THEMA: "Wir halten auch für Gnus" - 3 Wochen Namibia 2015
23 Sep 2015 18:56 #400342
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22. August 2015 - Der Sossusvlei-Fluch / Teil 2

Auch wenn mich Renate momentan arbeitsbedingt ein bisschen hängen lässt :whistle: raffe ich mich mal auf, das nächste – recht düstere Kapitel – zu schreiben:

In der ursprünglichen Planung für den heutigen Tag war nur die Fahrt zur Namib Desert Lodge vorgesehen, also kein frühes Aufstehen, ein gemütliches Frühstück in der Sossusvlei Lodge usw....chillig eben..... :) Allerdings spukte mir schon lange ein Hubschrauberflug über das Dünenmeer rings um den Tsauchab im Kopf herum und so habe ich – mit Hilfe entsprechender Infos von Steffi – nach Absprache mit Renate und Irmela einen einstündigen Flug für uns gebucht – Auswahl gab es nicht mehr viel, aber immerhin war 3 Monate vor unserer Reise der erste Flug um 6.30 Uhr am heutigen Tag noch frei. Perfekt – erstens gibt es genau 3 Gast-Plätze im Heli, so dass wir keine anderen Mitfliegenden suchen müssen und zweitens haben wir ausgerechnet heute viel Zeit für so eine Unternehmung :) .

Tja, und dann beginnt dieser Tag eigentlich schon gaaaaanz schlecht: ich habe Zahnschmerzen :pinch: . Schon ein bisschen seit gestern Abend, aber das hatte ich mit Hilfe von Ibuprofen erst mal ignoriert. Okay, heute ist es nicht besser – also werfe ich noch eine Portion Ibu ein und warte mal ab.... (eine blöde Taktik bei Zahnschmerzen, ich weiß, aber etwas Besseres fällt mir momentan nicht ein :unsure: ). Dabei habe ich ein Déjà-Vu: bei meiner Campingreise 2014 musste ja die Pharmaindustrie meinem Gesundheitszustand auch ein bisschen auf die Beine helfen.... :whistle:

Das nächste Déjà-Vu lässt nicht lange auf sich warten – wie gewohnt schaue ich noch im Schlafanzug nach draußen – und denke mich trifft der Schlag....äh..... eher der Blitz – einen solchen sehe ich nämlich nördlich der Sossusvlei Lodge rötlich über den noch völlig dunklen Himmel zacken :woohoo: ! Wie war das noch mal 2011 ????? :unsure: :ohmy: – da gab es beim Aufwachen am Tag meines Scenic Flights von Swakopmund zum Sossusvlei NP und zurück ebenfalls ein Gewitter – und die Sicht damals dann beim Flug am Nachmittag war unterirdisch – vor allem genau in dieser Gegend – da gab es Sturm, Gewitter und Regen. Und am nächstens Tag war damals dann die Zufahrt zu den Vleis wieder wegen Überflutung gesperrt wie schon ein paar Tage zuvor.

Na super – genau so hatte ich mir das vorgestellt :evil: . Aber alles Jammern hilft nichts – wir machen uns rechtzeitig bereit, ziehen noch ein bissle Geld am ATM in der Sossusvlei Lodge, werden gebrieft und dann von unserem Piloten mit einem offenen Fahrzeug zum Startplatz gefahren. Na das fängt ja schon gut an – wir frieren nicht schlecht und werden ordentlich durchgepustet am frühen Morgen (die liebreizenden Fotos, die Renate von Irmela und mir gemacht hat, erspare ich euch - die verkaufe ich an einen Geisterbahnbetreiber B) ).

Vor Ort erklärt uns der Pilot, dass er leider die Türen wieder einbauen muss, denn es wird Regen erwartet – und da es schon ohne Regen kalt ist, will er nicht, dass wir auch noch durchnässt mehr oder weniger im Freien sitzen (hier kommt er gerade – völlig unscharf – mit einer der Türen an).



