THEMA: Die Eulenmuckels auf Jubiläumsreise
27 Dez 2013 12:04 #318175
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Sonntag, 28. Juli 2013 – Löwenjagd II

Xakanaxa, Moremi

Es wird immer wärmer. Heute hatten wir beim Aufstehen um 7.00 Uhr schon fast 10 Grad. Wir genossen den Sonnenaufgang. Für uns sieht es aus, als würde hier jemand im Wurstbaum liegen.





Wieder fuhren wir nach dem Einklappen des Daches zum Waschhaus und anschließend auf die „Jagd“. Der erste Weg führte uns wie meist in Richtung Paradise Pools. In einiger Entfernung vor uns fuhr ein Safariwagen. Er war schon lange außer Sicht, als er uns plötzlich mit relativ hoher Geschwindigkeit entgegenkam und davonbrauste. Wir vermuteten, dass der Fahrer einen Funkspruch erhalten hatte, wo sich die Löwen aufhielten, die wir am Abend und in der Nacht gehört hatten. So versuchten wir eine neue Taktik, drehten auch um und folgten dem Wagen. Das war gar nicht so einfach, und bald hatten wir ihn und seine Spur verloren. So ein Ärger!
Also mussten wir unser Glück wieder alleine suchen und fuhren einen eigenen Weg südlich von Xakanaxa, bis Ruth eine Impalaherde auffiel, die sich auffällig benahm. Alle Tiere schauten angespannt an uns vorbei in dieselbe Richtung. Ihrem Blick folgend entdeckten wir zunächst nichts, doch schon bald spazierte ein männlicher Löwe aus dem Gebüsch genau auf uns zu.



Beim Näherfahren bemerkten wir einen zweiten Löwen. Die beiden schritten gemächlich ihres Weges. Wir folgten ihnen, so lange es die Fahrspur erlaubte. Bald entfernten sie sich und verschwanden zwischen den Büschen. Inzwischen stand noch ein Safariwagen bei uns. Wir zogen unser GPS zu Rate und fanden in der Richtung, die die Löwen eingeschlagen hatten, in ein paar hundert Metern Entfernung einen Weg. Schnell folgten wir der Spur, denn wir hofften, ihnen im Grasland den Weg abschneiden zu können, obwohl wir hierfür einen ziemlichen Umweg um viele enge Kurven und Sträucher herum machen mussten. Und tatsächlich: Unsere Mühe wurde belohnt, denn die beiden erschienen unmittelbar, nachdem wir unseren errechneten Treffpunkt erreicht hatten, wie verabredet und legten sich platt vor unser Auto. Das Safari-Auto kam erst einige Minuten später an. Ha, hätte der Fahrer doch mal unsere Taktik von heute früh übernommen und wäre uns direkt hinterhergefahren! ;-)
Als nun das zweite Auto auftauchte, erhoben sich die beiden Löwen wieder und liefen vor uns den Weg entlang.



Sie erschienen uns noch relativ jung, und ihre Mähnen sahen aus wie geschoren. Während wir die beiden beobachteten, entfernten sie sich weiter in unzugänglicheres Gebiet. Inzwischen waren weitere Safariwagen (vermutlich über Funk informiert) eingetroffen, die teilweise querfeldein hinter den Löwen her fuhren. An einem Wasserlauf löschten die Tiere ihren Durst und wateten durch den schwarzen Pröddel. Alleine wären wir an dieser Stelle umgekehrt, aber die Safariguides kannten sich aus und fuhren voran. Wir sahen, dass das Wasser nicht tief war und folgten.
Als die Löwen stehen blieben und sich hinlegten, stellten wir uns in eine gute Position zum Fotografieren.







