wirklich sehr soziale Tiere. Ich freue mich diesmal überschwänglich über die Hunde, anders als gestern. Zwar stehen mittlerweile auch so runde fünf, sechs Autos hier, aber hier ist offenes Gelände, die Tiere könnten jederzeit abhauen, sie sehen aber nicht gestresst aus. Da sich alles schräg links vor uns abspielt, öffne ich die Türe und stelle mich aufs Trittbrett, damit ich übers Dach fotografieren kann. Wir sind hier ja nicht in einem Nationalpark.
Rund zwanzig Minuten beobachten wir die Hunde, bis sie beschliessen weiter zu ziehen.
Auch für uns wird es Zeit, wir fahren weiter am Fluss entlang.


Ein Squacco Heron steht im besten Licht, das Gras macht leider das Spiegelbild zunichte.


Wir irren etwas umher, irgendwie geht es nicht weiter, wir landen auf einer HATAP-Site und der Koch sagt uns, wo wir abbiegen müssen. Wir könnten auch, ein paar Fahrspuren verraten es, hier durch den Fluss fahren, aber ohne Face trauen wir uns nicht, und wir nehmen lieber den Umweg.


Auf der anderen Seite liegen ein paar imposante Echsen am Ufer und wärmen sich auf.


Erneut kommen wir an einer Badegesellschaft vorbei.


Ein kleines Hippo probiert mit und an seiner Mutter schon mal aus, wie das so geht, mit Maulaufreissen und Hippofressen. ;)


Wir kommen wieder an dem See vorbei, wo sich immer noch der Pelikan im Fischfang übt.

Dann erreichen wir den Maintrack, nun geht es zügig bis zur Betonbrücke über diesen idyllischen Channel namens Sable Alley ( aller verbindlichsten Dank, liebe Bele ) dessen Name ich nicht weiss.. Dessen Name ich nun weiss. Hier müssen wir halten, beobachten, staunen, fotografieren.




Ein Rufous-bellied Heron fliegt vorbei und landet, leider ganz hinten, auf einem toten Baum. Das Bild mache ich eigentlich nur, daß ich nicht vergesse, diesen nicht gerade häufigen Reiher nachzutragen.


Es ist so schön hier, das Wasser gluckst leise unter der Brücke, immer wieder fliegen Vögel vorbei, ich könnte hier locker ein, zwei Stunden vertrödeln.

Ein Tourauto hält neben uns, und der Fahrer fragt, ob wir einen Kompressor an Bord haben. Wir pumpen ihm seine beiden pappen Hinterräder auf, dann fahren wir weiter Richtung Khwai Village.
Kurz vor dem Dorf muss man nochmals den Fluss queren. Hier stehen schon drei Autos, deren Fahrer sich nicht recht trauen ins Wasser zu fahren. Wir machen einen auf "dicke Hose" und ganz selbstbewusst fahren wir einfach rein ins Wasser und auf der anderen Seite die Böschung wieder hoch. Face hatte uns gestern genau die richtige Stelle zum Queren gezeigt, das zahlt sich heute aus.
Im Dorf Khwai kaufen wir vier Bunde Holz, jedes Auto muss zwei Bunde aufnehmen, dann rumpeln wir über die Brücke zum North Gate.



Hier folgt dann das übliche Prozedere mit dem obligaten Eintrag ins dicke Buch, dann sind wir also im Moremi Game Reserve. Wir nehmen nicht die direkte Route Richtung Xakanaxa, unserem nächsten Camp, sondern tingeln über die verschiedenen Loops entlang des Khwai, nunmehr südlich des Flusses.


Wir passieren Herden von Steppenzebras, Lechwes, Impalas, dem ganz normalen Plains Game halt.




Auch bei einem prächtigen Wasserbock stehen wir einige Zeit, dann rumpeln wir durch hohes Gras weiter nach Westen.

