THEMA: Wanna be Explorer in Namibia! -
23 Dez 2013 10:16 #317852
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  • Topobär am 23 Dez 2013 10:16
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Hallo Gunnar,

das mit dem Mond ist sicher schon vielen Afrika-Reisenden passiert. Die meisten geben es nur nicht zu. Bei unserer letzten Reise durch Tansania dachte ich im Selous auch erst, hinter den Büschen das Licht einer benachbarten Campsite zu sehen. Erst als sich das Licht über die Büsche erhob, erkannte ich, dass es der Mond war.
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23 Dez 2013 11:44 #317864
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  • Atomic Betty am 23 Dez 2013 11:44
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DANKE Gunnar! You made my day. Bzw. our day. Wir sind mittlerweile schon ganz frustriert, wenn wir beim Frühstück mal kein Kapitel aus deinem wunderbaren Reisebericht finden: spannend, witzig und vor allem mit der nötigen Portion Selbstironie – eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft auf diesen Reisen und überhaupt im Leben.
Weißt du, was das Erschreckende (oder auch Beruhigende) ist? Auch nach der 10. oder 15. Reise wirst du immer denken, dass die Tiere immer genau da sind, wo du nicht bist.
Du wirst dich unglaublich sicher fühlen, alles schon mal irgendwie mitgemacht zu haben – also top vorbereitet zu sein – und dann kommt es doch komplett anders und du guckst blöd aus der Wäsche..
Kurzum: Kaum ein Urlaub, bei dem du dich nicht regelmäßig fragst, warum du nicht besser auf der Tchibo-Rundreise „Kreuz des Südens“ eingecheckt hast. Jedenfalls geht es uns so.
Also: Keine Hoffnung auf Besserung.
Bitte unbedingt weitermachen! Das würde uns das Fest sehr versüßen!

atomic betty
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23 Dez 2013 12:35 #317868
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  • Lil am 23 Dez 2013 12:35
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Hallo Gunnar,

vielen herzlichen Dank für den unterhaltsamen und vor allem sehr witzigen Reisebericht. Man kann sich so richtig in euren Urlaub hinein versetzen, so detailliert beschreibst du alles :silly: :woohoo: :silly: .

Ich freue mich auf mehr Abenteuer von euch ;) .

Ganz liebe Grüsse und ein frohes Weihnachtsfest :lol: :lol: :lol: .

Lil
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23 Dez 2013 19:42 #317911
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@Topobär: dass muss ich sofort meiner Frau erzählen, dass Dir so etwas auch schon passiert ist :woohoo: Denn wir bewundern Deine Trips und Deinen Abenteurersinn in Deinen Berichten immer sehr!

@Atomic_Betty: ich gebe alles, aber ob ich morgen noch was zu stande bekomme weiss ich noch nicht ganz :whistle:
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23 Dez 2013 20:01 #317913
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Tag 8: Mata Mata – Mesosaurus Fossilcamp

Unsere letzte Pirschfahrt im KTP stand an und uns wurde ein wenig wehmütig ums Herz. Jetzt wo wir den Park erst verstanden hatten, hätten wir gut und gerne Lust gehabt, die Strecke einfach wieder zurück zu fahren und ewig weiter, auf Tiersichtungen zu warten. Wir kurvten ein wenig im Auobtal herum, doch wir sollten so recht kein Glück haben. Die sich paarenden Löwen waren weiter gezogen und auch sonst war es wirklich sehr ruhig an diesem Morgen. Wir beschlossen nun, den Park zu verlassen und uns dem zweiten Teil unserer Reise zu widmen. Doch da bremste ein entgegenkommendes Fahrzeug und fuhr links ran. Auch ich bremste und für ungefähr eine Minute konnten wir zwei Geparden beobachten, die augenscheinlich von einem Wasserloch kamen und wieder in den Dünen verschwanden. Nun war auch der größte Wunsch meiner Frau, Geparden in freier Wildbahn zu sichten, endlich in Erfüllung gegangen. Jetzt war irgendwie alles perfekt und wir freuten uns auf alles, was noch kommen würde.





