THEMA: Zwei Gruftys in Botswana
26 Dez 2013 11:55 #318073
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29. Oktober: Ankunft in Kasane

Bei der Abfahrt aus Savuti sind wir froh, dass wir nicht wieder durch das grundlose Sandloch fahren müssen. Bis zum Abzweiger Richtung Linyanti Gate ist der Track ganz passabel, doch dann wird es zeitweise wieder ungemütlich. Es ist so heiß, dass die Luft flimmert.



Ab Kachikau haben wir Asphalt unter den Rädern, die dringend mit Luft versorgt werden müssten. Doch der Kompressor tut nicht, weil die Batterie in der Kabine schon eine Weile ihren Dienst versagt. Ich sag ja: Unsere Achillesferse!
Kurz vor Kavimba entdecken wir in der Ferne eine glitzernde Fläche. Hurra, wir haben den Chobe erreicht, den Grenzfluss zwischen Botswana und Namibia! Wir schauen über die weite Flusslandschaft, die landwirtschaftlich durch Viehhaltung und Ackerbau genutzt wird. Auf einem Feld hält ein riesiger Schwarm Pelikane ein Meeting ab.



Am Ausgang des Nationalparks müssen wir die üblichen Formalitäten erledigen. Wie viel Papier mag in einem Jahr für diesen Bürokratismus zusammenkommen?
Der Polizist ist freundlich, spricht mich auf deutsch an und freut sich, dass ich erstaunt bin über seine perfekte Aussprache. Das habe er nur von den Touristen gelernt, versichert er mir.
In Kasane füllen wir unsere zusammengeschrumpften Vorräte, die Luft in den Reifen und den Tank auf. Eine Trittleiter für den Einstieg in die Kabine finden wir jedoch in keinem Hardwareshop. Stattdessen frage ich eine junge Händlerin auf dem Markt, ob sie mir einen der leeren Bierkästen verkauft, mit dem sie ihren Stand bestückt hat. Sie will ihn mir schenken. Ich gebe ihrem kleinen Kind, das mich mit großen Kulleraugen anschaut, 20 Pula, weil ich keine Münzen mehr habe und möchte vor Scham weinen, als sich die Mutter bei mir voller Inbrunst bedankt.
Unser Ziel, das Senyati Safari Camp, liegt einige Kilometer südlich von Kazungula, dem Grenzort nach Sambia und Simbabwe. Wir biegen von der A 33 ab auf einen schmalen, tiefsandigen Pfad. Kurz vor dem Camp stehen wir wieder einmal vor einer riesigen Sandwanne, die aussieht, als ob schon einige Fahrzeuge an dieser Stelle gescheitert wären. Dieser Verdacht verlockt uns nicht, ausgerechnet in der Nachmittagshitze mit frisch aufgefüllten Reifen hindurchzufahren. Während wir noch grübeln, kommt ein Pickup den Berg herauf und macht vor, wie man diese Stelle umfahren kann.
Das Camp ist für uns ein Traum. Wir haben wieder Elektrizität, was nicht nur unseren Kühlschrank zu neuem Leben erweckt!
Jede Campsite ist mit einer eigenen Hütte ausgestattet, hat eine betonierte Terrasse mit einem überdachten Abwaschbecken, Toilette und Dusche sind über einen Betonsteg zu erreichen. Nach den spartanischen Tagen im Okavangodelta ist das eine erfreuliche Abwechslung. Den Abend verbringen wir bei einem kühlen Glas Bier auf der erhöhten Terrasse des Camps und erleben am beleuchteten Wasserloch ein großes Elefantentreffen. Einen Hot Spot gibt es auch.






30. Oktober: Afrika prima!

Während unseres Frühstücks zieht in dreißig Metern Entfernung eine Elefantenfamilie gemächlich an uns vorbei. Das ist ein Tagesbeginn, wie man ihn nur in Afrika erleben kann!
Wir müssen uns beeilen, denn um 7.00 Uhr wartet an der Rezeption das Taxi, das uns an die Grenze zu Simbabwe bringen soll. Wir haben einen Tagesausflug zu den Victoriafällen gebucht. Es ist kein billiges Vergnügen, doch es hat sich gelohnt, wie wir nach der Rückkehr feststellen werden.
Die Taxifahrerin erledigt mit uns die Grenzformalitäten und übergibt uns an ihren Kollegen in Simbabwe. Nach wenigen Metern Fahrt werden wir von einer Gruppe Polizisten aufgehalten. Der Fahrer diskutiert mit ihnen, steigt schließlich aus, und einige Geldscheine wechseln den Besitzer. Wieder im Auto schimpft er auf die korrupte Polizei seines Landes. Nach sechzig Kilometern eintöniger Landstraße erreichen wir Victoria Falls. Uns fallen Radfahrer auf mit Flaschen am Lenkrad und auf dem Gepäckständer. Sie würden Öl nach Sambia transportieren, erklärt unser Fahrer, das dort wesentlich teurer sei als in Simbabwe.



