THEMA: "Unter Eulen und anderen Käuzen-- die O S T 2017"
28 Nov 2017 21:28 #499439
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Montag, 14. August; Auf ein Neues-ab nach Botswana

Irgendwann mitten in der Nacht geht das ungebremste Poltern, Rufen, Türenschlagen, Motoren-warmlaufen-lassen und was sonst noch dazu gehört, wenn sich eine grüne Truppe aufmacht zum lustigen Jagen, los und hält für rund eine halbe Stunde an, dann fährt die Bagage endlich vom Hof und hinterlässt - Stille.
Ich schlafe nochmals ein, doch mit dem Morgengrauen ist die Nacht auch für uns Spätaufsteher rum.
Heute ist normaler Werktag, und wir haben noch Einiges auf der To-do-Liste, bevor es über die Grenze gehen kann.
Nach einer heissen Tasse Tee schnappe ich mir prophylaktisch den Foto und schau mal, was die grünen Waldgeister so machen.


Oh wie schön, einer der Kameraden sitzt relativ niedrig in einem Baum und ordnet sein Gefieder.




Es ist, wie wir erfahren, eine Handaufzucht, die hier neben bis zu drei Brutpaaren auf dem Lodgegelände lebt.

Nach einer wahren Foto-Orgie, bei der wir selbst wahrscheinlich ein höchst amüsantes Bild abgegeben haben, fahren die Muckels schonmal vor nach Downtown Katima, denn sie müssen ja zunächst den Reifen flicken lassen. Wir verabreden uns im Supermarkt.
Doch bevor auch wir vom Hof rollen, gilt es ein paar weiteren Vögeln.


African Pied Wagtail


Brown-hooded Kingfisher. Es ist erstaunlich, wie leicht es sein kann, auf so einen Vogel zu focussieren, wenn man nicht auf einem schwankenden, in der Dünung treibenden Boot sitzt.

Wir treffen uns wie verabredet im Supermarkt und ergänzen unseren Proviant. Im Liquor Store treffen wir die südafrikanische Lodgemitarbeiterin, die für eine deutsche Reisegruppe, die ab heute für ein paar Tage mit den Hausbooten unterwegs sein werden, eine respektable Auswahl an Alkoholika einkauft. Wir unterhalten uns auch über die Jägertruppe, und auch Rachelle ist von dieser Truppe ziemlich angepisst.
Nachdem auch unsere Autos ihr Frühstück bekommen haben, wird es Zeit für unser Eigenes.
Wieder fahren wir das Café Tutwa Travel an, und diesmal ist geöffnet. Wir nehmen im schattigen Innenhof Platz, ordern herzhafte Menues und beobachten nebenher, was sonst, Vögel und ein paar blühende Florenelemente.


Korallenbaum ( Erythrina lysistemon. Kommt eigentlich nix anderes in Frage. ) Herzlichen Dank, maddy. :kiss:

Dies dürfte eine Frangipani sein.


African Mourning Dove


Nachdem die Bedienung gesehen hat, daß wir den Vögeln nachstellen, kommt sie und bringt neues Vogelfutter, und kurze Zeit später steppt hier der Bär. Eine ganze Vorstadtbande Bronze Mannikins, oder Kleinelsterchen, besetzt die Futterschale.



Hier könnte man es direkt noch länger aushalten, aber es ist schon später Vormittag, und wir wollen ja heute noch bis nach Savuti fahren.
Wir verlassen diesen ruhigen Platz und rollen in südöstlicher Richtung der Grenze entgegen.


Und auch dieser Grenzübergang in Ngoma Bridge wird von den hier ansässigen Schwalben, in diesem Falle von Wire-tailed Swallows, zum Brutplatzbau genutzt.
Ich habe alle Zeit der Welt, die Schwalben zu beobachten und zu fotografieren, denn wir stehen in einer Schlange. Zuerst bei der Ausreise aus Namibia, dann bei der Einreise nach Botswana. Während wir, also Bele und ich, recht zügig fertig sind mit dem Einreiseprozedere, macht die Beamtin direkt nach uns, um Schlag Elf Uhr, Feierabend, und Muckels bekommen es mit der Ablösung zu tun. Diese sichtet die Papiere äusserst akribisch, und das führt dann zu einer Nachzahlung bei der Strassenbenutzungsgebühr, warum auch immer.
Dafür geht die Vet Control äusserst flott und komplikationslos über die Bühne, nur noch die Schuhe desinfizieren, und wir sind in Botswana.
Gleich nach dem Gate biegen wir rechts ab Richtung Kachikau, und dort hört dann die schöne Teerstrasse auf.

