THEMA: Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour
29 Mär 2015 22:44 #379475
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Tag 16 – 1. Februar 2015

Nach einer eher schlaflosen Nacht stehen wir wieder gegen 7 Uhr auf, ich finde unsere Schlapfen zerkaut ein paar Meter weiter in einer Lacke wieder. Wirklich einladend ist der Platz nicht, alles steht unter Wasser, um zu den Sanitärräumen zu gelangen, muss eine Lacke am Weg von ca. 20cm Tiefe passiert werden. Wir trinken nur kurz einen Tee, packen alles zusammen und fahren bald los. Als Ziel haben wir heute Halali, der Weg führt uns über Adamax und dann so ziemlich an jedem Wasserloch zwischen Okaukuejo und Halali vorbei.



Auf dem Weg nach Adamax läuft uns eine Schildkröte über den Weg, bevor uns ein Autobus überholt. Wir zuckeln gemütlich hinterher und holen ihn wenig später wieder ein, als er mitten auf der Straße steht. Hm, da dürfte rechts irgendetwas im Busch sein. Leider sehen wir nichts, auch nachdem der Bus weggefahren ist und wir exakt seine Stelle eingenommen haben. Aber für nichts bleibt der Bus auch keine ~ 10 Minuten dort stehen. Ich bemühe das Fernglas und scanne jeden Busch und tatsächlich. Ca. 50 Meter von uns entfernt liegt ein Nashorn unter einem Baum. Kaum zu sehen durch die Büsche davor. Ohne den Bus hätten wir keine Chance gehabt, auch so haben wir schon fast 10 Minuten gebraucht, bis wir es gesehen haben. Schon am zweiten Tag ein Nashorn. Verbuchen wir mal unter Glück. ;-)



Auf der anschließenden Fahrt an Okaukuejo vorbei sehen wir sehr viele Springböcke, Oryx, Strausse, Gnus und Giraffen.





Am Nachmittag, als wir den Rhino Drive Richtung Halali fahren, sind wir mit 30 bis 40 km/h unterwegs, schauen angestrengt in das links und rechts befindliche Dickicht, als sich plötzlich rund 200 Meter vor uns etwas bewegt. Ich parke das Auto, springe noch kurz hinaus um die GoPro zu starten und dann warten wir einfach das folgende Spektakel ab.






Ich gebe zu, ohne das erste Erlebnis mit unserem Guide im Hoanib wären wir nicht so ruhig geblieben und wären vielleicht sogar umgedreht. Dieses Erlebnis wäre uns dann entgangen. Die Herde geht sehr ruhig in nur ein paar Metern Entfernung an uns vorüber, unzählige Kleine sind dabei und wir können unser Glück kaum fassen. Das war rückblickend betrachtet sicherlich das Highlight unserer Reise.

In Halali schlagen wir gegen 16:00 Uhr unser Lager in der Nähe des Weges zum Wasserloch auf. Hier sind kaum Leute, von der Campsite her gefällt es uns besser als Okaukuejo, da man hier bei Regen auch überdachte Bereiche hat und nicht im Auto sitzen müsste. Zum Glück brauchen wir das heute nicht, wir relaxen ein wenig am Pool, bestellen für morgen früh ein Lunchpaket, essen recht früh und nehmen unseren Sundowner dann am Wasserloch. Leider ist angeblich gerade ein Nashorn gegangen, in den 90 Minuten, die wir dort verbringen zeigt sich kein Vierbeiner mehr.


Letzte Änderung: 29 Mär 2015 22:54 von dergnagflow.
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03 Apr 2015 13:38 #380198
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Der heutige Tag bringt wieder viel Glück für uns und auch wir können heute anderen Glück bringen ;-)

Tag 17 – 2. Februar 2015

Heute ist mal wieder früh Aufstehen angesagt, um 5:30 läutet uns der Wecker aus dem Schlaf. Wir trinken einen Tee, packen alles zusammen und holen das Lunch-Paket im Restaurant ab. Um 6:30 sind wir mit dem Sonnenaufgang unterwegs und schon kurze Zeit später werden wir mit einer Herde Giraffen belohnt. Leider sind – wohl bedingt durch die Regenfälle der letzten Tage – einige Rundkurse gesperrt, sodass wir mitunter in einer Sackgasse enden. Und auch auf den nicht gesperrten Wegen steht mitunter das Wasser ziemlich hoch.




