THEMA: RB anders oder ein Appendix will nicht nach Hause
02 Dez 2013 19:25 #315254
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Liebe Fomis,

ich möchte hier von unserer Reise der etwas anderen Art berichten, und mein Bericht wird leider auch keine Bilder enthalten, aber vielleicht findet er trotzdem das Interesse des einen oder anderen Fomis.

Es war auf jeden Fall eine Reise, wie wir sie bisher noch nicht gemacht haben (und ich hoffe, dass wir eine Reise in dieser Art auch nie wieder erleben werden):

Im Sept./Oktober war dies unser Reiseplan:

Flug Frankfurt - Johannesburg - Upington
1 Nacht Upington - River Place Guesthouse
2 Nächte KTP/Kieliekrankie
2 Nächte KTP/Grootkolk
2 Nächte KTP/Urikaruus
1 Nacht Mariental/Africa Safari Lodge
4 Nächte Wolwedans Dunes Lodge
1 Nacht Sesriem/Desert Camp
3 Nächte Swakopmund/Villa Margherita
2 Nächte Nähe Windhoek/Goche Ganas
1 Nacht Gobabis/Kalahari Bush Breaks Lodge
7 Nächte Botswana/Dombo Farm
Rückflug ab Maun


Viele Grüße
Sabine
Letzte Änderung: 23 Dez 2013 18:21 von Sabine26.
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02 Dez 2013 19:29 #315257
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Tag 1 und Tag 2


Flug Frankfurt – Johannesburg
Übernachtung: im Flugzeug der South African Airways

und
Flug Johannesburg – Upington
Übernachtung: River Place Guesthouse, Upington



Endlich ist es soweit. Nach fast einem Jahr endlich der erste richtige Urlaub. Dafür aber können wir uns gleich auf 4 Wochen im südlichen Afrika freuen. Wir sind beide urlaubsreif und freuen uns riesig. Der Flug mit der SAA ab Frankfurt nach Johannesburg hebt pünktlich ab und die 10 Stunden 20 Minuten vergehen relativ schnell und wir beide können sogar ein wenig schlafen. Wir mögen lieber Nachtflüge. 20 Minuten früher als geplant, nämlich um 7:05 Uhr, landen wir in Johannesburg.

Am Airport müssen wir uns erst einmal orientieren, nachdem wir die Einreiseschlange hinter uns gebracht haben. Mit unserem Gepäck einmal quer durchs Terminal und dann finden wir auch den Schalter, wo wir unser Gepäck für den Flug nach Upington aufgeben können.

Insgesamt gehen die 4 Stunden zügig bis zum Abflug nach Upington rum und ich bin froh, dass sich vor einigen Wochen die Flugzeiten geändert haben, denn 2 Stunden hätten knapp werden können. Pünktlich um 11:00 Uhr hebt die kleine Maschine mit ca. 35 Sitzplätzen nach Upington ab, wo wir 90 Minuten später ohne irgendwelche Turbulenzen landen. Upington sieht aus der Luft wesentlich kleiner aus als es ist, allerdings scheint der Ort wirklich mitten im Nirgendwo in den Weiten der roten Dünen der Kalahari zu liegen. Schon aus der Luft spricht uns das an.

Das Flughafenterminal ist sehr niedlich und es scheint mir, als kenne hier jeder jeden. Wie wir uns irgendwie schon gedacht haben, ist niemand vom River Place Guesthouse vor Ort, um uns abzuholen. Ich lasse daher von der Information die Nummer, die ich mir zurecht gelegt hatte, anrufen.

Die Angestellte vom Guesthouse steht dann plötzlich neben mir, denn sie hat noch einen weiteren Job bei Budget. Sie hatte uns vergessen … aber sie kümmert sich gleich darum, dass uns jemand vom Guesthouse abholen kommt. Ich nutze die Zeit und bitte sie, gleich bei AVIS nachzufragen, dass für die Abholung des Mietwagens morgen alles klar geht. Ganz so problemlos stellt sich für mich das Ganze noch nicht dar und daher bleibe ich hartnäckig. Mietwagen und wir ist schon sehr oft ein spannendes Thema gewesen ...

Man will uns sogar den Wagen heute schon mitgeben, aber wir lehnen ab, da wir zum einen zu müde sind und zum anderen haben wir ihn erst ab morgen angemietet und ich weiß nicht, inwieweit die Versicherung greifen würde, wenn wir den Wagen heute bereits mitnehmen würden.

Als wir im River Place Guesthouse ankommen, stellen wir beide fest, wie schön dieses ist. Zudem hat es eine wunderbare Lage direkt am Oranje River. Wir machen noch ein paar Fotos, klären ab, wann wir zu Abend essen wollen und legen uns dann erst einmal zum Schlafen für ein paar Stunden hin. *)
Das Abendessen besteht aus Gemüse, Salat, Reis und einem sehr leckeren Hähnchen.

Beim Abendessen leistet uns ein sehr netter Belgier, der geschäftlich in Upington ist, Gesellschaft. Er ist neben uns der einzige Gast und freut uns sehr, als wir ihn fragen, ob er sich nicht zu uns setzen möchte. Er spricht sehr gut Deutsch, und wir unterhalten uns sehr nett.


