THEMA: Namibia 2013 - Winterzeit in Afrika
24 Sep 2013 12:49 #305656
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Nach unserem Kurztrip 2011 nach Südafrika und der Erkenntnis “Man, ist das feucht hier...” wollten wir noch mal nach Afrika. Dieses Mal aber zum Einen zur Trockenzeit (Regen haben wir schließlich genug zu Hause) und nach Namibia. Da schwärmte schließlich jeder davon, also mussten wir uns selbst davon überzeugen.

03./04.06.2013 – Frankfurt – Johannesburg – Windhoek

Wir drehen noch mal ein paar Stunden zurück:
Mal wieder waren wir direkt vor unserem Urlaub auf einer Hochzeit (hatte ich mir nicht das letzte Mal schon geschworen, so was nie nie nie mehr wieder zu machen? :S ) und eigentlich hatten wir den halben Sonntag zum Packen angesetzt. Denn Morgen wollen wir schließlich nach Namibia. Leider wollte auch halb Deutschland auf die Autobahn und so brauchten wir ganze 10,5h von Berlin nach Frankfurt. Ans Packen hat da jetzt keiner mehr wirklich gedacht.

Am 03.06. hieß es dann wirklich zeitig aufstehen und packen. So viel Stress zum Urlaubsbeginn; kann ja nur noch besser werden.
Wir hatten vom Wochenende noch unseren Mietwagen und so konnten wir uns dieses Mal die S-Bahn zum Flughafen sparen; ist schon irgendwie angenehm, Auto abgeben und rein ins Terminal. Da könnte man sich dran gewöhnen. :P

Bei der Gepäckabgabe bekamen wir neue Sitze, eine Reihe weiter vorne; bei den reservierten war das Entertainmentsystem defekt. Egal, passt.
Als wir dann am Gate waren, bekam ich erst mal einen halben Lachanfall. Unser Flieger nach Johannesburg war die D-AIME „Johannesburg“. Perfekt. :-)

Das Boarding war pünktlich und der Flug ruhig. Nach einem Film und etwas Essen (Vorspeise: Rosa Rinderfilet und Tafelspitzdilce, Hauptgang: Spinat-Cannelloni mit Ziegenfrischkäse, Dessert: Buttermilchtörtchen) genehmigte ich mir eine Mütze Schlaf und wurde erst mit Beginn des Frühstückes wieder wach.

In Johannesburg holten wir unseren Transferstempel ab, ließen am Transfercounter noch mal checken, ob unser Gepäck auch den richtigen Flieger nimmt, mussten durch eine erneute Sicherheitskontrolle und dann hatten wir 4,5h Aufenthalt. Da wir getrennte Buchungen für die Strecken hatten, war mir der zeitigere Flug zu riskant. Im Nachhinein ein bescheuerter gedanke, denn wenn der LH-Flug Verspätung gehabt hätte, wäre er aus FRA wegen des Nachtflugverbots eh nicht mehr rausgekommen. :blink:
Anja entdeckte, dass es hier günstig WLAN gibt und ich vertrieb mir meine Zeit mit dem Beobachten des Vorfeldes.


Nicht unser Flieger, aber ich könnte schwach werden...


Auch nicht unser Flieger; ich werde immer schwächer...


Endlich - unser Flieger nach Windhoek.

Der Flug nach Windhoek mit SouthAfrican war dann nur noch ein kurzer 2h-Hüpfer über afrikanische Steppe und wir landeten pünktlich in Namibia - ein Provinzflughafen wie er im Buche steht. ;-)
Die Einreise ging flott, das Gepäck war auch gleich da und sogar unser Transfer von ASCO erwartete uns bereits. Ich holte noch etwas Bargeld vom ATM und die Fahrt nach Windhoek konnte beginnen.
Schon hier sahen wir, dass alles sehr trocken ist und unser Fahrer meinte nur sarkastisch, dass er hofft, dass es nächstes Jahr wieder mal regnet.
Bei ASCO noch schnell die letzten Formalitäten erledigt und uns wurde sehr ausführlich unser Gefährt (Toyota Hilux mit Dachzelt) für die nächsten 3 Wochen erklärt. Auch das Zelt wurde einmal auf- und abgebaut. Insgesamt 1h dauerte die Einsweisung und wir rollten vom Hof.
Weit mussten wir uns durch den Linksverkehr aber nicht durcharbeiten, denn unsere Pension lag relativ zentral.
Nach einer Dusche liefen wir zum „Joes Beerhouse“; ein ziemlich uriges Restaurant mit sehr guten Bewertungen. Mittlerweile war es ca. 19:00Uhr und komplett dunkel. :huh: Ist ja Winter.
Ich genehmigte mir einen gemischten Fleischspieß (Springbock, Kudu, Strauß, Zebra) und Anja einen Fleischtopf. Meins war 1A, Anjas ihrer fiel komplett durch. Naja, Pech gehabt.
Wir sortierten noch kurz unsere Pläne für morgen und schliefen ziemlich geplättet ein.

