THEMA: Familienabenteuer, Namibia & Botswana Juli 2016
29 Nov 2016 23:40 #454064
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  • Dillinger am 29 Nov 2016 23:40
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Savuti Camping finden wir nicht so prickelnd und verlassen zeitig das Camp Richtung Xaxanaxa. Unterwegs besteigen wir, als erfahrene Steiermark-Urlauber (Anmerkung: die Steiermark liegt nicht in Afrika sondern in Österreich :whistle: ) den "einzigen" Berg Botswanas, auch mal ein komisches Gefühl, durch Büsche und Felsen auf einen Hügel zu klettern, ohne den Schutz des bereits an den Hinter angewachsenen Autos. Im Hinterkopf immer den Gedanken, würde ein Löwe hinter dem nächsten Felsen eher unseren Jüngsten oder doch eher den etwas fülligeren Vater nehmen? Wir kommen am Gipfelchen an ohne Schlangen, Löwen oder sonstige Tiere zu sehen ;) . Belohnt werden wir mit einem 360° Rundblick über eine herrliche Landschaft.




Auch den Abstieg schaffen wir problemlos und finden die im Führer angepriesenen sehr, sehr alten Felszeichnungen. Für uns sehen sie eher so aus, als hätte die jemand vor einer Woche für die Touristen neu an den Felsen gepinselt.




Weiter geht der Weg durch eine sehr trockene und äußerst üble Strecke. Unserem Expeditionsfahrzeug und vor allem der Federung wird alles abverlangt. Nach 30 Minuten fahrt (also gar nicht so weit von unserem Hügel) finden wir endlich unsere ersten und einzigen Löwen (mal abgesehen von einem Löwen auf 200 Meter und für 10 Sekunden in Etosha) in freier Wildbahn. Ein tolles Erlebnis diese Tiere zu beobachten.








Nach einem nun endlosen Höllenritt checken wir aus dem Chobe Park aus und erreichen über die Transitstrecke den Moremi Nationalpark. Nach Erledigung der üblichen Eintrittsformalitäten haben wir noch eine nette Pirschfahrt zu unserer Campsite Xaxanaxa Nr. XA5. Eine herrliche Campsite für die kommenden zwei Tage. Habe ich übrigens erwähnt, dass es überall Feuerholz gibt und dass, das in Massen in unserem Auto lagernde Holz unnötig mitgeschleppt wurde und mir etliche Bierdosen zerlöchert hat? Naja gab es halt am Ende unserer Reise noch ein größeres Lagerfeuer.
Nun noch schnell die Zelte aufgestellt, Feuer gemacht, lecker gegessen und ab in die Federn. Eine Befürchtung kommt langsam auf, die Rotwein und wichtiger noch die Trinkwasservorräte neigen sich doch sehr gegen Null und unser Autotankwasser müffelt sehr verdächtig. Tja, wir sind wohl doch Afrikaneulinge, obwohl wir dem Staub und Schmutz nach, aussehen als würde wir nie etwas anderes machen, als Botswana zu durchqueren.
Am Morgen starten wir nach einem gemütlichen Frühstück in der Sonne zur Pirsch.
Die Region ist auch sehr trocken und es gibt kaum Tiere. Doch als wir unsere Köpfe bereits hängenlassen, entdecken wir einen Leoparden der sich sogar noch fotografieren lässt, ehe er im Busch verschwindet.




An einem der noch wenigen Pools erleben wir ein besonderes Naturschauspiel. Der ehemalige See ist bis auf wenige Quadratmeter ausgetrocknet und in Ihm tummeln sich hunderte, etwa 1m große Welse und ein riesiges Krokodil. Kroko öffnet das Maul, das Wasser fängt an zu kochen durch die panischen Welse und zack, ein Wels 50 cm links und 50 cm rechts des riesigen Maules und der Rest dazwischen. Da das Kroko den Wels nicht durchbeissen kann, fängt es an sich 1 oder 2 Meter aus dem Wasser zu katapultieren und den Fisch dabei vor rechts nach links zu schleudern, um Ihn zu zerreissen. Dies gelingt nach mehreren Versuchen und zwei Welsteile fliegen durch die Luft, die von wartenden Fischadlern schnell gesichert werden. Der mittlere Teil des Fisches bleibt dem Kroko. Noch oft , nach unserer Reise, bei einem Blick auf das andauernd trockene Wetter, fragen wir uns, wie es dem Uhrzeitriesen in seiner doch sehr ausgetrockneten Pfütze ergangen ist.











