THEMA: Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour
23 Feb 2015 12:28 #374614
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  • Topobär am 23 Feb 2015 12:28
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Ja, bei unserem Vermieter habe ich die Zusage aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit bekommen.

Lt. unseres Tourguides stellt wohl auch der Vermieter "Desert Car Hire" seine Fahrzeuge für die Touren zur Verfügung. Auch Savanna hat schon Fahrzeuge (für die Forumstour) zur Verfügung gestellt.
Letzte Änderung: 09 Mär 2015 09:08 von Topobär.
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23 Feb 2015 13:00 #374626
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...laßt uns bitte auch noch mit!
Gruß
CuF
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27 Feb 2015 21:34 #375227
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So, nach einigen sehr arbeitsreichen Tagen ohne Möglichkeit, weiterzuschreiben hier nun Tag 7, der uns nun in die Einsamkeit führt...

Tag 7 - 23. Jänner 2015
Wir stehen gemütlich auf, packen zusammen, checken aus und fahren anschließend zum Village Cafe auf ein Frühstück. Nach einer kleinen Shopping-Tour, bei der eine Reisegefährtin für Peanut erstanden wird und wir einige Postkarten abschicken, heben wir noch Geld ab und fahren zur Tankstelle. Für 922 gefahrene Kilometer tanken wir 132 Liter, der Schnitt von ~14 Litern ist für die Gravelroads mal OK und für mich ein erster Anhaltspunkt.

Dann geht's auf Richtung Norden auf der Salzstraße bei diesigem und eher kaltem Wetter, es hat gegen 10 Uhr gerade mal 20 Grad. Hoffentlich kommt die Sonne raus, wenn wir dann Richtung Osten fahren.



Es ist überhaupt kein Verkehr und die Straße in perfektem Zustand, ich stelle den Tempomat auf 110 und so fahren wir bis nach Henties Bay. Dort fahren wir in den Ort, um ein paar Zeitungen zu kaufen, in die wir unser Gemüse einwickeln und ein wenig vor dem Staub schützen wollen. Überall werden Hochseeangeltouren angeboten, ich glaube, das nächste Mal werde ich hier zwei Nächte verbringen und einen Tag Hochseefischen gehen.

Wir fahren weiter nach Cape Cross, wo wir den Seelöwen einen Besuch abstatten. Ausser uns sind noch zwei andere Fahrzeuge da, deren Besitzer aber recht bald wieder losfahren. Wir gehen eine Runde auf dem Holzsteg, Nicole schmiert sich gegen den doch sehr strengen Geruch gleich mal ein wenig Tigerbalsam unter die Nase, wir filmen und fotographieren die doch sehr beeindruckende Kulisse mit den zigtausenden Tieren und fahren anschließend zum Eingang zurück.




Ab jetzt geht's Richtung "Einsamkeit", wobei wir auch heute den ganzen Tag schon kaum mehr Autos gesehen haben. Die Straße, die gleich nördlich von Cape Cross Richtung Brandberg und Messumkrater führt, ist geschoben, was mich dann doch ein wenig wundert, war diese doch 2011, als wir dort mit dem Motorrad gefahren sind, eine einfache Fahrspur.



Was hier nach einigen Kilometern sofort auffällt: Welwitschias. Dutzende, wenn nicht hunderte dieser eigentümlichen Pflanzen säumen hier die steinige Ebene. Wir bleiben immer wieder stehen und machen Fotos, leider gibt's sonst keine anderen Lebewesen, die uns vor die Linse hüpfen.





Wir nützen einen mitten in der Einsamkeit errichteten Picknickplatz (Messum Crater View Point in der T4A Karte) und genießen trotz des doch heftigen Windes ein kaltes Mittagessen.