Wir fahren grob in Richtung Namutoni, allerdings lassen sich bei den Wasserlöchern, die wir anfahren, keine Tiere blicken. Auf dem Weg kreuzt ein wohl trächtiges Hyänenweibchen unseren Weg, gar nicht schreckhaft läuft sie ein Stück neben uns auf der Straße, bevor sie wieder im Dickicht verschwindet.



Kurze Zeit später entdecken wir ein Warzenschwein mit seinen Jungen, danach wieder einige Giraffen und jede Menge Zebras. Nicole glaubt mir langsam aber sicher, dass wir so viele Giraffen sehen werden, dass wir am Schluss wegen ihnen gar nicht mehr stehenbleiben werden. Ungefähr 8 Kilometer vor Namutoni steht wieder ein Bus mitten auf der Straße und wir sehen, dass alle angestrengt in den Busch schauen. Der Busfahrer raunt uns ein “Lions” zu, wir sehen aber gar nichts. Nach rund 10 Minuten fährt der Bus weg, wir stellen uns an die Stelle und schauen angestrengt in den Busch. Aber auch mit Fernglas sehen wir vorerst nichts. Erst, als ich mich seitlich ins Fenster setze (ja, ich weiß, soll man nicht…) kann ich in der Ferne unter einem Baum ein Rudel erkennen. Ab und zu bewegen sie sich sogar, zum Fotographieren sind sie allerdings viel zu weit entfernt. Und da wir sie ohne den Bus auch nie und nimmer gesehen hätten, vermerken wir sie mal nicht als “Sichtung”.






Kurz vor Namutoni gibt’s noch eine Herde von über 10 Giraffen, bevor wir im Fort Pause machen. Es ist mittlerweile etwa 11 Uhr und eigentlich wollten wir uns auf die schöne Terrasse beim Wasserloch setzen, die ist allerdings kaputt und daher gesperrt. Auch das Cafe unterhalb hat nicht geöffnet, so setzen wir uns ins verwaiste Restaurant und trinken einen Rockshandy. Hat mittlerweile schon wieder über 30 Grad. Im Restaurant mache ich kurz einen Hotspot mit der namibischen Simkarte auf und wir kommunizieren kurz mit Lisa, um zu erfahren, ob Lukas schon in Sydney gelandet ist. Sie verspricht uns eine Nachricht zu schicken wenn er bei ihr im Backpacker eingetroffen ist. Wir fahren noch ein Stück Richtung Norden, wo wir an einem Wasserloch unser Picknick im Auto einnehmen. Das Lunchpaket ist wirklich zu empfehlen!




Langsam machen wir uns von Wasserloch und Detour zu Wasserloch und Detour zurück Richtung Halali. Die Landschaft hier ist flach und ohne wirklich dichten Bewuchs, wir sehen neben den üblichen Verdächtigen (Springbock, Strauß und Oryx) jede Menge Zebras und wieder Giraffen in Hülle und Fülle. Und bringen es nicht über’s Herz vorbeizufahren, ohne zumindest ein paar Fotos zu machen ;-).



Ungefähr 30 Kilometer vor Halali sehen wir plötzlich in der Ferne zwei Nashörner. Sie bewegen sich leicht von uns weg und präsentieren nur ihr Hinterteil, aber es sind eindeutig Rhinos. Zum Fotographieren fast zu weit weg, aber wir versuchen es dennoch. Sehr schwierig, die Fotos sind demnach nicht besonders. Wir freuen uns dennoch, nach dem ersten liegenden nun noch zwei gesehen zu haben und fahren nach einigen Minuten weiter. Keine zwei Kilometer ruft Nicole plötzlich “Nashorn”! Was noch untertrieben war, keine 50 Meter neben der Straße steht eine Nashornkuh mit ihrem Kalb im Gebüsch. Gibt’s ja nicht, schon fünf Nashörner in nur zwei Tagen. Wir können unser Glück gar nicht fassen und bleiben wieder so lange, bis die beiden sich weiter ins Dickicht zurückziehen.