Ein Tourauto kommt uns entgegen, Bele meint, ich solle mal langsam machen ( schnell geht sowieso nicht, und wir müssen aufs Bankett hoch, sonst kommen wir nicht aneinander vorbei ), und dann verlangt sie hektisch einen Stopp. Sie kennt den Driver und den Begleiter. B) Bele kennt alle Driver im Moremi, so fühlt es sich zumindest an. Sie fallen sich in die Arme, Küsschen hier, Küsschen da, kleiner Plausch, die Gesichter der Kunden hinten im Auto sind interessant. :blink: Nach ein paar Fotos fahren wir weiter, und so recht habe ich nicht allzuviel Erinnerung an das folgende Stück, ich habe auch bis zum Camp kein einziges Foto gemacht, sondern ich habe nur geschaut, gestaunt, genossen.
Am Dombo Hippo Pool jedenfalls steigen wir auf den Turm und beobachten, was es so zu sehen gibt, ich erinnere mich an Hippos, Krokodile und diverse Enten, hauptsächlich White-faced Whistling Ducks.
Als die Gruppe, die den einzigen Tisch belegt hatte, abräumt, stellen wir schnell unser Frühstückszeug, oder besser, es ist ja Mittag, Lunchgerödel ab, denn es kommen weitere Gruppen, unter anderem die Dreiergruppe, denen wir gezeigt haben, wie man einen Fluss durchfährt. :P
Dann vespern wir genüsslich in aller Seelenruhe.
An den restlichen Weg bis zum Camp habe ich keine Erinnerung mehr, es kann also nichts Aufregendes passiert sein.

Den restlichen Tag gibt es demnächst hier,
stay tuned ;)
Matthias
Letzte Änderung: 18 Dez 2017 23:15 von fotomatte.
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19 Dez 2017 20:38 #502172
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weiter der 17. August; ein ganz entspannter Nachmittag

Doch, etwas Spannendes, Aufregendes ist im weiteren Verlauf der Fahrt nach Xakanaxa passiert : Bele hört mal wieder Geräusche. :ohmy: Geräusche vom Auto, die nicht da hin gehören. :S Und Vibrationen. :S :S Es beginnt das schon bekannte Spiel. "Du, hörsch des fei au? Des dud Schläg, was isch des?" Vor allem bei Lastwechseln vibriert da wirklich was, aber so lange sich das Vehikel bewegt, ist für mich alles okay. Trotzdem mache ich gute Miene zum Spiel, halte mal an und lege mich unters Auto. Natürlich finde ich nichts, was wackelt. Und wenn es wie vermutet aus dem Getriebe kommt, kann ich so oder so Nichts ändern.
Wir fahren weiter, und Bele quittiert in regelmässigen Abständen das akustische Eigenleben unseres Autoles mit stöhnendem Wehklagen.
Wir fahren auf den Dreier-Konvoi auf, die mal wieder vor einer ( kleinen ) Wasserdurchfahrt stehen und sich nicht trauen. Ich mogle mich vorbei und fahre einfach am Rand durch.
Die Pad ist ziemlich ausgefahren, man kann gut erahnen, wieviel Wasser es in der guten Regenzeit dieses Jahr gehabt haben muss. Die ganze Gegend hier war ja eine Zeit lang gesperrt.
So zieht sich die Fahrt bis zu unserem Camp. Dort angekommen bauen wir Tisch und Stühle auf, Ruth hängt sogar ihre Hängematte zwischen zwei Bäume, dann vespern wir in aller Ruhe.
Ein paar Vögel lassen sich hier auch finden.


Black-collared Barbet


Hartlaub´s Babbler

Nun wird es Zeit für den abendlichen Game-Drive, und wir wollen mal die Gegend um die Paradise Pools probieren. Via Landebahn fahren wir also ein Stück zurück und biegen dann zu den Pools, eigentlich mehr eine Lagune, ab. Wir stehen direkt vorm Wasser und bewundern die Landschaft mit den skurilen, abgesoffenen alten Bäumen, als ich plötzlich im Augenwinkel eine Bewegung im Gras ausmache. Sieht aus wie eine Löwenpranke. Der Blick durchs Fernglas verschafft Gewissheit, da liegt eine schlafende Löwin wenige Meter neben uns.


Links im Schatten liegt die Katze.


Grosse Aktionen sind hier nicht zu erwarten, Madame ist sehr müde.


Mal hebt sie den Kopf, aber ohne die Augen zu öffnen, mal kugelt sie von links nach rechts.
Erst nach einer Weile bemerken wir die Reste eines Lechwe-Bocks direkt hinter der Löwin.
Nachdem sich rund eine halbe Stunde lang groß nichts regt, lassen wir sie alleine und schauen mal, was es sonst noch so gibt hier in der Lagune.

Ein Seidenreiher watet durchs Wasser.




Landschaftlich gefällt es mir hier sehr gut, und überall stehen Lechwes herum und fressen Gras.


