THEMA: Mit dem Landy durch den Süden
16 Dez 2015 10:39 #411305
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Viel zu tun gerade, aber nun soll es weiter gehen, damit ihr für die dunkle, kalte Zeit etwas zu Lesen habt :-)

Am Oranje

Die weiteste Tagesetappe lag nun vor uns. Von der Canyon Lodge zum Oranje/Gariep und nach Aus. 380 km. Ein Deutsches Pärchen wollte am selben Tag dort entlang noch bis Lüderitz fahren. Kann man machen, muss man aber nicht. Besonders nicht mit dem Landy. Wir sind schon etwas früher am Frühstücksbuffet aufgetaucht. Regulär gibt es erst ab 7:00 Uhr etwas, aber alles war schon fertig angerichtet und das freundliche Personal hatte nichts dagegen.
Bei einer unserer ca. 10 Päuschen am Oranje, trafen wir dann das Pärchen wieder, die uns trotzt späteren Frühstücks eingeholt hatten. Sie sind dann auch bald wieder los, während wir noch die Vögel am Wasser beobachteten.

C37. Da hinten ist Südafrika.


Am Oranje sind wir auch dem ersten grader begegnet, die unermüdlich Spur für Spur in Schuss halten. Blöd hier nur, dass auf einem sehr schmalen Stück unsere Spur jetzt ein Sandhaufen war, der vom Grader, der gerade die rechte Spur gemacht hatte, dorthin geschoben worden war.
Das kam sehr plötzlich, ich fuhr also langsamer, um über den Sandhaufen auf die rechte Spur zu wechseln, da tauchte aus dem Sand ein fetter Stein auf. Bremsen? Zu spät, auf dem Sand reicht das nicht und der Wagen steht ja auch schon nicht mehr gerade. Noch stärker rechts einschlagen und vorbei? Gar nicht gut. Überschlagsgefahr. Mitten drüber? Nein, könnte das Differential treffen. Kleine Korrektur. BAMM. Mit dem linken Vorderrad drüber. Das lief in Sekunden ab.

Mist. Ausgestiegen, alles begutachtet. Nichts. Alles ok. Der Knall war die Federung. Hörte sich drinnen schlimmer an, als es war. Alles gut. Dafür ist der Landy gebaut :-)

Ai-Ais NP Checkpoint "Ost". Unbesetzt.



Rast bei Boo Plats. Von außen sah die camp site ganz ordentlich aus. Ein Schild hängt da auch noch. Wäre eine schöne Zwischenstation gewesen, ist aber wohl geschlossen. Zum Fragen war niemand da.


Fish River Brücke.


Einer der wenigen Abschnitte, wo man den Fluß von der Straße aus sehen kann.


Eine schöne Picknick-Stelle direkt am Wasser haben wir leider nicht gefunden. Es gehen hier und da z.T. tiefsandige Spuren in Richtung Wasser, aber die hatte ich mir noch nicht zugetraut und wegen der langen Etappe wollte ich auch den Einsatz von Sandmatten und Schaufel vermeiden. Nächstes Mal :)
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19 Dez 2015 21:53 #411753
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Klein-Aus-Vista

Auf unsere Hitliste der längsten/schönsten Anfahrten vom Farm-Tor/Rezeption bis zur Unterkunft/camp site steht natürlich auch „KAV“. 9 km auf schöner Sandpiste, 20 Min. der untergehenden Sonne entgegen und dann noch eine kleine Steigung und wir stehen an "The Rock".




Theoretisch kann man nun zum Abendessen zum Haupthaus zurück gondeln und dann wieder retour und zum Frühstück nochmal. Praktisch gibt es das Frühstück fertig auf Tellern und ein Braai-Paket für's Grillen am Haus zum Mitnehmen. Mit Kuchen :-)


Ja, ok. Nett angerichtet, aber zumindest das Frühstück war auch nichts Besonderes. Wir sind drei Tage dort geblieben und haben uns dann selbst verpflegt und dazu den sehr guten Wein genossen, der im Häuschen bereit lag.

