THEMA: Die Eulenmuckels auf Safari: Flüsse, Tiere, Wüsten
22 Dez 2015 22:33 #412166
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Tag 12. Dienstag, 7. Juli 2015 – Viel Wasser

Ngonye Falls – Caprivi Houseboat Safari Lodge

Bei frischen Temperaturen standen wir kurz nach Sonnenaufgang auf und frühstückten. Die Brötchen, die wir in Mongu gekauft hatten, schmeckten immer noch wunderbar weich bappig. Während Uwe alles einpackte, versuchte Ruth einen Maskenpirol zu erwischen, der laut und eindringlich in den höchsten Bäumen um das Camp herum flötete. Dies gelang ihr aber nicht, und so gab sie schließlich auf, und wir fuhren das kurze Stück bis zum Visitors Center der Ngonye Falls.



Von dort stiegen wir einen kleinen Abhang hinunter und liefen zu Fuß zu einem Aussichtspunkt auf die Wasserfälle. Wir erkannten schon, dass diese aus mehreren Einzelfällen bestehen und sich weitläufig über ein größeres Gebiet erstrecken. Überall flogen Rotkappenschwalben und Graufischer. Besonders freuten wir uns aber über diesen kleinen Kerl, der uns bisher noch nirgendwo aufgefallen war.

Langschnabelsylvietta (Long-Billed Crombec)



Nach einiger Zeit tauchte ein Guide auf und bot uns an, uns weitere Aussichtspunkte zu zeigen, von denen wir die Fälle noch besser überblicken konnten.





Er führte uns über große Steine, um einige Büsche und kleine Wasserläufe hinweg, so dass wir alles aus verschiedenen Richtungen sahen. Unser Führer erwies sich als Glücksfall, da wir sicherlich nicht alle schönen Stellen alleine gefunden hätten.
Die Ngonyefälle, auch Siomafälle, des Sambesi liegen etwa 250 km oberhalb der Victoriafälle in der Westprovinz in Sambia auf 1002 m Höhe.
Die Ngonyefälle sind [..] mit 10-25 m Höhe bei weitem nicht so spektakulär wie die Victoriafälle, die durch dieselben geologischen Verwerfungen entstanden sind wie sie. Sie formen über Basaltfelsen jedoch einen fast perfekten Halbkreis, dessen Weite beeindruckt. Eine weitere Besonderheit ist, dass das Wasser nicht nur über die Felsen stürzt, sondern auch unter ihnen, denn die stecken voller Kavernen. Auf diesen zu stehen, ist ein Gefühl ganz eigener Art, vor allem, das Wasser dort donnern und toben zu hören. Über den Ngonyefällen ist der Sambesi breit und flach, unter ihnen voller Weißwasserschnellen in den in Basalt geschnittenen Schluchten.
(Quelle: Wikipedia)





Tatsächlich waren die Ngonye Falls sehr beeindruckend. Sie bestehen aus sieben, recht großen Einzelfällen. Dazwischen gibt es Stromschnellen und Strudel.





Wir sahen ein paar Fischotter, die sich in diesem unruhigen Wasser offensichtlich wohl fühlten. Es war schon beeindruckend, wie flink und kontrolliert sich die Tiere durch das tosende Wasser manövrierten.



Der kleine Spaziergang war eine wirklich schöne Abwechslung, und ein bisschen Bewegung tat gut. So schauten wir lange auf die verschiedenen Fälle und hatten es nicht sehr eilig, wieder zurückzukommen. Wir sind uns recht sicher, dass die Ngonye Falls ohne die Vic Falls in der Nähe sehr viel populärer wären. Wir waren an diesem Morgen die einzigen Besucher und haben die Fälle ohne Trubel ganz exklusiv genießen können. Trotzdem wären für den Park ein paar Touristen mehr sicherlich von Vorteil. Ein Besuch dort ist unserer Meinung nach auf jeden Fall sehr empfehlenswert, zumal er direkt an der Hauptverbindungsstrecke zwischen Katima Mulilo und Mongu liegt.
Zurück am Besucherzentrum bestaunten wir noch ein wenig die dort ausgestellten Tierfelle, -häute und Hörner. Dann machten wir uns auf den Weg nach Süden.



Immer entlang des Sambesi mit tollen Ausblicken über den Fluss und an zahlreichen kleinen Dörfern vorbei gelangten wir an die Grenze nach Namibia.