Wir finden einen ganzen Schoof Yellow-billed Ducks. Die sehe ich zum ersten Mal, leider ist hier die Sonne schon rum.


Der Kindergarten von puscheligen Lechwekälbern steht etwas erhöht und geniesst dagegen die letzten Sonnenstrahlen.

Wir fahren nochmals bei der Löwin vorbei, aber die hat sich keinen Zentimeter bewegt, und so fahren wir weiter an eine Stelle, wo wir unser Savanna trinken können, während wir der Sonne beim Sinken zuschauen.




Dann wird´s Zeit, und wir verlassen diesen idyllischen Platz.

Im Camp folgt die ganze schon so lieb gewonnene Routine mit Feuermachen, Essen zubereiten, Drinks mixen.
Nach dem Essen sitzen wir wieder am Feuer ab und geniessen die sehr ruhige Atmosphäre hier. Man hört keinen Generator, welche Wohltat.


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 19 Dez 2017 20:54 von fotomatte.
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23 Dez 2017 11:33 #502522
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Freitag, 18. August; Xakanaxa--sonst Nix


In der Nacht wache ich auf, weil ein dicker Elefantenbulle bei uns auf der Site steht und Blätter von den Bäumen reisst. Es knackt und kracht, und genüsslich geht der Dickhäuter von einem Baum zum Nächsten. Ich sitze im Zelteingang hinter dem Mossienetz und schaue ihm zu, wie er äusserst behutsam zwischen den Spannschnüren der Hängematte hindurch jongliert, ohne diese auch nur zu berühren. Er kommt immer näher, bis er letztlich direkt neben meinem Zelt steht, und kleine, rotbraune, kugelige Früchte vom Boden aufnimmt, die aus der Baumkrone über mir herab gefallen sind. Dabei benutzt er die Ober- und die Unterspitze des Rüssels wie zwei Finger. Es ist absolut faszinierend, wie der tonnenschwere Koloss solche feinmotorische Tätigkeiten mühelos ausführt, und wieder vermeidet er es , die Spannschnüre meines Zeltes auch nur zu touchieren. Übrigens recht eindrucksvoll, wenn man auf dem Boden liegt und über sich vier Meter Elefant hat.

Seit zweieinhalb Wochen sind wir unterwegs und fahren jeden Tag einige Stunden, das zehrt mittlerweile an meiner Kondition.
Ich habe über Nacht entschieden, heute Morgen mal nicht zu fahren und die Gegend hier, die mir von meinem letzten Aufenthalt vor anderthalb Jahren als überaus vogelreich in Erinnerung ist, zu Fuß zu erkunden. Das trifft nun Bele etwas unvorbereitet. Sorry, Bele, für meine Laune. :blush:
Heute morgen ist es schweinekalt, es bläst ein eisiger Wind vom Delta her. Dass ich eigentlich etwas unterbekleidet bin, geht mir aber erst im Laufe einiger Wartereien auf. Immer wieder muss ich meine Hände in den Hosentaschen aufwärmen. Aber vogelmässig lohnt sich der kleine Ausflug Richtung Lodgegelände absolut.
Zuerst erregen zwei Webervogelnester meine Aufmerksamkeit, die ich so noch nicht kenne. Also warte ich geraume Zeit, bis tatsächlich die Erbauer erscheinen.


Eine Erstsichtung, ein Männchen vom Red-headed Weaver. Leider gelingt mir nur dieses eine Belegbild, zu schnell ist er im Nest verschwunden.


Wenigstens schaut sein Weibchen mal kurz vorbei, dann sind die Beiden auf und davon.


Dem Meyer´s Parrot ist auch kalt, aufgeplustert hockt er in der Sonne.


Und auch der Hoopoe bevorzugt die sonnenbeschienenen Flecken am Boden, um unter dem Falllaub nach Larven zu suchen.


Dark-capped Bulbul






Mal wieder ein Black-collared Barbet.


Hoch oben in einem Wurstbaum filzt ein Marico Sunbird die Zweige.


Ebenfalls ganz oben sitzt ein African Stonechat und besingt sein Revier.


Wattled Starling im Schlichtkleid, also ohne "Wattle".


Auch die Schwalben setzen sich nach ihren Jagdflügen über dem Schilf immer wieder auf sonnenbeschienene Äste, um sich aufzuwärmen. Lesser Striped Swallow.