Alles klar – just in diesem Moment beschließe ich, meinen Job beim Land Baden-Württemberg zu kündigen und mich als Regenmacherin nach Sesriem zu verdingen :silly: . Zweimal dort gewesen – zweimal Regen gebracht – mehr geht eigentlich nicht! Eine 100%ige Erfolgsquote ! Mal sehn, was sie mir bieten..... :dry:


Aber zuvor schaue ich mir meinen neuen Arbeitsplatz doch noch von oben an – könnte ja sein, dass er mir nicht gefällt :P !

Pastellfarben gibts heute leider gar nicht – schwarz-grau herrscht vor (auch wenn ich jetzt beim Fotohochladen sehe, dass es doch ein paar etwas freundlichere Bilder gab.....) - wir starten direkt in eine finstere Wolkenwand :angry: !




JuRo’s wussten übrigens von unserem Flug - sie haben sich in aller Frühe in Schussposition gebracht und als ich wieder hier war, habe ich dieses Foto kurz nach unserem Start in der Nähe des Campgrounds von Jutta gemailt bekommen - vielen Dank.



Es geht zuerst über den Canyon – ich habe davon gar kein Foto, dies ist von Renate. Übrigens sind in diesem Kapitel alle Bilder im 4:3-Format von Renate.



Danach fliegen wir nördlich des Tsauchab bis zum Sossuvlei und Dead Vlei und kreisen ein bisschen darüber (es sind noch keine Touristen vor Ort - die können ja nicht fliegen ;) ). Zwischendurch machen wir auch immer wieder Fotos von der surrealen Stimmung am Himmel und wenn die Sonne mal ein bisschen durchkommt, auch von dem Dünenmeer.















Bei diesem Anblick zückt sogar der Pilot sein Smartphone und macht ein Beweisfoto:






Zurück fliegen wir südlich des Flussbettes bis zur Düne 45,



queren dort das Tal






und tauchen dann mit dem Hubschrauber immer wieder in die Täler der bewachsenen Dünen hinein – das macht richtig Spaß.











Hier noch ein Regentropfenbeweisfoto!



Unterwegs sehen wir auch noch Oryxe und Feenkreise - und als der Pilot erfährt, dass wir gestern auf der Elimdüne waren, fliegt er eine Ehrenrunde darüber, obwohl wir schon fast vorbei waren....







Da unten haben wir gestern gefrühstückt ! :)


Danach gehts dann an der Lodge vorbei zum Landeanflug




Trotz der schlechten Sicht war es sehr eindrucksvoll, dies alles von oben zu betrachten - und dies eine ganze Stunde lang, das war schon toll!! Natürlich träumt man beim Buchen des Fluges von scharfen Dünenkämmen, starken Kontrasten, blauem Himmel und der entsprechenden Fotoausbeute..... aber die Wirklichkeit sieht eben manchmal ganz anders aus ;)

Damit dieser Flug nicht ganz farblos bleibt hier noch ein witziges Ergebnis einer Bearbeitungssoftware: inzwischen nutze ich Irfanview nicht mehr, weil man damit keine RAW-Daten bearbeiten kann. Bei diesem Foto habe ich mir aber den Spaß gemacht mal zu schauen, was Irfanview mit seiner Auto-Korrektur (die wirklich nichts taugt....) daraus macht!



Bei dem Versuch saß gerade mein designstudierender Sohn neben mir, musste laut lachen und meinte „Krass, das darfst du nicht löschen!“. Also, hier ein bisschen Farbe für dieses trübe Kapitel - ein einziger Klick - und das kam dabei heraus!



Nach dem Flug gönnen wir uns ein ausgiebiges Frühstück in der Lodge und frieren immer noch ein bisschen vor uns hin. Trotzdem macht Renate noch einige schöne Fotos












und mir gelingt zumindest noch ein Schnappschuss eines männlichen Maskenwebers (Southern Masked-Weaver), der mir in meiner Sammlung noch fehlt.



Danach geht’s zurück ins Desert Camp, wo wir in Ruhe auschecken.

Fazit Sesriem/Sossusvlei: Das Desert-Camp ist vorbehaltlos zu empfehlen – schon alleine weil es dort viel ruhiger als in der trubeligen Lodge und die Anlage landschaftlich herrlich gelegen ist. Am Wetter kann man bekannterweise nichts ändern und wir haben uns auch die Laune dadurch nicht verderben lassen – und zum Glück hatten wir bei der Ankunft ja noch strahlenden Sonnenschein. Außerdem freuen wir uns natürlich über jeden Regentropfen für das Land!

