THEMA: Namibia ohne Etosha? Können wir nicht
18 Apr 2016 19:48 #428122
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Hallo zusammen,

manch einer mag sich verwundert die Augen reiben - die haben doch gerade erst einen Reisebericht hier im Forum abgeliefert?! Stimmt, und das hat uns dermaßen viel Freude bereitet, dass wir dem Erstling gern direkt einen Nachfolger hinterherschicken möchten. Danach ist erst einmal Schluss, keine weiteren Ausflüge an dieser Stelle in die Vergangenheit, versprochen...

Die Rede ist diesmal von Namibia, unsere zweite Reise zu einer unserer Lieblingsdestinationen führte uns Anfang November vergangenen Jahres vor allem in den Süden. Große Offroad-Abenteuer, Lagerfeuer-Romantik - ich bewundere das in diesem Forum immer sehr, haben wir aber nicht zu bieten. Wir waren als Selbstfahrer auf einer ziemlich klassischen Route unterwegs, und weil wir unmöglich nach Namibia reisen können, ohne in den Etosha zu fahren, hat es uns auch diesmal wieder dorthin verschlagen.

Ich würde mich freuen, wenn sich interessierte Mitfahrer finden; um die (bei uns leider sehr lange) Wartezeit bis zum nächsten Afrika-Trip zu verkürzen, die eine oder andere Gegend gedanklich noch einmal zu bereisen oder sich möglicherweise sogar Anregungen zu holen.

Die Route:
1.-3.11. Bagatelle Kalahari Game Ranch
3.-4.11. Pension Gessert, Keetmanshoop
4.-6.11. Fish River Lodge
6.-8.11. Klein-Aus Vista
8.-10.11. Tok Tokkie Trail, Namib Rand Nature Reserve
10.-12.11. Sossus Dune Lodge
12.-13.11. Casa Piccolo, Windhoek
13.-15.11. Onguma Bush Camp, beim Etosha
15.-16.11. Halali Camp, im Etosha
16.-19.11. Okaukuejo Restcamp, im Etosha
19.-20.11. Etango Ranch, bei Windhoek

Morgen geht es los!

Bis vielleicht dahin,
Bettina und Thomas


Reisebericht Namibia 2019

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19 Apr 2016 18:44 #428263
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Zunächst einmal ein herzliches Willkommen an alle Mitfahrer! Wir freuen uns und geben uns alle Mühe, vorsichtig zu fahren. Aber kleinere Turbulenzen kann ich leider nicht ausschließen, doch seht in den nächsten Tagen selbst...

1./2. November: Entspannter Start in der Kalahari

Wir sind wieder da - und alles fühlt sich wundersam vertraut an. Im Dezember 2012 waren wir zum ersten Mal in Namibia und schnell stand fest: Wir kommen zurück. Zwischendurch haben wir ein paar andere Afrika-Urlaube eingestreut, aber am 1. November 2015 sind wir endlich wieder dort; nach einer etwas hektischen Anreise: In Hamburg kamen wir zuerst nicht los, weil der Bordcomputer streikte :pinch: , in Johannesburg mussten wir uns dann richtig sputen, um den Flug nach Windhoek zu erwischen. Aber, Schwamm drüber, geschafft, und schon beim Landeanflug ergattern wir Ausblicke auf die grandiose, weite Landschaft, die wir in den nächsten drei Wochen erkunden wollen.

Unser Gepäck kommt zügig, auch die Formalitäten sind schnell erledigt, ruckzuck nehmen wir bei Europcar unser Auto in Empfang. Der Ford Ranger wäre vielleicht für unsere Strecke nicht zwingend nötig gewesen, wir haben uns aber trotzdem für einen 4x4 entschieden. Der Wagen macht insgesamt einen guten Eindruck, nur die Hinterreifen sind arg abgewetzt und haben tiefe Schnitte. Der nette Mitarbeiter ist ganz unserer Ansicht. Und weil auch der Tankdeckel nicht richtig schließt, soll uns am nächsten Tag ein Kollege ein anderes Auto zur Bagatelle Ranch bringen, das aber erst noch besorgt werden muss. Zur Sicherheit hinterlassen wir auch die Adresse der Pension Gessert, wo wir im Anschluss sein werden, und schon machen wir uns auf den Weg.

