Heute stelle ich gleich mehrere Tage auf einmal ein. Leider ohne Fotos!
26.7. Kalahari Arms, Ghanzi
Nach dem Frühstück brechen wir auf. Unterwegs sehen wir Paviane, Kudus und Strauße, also nichts, was uns fototechnisch zu einem Stopp zwingen würde.

Ziel ist eigentlich, irgendwo bei Gobabis zu übernachten. Ich fühle mich aber richtig gut, das Autofahren macht Spaß, und so bekomme ich von Véro die Erlaubnis, weiter zu fahren. (Das Geheimnis einer glücklichen Ehe ist, wie Ihr ja wisst, eine vernünftige Aufgabenverteilung. Bei uns ist das folgendermaßen geregelt: Die wichtigen Dinge im Leben entscheide ich, die unwichtigen Véro! Beispiele für die unwichtigen Dinge: Ob wir weiterfahren, wohin es im nächsten Urlaub geht, ob wir Kinder haben oder nicht usw.

Beispiele für die wichtigen Fragen im Leben gefällig, die ich entscheide? Gibt es ein Leben nach dem Tode, existiert Gott usw.

)
An der Grenze gibt es auch keine Probleme. Wir fahren durch bis Ghanzi (ca. 600 km). Eigentlich hatten wir nicht vor, wieder wie 1999 im Kalahari Arms zu übernachten, aber ich bin jetzt doch ziemlich kaputt und habe keine Lust, noch die Tautona Lodge zu suchen. Die Wildwestatmosphäre, die den Laden damals prägte, ist leider (?) nur noch in Ansätzen vorhanden, das Essen aber nicht besser geworden. Wir waren durch die Anib Lodge aber schon sehr verwöhnt! Kleine Anmerkung am Rande: dies Jahr sind wir wieder im Kalahari Arms gelandet, das Essen war immer noch schlecht. Was lernen wir daraus? 1. Wenn sich etwas ändert, dann selten zum Besseren! 2. Dass der Mensch aus Erfahrung klug wird, gilt jedenfalls nicht für mich!
27.7. Sedia River Lodge Maun
Auf der Fahrt nach Maun ist außer Straußen nichts zu sehen. Wir beschließen, weiter in Nostalgie zu machen und die gleiche Unterkunft wie 9 Jahre zuvor zu nehmen: die Sedia River Lodge (55 € Zimmer mit Frühstück). Hier hat sich so gut wie nichts verändert.
Am schwarzen Brett sehe ich einen Zettel: Flug übers Delta für wenig Geld. Ich bin begeistert – das machen wir. Wir fahren zur Agentur und verabreden einen Flug für den nächsten Abend 17 Uhr. Der Preis (1300 Pula für eine Stunde für uns beide) ist ein Schnäppchen.
28.7. Sedia River Lodge, Maun
Da wir einen Tag gewonnen haben, können wir heute in aller Ruhe unsere Vorbereitungen für die Fahrt durch Moremi und Chobe treffen. Also zuerst zum DWNP-Büro und die Parkgebühren bezahlt. „18 nights in the bush, ha-ha-ha!“ Die Angestellte kriegt sich gar nicht wieder ein. „I don’t believe it! 18 nights in the bush!“ Ich verstehe überhaupt nicht, was sie hat

– das sollte sich ändern!
Kleiner Exkurs:
Wie gesagt, 1999 hatten wir die Tour ohne Buchungen für Chobe und Moremi gemacht. Das Ergebnis: Wir hatten Schwierigkeiten in den Chobe rein zu kommen und mussten betteln, um eine 2. Nacht auf der Ihaha CS bleiben zu können.

Am nächsten Tag am Gocha Gate hat man uns nicht rein gelassen, weil man nicht glaubte, dass wir die Strecke bis zum Mababe Gate an dem Tag noch schaffen würden.

(Gut, dass hatten wir ja auch gar nicht vor, wir wollten natürlich in Savuti übernachten.

) Wir mussten also am Gate zelten. Am nächsten Tag in Savuti haben sich dann südafrikanische Safari-Guides beim Warden beschwert nach dem Motto: Wir habe lange vorher gebucht und die kommen hier ohne Buchung an …

Nach einer aufregenden Nacht – Véro wurde von einem Skorpion gestochen – mussten wir weiter fahren. Wir hatten dann die Nase voll von der Bettelei und der Unsicherheit und haben deshalb darauf verzichtet, unser Glück in Linyanti und im Moremi zu versuchen. Stattdessen sind wir nach Maun durchgefahren. Da wir jetzt einige Tage „tot zu schlagen“ hatten, haben wir uns 5 Nächte in Oddball’s Camp gegönnt. Fanden wir damals zwar teuer (war aber spottbillig im Vergleich zu dem, was man heute zahlen muss

), aber nach dem Motto: "Once in a lifetime!" haben wir es uns gegönnt. Es war die beste Geldanlage meines Lebens!

Véro und ich hatten das Glück, das Baumhaus zu bekommen.

Einfach ein Traum. Morgens von der direkt gegenüber aufgehenden Sonne an der Nasenspitze gekitzelt zu werden – toll!
Exkurs Ende
Ich wollte nun das nachholen, was uns damals entgangen ist, und zwar mit Zinsen! Obwohl ich früh gebucht hatte, haben wir folgende Camps bekommen (man achte auf die Reihenfolge):
South Gate 1 x
3rd Bridge 2x
North Gate 3x
Xakanaxa 3x
North Gate 1x
Savuti 1x
Linyanti 2x
Savuti 1x
Ihaha 4x
Ich habe noch gefragt, ob man die Reihenfolge nicht noch sinnvoll ändern könne, insbesondere 3x North Gate und 3x Xakanaxa tauschen, aber, leider, nicht möglich !
Dann galt es, Vorräte für die 19 Tage zu fassen, bis wir wieder in der Zivilsation (nun gut, Kalizo Lodge, aber alles ist ja bekanntlich relativ!) ankommen. Wir tanken insgesamt 180 l Diesel. Dann zum Alkoholfassen, und da mache ich den ersten großen Fehler: Wir kaufen 12 Flaschen Wein und 36 Flaschen Bier! Na, hat der aufmerksame Leser den Fehler bemerkt?
Nein, nicht die Menge ist der Fehler, Véro ist ja billig im Verbrauch

, sondern die
Flaschen Bier. Im Kühlschrank sind uns auf den Holperpisten einige kaputt gegangen. Aus dem Fehler habe ich immerhin gelernt, dieses Jahr wurden Dosen gekauft!

Anschließend zum großen Spar und eingekauft. Und schon mache ich den zweiten Fehler: Wir haben u.a. knapp 130 l Trinkwasser gekauft. (Nein, auch hier ist nicht die Menge der Fehler, wir kamen mit ca. 3 l in der Kalizolodge an!

) Beim Einpacken unserer Vorräte hilft uns ein Angestellter. Ich lasse mich natürlich nicht lumpen und mache fleißig mit. Beim Hochheben so eines 20 l Gebindes macht es plötzlich – AUA! Eine Hexe hat mir ins Kreuz geschossen!

Das sollte noch Konsequenzen haben. Erst mal warte ich, bis der Schmerz etwas abgeklungen ist, dann beschließe ich, nicht zum Arzt zu gehen!

Schließlich wartet der Rundflug übers Delta auf uns!
Und mit dem Rundflug soll es dann weiter gehen, dann gibt es auch wieder Fotos, versprochen!