Dort war im Vergleich zu unserer Einreise vor wenigen Tagen unglaublich viel los. Viele Lastwagen warteten und standen sogar übereinander Schlange. ;-)



Auch vor dem Grenzgebäude hatten sich viele Menschen versammelt und warteten in einer langen Reihe, die sich bis nach draußen zog. Ach du je, das konnte ja heiter werden! Brav stellten wir uns schicksalsergeben ans Ende der Schlange. Doch zum Glück holte uns schon bald ein Grenzbeamter ab und brachte uns ins Gebäude zu einem freien Schalter. So ging die Ausreise recht schnell, wenn auch etwas chaotisch, über die Bühne. Völlig ohne Kontrolle füllten wir selbstständig unsere Fahrzeugdaten in ein Buch und verließen die Grenzstation wieder. Wenn wir schon keinen Plan hatten und auch niemand Offizielles da war, den wir hätten fragen können, hatte wohl doch irgendjemand alles im Blick. Wir wurden nämlich wieder zurückgeholt, um die Einreisebescheinigung für den Wagen abzugeben.
Auf namibischer Seite war es diesmal auch etwas komplizierter. Wie immer fuhren wir bis zum Grenzgebäude, stellten uns dort an die Schlange und füllten die Formulare aus. Am Schalter wies uns der Beamte darauf hin, dass wir vergessen hatten, bei der Ebola-Kontrolle vorbeizuschauen. Aha! Gut zu wissen. Also mussten wir nochmal nach draußen und zu einem Zelt laufen, in dem per „Laserpistole“ unsere Temperatur gemessen wurde.



Mit der Bescheinigung, kein Ebola zu haben, durften wir dann auch nach Namibia einreisen.
In Katima Mulilo steuerten wir das „One River Cafe“ an. Dort gab es WLAN und leckere Burger. Während wir aßen, lud Uwe die neueste Firmware in das Satellitentelefon. Ein lustiger Papagei, der im offenen Bürofenster nebenan saß, sorgte für eine abwechslungsreiche Geräuschkulisse. Sein Repertoire reichte von verschiedenen Telefonklingeltönen, Funkgerät-Sprache über Pfeiftöne zu Tastatur-Geräuschen und Anrufbeantworter-Stimmen. Es war sehr lustig. Wir freuten uns, als das Satellitentelefon wieder funktionierte.
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22 Dez 2015 22:37 #412167
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Nachdem wir mit Freunden und Verwandten Neuigkeiten ausgetauscht hatten, fuhren wir zum Supermarkt und kauften frisches Brot. Dann ging es zur nahe gelegenen Caprivi Houseboat Safari Lodge, die unter deutscher Leitung steht. Wir bekamen einen Stellplatz, der ein wenig abseits vom Fluss unter Sträuchern gelegen war.



Am Nachmittag nahmen wir an der Sunset-Bootsfahrt teil. Sie führte ein Stück den Sambesi entlang,



und wir sahen zu unserer großen Freude viele Wasservögel.

Afrikanische Binsenralle (African Finfoot)



Hagedasch-Ibis



Weißstirnspint



Purpurreiher



Graureiher





Weißbrustkormoran



Außer uns war noch eine Familie mit zwei Töchtern im Teenageralter an Bord. Sie waren von den vielen Vögeln zwar nicht ebenso begeistert wie wir, aber zum Glück sehr geduldig und spätestens dann zufrieden, als wir noch einige Hippos und erneut ein paar Otter sahen. Der Sonnenuntergang über dem Fluss war toll, und wir schaukelten gemütlich mit einem Sundowner auf den Wellen.





Vor dem Abendessen gingen wir an die Bar und tranken etwas. Eigentlich hatten wir auf ein wenig Unterhaltung gehofft, aber die kleine Gruppe, die den Besitzer offensichtlich gut kannte und sich lautstark auf Deutsch unterhielt, war uns zu anstrengend. Als schließlich eine Kassette aus dem Auto geholt wurde und „Westerland“ von den Ärzten sowie „Aniiita“ aus den Boxen der Bar plärrte und mehrstimmig in einigen Halbtonschritten versetzt mitgesungen wurde, flüchteten wir zurück zu unserem Stellplatz.
Dort aßen wir den Rest Wurstsalat und saßen noch ein wenig beim Gezirpe der Grillen auf dem Campingplatz, während an der Bar in Moskau die Gläser an die Wand geworfen wurden.

Tageskilometer: 144
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26 Dez 2015 19:06 #412438
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Tag 13. Mittwoch, 8. Juli 2015 – Vögel

Caprivi Houseboat Safari Lodge – Kalizo-Lodge

Unser Campingplatz lag im Schatten. Daher dauerte es auch nach Sonnenaufgang ziemlich lange, bis es dort etwas wärmer wurde.