Mourning Collared Dove

Dann wird es Zeit und ich kehre zurück, um das Frühstück zu bereiten. Bele ist auch wieder da und liest, zwischenzeitlich war sie beim Bootsanleger und hat für morgen eine Boots-Cruise ins Delta ausgemacht.
Plötzlich taucht eine Pavianmutter mit untergeschnalltem Baby auf der mittlerweile verlassenen Site neben uns auf, und mit einem einzigen Griff kippt die Äffin den Mülleimer, der noch nicht geleert wurde, um und greift sich einen Müllbeutel, reisst ihn auf und macht sich über die Karottenschalen her. Ich stürme auf das Doppelpack zu, die Äffin weicht aus. Wir spielen Fangen um einen Baum, und die Affenmutter sitzt wieder im Mülleimer, sie ist halt schneller als ich. Ich hebe eine halbe Wurstbaumfrucht auf und knalle sie der Äffin mit einem gezielten Wurf auf den Ranzen, dass das Kleine erschrocken aufquiekt. Immerhin, die Lektion haben sie gelernt, sie verkrümeln sich laut bellend im Unterholz.
Wenig später erscheint der Platzwart, um die Feuerstellen zu säubern, und wir machen ihn auf die Sauerei auf dem Nachbarplatz aufmerksam. Warum er den Eimer nicht gleich morgens, zusammen mit unserem Eimer geleert hat?

Dann hängen wir auf unserer Site rum, pflegen die Listen nach, trinken kalte Getränke, denn mittlerweile ist es wieder sommerlich warm geworden, und jagen ein paar Vögel, die hier in den Bäumen sitzen.


Crested Barbet


Wohl ein Village Weaver Weibchen.


Wieder mal ein Halsbandbartvogel, der besonders an den anhaftenden Grillresten am Rost interessiert ist.


Vermutlich ein junger Golden-tailed Woodpecker


Striped Kingfisher


Hoch über uns kreisen sechsundsechzig Pelikane in einer Thermikblase.

Zwischenzeitlich ist ein ganzes Batallion Südafrikaner, natürlich mit Campinghängern ausgerüstet, auf die Nachbarsite gefahren, und wir spannen schnell eine Wäscheleine als Abgrenzung. Die Handtücher müssen dringend mal gelüftet werden.
Die SA- ler entpuppen sich später aber als ganz nett, sie interessieren sich besonders für unsere Bush-Camper.


Hier mache ich eine Pause bis nach Weihnachten,
ich wünsche euch allen frohe, geruhsame Feiertage.

Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 24 Dez 2017 11:14 von fotomatte.
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31 Dez 2017 12:54 #503143
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weiter der 18. August; abendlicher Game-Drive rund um Xakanaxa

Wir starten zu unserer üblichen Zeit, so gegen fünfzehn Uhr, halten aber gleich wieder bei den Jungs von der Boat-Cruise, um für morgen das Boot zu reservieren.
Dabei entstehen die ersten Fotos, denn ein männlicher Bennett´s Woodpecker sitzt recht dekorativ in geringer Höhe vor uns an einem Stamm und hackt etwas gelangweilt in der Borke rum.





Zunächst fahren wir wieder Richtung Paradise Pools, mal schaun, ob die Löwin sich noch in der Gegend aufhält.


Unterwegs findet sich ein weiterer Wiedehopf.


Bei den Pools hockt ein Geier in einem Baum, den ich noch nie gesehen habe. Auch wenn der für Bele jetzt weniger spektakulär ist, ich freue mich sehr. Hooded Vulture, oder Kappengeier.
Da der Geier sich meinen Annäherungen durch Abstreichen in Gelände, wohin ich nicht folgen kann, entzieht, schaun wir mal, was es sonst so an Geflügel gibt.


Wood Sandpiper, oder Bruchwasserläufer.


Ein Graufischer hat einen recht grossen Fisch erbeutet, und schlägt diesen nun wiederholt gegen das Holz, bis er mausetot ist und nun gefahrlos geschluckt werden kann. Leider sitzt er etwas weit entfernt.


Mittlerweile hat sich der Geier wieder näher getraut, also pirschen wir uns wieder an ihn ran, nun etwas näher und in schönem Licht.