*) Bubu heißt das bei uns in Hessen (für den Bayern-Schorsch)
Letzte Änderung: 03 Dez 2013 19:51 von Sabine26.
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02 Dez 2013 19:42 #315262
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Tag 3


Upington – Kgalagadi Transfrontier Nationalpark
Übernachtung: Kieliekrankie Wilderness Camp



Natürlich müssen wir am Morgen mehrmals hinter AVIS her telefonieren und es klappt nicht mit der Zustellung zum Guesthouse. Wir werden aber von AVIS abgeholt und zum Flughafen gebracht, wo wir unseren Mietwagen, einen Hyundai iX35, übernehmen.

Neben uns wird ein Mietwagen nach dem anderen abgeholt, wir hingegen prüfen alles sehr genau und beim ersten Wagen weigere ich mich, ihn mit den beiden komplett abgefahrenen Reifen zu übernehmen. Daraufhin erhalten wir einen anderen Wagen, der zwar nur etwas über 8.000 km gelaufen hat, aber leider bei der Ölkontrolle durchfällt, das ist bereits schon unser dritter Mietwagen in den letzten paar Jahren, wo der Ölstand nicht stimmt.

Es ist viel zu wenig Öl im Wagen, so dass wir von AVIS zum Hyundai Händler geschickt werden. Dort verbringen wir fast 45 Minuten bis wir endlich zum Einkaufen in den Pick ´n´ Pay kommen, denn wir müssen uns die nächsten 6 Tage im Park selbst versorgen.

Wir checken erst gegen 11:45 Uhr im Guesthouse aus. Ich entschuldige mich dafür bei Ronel, der Inhaberin, und frage, ob sie dafür etwas bekommt, aber sie verneint, puh, etwas peinlich ist mir das schon, da die offizielle Check-out Time 10:00 Uhr ist und wir haben nicht gerade wenig überzogen.

Das Riverplace Guest House hat uns ungemein gut gefallen und wäre sofort wieder unsere erste Wahl, für den Fall, wir kommen noch einmal nach Upington.

Die Straße in den Park lässt sich sehr gut fahren und wir sind nach 260 km und 2 Stunden und 20 Minuten in Twee Rivieren. Wir reisen aus Südafrika aus und befinden uns jetzt erst einmal für fast eine Woche im Niemandsland.

Ohne größere Sichtungen an diesem Tag erreichen wir Kieliekrankie. Dieses wunderschöne Camp kennen wir bereits von unserem Aufenthalt vor zwei Jahren. Willem, der Camp Assistant, ist noch da und wir erhalten tatsächlich die gleiche Cabin wie seinerzeit.

Den Nachmittag lassen wir gemütlich mit Essen und Sitzen auf der Veranda mit Blick zum Wasserloch ausklingen. Dieses Camp ist einfach nur wundervoll.
Letzte Änderung: 03 Dez 2013 19:52 von Sabine26.
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02 Dez 2013 20:41 #315277
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Tag 4


Kgalagadi Transfrontier National Park - Kieliekrankie
Übernachtung: Kieliekrankie Wilderness Camp



In der Nacht muss ein Leopard in der Nähe des Chalets gewesen sein, zumindest erzählt uns das Willem am Morgen und mein Mann meint, er hätte nachts im Halbschlaf auch Geräusche gehört, die er aber nicht hat zuordnen können. Ich habe natürlich alles verschlafen …

Wir machen eine Pirschfahrt bis nach Twee Rivieren und sehen die üblichen Verdächtigen, Sprinkböcke, Gnus, Strauß-Dame und Strauß-Herr etc. Besonders freuen wir uns über die Sichtung von zwei ziemlich trägen Löwinnen, die in der Nähe des Wasserloches Monro unter Bäumen liegen.

Den Rest des Tages sitzen wir wieder auf unserer Terrasse und genießen das wunderbare Ambiente. Hier In Kieliekrankie könnte ich es noch länger aushalten; einfach auch nur mit Blick auf die Dünenlandschaft und mit Beobachten der Mäuse, die rund um die Terrasse aktiv sind.
Hin und wieder lässt sich auch ein Gecko blicken. Ich liebe Geckos und bin jedesmal hellauf begeistert.

Überhaupt habe ich das Gefühl, dass ich in diesem Park von Tag zu Tag mehr ausspannen kann, dieser Park lässt uns einfach ruhiger werden.
Letzte Änderung: 03 Dez 2013 19:53 von Sabine26.
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02 Dez 2013 20:56 #315279
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Tag 5


Kgalagadi Transfrontier National Park – von Kieliekrankie nach Grootkolk
Übernachtung: Grootkolk Wilderness Camp



Gegen 8:20 Uhr fahren wir morgens in Kieliekrankie los. Es liegt eine längere Etappe in den Norden des Parks vor uns.
Von Kieliekrankie bis Grootkolk sind es 270 Kilometer auf Schotter- und Sandpiste, die unser Mietwagen aber tapfer meistert. Selbst die unerträgliche Rüttelpiste vor Nossob bringt ihn glücklicherweise nicht aus der Fahrt.

