THEMA: Namibia bei Nacht
04 Jun 2015 15:54 #386949
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  • weitwinkelkarli am 04 Jun 2015 15:54
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Jens_Dietzel schrieb:
Aha. Und wie uebertraegst Du die Daten? Oder willst Du die Tiere zum regelmaessigen Download betaeuben mussen??
GPS und Handynetz funktioniert leider nicht immer und ueberall...

Wir sind nicht in Europa

LG Jens

Hallo Jens!

Soweit ich weiß steht auf Okonjima ein riesiger Sendemast und auf dem gesamten Grundstück hat man Netz.
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LG Wolfgang
Letzte Änderung: 04 Jun 2015 16:00 von weitwinkelkarli. Begründung: Bild hinzugefügt
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04 Jun 2015 15:59 #386950
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  • Topobär am 04 Jun 2015 15:59
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Handynetz ist dafür nicht erforderlich. Desert Lion erstellt ja auch für die besenderten Löwen exakte Bewegungsprofile und im Kaokovelt gibt es bekanntlich auch kein Handynetz.
Der Grund bei Okonjima ist, dass dort ein exaktes Bewegungsprofil überhaupt nicht unteressiert. Es geht lediglich darum, die Tiere für die Besucher zu finden. Da reicht auch die billigere Radiotechnologie.
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04 Jun 2015 16:00 #386951
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  • Logi am 04 Jun 2015 16:00
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Okonjima, AfriCat, AfriLeo, die Familie Hanssen und "warum hängen da Löwenbilder":



Ein wenig Nachhilfe für die Uninformierten.
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04 Jun 2015 16:01 #386952
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  • weitwinkelkarli am 04 Jun 2015 15:54
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Topobär schrieb:
Handynetz ist dafür nicht erforderlich. Desert Lion erstellt ja auch für die besenderten Löwen exakte Bewegungsprofile und im Kaokovelt gibt es bekanntlich auch kein Handynetz.
Der Grund bei Okonjima ist, dass dort ein exaktes Bewegungsprofil überhaupt nicht unteressiert. Es geht lediglich darum, die Tiere für die Besucher zu finden. Da reicht auch die billigere Radiotechnologie.

Da hast Du natürlich recht, nur steht dies in krassen Widerspruch zu dem was uns Touristen erklärt wird. Uns wurde von unserem Ranger gesagt, es gehe unter anderem darum die Tiere zu monitoren damit man wisse wo sich sich zu jeder Zeit aufhalten und das ist eben Unsinn.
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LG Wolfgang
Letzte Änderung: 04 Jun 2015 16:45 von weitwinkelkarli.
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04 Jun 2015 20:01 #386983
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  • weitwinkelkarli am 04 Jun 2015 15:54
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Und weil Namibia so wunderschön ist eine weitere Aufnahme aus dem Vlei....
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LG Wolfgang
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05 Jun 2015 11:04 #387020
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  • weitwinkelkarli am 04 Jun 2015 15:54
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Da wir in der letzten Woche genügend viele Gamedrives gemacht hatten ließen wir es in Okaukuejo ruhig angehen und konzentrierten uns, wie so viele andere auch, auf das Wasserloch. Spannend anzusehen war eine Löwin, die offensichtlich irgendeine Verletzung an ihrem vorderen Bein zu haben schien, denn sie könnte fast nicht mehr laufen. Dies hielt die anderen Tiere aber nicht davon ab sofort Reißaus zu nehmen und für viele Stunden dem Wasserloch fernzubleiben. Die offensichtliche Panik vor dem Raubtier wurde durch dessen Verletzung nicht geringer und muss tief im Bewusstsein aller anderen Tier verwurzelt sein, denn die Löwin hätte nicht einmal einem Touristen zu Fuß schaden könne, so schlecht war ihr Zustand.

Kurz vor Sonnenuntergang kam dann wie bestellt ein Elefant welcher sich Sekunden vor dem Verschwinden der Sonne dazwischen schob und mir damit ein paar unvergessliche Aufnahmen bescherte. Einfach herrlich so eine surreale Szenerie mit wilden Elefanten aufgewirbelten Sand und der tiefroten Sonne im Hintergrund.

