THEMA: Namibia 2015/2016 - 4 Wochen durch den Nordteil
30 Okt 2016 12:08 #450149
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  • Birgit und Werner am 30 Okt 2016 12:08
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Hallo Bele,

danke für dein Komliment und deine Fragen, die ich gern beantworte:

Zum Martial Eagle ganz am Anfang unserer Tour:


Auf dem Kopf des Kampfadlers turnte aufgeregt ein Fahlflügelstar* herum (Pale-winged Starling) und startete immer wieder Attacken aus der Luft. Der Adler, den wir aus ca. 15 m Entfernung beobachten konnten, ließ sich weder von uns noch von seinem "Gegenspieler" nennenswert aus der Ruhe bringen. Wir standen etwa 10 Minuten da (im Auto) und beobachteten und fotografierten fasziniert die Szenen. Man könnte sich zwar einbilden, dass der Martial Eagle etwas genervt aussieht, aber jedenfalls hatte er gehörige Frustrationstoleranz :laugh: . Wer schließlich gewonnen hat, kann ich nicht sagen... ;)

Zur Spitzschwanz-Paradieswitwe (Long-tailed Paradise Whydah) hier folgendes "Belegfoto" (ich hatte es noch etwas schlechter in Erinnerung, aber natürlich sehen die beiden nicht so spektakulär aus, wie im vollen Brutkleid):


Viele Grüße
Birgit

P.S.: Es könnte auch ein Drongo gewesen sein, zu dem Zeitpunkt waren wir ja noch nicht wirklich "fit" mit den Arten. Aufgrund der Mauser fällt mir auch die Nachbestimmung schwer... :unsure:

Zur Bestimmung der Greifvögel möchte ich folgenden "Trick" weitergeben: Werner hat "Belegfotos" in großer Höhe geschossen. Über den Zoom haben wir dann den Ausschnitt in aller Ruhe betrachten können, bis wir unserer Bestimmung sicher waren. Das Sigma-Tele hat einen Wahnsinns-Autofokus! :woohoo:
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30 Okt 2016 13:40 #450165
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  • Birgit und Werner am 30 Okt 2016 12:08
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Liebe Follower,
FALLS ihr jetzt auf den nächsten Tag wartet... heute (Sonntag) komme ich nicht mehr dazu ;)
Viele Grüße
Birgit
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30 Okt 2016 18:23 #450191
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  • Biologe am 30 Okt 2016 18:23
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Hallo Birgit,

bei der Agame am Anfang Eures Berichts handelt es sich eher um eine Namibische Felsenagame (Agama planiceps). Bei dieser haben die Männchen auch einen rötlichen Schwanz (zur Paarungszeit). Bei A. agama ist der Schwanz nicht rötlich. Leider ist das Tier auf Eurem Foto nicht vollständig zu sehen.

Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica
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30 Okt 2016 22:56 #450213
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Hallo Michael,
vielen Dank für die Auskunft! Ja, das Tier, dass wir auch noch öfter gesehen haben, hatte einen roten Schwanz. Ich werde deine Korrektur gleich einpflegen :)
Birgit
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31 Okt 2016 12:01 #450251
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Weiter geht's:
6. Tag: Ab zum Caprivi!

Der Abschied von Roy's Camp wird durch einen ausufernden ornithologischen Austausch mit einem englischen Guy verzögert, danach geht es gut aber gut voran auf der B8 und wir sind ganz hibbelig, dass wir uns jetzt dem "schwarzafrikanischen" Teil Namibias nähern. Als Greenhorns müssen wir uns innerlich erst einmal abgrenzen gegen einige "Warnungen" (nicht hier aus dem Forum...) vor Kriminalität in dieser Region. WIR haben absolut NIX in dieser Richtung erlebt und würden daher dieses Thema nicht besonders hoch hängen.
Mit dem erneuten Hinweis, dass dieser Bericht sich ja gerade auch an Namibia-Neulinge wie uns wendet, sei noch erwähnt, dass alle Tankstellen, Supermärkte und Geldautomaten üblicherweise von Security überwacht sind, die freundlich darauf achten, dass alles gut läuft - auch dies gibt einem einem ein Gefühl relativer Sicherheit.