Danach packen wir unser Gemüse noch in die Zeitungen und fahren weiter durch den Krater, der am Boden nicht wirklich danach aussieht. Dort, wo wir noch 2011 an einem kleinen Berg campiert hatten, würde mein Zelt nun mitten auf der geschobenen Straße stehen. Genau hier verlassen wir aber nun diese Straße, die nach Osten Richtung D2342 führt und fahren auf der einfachen Fahrspur über die Ebene Richtung Norden. Ab hier bin ich sehr froh, die Route auf dem Garmin vorgeplant und das Navigationsgerät mit zu haben. Oft wird diese Strecke offenbar nicht befahren und so kommt es, dass wir trotz Navi immer wieder die Fahrspur verlieren und uns plötzlich auf einer anderen Spur wiederfinden, die von der ursprünglichen Route wegführt. Zudem sind mitunter parallel verlaufende Spuren vorhanden, die schließlich aber doch von der Route wegführen. Die Navigation ist da nicht wirklich einfach, der Untergrund insgesamt sehr steinig und mit vielen tiefen Rillen versehen. Wirklich flott kommen wir hier mit dem Geschaukel nicht mehr voran. Wir halten Ausschau nach Tieren, bekommen aber immer wieder nur Welwitschias, aber die dafür in wirklich extremen Größen. Bei einer wirklich Extremen machen wir einige Fotos, dass es die absolut Größte war, die wir insgesamt gesehen haben, stellt sich natürlich erst viel später heraus.




Wir genießen die Einsamkeit, einzig das Wetter wird seitens meiner lieben Frau moniert und tatsächlich, eine derart durchgängige Bewölkung und immer wieder leichterer und stärkerer Nieselregen habe ich bei meinen beiden vorherigen Reisen auch im Jänner nicht mitbekommen. Zum Glück sind wir im Auto und nicht mit dem Motorrad unterwegs. Die Landschaft ist dennoch unglaublich abwechslungsreich. Berge, Schluchten, Ebenen wechseln sich ab, gleich bleibt nur der Untergrund. Steinig. Nachträglich verrät mir der aufgezeichnete Track, dass wir knapp über zwei Stunden lang nie über 30 km/h hinausgekommen sind.




Ein kleines Experiment: 45 Minuten reduziert auf viereinhalb Minuten. Inklusive zweimaligem Verfahren und das trotz Navi...


Erst als wir einen kleinen Kamm überqueren finden wir uns auf einer sandigeren und mit Gras bewachsenen Fläche wieder und trauen dem Auto und den Reifen wieder höhere Geschwindigkeiten zu. In einem schmalen Flussbett scheuchen wir eine Herde Springböcke auf, die eine Zeit lang vor uns herlaufen, erst als die Fläche wieder breiter wird, springen sie nach rechts weg und kommen wieder zur Ruhe.

Mittlerweile regnet es wieder stärker, ein bisschen drückt das - neben der zweistündigen Schaukelei - nun die Stimmung am Beifahrersitz und das Ziel wird herbeigesehnt. Zum Glück erreichen wir kurz darauf die geschobene D2342, die uns zur D2303 bringt. Hier ist zwar jetzt wieder einfache Fahrspur angesagt, allerdings ist das Rhino Ugab Camp nun wirklich nicht mehr weit. Wir passieren die enge Schlucht und stehen danach vor der Kette, die die Straße hier absperrt. Unser Anliegen, hier campen zu wollen, wird positiv beschieden, kein Wunder, ist ja sonst niemand hier. Wir suchen uns gleich den ersten Platz aus, der mit einem dichten Holzzaun umgeben ist, dennoch gibt's am Baum prominent angebracht entsprechende Warnungen.




Sanitäre Einrichtungen sind vorhanden, wenn auch sehr basic, aber das stört uns nicht, wir sind endlich "in the middle of nowhere" angekommen.




Wir kochen einfach Spagetthi mit Soße, Feuer möchte ich heute keines mehr anzünden. Viel unangenehmer ist hier der wieder einsetzende Nieselregen, dem wir eine Zeit lang mit dem großen Sonnensegel Paroli bieten können, irgendwann tropft es aber auch hier durch und wir verziehen uns ins Zelt. Kurz danach beginnt es wieder heftig zu regnen, was schlussendlich auch mit einer nassen Matratze auf meiner Seite endet.

Hm. Regenzeit in Namibia und das Zelt nicht ganz dicht.
Letzte Änderung: 27 Feb 2015 21:45 von dergnagflow.
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28 Feb 2015 13:41 #375272
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  • freshy am 28 Feb 2015 13:41
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Besonders hübsch finde ich das Foto "Peanut an Austern".

Auch wenn ich mich selten melde, ich bin immer mal wieder dabei und schwelge in Erinnerungen.