Den weiteren Verlauf des Tages gibt es in einem neuen Kapitelchen,
bis dahin,
viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 17 Dez 2017 13:43 von fotomatte.
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30 Nov 2017 23:13 #499797
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weiter der 14. August; Tiefsandpflügen nach Savuti- mit kleinen Hindernissen

Nachdem wir direkt mit dem Ende der Teerpad in weichem Sand stehen, lassen wir ordentlich Luft aus den Reifen, um dann durch den Sand in südlicher Richtung zu pflügen. Wir wählen die zwar etwas längere, dafür angeblich in besserem Zustand befindliche Route Richtung Linyanti.
Kaum mahlen wir hier durch den Sand, gibt es wieder öfter quietschend-schabende Geräusche von unserem Unterboden zu hören, besonders dann, wenn der Wagen in eine Vertiefung fährt und somit die Federn belastet werden. Mich stört es nicht so sehr, aber Bele liegt mir immer öfter in den Ohren: " Du, hörsch des fei au, des quietscht?" :dry: Ja, ich hör´s au, aber solang des Auto läuft...
Irgendwann geb ich mich geschlagen, halte an und leg mich in den Sand, um die Karre von unten zu begutachten. Ich kann nichts Auffälliges finden, wir fahren weiter Muckels hinterher.
Die verdächtigen Geräusche lassen sich durch meinem kurzen Stopp nicht vertreiben, es schabt weiter. Nun halte ich mal während der Fahrt den Grind raus in den Wind und bemerke, daß die Geräusche eher von hinten kommen, und nicht wie von mir irrigerweise angenommen von vorne. Aha, das könnte ein Hinweis sein.
Ich halte erneut, lege mich hinten unters Auto und entdecke ohne Mühe den Grund all der Geräusche. Eine Blattfeder ist gebrochen, genau mittendurch, und eine Hälfte hat sich nun seitlich orientiert und schabt bei jedem Dipp am Auspuffrohr. Das kann so nicht bleiben, das ist klar.
Muckels haben bemerkt, daß irgendwas nicht stimmt und haben auch gehalten. Hier mitten auf der Piste im tiefen Sand ist es schlecht, irgendwas am Unterboden zu schrauben, denn man müsste ja erstmal Sandschaufeln, damit man ordentlich bei kommt.
Wir verschieben den Ausbau bis zum Gate, das kann so weit nicht mehr sein.
Die kleine Pause nutzen wir für ein paar Fotos. Während meine Mitfahrer sich um einen Monitor kümmern, der sich unter einen Stein geflüchtet hat, interessiert mich ein Falter mehr.


Ein Lygus Acraea ( vmtl. ) trinkt Nektar an den orangefarbenen Blüten.

Wir fahren weiter bis zum Gate, checken ein und fahren unter einen schattenspendenden Baum. Bele breitet ihr mitgebrachtes Leintuch aus, und Uwe und ich bauen kurzerhand die Feder aus. Wer den Vorgang sehr plastisch geschildert lesen möchte, den verweise ich auf Bele´s Bericht, denn ich kann es lange nicht so schön beschreiben, und Bilder habe ich keine gemacht. Ich hatte anderes zu tun. :S
Nun fahren wir ohne angsteinflössende Geräusche weiter Richtung Savuti, aber Bele traktiert mich jetzt mit Fragen wie " Meinsch ned, mir sottet bei Savanna anrufen wegen der Feder?" Ja und was glaubsch, was die uns sagen werden? Bleibt genau da stehen, wir schicken ein Auto, ist in drei Tagen da? Um Ruhe zu haben, verspreche ich bei Savanna anzurufen. Morgen, oder so. :blush:

Ohne weitere Break-downs erreichen wir Savuti, checken ein und fahren auf die uns zugewiesene Nr. 10, die sich nicht gerade durch grossen Liebreiz auszeichnet. Wir bauen unsere Tische und Stühle auf und fahren gleich nochmals los, um das schöne Nachmittagslicht zu nutzen.

Dass wir nicht mit sensationellen Sichtungen zu Rechnen haben werden, lässt der Blick auf die Sichtungstafel vermuten, denn die ist leer. Und so sind es die "normalen" Tiere, die wir zu Gesicht bekommen.


Rotschnabeltoko


Riesentrappe

Wir umrunden den Quarry Hill und ich glase die Felsen penibel ab, denn für mich "stinkt" es hier geradezu nach Leopard. Gesehen habe ich aber noch nie Einen hier. Und doch lohnt sich der Tripp hierher.


Wir finden einen Gaukler im schönsten Licht, und darüber freuen wir uns Beide sehr, denn es ist ein ausgefärbtes Tier und kein so schmutzig graubrauner Junggaukler.


Wir beobachten ihn, er beobachtet uns. Toll.


Gelbschnabeltoko


Der Blick zurück auf den Quarry Hill.

Bei der Harvey Pan finden wir zwei riesige Elefantenbullen, die sich im Wasser vergnügen.




Vier Suicide Chicks sind ebenfalls ans Wasser gekommen, um zu trinken.


Aber niemals Alle gleichzeitig, mindestens ein Huhn bleibt wachsam.


Im weiteren Verlauf finden wir noch einen bislang noch nicht gesehenen Kaptriel.