Nach einem Tankstopp in Rundu ändert sich die Szenerie links und rechts von der Straße: einfache Krals mit einigen Rindern und vielen, vielen Kindern geben einem ein Gefühl, jetzt wirklich "in Afrika" zu sein...

Blechhütten in den Vororten von Rundu:


Wenig später:


Der erste Blick auf den Okavango:


Und dann sind wir auch schon in Ngepi... "Paradise found" lautet der Slogan auf der Website - und genau so haben wir es empfunden! ngepicamp.com/


Ngepi bleibt rückblickend betrachtet unser "Lieblingscamp": liebevolle, etwas freakige Atmosphäre, der direkte Blick auf den Fluss und den gegenüberliegenden Bwabwata NP sowie einige links der NP-Grenze liegende Krals, das freundliche Personal... Details der einzigartigen sanitären Anlagen möchte ich hier gar nicht ausführen, weil es uns selbst so viel Spaß gemacht hat, sie auf dem Campgelände zu entdecken...

Unsere Campsite (Nr. 19) liegt etwas abseits (also längerer Weg zum Dinner), mit direktem Flussblick - passt! Wir bringen sofort unser Spektiv und die Kamera in Anschlag, weil das, was sich dort am Fluß abspielt und was im Sekundentag vorbeifliegt, ist alles neu und dermaßen aufregend :woohoo:
Die ersten Hippos unseres Lebens, die Schreiseeadler - und dann auch noch gleich die ersten Scherenschnäbel :woohoo: ... Ich höre jetzt sofort auf mit der Auflistung der Vögel, sonst komm ich hier überhaupt nicht voran... Aber ich werde später eine eigene Ngepi-Birdlist einstellen, weil ich die ohnehin noch unserem Guide Christopher (siehe unten) schuldig bin... :blush:

Also einfach ein paar Impressionen:

Abendstimmung am Fluß:


Hipp-hipp-hurra!


Typische Szene: Ein junger Mann im Mokoro; im Hintergrund: Bwabwata NP


Ein Schwarzbrust-Schlangenadler (Black-chested Snake Eagle),
Schlangenmahlzeit "to go" - die Schlange wurde im Sekundentakt immer kürzer :silly:


Das Dinner am Fluß beschert uns noch einen Blick auf Büffel, Eland und Buschbock/Schirrantilope (Tragelaphus scriptus) auf der gegenüberliegenden Flussseite. In der Dunkelheit mit Taschenlampe zurück zur Campsite, lautes Grillen- und Froschkonzert begleitet uns in den Schlaf...

Ende Tag 6.
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01 Nov 2016 17:13 #450421
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7. Tag: Ngepi Camp, Okavango; Birdwalk mit Guide Christopher

Um 06:00 Uhr starten wir zur Frühexkursion mit Guide Christopher. Zu Fuß geht es schlicht ein Stück flussaufwärts und dann auf die offenen Rinderweiden mit den großen Bäumen und einigen Senken, Sträuchern und Trockenrasen.

Werner und Christopher "in Action":


Morgenstimmung am Okavango:


Die Landschaft im Hinterland des Okavango:


Christopher ist uns ausdrücklich als Birding-Experte zugeteilt worden - und hat uns sehr beeindruckt mit seiner Fachkunde und seinen guten Sinnen. Er hat sich bereits vor 10 Jahren, als es ihm in den paar Hütten seines "homestead" zu eng wurde, immer zu langen Wanderungen in die Natur aufgemacht, hat beobachtet und gelauscht, zunächst ohne jede Optik oder Bestimmungshilfe. Später traf er dann auf europäische Birder (wie so oft: die Briten, weltweit berüchtigt als "Twitcher") und bekam ein Bestimmungsbuch geschenkt. Nun lernte er lesen und Englisch über dieses Buch. Als Guide konnte er sich dann auch irgendwann ein gebrauchtes Fernglas leisten. Aber das braucht er eigentlich nicht: ihm ist jeder Gesang und jeder Ruf vertraut und er muss Augen wie ein Adler haben. Die Ortskunde kommt dann hinzu. Auf diese Weise bekamen wir perfekte Lehrstunden in Sachen Namibischer und Caprivischer Vogelwelt, die uns dann für den Rest der Tour wertvolle Dienste leistete. Natürlich zeigte er uns auch einige der "Top Ten" der Gegend, z.B.