Trotzdem: auch wenn ich immer noch nicht im Dead-Vlei war und mir die gängigen Düne-45-Fotos fehlen – ein drittes Mal wird es wohl für mich dort nicht geben (das Wetter in Sesriem ist mir einfach zu unsicher :laugh: :silly: ).
Letzte Änderung: 24 Sep 2015 15:06 von Champagner.
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25 Sep 2015 17:39 #400496
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22. August 2015 – Namib Desert Lodge (Wanderung auf die versteinerten Dünen)

Vielleicht haben sich schon einige gefragt, wie es zu dieser Routenwahl kam – vom Desert Camp in die nur eine Stunde entfernte Namib Desert Lodge, die ja nun kein Geheimtipp, sondern eine recht große Lodge der Gondwana Collection ist. :dry:

Die Erklärung: 2011 hatte ich bei meinem Aufenthalt in Sesriem festgestellt, dass ich in dieser Gegend auch locker 3 Nächte bleiben könnte – so wenig Zeit für eine so große Wüste zu haben erschien mir nicht stimmig. In meiner ganz ursprünglichen „Planung“ für 2015 (das waren eher Hirngespinste an trüben Tagen :whistle: – konzipiert als Singlereise) hatte ich auch noch Ziele südlich von Sesriem im Konzept – aber erstens hatte ich Angst vor noch mehr Kälte weiter unten im Süden und zweitens hätte es unseren Zeitrahmen gesprengt, da ja der Caprivi (für mein Empfinden) dabei ein musste!

Schon mehrfach hatte ich von den versteinerten Dünen bei der Namib Desert Lodge gelesen und diese reizten mich doch sehr. Der Sundownerdrive nach oben wird auch immer sehr gelobt und es gibt dort auch ein paar Walking-Trails. Da es mir wichtig war unterwegs auch immer mal wieder die Möglichkeit für eine kleine Wanderung zu haben (Renate braucht viel Auslauf! :laugh: ) und Gerd1942 mir versicherte, dass die Strecke nach oben auf die Dünen sehr lohnenswert sei war der Entschluss schnell gefasst: warum nicht eine der größeren Lodges mal ausprobieren (schließlich sollten Renate und Irmela ja einen Überblick über die vielfältigen Unterkunftsmöglichkeiten in Namibia bekommen)!

Nach und nach kamen mir zwar Zweifel an meiner Wahl, da ich auf Tripadvisor wenig Gutes lesen konnte – aber wie das immer so im Leben ist: man sollte - wenn möglich - sich ein eigenes Bild verschaffen! Und das tun wir nun ! (Fotos im 4:3-Format sind wieder von Rennade)


Es geht also nach Norden - ich darf ausnahmsweise ans Steuer, weil Renate wegen des Helifluges noch unter Reisegold-Einfluss steht und daher fahruntauglich ist. Und Irmela ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht so auf Gravel fixiert wie später dann.... ;)

Wir kommen einigermaßen gut voran (auch wenn die Pisten weiterhin sehr ruppig sind) und biegen um Dreiviertelelf (10.45 Uhr für die Nichtschwaben :silly: ) auf den Zubringerweg zur Lodge ab.

Gleich bekommen wir wieder Pastelltöne geboten – das Wetter ist zwar weiter nördlich auch nicht wesentlich besser, aber die Landschaft macht vieles wett! Außerdem steht dort auch noch ein Reh herum B) (der Sammelbegriff meiner beiden Afrikaneulinge für jedes bräunliche Huftier in den ersten Tagen - Kühe ausgenommen ) – wie schön!





Das Einchecken verläuft sehr nett und kompetent, unsere Zimmer sind allerdings noch nicht fertig – was aber auch kein Wunder ist, wenn man so früh dort aufschlägt – es ist ja gerade mal 11 Uhr!