Die Mahlzeiten in diesem staatlichen Camp lassen sich am ehesten als Kantinenessen eines billigen Buffets beschreiben. Nicht besonderes, aber auch nicht eklig. Wir fanden die Bedienung ok, wenn auch nicht zuvorkommend freundlich. Uns wird Okaukuejo auf jeden Fall nicht wieder sehen, tolles Wasserloch hin oder her.

Am zweiten Tag zogen wir dann um ins Premier Waterhole Chalet Nr.: 24, welches das schönste von allen ist wie wir erfahren sollten, denn der Fotograf vom NWR war an jenem Tag früh Morgens mit seiner Kamera samt Assistentin dabei den festlich geschmückten Bungalow für ein neues Prospekt abzulichten.

Die Sicht ist zwar durch die Bäume etwas eingeschränkt, aber der Bungalow by itself absolut schön.
So verbrachten wir auch den zweiten Tag am Wasserloch und ließen den lieben Gott einen guten Mann sein. Während rings um uns herum alle ein und auscheckten und bei grellstem Sonnenlicht die armen Tiere zu Tode fotografierten, saßen wir im Schatten bei einem kühlen Bierchen und warteten geduldig bis die Erde sich weit genug um ihre Achse gedreht hatte damit die Sonne wieder hinterm Horizont verschwinden konnte.

Das ist übrigens die einzig vernünftige Sache zu der ein Horizont taugt, für alles andere ist er völlig wertlos vor allem aber unerreichbar ;)

Pünktlich wie immer erschien dann eine große Herde Elefanten, die sich stampfend im staubigen Sand vor der blutroten Sonne selber zum perfekten Motiv machten. Ich wusste kaum wohin ich zuerst sehen sollte und schaffte es in gut 15 min über 1000 Fotos und damit viele Gigabyte an Datenmüll zu produzieren.

Danach kamen dann auch noch Giraffen, Zebras, Kudus und Springböcke und wie jeden Abend nach Sonnenuntergang die Nashörner. Heute hatten zwei Bullen aber schlechte Laune und mussten dies schnaubend direkt vor den Augen hunderter Touristen austragen was interessant anzusehen ist, aber unmöglich fotografiert werden kann bei solch schlechten Lichtverhältnissen.

Spät am Abend nahm ich dann noch mein Stativ und zog aus um ein paar Bungalows samt dem herrlichen Sternenhimmel einzufangen, was bei der ganzen Lichtverschmutzung in den Camps gar nicht so einfach ist, denn die Bungalows müsste man am Stativ nicht mit ISO 6400 fotografieren sondern könnte sogar bis auf ISO 64 runtergehen, aber will man auch die Sterne halbwegs mit draufhaben sind ISO 800 – 1600 bei f/2.8 – 4.0 und 30sec praktisch in jeder Lodge ideal.

Der Abschied am nächsten Morgen fiel uns schwer, zu sehr hatten wie die schönen Stunden am Wasserloch genossen, als das wir schon abreisen wollten. Auf der anderen Seite war Okaukuejo nicht gerade eine der freundlichsten Unterkünfte gewesen und so machten wir uns nach dem Frühstück daran langsam alles zu packen und in unseren Toyota zu verfrachten.

Nachdem wir gepackt hatten ging es zum auschecken, wo diesmal zum Glück keine lange Schlange an den drei Schaltern war und ich sofort dran kam. Mit geheuchelter Freundlichkeit von beiden Seiten war der Schlüssel schnell abgegeben und wir fuhren prompt beim falschen Gate hinaus um Sekunden später wieder hineinzufahren. Diesmal fanden wir den Ausgang – Richtung Anderson Gate und fuhren auf der asphaltierten Straße bis wir eine Routinekontrolle unseres Toyotas über uns ergehen lassen mussten, suchten die Wildhüter doch nach abgetrennten Nashörnern.

Kontrolliert wurde allerdings nur unsere bis auf den Eiskasten leere Pickup-Ladefläche. Die beiden riesigen Reisetaschen auf den Rücksitzen unseres Hilux blieben uninspiziert! Afrikanische Logik wahrscheinlich!?

Ich muss allerdings zugeben, dass ich aufgrund der vielen äußerst positiven Berichte von der Vingerklip Lodge im Allgemeinen und dem Heaven‘s Gate im Speziellen sehr enttäuscht waren, also rückblickend gesehen.

