THEMA: Die Eulenmuckels auf Birding-Tour
23 Nov 2014 16:45 #363799
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Bereits kurz vor drei Uhr machten wir uns auf den Weg. Auch wenn die Strecke zügig zu fahren war – da wir ja wussten, wo wir hinwollten – dauerte es dennoch fast eine Dreiviertelstunde, bis wir den Süden der Marsh erreicht hatten. Auch die Elefanten vom Vormittag waren noch dort.





Aber leider fanden wir keinen Weg zu Jackal Island. Ein Blick auf die GPS-Koordinaten zeigte unseren Irrtum. Unser Ziel lag östlich des Channels, und alle Spuren endeten früher oder später in einer Wasserdurchfahrt, die wir unmöglich wagen wollten. Denselben Fehler hatten wir bereits vor zwei Jahren gemacht. Wie konnte man denn so dämlich sein? Uns blieb nichts anderes übrig, als den gesamten Weg bis zum Camp zurückzufahren, dort die Brücke zu nehmen und anschließend über zwanzig Kilometer wieder nach Süden zu fahren. Wir waren nicht sicher, ob wir das zeitlich überhaupt noch schaffen würden.
Auf der anderen Seite des Wassers hatten wir Glück. Ein Safariwagen mit einer Gruppe Gäste ließ Giraffen, Zebras und Gnus unmittelbar neben der Pad links liegen und schlug zielsicher die von uns ebenfalls angepeilte Richtung ein. Schon heute Mittag hatten wir ja alle Eitelkeiten bezüglich des „Selbst-Entdeckens“ über Bord geworfen und hängten uns an das Safariauto. Das war gar nicht so einfach, denn es fuhr viel schneller, als wir das eigentlich taten. Der Weg zog sich, aber wir kamen gut voran, da wir an Weggabelungen keine Entscheidungen treffen mussten und zeitaufwändige Loops einsparen konnten. Zum Glück wusste unser unfreiwilliger Führer tatsächlich, wohin wir wollten, und schon bald sahen wir bei Jackal Island bereits mehrere Fahrzeuge stehen. Dort lag ein größeres Löwenrudel im Schatten der angrenzenden Büsche.
Zuerst entdeckten wir etwas abseits eine Löwin mit einer blutigen Wunde am rechten Hinterlauf. Der Büffel hatte wohl nicht kampflos das Feld geräumt. Immer wieder leckte die Löwin mit ihrer rauhen Zunge über die klaffende Wunde. Als sie sich etwas später erhob, um zu den anderen Rudelmitgliedern zu gehen, belastete sie das verletzte Bein ganz normal und humpelte nicht.





Zur Gruppe gehörten auch vier Jungtiere unterschiedlichen Alters, die miteinander spielten und umhertollten. Sie schlichen sich an, sprangen auf- und übereinander und jagten sich im Gras.







Manchmal droschen sie mit den Pranken aufeinander ein oder hieben sich auf die Nasen und bissen ihren Müttern oder einigen Halbstarken in die Ohren und Schwänze. Die älteren Löwen ließen alles geduldig über sich ergehen. Schließlich wurden zwei Babylöwen unter einem großen Busch gesäugt.













Während sich die Löwendamen, die Heranwachsenden und die Junglöwen miteinander beschäftigten und wir gar nicht wussten, wohin wir zuerst schauen sollten, lag der männliche Löwe etwas weiter entfernt im Schatten. Mit vollem Bauch war er unfähig, sich zu rühren und verschlief den ganzen Rummel um seine Familie.



Die Reste des Büffelkadavers lagen in einem Gebüsch, in das regelmäßig die Raubkatzen verschwanden, um weiter zu fressen. Die kleinen Löwen nagten ebenfalls ein wenig an den Fleischbrocken.



In den umliegenden toten Bäumen versammelten sich langsam die Geier und warteten auf ihren Anteil an der Beute. Aber noch waren die Löwen nicht bereit, mit ihnen zu teilen, obwohl bereits alle erwachsenen Tiere dicke Bäuche hatten.





Es war ein tolles Erlebnis, mal wieder ein ganzes Rudel Löwen zu beobachten, und wir blieben, so lange es möglich war. Dann fuhren wir im Konvoi die Strecke zurück zum Camp.