Wir hängen ein bisschen an einem der beiden Pools herum und amüsieren uns über die Tätigkeiten der Angestellten: gutgelaunt reinigt einer das Becken und schäkert dabei mit den anderen, die aus welchen Gründen auch immer in der Gegend herum stehen. Sobald ein Blatt aufgefischt ist, wird es sorgfältig aus dem Kescher entfernt, das Ganze geschieht in einem Tempo, das mich an das Zen-Bogenschießen erinnert, welches ich mal in Japan beobachten durfte. Diese Art der Reinigung ist zwar nicht sehr zielführend, bietet dafür aber großes meditatives Potenzial :laugh: . Wir sind entsprechend tiefenentspannt (wenn man mal von meinen bohrenden Schmerzen im Oberkiefer absieht :pinch: ), als wir zum Zimmerbeziehen an eben diesem Pool vorbeischlendern, der eigentlich immer noch so leicht schmuddelig wie zu Beginn aussieht. Aber alle Beteiligten sind guter Dinge – zum Baden ist es eh zu kalt – so what - that’s Africa ;) !

Wir bekommen – wie von mir per Mail angefragt - tatsächlich recht ruhig gelegene Zimmer mit Blick auf die versteinerten Dünen – Oryxpopo inklusive (nein, den hatte ich nicht angefragt)!



Na das sieht doch schon mal nicht schlecht aus – direkt von der Terrasse aus kann man die Natur beobachten und fotografieren.



Ehrlich gesagt kann ich das Gemecker auf Tripadvisor die Zimmer, besondern das angeblich viel zu kleine Bad betreffend nicht nachvollziehen. Alles ist prima – und wer hält sich bei einem Afrikaurlaub eigentlich freiwillig lange in seinem Zimmer bzw. im Bad auf??? Das ist doch völlig nebensächlich, Hauptsache einigermaßen sauber, oder?

Heute denke ich mal wieder wie so oft in meinem Leben, dass es nicht unbedingt von Nachteil sein muss, wenn einem Entscheidungen abgenommen werden. Wäre heute strahlender Sonnenschein und über 30°C, dann müssten wir entweder die Wanderung in der Hitze machen und anschließend dann mehr oder weniger die selbe Strecke per Sundowner-Drive, denn die Aussicht beim Sonnenuntergang von da oben wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Die andere Möglichkeit wäre, ein paar Stunden hier abzuhängen und dann den Hinweg zu Fuß zu machen und zurück – wenn irgendwie möglich – in der Dämmerung mit dem Lodge-Fahrzeug. Beide Möglichkeiten sind nicht optimal aus unserer Sicht – aber zum Glück gibt es ja schlechtes Wetter in Namibia :lol: .

Die Sache mit dem Sun-Downer auf der versteinerten Düne können wir uns nämlich abschminken – wer oder was soll denn dort heute bitte untergehen :woohoo: ??? Also ist klar – wir sind unabhängig von der Sonne und ihrem Untergang und können somit das Ding komplett in Eigenregie machen – das heißt, wir brechen auf wann wir wollen und genießen das was vom Tag übrig bleibt dann in der Lodge. Nachdem dies alles geklärt ist – wie immer sind wir uns sehr schnell einig :) – brechen wir um 12.30 Uhr auf und werden etwa 3 Stunden unterwegs sein. An der Rezeption bekommen wir eine kleine Broschüre in Form einiger kopierter Seiten, darin sind Informationen über entsprechend markierte Bäume enthalten. Viel davon sehen wir unterwegs allerdings nicht – das kann aber auch an uns liegen, wir halten uns vor allem am Anfang nicht streng an die markierte Route (sofern wir sie überhaupt finden, was aber kein Problem ist, die grobe Richtung ist eh klar).

Der erste Teil führt zum nordwestlichen Ende der Lodge, dort durch ein Törchen im Zaun und dann in südlicher Richtung im Trockenflussbett an den versteinerten Dünen vorbei.




Der Himmel ist grau, was uns aber wie gesagt gar nicht sooo unrecht ist, denn wie schon der nette Mensch an der Rezeption meinte: nur bei bedeckten Himmel und moderaten Temperaturen sollte man die Tour zur Mittagszeit machen.
Es ist irgendwie lustig – bei diesem Licht verliert man völlig die zeitliche Orientierung, es könnte frühmorgens, mittags, spätnachmittags sein.....