Nach einer kurzen Mittagspause im Camp, starten wir zu einer erneuten Pirschfahrt zu den Paradiespools, die wir bei einer super Abendstimmung erreichen. Diese Gegend ist der absolute Hammer, traumhaft schön und besitzt etwas magisches. Tiere sehen wir kaum, was daran liegen könnte, dass sich hier Löwen rumtreiben sollen. Leider bekommen wir diese Könige nicht zu sehen.
Und nun ist es soweit, eine erste Wasserdurchfahrt steht an (man könnte auch drumherum fahren). Nach kurzer Diskussion und einer familiären Abstimmung steht es 3 (2xJungs und ich) zu 1 (meine Frau) und es geht ab ins Wasser.
Die Reifen wurden gerade mal feucht und die Durchfahrt hat unter Protest der weiblichen Mitreisenden problemlos funktioniert.





Zurück im Camp werden wir von unseren wild winkenden Nachbar empfangen. Der Grund ist schnell erkannt, ein alter Elefantenbulle nascht Früchte unter unserem Stellplatzbaum. Wir warten ob er den Platz freiwillig räumt, was er natürlich nicht macht. Also ab ins Auto (nur ich, Familie in sicherem Abstand) und langsam auf Ihn zu. Sowas sollte man sicherlich nicht unbedingt machen aber er legte absolut kein aggressives Verhalten an den Tag. Nach etlichen hin und her und Motorgeheule wurde es Ihm doch zu doof und er trollte sich.










Wir im letzten Licht die Zelte aufgeschlagen, gegessen und ab ins Bett. Es kam wie es kommen mußte.
Der Elefant kommt mitten in der Nacht zu seinem Obstbaum zurück und hält durch seine Atem- und Schmatzgeräusche meine Frau für einige Stunden sehr wach. Fazit, klaue niemals einem Elefanten seinen Lieblingsbaum. Am Morgen ging es los, Richtung Third Bridge.
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30 Nov 2016 18:34 #454166
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  • Petz0815 am 30 Nov 2016 18:34
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Danke für diesen schönen Bericht. Wir planen gerade unsere Tour August 2017 und ich war gerade auf der Suche nach einem Boattrip auf dem Chobe. Das haben wir 2013 nicht gemacht und wollen es nun nachholen. Traum war ja 2 Nächte auf dem Hausboat, aber das ist uns wirklich zu teuer. Die Erfahrungen mit den Geldautomaten haben wir auch gemacht. Da kommt man ganz schön ins schwitzen. In Divundu waren alle Automaten defekt und wir hatten eine Panne am Auto. Die "Werkstatt" nahm nur bares, da waren unser Tankgeld fast weg und kein Bargeld in Sicht. Ngepi Camp fanden wir auch super. Dort hatten wir eine phantastische Fahrt mit einem Einbaum - zum Glück ging dort Kartenzahlung! Bei deinen Bildern bekomme ich schon wieder fernweh!
Lieben Gruß
Petra
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01 Dez 2016 22:42 #454315
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Hallo Petra,

unser Sundowner Cruise wurde über die Water Lily Lodge durchgeführt. Hat alles super funktioniert und war der absolute Hammer. Kann ich uneingeschränkt empfehlen. Muss jedoch anmerken, dass ich auch keine anderen kenne, nur die Boote die wir noch so gesehen haben waren oft total überfüllt. Da hätte ich keine Lust dazu gehabt.