Die Sonne ging langsam unter, und wir mussten uns beeilen, noch rechtzeitig zum Torschluss anzukommen, was uns ein paar Minuten vor halb sieben auch gelang.
Zum Abendessen kochten wir eine Tomatensauce zu den Nudeln. Anschließend gingen wir wieder zum Nachbarcamp und verbrachten dort einen sehr netten Abend. Bei knapp 10 Grad kletterten wir ins Zelt.

Kilometer: 140
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25 Nov 2014 21:08 #364203
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Samstag, 19. Juli 2014 – Löwen satt

Savuti, Chobe NP – Kalizo Lodge, Ost-Caprivi

Wieder ging unser Wecker bei Dunkelheit. Unser Plan war, vor dem Verlassen des Parks noch einmal zu den Löwen bei Jackal Island zu fahren. Wann hat man schon mal eine Fast-Garantie, ein ganzes Rudel zu erwischen? Da unsere Tankanzeige auf ziemlich leer stand, füllten wir die beiden Reservekanister ein. Dann brachen wir mit entsprechend hohen Erwartungen auf. Kurz vor Sonnenaufgang war außer uns noch niemand unterwegs.
Da wir die Strecke nun kannten, kam sie uns nicht mehr so lang vor, obwohl wir uns deutlich mehr Zeit ließen als bei der Rückfahrt am gestrigen Abend. Als wir Jackal Island erreichten, sahen wir bereits die Geier in den Bäumen sitzen.



Nicht weit von der Stelle, an welcher wir gestern das Rudel gesehen hatten, lag eine einzelne Hyäne in unserer Fahrspur und sondierte die Lage. Als wir uns näherten, stand sie auf und verschwand über die Ebene. Alleine hätte sie ohnehin keine Chance gehabt, den Löwen den Rest ihrer Beute streitig zu machen.





Das Rudel war noch da. Den Rest des Büffels hatten die Löwen freundlicherweise wieder aus dem Gebüsch gezogen. Viel mehr als das Gerippe mit ein paar Fetzen Sehnen, der Schädel, ein Bein und der Schwanz waren allerdings nicht mehr von dem armen Rindvieh übrig.



Die erwachsenen Tiere fraßen, beleckten und beknabberten, was noch übrig war.





Die kleinen versuchten, ihre Mütter und Tanten zu imitieren, indem sie mit ihren winzigen Zähnchen am Knochenberg herumnagten und ebenfalls an Hautstücken kauten. Oft turnten sie aber auch nur darauf herum, benutzten das Gerippe als Klettergerüst, pirschten sich an und erklommen es mit ein paar hohen Sätzen, um dem nächsten Familienmitglied von erhöhter Position auf den Rücken oder den Kopf zu springen.














Wir blieben fast zwei Stunden dort, und es wurde keine Minute langweilig, denn so früh am Morgen war mehr oder weniger das ganze Rudel noch in Aktion. Wir sahen die erwachsenen Löwen beim Fressen, Schmusen und sich gegenseitig Reinigen.







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25 Nov 2014 21:12 #364207
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Die beiden Paschas schliefen die meiste Zeit und erhoben sich nur kurz, um sich woanders wieder abzulegen, wenn ihnen ein vorwitziger Junglöwe zu sehr auf den Nerven herumtanzte.











Besonders die fünf kleinen hatten es uns angetan. Sie sprangen übereinander, kugelten sich im Gras und schleppten immer wieder einzelne Stückchen des Büffels durch die Gegend.











Dabei ließen sie sich von jeder zuckenden Schwanzspitze und jeder Bewegung eines anderen Löwen ablenken. Sofort wurde das Ziel anvisiert und gejagt.



Das ständige Gewusel bescherte uns einen unvergesslichen Löwenmorgen, da wir Löwen bislang häufig nur recht träge erlebt hatten.





Die Geierversammlung in den umliegenden Büschen, die die Balgereien der Jungen beobachtete, verdichtete sich. Doch sobald sich ein Vogel den ohnehin schon abgenagten Resten näherte, wurde er sofort von einem halbstarken Männchen mit leichtem Mähnenansatz vertrieben.

Geier Nr. 10 (junger Kappengeier)



Alter Kappengeier



Weißrückengeier







Andere Safarifahrzeuge trafen ein, und das Rangieren um die besten Plätze begann. Als es uns zu voll wurde, brachen wir auf.