Nachdem Bele etwas quengelt, hat der Geier das gehört und fliegt wieder auf einen toten Baum in der Lagune.
Wir schauen also, wer sich sonst noch so hier aufhält.
Wir finden eine ganze Sippschaft von Nimmersatt-Störchen, die mit der Pflege des eigenen oder des partnerlichen Gefieders beschäftigt sind.




Lustig finde ich, wie der Storch auf seinen Füssen hockt.


Yellow-billed Storks in love.



Er hier kommt mir vor wie Caruso unter der Dusche, ein freudiges "O sole mio" auf den Lippen, ääh Schnäbeln.


Wir kontrollieren den Riss, die Löwin ist aber nicht in der Nähe, dafür sitzt mittlerweile der Kappengeier an den Überresten der Lechwe. Er macht sich hintenrum durchs Gebüsch zu Fuss auf, wir müssen vorne herum fahren, und da sitzt der Geier für einen kurzen Moment am Boden frei auf dem kurzen Gras, dann fliegt er wieder in die Lagune.
Um ihn nicht weiter zu stören, beschliessen wir nun, doch mal die Gegend südwestlich von Xakanaxa zu probieren, obwohl dort noch immer einige Umleitungen und Matschdurchfahrten auf uns warten werden.




Den schön im flachen Abendlicht ansitzenden Zwergspint können wir natürlich nicht ignorieren.

Wir kommen, pünktlich für einen Sundowner, an einen grossen Pool. Hier planschen einige Hippos, und in einem riesigen Horst sitzt geduckt ein Seeadler.





Nun wird es Zeit, dass uns das Navi wieder nach Hause lotst, was auch mit ein paar kleineren wasserbedingten Umfahrungen problemlos gelingt.
Nach dem Abendessen besuchen wir noch die Granatos, die mittlerweile auch hier eingetroffen sind und die schöne, weil abseits liegende Site Nr. 10 bewohnen.
Diese Nacht kommt kein Elefant vorbei, dafür lässt mal wieder eine Zwergohreule ihr Lied hören, und am nächsten Morgen finden sich die frischen Abdrücke von mindestens drei Hyänen auf der Campsite.


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 08 Jan 2018 23:19 von fotomatte.
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03 Jan 2018 18:42 #503506
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Samstag, 19. August; Boat-Cruise ins Okavango-Delta

Da die gestern klar gemachte Cruise erst gegen 8.00 Uhr startet, habe ich noch Zeit, um es nochmals bei den rotköpfigen Webern zu probieren. Wieder ist es klar, sonnig, windig, und -- schweinekalt. Heute nehme ich sogar meine Fleece-Handschuhe mit, die Mütze sowieso.
Ich passiere Granatos auf der Nr. 10, aber hier schläft noch alles.
Die Vögel sind schon wach.


Red-faced Mousebird beim Frühstück.


Leider habe ich nur diese etwas unglückliche Perspektive, die motivlich besseren Bilder sind verwackelt. So eignet sich der Vogel doch perfekt für ein Rätsel, oder? Southern Grey-headed Sparrow, danke maddy.


Die Red-billed Queleas suchen ihr Futter auf dem Boden.


Ich seh den Rotschopf vorbei fliegen und stolpere schnell hinterher Richtung Hängenest, und tatsächlich legt der Herr des Hauses einen kurzen Zwischenhalt ein. Red-headed Weaver.


Baobab-Scherenschnitt


Mal wieder denkbar ungünstig, so schräg von unten, aber eine Erstsichtung: eine Southern Black Tit, oder Mohrenmeise.


Hurra, er kommt nochmal zurück. Männlicher Scharlachweber.


Sie scheinen es zu lieben, kopfunter in den Ästen zu hängen. Ein richtiger Abhänger.
Nach diesem Bild fliegt er auch wieder weiter, und ich gehe zurück zu unserer Site, damit ich noch einen schnellen, heissen Tee nehmen kann, bevor es weiter geht zur Bootsstation.

Pünktlich um acht Uhr starten wir mit unserem Guide Zero, zunächst geht es gemächlich und unspektakulär durch einen Channel in Richtung offenes Wasser im Delta. Nun sind wir gar nicht mehr traurig, dass die Tour relativ spät losgeht, denn hier auf dem Wasser ist es immer noch kalt.



Je weiter wir Richtung Westen fahren, umso mehr huschen wattige Wolken über den Himmel, komisch.


Bald verdichten sich die Wattebäusche zu einer dichten Decke aus vermutetem Hochnebel, jedenfalls wird es so nicht wärmer.
Vögel gibt es nicht all zu viele, aber landschaftlich gefällt es mir sehr gut.