Ich weiß, es ist hier im Forum ein "heißes Eisen", direkt nach der Ankunft etwas weiter zu fahren. Was habe ich zu unserer Verteidigung vorzubringen? Wir kennen uns mit Straßenverhältnissen wie in Namibia, solch einem Auto und auch Linksverkehr aus, sind natürlich nicht den schönsten, sondern direktesten und einfachsten Weg via Teerpad und noch dazu sehr gelassen gefahren. Dazu raten würde ich vor allem Namibia-Debütanten allerdings explizit nicht.

Die Sonne lacht, es ist muckelig warm, was vor allem Thomas genießt, der sich im Hamburger Herbst eine dicke Erkältung eingefangen hat. Wir sind happy und voller Erwartungen. Am Nachmittag erreichen wir die Lodge, die uns auf Anhieb gefällt. Unser Dune Chalet ist geräumig, ganz schön luxuriös, und dann dieser Blick.





Wir packen aus, relaxen, später gehen wir die paar Schritte von "unserer" Düne runter zur Lodge. Das Essen in tollem Ambiente draußen am gemütlichen Lagerfeuer ist eine Wucht. Pappsatt und müde fallen wir ins Bett.



Am nächsten Morgen werde ich früh wach. Es ist kalt, und zwar so richtig. Schafskälte. Und nur kaltes Wasser im Luxus-Bad nebst Badewanne. Nein, das bringt uns nicht nach vorne. Vielleicht sind diese morgendlichen Temperaturen hier in der Wüste normal? Doch auch die Lodge hat es sprichwörtlich eiskalt erwischt. Die Tische, an denen wir gestern Abend noch so gemütlich gesessen haben, sind verwaist, das Frühstück findet drinnen statt. Alles wirkt ein bisschen improvisiert und chaotisch, was uns aber nicht stört.

Wir lassen es ruhig angehen, sind fast die einzigen, die zwei Nächte bleiben. Wir melden den offenbar defekten Durchlauferhitzer, unternehmen eine ausgedehnte Wanderung über die Dünenkämme, die Sonne scheint, der Wind ist frisch, klassisches T-Shirt-Wetter. Wir fühlen uns wohl.









Für eine Runde im Pool ist es definitiv zu kalt, doch am Nachmittag gibt es Erdmännchen-Besuch und damit beste Unterhaltung. Sebastian und seine Nachkommenschaft sind an Menschen gewöhnt und halbzahm - mit Betonung auf halb. Ich halte vorsorglich ein wenig Abstand - und tue gut daran. Einen Gast beißt Sebastian beherzt in den Finger. Lustig ist sie trotzdem, die Bande...









Am späten Nachmittag entscheiden wir uns für den Scenic Drive, der uns sehr gut gefällt und demonstriert, wie riesig das Gelände ist. Die ersten Wildtiere sehen wir auch und zum Abschluss gibt's lecker Sundowner B) . Ein entspannter Auftakt, ganz nach unserem Geschmack. Nur, das neue Auto ist nicht gekommen. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag...






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20 Apr 2016 17:19 #428439
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3. November: Im Köcherbaumwald

Am nächsten Morgen schlafen wir wieder relativ lang, und auch sonst grüßt das Murmeltier: Das Wasser im Bad ist weiterhin kalt, genauso wie die Außentemperaturen am Morgen. Das Frühstück findet im Haus statt, und das Auto ist auch noch nicht da. Wirklich beunruhigt sind wir deswegen nicht, wir haben ja einen Wagen nebst zwei Ersatzreifen, trotzdem möchten wir gerne wissen, was Sache ist. Wir haben eine Simkarte für Namibia gekauft, aber keinen Empfang, die wirklich sehr netten Bagatelle-Mitarbeiter sind aber behilflich und lassen uns mit Europcar telefonieren.