Dann auf unserer Terrasse Sonnenuntergang gucken.

ahhh….


Zaungäste am Tag:




und in der Nacht:


Kein Foto gibt's von der Feldmaus. Zu schnell, die kleine. Hat uns jeden Abend besucht, daher mussten alle Lebensmittel duchrbeißsicher verstaut werden (z.B. im Kühlschrank, in Töpfen). Eine Lebend-Falle in der Küche hat sie auch gefunden. Fürchterliches Gerappel in der Nacht und eine verwirrte Maus in der Falle. Mäuschen nach draußen gesetzt, 5 Min. später wieder Gerappel… Falle weggesperrt (ohne Maus!). Ruhe.
Letzte Änderung: 19 Dez 2015 21:56 von macfrank.
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21 Dez 2015 21:04 #412045
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Was man wirklich braucht - Teil 2: Verpflegung

Die Verpflegung stellte tatsächlich überhaupt kein Problem dar. Nachdem wir am ersten Tag in Windhoek unser Gepäck ausgeladen hatten, sind wir zu Woermann & Brock gefahren. Überschaubar und alles da, was man braucht. Dank der Tipps des Forums, haben wir dem Parkwächter ein Zeichen gegeben, den Daumen hoch bekommen und nach dem Einkaufen ein paar N$ gegeben - wie die alten Hasen :-)

Eingekauft haben wir gemütlich in ca. einer Stunde für ca. 100€. Darunter Wasser, Feuerholz, Alufolie, Peaceful Sleep Mückenspray (kaum benötigt, zum Glück), Biltong, vakkumverpacktes Kudu, Butternusskürbis, Süßkartoffeln, Obst, Müsli, H-Milch, Käse.

Während der ganzen Reise hatten wir immer soviel Haltbares dabei, dass wir außerplanmäßig 2-3 Tage irgendwo hätten festsitzen können (naja, eigentlich wohl auch eine Woche :-). Den dafür eingekauften Doseneintopf hatten wir bei Abgabe am Flughafen immernoch.

Dieses Gefühl, autark zu sein, war mit die schönste Erfahrung der Reise.

Große Müllbeutel für die Reisetaschen hatten wir auch, aber der Landy ist hier besser als sein Ruf. Klar war es im Auto irgendwann sandstaubig, aber nun auch nicht soo sehr. Wir stellen uns allerdings auch nicht an, wenn im Auto jemand mit Keksen krümelt und ausgesaugt wird unser Wägelchen daheim auch nur zweimal im Jahr beim Räderwechseln vom Händler :-)

Und ja, auch Toilettenpapier :-) Das gab's aber praktisch überall auch auf den camp sites (außer Blutkuppe), so dass ihr Euch die Familienpackung schenken könnt ;-)

Farm-Shop auf Büllsport: von Feuerholz über Kühlschrank bis zum PC alles da :-)



Unterwegs haben wir meist in den Tankstellen eingekauft. Das war am Bequemsten und es gab immer welche mit guten Shops, wo man oft auch (belegte) Brote und leckeres Essen zum Mitnehmen bekommen konnte.

Ziemlich zu Beginn, an der Tankstelle in Keetmanshoop, haben wir für 50 N$ ein riesiges Netz Orangen gekauft. Die haben bis zum Schluss gereicht. Waren gekühlt wie leckeres Eis und wir haben sie gerne zwischendurch verschenkt und ein Lächeln zurückbekommen: von dem Mädchen in Aus, das an der Tankstelle schüchtern "I am hungry" sagte; von dem netten, schwitzenden Fahrer/Gepäckträger der Sossus Dune Lodge; von den Mechanikern in Sesriem; von der Familie irgendwo auf der C28, die seit Stunden auf eine Mitfahrgelegenheit wartete, um ihre drei Kinder zur Einschulung zu bringen (leider kein Platz mehr im Landy, zu viel Kram dabei :( ).
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22 Dez 2015 20:39 #412151
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Danke macfrank für deinen unterhaltsamen und etwas unkonventionellen Reisebericht :) Leider führen deine Inspirationen dazu, dass ich nun die gefühlt 86. Variante für eine 2017er-Tour entworfen habe :laugh: !