Es ist jetzt kurz vor Sonnenuntergang, und der Impala leuchtet im roten Abendlicht.


Da querfeldein-fahren nicht erlaubt ist, gelingt es leider nicht, die Gnus prominent vor der Sonne zu platzieren.


Die kümmern sich sowieso nicht um irgendwelchen romantischen Schnickschnack, sondern fressen stoisch ihr trockenes Gras.


Wir allerdings sind schon empfänglich für die herrliche Abendstimmung, müssen allerdings nun los, um rechtzeitig wieder im Camp zu sein.

Nachdem wir die Camproutine mit Brutzeln, Essen und Abwaschen hinter uns gebracht haben, verweilen wir noch geraume Zeit am Feuer.


Und nun zeigt Savuti seine hässliche Fratze. Von zwei Seiten werden wir mit Lärm zugemüllt. Sowohl von den Ablutions her wie auch von einer Lodge beim Eingang dröhnt ein Generator durch die Nacht.
Während der Ablutions-Stromerzeuger irgendwann ausgeht, rennt der Andere die komplette Nacht durch. Da zahlt man pro Nase fünfzig US-Dollar für einen Platz im schmutzigen Sand, aber eben im Sand mitten im Busch, im Nichts. Und dann das. Ich ärgere mich masslos über diese Frechheit, und beschliesse für mich, dass dies mein letzter Aufenthalt hier sein wird.
Blöderweise haben wir genau hier eine der wenigen Stationen, wo wir für zwei Nächte gebucht haben.

Gute Nacht!


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 07 Dez 2017 17:36 von fotomatte.
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04 Dez 2017 16:39 #500215
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Dienstag 15. August; Unter Eulen und Käuzen--buntes Savuti-Potpourri

Heute Morgen aufzustehen ist geradezu eine Erlösung, der Generator brüllt immer noch in die "Stille".

Mit der Gate-Öffnung sind wir unterwegs, zuerst in östlicher Richtung, dann fahren wir einige Zeit im völlig trockenen Savuti Channel südwärts. Wir umrunden einige Koppies, landschaftlich ist das recht apart hier.




In einem blattlosen Busch sitzt ein rundlicher Federball, Fernglas raus, aha, der ( Perl-)kauz vom Dienst. Dankenswerterweise fliegt er ein paar Bäume weiter, dort geht tatsächlich eine Pad vorbei.


Der kleine Kerl scheint noch ziemlich schläfrig. Gut so, denn er bleibt sitzen und lässt sich bereitwillig fotografieren.


Wir umrunden Hügel um Hügel, einige mit dekorativen Baobabs.




Auf unserer Spur kommt uns das örtliche Hühnergeschwader entgegen, ich liebe diese scheinbar etwas beschränkten Tiere.


Wir kommen zu den Bushman-Paintings. Hier darf man aussteigen, und ich nutze die Chance, hier etwas in den Felsen rum zu klettern. Bele bleibt unten und unterhält sich mit einer französischen Familie.


Man kann eindeutig einige Arten erkennen, wie Eland, Oryx, Giraffe und Elefant. Aber warum die Tiere teilweise praktisch aufeinander liegen? Manchmal habe ich den Verdacht, diese Paintings wurden vor gar nicht soo langer Zeit von findigen Tourismusleuten kreiert.


Von oben hat man einen schönen Blick auf die sich nach Süden erstreckende Savanne.


Mit dem Fernglas finde ich eine Gruppe Giraffen beim Frühstück.


Der gegenlichtige Blick nach Osten.

Nachdem ich den schönen Ausguck wieder abgeklettert bin, fahren wir weiter Richtung Savuti Marsh. Wir kommen nicht weit entfernt in einen Auflauf von zehn, zwölf Safariwägen, dazu noch ein paar Selbstfahrern, die kreisförmig in der Pampa stehen. Bis grade eben war wohl ein Leopard hier eingekesselt, der sich nun aber verdrückt hat. Ich bin gradezu froh, denn auf solche Szenen habe ich keine Lust.
Wir fahren weiter und finden eine Vierergang Ground Hornbills, die durchs trockene Gras schreiten und allerlei Kleingetier schnappen, in die Luft werfen und passend mit dem Schnabel auffangen.


Klassisch schön sind sie ja nicht, die Hornraben.


Die nächste Sichtung hockt oben in einem abgestorbenen Baum und wartet auf Thermik. Während der riesige White-backed Vulture kaum zu übersehen ist,


kann einem das mit den kleinen, wuseligen Chestnut-backed Finchlarks, oder Weisswangenlerchen schon mal passieren.


Es ist mittlerweile sehr warm geworden, und wir beschliessen, so langsam zurück Richtung Camp zu fahren. Da finden wir eine im Schatten dösende Löwin. Wir funken die Muckels an, wir sehen sie auch in einiger Entfernung vorbeifahren, aber wir finden nicht zusammen.


Die Löwin bettet sich einmal um, aber dann beschliesst sie doch, sich einen anderen Platz zu suchen und läuft in die offene Savanne davon.