LG freshy
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08 Mär 2015 22:54 #376556
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  • dergnagflow am 27 Feb 2015 21:34
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Lang, lang ist's her seit Tag 7, ich hoffe, ein paar können und wollen noch weiterlesen.
Ich hatte viel zu tun die letzte Woche, gelobe aber Besserung und schnellere Aktualisierung. Sollte nicht mehr jeweils über eine Woche dauern...

Tag 8 – 24. Jänner 2015

Auch heute gehen wir es gemütlich an, vor allem, weil es wieder leicht nieselt. Nach einem kleinen Frühstück packen wir das Zelt nass zusammen und fahren gegen 9:30 los. Zuerst den Ugab entlang, danach einen Seitenarm. Abwechselnd haben wir Steine und Sand als Untergrund, fahrerisch und landschaftlich sehr abwechslungsreich.





Nach rund 20 Kilometer weitet sich die Landschaft wieder und die canyonartigen Schluchten sind vorerst Vergangenheit. Auch hier muss es gestern ordentlich geregnet haben, wir wirbeln nirgendwo Staub auf. Zudem ist auch der Himmel extrem bedeckt und es kommt auch immer wieder Nieselregen von oben. Dazu kaum 25 Grad, bisserl schaut’s aus wie bei uns im November ;-).





Wir machen Rast an der Ais Fountain, tragen uns dort in das in einer kleinen Blechdose befindlichen Heftchen ein und fahren anschließend weiter. Tiere lassen sich heute auch kaum sehen, mehr als ein paar Oryx, eine Handvoll Springböcke und zwei Zebras stehen nicht auf der Sichtungsliste heute. Ich muss mir schon ein paar Kommentare von links anhören, wie ich denn sagen könne, dass es während der Regenzeit kaum regnen würde. ;-)




Nach einiger Zeit kommen wir an eine “Oase”, einen Bereich, wo offenbar immer Wasser zu finden ist. Rundherum dichtes Schilf, der Weg führt geradewegs durch das Wasser. Da davor einige größere Steine liegen, steige ich kurz aus, um den besten Weg rund um die Steine zu finden. Mein Vorschlag, dass Nicole aussteigt und vor geht, um zu filmen wird freundlich aber sehr bestimmt abgelehnt. Auch weil sich links neben dem Auto plötzlich große Spuren befinden… Na, ja. Wird wohl kein Löwe in der Gegend sein ;-).



Weiß jemand, wer sich da herumgetrieben hat?

Ich fahre durch’s Wasser, danach ist guter Rat teuer, es ist nicht wirklich ein Weg auszumachen. Das Navi hilft auch nicht wirklich weiter, so fahren wir links in das Schilf, da hier eine Spur zu erahnen ist. Wie’s weiter geht, sieht man hier in dem Video. Im Augenwinkel ist mir der richtige Weg auch aufgefallen, aber die andere Spur war verlockender…


Diesmal mit 4-facher Geschwindigkeit abgespielt…

Schließlich kommen wir rund 40 Kilometer vor dem heutigen Tagesziel zum Huab. Hier kenne ich mich aus, da sind wir schon zweimal mit dem Motorrad gewesen. Elli-Land sondergleichen. Wir haben noch Zeit, somit beschließen wir, 10-15 Minuten “flussaufwärts” zu fahren, um zu schauen, ob wir nicht doch einen Elefanten irgendwo finden können. Die Zeit verrinnt, die Fahrt ist herrlich, das Auto läuft perfekt auf diesem Untergrund, wir sehen Elli-Dung, Bäume, die von Ellis umgerissen wurden, Elli-Spuren nur keinen Elli. Ausser Peanut natürlich. OK, nach 15 Minuten Rückfahrt bis zur Querung. Wir haben immer noch Zeit, also noch 10 Minuten “flussabwärts”. Vielleicht sind sie ja dort…

Aber auch dort finden wir nix. Wirklich schade. Dort, wo wir umdrehen, führt aus dem Fluss ein Weg hinauf, ich beschließe, oben zurück zu fahren, vielleicht sind die Tiere ja dort zu finden. Aber auch da finden wir nur Hinterlassenschaften und Spuren. Also gut, heute wird das nichts mehr, bei einer verlassenen Siedlung führt wieder ein Weg in den Fluss, da fahren wir jetzt rein und ab zum Campingplatz. Doch plötzlich…



