THEMA: CuF in Botswana 2013
08 Feb 2015 18:37 #372595
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Animiert durch die interessanten Reiseberichte und Fotos – vor allem der Eulenmuckels, Clax etc. -und als Dank für die vielen nützlichen Tipps haben wir uns nun doch entschlossen, einen kleinen Reisebericht über eine unserer Afrikareisen im Forum einzustellen.
Wir, das sind C. F., ein schon angegrautes Paar mit einiger „Afrikaerfahrung“, resultierend aus Aufenthalten in Simbabwe, Namibia, Ruanda und Zaire (heute „Demokratische“ Republik Kongo) in den 80er-Jahren. Danach waren uns aus familiären und beruflichen Gründen solche Reisen nicht mehr möglich. Aber der sog. Afrikavirus wurde durch wiederholtes Quälen von Familie und Freunden durch Diaabende und Fotosgucken, außerdem durch Literatur und Filme wachgehalten. Nach dem Ende des Berufslebens, dem rigorosen Verkleinern unserer Lebensumstände hatten wir uns dann genügend Freiraum geschaffen, um wieder unserer Sehnsucht nach dem südlichenAfrika nachzugeben. 2008 waren wir im Erongo, Tywelfontein, Ethosa, Groß Barmen, 2011 in Namibia (Fischfluß, Ai-Ais, Oranje, Küste, Messum, Etosha) und Südafrika (KTP), 2013 in Botswana und 2014 in Namibia, Südafrika und Botswana.
Wir fangen mal mit 2013 an und hoffen, niemanden damit zu langweilen. Anders als bei früheren Diaabenden können wir zum Glück ja nicht sehen, wer alles zu gähnen anfängt.
Die Reise startete am 3.9. 13 in Frankfurt in einem vollbesetzten Flugzeug (SAA), der am frühen Morgen des 4.9.in Johannisburg landete. Nach 5stündigem, wie immer langweiligen Aufenthalt auf dem Flughafen ging es in einer kleineren Maschine nach Maun und wir konnten schon von oben die endlos scheinenden Salzpfannen erkennen. Mittags waren wir da und wurden von einem Mitarbeiter der Botswana-Adventure-Travel-Agency abgeholt. Dort hatten wir ein Auto (Toyota Land Cruiser Double Cab) gemietet und die Reiseroute abgesprochen, die Agency hatte alle unsere Reservierungswünsche auf den diversen Campsites gebucht, gute Verbesserungsvorschläge gemacht und alle Extrawünsche für die Ausstattung des „Ironman“ erfüllt. Für diesen guten Service wollten wir uns ein wenig erkenntlich zeigen und hatten ein Schweizer Messer mit den Namenszug unseres „Sachbearbeiters“, eines Mr. Gorgs, gravieren lassen und mitgenommen. Groß war unser Erstaunen und laut das gemeinsame Gelächter, als sich Mr. Gorgs als Mrs. Gorgs herausstellte.
Die Einweisung in das Auto (Toyota Land Cruiser Double Cab) dauerte sehr lange und war sehr gründlich. Nachdem uns ein Mitarbeiter noch zur Nationalparkverwaltung gebracht hat und wir dort die Parkgebühren bezahlt hatten, ging es zum Geldholen und Einkaufen in die quirlige Stadt. Kurz vor dem Dunkelwerden waren wir dann endlich bei unserer Unterkunft, einer kleinen Lodge am Thamalakane, „The Kraal“,
( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! )die wir wegen der Nähe zur Straße in den Moremi ausgesucht hatten. Die Besitzer waren nicht da, aber eine Angestellte ließ uns ein und wir durften uns aus den vier Quartieren eines aussuchen. Todmüde, wie wir waren, nahmen wir gleich das erste Gästezimmer neben dem Küchenhaus, geschmackvoll und gut ausgestattet mit eigener Dusche und WC.





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10 Feb 2015 17:36 #372873
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5.9.von Maun nach Third Bridge