Wir saßen gerade beim Frühstück, als ein Angestellter der Lodge herbeigeeilt kam, um uns auf die beiden Turakos aufmerksam zu machen, die in den Bäumen etwas entfernt beim Parkplatz saßen. Diese besondere Vogelart lebt fast ausschließlich im östlichen Caprivi und ist nur selten zu finden. Aber bei dieser Lodge kann man sie regelmäßig entdecken. Natürlich hatten wir uns nach dem letzten Reisebericht von Matthias (fotomatte) direkt eine Notiz mit diesem Hinweis gemacht, und schon am Vortag hatten wir vergeblich nach dem Federvieh Ausschau gehalten. So ließen wir beim Frühstück alles stehen und liegen und freuten uns sehr über diese Sichtung. An viel mehr als eine Sichtung war auch nicht zu denken, denn die beiden Vögel waren überhaupt nicht zu einem Fotoshooting aufgelegt und äußerst unkooperativ. Nicht nur, dass sie grundsätzlich in den höchsten Baumwipfeln saßen, sie hielten sich auch gerne im dichtesten Geäst hinter grünen Blättern auf.

Schalow's Turaco





Meist verriet nur ihr markanter Ruf, dass sie immer noch im selben Baum saßen, den wir schon mehrere Male mit dem Fotoapparat im Anschlag umrundet hatten. Wir gaben sicherlich ein recht merkwürdiges Bild ab, wie wir so Hans-guck-in-die-Luft von Baum zu Baum marschierten. Die scheuen Vögel flogen oder hüpften einen Baum weiter und wir hinterher. Auf unserer Jagd wurden wir bald von einem Mitglied des vorabendlichen Schlagerchores begleitet und waren überrascht, wie interessiert dieser jemand an Vögeln war und wie gut er sich auskannte. Erst sehr viel später, als wir wieder zurück in Deutschland den Artikel über den Mord an Andi Meier lasen, wurde uns nach einem Blick auf das dort angehängte Foto bewusst, dass wir unbekannterweise mit genau diesem Reiseleiter an diesem Morgen gemeinsam auf Turako-Suche waren. R.I.P., lieber Andi.
Auch mit seiner Unterstützung entdeckten wir die beiden Vögel noch ein paar Mal in verschiedenen Baumkronen, aber für weitere Fotos waren sie immer wieder zu schnell auf einen anderen Ast gehüpft oder in einen anderen Baum geflogen.
Während Uwe erst einmal sein Frühstück nachholte, freute sich Ruth über die restlichen gefiederten Freunde, die sich rund um unseren Campingplatz aufhielten.

Gelbbrustbülbül



Bronzeflecktaube



Meckergrasmücke (Grey-backed Camaroptera)



Wir tippen auf einen Meisenschnäpper (Grey Tit-Flycatcher), sind aber aufgrund der Schnabelform und des fehlenden weißen Streifens bis zum Schnabel nicht ganz sicher.



Waldnektarvogel





Schneeballwürger



Nachdem wir uns viel Zeit gelassen hatten, bezahlten wir die Rechnung, packten alles zusammen und machten uns auf den Weg. In Katima tankten wir und fuhren zum Pick’n’Pay. Nachdem Uwe Geld geholt hatte, wollten wir zusammen einkaufen gehen. Da wies uns ein Sicherheitsbeamter darauf hin, dass einer von uns beim Auto bleiben sollte. Es sei hier schwierig, den gesamten Parkplatz zu überwachen, und wir sollten kein Risiko eingehen. So blieb Ruth im Wagen, und Uwe besorgte ein paar Kleinigkeiten zum Abendessen.
Letzte Änderung: 26 Dez 2015 19:07 von Eulenmuckel.
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26 Dez 2015 19:08 #412439
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Schließlich fuhren wir die ca. 30 Kilometer nach Osten zur Kalizo-Lodge. Dort bekamen wir gerade noch einen Stellplatz direkt am Sambesi. Nach uns traf eine weitere große Gruppe Südafrikaner ein, und der Campingplatz war nun ziemlich voll. Ob es vielleicht am Rummel oder an etwas anderem lag, wissen wir nicht, aber im Vergleich zum letzten Jahr sahen wir deutlich weniger Vögel. Im Baum über uns saßen einige grüne Fruchttauben und schlugen sich mit den Jackalberries den Bauch voll. Diesen entleerten sie dann über uns. Ständig fielen kleine Bröckchen auf uns herab, die glücklicherweise nicht allzu feucht waren. Trotzdem stellten wir unseren Tisch nach jedem neuen Treffer wieder ein wenig zur Seite, je nachdem, an welcher Stelle die Tauben über uns im Baum saßen.