Via Sandridge Road fahren wir zurück und finden eine Dreiergruppe Elefantenbullen vor der Sandridge.



Zurück im Camp decken wir unsere Tische fürs Frühstück. Das bleibt nicht unbeobachtet.


Zuerst ist es nur ein Bradfield´s Hornbill, der etwas gelangweilt im Baum hockt. Dann sind es zwei, dann drei, und sie kommen immer näher gehopst, bis wir sie letztlich vertreiben müssen, denn hier geht´s um unser Frühstück.




Zur Auflockerung möchte ich mal wieder ein Rätselbild einstellen. Zuerst habe ich selbst erst mal schauen müssen, was ich da eigentlich geknipst habe: nur trockene Blätter? Oder doch nicht?

Mit der Auflösung geht es im weiteren Teil los.
Bis dahin,

viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 04 Dez 2017 17:38 von fotomatte.
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06 Dez 2017 21:37 #500572
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weiter der 15. August

Hier ist er also, der Long-billed Crombec, oder Langschnabel-Sylvietta. Rein äusserlich sieht er unserem Kleiber sehr ähnlich, ist aber eher mit den Grasmücken verwandt.






Der Red-billed Woodhoopoe treibt mich bald in den Wahnsinn, weil er partout nicht aus dem Schatten raus kommt. Er filzt in aller Seelenruhe die knorrige Borke der Akazie nach Insekten.

Die Mittagspause haben wir nicht nur zum Entspannen und Vespern genutzt, sondern ich rufe auch, nach einigen Nachfragen von links :whistle: ,mittels des Sat-Fons bei Savanna an. Ich schildere dem Chefmechaniker das Problem, und er meint, wir sollen im Camp die Feder ausbauen lassen. Gut, das haben wir ja schon erledigt, also dann: Gute Fahrt.

Wir brechen wieder auf zu unserem nachmittäglichen Drive und fahren Richtung Harvey Pan. Ruth funkt uns an, wir sollen weiterfahren, sie stehen bei einem Milchuhu. Das ist nun die Nr. 1 von Bele´s Liste.


Leider denkt der Uhu nicht übers Posen nach, er bringt kaum ein einzelnes Lid nach oben, und so fahren wir weiter. Bele ist nur mittelmässig zufrieden mit dieser Sichtung, der Uhu zählt nur halb. :S


Das Swainson´s Spurfowl ist kooperativer.


Wir fahren wieder in Richtung Osten und begleiten zwei Giraffen etwas des Weges, während im Hintergrund ein paar Gnus den gegenläufigen Weg gewählt haben.


Über uns kreisen zwei Raubadler, die je einen Knüppel im Fang tragen. Sie sind wohl mit Horstbau beschäftigt.

Wir erhalten wieder einen Funkspruch, die Muckels haben zwei Cheetahs gefunden. Leider sind die ein ganzes Stück weit nach Süden von uns weg. Egal, wir probieren es und fahren auf der Sandridge Road südlich, doch bald erhalten wir die Nachricht, daß die zwei Geparden aufgestanden und im hohen Gras verschwunden sind. Wir fahren einmal "um den Block", finden sie aber nicht.


Dafür knipsen wir diese zwei Southern Pied Babbler.


Wir fahren eine Stichstrasse die Sandridge hoch, und plötzlich befinden wir uns mitten zwischen vier Elefantenbullen. Die sind aber völlig relaxt und trotten fressend langsam an uns vorbei.


Golden-breasted Bunting, oder Gelbbauchammer.


Wir drehen um und fahren die Sandridge wieder nach unten. Diesmal platzen wir in ein Rudel männlicher Kudus.


Wir fahren abermals nach Norden an Harvey´s Pan vorbei, denn wir wollen mal schauen, ob der Milchuhu jetzt gegen Sunset etwas aktiver wird. Dabei passieren wir einen einzelnen Elefantenbullen, der bissle gelangweilt im Schlamm steht und nicht so recht weiss, was er mit seinem Rüssel anfangen soll. Aber er passt ganz nett vor die untergehende Sonne.


Beim Uhu hat sich nichts getan, er sitzt nach wie vor schlafend im Horst, während die Sonne sich für heute verabschiedet.


Wir kommen auf dem Rückweg nochmals am Bullen vorbei, der nun ein paar Wasserspiele veranstaltet. Seinen Durst scheint er schon gestillt zu haben.

Im Camp widmen wir uns unserem Abendessen, und während wir so zu Tisch sitzen, "hört" Ruth plötzlich eine Eule fliegen, in ihrem Rücken. Ja klar, ´ne Eule fliegen gehört, haha. Eulen habe gezahnte Federn, deshalb können sie geräuschlos fliegen! Ich habe nullkommanull gehört oder gesehen, aber Ruth ist sich sicher, da war ein kleiner Kauz, und der ist nach rechts weg geflogen. Wir schnappen unsere Lampen und die Kameras, leuchten ein paar Büsche ab, und tatsächlich, da sitzt der kleine Kerl.