Wir finden ein, zwei Malachite Kingfisher, einen Stonechat singend an einem Reedhalm, für den ich zu langsam bin sowie einen weiblichen Sattelstorch, obwohl Bele in ihrem Bericht behauptet hat, wir hätten auf der gesamten Tour keinen gesehen. Das schlechte Belegfoto erspare ich uns.


Einzelne Lechwes schielen erstaunt durchs Gras, wenn wir uns langsam nähern.


Dann finden wir ein Pärchen Pygmy Geese im schönsten Licht. Sie sind sehr scheu, aber Zero versucht uns immer wieder nahe dran zu bringen.


Und so gelingt mir ein Foto meiner persönlichen Top-Five-Best-of-Liste. Nun bin ich restlos zufrieden, auch wenn es sonst nicht mit einer Cruise etwa am Panhandle vergleichbar ist. Was jetzt noch kommt, ist Zugabe. B)


Längere Zeit verbringen wir bei einem Paar Lilytrotters, die überhaupt keine Scheu zeigen. Eigentlich sind wir zu nahe dran. :huh:


Der Kuckuck spielt Verstecken mit uns, vermutlich ist es ein Coppery-tailed Coucal.



Dann legen wir an einem etwas desolaten Behelssteg an und dürfen uns an Land die Füsse vertreten.


Ein ganzes Rudel Lechwes steht äsend in diesem fotogenen, strohgelben Gras und wundert sich über die komischen Zweibeiner.


Der Pascha steht etwas abseits und überblickt voller Anmut sein Reich.


Nach ein paar Gruppenbildle fahren wir wieder zurück, nunmehr mit Speed. Wärmer wird es dadurch nicht, und Ruth und ich sitzen auf der Seite, wo der Wind immer wieder die Gischt übers Boot treibt.
Nach gut zwei Stunden sind wir zurück, gut geschüttelt und gerührt, nein, durchgefroren.
Es tut gut, nun in der Sonne zurück zu gehen, jetzt ist erst mal ein gutes, ausgiebiges Frühstück angesagt.


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 04 Jan 2018 15:46 von fotomatte.
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06 Jan 2018 18:14 #503962
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weiter der 19. August; Transfer nach Third Bridge

Lange sitzen wir beim gemütlichen Frühstück in der Sonne und tauen langsam wieder auf.
Wir bekommen Besuch von Granatos, die bei den Ablutions ihr Geschirr abwaschen, später kommen die Südafrikaner und bewundern die Aufbauten unserer Camper.
Es ist schon gegen Mittag, bis wir zusammen gepackt haben und das schöne Camp Richtung Südwest verlassen.
Ein einzelner Elefantenbulle steht direkt neben der Pad, und es braucht einige Zeit, bis wir uns vorbei trauen, er geht aber ganz entspannt seiner grasfressenden Tätigkeit nach.


An einem "See" direkt neben der Durchgangsstrasse wimmelt es nur so mit allerlei Schwimm- und Watgeflügel, also halten wir und schauen mal, was so geht. Pelikane, aha. Aber Moment mal, die sehen irgendwie komisch aus. Es sind, trara, neue Art, Pink-backed Pelicans. ( Rötelpelikan ).


Ein junger Black-winged Stilt stochert sich durchs Flachwasser.


Endlich bekomme ich mal einen Glossy Ibis, oder Brauner Sichler, zu Gesicht.


"Hühnersuppe"




Kaum sind wir weiter gefahren, queren ein paar Elefantenkühe mit ihrem Nachwuchs die Pad. Einem noch kleinen Eli fehlt ein Teil des Rüssels und der komplette Schwanz. Interessant ist, wie er es trotz dem Verlust der Rüsselspitze fertig bringt, seine Nahrung soweit anzuheben, dass er sie zwischen Restrüssel und Vordersäulen hoch schieben kann, bis er sie letztlich mit dem Maul packen kann. Ein echter Überlebenskämpfer.


Wir sind schon im Bereich Forth Bridge, als wir diesen Black-crowned Tchagra entdecken.