Am Eingang zum Nationalpark finden wir den üblichen Touristenrummel vor, doch wir lassen uns nicht aufhalten und gehen zur Kasse. Im Nationalpark sind außer einzelnen Besuchern wie uns mehrere Schulklassen und große Gruppen Japaner unterwegs. An den Aussichtspunkten wird es manchmal eng. Das Wasser des Sambesi strömt auf breiter Linie heran, fällt über eine kilometerlange Kante in einen bis zu fünfundneunzig Meter tiefen Canyon, der Sambia und Simbabwe voneinander trennt.


Es tost und schäumt und dichter Nebel sprüht Tröpfchen über Pflanzen und Touristen, die versuchen, ihre Kameras in Sicherheit zu bringen. Es ist ein gewaltiges Schauspiel und erfrischend außerdem. Auf gepflasterten Wegen marschieren wir von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt bis zur Brücke über den Sambesi, die nach Sambia führt. Fußgänger, Autos und vollbepackte Radfahrer sind unterwegs. Wir legen eine Vesperpause ein, lassen uns von den schnatternden Japanern nicht stören. Leider kann ich kein Japanisch, denn ich wüsste zu gern, warum sie sogar hier ihren Mundschutz vor dem Gesicht tragen.



Nach drei Stunden fährt uns das Taxi zurück. Die Fahrt ist sehr kurzweilig, denn der Fahrer erzählt humorvoll von seinem Leben in Simbabwe oder äußert voller Groll seine politischen Ansichten. Am Straßenrand scharren Hornraben im Laub. "Ihr seid zu früh dran", sagt der Fahrer. "In spätestens vierzehn tagen ist hier alles grün. Das müsstet ihr sehen."
An der Grenze warten die Fahrerin von heute morgen mit einem Kollegen, um uns zum Camp zurückzubringen. Der Kollege verwickelt uns in eines der typischen Touristengespräche und betont ein ums andere Mal: „Afrika prima!“. Wir sind froh, dass nicht er uns nach Victoria Falls gefahren hat, aber wo er Recht hat, hat er Recht.
Wir nehmen die Abkürzung „Hunter’s Road“, die an der Grenze entlang führt, bis wir von „hinten“ das Camp erreichen. Dort wartet zu unseren großen Freude eine Elefantenherde, deren Mitglieder am Wasserloch lautstark um die besten Plätze rangeln.

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31. Oktober: Elefanten und Büffel satt

Ein weiteres Highlight unserer Reise erwartet uns an der Chobe Riverfront, die kurz hinter Kasane beginnt und am Ngoma Gate endet. Die Offroadstrecke bis zum Campingplatz Ihaha im Naturpark ist zwar nur siebenunddreißig Kilometer lang, hat jedoch die für Naturparks übliche Qualität!!! Wir haben während der Fahrt kaum Augen für die mächtigen Rappenantilopen mit ihren Hörnern, die an unsere Steinböcke erinnern. Giraffen strecken ihre Hälse aus den Büschen, kleine Gazellen stehen im schattigen Gebüsch und sehen den Fahrzeugen nach. Im Wasser des Chobe glauben wir die Rücken von Flusspferden zu erkennen. Auf der namibischen Seite muht eine Rinderherde. Kaum zu glauben!
Am Platz angekommen dauert es, bis unser Auto einigermaßen in der Waage steht. Während dieser Zeit ist das Flusspferd, das auf einer Landzunge graste, leider im Wasser verschwunden. Ein paar Meter rechts von uns liegt ein faules Flusspferd halb im Wasser und rührt sich stundenlang nicht. Unsere schweizer Nachbarn klären uns auf, das sei ein toter Büffel.



Elefanten überqueren den Fluss hinüber nach Namibia, einige Meter flussaufwärts überquert ihn eine andere Herde Richtung Botswana. Nur die Rüssel schauen aus dem Wasser, die Babys sind gar nicht zu sehen, sie müssen wohl die Luft anhalten.