Angola-Mönchskuckuck (Coppery-tailed Coucal):


Braunbürzelamarant (Brown Firefinch):


Unsere "Ausbeute" in ca. 3 Stunden mit Christopher: ca. 70 Vogelarten! :silly: Einige davon hätten wir allein wohl nur schwerlich bestimmt: Wie hätten wir zuvor z.B. den Sumpfzistensänger (Chirping Cisticola) von dem Lyneszistensänger (Luapula Cisticola) unterscheiden können? :blink:

Lyneszistensänger (Luapula Cisticola)


Ein spätes Frühstück (Eier mit Speck) - und dann muss in aller Ruhe die Birdlist gepflegt werden. Das übernehme ich, während Werner erneut auf die "Pirsch" geht, um Gesehenes noch einmal in aller Ruhe fotografisch festzuhalten.

Birgit beim "Nachbestimmen" (hier: Nama-Flughuhn)


Auf unserem Stellplatz ist jetzt auch der direkt angrenzende Nachbarplatz belegt, mit einer Großfamilie. Aber wir schlucken dreimal und machen dann das Beste daraus. Für die Kinder (und auch die Großen) ist natürlich ein Blick durchs Spektiv eine Attraktion, zumal an der gegenüberliegenden Flußseite gerade ein Krokodil döst...



Etwas später können wir noch folgende, aufregende Szenen direkt gegenüber der Lodge beobachten:

Da ist jemand echt sauer:


Nach dem der Bulle ein paar Exkremente mit dem "Schwänzchen" verteilt hat und der Rivale immer noch nicht "Leine zieht", wird ernsthaft gedroht:


Hier folgt die Antwort:


Am Ende gibt der Klügere dann aber doch nach, bevor es Verletzte gibt...

Trotz dieser Szenen entscheiden wir uns abends "wider jede Vernunft": wir buchen für morgen Vormittag einen 1/2 Tag Mokoro-Flussfahrt mit Christopher. Dieser Mensch machte auf uns so einen verlässlichen Eindruck, dass wir uns trauen, uns ihm im Einbaum dem Flußpferd- und Krokodil-besetzten Okavango anzuvertrauen. Und vom Fluss aus gibt es einfach immer fantastische Beobachtungsmöglichkeiten... Die Befreiung der Guides und des Ngepi Camps von jeglicher Haftung ist dann eine "Formsache" :whistle:, zumal wir immerhin keine Vorkasse leisten müssen :laugh:
Die Buchung erfolgt an der Bar, wo launig 2 Hippo-Skulls an der Decke baumeln:



Ja, ja, ich weiß... es gibt jedes Jahr Zwischenfälle bei den Mokoro-Trips "Die meisten tödlichen Unfälle mit Wildtieren in Afrika passieren mit Flusspferden." Werner hätte auch am liebsten gekniffen :unsure: , aber er hat ja mich dabei: mit einem entschiedenen "No risk, no fun!" :woohoo: :silly: :evil:

Hier noch ein bisschen "Ausbeute vom Tages-Fotoshooting:

Senegalliest (Woodland Kingfisher)


Dominikanerwitwe (Pin-tailed Whydah)


Zum Vergleich: Königswitwe (Shaft-tailed Whydah)


Rotschnabel-Madenhacker (Red-billed Oxpecker)


Kapkauz (African Barred Owlet)


Epaulettenflughund


Heute Abend wird das Froschkonzert ergänzt um das idyllische Brummen des Kühlschrankgenerators unserer Campnachbarn :blink:

Ende Tag 7.
Anhang:
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Letzte Änderung: 01 Nov 2016 19:26 von Birgit und Werner. Begründung: doppelte Bild ersetzt
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