Nun ist es nicht mehr weit, und wir rumpeln erst über die Knüppelbrücke Third Bridge, gefolgt von der Wasserdurchfahrt. Sie scheint mir diesmal deutlich tiefer zu sein als vor anderthalb Jahren.
Wir checken ein und erfahren, dass unsere Campsite Nr. 6 schon belegt ist, wir sollen die daneben liegende Nr. 7 nehmen. Lustlos fahren wir dort hin, gehen einmal über den wenig ansprechenden Platz und fahren zurück, um zu fragen, ob wir nicht eine Site näher am Wasser haben könnten. Nach einigem Hin und Her bekommen wir die Nr. 3 zugeteilt, und damit sind wir sehr zufrieden. Ein schöner Schattenbaum, ein grosszügiger Platz, relativ nahe am Ablutionblock. Im Sand stehen frische Abdrücke von Elefanten unterschiedlicher Grösse.
Per Funk erfahren wir, dass Muckels gleich über die Brücke fahren, und wir beschliessen, davon Fotos zu schiessen.
Also los.






Und schon tauchen sie mit frisch gewaschenem Wagen auf unserer Seite wieder auf.

Nun bauen wir Tische und Stühle auf und vespern im Schatten unseres Baumes. Aber es hält uns nicht lange am Platz, denn permanent hopsen Vögel in den Ästen über uns herum.


Ein Versuch auf eine Chin-spot Batis Dame, grrr.




Wiederum ein Tchagra??? Nach langer Suche im Robert´s doch noch gefunden: ein Jungvogel vom Black-backed Puffback, oder Schneeballwürger.

Dann wird es auch schon wieder Zeit für den abendlichen Game-Drive, wir fahren zunächst mal nach Süden, dort wurde morgens ein grosses Rudel Löwen gesehen.


Scaly-feathered Finch, oder Schnurrbärtchen.


White-browed Sparrow-weaver, oder Mahaliweber.


Crimson-breasted Shrike, oder Rotbauchwürger.


Red-crested Korhaan, oder Rotschopftrappe.


Zur Abwechslung mal wieder ein Flughuhn. Vermutlich ein Double-banded Sandgrouse.

Wir finden keine Anzeichen von den Löwen, und Bele und ich beschliessen, doch eine Tour ins Gebiet zwischen Third und Fourth Bridge zu unternehmen. Also fahren wir wieder zurück, durchs Gate, durchs Wasser und über die Brücke und biegen dann gleich links ab, denn die Gegend kenne ich noch nicht.
Es geht durch hohes Gras, teils steht Wasser in der Spur.
Wir kommen um eine Kurve und befinden uns mitten in einer Herde Elefanten. Vor uns, neben uns, hinter uns, überall Elis. Hier geht´s erstmal nicht weiter, also Motor aus.


Ganz schön nah. Von vorne...


... und von hinten.


Die Elis sind aber sehr entspannt, allenfalls etwas neugierig, sodass wir zwischenzeitlich mal die Fenster schliessen.


Sie fressen Gras, oder pudern sich mit dunklem Sand.

Als sie weiter gezogen sind, pirschen wir uns langsam weiter auf ziemlich zugewachsenen Pfaden. Hier scheinen nicht oft Autos zu verkehren.
Dann erreichen wir wieder offeneres Gelände.


Namaqua Dove, oder Kaptäubchen.


Mama Schiraff,


und der junge Sohnemann.


Ein junger Mangrovenreiher hat einen Frosch erbeutet.


White-crowned Shrike, oder Weissscheitelwürger.


Das Licht ist so schön, sogar das "langweilige" Gnu leuchtet. Allerdings bedeutet das auch, dass wir so langsam den Weg zurück Richtung Camp einschlagen sollten. Meint jedenfalls die Zeitwächterin neben mir. ;)


Schon auf dem Heimweg dann ein Roadblock. Diesmal sind es keine Elefanten, sondern zwei Hyänen.


Das zweite, deutlich jüngere Tier liegt schön im kühlen Sand unserer Fahrspur und macht keinerlei Anstalten, sich zu erheben.


Die Sonne geht unter, wir sollten dann mal...


Als sich die Hyänen endlich aufmachen, sehen wir, dass die ältere und deutlich grössere der Beiden eine grosse Fleischwunde auf dem Rücken hat.


Ein letzter Blick, und die Räuber verschwinden im Busch, und wir können den restlichen Heimweg ohne weitere "Belästigungen" erfolgreich hinter uns bringen.

Alles in allem war das ein sehr gelungener und fotolastiger Tag.


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 06 Jan 2018 20:55 von fotomatte.
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