Mittlerweile ist es ungefähr 16:30, es hat 36 Grad und wir beschließen, vor der Rückkehr ins Camp noch zum Etoscha-Lookout zu fahren. Schon als wir noch sehr weit entfernt sind, sehe ich, dass beim Lookout irgendwas seltsam ist. Es steht ein kleines Auto irgendwie komisch dort. Vor uns ist noch ein Auto, das kurz vor dem Lookout stehen bleibt, wir fahren vorbei und sehen, dass ein kleiner Toyota im Schlick feststeckt. Ich frage die beiden jungen Männer, ob sie Hilfe brauchen, weil einer so ganz lässig auf der Heckklappe sitzt und eher keine Anstalten macht, hilflos zu wirken ;-).



Es stellt sich heraus, dass die beiden Italiener schon irgendwen von ihrer Agentur angerufen und ihre missliche Lage mitgeteilt hätten, allerdings wäre dies bereits vor zwei Stunden gewesen und nun ginge auch ans Telefon niemand mehr ran. Warum sie ihr Auto dort in den Schlick gefahren haben, hab’ ich nicht nachgefragt, ich wäre dort mit dem Hilux auch mit Untersetzung nicht rein, das hat man mit freiem Auge gesehen, dass es dort tief ist. Durch den geringen Platz zwischen dem Schlick und der Absperrung kann ich die beiden nicht einfach mit dem Abschleppseil rausziehen, aber wozu habe ich denn die Seilwinde mit? Fehlt nur noch eine geeignete Möglichkeit, sie am kleinen Toyota festzumachen. Bei diesen neuen Fahrzeugen gibt’s keine offensichtliche Abschleppöse. Die beiden hätten auch schon danach gesucht meinen sie. Ich frag’, ob vielleicht eine Bedienungsanleitung im Wagen ist, “Oh ja, gute Idee” meint er. Wir finden heraus, dass es im Werkzeugset eine schraubbare Abschleppöse gibt, montieren diese und können den Wagen danach mit der Seilwinde rausziehen.



Die beiden sind heilfroh, hatten schon damit gerechnet, die Nacht dort verbringen zu müssen. Klarerweise ohne Verpflegung oder Wasser. Wer rechnet denn auch dort damit ein Problem zu bekommen. Allerdings sollte man sich dann auch nicht selbst in eine derartige Situation bringen. Wir haben unser Karma-Konto jedenfalls nach der Aktion im Fluss wieder aufgefüllt und auch die beiden Italiener, denen ich die Geschichte erzähle, wollen das gute Karma weitertragen und dem Nächsten helfen. Wir machen noch ein paar Fotos und fahren anschließend zurück zum Camp, wo wir den Sundowner wieder beim leeren Wasserloch genießen.


Letzte Änderung: 03 Apr 2015 13:42 von dergnagflow.
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04 Apr 2015 23:33 #380357
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Tag 18 - 3. Februar 2015

Heute heisst es schon wieder Abschied nehmen aus Etoscha. Beim Frühstück wird noch mal kurz mein Rücken abgelichtet, Leute ich kann euch nur sagen: When you're working in the sun, always wear a shirt...



Bevor wir fahren, machen wir noch einen Stopp bei der Tankstelle im Fort, da man hier mit Kreditkarte zahlen kann. Nachdem wir den Wagen wieder mit halbvollen Haupttank abgeben sollen, tanke ich nicht mehr voll, sondern lasse nur rund 50 Liter einfüllen. 90 Liter sollten dann bis Windhoek etwa reichen, dort will ich dann den Tank halbvoll anfüllen und das Auto zurückgeben. Wir kommen gegen 9 Uhr aus Halali weg und sind noch nicht mal warmgefahren, als ich keine 5 Kilometer nach dem Fort links ein Nashorn entdecke. Dieses geht parallel zur Straße und ist von dieser nur rund 30 Meter entfernt. Unglaublich. Wir fahren immer wieder 20 Meter, bleiben dann stehen und lassen das Rhino an uns vorbeiziehen. Dann wiederholt sich das Spiel. So kommen wir zu unzähligen Aufnahmen.