Nach ca. einer halben Stunde (wobei wir viel stehen bleiben, schauen, riechen, fotografieren) biegen wir nach rechts ab und machen uns an den Aufstieg - nichts Dramatisches, nur an manchen Stellen ist es ein bisschen rutschig wegen des losen Sandes auf den harten Steinplatten. Der Himmel ist jetzt richtig schwarz – aber zum Glück hält das so nicht lange an.






Wir genießen die abwechslungsreiche Vegetation, die Farben, die Stimmung – es macht richtig Laune hier ganz alleine unterwegs zu sein!




Hier sieht man gut, dass sich auf den versteinerten Dünen noch „lebende“, also rostrote Dünen befinden. Damit hatte ich gar nicht gerechnet und bin von diesen vielen verschiedenen Farbtönen begeistert.




So richtig vorwärts kommen wir nicht - im Sekundentakt bieten sich immer wieder neue, wunderschöne Ausblicke.







Oben angekommen machen wir eine gemütliche Vesperpause (das Puckern im Kiefer habe ich mal wieder für ein paar Stunden mit Ibu unterdrückt) , heute ist unser Obst aus dem gestrigen Picknickkorb fällig ,



Dabei beobachten wir diese ?-Ameisen



und diesen ??-Käfer




ein paar Regentropfen bekommen wir auch ab.





Wir genießen den Rundumblick








Selbst die Sonne spielt mit (im Rahmen ihrer Möglichkeiten B) ) – sie schickt immer wieder an ganz unterschiedlichen Stellen Spots durch die Wolkendecke, die jedes mal für neue Motive sorgen.













Wir sind hier oben nicht nur losgelöst von Zeit, sondern auf eigenartige Weise auch von Raum. Die Höhnunterschiede und Größendimensionen sind kaum auszumachen – alles verschwimmt in einer surrealen Perspektive. Nur wenn man gezielt auf den weißen Bus oder die hellen, ehemaligen Farmgebäude schaut, kann man die Distanzen einigermaßen einordnen.





Für den Rückweg überlegen wir uns kurz, eine andere Strecke zu nehmen, obwohl auf einem Hinweisschild zu lesen ist, dass es den selben Weg zurück geht. Auf diesem gefallen uns aber die rutschigen Partien nicht – schließlich wollen wir heil wieder unten ankommen. Leider können wir aber keine andere Möglichkeit erkennen und so begeben wir uns eben doch auf den bekannten Pfaden zurück.

Frau Kollegin hat einen Platten..... nein, wir alle leeren nach Erreichen der festen, versteinerten Dünen erst einmal unsere Schuhe, die wie üblich bei solchen Dünenwanderungen bis oben hin voll mit Sand sind.





Keine Ahnung, was meine Beiden hier so versonnen betrachten – Gnus sind es ausnahmsweise nicht, so viel ist klar (aber die kommen in ein paar Tagen wieder ins Spiel – keine Sorge!).




Immer noch können wir uns nicht an dieser Landschaft satt sehen.











Renate findet und fotografiert weiter unten eine Pflanze, die mich ein bisschen an Edelweiß erinnert (vielleicht weiß ja jemand, was das ist???)



Zurück am Fuße der Dünen wird es immer lichter am Himmel – wir werden doch nicht etwa gutes Wetter bekommen :ohmy: ??? (Wobei es zu unserer Erleichterung tatsächlich keinen sichtbaren Sonnenuntergang oder sonstige dramatischen Lichtstimmungen zu der entsprechenden Zeit gab – sonst hätten wir uns vielleicht in den Hintern gebissen :S )









Wieder „daheim“ gibt es noch eine der süßesten Überraschungen der Reise: in den Büschen vor unseren Terrassen sitzen diese allerliebsten Vögelchen – White-backed Mousebirds :kiss: .







Wir sind hin und weg – gibt es etwas Niedlicheres in der Vogelwelt??? Wie die sich an den Ästchen festklammern.... dazu die putzigen Gesichtchen – wir sind hin und weg! Und das Beste (auch wenn wir das zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen): wir werden sie morgen früh wiedersehen!