Nachdem wir erfolgreich wieder nach Namibia eingereist waren, hielten wir noch einmal kurz bei der Farm und deckten uns noch einmal mit frischem Springbockfilet ein. Dann ging es ab auf die C17 und auf guter Gravel Pad flogen wir durch eine großartige Dünenlandschaft. Ich hatte diesen Teil des Weges bereits im Forum erspähen können und freute mich nun umso mehr, dass ich die gleichen Bilder dieses unglaublich schönen Straßenabschnittes fotografieren konnte. Natürlich während der Fahrt mit meinem kleinen Camcorder...



Wir wollten in Keetmannshoop noch einmal alle Vorräte auffüllen und wussten, dass es dort einen Superspar gab. Diesen haben wir auch schnell gefunden und in Anbetracht der herbeistürmenden jugendlichen Schar, die alle auf unser Auto aufpassen wollten, beschloss meine Frau, im Auto zu warten, während ich den Einkauf erledigte. Zwar fühlte ich mich beruhigt, dass dem Auto wohl nichts geschehen würde. Doch, dass meine Frau nun alleine da rumsitzen sollte, war mir irgendwie auch nicht recht. Zum Glück hatten wir in Mata Mata diesmal schon eine Einkaufsliste erstellt und so konnte ich in Windeseile durch den Spar fliegen und alle Sachen besorgen. Ich kaufte noch eine Kühlbox, denn ich wollte das ganze frische Gemüse nicht wieder in unserem Pfützenkühlschrank einlagern. Dank Mickeys Tipp, mit einer gefrorenen Wasserflasche als Kühlakku, dachte ich mir, habe ich mal etwas Tolles mitgebracht. Meine Frau guckte mich zwar während des Verladens der Einkäufe in den Toyota fragend, obgleich der überdimensionalen Kühlbox an, aber letztendlich konnte ich ihr Verständnis gewinnen.

Wir kamen weiterhin zügig voran und erreichten das Mesosaurus Fossil Camp gegen 14:00 Uhr. Wir trafen den Besitzer Giel und fragten ihn, ob er uns noch für eine Nacht aufnehmen könne (wieder keine unterstrichene Unterkunft, somit nicht gebucht). Er ging kurz in das Verwaltungsgebäude, prüfte irgendwelche Listen und teilte uns freudig mit, dass wir heute die Einzigen wären. Wozu er dafür nachgucken musste erschloss sich mir nicht ganz, aber ok. Ein Chalet war nicht möglich, denn angeblich wurden diese gerade umgebaut. Diese standen zwar hergerichtet und bezugsfähig da, aber für nur einen Gast lohnt es sich wohl nicht. Die Campsites an der Straße sagten uns überhaupt nicht zu und so verwies er uns stolz auf das Bush Camp. Hier würde allerdings tagsüber ein Bienenschwarm wüten, nachts würde man davon jedoch nichts bemerken. Wie beruhigend, dachte ich mir. Wir fuhren die zwei Kilometer zum Camp und fanden eine wirklich urige Lichtung in mitten der bizarren Felsformationen und Köcherbäume. Die Bienen waren lediglich an der Wasserleitung des Abolutionblocks aktiv, sonst merkte man von ihnen nichts.



Irgendwie hatten wir nun aber ein Problem. Was machen wir denn hier jetzt den ganzen Nachmittag? Dieser Stopp war ja wirklich nur als Transitübernachtung geplant. Nun hatten wir aber einen ganzen Nachmittag. Fossilien, Versteinerungen und irgendwelche Abdrücke sind überhaupt nicht unser Ding und so lachten wir uns etwas verlegen an und entschieden, einfach mal gar nichts zu machen. So richtig Ruhe hatten wir noch nicht. Wir versuchten, noch für den folgenden Tag ein Chalet im Eagles Nest in Klein Aus Vista zu buchen, wir wollten uns jetzt einfach mal was gönnen. Handyempfang zu bekommen war garnicht so einfach und nur auf einer Stelle auf einem kleinen Fels überhaupt möglich. Natürlich sollte es nicht klappen...



Wir campten zudem noch unter einem Webelvogelnest, aus dem gefühlte 1.000 Vögel pro Minute ein und ausflogen und einen extremen Nerv veranstalteten. In mir stieg schon wieder die Angst, dass meine Frau sagen würde, ich hätte die bekloppteste Reise des Jahrhunderts zusammengestellt, aber nach 2-3 eiskalten Lager am Nachmittag verwickelten wir uns in wirklich tolle Gespräche und genossen die Einsamkeit in dieser unglaublich skurrilen Kulisse.