Was das Wellblech anbelangt : super Foto (und ich werde dir eine Frage, bzw. eine Bitte dazu per PM stellen). Wir hatten ja auch das zweifelhafte Vergnügen mit diesem "Straßenbelag" :angry:

Liebe Grüße von Bele
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23 Dez 2015 10:19 #412188
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Das bringt uns zu:
Was man wirklich braucht - Teil 3: Kühlschrank und die Kraft der zwei Herzen

Das ist schon toll. Immer frische Lebensmittel dabei, kühle Getränke, einen Sack voller Orangeneis :-) Unser Landy war mit einem riesigen 60 Liter Engel Kühlschrank ausgestattet. Wir hätten vorher nicht vermutet, dass ein Kühlschrank das elende Gerüttel aushält. Hat er. Und hervorragend gekühlt, bei geringem Stromverbrauch.
Während der Fahrt stand er auf "2". Temperatur im Wagen z.B. 36°C, im Kühlschrank 4°C.
Bei Übernachtungen haben wir ihn tagsüber auf "1" und nachts auf "cool" gedreht.




Befeuert wurde er von einer eigenen Batterie. Das Doppelbatteriesystem von National Luna hat ein LED-Schätzeisen, mit dem man den Zustand von Starter- und Zusatzbatterie sehen kann. Falls die Starterbatterie mal leer/kaputt sein sollte, könnte man auf die zweite umschalten und den Motor damit starten. Nett.




Die Batterien stehen im Batteriekasten unter dem linken Sitz. Die Elektronik war einfach an die Rückwand geschraubt, das Controllerkabel nach hinten rausgeführt und in der Sitztasche verstaut. Zur Isolierung und als Rüttelschutz lag noch eine alte Gummifußmatte auf den Batterien. Reicht doch.
Letzte Änderung: 23 Dez 2015 10:35 von macfrank.
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23 Dez 2015 10:34 #412191
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Und für die technisch nicht so Interessierten, hier schonmal das nächste Kapitelchen:

Ausflug: Kolmannskuppe

Ein Tagesausflug von KAV und für uns eine der fotografisch ergiebigsten Stationen.
Wir sind um 7:00 losgefahren und waren um 8:45 in Kolmannskuppe. Im Bradt's Reisführer hatten wir gelesen, dass das Permit nur in Lüderitz zu bekommen sei, daher hatten wir dafür noch Zeit eingeplant. Was wie Blödsinn klang, war es auch. Natürlich bekommt man das Permit direkt am Eingang von einem sehr freundlichen Mitarbeiter. Für einen Tag (bis 13:00) 80N$. Mit einem Fotografie-Permit für 200N$ kann man auch außerhalb der Öffnungszeiten rein, muss das Auto aber dann draußen vor der Schranke stehen lassen.
Im Café kann man die Wartezeit bis zur sehr empfehlenswerten Führung um 9:30 gut mit einem zweiten Frühstück überbrücken (Scones! :-). Diamanten gab's nicht zu kaufen - es war Samstag. Rein zufällig natürlich... ;-)

Insgesamt haben wir vier Stunden in Kolmannskuppe herumgestöbert, die Atmosphäre aufgesaugt und fotografiert.

Wer sowas ebenfalls toll findet, dem können wir in Berlin die go2know Touren sehr empfehlen!

Grasplatz im Morgennebel


Die Wildpferde direkt an der B4, hier auf der Rückfahrt. Am Morgen waren sie aber auch schon da :-)










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