Gefahrene Strecke: 9km
Übernachtung: Pension Uhland 685NAD
LG, Danilo
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25 Sep 2013 09:15 #305755
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05.06.2013  –  Windhoek – Kalahari Anib

Heute Morgen stand zunächst der Großeinkauf auf der Agenda.
Also ab zur Maerua Mall und dem dortigen Superspar. Wir haben zwar schon gelesen, dass man in Namibia viel deutsche Ware bekommen kann, aber so viel? Selbst die Eigenmarken von Edeka und Rewe waren zahlreich vorhanden.  :ohmy:
Wir kauften uns ein paar Portionen Fleisch (Rind, Springbock, Oryx) und was man sonst noch so zum Überleben benötigt, inkl. ordentlich Rotwein.
Den ziemlich vollen Einkaufswagen bekamen wir sogar bis zum Auto geschoben; guter Service. Dafür gabs auch gut Trinkgeld; mit 10NAM$ vielleicht etwas viel, aber Kleingeld hatten wir noch nicht.
Ich holte noch mal am Automaten etwas Bargeld, wer weiß wo wir mal wieder welches und wie viel bekommen.
Jetzt konnte es endlich losgehen. Und da wir keine Lust auf langweilige Teerstraße hatten, ging es ab auf die Staubpiste; hier in Namibia sogar legal und mit vollem Versicherungsschutz.
Also runter von der B6 und rauf auf die C21. Diese war bis Dordabis noch geteert, bis sie zur C15 wurde und ab jetzt reinstes Gravel. Die Straße war breiter als wir dachten und in sehr gutem Zustand.

Landschaftlich war es allerdings am Anfang nicht sonderlich interessant. Anja entdeckte aus den Augenwinkel mal ein Oryx und ich ein Warzenschwein; dann mal eine Gruppe Paviane (die sich aber schnell im Buschwerk verzogen) und ein paar Esel.



Das Interessanteste für uns Namibianeulinge waren noch die Vogelnester der Webervögel in den Bäumen.


Wie sagte Anja später mal: „Sieht aus, als wenn ein Riese Dünnpfiff gehabt hätte.“ ;)

An einer Kreuzung saß später zur Abwechlung mal ein Weißbürzel Singhabicht:



Hier mussten wir erst mal auf der Karte schauen, ob wir noch richtig sind:



Später wurde die Erdfarbe roter und dann auch hügeliger, was die Landschaft gleich interessanter machte.



Am Nachmittag erreichten wir unser Lager für diese Nacht (mit eigenem WC/Dusch-Häuschen) und konnten beweisen, dass wir bei der Übergabe des Wagens gut aufgepasst haben. Das Zelt stand schnell und wir konnten uns dem erwarteten Sonnenuntergang widmen.







Insgesamt etwas enttäuschend. Durch die Wolken hatten wir uns mehr Farbe erhofft.
Aber zum Ausgleich gab es ein schönes großes Steak für jeden und einen guten Schluck Rotwein.

Interessant war noch, es wird schlagartig stockdunkel. Derzeit war auch kein Mond am Himmel und so hat man ohne Lampe nichts mehr gesehen.

Fazit für heute: Jetzt haben wir zumindest die Landschaft, die wir uns für Afrika vorstellen. Jetzt fehlen nur noch die Tiere. Vielleicht Morgen...