Gleich nach unserer Ankunft nahmen wir im Speisesaal linker Hand Platz um die Aussicht auf die Felsformationen beim Essen genießen zu können was aber leider durch starken Dieselabgasgestank etwas getrübt wurde. Ein Generator unweit der Küche lief die ganze Zeit und wir mussten die Fenster schließen um nicht Kopfweh von den Dämpfen zu bekommen.

Der Aufstieg zum Heaven‘s Gate in brütender Mittagshitze war dann auch nicht gerade das was man sich als kleinen Nachmittagsspaziergang so vorstellt und wir waren verwundert, dass niemand etwas darüber schreibt. Sind denn wirklich alle Touristen bestens trainierte Sportler die bei 36°C im Schatten diese Tortur leichtfüßig hinter sich bringen?

Das ich unsportlich bin war mir ja bereits vorher klar, aber meine Gattin ist passionierte Schwammerlsucherin und ständig auf den Beinen, aber spätestens an der Stahltreppe angekommen war sie völlig geschafft und rang selber nach Luft.

Abgesehen davon, dass die Holzstufen nach dem letzten Treppenabsatz fast lose und viel zu kurz sind, ist es lebensgefährlich dies in der Nacht zu machen. Am Abend konnten wir dann natürlich als einzige lachen, denn während wir entspannt bei einem Gin-Tonic da saßen, quälten sich all die anderen die im Eagle’s Nest ihr Dinner gebucht hatten mühselig den Berg und die Stufen hinauf und niemand, aber auch gar niemand fand den Aufstieg einfach. Alle keuchten sie und waren froh dies endlich hinter sich zu haben, soviel jedenfalls unsere Beobachtung der zwei Tage oben im Heaven‘s Gate.

Auch taten uns die beiden Angestellten unendlich leid, die jeden Tag das Frühstück für uns sowie das Abendessen für bis zu 20 Gäste selber rauftragen mussten, weil der Lastenaufzug seit langem kaputt ist und einfach nicht repariert wird!

Das Essen ist im Übrigen oben nicht besonders gut, fand jedenfalls meine Gattin und die ist gelernte Köchin! Für mich war‘s okay, denn ich dachte immer an die Strapaze der armen Jungs die alles rauftragen mussten.

Am zweiten Tag ließen wir das Mittagessen ausfallen, da wir nicht zweimal täglich rauf und runter latschen wollten und am Abend vor hatten den Vingerklip samt Sternenhimmel zu fotografieren.
Der Abstieg nach dem Abendessen war recht einfach, da die Sonne nicht mehr schien und binnen 15min waren wir am Parkplatz bei unserem KFZ angelangt. Die Fahrt dauert ja nur wenige Minuten und so konnte ich nach wenigen Metern zu Fuß ein Foto von der Vingerklippe samt Milchstraße machen. Leider ist man als Fotograf in der Nacht immer damit konfrontiert seine Kamera gen Süden ausrichten zu müssen, da sich die Milchstraße nur dort präsentiert. Im Fall der Vingerklippe ist das nicht gerade vorteilhaft, aber was soll ich machen, ich möchte die Aufnahme nicht erst nachträglich am Computer faken, denn dann hätte ich gleich eine Aufnahme nehmen können die ich untertags gemacht habe.

Beim anschließenden Aufstieg hab ich dann alle verbliebenen Sünden in den 30 min abgearbeitet die ich noch hatte und kam quasi jungfräulich – meine Sünden betreffend – oben völlig KO an. Zum Glück hatte ich die Sterne bereits in der vorherigen Nacht gemacht, dachte ich, als ich mein Stativ auf der Terrasse aufbauen wollte, mir aber orkanartige Böen fast das 5 kg schwere Gitzo aus der Hand rissen. Da war heute doch wohl nix mit fotografieren, dachte ich und genoss noch ein Bierchen vor dem zu Bett gehen.

Ich möchte auch kurz auf die Unzulänglichkeiten des Heaven‘s Gate eingehen.
In unserem Fall betraf dies die Probleme mit der Wasserversorgung, denn am zweiten Tag am Nachmittag sowie am dritten Tag in der Früh gab es überhaupt kein Wasser, was etwas unangenehm ist wenn man vor dem auschecken noch schnell mal duschen möchte, man sich aber nicht einmal die Zähne putzen kann.