Ich bin so damit beschäftigt, mich aufs Fokussieren zu konzentrieren, dass ich nicht weiter über den Kauz sinniere und ihn als weiteren Perlkauz verbuche.
Erst am nächsten Morgen, beim Nachtragen ins Buch, kommt mir die Sache komisch vor, ich schaue auf dem Display nach--und habe plötzlich Grund zu grosser Freude. Es ist eine African Barred Owlet, oder eben ein Kapkauz, meine Nr. 2 auf meiner imaginären Liste. Bisher erst ein Mal gehört, aber noch nie gesehen. Liebe Ruth, ich weiss heute noch nicht, wie du den kleinen Kerl gehört hast, aber ich bin dir mehr als dankbar dafür. :kiss:

Müssig zu erwähnen, daß der Generator auch heute die ganze Nacht durch schäppert.
Trotzdem, die Gegend hier um Savuti gefällt mir gut, auch wenn es jetzt nicht mehr die Menge an Tieren gibt wie zu Zeiten, als der Channel Wasser geführt hat. Aber das Camp ist eine Frechheit und das Geld ( für mich ) nicht wert, jedenfalls zukünftig nicht mehr.

Der nächste Tag sieht uns auf der Fahrt nach Süden an den Khwai River.


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 07 Dez 2017 18:08 von fotomatte.
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10 Dez 2017 16:29 #501063
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Mittwoch, 16. August; via Marsh-Road an den Khwai River

Wir haben beschlossen, den langen Weg zu unserem nächsten Camp möglichst früh unter die Räder zu nehmen, und so packen wir nach einem kurzen Frühstück schnell zusammen und fahren bald los, um das schöne Morgenlicht zu nutzen.
Etwas zu schnell, wie sich bald zeigt.

Wir wollen die Marsh Road fahren, das ist mir ganz recht, denn bislang kenne ich nur die Strecke über die Sandridge Road.


Im schönsten Licht hockt ein Tawny Eagle auf der obersten Spitze eines Dürrständers und beobachtet die Ebene unter sich.

Dann fällt mir ein, dass wir vergessen haben unser Corpus delicti- die gebrochene Blattfeder- einzupacken, und wir fahren nochmals zurück ins lärmgeplagte Camp Savuti. Dabei kommen wir an einem sehr schön im Licht sitzenden Elsterdrossling vorbei, leider finden sich auf der Kamera keine Fotos davon, obwohl ich sicher bin, welche gemacht zu haben.
Wir schmeissen die Feder hinten rein und verlassen nun endgültig Savuti.
Die Muckels sind mittlerweile ein ganzes Stück voraus, also versuchen wir Strecke zu machen.


Eine ununterbrochen singende Rattling Cisticola, oder Rotscheitelzistensänger, zwingt uns einen Stopp auf, dann geht´s weiter auf Muckel-Spuren.


Die Landschaft hier in der Savuti-Marsh ist deutlich offener, grasbestanden, mit nur noch vereinzelten Bäumen. Elefanten scheinen diese Gegend zu lieben.


Bei einem von Zwergmangusten besiedelten Termitenbau haben wir die Muckels wieder eingeholt, hier müssen wir nun aber etwas Zeit verbringen. Wie wir ankommen, flüchten sich die Mangusten zunächst in die zahllosen Gänge des Baus. Bald schon prüft aber ein Jungtier, ob die Luft rein ist.


Nachdem nichts passiert, trauen sich auch die älteren Mangusten nach draussen.


Nachdem wir Nachtflughühner öfters gesehen und die Namaflughühner ein paar Mal in der Luft haben rufen hören, finden wir ein paar Fleckenflughühner, oder Burchell´s Sandgrouse.




Chestnut-backed Finchlarks picken gerne nach Sämereien auf der Fahrspur.


Ein Männchen der Weisswangenlerche.


Sogar ein paar Blümchen finden sich hier, die fressende Schmetterlingsraupe auf dem ( linken ) Blütenblatt habe ich erst jetzt beim Bearbeiten entdeckt.


Mal wieder ein junger Kampfadler, sonst ist nicht allzuviel los hier in der südlichen Savuti Marsh. Dann verlassen wir die Marsh, und scheinbar endlos geht es weiter durch Mopanebusch, bis wir endlich das Mababe- Gate erreichen.


Hier unterbricht ein African Grey Hornbill die Ruhe, fast könnte man sagen, die Langeweile des mittlerweile heissen Spätvormittags.
Nach dem Auschecken fahren wir weiter, nunmehr eher in südwestlicher Richtung.

Bald erreichen wir unsere heutige Destination, die Magotho Campsite direkt am Nordufer des Khwai. Wir suchen uns einen schönen Stellplatz unter einem hohen, wenigstens etwas bescheiden schattenspendenden Baum und bauen Tisch und Stühle auf. Nachdem wir den Platz vom gröbsten Müll gesäubert haben, vespern wir, denn wir haben es geschafft: Mittags auf der Campsite!


