THEMA: Namibia - Botswana 2012 - zweite Runde
18 Okt 2013 21:36 #308752
  • Peter1969
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  • Peter1969 am 18 Okt 2013 21:36
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So wir sind in Maun und heben erst Mal ab...

08.11.

Nach dem Frühstück im selben Restaurant checken wir aus der Maun Lodge aus. Weil wir früher in Maun sind als geplant, fahren wir gleich zum Flughafen weil wir uns nach Flügen über das Okavango Delta erkundigen wollen. Nicole platzt fast vor Vorfreude…. 




Zwei Anbieter ziehen wir ernsthaft in Erwägung. Kavango Air im Terminal, nett aber etwas rustikal und Mack Air gegenüber mit modernen Büros und Computer. Kleiner Vorteil für Mack Air, weil man dort in Bezug auf die Flugzeiten flexibler ist. Wir buchen einen 1 h Flug für nachmittags 16 Uhr. Prima. Die Zwischenzeit nutzen wir zu einem Besuch im Shopping Center, wo Richtig viel los ist. Wir brauchen Geld, also ziehen wir Pula am Automaten und einkaufen müssen wir auch wieder die üblichen Dinge. Aber es gibt ja Spar, auch hier, fast wie daheim, nur die Auswahl weicht ein wenig vom Bekannten ab. Trotzdem nett. Auch Moskito Spray muss wieder mit. Bisher war der Verbrauch hoch, aber das Ergebnis gut. Mit dieser Ausrüstung fahren wir hinaus zu unserer heutigen Lodge die wir für 3 Tage beziehen werden.



Angekommen in der Thamalakane Lodge melden wir uns zum einchecken. Zu unserer Überraschung haben wir keine separaten Räume, sondern gemeinsam ein Chalet, mit 2 Schlafzimmern. Hmm, nun für uns ist das kein Problem, aber die Trennwand geht nicht bis hoch zu Decke und so sind wir froh, dass wir nachts alle ruhig schlafen. Leider hat das Chalet einen aus unserer Sicht entscheidenden Nachteil. Es gibt keine Klimaanlage.



Etwas mager für ein 4* Lodge, da war sogar die Maun Lodge besser und nur wegen der Lage am Fluss wiegt das den Nachteil unseres Erachtens nicht auf. Auch ein paar unerwünschte Gäste gibt es hier, mit 8 Beinen und vielen Augen. Und leider außer reichweite. Auch das Insektenspray nehmen die haarigen Viecher nicht ernst. Also bleibt es bei der Warnung, bleibt ihr oben und wir unten. Ich hoffe dass das hält. Immerhin sind die Fenster und Moskitonetze in gutem Zustand und es gibt Strom, so dass wir den Verdampfer einschalten können.



Damit verlassen wir die Lodge, denn unser Rundflug rückt näher. Schnell sind wir am Flughafen, wo wir erfahren dass wir weitere Mitflieger haben, was den Gesamtpreis reduziert, denn bezahlt wird das Fugzeug, egal wie viel Leute dann drin sitzen. Bevor es los geht trinkt sich Nicole in der Airport bar noch mal Mut an, wir trinken ebenfalls ein Bierchen. Dann geht es ins Terminal, wir bekommen ganz professionell Flugscheine ausgehändigt und müssen durch die Security, schließlich ist das hier ein internationaler Flughafen mit Asphaltpiste auch für größere Maschinen. Fast schon langweilig nach unseren Abenteuern im Vorjahr.



Auch der Flieger ist nicht nur größer (7 Sitze) sondern auch Brandneu – eine Gipsland V8. Holger und ich schauen uns kurz an, ich sitze vorn als Co Pilot, er nimmt die letzte Reihe mit Blick auf beide Seiten. Und Nicole und Ela gehen in Reihe 2. Hier gibt es keine Gewichtsthemen und Balance Fragen. Also kann es losgehen. Ich muss zugeben, das hätte ich nicht gedacht, dass ich mal ins berühmte Okavango Delta komme. Früher was das alles so fern und eigentlich nur aus dem Fernsehen bekannt, z.B. aus dem Film –lustige Welt der Tiere – und jetzt heben wir selbst hier ab und fliegen darüber…..