Gruß Markus
Letzte Änderung: 20 Dez 2016 12:53 von Dillinger.
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01 Dez 2016 23:46 #454320
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Die Fahrt nach Third Bridge Camping ist toll und macht eine Menge Spaß. Auf der Suche nach einer Wasserstelle verlässt uns unser Navi und wir folgen einem Weg der kaum zu erkennen ist und nach einer halben Stunde, sich so langsam im hohen, dürren Gras verliert. Wir haben keine Ahnung wo wir sind und wo es langt geht. Zurück ist eine schlechte Option, da sicher ein Umweg von 2 bis 3 Stunden. Also langsam durch das hohe Gras weiter in die vermutete Himmelsrichtung. Extremes aufpassen auf Termitenbauten oder andere versteckte Hindernisse im hohen Gras. Nach unendlichen 20 Minuten erscheint auf dem Navi ein Weg und wir haben unsere Orientierung zurück. Ist ein komisches Gefühl, in der Weite Botswanas die Orientierung zu verlieren. Im Gegensatz zu den meisten Gebieten die wir in Namibia, besonders auch im Etosha kennen gelernt haben, ist man in den Parks Botswanas, eher sehr einsam unterwegs. Wir sind oft Stunden auf Achse, ohne auch nur einen anderen Menschen zu treffen, ein absolut neues Gefühl, das man im Rhein-Main-Gebiet so sicher nie empfinden kann. Für mich macht dies, gerade den Reiz einer solchen Reise aus.
Ach ja, unsere Trinkwasservorräte sind erschöpft. Nun gibt es nur noch Bier und stinkendes, braunes Wasser aus den Tanks von Xaxanaxa. Kurz vor Third Bridge kommen wir noch durch ein kleines Dorf mit einem Kiosk. Leider gibt es kein Wasser, nur eine komische Pfeffer Cola, die ich noch nie gesehen habe. 4 Dosen gekauft, mit absoluter Lust geöffnet, getrunken und das Gesicht verzogen. Übles Getränk nach dem einem der gesamte Mund- und Rachenraum brennt. Habe ich erwähnt, dass es hier Brennholz in un rauen Massen gibt?


Und dann kommt die berühmte Brücke in all Ihrer Bracht in Sicht. Im Internet 100mal gesehen und nun steht man selbst vor diesem Knüppeldamm. Drei Autos lassen uns, ganz Gentleman, den Vortritt. Wir mutig los und hoppeln über die Knüppel, um am Ende doch erstaunlich tief in das Wasser abzutauchen. Alles kein Problem, die hessischen Superhelden schaffen es locker. Bei der Aufstellung für das obligatorische Selfie, trauen sich auch die übrigen Helden über den Fluß.






Kurz auf der Campsite angemeldet und..... Das kleine Gebäude im Hintergrund des letzten Bildes, ist ein nagelneuer Kiosk. Dies bedeutet Wasser!!!!!!!!
Wir beziehen unseren echt schönen Stellplatz Nr. 2 und machen eine Pause. Kurz nach Mittag, brechen wir zu einer Mokoro Tour nach Mboma Island auf. Der Weg ist toll, nur die letzten 800 Meter bestehen aus heftigem Tiefsand, der unserem Motor alles abverlangt.
Die Leute an der Boot-Station sind sehr nett und erzählen einiges von Ihrem doch sehr einsamen Leben in dieser Wildnis. Wir starten zu einer absolut entspannten Mokoro Tour. Unser Jüngster Moritz meint nach 10 Minuten zu mir: " Papa, dass ist der Hammer hier, ich entspanne total und kein Motor brummt." Recht hat er und wir geniessen das ruhige dahingleiten der Einbäume.