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27 Dez 2013 12:14 #318176
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Auf dem offenen Wagen neben uns saß eine Gruppe Schweizer und schnatterte ohne Pause in enormer Lautstärke. Wir werden wohl nie verstehen, warum man sich in einer solchen Situation lautstark über das Essen oder andere banale Dinge unterhalten muss, anstatt einfach mal in Stille den Moment zu genießen. Irgendwann wurde es Ruth zu viel, und sie wies die Plappermäuler mit zugehörigem Lehrerinnen-Autoritäts-Ich-Dulde-Keine-Widerrede-Blick :angry: darauf hin, sich doch BITTE ein wenig leiser zu unterhalten. Folgsam benahmen sie sich tatsächlich besser. Anscheinend waren aber nicht nur die Schweizer, sondern auch ihr Auto so eingeschüchtert, dass der Motor des Safariwagens wenige Minuten später nicht mehr anspringen wollte. Ein anderer Fahrer wurde herbeigefunkt, der mit seinem Auto anschieben musste. In einiger Entfernung tauschte die komplette Reisegruppe unter den wachsamen Blicken der beiden Löwen die Wagen.



Als immer mehr per Funk verständigte Gruppen eintrafen, verschwanden die Löwen endgültig im hohen Gras. Nun wurde ihnen der Trubel hier wohl doch zu groß. Wir waren rundum glücklich, weil wir sie lange beobachten konnten und vor allem deshalb, weil wir sie selbst entdeckt hatten.
Sehr zufrieden mit diesem tollen Safarierlebnis kehrten wir auf dem schnellsten Weg an einer Herde Wasserböcke vorbei zum Campingplatz zurück.



Vorher trugen wir uns noch ganz stolz auf der Sichtungstafel am Xakanaxa-Gate ein:



Zwergspint



Zusammen mit Nadia und Felix frühstückten wir ausgiebig mit Müsli und Brötchen. In der Mittagspause wurde gespült und gefaulenzt. Ruth lag in der Hängematte. Schließlich gingen wir duschen und brachen zu einer Nachmittagsfahrt auf.
Wir blieben jedoch nicht lange, da wir zum einen fast keine Tiere sahen, und zum anderen auch keine Lust hatten, sehr weit zu fahren. So kehrten wir früh ins Camp zurück. Dort hatte sich bei einem der vorderen Stellplätze ein Zwischenfall mit einem einzelnen Elefanten ereignet. Der Elefant hatte sich wohl an den Essensvorräten einer geführten Gruppe zu schaffen gemacht, Milchtüten und Bierdosen geknackt und ausgetrunken und war aggressiv geworden, als man versucht hatte, ihn zu vertreiben. Schließlich war es den zur Hilfe eilenden Rangern mit Autos und Schüssen gelungen, dafür zu sorgen, dass das Tier den Campingplatz verlässt. Nun herrschte große Aufregung, und die Frage stand im Raum, ob der Elefant zurückkehren würde. Nadi war sehr verunsichert und der Meinung, dass wir hier nicht bleiben könnten, da mittlerweile die wildesten Gerüchte über den Elefanten kursierten. Gemeinsam liefen Ruth und Nadi zu den Ablutions, um den entsprechenden Guide selbst zu interviewen. Dieser war völlig aufgebracht. So etwas habe er in 20 Jahren noch nicht erlebt. Und er war sich sicher: Dieser Elefant sei nicht normal, er werde diese Nacht zurückkommen, sich rächen und sogar töten! Seine komplette Reisegruppe war gerade dabei, ihre Zelte abzubauen, um diese Nacht aus Sicherheitsgründen im Duschhäuschen zu verbringen. Dies war nicht gerade das, was die Mädels hatten hören wollen. :unsure:
Nadi war nun keinesfalls beruhigt, ganz im Gegenteil! Die Bemerkung, dass man bei 20 Jahren Berufserfahrung doch eigentlich wissen müsse, dass man keine Essensvorräte für wilde Tiere erreichbar im Camp herumliegen ließe, tat der überaus fähige Guide nur mit einer wegwerfenden Handbewegung ab. Wir müssten selbst wissen, was wir tun. Er werde jedenfalls kein Risiko eingehen.
Um Xakanaxa jetzt noch zu verlassen, war es bereits zu spät, denn es wurde schon bald dunkel.