Gefahrene Strecke: 311km
Übernachtung: Kalahari Anib Lodge (Campsite): 300NAD
Map: goo.gl/maps/h4aWg
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26 Sep 2013 11:35 #305908
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06.06.2013  –  Kalahari Anib – Quivertree Forest

Die erste Nacht im Zelt wäre geschafft. Es war erstaunlich warm und wir fragten uns, warum wir überhaupt die Schlafsäcke dabei haben. Diese Frage sollten wir uns später nicht mehr stellen. ;-)

In einiger Entfernung zum Platz streiften ein paar Springböcke durch die Landschaft. Zwar weit weg, aber hey, endlich Tiere. :woohoo:


Genau der richtige Start in den Morgen. Sobald die Sonne heraus kam, wurde es schon richtig warm. Die übergezogene Fleecejacke flog somit sehr schnell wieder auf die Rückbank.

Die Landschaft blieb sehr sehenswert heute, so wie sie gestern aufgehört hat.



In einer Kurve sahen wir dann plötzlich etwas über die Straße huschen. Wir fuhren langsam ran und entdeckten dieses kleine Erdmännchen. :woohoo:



Weiter als mit dem Kopf wollte er aber nicht raus kommen. Nach mehreren Minuten ließen wir ihn dann in Ruhe und fuhren weiter.

Dieser Kampfadler (Martial Eagle) hätte sich über den kleinen Freund bestimmt auch gefreut:



Die Landschaft blieb rot. Die Straße führte zuerst parallel der Dünen und später genau drüber.





Eigentlich wollten wir im Mesosaurus Fossil Camp nächtigen. Als wir aber dort waren, gefiel es uns nicht wirklich. Zeit war noch genug und so sind wir weiter bis zum „Quivertree Forest Rest Camp“.
Das gefiel uns schon viel besser und so blieben wir hier.

Wir liefen eine Runde durch den an der Campsite liegenden Köcherbaumwald und genossen es, mal etwas zu Fuß unterwegs zu sein.







Und jetzt im Juni blühten sie sogar.



Auch ein paar Klippschliefer waren zu sehen.



Kurz vor 16:00Uhr fuhren wir zurück zur Lodge, denn die Fütterung der Geparden begann.
Man konnte sogar mit hinein in das Gehege (einen konnte man sogar kraulen. Ist halt schon eine große Mietzekatze ;-) ).
Die Geparden könnten sich sogar eigenes Futter fangen, aber dazu sind sie zu faul.

Leider standen die beiden nahezu nur im Schatten, was das perfekte Bild dann doch verhinderte. Und ruhig sitzen war ihnen auch ein Fremdwort. Aber so sind Katzen halt, wenn sie wissen, dass es gleich Futter gibt. :P









Anschließend gingen wir wieder zurück und ich gesellte mich wieder zu den Klippschliefern. Wer da jetzt wen beobachtet hat, war nicht eindeutig festzustellen.







Anja nahm sich stattdessen den Sonnenuntergang vor.





Auf dem Grill landeten dann zwei schöne Springbocksteaks und mit diesen, einem Salat und einem guten Schluck Rotwein ließen wir diesen Tag ausklingen.

Gefahrene Strecke: 376km
Übernachtung: Quivertree Forest Rest Camp (Campsite) – 310NAD (incl. 110NAD Eintritt)
Map: goo.gl/maps/BcPIh
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26 Sep 2013 12:42 #305922
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Hallo Danilo,

wunderschöne Bilder :laugh: :laugh: :laugh: .

Herzlichen Dank für's zeigen.

Liebe Grüsse
Lil
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27 Sep 2013 08:20 #306030
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Lil schrieb:
wunderschöne Bilder :laugh: :laugh: :laugh: .
Danke und willkommen an Bord. :)

07.06. - Quivertree Forest – Lüderitz

Mitten in der Nacht wurden wir vom aufzogenden Wind wach und jetzt rächte sich jedes Stückchen Zelt, was nicht wirklich richtig fest gemacht wurde. Nach draußen wollte aber auch keiner und so saßen wir es bis zum Morgengrauen aus. :unsure:

Die erste Etappe führte uns heute aber noch mal 5km zurück zum „Giants Playground“. Das Gelände gehört mit zur Farm und war in unserer Eintrittskarte mit drin. Also, wenn schon bezahlt, dann auch nutzen. ;)



Zwischen vielen Felsen und einzelnen Köcherbäumen kletterten wir mal hier und mal da und genossen den Morgen. Überall gibt es hier interessante Formationen zu finden.