Auf dem Weg hierher am Blackpool lag ein totes Elefantenkind im Schlamm, das Maul unter dem Rüssel klaffend, glasige Augen, aber noch kein Aasfresser daran. Die Tragödie, die dahinter zu ahnen ist, machte uns ganz still.
Unterwegs sahen wir Giraffen, Roanantilopen, viele, viele Impalas, Letschwe, Elefanten, Zebras, Kudus, Gnus und ab und zu eine leuchtend blau auffliegende Spatelracke wie ein türkiser Doppelpfeil, außerdem Klaffschnäbel, ein Pied Kingfisher saß auf einem Termitenhügel. Die Hitze und Trockenheit war so groß, dass die Tiere voller Madenhacker saßen – an einer Giraffe sah man nur noch den Kopf, der Hals war voll besetzt.
Unser Campingplatz war unter einem Leberwurstbaum und wir achteten darauf, nicht direkt unter einer der pfundschweren Früchte zum Stehen zu kommen.
Wir unternahmen noch eine kleine Fahrt und sahen auf dem Rückweg ein großes Rudel Wildhunde fast direkt vor dem Eingang herum faulenzen, sich räkeln und putzen.
Der Ablutionblock war sehr gewöhnungsbedürftig, desolate Duschen, keine Haken (die meisten abgerissen), defekte Toilettenspülung, versiffte, kaputte Waschbecken, blinde Spiegel, sehr schmutzig. Wie wir 2014 feststellen konnten, hat sich das sehr gebessert. Die Waschbecken waren ausgewechselt, neue Kacheln verlegt worden, die Toilettenspülungen in Ordnung, Haken in den Duschen und tiptop sauber.




















Letzte Änderung: 14 Feb 2015 11:38 von CuF.
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10 Feb 2015 17:41 #372876
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6.9. Third Bridge / Mboma Island
Geweckt vom hysterischen Geschrei der Rotschnabel Frankolin, nach einer mäßig gut verbrachten Nacht – fremde Geräusche, Löwengebrüll von allen Seiten – unternahmen wir eine Pirschfahrt, auf der wir Elefanten, Impalas, Tsessebes sahen. Auf dem Rückweg zum Camp durch ein dichtes Waldstück fuhren wir sehr langsam mit sehr,sehr viel Zeit durch eine riesige Büffelherde, die dort, rechts und links sowie auf der Pad, lagerte und wiederkäute, ein faszinierender Anblick für uns; die Büffel waren ob der Störung not amused.







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11 Feb 2015 17:25 #373052
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8.9 Xakanaka

Nachts brüllten uns wieder Löwen aus dem Schlaf
Nach dem Frühstück, das wir gegen aufdringliche Paviane (Zwille liegt zu Hause) verteidigen mussten, machten wir uns auf die Pirschfahrt durch labyrinthische Lagunenwege und sahen mit Grünzeug bedeckte Flusspferde, Letschwe. Da unser Spezialinteresse der Vogelwelt gilt, freuten wir uns über Klunkerkraniche, Witwenenten, Sporengänse, Schreiseeadler und die vielen Gabelschwanzracken. Wir konnten uns kaum sattsehen und der Tag verging wie im Fluge. Beim Abendessen äste ein Buschbock nur ein paar Schrittlängen von unsrem Sitzplatz entfernt. Tagesabschluß: Rotwein, Whisky und eine Havanna.
Morgen geht es nach Khwai.


Karawane, Gänsemarsch wäre wohl unfein.



















Letzte Änderung: 11 Feb 2015 17:32 von CuF.
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11 Feb 2015 18:33 #373060
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9.9. Khwai
In der Nacht in Xakanaka keckerten immer mal wieder Hyänen.
Auf dem Weg nach Khwai stand ein schöner Ellipsenwasserbock an einer Wasserstelle – mit seinem wuscheligen Fell sah er aus, als wäre er gerade nach dem Bade trockenfrottiert worden.
In Khwai hatten wir einen schattenlosen Platz, aber sehr nahe an der Sanitäranlage, die vollkommen in Ordnung war. Dort konnten wir uns der grünen Meerkatzen kaum erwehren. Ein Exemplar saß im Handumdrehen im Auto und konnte nur mit Mühe verscheucht werden. Wir beschlossen für die nächste Reise eine Zwille mitzunehmen. Dass die Meerkatzen so aggressiv sein können, hatten wir nicht erwartet.
Nach einem Kaffee fuhren wir zu dem ca. 10 km entfernten Hippopool und sahen unterwegs viele Zebras und Giraffen. Am Pool ästen zahlreiche Letschweantilopen und separiert von dem Sprung lag ein prachtvoller Bock im Gras. Wir sahen Flusspferde, Nilgänse und Reiher. Auf dem Rückweg entdeckten wir eine Großfamilie Streifenmangusten, eine 20köpfige Elefantentruppe, wieder Tseessebes und vier sehr starke Kudus. Auf einer Lichtung standen wir lange und beobachteten das Treiben mehrerer türkisfarbener Pfeile, die sich als Zwergbienenfresser herausstellten.