Fortsetzung folgt.
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27 Nov 2014 19:43 #364498
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Samstag, 19. Juli 2014 – Fortsetzung

Zurück im Savuti-Camp nahmen wir die inzwischen trockene Wäsche ab. Unsere Nachbarn waren ebenfalls noch dort, und wir verabschiedeten uns erneut.
Die Strecke zum Ghoha Gate betrug zwar nur 30 Kilometer, zog sich aber dennoch, weil es einige schlechte Abschnitte gab. Hinter dem Gate bogen wir ein Stück nach Norden Richtung Linyanti ab, um dann nach Osten weiter zu fahren.



Bis Kachikau bestand die Straße aus Sand, dann wechselten wir auf Teer. Dazu hielten wir an und pumpten Luft in die Reifen. Sofort kamen Kinder aus dem Ort angelaufen und fragten nach Süßigkeiten, Geld oder Stiften. Wir halten nur wenig davon, auf Bettelei einzugehen. Also machten wir lediglich ein paar Fotos und verteilten einige Abzüge, was auch zu großer Begeisterung führte.



Bis Ngoma Bridge kamen wir schnell voran und überquerten zügig die Grenze nach Namibia. Wir entschieden, heute noch nicht in Katima Mulilo einzukaufen und sofort zur Kalizo Lodge zu fahren. Auf dem Weg tankten wir voll und kauften ein paar Kleinigkeiten im Shop der Tankstelle.
Das letzte Wegstück zur Kalizo-Lodge verlief anders als beim letzten Mal. Dieses Jahr hatte es so viel Wasser gegeben, dass die Lodge zeitweise nur per Boot erreichbar gewesen war. Daher mussten einige andere Wege angelegt bzw. ausgeschildert werden.
Wir suchten uns einen Campingplatz etwas weiter abseits von den anderen Stellplätzen direkt am Sambesi und empfanden die Wiese im Gegensatz zu den staubigen und sandigen Untergründen bisher als sehr angenehm.



Ruth pirschte sofort mit der Kamera los, um die zahlreichen Vögel zu fotografieren, während Uwe ein kleines Picknick vorbereitete und uns zum Abendessen anmeldete. Zahlreiche kleine Vögel wie Angola-Schmetterlingsfinken, Buntastrilde und Senegal-Amarante pickten flink auf dem Boden umherhüpfend nach Körnern. Leider waren sie sehr scheu und flogen ins Dickicht davon, sobald man sich ihnen näherte.



Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir gemütlich am Flussufer, wo wir vom Platz aus viele Eisvögel und Bienenfresser beobachteten.

Weißstirnspint



Malachiteisvogel



Auch einige Schmetterlinge flatterten von Blüte zu Blüte. (Lieber Matthias, jetzt bist du dran!)



Außerdem sahen wir Graulärmvögel, verschiedene Tauben, einen Weißbrauenrötel, Bülbüls und einige Braundrosslinge, die lärmend über die Wiese hüpften.



Schon jetzt stellten wir uns wie beim letzten Mal auch die Frage, warum wir hier nur eine Nacht geplant hatten. Für entspannte Vogelbeobachtungen ist Kalizo wirklich nur zu empfehlen. Allerdings standen wir am hinteren Ende des Campingplatzes auch sehr für uns alleine. Die Stellplätze weiter vorne liegen dagegen recht dicht beieinander.
Auf der Hoppelpiste hatte es uns heute Vormittag einen Fünfliter-Kanister Wasser zerdeppert, und nun war die gesamte Ladefläche nass. So ließen wir die Hecktür offen stehen, damit die Feuchtigkeit ein wenig verdunsten konnte. Aber leider kamen dadurch auch viele Mücken in unser Schlafzimmer, wie wir später genervt feststellen mussten.



Wir sahen einen wunderschönen, friedlichen Sonnenuntergang über dem Sambesi.





Zum Abendessen gingen wir ins Restaurant und aßen Hühnchen, Reis und Salat. Es war angenehm, heute mal nicht selbst kochen zu müssen.