Hinzu kommt, dass der Wasserbehälter welcher sich etwa 10 m Entfernung vom Bungalow oben am Berg befindet bei den Anschlüssen so undicht ist, dass täglich tausende Liter Trinkwasser sprichwörtlich den Berg runter laufen. Dies ließe sich binnen weniger Stunden von einem Installateur mit dem richtigen Werkzeug abdichten lassen, was aber offenbar – wenn man sich den Berg von der Aussichtsplattform des Restaurants aus ansieht – niemanden interessiert, denn dort sind schon nachhaltige Spuren des abfließenden Wassers erkennbar.

Es müssen also schon Millionen Liter des kostbaren Nass, welches minütlich unter Einsatz von Strom hinaufgepumpt werden muss, den Weg durch das poröse Gestein gesucht und heruntergeflossen sein.

Ohne auch nur ein Wort sagen zu müssen gab uns die nette Dame an der Rezeption dann einen 15%igen Abschlag auf unsere Gesamtrechnung, was ich Anbetracht der Tatsache, dass wir so oft kein Wasser hatten, okay fand.

Rückblickend würden wir wohl wieder kommen, allerdings sicher nicht hinauf ins Heaven’s Gate und schon gar nicht ins Eagles Nest gehen.

Die Fahrt nach Twyfelfontein war sehr angenehm weil nicht allzu lang, nur hatten wir beileibe nicht mit solch extremen Temperaturen Mitte Mai gerechnet. Als wir zu Mittag ankamen hatte es schlanke 37°C am Thermometer und das bei Zimmern ohne Klimaanlage.

Obwohl mir bekannt ist, dass andere Lodgebesitzer den Bau von der Twyfelfontein Countrylodge als Verbrechen an sich erachten – weil dort angeblich etliche Felszeichnungen vernichtet wurden die sich am Standort des Hauptgebäudes befunden haben sollen, hat uns unser Aufenthalt samt allen Entbehrungen sehr gut gefallen. Dies aber nicht wegen der Lodge, oder ihrer Lage, sondern wegen dem fröhlichen singenden Personal.

Keine Minute verging wo nicht irgendeine Dame vom Küchenpersonal lautstark ein Liedchen trällerte und andere sofort miteinstimmten. Auch der Besuch des Damara Living Museums am nächsten Tag gefiel uns sehr gut, denn durch meine Art der Fotografie konnte ich die Jungs zu allerlei Unsinn begeistern und wir hatten eine rechte Hetz für die Stunde die wir vor Ort waren.
Meine Gattin lernte ein paar Worte Damara und verliebte sich sofort in die Klicklaute dieser ungewöhnlichen Sprache.

Am Ende aller Erklärungen und der Tanzvorführung waren unsere Bedenken ob es gut ist diese Touristen Vorführung zu unterstützen zwar nicht restlos ausgeräumt, aber wir kauften einige Souvenirs und hatten so wenigstens das Gefühl direkt geholfen zu haben. Als wir dann am Abend in der Lodge am Souvenirshop der Twyfelfontein Country Lodge vorbei gingen fiel ich fast aus den Schuhen, als ich eben jene Frauen in ganz gewöhnlicher Straßen Kleidung wiedererkannte, welche mit Mobiltelefonen ausgestattet ihre selbst hergestellten Produkte in der Lodge abgaben.

Die spielen das Theater auch nur für uns blöde Touristen, dachte ich mir und grüßte freundlich.
Aber egal ob das alles nur Theater dort ist oder nicht, sie lernten dafür ein Kunsthandwerk, bringen uns ihre längst vergessene Kultur ein Stück näher und wir Touristen haben etwas zum Fotografieren und staunen, besser geht’s doch gar nicht, oder? Eine klare win win Situation würde ich meinen.

Leider sind die Zimmer, besonders die zur Sonne gewandten extrem heiß und die Moskitos fressen einen in der Nacht wegen dem fehlenden Mosquitonetz richtiggehend auf. Wir behalfen uns in der zweiten Nacht – wir waren übrigens die einzigen die zwei Nächte blieben – mit nassen T-Shirts die wir in den Spalt der Türen legten.