Unter einem Baum verharrt es schließlich im Schatten, hat ja schon wieder 27 Grad, bevor es sich in eben diesem niederlässt. Und schon ist es fast verschwunden. Wir fahren noch einmal Richtung Fort zurück um zu testen, ob wir es als Liegendes gesehen hätten. Schwierig. Wahrscheinlich hätte unser mittlerweile geschultes Auge erkannt, dass da etwas ist, aber sicher nicht sofort, um was es sich handelt.

Nachdem wir Zeit haben und heute nur bis zur Gepardenfarm bei Kamanjab wollen, fahren wir noch einige Wasserlöcher und Rundkurse an. Anfangs tut sich eher wenig, wir sind ein wenig enttäuscht, dass sich zum Abschied niemand mehr einfindet und Nicole schimpft mich schon, Schuld daran zu sein, weil ich die lieben Giraffen nicht mehr fotographieren wollte. ;-)



Ich kann es aber vorwegnehmen, es sollte einer der besten Vormittage in Etoscha für uns werden. Eine große Herde Gnus, die auch Kälber hatten liegt in Gemeinschaft mit Straussen, Springböcken und Zebras an einer durch den Regen entstandenen, großen Wasserlacke.



Ein wenig später treffen wir auf die Abschiedsrunde Giraffen, die sich an den frischen Blüten der dornigen Gewächse labten. Und natürlich können wir nicht widerstehen, sie zu fotographieren.



Und schließlich treffen wir noch auf die Abordnung der Elefanten, die im Gebüsch neben der Straße auf uns wartet. Wieder eine ganze Herde samt Jungtieren.




Und keine fünf Minuten später, kurz bevor wir auf die Teerstraße beim Andersongate treffen, stoßen wir noch auf den alten Herrn des Etoscha Parks. Er versperrt uns mit seinem Hinterteil die Straße, also warten wir friedlich, bis er sich bequemt, ein Stück zur Seite zu rücken.




Als er sich durch das Dickicht davonmacht, fahre ich bis zur Teerstraße und dann ein Stück Richtung Gate und tatsächlich. Da taucht er aus dem Gebüsch auf und kommt auf die Straße zu. Auch hier wiederholt sich das Spiel, er geht die Straße entlang, wir fahren ein Stück nach vorne, er geht wieder weiter. Wir fahren ein Stück und er geht ein Stück. Offenbar will er die Straße queren. Also bleiben wir stehen und werden mit einem wirklich tollen Motiv belohnt. Danke!



Nach dem Verlassen des Parks fahren wir ein Stück Richtung Süden und anschließend parallel zur Parkgrenze Richtung Westen. Wir fahren durch Farmland, begegnen einigen Warzenschweinen mit ihren Ferkeln und fahren mehr oder weniger durch eine sehr grüne Landschaft. Wüsste ich es nicht besser, hätte man hier einen falschen Eindruck bekommen können.



Übrigens, den Hund in dem folgenden Video (ca. bei Minute 2:30) haben wir nicht überfahren, der ist schließlich rechtzeitig ausgewichen. Zum Glück ging ich da durch eine gute Schule mit derartigen Hunden auf einem niederösterreichischen Bauernhof. Der hatte ähnliche Hunde, bei denen man einfach weiterfahren musste.



Und auch unser Karmakonto können wir ein bisschen auffüllen, kurz vor dem Ende des Videos sieht man links eine weiße Ziege zappeln. Die hatte sich mit dem Fuß im Drahtzaun verhängt und war wohl schon einige Stunden in dieser Situation. Als wir sie befreien, humpelt sie auf drei Beinen davon, belastet aber schon einige Zeit später den vierten auch wieder.

Nachdem wir vorab geklärt hatten, dass wir auf der Gepardenfarm mit Euro zahlen können, müssen wir nicht wieder nach Kamanjab um Geld zu holen, sondern gelangen spätnachmittags direkt zur Farm. Dort fahren wir zur einsamen Campsite (die Bungalows waren noch geschlossen) und richten uns häuslich ein. Die Campingarea grenzt direkt an den Zaun, hinter dem zwei wilde Gepardenweibchen mit ihren schon größeren Jungen residieren, leider lassen sie sich heute nicht blicken. Den Sundowner nehmen wir auf dem Aussichtsturm ein, der am großen Swimmingpool steht. Und natürlich darf ein abendliches Feuer nicht fehlen.


Letzte Änderung: 04 Apr 2015 23:36 von dergnagflow.
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