Kilometer: 238
Letzte Änderung: 27 Nov 2014 19:44 von Eulenmuckel.
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01 Dez 2014 19:16 #364881
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Sonntag, 20. Juli 2014 – Durch den Caprivi

Kalizo Lodge, Ost-Caprivi – Mobola-Lodge, Divundu

Der Morgen bei der Kalizo-Lodge war sehr gemütlich. Wir schliefen aus, und Uwe verließ (wie immer) als erster das Zelt. Es war sehr feucht. Die Stühle, der Tisch, das ganze Auto waren nass vom Tau. Da half nur, alle Sachen in die aufgehende Sonne zu stellen und den Tag langsam angehen zu lassen. So blieben wir bis kurz nach Mittag auf dem Campingplatz. Die meiste Zeit beobachteten und fotografierten wir die Vögel in Sichtweite. Es gab viele Graufischer, die zu kurzen Beuteflügen über den Fluss aufbrachen und dann mit einem kleinen Fisch im Schnabel zurückkehrten. Stolz präsentierten sie ihren Fang auf einem Ast sitzend. Manchmal schlugen sie den noch zappelnden Fisch gegen das Holz.













Ruth hatte der Ehrgeiz gepackt. Nicht nur Kingfisher auf Ast sollte es sein, sondern Kingfisher im Flug, am besten noch mit Fisch im Schnabel. Und nein, es stimmt nicht. Die Wish-Card erfüllt nicht sofort jeden Wunsch. Von den gefühlten 1000, aber doch bestimmt 200 Graufischer-Fotos waren mindestens die Hälfte total unscharf, bei den meisten anderen fehlte die linke/ rechte Flügelspitze, der Schwanz oder gleich der ganze Vogel. Und so blieb schließlich nur eine kleine Auswahl übrig.







Nach diesem kleinen Erfolg wurde Ruth aber dann doch ein wenig größenwahnsinnig. Der Plan, den Moment zu erwischen, in dem der Vogel in den Fluss eintaucht, gelang in diesem Urlaub jedenfalls nicht. Auf sämtlichen Fotos waren nur mal weniger, mal mehr unscharfe Wellenbewegungen und in den meisten Fällen nicht mal eine einzige Feder zu erkennen. Müssen wir wohl nochmal wiederkommen.
Schwärme von Weißstirnspinten zogen ebenfalls los, um Mücken zu jagen. Eine grüne Fruchttaube saß im Baum, Bülbüls, Finken und viele andere Vögel hüpften und flatterten in den umliegenden Sträuchern. Wir tranken Kaffee und Tee, aßen Brote mit Marmelade und Nutella und hatten einen sehr schön ruhigen Morgen in der Sonne.
Um dem Titel unseres Reiseberichts ein wenig gerecht zu werden, folgen nun einige Vögelchen. Bei der Bestimmung des ein oder anderen nehmen wir gerne eure Hilfe in Anspruch.

Grüne Fruchttaube



Kleine Streifenschwalbe



Graulärmvogel



Gelbsteißbülbül



Unser Tipp: Fiskalwürger (Common Fiscal). Weiß es jemand besser?
Herzlichen Dank an Matthias: Swamp Boubou



Braunbürzelamarant oder Großer Pünktchenastrild



Weißbauch-Nektarvogel



Weber, aber welcher?





African Golden Weaver? Auch hier glauben wir fotomatte mit dem "large golden weaver", aber leider gibt es den in unserem Buch gar nicht.



Nachdem alle Fotos der vergangenen Tage gesichert, ein paar Akkus geladen waren und das Geschirr gespült war, bezahlten wir unsere Rechnung und machten uns auf den Weg. Auf der Fahrt zur Hauptstraße sahen wir noch fünf Hornraben, die uns aber mal wieder nicht in ihre Nähe ließen und schleunigst das Weite suchten.



Zur Auswahl stehen: weibliches Schwarzkehlchen oder irgendein Zistensänger (Cisticola)



Schnell waren wir in Katima Mulilo, wo am Sonntag der Pick’n’Pay Supermarkt geöffnet hatte. Wir kauften für die nächsten Tage im Etosha einige Lebensmittel ein, da unsere Vorräte ziemlich erschöpft waren. Dann ging es Richtung Westen durch den Caprivi. Die Straße zog sich wie immer endlos dahin. Entlang des Weges brannten immer wieder Buschfeuer und verschlangen das trockene Gras. Teilweise schwelte es noch, oder weite Streifen waren bereits vollständig verkohlt. Auch hier sahen wir ein paar Hornraben.
Am späten Nachmittag bogen wir hinter Divundu von der Hauptstraße ab und fuhren ein paar Kilometer zur Mobola-Lodge. Diese relativ neue Lodge mit Campingplatz liegt wunderschön unmittelbar am Fluss. Zum Gelände gehört auch eine kleine Insel, zu der eine Hängebrücke führt. Die Lodge ist liebevoll angelegt. Es gibt Chalets, einen Campingplatz, einen Pool sowie ein Restaurant. Wir waren heute die einzigen Gäste und hatten freie Auswahl zwischen den Stellplätzen. Wir wählten einen direkt am Fluss.
Unter einer Freiluft-Dusche stellten wir uns unter das eiskalte Wasser, obwohl zusätzlich ein leichter Wind blies, der die Angelegenheit nicht gerade angenehmer machte. Trotzdem lieben wir die Duschen unter freiem Himmel im Binsengeflecht und würden sie jederzeit dem durchaus nett angelegten Häuschen vorziehen. Mit warmem Wasser kann ja schließlich jeder!