Anfangs fliegen wir noch über Maun, aber schnell wir das Land feuchter und wir sehen die ersten Wasserläufe die dann im trockenen Boden versickern. Auch Mokoros sehen wir auf dem Boden und alsbald die ersten Tiere. Besonders gut zu sehen sind die Büffel und die Elefanten, ebenso wie die Hippos. Die Landschaft ist extrem abwechslungsreich und jede Menge große Tiergruppen kreuzen unseren Weg. Auch Antilopen kann man sehen, aber die sind von hier oben doch relativ klein. Und unser Pilot muss eine gewisse Höhe halten, denn es fliegen auch Vögel über das Delta. Der Flug geht relativ zielstrebig nach Norden und das Wasser wird mehr und die Flussläufe intensiver.



Hippopfade und Pools sind gut sichtbar und auch viele Elefanten tummeln sich im Delta. Eine interessante Perspektive. Der Flug ist sehr ruhig und sogar Nicole ist einigermaßen zufrieden. Von oben ist der Blick doch anders, man erkennt erst die große Weite und Besonderheit dieses Feuchtgebietes, das von Trockensavannen und ariden Zonen umgeben ist. Leider geht der Flug viel zu schnell zu Ende und gegen Ende macht das Wetter auch eine Kapriole. Als Vorbote der Regenzeit kommt ein kleiner Sturm auf und es wackelt und regnet Richtung der Landung. Aber bei der breiten Asphaltpiste ist das kein Thema und wir setzen sicher wieder auf. Nach dem Flug gönnen wir uns ein weiteres Bier, auch bis der kurze Sturm vorbei ist und treten dann den Rückweg in die Thamalakane Lodge an.

So einen Flug kann man unbedingt empfehlen. Interessante Aussage von jemand, der vor 2 Jahren noch betont hatte nie in so eine kleine Maschine zu steigen, oder? Zurück in der Lodge buchen wir beim lokalen Anbieter noch einen Game Drive ins Okavango Delta, was wir von oben gesehen haben, wollen wir jetzt auch aus der Nähe sehen. Morgen um 6 geht’s los. Das Abendessen finde in der Lodge statt, essen a la carte und die Filetsteaks sind nicht nur preiswert sondern auch sehr lecker. Damit lässt es sich gut schlafen, Moskito frei und auch die Spinnen bleiben wo sie sein sollen… 
LG Peter

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Letzte Änderung: 18 Okt 2013 21:39 von Peter1969.
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19 Okt 2013 10:08 #308791
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  • Lil am 19 Okt 2013 10:08
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WOW, tolle Tier-Bilder von oben :silly: .

Danke fürs zeigen :) .

LG Lil
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20 Okt 2013 10:16 #308919
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@ Lil - aber gerne doch. So ein Flug ist schon eine tolle Sache... Schade, dass der Flieger nicht langsamer und tiefer fliegen konnte, da hätte man sicher noch bessere Bilder machen können.... ;)
LG Peter

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20 Okt 2013 10:44 #308920
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  • bayern schorsch am 20 Okt 2013 10:44
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Guten Morgen Peter,

ich verfolge Deinen RB seit der ersten Minute.

Deine Bilder vom Okavango Delta sind ganz ganz toll. Wir haben vor zwei Jahren auch so einen Rundflug gemacht und hatten bei Weitem nicht so viel Glück wie ihr. Außer schöner Landschaft und ein paar wenigen Tieren war´s nicht soooooo überwältigend.

Bis zur nächsten Etappe,

der bayern schorsch
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@ Bayern Schorsch

Schön dass Du mit an Bord bist.... :)

Ich glaube das mit den Tierenist Glücksache, ich weiss nicht inweiweit die Piloten die Option haben gezielt Herden zu suchen bzw. zu finden. Aber ich bin doch recht zufrieden im nachhineine, nachdem es von oben doch sehr schwierig war, Bilder zu machen.... :)
LG Peter

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23 Okt 2013 21:18 #309480
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So jetzt wirds Zeit dass wir mal ins Delta kucken....