Ein Burchell´s Glossy Starling macht einen auf Glockenreiher und nimmt ein Sonnenbad.


Hier am Fluss blühen die Water-Lilys, und das viele Grün tut den Augen gut.




Auf der anderen Uferseite kommen und gehen Elefanten, um zu trinken, während Impalas unbeeindruckt Gras fressen.

Bele hat mittels Sat-Fon ihren langjährigen Guide und Freund Face Sango angerufen, er ist zufällig mit Gästen in der Nähe und will sich unbedingt mit Bele treffen, die beiden haben einen Deal mit einem Smartphone gemacht.


Während wir nun auf Face warten ( er will umgehend kommen, das kann in Afrika ja alles zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden bedeuten ), stelle ich ein wenig den Vögeln hier im Camp nach. Man könnte locker hier einen gemütlichen Tag nur auf der Site verbringen. Goldbug-Papagei.


Der Meyer´s Parrot hat einen ganz gelben Schnabel vom Blütenfressen.

Bald darauf fährt Face auf den Platz, und Bele platzt schier vor Wiedersehensfreude. Nachdem wir uns begrüsst haben und der Telefondeal abgewickelt ist, möchte uns Face unbedingt "seine" Khwai Concession zeigen, er ist ja hier aufgewachsen und kennt sich aus wie in der sprichwörtlichen Hosentasche.

Von diesem denkwürdigen Game-Drive handelt das nächste Kapitelchen.
"Stay tuned", würde Guggu sagen. B)

Schönen Advent,
Matthias
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14 Dez 2017 21:33 #501629
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weiter der 16. August; ein Game-Drive mit Höhen und (Un)tiefen

Nachdem der Telefon-Deal über die Bühne gegangen ist, gilt es zu klären, in welcher Kombination wir die Ausfahrt gestalten wollen. Face hat einen normalen PKW - und nur noch wenig Benzin. Unsere Autos sind ja nur jeweils Zweisitzer, aber Bele erklärt sich bereit, auf dem Notsitz hinten Platz zu nehmen-- auf der notdürftig abgepolsterten Werkzeugkiste. Muckels fahren uns in ihrem Wagen hinterher, und über Funk werden wir die wichtigsten Infos, die wir von Face bekommen, weiter geben.
Gegen 15.00 Uhr fahren wir los, zunächst direkt am Khwai entlang. Gerne überlasse ich Face den Fahrersitz und geniesse es sehr, einmal nicht selbst zu Fahren und mich nur aufs Spotten zu konzentrieren.
Gleich finden wir ein Paar Wattled Cranes, und Face erklärt, daß sie in Botswana zu den "Endangered Species" gehören. Gefällt mir schon mal sehr gut, daß wir auch für Vögel halten. B)




Leider gelingt mir kein Foto, auf dem beide Vögel "heads-up" zu sehen sind.

Bald kommen wir zu einer Stelle, wo ein toter Elefant unüberriechbar im niedrigen Wasser vor sich hin morchelt, und wir zählen runde zwanzig Krokodile, die entweder im Wasser liegen oder am Ufer ein Sonnenbad nehmen. Da sind ein paar gewaltige Echsen dabei.
Wir biegen ab in dichten Mopanebusch, denn Face will zuerst zur aktuell bewohnten Den der Wild Dogs. Wir passieren einen See, und hier hat es einiges an Wassergeflügel.


Graureiher und kleine Panzerechse


Great White Pelican im Schlichtkleid.


Ein African Spoonbill patroulliert direkt vor uns im schönsten Licht das flache Ufer und wirft hin und wieder einen Drop ein.

Dann reissen wir uns los, Face will zu seinen Lieblingstieren. Wir kurven auf immer kleineren Wegen durch immer dichter werdenden Mopanebusch, und plötzlich liegt einer der alten Hunde vor uns im Sand und schläft.


Mein erster Wild Dog. Natürlich mache ich ein paar Bilder von dem schläfrigen Tier, aber so richtig unbändige Freude mag nicht aufkommen, denn wir stehen hier quasi auf einer Wendeplattform, extra in den Busch gehauen, um Sicht auf den aktuell bewohnten Bau der Hunde zu haben. Und nach uns fährt ein Wagen nach dem Anderen diesen Platz an, bald gibt es kein Vor oder Zurück mehr.


Wir stehen noch nicht lange, da kommt ein grosser Teil des Rudels von der erfolgreichen Jagd zurück, und die Aufpasser begrüssen die Heimkehrer ganz freudig. Face ist über das Sozialverhalten der Tiere bald mehr aus dem Häuschen als ich, denn eigentlich sehe ich nicht allzu viel, es spielt sich alles auf der rechten Seite ab, und auch der kopfstarke Nachwuchs, der winselnd Futter erbettelt, ist nur schemenhaft zwischen Mopanesträuchern zu erkennen. Die Mutter verzieht sich, sehr zum Leidwesen unseres Guides, in noch tieferen Busch mit den zwölf Welpen, während die anderen Hunde sich bald erschöpft in den Schatten legen.