]10.9. Khwai[/b]
Außergewöhnlich schön war hier die morgendliche Geräuschkulisse – Taubengurren, das Gekeife von Frankolinen, die Rufe von Wiedehopfen, dazwischen Paviangeröhre, das Gerassel der Baumhörnchen, die auf den Dächern der Sanitärhäuschen Fangen spielten, Laubbülbüls balzten, Steppenbaumhopfe brachen in Gelächter aus und Braundrosslinge jagten aufgeregt kreischend von einem Baum zum anderen.
Als F. nach der Katzenwäsche an der offenen Autotür stand, um sich anzuziehen, rannte, zum Greifen nah, ein Impala an ihr vorbei und dahinter, in zwei Gruppen geteilt, ungefähr 15 Wildhunde, die die Antilope in Richtung Fluss hetzten. Die lautlose Jagd, nur zwei Meter von ihr entfernt, war in Sekunden vorüber, so schnell, dass sie nicht mal Angst bekommen hatte.
Bei der nachmittäglichen Fahrt sahen wir eine prachtvolle Rappenantilope mit einem beeindruckenden Gehörn, Roanantilopen mit ihren schönen Maskengesichtern und drei sich gravitätisch bewegende Hornraben (southern-ground hornbills). Am Hippopool lagen die Flusspferde, die ihre Position seit gestern nicht verändert zu haben schienen. Außerdem entdeckten wir zwei Krokodile.
Mit dem Aufenthalt in Khwai waren wir sehr zufrieden.
In der Nacht hörte und sah C. Hyänen am Auto und behauptete, sie wären von F.s Schnarchen angelockt worden….


immer wieder schön, diese Gabelracken


Zwergbienenfresser, immer sehr behende









Roan, sehr scheu und weit entfernt








Steenbok

Witwenente, White faced duck


Hornrabe
Letzte Änderung: 11 Feb 2015 19:08 von CuF. Begründung: Platzverschwendung
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12 Feb 2015 17:24 #373147
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11.9. Savuti Camp

Nach dem Frühstück packten wir zusammen und starteten in Richtung Savuti Camp. Es ging durch teilweise üble Tiefsandpisten, da auch noch so ein (damned) langsam mahlender Versorgungstruck immer unseren Schwung abbremste. Gelbes Gras soweit das Auge reicht, kahle bis teilbelaubte Mopanebäume prägen die Landschaft bis zu den Dolomitfelsen kurz vor dem Camp.
Im Camp bekamen wir einen sehr tiefsandigen Platz unter einer blühenden Kameldornakazie. Wir stapften in knöchelhohem Sand zum von einer hohen, elefantensicheren Mauer umgebenen Waschraum.
Beim Auspacken waren wir sofort von Gelb-und Rotschnabeltokos und zutraulichen Ockerfuß-Buschhörnchen umgeben. Der weitere Platz ist umstanden von lilablühenden Korkrindensträuchern, was sehr hübsch aussieht.
Nach der Kaffeepause machten wir eine Fahrt am Flussufer des Savuti entlang und sehen auf der gegenüberliegenden Seite unzählige Elefanten. Immer wieder huschte ein Vogel am Ufer durch das Gebüsch, den wir nach vielem Blättern und Rätselraten als Coucal identifizierten – vermutlich der Senegalcoucal, aber sicher sind wir bis heute nicht, leider kein Foto, wir haben mehr AVCHD Filme als Fotos.
Die Filmsequenzen können wir nicht in das Forum einstellen.
Wir fuhren zurück, genossen die heiße Dusche, kauften Feuerholz und nahmen ein äußerst frugales Mahl in Form von Tschagalaka aus der Dose zu uns und genossen den obligatorischen Cabernet Sauvignon.











12.9. Savuti Camp

In der Nacht liefen Löwen durch das Camp, ihre Fährten waren ganz deutlich auf unserem Platz zu erkennen und F. pries am Morgen die Vorzüge eines sicheren Dachzeltes…..
Auf dem Weg zur Pirschfahrt erzählen uns einige Gäste sehr aufgeregt von einem Riss am Hippopool, an dem angeblich gestern noch etliche Löwen gewesen wären. Der Riss stellt sich als schon lange sehr toter Elefant heraus, von dem nur noch Knochen und Leder übrig waren.
Auf dem Weg zu der Felsmalerei (Bushman-Painting-Hill) begegneten wir vielen Giraffen. Wir waren zeitig, vor dem üblichen Massenansturm vor Ort. Von der Zeichnung aus kletterte C. noch ein bisschen höher und entdeckte einen Klippspringer mit einer grandiosen Aussicht auf das Savutital. Er fand einen großen Felsen mit einer Art Mahlstein darin (Bushman-Mörser?). F. saß unterdessen auf Höhe der Felsmalerei und bestaunte die unendliche Weite aus gelbem Gras, braun-dürrem Gesträuch und rötlichen Mopanebäumen, durch die sich der Fluss schlängelt. Auf dem Rückweg zum Camp sahen wir noch einige Kudus und eine ((Schwarzbauchtrappe)), Rotschopftrappe (fotomatte).











Albizia antunesiana?














Letzte Änderung: 17 Feb 2015 16:32 von CuF.
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