Er versucht zwar, sich zu verstecken, ich hätte ihn wahrscheinlich erst gesehen, wenn ich ihm auf die Zehen gefahren wäre, aber Nicoles geschulten Augen entgeht nichts. Und da haben wir ihn. In voller Größe. Und er ist auch überhaupt nicht hektisch, kommt allerdings zuerst ein paar Meter auf uns zu, worauf ich vom Weg ein Stück zurückschiebe und mich besser positioniere, falls er doch nervös werden sollte. Aber wir können ihn hier lange beobachten, währenddessen setzt heftiger Regen ein, nasser Elefant im trockenen Fluss, sowas hab’ ich auch noch nicht gesehen.





Nach ca. 15 Minuten geht er gemütlich in das Flussbett zurück, wir haben noch nicht genug und umfahren ihn auf der oberen Seite, fahren bei der Querung wieder ein Stück flussabwärts und sehen ihn wieder in der Nähe des Weges, den wir vorher hinunterfahren wollten. Wir positionieren uns wieder fotogerecht und beobachten ihn weiter. Herrlich und ein volles Erfolgserlebnis, endlich der erste Elefant. Wir bewegen uns mit gutem Abstand ein wenig mit ihm mit, machen zahlreiche Fotos, bis ich eher zufällig als geplant kurz flussaufwärts schaue. Dort sehe ich Wasser auf uns zukommen, noch ca. 50 Meter weg und nicht meterhoch, aber dennoch. Es reicht, um den Elefanten links liegen zu lassen und über den Weg, den wir vorher runterfahren wollten, den Huab zu verlassen. Kurz mache ich mir Gedanken, weil wir ihn ja ein Stück flussaufwärts noch queren müssen, dort ist aber interessanterweise gar kein Wasser, das dürfte dazwischen irgendwo eingeflossen sein.


Da sind wir ein paar Minuten vorher noch drin gestanden...

Ich folge nun der programmierten Route, was rückblickend betrachtet aus Zeitgründen vielleicht nicht die beste Idee war, führt diese doch weiter durch diverse kleinere Reviere, in denen aber kein Wasser fließt. Schneller wäre es gewesen, vom Huab eine “schnellste” Route neu zu programmieren, allerdings erreichen wir unser geplantes Ziel auch noch rund zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Durch die starke Bewölkung und den heftigen Dauerregen ist’s jedoch nicht mehr ganz hell. Im Aabadi Mountain Camp angekommen, stellen wir fest, dass niemand da ist. Also nicht nur keine anderen Gäste, sondern gar niemand. Und es schüttet. Und wird langsam finster. Ich schaue kurz in die befestigten Zelte, die offen sind, dort gäbe es ein Doppelbett. Aber wir müssten alles durch den Regen tragen, zudem haben wir noch Hunger… Nicole ist es auch nicht ganz geheuer, einfach hier ein Zelt zu “nehmen”, ohne dass die Besitzer da sind. Schließlich drehen wir um und fahren zurück zur Twyfelfontain Lodge. Was soll’s, heute wollen wir eh nicht mehr Campen, es regnet seit zwei Stunden ohne Unterlass und es sieht auch nicht so aus, als ob es bald aufhören würde.


Mit Audio-Kommentar, weil vom Inneren des Autos aufgenommen.

Die Lodge reisst mit 2.600 N$ (~190 Euro) für uns beide plus Abendessen ein bisschen ein Loch in die Reisekasse, es war aber die beste Entscheidung, die wir heute hier treffen konnten. Als wir gegen halb neun Abendessen gehen, regnet es immer noch, erst gegen 22 Uhr hört es auf. Das Abendessen nütze ich und Peanut, um eventuelle Umplanungen mittels Karte vorzunehmen…

Anhang:
Letzte Änderung: 08 Mär 2015 23:31 von dergnagflow.
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09 Mär 2015 09:18 #376576
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So ganz genau kann ich die Spuren leider nicht erkennen. Auch fehlt ein Maßstab für die Größe. Ich würde aber auf Pavian oder Stachelschwein tippen. Jedenfalls nichts gefährliches.

Zu sehen, wie sich ein Trockenflußbett mitr Wasser füllt, muss ein beeindruckendes Erlebnis sein, welches mir noch nicht vergönnt war.
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