Tatsächlich erreichen wir jemand und er scheint sogar im Bilde zu sein. Ja, heute käme dann jemand zur Bagatelle Ranch, wir sagen, nee, nutzt aber nix, wir sind gleich weg. Aha. Dann käme eben jemand nach Keetmanshoop. Aha, soso, der Weg wird für den armen Fahrer immer weiter, ist aber letztlich nicht unser Problem. Wann er denn wohl ungefähr käme? Naja, irgendwann halt. Gut, na dann bis dann... :dry: Gegen elf fahren wir gemütlich los, Thomas scheint auf dem Weg der Besserung zu sein, alles gut. Bagatelle fanden wir prima, kaltes Wasser hin oder her. Die Kalahari war Neuland für uns, die Landschaft, die roten Dünen, wir fanden das sehr schön und beruhigend, zum An- und Runterkommen sozusagen, der ideale Start.

Die rund 200 Kilometer nach Keetmanshoop sind keine Herausforderung, am späten Mittag sind wir da. Nur wo? Unser GPS kommt nicht klar, die Pension soll um die Ecke sein. Was, hier!?! Die Gegend, in die wir geraten sind, macht gar keinen vertrauenswürdigen Eindruck, wir ernten erstaunte Blicke. :S Wir drehen um, fahren auf Verdacht ins kleine Zentrum, und tatsächlich finden sich zahlreiche Wegweiser zum Guesthouse. Herr Gessert empfängt uns freundlich, er hat sich eine kleine Oase geschaffen. Unser Zimmer ist grundsätzlich schlicht, nur die Deko ein wenig verspielt, aber blitzblank sauber und - die Dusche ist heiß! Was wir direkt eiskalt ausnutzen.

Am Nachmittag wollen wir zum Köcherbaumwald. Nur zu welchem? Wir peilen zunächst den wohl bekanntesten an, den Quivertree Forest auf der Farm Gariganus. Wir sind früh dran, zahlen zwei Tickets und schauen uns um. Wir hatten ursprünglich überlegt, die dazugehörige Übernachtungsmöglichkeit zu buchen und sind nun froh, dass unsere Agentur abgeraten hat. Die Häuschen im Iglu-Style sehen wenig einladend aus, überhaupt besitzt die Anlage nach unserem Geschmack wenig Charme. Der "Wald" selbst, der ja nicht wirklich einer ist, überzeugt uns allerdings. Diese bizarren Bäume (richtigerweise Aloen) in dieser unwirtlichen Landschaft - einfach schön.





Bis zum besseren Fotolicht ist noch immer viel Zeit und wir beschließen, noch ein paar Kilometer weiter zum Mesosaurus Fossil Camp zu fahren. Der Köcherbaumwald dort soll ebenfalls schön sein und weniger überlaufen, doch als wir dort ankommen kehren wir wieder um. Wahrscheinlich sind wir übervorsichtig. Aber die Strecke hat sich doch ganz schön gezogen, und da wir bis nach Sonnenuntergang fotografieren werden, müssten wir rund 40 Kilometer auf Gravel im Dunkeln zurückfahren. Das ist uns ehrlich gesagt nicht geheuer, und so entscheiden wir uns letztlich für Gariganus. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Giant's Playground vorbei, der im Ticket inbegriffen ist. Wir machen einen kleinen Spaziergang dort, es ist sehr heiß, wir sind ganz allein und diese unwirkliche Landschaft gibt uns das Gefühl, fernab jeder Zivilisation zu sein.





Was natürlich nicht stimmt. Zurück bei Gariganus ist plötzlich richtig was los. Ganze Reisebusse, wo kommen die denn plötzlich her? Das Rätsel ist schnell gelüftet: Es gibt ein allabendliches Cheetah-Feeding, wir sind herzlich eingeladen, lehnen aber dankend ab. Darauf haben wir schon auf Bagatelle verzichtet, diese Fütterungsaktionen sind nicht ganz unser Ding. Wir laufen hoch zu den Köcherbäumen, und inmitten der Steine, Klippschliefer und Bäume mit ihrer goldenen Rinde ist es genauso, wie wir es uns erhofft hatten. Nur wenige andere Gäste sind da, die Reisebusse sind nach der Geparden-Fütterung wieder vom Hof gerollt.













Wir genießen diese archaische Landschaft, die Stille und Einsamkeit, viel zu früh ist die Sonne verschwunden und wir fahren die 13 Kilometer nach Keetmanshoop ohne Stress zurück.