Dann machten wir Feuer und grillten ein Rindersteak, legten Folienkartoffeln in die Glut und aßen Salat. Immer wieder flog eine Fledermaus über unsere Köpfe hinweg. Im Gras saßen Glühwürmchen und blinzelten in der Dunkelheit. Wir verbrachten einen sehr entspannten Abend mit dem Gezirpe von Grillen und dem Rauschen des Flusses, vom Sternenhimmel ganz zu Schweigen.

Kilometer: 387
Letzte Änderung: 04 Dez 2014 23:15 von Eulenmuckel.
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04 Dez 2014 23:24 #365209
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Montag, 21. Juli 2014 – Richtung Etosha

Mobola-Lodge, Divundu – Onguma, Etosha Ost

Heute gab es für uns eine längere Strecke zu fahren. Wir standen zwar mit Sonnenaufgang auf, frühstückten aber noch ganz gemütlich auf dem wunderschönen Campingplatz in der Sonne.



Dann spülten wir und packten alle Sachen zusammen. Schon längst sind alle Handgriffe wieder Routine, und es geht flott. An der Rezeption bezahlten wir die Rechnung und verabschiedeten uns.
Ein kurzes Wegstück fuhren wir noch entlang des Flusses. Hier herrschte noch reges Treiben.





Dann bogen wir auf eine Verbindung zur Teerstraße ab. Die erste Etappe führte nach Rundu. Die Fahrt war wenig spektakulär. In Rundu hielten wir an der großen Tankstelle, füllten Diesel auf und verdrückten eine Pommes im Wimpy-Schnellimbiss.
Weiter ging es nach Grootfontein. Bei Maori sagten wir Peter und Conni kurz hallo und kauften eingefrorenes Wildfleisch für die kommenden Tage. Bei Onguma vor dem Etosha hatten wir einen Stellplatz auf der Tamboti Campsite gebucht. Wir waren sehr positiv überrascht. Jeder Stellplatz verfügt über ein eigenes, blitzsauberes Dusch- und Toilettenhaus, Licht und Strom. An zentraler Stelle gibt es einen Mini-Shop, einen Pool und eine Terrasse mit Blick auf ein beleuchtetes Wasserloch.
Wir duschten und zogen uns ein paar ordentliche Klamotten an. Schließlich waren wir mit einem von Uwes Kollegen zum Abendessen verabredet und das nicht im Busch am Lagerfeuer, sondern in einer Lodge. Kurz gingen wir noch zur Aussichtsterrasse und sahen zwei Dikdiks sowie zwei Kronenducker, die sich sehr scheu der Wasserstelle näherten.



Dann fuhren wir zum Mushara Outpost, einer sehr schönen Lodge. Den ganzen Luxus mit gepolsterten Loungemöbeln, Wollen-Sie-noch-etwas-trinken hier und Kann-ich-Ihnen-noch-etwas-bringen da sind wir so gar nicht gewohnt. Obwohl uns diese Bedienerei immer etwas befremdlich ist, genossen wir es sehr, uns nicht selbst um das Essen kümmern zu müssen. Wir trafen Michael, dessen Frau, seinen Bruder mit Frau und ein weiteres befreundetes Ehepaar, die auf ihrer ersten Namibia-Reise unterwegs sind. Alle sechs waren begeistert von den bisherigen Erlebnissen. Wir aßen lecker und unterhielten uns sehr nett. Es war ein schöner Abend.
Spät verabschiedeten wir uns und machten uns im Dunkeln auf den kurzen Rückweg. Entlang der Hauptstraße sahen wir ein paar kleine Antilopen, auf den letzten Kilometern in Onguma lief uns noch ein Stachelschwein über den Weg.
Morgen freuen wir uns auf den Etosha.

Kilometer: 620
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