10.11. Am heutigen Tag haben wir keine Zeit für ein großes Frühstück. Damit wir einigermaßen ins Delta kommen, müssen wir früh aufbrechen. Kurz nach 6 fährt unser Safari Jeep vor und unser Fahrer Kaizer holt uns am Büro von xxx ab.



Ein klassischer Jeep, wir nehmen Platz und machen uns auf die Fahrt in die Moremi Game Reserve. Nur die ersten 15 der rund 70 km Anfahrt sind geteert. Danach kommt eine ziemliche sandige Piste, die wenn man nach 45 km abbiegt auch durch das Delta nach Kasane führt. Das ist aber eine Strecke die man nur mit mehreren Fahrzeugen und Tiefsand Erfahrung bestreiten sollte. Bei der Piste ist das gut vorstellbar und schneller kommt man auch nicht voran.



Nach rund 1,5 h erreichen wir den Eingang zum Park und müssen durch einen Veterinärzaun. Noch weitere 40 min später sind wir am Eingang zum Park wo wir den Eintritt entrichten (durch den Veranstalter erledigt) und machen auf dem Parkplatz /Camping Platz eine kurze Frühstücksrast. Ich habe heute etwas Magenprobleme und halte mich beim Frühstück zurück, das aber zugegeben sehr nett zubereitet und lecker ist. Auch die sanitären Einrichtungen hier sind sauber und gut zu benutzen, später wird es keine mehr geben. Um uns herum fliegen Rotschnabeltokos, vielleicht in der Hoffnung einen Brocken zu ergattern. Wir hingegen wollen Tiere sehen.



Deshalb geht’s jetzt weiter. Schnell sehen wir ein paar nette Impalas und auch Giraffen dürfen natürlich nicht fehlen. Mit dem Fernglas suchen wir immer wieder Tiere. Als wir scheinbar einen Löwen gefunden haben, erweist sich dieser als er aus dem Busch tritt als schlechtgelaunte Hyäne. Wenn die könnte würde sie uns vermöbeln, so aber zieht sie grantig ihres Weges. Wir folgen auch dem Weg weiter der in Richtung 3rd Bridge führt.



Bald kommen wir an die Ausläufer des Flusses der hier durch die Landschaft mäandriert. Wasser bedeutet leben und so findet sich hier eine bunte Ansammlung an Tieren. Zebras, Kuhantilopen, Kudus und Impalas. Kaizer meint einen Wildhund gesehen zu haben und nimmt – unerlaubterweise- die Verfolgung auf. Wir kurven ziemlich wild durch die Gegend und tatsächlich hinter einen Anhöhe liegt im Schatten ein einzelner Wildhund. Angesichts der Seltenheit dieser Tiere ist das schon ein Riesenerfolg. Leider lässt sich der Hund nicht zum Aufstehen bewegen. Aber auch im Liegen ist er ein interessanter Anblick.



Diese famosen Jäger haben die feinsten Jagdtaktiken entwickelt die in ca. 90 % der Fälle zum Erfolg führen. Dabei verhalten sich die Tiere unheimlich sozial. Nicht die stärksten Tiere wie bei Löwen oder die ranghöchsten wie bei den Hyäne fressen zuerst, sondern die kleinen und die verletzten Tiere. Nach diesem Erlebnis scheuchen wir eine Gruppe Impalas auf, die sich beim herannahen unseres Jeeps davon machen.



Dabei bekommen wir zu sehen, sowie hoch schnell und weit diese Tiere zu springen in der Lage sind. Unglaublich…. Die Kuhantilopen sehen das entspannter. Wir gehen zurück auf den Pfad und folgen dem Fluss. Erst erspähen wir einen Adler der vom Baum abhebt. Dann am Wasserlauf einige stolze Kudus, die hier vorbei schreiten, mit ihren wunderbaren Hörnern. Auf dem Rücken der Tiere hocken auch die frechen Madenhacker und im Wasser tummeln sich ägyptische Gänse. Wenig weiter dann ein paar der sehr hübschen Litschis.