Auf dem Weg zurück zu unserem Stellplatz beobachteten Ruth und Nadi eine Gruppe von Südafrikanern, die mit fünf Autos unterwegs waren. Sie hatten diese in Kreisformation geparkt, einen Zaun darum aufgebaut und waren nun gerade dabei, einen kleineren, zweiten Elekto-Zaun zu errichten. Hmmmm! Nadi war mit den Nerven am Ende. Auch Ruth war nicht mehr ganz so mutig. Was war denn hier los? Die einen schlafen lieber in der stinkigen Toilette, die anderen verschanzen sich in einer doppelt gesicherten Wagenburg.
Wie beruhigend war doch die Meinung zweier Südafrikaner, die in ihrem kleinen Bodenzelt schon seit mehreren Tagen hier campierten. Als die beiden Mädels aufgeregt diskutierend an ihnen vorbeiliefen und ihnen vom merkwürdigen Verhalten der anderen Camper berichteten, fingen sie lauthals an zu lachen. Die Leute im Duschhäuschen müssten sie unbedingt fotografieren gehen, das würde ihnen sonst niemand glauben. Die Elefanten seien jeden Abend und jede Nacht da, jedoch noch nie aggressiv gewesen. Und nein, sie hätten keine Angst in ihrem winzigen Bodenzelt zu übernachten.
Nach einer kurzen Lagebesprechung – viele Möglichkeiten hatten wir ja nicht – bewerteten wir die Voraussage des Guides als übertrieben. Zu Nadias Beruhigung stellten wir die beiden Autos etwas dichter aneinander zwischen zwei große Bäume. Die beiden Südafrikaner kamen noch kurz vorbei und boten uns einen Jägermeister zur Beruhigung an. Obwohl Ruth solch ein Zeug überhaupt nicht mag, nahm sie das Angebot dankend an. Sieh mal einer an, da wird sich doch niemand Mut antrinken wollen?!
Nachdem wir lange über die Gefahr diskutiert hatten, die von dem möglicherweise aggressiven Elefanten ausgehen kann, war es dunkel geworden, und wir hatten keine Lust mehr zu grillen. So machte Ruth einen sehr leckeren Wurstsalat.
Wir sind nun seit einer Woche mit Nadia und Felix unterwegs und merken, dass die beiden den Urlaub nicht uneingeschränkt genießen können. Einerseits ist Nadias Erkältung noch immer nicht auskuriert, längere Autofahrten strengen sie sehr an, manchmal hat sie noch Fieber und fühlt sich permanent schlapp. Andererseits hat sie auch immer wieder große Angst vor den wilden Tieren hier im Park und kann daher nachts nicht gut schlafen. Ständig ist sie wach und horcht auf das kleinste Geräusch. Wir haben ein schlechtes Gewissen, weil wir den beiden zu diesem Urlaub geraten haben und davon ausgegangen sind, dass wir mit unserer Erfahrung sämtliche Probleme, die den beiden begegnen würden, lösen könnten. Nun machen wir uns Sorgen, dass wir Nadia und Felix vielleicht zu viel zugemutet haben. Hoffentlich können wir ihnen in den nächsten Tagen doch noch zu einem schönen Urlaub verhelfen.

Kilometer: 46
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27 Dez 2013 20:24 #318249
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Montag, 29. Juli 2013 – Khwai oder Löwenjagd III

Xakanaxa, Moremi – North Gate, Moremi

In der Nacht war es ziemlich windig. Ständig rappelte es an den Zeltplanen, so dass wir immer wieder aufwachten. Tiere ließen sich keine blicken, insbesondere kein aggressiver Elefant. Wir haben doch tatsächlich überlebt! Also standen wir gegen halb sieben auf, und während die anderen in Ruhe ihre Sachen zusammenpackten, fuhren wir eine letzte Runde durch die Paradise Pools. Aber außer ein paar Impalas und einer Handvoll Elefanten sahen wir keine Tiere.