Auf dem Weg zur Pension legen wir einen Stopp ein, Herr Gessert hat uns ein Restaurant empfohlen, es scheint das einzig akzeptable im Ort zu sein. McDonald´s Style, es gibt Burger und Pommes, für mich als Vegetarierin also nur Pommes. Ist kein Hit, macht aber satt, und am Gessertschen Tor wartet dann tatsächlich unser Tauschauto. Der Fahrer ist freundlich, aber etwas verstimmt, er hat eineinhalb Stunden auf uns gewartet. Wir erklären ihm, dass wir weder wissen konnten, wann er kommt, noch, ob er überhaupt kommt. Ist alles nicht wirklich ein Problem, der Tausch geht reibungslos über die Bühne und alle Reifen sind fast nagelneu - der Fahrt zur Fish River Lodge am nächsten Morgen dürfte also nichts im Wege stehen. Oder etwa doch...?

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21 Apr 2016 17:37 #428597
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4. November: Eine rumplige Angelegenheit

"Jetzt fühle ich mich richtig krank." Thomas' erster Satz nach dem Aufwachen ist ein Schock für mich. Die Erkältung war doch schon fast weg?! An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Mann während unserer ersten Namibia-Reise im Sossusvlei plötzlich mit über 40 Fieber ungefähr so glühte wie die Namib und es seinerzeit Tage gedauert hat, bis es ihm wieder besser ging. Das Trauma wirkt noch nach, und das jetzt gleich zu Beginn der Reise - ich bin erst einmal bedient. Die glänzenden Augen verraten, was das Thermometer bestätigt: Die Temperatur ist leicht erhöht, das allgemeine Wohlbefinden arg beeinträchtigt.

Aufstehen und frühstücken geht immerhin, und das Gessertsche Frühstück wird dem Lob hier im Forum allemal gerecht. Schade nur, dass Thomas es nicht richtig genießen kann und auch mir fehlt der rechte Appetit. 155 Kilometer zur Fish River Lodge, das klingt wie ein Katzensprung und ist es im Prinzip auch. Doch die letzten 20 Kilometer sollen es in sich haben. Thomas macht es sich auf dem Beifahrersitz bequem und ich fahre schnurstracks Richtung Süden. Die Landschaft wird immer trockener und einsamer, schließlich begegnet uns stundenlang nichts und niemand mehr.





Dann ist sie da, die gefürchtete Farmzufahrt. Der Anfang geht noch, wir sind angenehm überrascht, doch es wird holpriger. Wir verlegen uns auf Schneckentempo. Ich kürze das mal ab: Die rumplige, steinige Strecke ist kein Kindergeburtstag, mit Ruhe und Geduld aber gut zu handeln. Wir sind froh um ausreichend Bodenfreiheit und lassen uns viel Zeit. Etwas mehr als eine Stunde benötigen wir für die 20 Kilometer inklusive Fotostopps. Unterm Strich waren wir froh, zu wissen, was auf uns zukommt.

Die Lodge haut uns um. Modern, stylish, grosszügig, direkt am Canyonrand gelegen - einfach der Hammer!







Auch unser Bungalow ist eine Wucht, das Badezimmer riesig und der Blick ohne Worte. Thomas fühlt sich schlecht , ist total schlapp und legt sich direkt ins einladende Bett. Um es positiv auszudrücken: wenn an einem Ort krank im Bett rumliegen, dann hier.



Die Lodge-Mitarbeiter sind extremst nett und hilfsbereit, es gäbe sogar einen Lodgearzt, den wir kontaktieren könnten. Mal abwarten. Wir entspannen erst einmal, Thomas schläft und am Nachmittag mache ich den Spaziergang am Canyonrand entlang zu einem Aussichtspunkt allein.









Der Blick von dort hinunter in den Canyon und auf die Lodge ist fantastisch, die Stille wie nicht von dieser Welt. Ich fühle mich wie der erste Mensch, bin aber auch traurig, dass Thomas diese Eindrücke nicht mit mir teilen kann.