Während wir uns mit unseren Campingnachbarn unterhalten, kommen die Paviane, diese unsäglichen Bösewichte. Im Dutzend fallen sie über die affensicheren Mülltonnen her, einer entert im Affentempo unsere Kabine und stibitzt eine Packung Müsli. Das geht so schnell, dass uns nur Zeit bleibt, hinterher zu schimpfen. Herbert zückt die Schleuder, legt an und trifft haarscharf daneben. Der Affe duckt sich kurz und lässt es sich weiterhin gut schmecken.



Die Sonne geht als glühender Ball über der weiten Flussebene unter Kurz bevor sie versinkt, wird sie von einem dunklen Wolkenband verdeckt. Am späten Abend bricht wieder einmal ein Gewitter über uns herein. Es stürmt und gießt in Strömen. Wir mummeln uns ein und schlafen bald.

1. November: Die Chobe Riverfront, Kasanes Aushängeschild

Als wir frühmorgens einen ersten Blick aus dem Camper werfen, fällt er auf ein schwarzes Meer von Büffeln. Es müssen viele Hunderte, wenn nicht gar tausend sein, die den Fluss überqueren und im botswanischen Busch verschwinden. Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei. An anderer Stelle überqueren Elefanten den Chobe und wandern landeinwärts. Die Schweizerin macht uns darauf aufmerksam, dass der tote Büffel jetzt viele Meter weiter flussaufwärts liegt. Ihre Vermutung ist, dass Krokodile ihn verschleppt haben. Unsere Nachbarn wollen gemeinsam mit uns am Wasser entlang bis zum Ausgang des Naturparks fahren. Wir beeilen uns, denn wir wollen möglichst früh starten, so lange der Sand noch fest und feucht ist.



Störche, Nimmersatts, Geier nehmen am Fluss ihr Frühstück ein. Flusspferde dösen vor sich hin. Da wir einige Meter hoch über dem Ufer stehen, wagen wir, sie mit ein paar Steinchen zu ärgern, was sie sehr erbost. Die Fettklöse haben einen gewaltigen Sound.
Die Flussebene des Chobe ist wie ein Garten Eden. Warane, Krokodile, große und kleine Vögel, immer wieder Antilopen, Büffel und Elefanten beobachten wir, bis wir fast das Ende der Strecke erreichen.



Wenige Kilometer vor dem Gate werden wir vom Fahrer eines Touristenjeeps aufgefordert, die Riverfront zu verlassen, sie dürfe nur in der anderen Richtung befahren werden.
Im Senyati Safari Camp lassen wir den Tag gemütlich ausklingen. Das Wasserloch ist auch heute von mehreren Elefantenfamilien gut besucht.

2. November: Aufbruch nach Süden

„Start early“, schreibt unser Trip Advisor in seinem Manual. Unser Ziel ist die Nata Lodge. Vor uns liegen dreihundert Kilometer A 33, doch wir erwarten aufgrund der Warnung Unterbrechungen und andere Störungen. Warum sonst müssen wir das sympathische Senyati Camp so früh am Morgen verlassen?
Wie alle Asphaltbänder in Botswana lässt uns auch dieses vor Langeweile gähnen. Baum- oder Grassavanne zu beiden Seiten, ab und zu ein paar Hütten, Haustiere überqueren die Straße, der Belag tendiert zwischen ausgezeichnet und miserabel. Deshalb wird gebaut. 135 Kilometer Baustelle verdienen einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde. Auf vielen Straßen Botswanas wird gebaut, wir sahen schon häufig Baumaschinen und halbfertige Beläge, doch noch nie sahen wir, dass tatsächlich gearbeitet wurde. Diese Baustelle jedenfalls hat den Vorteil, ein bisschen Unterhaltung in die Langeweile zu bringen. Kurz vor Nata erreichen wir eine Kontrollstelle für Früchte. Wir müssen unsere Füße in einer ekelhaften Pfütze baden und den Kühlschrank öffnen. Die Tomaten sollen wir abgeben, doch wir essen sie lieber auf. Selbstverständlich unter staatlicher Aufsicht. Einen Spaß bereitet es uns, als der Polizist, der unseren Kühlschrank inspiziert, beim Aussteigen mit seinem Stiefel durch unseren Not-Einstieg bricht. Mit vereinten Kräften ziehen wir seinen Fuß aus dem Plastik heraus.
Gegen Mittag erreichen wir den Campingplatz, der mindestens so tiefsandig ist wie der Weg nach Savuti. Wir glauben inzwischen, dass der Trip Advisor den falschen Tag markiert hat. Macht nix, der Mittag am Pool tut uns gut. Eine Gruppe junger Buren verhält sich allerdings wie ein besoffener Kegelclub und macht sich unbeliebt. Das schweizer Ehepaar und ein junges deutsches Paar, das wir schon öfter getroffen haben, gesellen sich zu uns. Beide Paare beabsichtigen, anderntags nach Kubu Island weiterzureisen. Damit werden sich unsere Reisewege endgültig trennen.
Wir essen im Restaurant der Lodge zu Abend und suchen unseren sandigen, warmen Stellplatz auf. Es dauert bis Mitternacht, dann sinken endlich die Temperaturen und lassen uns einschlafen.