Um acht Uhr trafen wir uns am Xakanaxa Gate, und Ruth schmierte schnell ein paar Nutella-Brötchen für alle. Nadi und Felix kamen dann zum Drive-In-Schalter an unser Autofenster gefahren und nahmen ihre Brötchen in Empfang. Hinter den beiden fuhren wir Richtung Khwai. Eine lange Zeit folgten wir großen Löwenspuren auf dem Weg, bis wir leider umdrehen mussten, ohne den dazugehörigen Verursacher entdeckt zu haben. Aber wir sahen einen Honigdachs, fünf Hornraben und mehrmals ein paar Büffel.
Die Wasserdurchfahrt auf dem Weg zum North Gate umfuhren wir, ohne es zu wissen. Die ganze Zeit hatten wir uns auf diese Herausforderung eingestellt, um schließlich festzustellen, dass wir auf dem trockenen Parallelweg unterwegs waren.
Das letzte Stück Strecke zum Khwai Camp war wieder mit besonders vielen und tiefen Schlaglöchern versehen, so dass wir kurz vor Mittag froh waren anzukommen. Unser Stellplatz Nummer 10 liegt am Ende des Camps mit Aussicht über die Pfanne. Nadi fand Lage und Blick über die staubige Ebene so trostlos, dass sie dem Platz spontan den Namen „Friedhof“ gab. Sie legte sich sofort wieder ins Zelt um auszuruhen. Wir anderen frühstückten und spülten Geschirr. Nach einer weiteren Pause gingen wir duschen. So läuft jeder Safari-Tag ähnlich ab, und wir gewöhnen uns wieder an das Leben im und um das Auto. Für uns ist es bis jetzt der absolute Traumurlaub, und wir freuen uns auf alles, was wir in den kommenden Wochen noch entdecken dürfen.
Ruth hat von Uwes Mutter per SMS die erfreuliche Nachricht erhalten, dass der BVB am vergangenen Wochenende 4:2 gegen Bayern gewonnen hat. Also: alles bestens! (Man muss sich freuen, so lange es noch geht!)
Am Nachmittag machten wir uns wieder auf, um zum ersten Mal das Gebiet östlich von North Gate zu erkunden. Zuvor schauten wir beim Gate auf die Sichtungstafel. Dort stand, dass ein Löwenrudel gegenüber der Khwai River Lodge bei einem Büffelriss gesehen worden war. Unser GPS zeigte uns die Lodge gut fünf Kilometer östlich. Wir fuhren viele kleine Wege möglichst nahe am Fluss entlang und sahen Letschwes, Zebras, Wasserböcke, Elefanten und einige Reiher.





An einer Stelle standen wir vor einer Wasserdurchfahrt, und Ruth lief zur Sicherheit hindurch. Das Wasser war nicht tief und der Untergrund fest, so dass wir weiterfahren konnten.





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27 Dez 2013 20:27 #318253
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Als wir auf Höhe der Khwai River Lodge waren, entfernte sich der Weg vom Fluss, und wir konnten erst einige hundert Meter östlich wieder durch eng stehende Büsche zum Wasser hinunter fahren. Von den Löwen keine Spur. So kehrten wir um, fuhren einen anderen Weg weiter weg vom Fluss und bogen ein paar Kilometer vor dem Camp wieder zum Wasser ab. Dort nahmen wir eine neue Schleife und entdeckten ein Dutzend Hippos, die im Fluss lagen. Sie tauchten auf und ab, schnauften und prusteten, und manche rissen sogar ihr Maul weit auf.