Als ich zurück bin, ist Thomas wach, aber nicht besser dran. Die Temperatur ist weiterhin erhöht, er hat Bauchweh und keinen Appetit. Klingt - mal wieder - nach Magen-Darm. Ich habe das Abendessen in Keetmanshoop in Verdacht, auch bei mir rumpelt's jetzt ein wenig, sicher aus Solidarität. Hunger habe ich aber auch nicht, und so verzichte ich auf den Gang zum Abendessen. Eine unfassbar freundliche Mitarbeiterin bringt mir - unaufgefordert! - ein paar Kleinigkeiten aufs Zimmer, dann gehen bei uns früh die Lichter aus. Für den nächsten Morgen haben wir die Jeep-Fahrt hinunter in den Canyon gebucht, die nur diese Lodge anbietet. Thomas möchte unbedingt mit, doch ich habe so meine Zweifel...
Anhang:

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22 Apr 2016 14:47 #428723
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5. November: Heißer Ritt in den Canyon

Es ist noch stockfinster, als am nächsten Morgen der Wecker klingelt. Thomas steht mit auf, doch schnell ist klar: Er muss die Canyon-Tour sausen lassen.



Ich mache mich also alleine auf den Weg - und dabei bleibt es auch: Ich bin der einzige Gast, eine Exklusivfahrt sozusagen. Mein Guide, dessen Name mir leider entfallen ist :dry: , fährt erst einmal ein Stück zurück auf der rumpligen Strecke, die wir gestern gekommen sind, und biegt dann ab. Was für ein Geholper! Ich dachte, eine Steigerung sei kaum mehr möglich, doch je tiefer wir uns in den Canyon hineinfressen, desto abenteuerlicher wird die Fahrt. Alle Achtung, zu was Fahrer und Fahrzeug im Stande sind...





Außer uns ist weit und breit kein Mensch, ein faszinierender Gedanke. Der Wagen kämpft und klappert, am Rand eines Plateaus mit tollem Panoramablick steigen wir schließlich aus - wow!





Ich genieße Aussicht und Stille, unten liegt der Fish River, der dem Canyon seinen Namen gibt.





Eine weitere Dreiviertelstunde und wir wären dort unten, doch ich entscheide mich dagegen. Die Fahrt ist toll, aber auch anstrengend, die extreme Hitze und vielleicht auch der Gedanke an Thomas setzen mir zu. Nach einem kleinen Brunch machen wir uns auf den Rückweg und der Guide, der aus dem Damaraland stammt, erzählt mir von der anhaltenden Dürre, die seinen Leuten zu schaffen macht. Ein immer wiederkehrendes Thema auf dieser Reise.

Klippspringer-Paar




Mittags sind wir zurück. Thomas geht es besser, er hat sich rasiert :cheer: , eine Kleinigkeit gegessen und die Temperatur hat sich normalisiert. Er ist aber noch schlapp, legt sich gleich wieder hin. Ich bin dennoch erleichtert, mache ein kleines Nickerchen und kühle nachmittags im eiskalten Pool ein wenig runter. Ich lese, döse, schwimme und überlege, ob Thomas den Tok Tokkie Trail in ein paar Tagen wohl antreten kann. Und was wir eigentlich tun, falls nicht?!





Schon am Mittag sind mir zwei Frauen aufgefallen. Sie sitzen immer noch am Pool, rühren sich kaum von der Stelle und wirken nervös. Die beiden Schweizerinnen sind am Vorabend im Dunkeln (!) angekommen - sprichwörtlich auf der letzten Rille, denn an ihrem SUV ist die Achse gebrochen. Sie warten nun sehnsüchtig auf den Rückruf ihres Autovermieters in Windhoek und können nicht vom Fleck: Nur am Pool gibt es Empfang. Das Hauptproblem: Eigentlich hätten sie schon heute nach Lüderitz weiterfahren müssen, um in ihrem Zeitplan zu bleiben. Doch bereits jetzt ist die Strecke bei Tageslicht nicht mehr zu schaffen und eine weitere Übernachtung hier gestaltet sich schwierig. Die Lodge ist ausgebucht.