Abends gab es leckeres Springbockfilet mit Sweet Corn und gegrilltem Brot. Die Nächte der ersten Woche waren geprägt von der Helligkeit des Vollmondes, was zwar toll für die nächtliche Orientierung beim Wasserlassen war, jedoch den erwartet tollen Sternenhimmel nicht zur Geltung kommen lassen sollte. An diesem Abend jedoch tauchte der Mond erst sehr spät in der Nacht am Himmel auf und so kamen wir zum ersten Mal in den Genuss des berühmten Namibian Skys.
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24 Dez 2013 12:34 #317974
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Wünsche allen Mitreisenden ein frohes Fest! Vor der Bescherung noch schnell einen weiteren Tag unserer Reise...

Tag 9: Mesosaurus Fossil Camp – Klein Aus Vista

Wir brachen in aller Frühe nach Aus bzw. Klein Aus Vista auf. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich sich die afrikanischen Landschaften präsentieren. Eben noch skurrile Gesteinsformationen, jetzt öffneten sich ewige Weiten mit sanften Erhebungen.



Uns gefällt es tatsächlich, viel Zeit im Auto zu verbringen und viele unterschiedliche Eindrücke zu gewinnen. In Klein Aus Vista bekamen wir die Campsite Nr. 2 und freuten uns über die tolle Aussicht. Der Campingplatz war unglaublich gut gepflegt, die Abolutionblocks hielten den Badezimmereinrichtungen einiger Hotels locker Stand und überhaupt, gefiel es uns hier sehr gut.



Ich wusste jedoch, dass noch ein kleines Experiment folgen sollte. Schon als ich meine Frau kennen gelernt habe und erzählte, dass ich ganz gerne auch mal wandere, verzog sie skeptisch ihre wunderschönen Augenbrauen. Nun wollte ich tatsächlich mit ihr auf den Hausberg klettern und zum Viewpoint über die Namib Ebene wandern. Ich wusste, sie würde es ausschließlich mir zu Liebe tun und ich hätte sie in ihrem Wanderoutfit dafür umarmen können.



Tapfer meisterte sie mit mir in der Mittagshitze von ca. 40° den etwa einstündigen Aufstieg zum Viewpoint. Wir wurden mit einem großartigen Ausblick belohnt.



Ich war glücklich, meine Frau zurecht stolz auf ihre Überwindung und der Rest des Rundgangs war mir plötzlich völlig egal. Noch auf der Aussichtsplattform entschieden wir, schnell wieder abzusteigen und doch noch zu den Wild Horses raus zu fahren. Wir wussten, nach ca. 20 km würden wir die Pferde gut zu Gesicht bekommen und es war gerade 17:00 Uhr, so dass die Chancen recht gut standen. Leider wussten wir wieder nicht, wie es wirklich ging. Wir fuhren weitere 30 km Richtung Lüderitz, ohne ein einziges Pferd zu sichten. Irgendwie fanden wir es nicht schlimm, sollten wir diese Sichtung verpassen und wir besprachen schon den morgigen Tag in Lüderitz, als mir plötzlich ein Wegweiser auffiel, auf dem „Wild Horses View Point“ stand. Großartig, wir waren auf dem Hinweg einfach blind dran vorbei gefahren! Wir bogen also nun zum Viewpoint ein und erblickten in einem kleinen Hide auch eine große Herde der wilden Pferde.





Diese waren wirklich nett anzuschauen, aber was genau sie so wild machte, erschloss sich mir nicht ganz. Pferde, die in einem bestimmten Gebiet leben, jeden Tag fast berechenbar zur selben Zeit zu einer künstlichen Wasserstelle kommen, um zu trinken, unterscheiden sich für mich nicht großartig von unseren Pferden auf der Koppel. Ich schluckte diese Unromantik runter und empfand es trotzdem als ein tolles Erlebnis.

Der heiß ersehnte und viel gepriesene Braii Basket des Dessert Horse Inns war ganz lecker, aber auch kein Knaller. Nach dem Essen guckten wir noch stundenlang in den Sternenhimmel und freuten uns über unsere Freiheit.
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