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28 Dez 2013 13:10 #318330
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3. November: Die lange Fahrt in Botswanas östlichste Ecke

Der Morgen beginnt mit dem Abschied von den temporären Reisebegleitern. Der Himmel ist trübe, es beginnt zu nieseln. Hoffentlich haben die beiden Paare keinen Regen, denn die Salzpfannen wären dann nicht befahrbar.
Wir starten um 7.45 Uhr in dem Bewusstsein, dass uns heute ein langer Fahrtag bevorsteht. In Francistown ist verkehrsmäßig die Hölle los. Zum ersten Mal auf dieser Reise regnet es und die Menschen spannen ihre Schirme auf. Wir decken uns mit Lebensmitteln ein und wollen volltanken. Die erste Tankstelle schickt uns zur Firma Engen, wo wir ebenfalls abgewiesen werden, weil der Tanklaster soeben eingetroffen ist. Wir fahren weiter zu Shell, wo wir mindestens eine halbe Stunde anstehen müssen. Uns wundert, dass wir ohne Blessuren diesem Chaos entronnen sind.
Vor uns liegen beinahe vierhundert Kilometer Weg Richtung Osten. Am Fluss Thune ist ein Staudamm gebaut worden, was die Straßenqualität um ein Vielfaches erhöht hat. Doch wenig später hat der Asphalt die üblichen Löcher und Wellen. Einige Kilometer vor unserem Ziel geht der Belag in Gravel über. Beinahe hätten wir den Hinweis „Molema Bushcamp“ übersehen.
Der Track ist das Schärfste, was wir während unserer gesamten Reise bewältigen mussten. Creeks, Sandpassagen, Holpersteine, Steigungen und Senken, in Kurven geht es durch die Landschaft, bis wir nach zirka vier Kilometern im Camp ankommen. Das Bushcamp heißt nicht nur so, es liegt auch tief im Busch. Cecilia, eine junge hübsche Frau, empfängt uns und zeigt uns die vier Stellplätze. Wir sind die einzigen Gäste und entscheiden uns für den Platz, der von drei mächtigen Nyalabäumen, auch Mashatu genannt, überschattet ist. Der dickste soll mindestens dreihundert Jahre alt sein.



Einige Meter unter uns erkennen wir durch das Gebüsch das ausgetrocknete Bett des Limpopo, dem Grenzfluss zwischen Botswana und Südafrika.
Wir machen es uns gemütlich, Herbert will heute unbedingt grillen, während ich einen Salat kreiere. Als Nachtisch gibt es zum Abendessen Trauben aus Spanien. Einen Rest in der Plastikbox vergessen wir auf dem Campingtisch.

4. November: Letzter Tag in Botswana

Wir werden davon geweckt, dass jemand die Box mit den Trauben in der Mangel hat. Die Affen sind da! Schade um die schönen Trauben, aber Cecilia hat uns gewarnt.
Wir lassen es langsam angehen, frühstücken gemütlich, waschen ein paar Kleinigkeiten und ziehen unsere Wanderschuhe an, um in den Limpopo hinunterzusteigen. Das ausgetrocknete Flussbett hat auf der südlichen Seite wenige kleine Tümpel, in denen sich junge Krokodile aufhalten.


Nur die Nasenspitze und ihre Augen schauen aus dem Wasser. Im Sand entdecken wir Spuren und Hinterlassenschaften von Elefanten, großen Katzen und Antilopen. Zu sehen bekommen wir allerdings nur mehrere Affen.
Nachmittags werden wir von Alex, einem Mitarbeiter der Tuli Lodge, zu einem Game Drive abgeholt. Wir lassen uns zwei Stunden lang querfeldein durch die hügelige Landschaft fahren. Leider lassen sich keine Tiere blicken. Vermutlich, so entschuldigt sich der Guide, weil sich nach dem drei Tage dauernden Regen überall Wasserpfützen gebildet haben, die den Tieren als Tränke dienen. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir zurück. Alex gesteht, dass sein Dieseltank leer ist, ob wir ihm fünf Liter verkaufen würden, sonst könne er nicht zur Lodge zurückfahren. Leider haben wir keinen Kanister, sondern einen doppelten Tank. Es scheint wirklich ernst zu sein, denn Alex macht sich die Mühe, mit einem Schlauch die benötigten fünf Liter abzusaugen. Er muss mehrfach neu ansetzen. Igitt! Den Geschmack im Mund möchten wir nicht haben.
Bei Kerzen- und Feuerschein wird anschließend gekocht und gegessen. Invasionen kleiner Käfer, ähnlich unseren Maikäfern, stören leider die romantische Stimmung. Noch im Bett haben wir das Gefühl, sie krabbeln überall umher.