Am zweiten Tag machten wir dann den obligatorischen Spaziergang zu den Felszeichnungen von Walt Disney und nach dem diese Kletterei zum Wave Rock endlich beendet war, lösten sich unterm gehen von beiden Timberland Wanderstiefeln die Plastiksohlen, was auf dem felsigen Untergrund mir seinen hunderten Stufen weniger lustig war als es sich jetzt anhört.

Für den Abend hatte ich dann geplant den Wave Rock samt Milchstraße abzulichten, was unter den Angestellten des halbstaatlichen Parks für etwas Aufregung sorgte, denn offenbar hatte sie noch nie ein Tourist mit dieser Bitte konfrontiert.

Nachdem ich aber bereit war nochmals Eintritt zu bezahlen und versprach dem Security Guide ein anständiges Trinkgeld zu geben, falls er mich bei meiner nächtlichen Kletterpartie begleiten würde, gaben sie sich geschlagen und stimmten zu.

Nach dem Abendessen war es dann soweit, der Mond war untergegangen und ich fuhr die paar Kilometer zum Rock Engravings Unesco World Heritage. Dort hat der Parkwächter sein kleines Häuschen und leuchtete mir schon von weitem mit seiner Taschenlampe.

Als er sagte ich dürfe hineinfahren und die schwere Stahlkette aufmachte stieg meine Laune erheblich und wir fuhren gemeinsam bis zur Ruine des ersten Südafrikanischen Siedlers. Dort stellte ich meinen Toyota ab und gemeinsam bestiegen wir den Berg mit Stirnlampen, meinem Fotorucksack und einem großen Gitzo bewaffnet bis hinauf zum Wave Rock.

Etwas verunsichert hat mich der Wachmann aber dann doch, als er meinte er hätte für mich gebetet. Auf meine Frage wieso, erklärte er mir, dass er sich in der Nacht hier selber fürchten würde, da es sehr viele Giftschlangen und andere gefährliche Tiere gäbe. Danke für diese Information, dachte ich mir und fühlte mich gleich viel besser, habe ich doch selbst in der Nacht genügend Angst in der Wildnis Afrikas.

Oben angekommen brauchte ich eine Minute um zu verschnaufen, bevor ich die paar Meter hinunterklettern konnte. Der Standpunkt aus von dem man den Wave Rock fotografieren kann liegt nämlich in einer kleinen Senke fast direkt unterhalb der Felsformation, direkt am Felsabhang inmitten unzähliger Felsspalten.

Nachdem ich in völliger Dunkelheit alles aufgebaut hatte ging es daran den roten Felsen mit meinen mitgebrachten Taschenlampen so zu beleuchten, dass am Ende der 30 sekündigen Aufnahmedauer ein korrekt belichtetes und hübsch anmutendes Ergebnis hinten am Monitor sichtbar wird.

Dies gelang im Fall des Wave Rocks erst nach gut einem Dutzend versuchen, denn ich befand mit wegen dem Fisheye dass ich für die Milchstraße verwenden musste einfach zu nah dran.
Irgendwann aber gelang es mir die Steinwelle indirekt nur so wenig zu beleuchten, dass es halbwegs ansehnlich war und wir konnten vollzogener Dinge von Dannen ziehen. Am Toyota angekommen spendierte ich meinem Guide erstmal ein gut gekühltes Bier – welches er NICHT neben meinem KFZ stehend – sondern nur im Auto trinken wollte. Fragt mich aber bitte nicht wieso er dort solche Angst hatte, ich weiß es nicht und er verriet es mir auch nicht.

Ich war so glücklich diese tolle Aufnahme im Kasten zu haben, dass ich an jenem Abend gar nicht mehr daran dachte weitere Sternenfotos zu machen, was für mich sehr unüblich ist, denn ich hatte in den vorhergegangen Nächten fast jede Nacht stundelang fotografiert wenn immer der Mond es durch seine Abwesenheit erlaubte.

So gingen auch diese zwei Nächte in der Twyfelfontein Country Lodge relativ rasch vorüber und gleich nach dem Frühstück brachen wir Richtung Ameib auf.

Fotos folgen in Kürze…..
LG Wolfgang
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