Den Rest des Tages verbringen wir gemütlich mit Duschen, Vögel beobachten






und zum Abendessen gehen wir so früh wie möglich - zum Glück findet es in einem geschlossenen Raum statt (gestern in der Sossusvlei Lodge wurde draußen gegessen und dementsprechend frisch war es). Das Diner ist....na ja, nicht der Brüller, aber wir werden satt – was will man mehr nach einem so schönen, erlebnisreichen Tag :) ???
Letzte Änderung: 20 Feb 2016 08:07 von Champagner.
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26 Sep 2015 13:38 #400544
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Liebe Bele, jetzt muss ich mich aber mal wieder zu Wort melden. Ich bin schließlich die, die das "Reh" gesichtet und ordnungsgemäß meinen Mitreisenden gemeldet habe. Natürlich wussten Irmela und ich zu diesem Zeitpunkt längst, dass in Namibia keine Rehe herumlaufen. Aber da Bele der totale Antilopenkenner ist - es gibt mindestens 100 Arten - und die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Bestimmung sowieso minimal ist - war es für mich einfacher zu melden "Reh auf 10 Uhr". Fuchtelt ihr mal Bele beim Fahren mit der Hand vor der Nase herum mit " Guck, da läuft eine Aepyceros melapus !" Da gibt's eins auf die Flossen :evil:
In der Zwischenzeit, kenne ich mich aber gut bei den Antilopen aus. Natürlich nicht genug für Bele. Sie konnte immer gar nicht verstehen, wenn mir eine Antilope den Popo entgegen streckte, dass ich nicht sicher sagen konnte, ob es ein Schwarz- oder sonstiges -nasenimpala war oder nicht :S
Liebe Grüße von Rennade
Letzte Änderung: 29 Okt 2015 20:21 von Rennade.
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26 Sep 2015 21:45 #400573
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Danke - und da wir jetzt auch noch 'nen Biologen an Bord haben, können die nächsten Tiere ja kommen :)

Am nächsten Morgen - wir schreiben den 23. August - hieß es wieder Aufstehen im Morgengrauen, um den Sonnenaufgang zu bewundern.




O.k. der war jetzt nicht so berauschend, aber was die Sonne dann aus den versteinerten Dünen machte, konnte sich sehen lassen :






Und da ich noch vor dem Frühstück Apfelstückchen als Proviant in unserem Vorgarten ausgelegt hatte, ließen die Piepmätze vom Vorabend nicht lange auf sich warten.







Und dann ging's auch schon weiter Richtung Swakopmund.
Letzte Änderung: 26 Sep 2015 22:26 von Rennade.
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27 Sep 2015 13:46 #400611
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Rennade schrieb:

Und dann ging's auch schon weiter Richtung Swakopmund.

HALT - STOPP - nicht ohne mich abfahren!! Und ich will doch auch noch was zur Namib Desert Lodge schreiben :huh: !

23. August 2015 – Namib Desert Lodge am Morgen
O.k. der war jetzt nicht so berauschend

Also Renate, ich war ehrlich gesagt froh, dass es überhaupt einen sichtbaren Sonnenaufgang gab.... :S Deshalb müsst Ihr euch auch noch meine Fotos anschauen - wer weiß, wann es wieder einen Sonnenaufgang gibt.... :whistle:

Endlich mal ein klarer Himmel, wenn auch mit Wolken, aber mit recht dekorativen. Außerdem werden sie nicht lange Bestand haben....







Nachdem wir noch mal bei den Dünen waren (siehe Renate) und gerade zum Gartentörchen wollen kommen von rechts plötzlich zwei Orxye angaloppiert – sie scheinen sich im Spaß zu jagen. Ich weiß nicht, wer mehr überrascht ist über das Aufeinandertreffen – sie oder wir! Zu einem Foto hat es leider erst gereicht, als sie schon wieder das Weiter gesucht haben – kurz standen sie wie versteinert da und schauten uns an!