Es war ziemlich heiß. Das Thermometer kletterte bis auf 40 Grad. Wir verbrachten den Nachmittag faul im Schatten und lasen. Außerdem wuschen wir Wäsche und duschten. Ein paar Vögel leisteten uns Gesellschaft.

Senegaltaube



Graukopfsperling



Weißstirnspint



Der Sonnenuntergang über dem Sambesi und das Licht unmittelbar danach waren unbeschreiblich schön. Orange und rot färbte sich der Horizont und spiegelte sich im Wasser des Flusses.











Zum Abendessen legten wir Kartoffeln in die Glut, grillten Boerewors und aßen Salat mit Tomaten, Paprika, Feta und Broccoli. Danach saßen wir noch einige Zeit am Feuer und genossen den letzten Abend am Sambesi, der uns nun während des ersten Teils unserer Reise begleitet hat. Morgen fahren wir nach Botswana an den Chobe.

Tageskilometer: 47
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Tag 14. Donnerstag, 9. Juli 2015 – Volle Camps

Kalizo-Lodge – Senyati-Camp

Der Morgen war frisch. Am Abend hatte eine Gruppe junger Leute noch einige Zeit dafür gesorgt, dass niemand auf dem Campingplatz einschlafen konnte. Man merkte schon, dass wir noch zur Ferienzeit der Südafrikaner unterwegs waren, denn die bekannten Camps waren alle sehr voll und trubelig. Wir frühstückten mit Blick auf den Sambesi und stellten den Tisch so, dass er nicht unter dem Baum stand, von dem bereits wieder regelmäßig Kerne und Vogelkot fielen. Die grünen Fruchttauben waren schon wieder aktiv und turnten kopfüber in den Zweigen.





Wir überlegten, noch eine weitere Nacht hier zu bleiben, entschieden uns aber auf Grund der vielen Menschen doch dafür, heute direkt weiter nach Botswana zu fahren. Zuvor schnappten wir uns aber die Fotoapparate und marschierten ein wenig herum, um ein paar Vögel aufzuspüren. Wir entdeckten verschiedene Finken, Schwalben, Tauben und noch ein paar weitere Arten.

Gelbsteißbülbül





Angolaturteltaube



Kleine Streifenschwalbe





Langspornkiebitz



Als wir diesen Vogel das erste Mal erblickten, dachten wir zunächst, dass sich der arme Kerl mit einem Dornenstrauch angelegt habe und ein Ästchen in der Brust steckengeblieben sei. Das war jedoch sehr unwahrscheinlich, wenn direkt zwei Dornen, noch dazu an derselben Stelle, im Vogel zurückblieben. Weiß jemand von euch, welche Funktion oder Bedeutung die beiden Sporen am oberen Flügelrand der Vögel haben? Bei angelegten Flügeln ragen sie nach vorne hinaus aus der Brust.

Graulärmvogel



Braunbürzelamarant (Brown Firefinch)



Angola-Schmetterlingsfink



Für etwa eine knappe Stunde flogen hunderte Braunkehl-Uferschwalben über das Wasser und fingen sich Insekten aus der Luft. Zum Rasten ließen sie sich auf den Büschen nieder, die ihre Zweige über den Fluss streckten. So plötzlich, wie sie gekommen waren, verschwanden alle zusammen auch bald wieder.





Es war schon interessant zu beobachten, dass die verschiedenen Arten auch ihre jeweils eigene Zeit haben. Die Bienenfresser und Graufischer vom Abend waren verschwunden. Dafür kamen früh am Morgen zahlreiche andere Arten. Für Vogelfreunde lohnt sich ein Aufenthalt auf der Kalizo-Lodge auf jeden Fall, da man ohne viel Aufwand die unterschiedlichsten Entdeckungen machen kann. Besonders interessant wird es bestimmt, wenn ab Ende August/ September die Karminspinte zu ihren Bruthöhlen zurückkehren.
Am späten Vormittag machten wir uns schließlich auf und sahen auf dem Weg zur Hauptstraße noch eine Gruppe Hornraben. Im hohen Gras staksten sie umher und suchten nach Kleintieren. Dabei entfernten sie sich leider immer weiter von unserem Auto.

Letzte Änderung: 28 Dez 2015 22:56 von Eulenmuckel.
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28 Dez 2015 22:57 #412676
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Die Strecke war nicht weit, und so erreichten wir gegen Mittag die Grenze bei Ngoma Bridge. Auf namibischer Seite dauerte es ein wenig, weil eine südafrikanische Familie vor uns war und einiges mit ihrem Auto zu regeln hatte. Auf botswanischer Seite gelangten wir zunächst an die Veterinärkontrolle.