Das hier sah schon ein wenig ramponiert aus:

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27 Dez 2013 20:29 #318254
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Wir blieben lange dort und freuten uns an der beruhigenden Kulisse. Als es Zeit für den Rückweg wurde, fuhren wir weiter und begegneten kurz darauf Nadia und Felix, die uns entgegen kamen. Sie hatten auch von dem Löwenrudel und dem toten Büffel gehört und folgten einem Safariwagen.



Obwohl die Sonne schon tief stand, schlossen wir uns an, und nach ein paar hundert Metern kamen wir zu einer Stelle, an der mehrere Autos standen. Das Rudel lag verteilt im Gras. Eine einzelne Löwin fraß im Gebüsch am Büffel. Wir konnten unser Safariglück kaum fassen. Im Baum über dem Kadaver warteten schon die Geier.



















Hätten wir gewusst, dass sich das Rudel gegenüber des Sango Safari Camps befand, hätten wir uns zwar den Umweg bis zur Khwai River Lodge sparen können, aber vermutlich auch die Hippos verpasst. Insofern waren wir über die falsche Angabe auf der Sichtungstafel gar nicht unglücklich.
Wir blieben bis nach Sonnenuntergang, und als das Licht schwand, machten wir uns auf den Rückweg. Es ist wirklich unglaublich. So viele und intensive Löwenbegegnungen hatten wir noch in keinem Urlaub.
Zum Abendessen grillten wir Rindersteaks, legten Gemsquashes in die Glut und aßen Salat. Nadia geht es besser, und so wurde es ein ausgelassener, netter Abend. Zu Besuch kamen: ein Elefant, der aber kurz vor dem Camp abdrehte und eine einzelne Tüpfelhyäne, die Ruth schnell verscheuchte.
Morgen verlassen wir den Moremi und fahren wieder nach Maun.

Kilometer: 89
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29 Dez 2013 20:16 #318554
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Dienstag, 30. Juli 2013 – Maun

North Gate, Moremi – Maun Rest Camp, Maun

Um halb vier morgens lief ein Löwe brüllend vorbei. Man konnte gut hören, wie er das Brüllen von links nach rechts um unsere Autos herum mitnahm. Alle waren wach. Später hörten wir weiteres Löwengebrüll in unterschiedlicher Lautstärke von verschiedenen Seiten. Da gab es wohl einiges zu diskutieren bei Löwens.
Kurz vor Sonnenaufgang standen wir auf, packten zusammen und fuhren noch einmal zum Büffelriss. Auf dem Weg dorthin sahen wir bereits vier der Löwen vom Vorabend. Sie kamen über die Ebene, kreuzten unseren Weg und verschwanden schnell im Gebüsch.



Entsprechend fanden wir am Kadaver keine Raubkatzen mehr vor. Dafür waren einige Dutzend Geier anwesend und stritten sich um die Reste. Es war ein riesiges Gewusel und Gefauche. Sie rissen mit ihren Schnäbeln letzte Fleischreste und Hautstücke von den Rippen und schlangen sie hinunter.











Wir blieben so lange, wie wir den Aasgestank aushalten konnten.
Keine Geier, sondern zwei Meyer’s Parrots (Goldbug-Papageien):



Dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Süden. Die Strecke zum South Gate zog sich kerzengerade (mit einigen Dellen) und wenig spektakulär dahin.