Wir machen uns auf den Rückweg, um das Frühstücksbüffet zu stürmen – dieser Bergstar war diesbezüglich schon erfolgreich



Nach dem Frühstück, an das ich mich nur noch schemenhaft erinnern kann (Essen ist mit meinen Zahnschmerzen momentan ein eher fragwürdiges Vergnügen...) machen wir noch eine kleine Birdingsession und haben wie gesagt das Glück, die süßen Mousebirds noch einmal zu sehen.
Sie sitzen auf ihre ganz besondere Art in den Büschen – nicht wie andere Vögel auf einem Ast, sondern mitten in die kleinen Ästchen gekrallt.







Leider liegt vor meiner Terrasse das (vermutlich verschleppte) Apfelstückchen nicht wie bei Renate im grünen Deko-Gras sondern einfach im Sand!

MEINS!


Huch – ein großer schwarzer Vogel :woohoo:



Mausvogel und Bergstar diskutieren die Eigentumsverhältnisse aus



and the winner is:



The White-backed Mousebird :)

The loser – the pale-winged Starling sitzt in der schönen Gartenanlage, wo wirklich viel Vogelbetrieb herrscht!



Ganz ehrlich: solche Erlebnisse sind mir genau so lieb wie Löwensichtungen oder Elefantenbegegnungen!

Nun heißt es aber Auschecken – die rote Lodgekatze wärmt sich in der Sonne auf und schaut uns nach.



Fazit Namib Desert Lodge: Ich habe die Entscheidung, eine der übrigen Nächte, die durch die Verlängerung von 2,5 auf 3 Wochen entstanden sind, hier zu investieren, nicht bereut. Die Lodge wird vor allem als Schlafmöglichkeit vor oder nach einem Besuch der Sossusvlei-Dünen genutzt, was ich aber schade finde – sie gibt mehr her. Auch wenn sie groß ist: viel Rummel haben wir nicht erlebt, vermutlich weil alle Leute nach Sesriem gefahren sind. Die Zimmer sind nicht sonderlich aufwändig dekoriert, aber die Deko sitzt ja draußen auf den Bäumen, in den Büschen oder galoppiert durch den Sand! Die Gartenanlage ist sehr gepflegt (mal von dem einen Pool abgesehen, aber da gab es später noch ganz andere....) und es halten sich dort sehr viele Vögel auf.

Wir bekamen mit den versteinerten Dünen einen neuen Aspekt der Namibwüste geboten - dazu sollte man sich aber schon den Weg nach oben auf die Dünen machen. Das Essen war okay, aber sicher nicht herausragend, die Betten wie bisher immer sehr gemütlich und auch sonst alles bestens – besonders das freundliche und recht aufmerksame Personal an der Rezeption (durchgehen Locals, glaube ich zumindest) ist mir in Erinnerung geblieben. Ein klares Ja zu dieser Lodge – wenn man sie entsprechend nutzt.
Letzte Änderung: 12 Okt 2015 21:19 von Champagner.
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23. August 2015 – Auf nach Swakopmund

Wir starten bei schönem Wetter um 8.40 Uhr an der Namib Desert Lodge - eine Straußendame verabschiedet uns.



Irmela fährt bis Solitaire, dort machen wir einen kurzen Stop, kaufen ein paar Kleinigkeiten – außer Alkohol natürlich, es ist ja Sonntag!


(Foto: Renate)


Da wir erst gefrühstückt haben, fällt der Einkauf in der Bäckerei aus.

Ab jetzt sitzt wieder Renate am Steuer – ich erinnere mich daran, dass wir 2011 irgendwo hier in der Gegend von Rostock Ritz Bergzebras gesehen habe. Und tatsächlich - auch dieses Jahr werden wir fündig – auch wenn sie sehr weit entfernt sind. Interessant aber auch wieder die verschiedenen Gesteins-, bzw. Sandformationen. Was mir völlig unklar ist: wie kann man hier überleben als Zebra??? Wo trinkt man, was frisst man?


Bald wird es landschaftlich noch abwechslungsreicher – wir fahren den Gaub Pass hinunter. Als die Brücke in Sichtweite kommt, beschließen wir, dass es Zeit und Gelegenheit für einen Fotostopp ist. Leider vergeht uns aber die Lust aufs Fotografieren, als wir aus dem Auto steigen – Renate meint nämlich zu mir: "Guggamol den Roifa o, der sieht komisch aus :unsure: ". Ich gugg – und muss leider feststellen: "Mir hen en Bladda" :angry: . Bzw. wir bekommen soeben einen, denn die Luft ist noch dabei, zu entweichen.