Gute 6 Stunden reine Fahrzeit haben wir eingeplant. Bis Nossob sehen wir nicht allzu viele Tiere und eine Weile erfordert die Rüttelpiste auch unsere ganze Aufmerksamkeit, dieser Abschnitt war vor zwei Jahren in einem eindeutig besseren Zustand. Nach einem Stopp dort, um zu tanken, Brot zu kaufen und uns für die Weiterfahrt zu registrieren, geht es dann weiter auf die letzten 107 Kilometer.

Kurz hinter Nossob sehen wir in weiter Entfernung ein stattliches Löwenmännchen unter einem Baum liegen. Später beim Betrachten von Fotos stellte ich dann fest, dass wenige Meter daneben noch eine Löwenlady lag, die wir aber beide nicht gesehen haben.

Je weiter wir uns von Nossob entfernen, umso einsamer wird es. So fahren wir dahin mit den üblichen Sichtungen. Plötzlich bremst mein Mann ab (er ist nicht schnell gefahren und trotzdem habe ich sie erst nicht gesehen) und ruft nur: „Ein Löwe, direkt an der Straße“. Er legt den Rückwärtsgang ein und da sehen wir eine junge Löwin und gleich daneben noch einen jungen Löwen. Beide stehen nur wenige Meter vom Wagen im Gras entfernt. Sie interessieren sich aber nicht sonderlich für uns, sondern überqueren in aller Seelenruhe die Straße, um dann gleich wieder im Gebüsch auf der anderen Seite zu verschwinden. War das ein tolles Erlebnis! ... und wir hatten zudem dieses noch ganz allein für uns.

Grootkolk ist Einsamkeit pur (für uns Nichtcamper), zumindest empfanden wir das so und auch hier gefällt es uns sehr gut. Marius, der Camp Assistant, ist ebenfalls sehr nett. Wir richten uns ein und nach einem Essen mit Blick aufs Wasserloch, fahren wir noch zu einem Nachmittagsdrive nach Union's End und stellen uns für eine Weile ans Wasserloch und beobachten das Kommen und Gehen.
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Tag 6

Kgalagadi Transfrontier National Park - Grootkolk
Übernachtung: Grootkolk Wilderness Camp


Früh morgens gegen 6:30 Uhr begeben wir uns vor dem Frühstück zu einer Pirschfahrt. Ein Highlight dieser Pirschfahrt ist zum einen die "spotted" Hyäne, die in aller Seelenruhe die Straße vor uns quert (wir haben bisher nur einmal Hyänen gesehen) und zum anderen die Suricat Kolonie, die wir auf ca. halber Strecke auf der Rückfahrt entdecken. Die Suricats sind einfach zu süüüüß!!! Ja, ich weiß, Mädchenmodus … :)

Tagsüber sitzen wir auf der Terrasse mit Blick zum Wasserloch, an dem sich allerdings nicht viel tut. Ich mache noch ein wenig „Bubu“ und am Nachmittag begeben wir uns noch einmal zu einer Pirschfahrt bis zum Wasserloch von Union‘s End. Neben einem ausgesprochen scheuen Red Hartebeest sehen wir dort allerdings keine weiteren Tiere.

Auf der Rückfahrt nach Grootkolk legen wir einen längeren Stopp bei den Erdmännchen ein. Die Suricats in der Kolonie sind diesmal wesentlich aktiver als am Morgen und zudem noch recht nah an der Straße. Irgendwie können wir uns gar nicht satt sehen.

Eine weitere interessante Beobachtung gelingt uns: In einem Baum auf demselben Ast sitzen zwei Bateleur-Vögel (Berghahn) und direkt daneben eine Eule. Die Eule scheint ihr Revier verteidigen zu wollen und pickt solange nach dem einen Hahn, bis er aufgibt und wegfliegt.

Als wir zurückkommen, erzählen uns unsere südafrikanischen Nachbarn, dass sie direkt an ihrem Zaun eine Schlange gesehen haben und zeigen uns ein Video. Zum Glück war es aber nur eine Mole Snake (Molslang), die ungiftig wäre. Ich hoffe, ich habe den Namen richtig geschrieben.

Unser Nachbar erzählt uns aber, dass er in diesem Camp auch schon direkt an seiner Cabin eine Puffotter bei einem seiner vorherigen Besuche hatte und ermahnt uns, aufmerksam zu sein und immer schön die untere Türe geschlossen zu halten.

Nachts können wir bis nach Mitternacht nicht richtig schlafen, weil ein unglaubliches Gewitter niedergeht. Das Blitzen erleuchtet die Kalahari taghell, und solch langen und lauten Donner habe ich zuvor noch nie gehört. Ich schwanke zwischen leichter Furcht und absoluter Faszination angesichts dieses Naturschauspiels.

Der Abstecher nach Grootkolk hat uns sehr gut gefallen. Hier hat man noch wirklich den ohnehin nicht gerade überlaufenen Park fast für sich alleine.
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