Die Farbe ist sehr hübsch und die Tiere haben eine besondere Eleganz. Was wir gerne sehen würden, wäre mal ein Hippo an Land. Und siehe da, wenige Minuten später taucht tatsächlich so ein Behemoth aus dem Wasser auf, schaut und an – lacht uns aus  und trottet gemächlich von dannen. Schick. Leider bleibt das für eine Weile alles tierische, vielleicht sind wir verwöhnt, vor allem nach Chobe, aber richtig viele Tiere sieht man wahrscheinlich nur wenn man das Geld für eine Lodge im Delata in die Hand nimmt. Hätte man vielleicht machen sollen, denn die Anfahrt raubt doch Zeit und die beste Zeit des Tages verpasst man so. Aber 300 EUR / Tag ausgeben, ohne zu wissen ob es sich lohnt? Auch nicht gut, aber das wäre für ein nächstes Mal schon eine Option.



Wir passieren noch eine Gruppe Impalas die wunderschön dastehen. Dann machen wir eine Pause unter einem schönen Baum und Kaizer bereitet uns eine leckere Mahlzeit zu. Hühnchen mit Reis, Getränke dazu und wir haben uns ein schönes kaltes Bier mitgebracht. Nett. Picnic im Okavango Delta, das hat man auch nicht alle Tage. Nach dem Essen ist es dann auch Zeit dem Rückweg anzutreten. Der verläuft vergleichsweise ereignisarm und zieht sich halt relativ lang. An der Lodge verabschieden wir uns von Kaizer der einen super Job gemacht hat und werden dann noch gebeten in die Stadt mitzukommen, um die Fahrt zu bezahlen.



Man hat wohl Angst, wir würden ohne Zahlung verschwinden. Eine junge Dame begleitet uns, damit wir auch wirklich das Büro finden. Wir waren am Vorabend schon kurz dort, aber leider keiner mehr da. Im Büro bezahlen wir dann brav und buchen für den kommenden Tag gleich noch eine Tour mit einem Mokoro. Das steht hier noch aus und die Geister scheiden sich an diesen Touren. Wir wollen uns unser eigenes Bild machen. Der jungen Tswana erzählen wir dann noch von Deutschland und sie hält uns für reiche Menschen, weil wir Autos haben. Ich stelle das in Frage, wir haben zwar mehr Güter und andere Gimmicks, aber ob wir reich sind wird dadurch nicht beantwortet. Schöne Häuser gibt es auch hier, wie wir im vorbeifahren sehen. In der Lodge machen wir uns schnell fertig fürs Abendessen und nehmen dieses auf der Veranda ein. Heute kommt ein Stromausfall dazwischen. Weniger nett. Denn dann läuft auch der Ventilator im Zimmer nicht und es ist sehr heiß heute. Auch die Moskitoverdampfer arbeiten dann nicht.



Und wie wird das Essen gekocht? Das fragt man sich hier auch noch, aber es wird improvisiert und das Essen dauert zwar länger, ist aber bei Kerzenschein sehr schön und das Filet trotzdem super lecker Wir trinken heute lieber Bier, denn ohne Kühlung dürfte der Wein nicht optimal temperiert sein. Aber nach dem Essen im Zimmer zurück ist der Strom dann auch repariert und der Strom läuft wieder. Trotzdem wird es eine sehr heiße Nacht. Im Zimmer herrschen sicher 28 Grad, eine schöne Schwitzerei und ein echter Abzug bei einer Lodge die 4* haben soll. Nun denn mal sehen was wir morgen auf dem Mokoro Trip erleben.
LG Peter

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Letzte Änderung: 23 Okt 2013 21:23 von Peter1969.
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