Ich versuche zu beruhigen, es wird eine Lösung geben, spreche aber nicht aus, was ich denke: Der Reiseplan wäre auch ohne die Panne sehr ambitioniert gewesen - und wird es im weiteren Verlauf auch bleiben. Hier herauszufahren für nur einen Abend - Wahnsinn. Die Reisegruppe, die später ankommt, macht es allerdings nicht anders. Sundowner am Canyonrand um am nächsten Morgen weiter, puh, ganz schön stressig.

Ich sehe nach Thomas, er fühlt sich fit genug für einen Mini-Spaziergang und wir gehen ein kleines Stück am Canyonrand. Es sieht nach Gewitter aus, doch der ersehnte Regen fällt nicht.







Zum Abendessen gehe ich allein und setzte mich zu den beiden Schweizerinnen, deren Tauschauto heute noch gebracht werden soll. Tatsächlich rollen um neun Uhr zwei Wagen auf den Parkplatz. Der Fahrer und sein Kollege sind den ganzen Weg aus Windhoek gekommen und mies gelaunt, sie müssen jetzt noch bis Keetmanshoop zurück. Das zerbrochene Auto bleibt da und soll in den nächsten Tagen abgeschleppt werden. Die Frauen aber freuen sich wie Bolle über ihr neues, unversehrtes Vehikel, und ein Zimmer für die Nacht haben sie nach einer Stornierung auch noch bekommen. Na also!

Wir haben einen netten gemeinsamen Abend, dann trennen sich unsere Wege. Als Thomas und ich (ja, er auch! :woohoo: ) am nächsten Morgen frühstücken, ist das Duo schon auf dem weiten Weg ins Sossusvlei. Gute Pad also, unser nächstes Ziel heißt Klein-Aus Vista.

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6. November: Eine Landschaft in Pastell

Nach dem (sehr guten) Frühstück brechen wir nach Klein-Aus Vista auf. Die 19 Kilometer auf der Rumpelpiste machen uns kaum etwas aus und kommen uns kürzer vor als auf dem Hinweg. Wir hatten ursprünglich in Erwägung gezogen, den weiteren, aber landschaftlich sicher schöneren Weg am Oranje entlang zu nehmen. Doch Thomas ist noch nicht hundertprozentig auf dem Damm und so fahren wir die rund 250 Kilometer möglichst direkt.

Wir haben - vor allem hier im Forum - schon viel gelesen über Klein-Aus Vista und das Eagle's Nest, wo wir zwei Nächte verbringen werden. Doch die Realität sieht wie immer ganz anders aus. Die einsame, weite Landschaft in den schönsten Pastelltönen begeistert uns komplett. Die Chalets sind an den Hang und zwischen mächtige Granitfelsen gebaut, die Teil der ebenso rustikalen wie liebevollen Innenarchitektur sind. Von der hinteren Terrasse haben wir Ausblick auf einen hoch gelegenen Adlerhorst - hier kann man es aushalten!







Die angedachte Kraxeltour hoch auf die Felsen kommt für Thomas noch zu früh, und so entscheiden wir uns für eine Farmrundfahrt, die ich absolut empfehlen kann. Nur zwei weitere Gäste aus Österreich sind mit an Bord, sie sind zum achten Mal in Namibia und bleiben diesmal sechs Monate. Uff, beneidenswert... :ohmy: Wir können uns kaum sattsehen an der Landschaft, allerdings ist auch hier die schon (zu) lange andauernde Dürre ein Thema.

















Ein Sundowner mit grandiosem Ausblick macht unser Glück perfekt. Was für eine entspannte Tour! Die Österreicher, die eine ganze Woche im Eagle's Nest bleiben, wollen sie wiederholen.









Am Abend fahren wir zum Desert Horse Inn, wo unter anderem Rezeption und Restaurant untergebracht sind. Ein Fehler. Das Essen finden wir nicht besonders gut, es ist trubelig und das Restaurant voller Bustouristen. Wir sind froh, als wir nach der viertelstündigen Rückfahrt wieder in unserer Einöde sind. Am nächsten Abend wollen wir es besser machen. Aber vorher stehen Ausflüge nach Kolmannskuppe, Lüderitz und zu den Wildpferden auf dem Programm. Ein voller Tag - wir freuen uns drauf.

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