Bald kommt von Ruth ein Funkspruch, daß sie praktisch hinter uns stehend gar nichts sehen können, und ob wir nicht weiter fahren wollen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn die schmale Zufahrt ist total zugeparkt. Erst als ein paar Safari-Autos mühsam gewendet haben, können wir hier endlich weg. Wir fahren über die Hauptstrasse ein ganzes Stück Richtung Khwai Village, und Face zeigt uns an einer Lagune eine neue, gerade im Bau befindliche Lodge, bei der die Sango-Brüder involviert sind. Das ist ganz sicher ein sehr schöner Platz, aber ohne Lodge gefällt er mir deutlich besser.
Wir biegen ab Richtung Flugplatz, passieren diesen und kommen an eine neue Brücke, die allerdings etwas schmal geraten ist. Face beschliesst, die alte Furt nebenan zu benutzen, und schon tauchen wir ins Wasser ein. Aber Face kennt sein Revier, bald tauchen wir auch wieder auf und stehen am anderen Ufer.


Uwe bleibt nichts Anderes übrig als möglichst unserer Spur nach zu fahren. Es gelingt problemlos.

Während der Fahrt fragt uns Face natürlich, was wir schon so gesehen haben, etwa Löwen? Ja, eine Löwin in Savuti. Ja, wie sieht´s mit einem Mähnenlöwe aus? Nein, Fehlanzeige. Gut, dann fahren wir jetzt zu einem Mähnenlöwe.
Jo, iss klar. Ich glaube gerne, daß Face sich hier auskennt, aber ob er weiss, wo sich die einzelnen Tiere jeweils aufhalten? Wir kurven off-road durch Grasland zu einer Stelle, wo schon zwei weitere Fahrzeuge stehen, und Face sagt: "Da liegt er." Ich sehe erst mal nichts, aber dann gewahre ich an einer plattgedrückten Stelle einen vollgefressenen Löwenkuder, der flach atmend auf der Seite liegt.
Face erzählt uns die Geschichte von diesem prächtigen Mähnenlöwe, der vor fünf Tagen bei einem Kampf mit einem Büffel schwer verletzt wurde, man hat die Befürchtung, daß er ein Auge eingebüsst hat. ( Das hat sich im Nachgang gottlob nicht bewahrheitet ). Trotzdem hat er vor drei Tagen ein Zebra gerissen und hier an Ort und Stelle komplett aufgefressen. Er ist sehr phlegmatisch, der Kopf ist geschwollen, das ganze Tier sieht ungesund aus. Am Wochenende soll endlich der Tierarzt aus Maun kommen und den Löwen untersuchen.
Mich beelendet der Anblick vom König der Tiere, ich habe nicht einmal ein Foto gemacht.
Wir fahren los, denn als nächstes will uns Face einen Hyänenbau zeigen. Ich kann ja gut verstehen, daß uns Face seine Heimat und die hier lebende Tierwelt möglichst komplett zeigen will, aber dieses Abhaken von Prädatoren ist überhaupt nicht nach meinem Geschmack.


Burchell´s Glossy Starling

Und so freue ich mich innerlich still und leise, als bei Hyänens Niemand zuhause ist. Nee, stimmt nicht ganz. Als wir direkt neben dem Eingang halten, explodiert dieser plötzlich, eine Sandfontäne steigt auf, und ein paar Warzenschweine stieben aus dem Bau und mit aufgestellten Antennen davon.
Wir fahren weiter durch die Conservancy und geraten mitten in eine Elefantenherde. Das Drohen von ein paar jungen Bullen findet Face lustig und fährt mitten durch die Herde. Ich hätte auch gerne eine Weile hier gestanden und ihnen zugeschaut, aber wir müssen weiter, denn wir haben ein paar Laute gehört, wie wenn eine Antilope ihr Leben aushaucht. Wir finden aber nichts.
Wir kommen auf eine grosse Wiese, wo wiederum Elefanten im Fraß stehen. Face trifft einen Kollegen, wir trinken einen Sundowner, denn die Sonne ist gerade dabei, sich für heute zu verabschieden. Langsam steigt feiner Nebel über der nassen Wiese auf. Auch ein paar Mossies steigen auf und versuchen zu landen, nun aber schnell die langen Hosenbeine angebaut und das Hemd runter gekrempelt.
Nachdem es dunkel geworden ist, holt Face einen Handscheinwerfer raus, nun gilt es einem Leoparden. Ich verstehe jetzt auch, daß wir diesen komischen Geräuschen nach gefahren sind, denn wir sind hier im Revier einer führenden Leopardin, die wohl sehr kooperativ ist. Wir sind aber nicht die Einzigen mit dieser Idee, überall sieht man Lichtkegel durch den lockeren Wald wandern, und immer wieder treffen wir auf andere Tourautos, mit deren Fahrer sich dann Face jeweils unterhält. Allein, den Leo finden wir nicht, und ich bin kein bisschen traurig darüber.
Endlich verlassen wir das leoverlassene Waldstück und nehmen wieder Kurs auf den Khwai.
Plötzlich haben wir drei grosse, reflektierende Augenpaare im Scheinwerferlicht. Ob Face es wirklich verstanden hat, daß zumindest Uwe und ich uns über diese Sichtung mehr freuen als über irgend welche Katzen. Aber Face sagt selbst, daß man die Nightjars nicht allzu oft am Boden sitzen sieht. Nun hat also auch Uwe seine zweite Top Species auf der Liste. ;)