Nach einem Blick in unseren Kühlschrank mussten wir ein Paket Tomaten abgeben, das komplett mit der Plastikverpackung in ein Feuer geworfen wurde. Von den weiteren, verbotenen Lebensmitteln hatten wir glücklicherweise keine dabei.





Nach der Einreise durchquerten wir den Chobe-Park auf der Transitstrecke. Zuvor mussten wir eine weitere Kühlschrankkontrolle mit Desinfektion aller Schuhe und Autoreifen über uns ergehen lassen.
Am Sedudu-Gate fragten wir nach einer freien Campsite in Ihaha für einen der folgenden drei Tage. Die freundliche Dame bemühte sich sehr, uns nicht lauthals auszulachen, denn natürlich waren alle belegt. Das war ja leider schon ein Dreivierteljahr im Voraus der Fall gewesen, aber wir hätten ja Glück haben können. Hatten wir aber nicht. Und auch bei der Chobe Safari-Lodge sah es nicht besser aus. Alle Stellplätze waren bereits vergeben. Jaja, wir wussten Bescheid: die Ferienzeit der Südafrikaner! So fuhren wir weiter zum Senyati-Camp, wo wir bisher noch nie waren. Bereits an der Einfahrt standen mehrere Fahrzeuge und ließen Luft aus den Reifen, ein Auto hatte sich bereits auf den ersten Metern im losen Sand festgefahren. Es dauerte ein wenig, bis wir an allen vorbei waren und die Zufahrtsstraße zum Camp hinter uns gelassen hatten. Dummerweise war auch das Senyati- Camp bereits komplett belegt, obwohl es ziemlich groß ist. Wir waren etwas unentschlossen, wo wir nun die Nacht verbringen sollten und standen unmotiviert in der Gegend herum. Die Dame am Empfang bemerkte unsere Ratlosigkeit und machte uns hilfsbereit ein Angebot, uns irgendwo dazwischen zu stellen. Wir bekämen einen preislich vergünstigten Stellplatz, allerdings ohne Strom und eigene Ablutions. Das war kein Problem für uns, und wir nahmen ihren Vorschlag dankbar an. Leider konnte man uns nicht direkt einen Platz zuweisen. Dies könne nur die Managerin, die zurzeit unterwegs sei aber sicherlich bald wieder käme. Am Ende mussten wir drei Stunden auf sie warten. Nun, es gibt schlimmere Orte. Wir vertrieben uns die Zeit damit, von der Bar aus auf das Wasserloch zu schauen und auch den Fotobunker zu inspizieren.

Dreibandregenpfeifer



Schon bald kamen zwei Elefanten, die sich mit einer Menge an kühlem Wasser erfrischten, denn es war heute wieder ordentlich heiß geworden. Andächtig saßen wir im Bunker und genossen es, denn Dickhäutern aus einer ganz anderen Perspektive so nah zu sein.



Als sich die beiden Elefanten verzogen, gingen auch wir zurück zu unserem Auto, das wir im Schatten geparkt hatten. Während wir auf die Managerin warteten, tranken wir etwas und lasen.



Auf einmal kam ein Geländewagen mit Siegburger Kennzeichen (so eins haben wir hier bei uns in Deutschland nämlich auch) auf den Platz gefahren. Natürlich waren wir nicht zu bremsen und sprachen das ältere Paar an, das aus Troisdorf kam.
Endlich bekamen wir unseren Stellplatz zugewiesen, parkten das Auto und schlugen unser Lager auf. Heute waren wir zu faul zum Kochen und hatten auch keinen richtigen Appetit. So gab es nur ein paar Brote.



Danach liefen wir noch einmal zum Wasserloch, wo wir einer kleinen Herde Elefanten beim Baden und Trinken zusahen.









Als es dunkel wurde, setzten wir uns zu den Troisdorfern. Die beiden haben fast ihr ganzes Leben lang Reisen durch Afrika unternommen und konnten viele spannende und interessante Geschichten erzählen, z. B. von Saharadurchquerungen im VW-Bus. Es war ein sehr gemütlicher Abend, während dem unentwegt Elefanten zum Wasserloch marschierten und wieder verschwanden. Wir hörten ihr tiefes Grollen, die Rufe der Schakale und später das Heulen von Hyänen. Als es uns zu kalt wurde, verschwanden wir im Bett. Es war ein netter Abend mit Bernd und Marlene.

Tageskilometer: 159
Letzte Änderung: 28 Dez 2015 22:58 von Eulenmuckel.
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