Entspannung pur!
Zurück am Anleger, gönnen wir uns noch ein kühles Getränk und fahren langsam zurück zur Campsite.
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02 Dez 2016 00:48 #454324
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So etwa eine Stunde vor Third Bridge finden wir ein festgefahrenes Auto im extremen Tiefsand. Kuhfänger und der gesamte vordere Teil des Autos ist ziemlich demoliert und mit diversen Schnüren gesichert. Am Auto steht eine sehr verzweifelte französische Familie mit zwei Mädels im Alter unserer Jungs. Wir halten an und fragen was los ist. Die Franzosen wollten mit drei Autos zur Mboma Boots Station um von dort zu einem Zeltcamp im Delta, per Einbaum, über zu setzten. Alle drei Wagen hatten sich festgefahren und bei den Befreiungsversuchen wurde, in der Verzweiflung auch mal das Abschleppseil am Kuhfänger befestigt. So sieht das Auto nun auch aus. Zwei Wagen haben Sie nach drei Stunden flott bekommen und die sind ohne die letzte Familie zurück nach Third Bridge gefahren. Ich habe dies nicht so ganz verstanden, bin aber auch kein Franzose. Wir fragen on wir helfen können und merken, dass die Familie völlig mit den Nerven am Ende ist, Sie wollten gerade die Dachzelte für die Nacht aufbauen. Ich biete Ihnen mein Satfon an und da fliesen die Tränen der Erleichterung. Nach kurzer Besprechung hänge ich Ihr Fahrzeug an unsere Superkarre und ziehe Sie ohne größere Probleme aus dem Sand. Was unsere europäischen Nachbarn mit drei Autos mehrere Stunden gemacht haben wird sich mir nie erschliessen. Habe jedoch den Eindruck, dass der Fahrer mit der Geländesituation total überfordert ist und von Kleinigkeiten wie Luft ablassen, noch nie etwas gehört hat. Wir fahren mit den Franzosen zurück im Konvoi, da Sie extreme Angst hatten sich nochmals festzufahren. Im Camp kommt uns der Rest der französischen Truppe entgegen und hat einen Wildhüter LKW im Schlepptau. Wir werden herzlich verabschiedet und bauen schnell unser Nachtlager auf.
Am Abend besucht uns eine Hyäne am Lagerfeuer und wir sind doch sehr verwundert, welche beeindruckende Größe diese Tiere haben. Um Sie zu fotografieren bin ich leider viel zu langsam. Dafür können wir die gesamte Nacht Ihre, doch sehr eigenen Lauten, lauschen.


Am Morgen begrüßt uns dieses sehr schöne aber unbekannte Tier.
Nach kurzem Frühstück packen wir und werden doch tatsächlich noch von einem Affen beklaut. Er hat sich hinter dem Auto angeschlichen und sich Chips und andere Naschereien aus der Heckschublade geschnappt. Trotz wilder Verfolgungsjagd, lässt er es sich bereits auf der Flucht schmecken und schmeißt uns nur die lehre Tüte zu.





Leider bricht beim Zeltabbau, der bereits seit längerer Zeit wackelnde, Außenspiegel ab. Doch kein Problem, wir haben natürlich Panzerband dabei und können das kleine Malöhr beheben.
Third Bridge hat uns sehr gut gefallen, wir hätten längen bleiben wollen.
Die Fahrt nach Maun ist schön, aber anstrengend und wir können noch einige tolle Tiere beobachten. Elefanten 1m neben dem Fenster, bearbeitet doch sehr beeindruckend einen Baum. Unsere Jungs können sich im Autofahren üben, auch wenn der jüngste noch nicht ganz an die Pedale kommt.













Gegen späten Nachmittag erreichen wir Maun und unsere Unterkunft Discovery B&B. Wir werden sehr herzlich empfangen und entspanne in einem grünem Paradies, zurück in der Zivilisation.







Auch ein richtiges Bett und eine saubere Dusche lassen unsere Herzen höher schlagen.


Anhang:
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02 Dez 2016 06:29 #454327
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  • felix__w am 02 Dez 2016 06:29
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Dillinger schrieb:
Nach kurzem Frühstück packen wir und werden doch tatsächlich noch von einem Affen beklaut. Er hat sich hinter dem Auto angeschlichen und sich Chips und andere Naschereien aus der Heckschublade geschnappt. Trotz wilder Verfolgungsjagd, lässt er es sich bereits auf der Flucht schmecken und schmeißt uns nur die lehre Tüte zu.
Da ist uns (auch auf Platz 2) das selbe passiert. Wir hatten am zweiten Morgen einmal vergessen, alles zu schliessen. Er hat zuerst den Cornflakes Sack au gerissen und dann ein Tupper mit Resten (habe am Vorabend extra viel Pasta gekocht, damit wir am nächsten Mittag noch hätten ..) genommen.
Dillinger schrieb:
Auch ein richtiges Bett und eine saubere Dusche lassen unsere Herzen höher schlagen.
Waren bei euch die Duschen in den Parks nicht sauber?

Felix
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