Square-tailed Nightjar, oder Gabunnachtschwalbe

Wir kommen an den Khwai River, und Face überlegt laut, ob er da durchfahren soll. Ich finde, das sieht verdammt tief hier aus, und Ruth gibt per Funk durch, daß das Navi etwas von "unpassierbarer Stelle" anzeigt. Face bemerkt zwar, daß Tracks-for-Africa oft nicht wirklich up-to-date ist, trotzdem beschliesst er, eine andere Stelle zu probieren. Wir kurven eine Weile durch lockeren Wald und kommen an eine neuerliche Furt. Face hält kurz an, schaltet den Allrad und die Untersetzung zu, und schon fahren wir ins schwarze Wasser ein. Mir wird ganz anders, als plötzlich buchstäblich das Licht ausgeht, denn das Wasser spült über die Motorhaube, und von den Scheinwerfern sieht man Nichts mehr. Das Wasser geht bis knapp unter mein Fenster, dann haben wir die tiefste Stelle passiert, die Lichter tauchen wieder auf und spenden Licht, wir sind auf der anderen Seite. Nun müssen die Muckels noch unsere Spur treffen, nicht ganz einfach in einer tiefschwarzen afrikanischen Nacht.
Uwe hält kurz an, und dann fährt er los. Von aussen sieht das Ganze echt spooky aus, das Auto taucht ein, die Scheinwerfer beleuchten die Bugwelle, und gleich drauf sind die Scheinwerfer aus, nurmehr zwei kleine Funzeln pflügen durchs trübe Wasser wie von einem U-Boot. Endlich tauchen die Scheinwerfer wieder auf, alles geht gut. Mir fällt ein Stein vom Herzen, denn den Anruf hätte ich ungern getätigt bei Savanna, daß wir ein Auto versenkt haben. Ganz klar, ich selbst wäre hier nie im Leben durch gefahren, nicht bei Tag, und bei Nacht noch viel weniger.
Nun erheitern uns einige Springhasen, die vor und neben uns dahinhoppeln, leider bleiben sie keine Sekunde ruhig sitzen.

Plötzlich explodiert vor uns am linken Rand des Scheinwerferkegels ein Hippo, schmeisst sich rum, sprintet mit einer für solch eine Masse Tier nicht vorstellbaren Geschwindigkeit über die Pad und versinkt in den Fluten laut platschend. Aufregend, so ein nächtlicher Game-Drive.
Wir steigen aus, und ein grosser Vogel gleitet über uns hinweg, ein Uhu. Er baumt auf, und Face spielt den Beleuchter, so können wir mehr oder weniger erfolgreich ein paar Fotos machen.


Wenigstens kann sich Bele nun ihren Milchuhu mal in voller Grösse und Schönheit ansehen, auch wenn bei Tag natürlich die rosa Lidschatten besser rauskommen. :whistle:

Es geht weiter kreuz und quer, und erst, als wir wieder an dem toten Eli im Fluß vorbei kommen, weiss ich wieder, wo wir sind. Face leuchtet übers Wasser, und überall funkeln die Augen von Krokodilen. Einige Echsen fressen am Kadaver.

Einmal blitzen ganz oben in einem grossen Baum ein paar grosse Augen auf, und Face sagt, es sei ein Bushbaby. Hab ich auch noch nicht gesehen, aber mehr als die grossen, reflektierenden Augen bekommen wir von dem Tier auch nicht zu sehen.

Nach knapp sechs Stunden sind wir wieder im Camp, ein mehr als ereignisreicher und denkwürdiger Game-Drive kommt zu seinem Ende. Auch wenn manches nicht so geklappt hat, wie Face sich das vorgestellt hat, es war eine einmalige und wirklich eindrückliche Erfahrung, im besten Sinne des Wortes.

Wir verabschieden uns, und nach einem Abendessen, an das ich keine Erinnerung mehr habe, mache ich noch ein paar Versuche mit Sternenfotografie. Das beruhigt die immer noch angespannten Nerven.



Gegen halbelf Uhr ist der Tag dann gar, und wir kriechen in unsere jeweiligen Appartements.
Gute Nacht.


Viele Grüße,
Matthias
Letzte Änderung: 19 Dez 2017 20:02 von fotomatte.
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