Okay, wechseln wir den Reifen eben – er hat mir eh nicht gefallen :whistle: . Beim Lösen der Radmuttern zeigt sich mal wieder, dass alles im Leben seinen Sinn hat ;) : Renate und dann Irmela, die beiden Leichtgewichte, hüpfen vergeblich auf dem Schraubenschlüssel rum, nichts bewegt sich. Jetzt darf ich - und mit meinem deutlich höheren Kampfgewicht habe ich nach ein paar mehr oder weniger eleganten auf dem Schraubenschlüssel wippenden Gymnastikübungen alle Schrauben gelöst. Leider finden wir dann die Ansatzstelle für den Wagenheber nicht sofort (obwohl wir uns diese sogar bei Europcar haben zeigen lassen – mir sen jo ned bleed) – das Problem liegt allerdings nur darin, dass das Auto so verdreckt ist. Unsere kurze Unsicherheit führt dazu, dass ein Tourguide mit einem Van voller Asiaten sich aufgefordert fühlt uns zu helfen. Ich vermute, wir waren für sie eine der Hauptattraktionen an diesem Tag! Also bitte nicht wundern falls jemand von euch Fotos von uns auf einer asiatischen Facebook-Seite findet :lol: Damit der Wagenheber sich nicht im Sand eingräbt organisiert Renate noch eine schöne Schieferplatte aus dem Flussbett und den Rest des Radwechsels machen wir dann vollends alleine. Wir sind uns einig: wenn schon einen Platten – dann an einer solch praktischen Stelle - das haben wir gut gemacht!.... Diese Gabe wird uns zu einem späteren Zeitpunkt der Reise bei einem anderen technischen Problem noch einmal sehr helfen!!!! :blink:

Okay, Reifen gewechselt - Gepäck wieder einladen und weiter geht es Richtung Swakopmund.

Mit null Ersatzreifen fährt es sich allerdings nicht mehr so entspannt – also nehmen wir die direkte Strecke Richtung Walvis Bay.

Trotzdem machen wir natürlich den obligatorischen Fotostop kurz vor dem Kuiseb Canyon






Aus 2011 kann ich mich noch erinnern, dass der Abzweig zum Flughafen an der Strecke liegt – und wir hoffen einfach mal, dass es dort eine Europcar-Filiale gibt, die unser Problem lösen kann. So ist es auch – ich bekomme von einer sehr netten Mitarbeiterin im entsprechenden Container den Hinweis, einfach während unseres Aufenthaltes in Swakopmund zu Trentyre zu fahren (Adresse und Telefonnummer werden notiert) und dort den Reifen zu tauschen – sie würde uns schon mal ankündigen.

Okay, das klingt gut :) (und wir hoffen, dass das alles auch so seine Richtigkeit hat :unsure: ) - also fahren wir wieder gutgelaunt weiter – sogar das Wetter ist schön. Ehrlich gesagt warte ich jede Sekunde darauf, dass vor uns eine Nebelbank auftaucht, aber nichts geschieht. Wir fahren in strahlendem Sonnenschein dem Atlantik entgegen und dann an ihm entlang (übrigens: wie schon bei den Zebras verspricht Renate derjenigen ein Eis, die das Meer zuerst sieht – aber bis zum Ende der Reise kann ich mich an kein Eis erinnern.... :whistle: ). In Swakopmund angekommen arbeiten wir uns mit viel Gequieke und etlichen „Wer hat denn hier Vorfahrt???“ durch den Ort und erreichen schließlich unser Ziel etwas außerhalb: Veronika’s Bed&Breakfast.

Nach dem Einchecken machen wir uns schnell auf den Weg an den Atlantik (das sind nur ein paar Schritte über die wenig befahrene Straße)– und ich bin im Glück! Palmen, Blumen, und ein Naturstrand mit Treibgut und mehr - dazu tolle Sicht - kann man nicht meckern B)













Letzte Änderung: 02 Okt 2015 19:57 von Champagner.
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