5. November: Über den Limpopo bis in den Marakele NP

Wir haben den Wecker auf 5.30 Uhr gestellt, um frühzeitig aufzubrechen. Doch ein wildes Geschrei und Gebrüll aus der Richtung des Flussbetts weckt uns bereits um 5.00 Uhr. Löwen? Leoparden? So hört es sich jedenfalls an. Eine Großfamilie Affen verschwindet schreiend wenige Meter von unserem Platz entfernt im Busch.
Um 7.15 Uhr sind wir startbereit und erreichen nach eineinhalb Stunden den Grenzübergang Platjan.



Die Abfertigung auf botswanischer Seite erfolgt schnell und unkompliziert. Auf einem schmalen Betonsteg überqueren wir das an dieser Stelle felsige Flussbett und erreichen die südafrikanische Grenzstation. Hier dauert es zwar etwas länger, aber bereits nach einer halben Stunde testen wir die südafrikanischen Straßen. Ob Gravelroad oder Asphalt, sie sind in dieser verlassenen Region nicht besser als in Botswana. Die Potholes heben das Auto total aus den Federn und sind an einigen Stellen so zahlreich, dass wir die Wahl zwischen Pest und Cholera haben. Erst als wir die Straße zum stark frequentierten Grenzübergang Martin’s Drift überquert haben, ändert sich die Situation, und wir können guten Gewissens das Tempo erhöhen.
In Lephalale wollen wir unsere restlichen Pula in Rand eintauschen. Der Affenzirkus in der Bank mit Formblättern und Inkompetenz der Bankangestellten geht uns nach einer halben Stunde derart auf die Nerven, dass wir unsere Pula und Papiere zurückfordern und unverrichteter Dinge weiterfahren.
Es ist 16.00 Uhr, als wir auf dem Campingplatz im Marakele NP eintreffen. Auf einer Lichtung, vielleicht fünfzig Meter von unserem Stellplatz entfernt, grasen friedlich mehrere Rhinos.





Mehrere Blaukehlagamen turnen neben uns auf einem Baum herum. Nachdem wir die Ablutions inspiziert, unsere Stellfläche mit den Campingmöbeln markiert haben, brechen wir zu einer Tour zum Lenong Viewpoint auf, die uns an der Rezeption empfohlen wurde. Wir sichten unterwegs eine Herde Gnus, Zebras und einen kleinen Steinbock.


Die Strecke ist mit zweiundzwanzig Kilometern angegeben und führt uns weit in die Bergwelt des Nationalparks. Die Passstraße wird eng, steil, zwingt unser Auto um Haarnadelkurven herum. Der Blick nach unten erzeugt Schwindelgefühle. Irgendwann haben wir die Nase voll und wollen umkehren. Doch es gibt keine Möglichkeit zu wenden, bis wir den Gipfel mit den Sendeanlagen 2051 Meter über dem Meeresspiegel erreicht haben. Wir fragen uns, was passiert wäre, wenn uns jemand entgegen gekommen wäre, und sind froh, als wir endlich zurück auf dem Campingplatz sind.



6. November: Abschluss unserer Tour durch Botswana

Zum Frühstück schaut uns eine Frau Strauß auf den Tisch, auf der Lichtung formiert sich eine Herde Zebras, mehrere Gnus grasen in der Ferne. Auch ein Toko stellt sich ein, ohne ihn hätte uns etwas gefehlt. Auf die Affenhorde, die an uns vorbeizieht, glücklicherweise ohne uns zu behelligen, hätten wir verzichten können. Die Nashörner lassen sich leider nicht noch einmal blicken.

In wenigen Stunden werden wir nach Johannesburg aufbrechen. Unsere Erlebnisse dort werde ich in einem neuen Thread einstellen. Der Bericht über unsere Erlebnisse in Botswana endet hiermit.


Anhang:
Letzte Änderung: 28 Dez 2013 13:47 von freshy.
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