So im Morgengrauen sah sogar das trockene Gras schön aus. ;-)



Als wir zum Auto zurück kamen, sah ich, dass ich das Licht angelassen habe. Wieso hat das Ding eigentlich keinen Piepser für sowas? :angry:
Egal, Auto sprang später noch an. :whistle:

Wir frühstückten erst mal, bevor wir auf eine laaaaaaange und laaaaaaaaaaaaaangweilige Fahrt nach Lüderitz aufbrachen.



Interessant: Unter dem einzigen Baum auf der ganzen Strecke stand ein Cop mit einer Radarpistole. :lol:

Kurz hinter Aus nach einer gefühlten Ewigkeit Abwechslung durch unseren ersten Strauß.



Hier in der Gegend leben auch einige „Wildpferde“, die damals von den deutschen Schutztruppen zurückgelassen wurden.



Für diese gibt es sogar einen Aussichtspunkt, obwohl wir uns fragten, wer den Aussichtspunkt mehr nutzt; Menschen oder Pferde. Denn, als wir dort ankamen, waren wir die einzigsten Zweibeiner unter vielleicht 20-30 Pferden. Diese standen schön im Schatten und wir gesellten uns zu ihnen.





Das dortige Wasserloch war etwas weit weg, aber zumindest von einzelnen Tieren besucht.



Weiter Richtung Lüderitz gab es wirklich absolut nichts mehr.



In Lüderitz war es dann vorbei mit dem schönen Wetter; es zog ziemlich zu. Sind wir hier in Anfrika oder auf Norderney? :blink:
Egal, erst mal ins Hotel, denen es nicht ganz so recht war, dass wir schon so zeitig da waren, aber sie fanden noch ein Zimmer, was bereits bezugsfertig war.

Wir überlegten, was wir jetzt noch machen könnten und entschieden uns für eine Fahrt zum „Diaz Point“.
An der Hauptstrasse war dieser noch ausgeschildert, kurz danach verließ meinem menschlichen Navi die Orientierung und wir standen in einer Sackgasse. Das Ganze noch mal von vorn und jetzt klappte es. ;)

An der Bucht, die man hier umfährt, standen ein paar Flamingos im Wasser. :cheer:





„Diaz Point“, mit so gar nicht afrikanischem Wetter *bibber*:







Sogar Delphine haben wir von hier oben vorbei schwimmen sehen und hatten sie ganz für uns allein.

Die Rundstraße fuhren wir dann noch weiter, aber erst an der „großen Bucht“ machten wir länger Halt. Vorher war es doch recht uninteressant; respektive die Stichstraßen führten ins Nichts.





Zur Dämmerung waren wir dann wieder bei unseren Flamingos. :-)







Den Sonnenuntergang genossen wir vom Hotelbalkon.





Zum Abendessen gingen wir einfach runter ins hoteleigene Restaurant.
Ich musste heute mal die Schnecken in Knoblauchsoße als Vorspeise probieren. Ich muss sagen, gar nicht mal so schlecht.
Als Hauptspeise gab es bei Anja „Abalone“, was sich im Nachhinein auch als Schnecke entpuppte (zum Glück wusste sie es vorher nicht :P ) und bei mir Seezunge. Beides sehr gut.
Zur Nachspeise nahmen wir frisch flammbierte Sauerkirschen mit Vanilleeis. Sie werden hier sogar direkt am Tisch flammbiert. Lecker.

Gefahrene Strecke: 414km
Übernachtung: The Nest Hotel – 1490NAD
Map: goo.gl/maps/OGFwT
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27 Sep 2013 10:13 #306040
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Vielen Dank Danilo für den Bericht und die schönen Bilder! Die machen Lust auf mehr. um mir die Wartezeit bis zum nächsten Afrikatrip zu verkürzen :silly: B)

Viele Grüsse
Namibia07
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