Am Gate registrierten wir uns und trafen wieder ein Pärchen aus Holland, das ebenfalls in Xakanaxa übernachtet hatte. Sie erzählten uns, dass in der letzten Nacht der Elefant wieder gekommen und unmittelbar an ihrem Auto vorbeigegangen sei. Ihre hintere Seitenscheibe war kaputt, weshalb sie die Öffnung mit einer Plastiktüte zugeklebt hatten. Der Elefant habe die Plastiktüte abgerissen, gefressen und wieder herausgewürgt. Mit seinem Rüssel habe er das Innere des Wagens untersucht, während die beiden in ihrem Dachzelt saßen. Wir sind gespannt, wie es mit diesem Elefanten in Xakanaxa weitergeht.
Wir fuhren auf der Schotterpiste Richtung Maun. Die Vegetation ist wenig abwechslungsreich. Dornige Sträucher und einzelne Bäume wachsen im Staub zwischen Steinen. Gelegentlich laufen klapperdürre Hunde und schwarz-weiße Ziegen und Zicklein mit schlenkernden Ohren am Straßenrand. Halb im Sand vergrabene Autoreifen oder alte, im Baum hängende Plastikstühle mit drei Beinen markieren die Zufahrten zu einzelnen Grundstücken. Verrostete, nicht mehr zu entziffernde Schilder hängen in den Bäumen. An einer Leine baumeln Fische im Wind, während ihr Besitzer im Schatten sitzend auf Kundschaft wartet. Esel, Rinder mit und ohne Hörner kreuzen immer wieder die Straße. Ein kleiner Junge drischt mit einem Ast auf seinen Esel ein, den er ohne Sattel in einem Affenzahn reitet. Eine Oma rappelt sich mühsam auf und winkt, um eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Eine Familie transportiert auf einem Karren, vor den vier Esel gespannt sind, ein altes Fass.







Kurz vor Shorobe kauften wir am Straßenrand ein paar Päckchen Holz. In Maun trennten wir uns. Während Felix und Nadia unmittelbar zu Hillary‘s fuhren, hielten wir an einem ATM, um Geld abzuheben. Dann besuchten wir den Souvenirshop an der Straße zum Flughafen, um die seit Monaten bestellten Teller von Okavango Ceramics abzuholen. Sie waren wunderschön geworden. Wir freuten uns über den riesigen Karton fürs Handgepäck :woohoo: !
Gut gelaunt ging es nun auch für uns zum Mittagessen zu Hillary‘s. Nadi und Felix hatten bereits die halbe Speisekarte probiert und hier ihr Lieblingscafé in Botswana gefunden. Bei leckeren Suppen, selbstgemachten Sandwiches und Kaffee ruhten wir uns aus. Anschließend ging es zum Tanken und in den Supermarkt.
Am frühen Nachmittag trafen wir dann im Maun Rest Camp ein. Als erste Gäste suchten wir uns einen schönen Stellplatz am Fluss aus. Uwe sicherte Fotos, Ruth schaffte im Auto Ordnung und Sauberkeit und wusch Wäsche.



Nadi und Felix räumten auch und fanden glücklicherweise den schon verloren geglaubten Objektivdeckel für ihre Kamera wieder.
Nach dem Duschen machten wir Feuer und kochten Nudeln mit Soße im Potije. Nadi ging es leider schon wieder deutlich schlechter. Im Gespräch über ihren seit über einer Woche katastrophalen Gesundheitszustand sagte sie ganz verzweifelt: „Das ist doch einfach nicht normal!“. Bei diesem Wort machte es bei Ruth „klick“. Sie schnappte sich den Beipackzettel der Malarone-Tabletten und studierte die möglichen Nebenwirkungen. Mit jeder gelesenen Zeile stieg die Gewissheit, dass Nadias Zustand mit den Tabletten zu tun hatte. Sehr viele der genannten, teilweise heftigen Nebenwirkungen trafen zu.
Einerseits waren wir erleichtert, nun eine Erklärung gefunden zu haben, andererseits zögerte Nadi, ohne weiteres die Tabletten abzusetzen. Da traf auf dem Nachbarstellplatz eine deutsche Familie ein. Der Vater war zufälligerweise Arzt und konnte sie bezüglich Malaria und Medikamenten vorsichtig beraten. Sie entschied daraufhin, keine Tabletten mehr zu nehmen. Wir wollen hoffen.
Ruth stöberte in den Bäumen über uns einen Flughund auf, der ihr durch sein regelmäßiges Fiepen aufgefallen war. Am Thamalakane quakten tausende Frösche, als wir ins Bett gingen.

Kilometer: 135
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