THEMA: From dawn till dusk - Namibia im Mai 2012
24 Jun 2012 09:40 #240468
  • Steffi82
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  • Steffi82 am 24 Jun 2012 09:40
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Hallo zusammen,

uih, wir werden ja immer mehr :) . Schön, dass ihr alle mit dabei seid!

Heute geht die Fahrt dann auch endlich richtig los. :)

Alles bitte auf die Plätze, wir starten!

10. Mai 2012
Windhoek - Frans Indongo Lodge (Otjiwarongo)
oder auch: "Es hintert"
B)

Ich mag Reisen! Nicht nur, wenn ich mittendrin bin (da sowieso ;) ) – nein, auch schon im Vorfeld plane ich alles recht akribisch, wälze alles Mögliche an Informationsmaterial und habe dabei tierisch viel Spaß! Auch hierzu kann Gabi wieder ein Lied singen :whistle: !

Interessanterweise hat mir unser erster Urlaubstag tatsächlich bei der Planung am meisten Kopfzerbrechen gemacht. Wir wollten nämlich nach unserer Ankunft am Flughafen in Windhoek gleich das Auto übernehmen und noch zur Frans Indongo Lodge fahren.

Dies hatte folgende Gründe:

- wir hatten nur 16 Tage Zeit für unsere Reise und mussten diese so geschickt verplanen, dass wir all das sehen konnten, was wir uns vorstellten, aber gleichzeitig uns nicht wie auf der Flucht fühlten und an manchen Punkten ein bisschen Verweilen konnten,

- wir sind beide keine wirklichen Fans von Städten,

und so fiel die erste Übernachtung in Windhoek unserer Planung zum Opfer.

Voraussetzung war allerdings, dass an diesem ersten Fahrtag nach dem Nachtflug nur Teer gefahren wird. Verspätung des Flugs, Probleme bei der Wagenübernahme und eine ausgiebige Super-Spar-Shoppingaktion in Otjiwarongo mit eingeplant, trauten wir es uns zu an diesem ersten Tag noch bis zur Frans Indongo Lodge ca. 40 Kilometer außerhalb von Otjiwarongo zu fahren.

Meine größte Befürchtung war ehrlich gesagt, dass der ganze Flug ausfällt :pinch: – denn dann wären wir mit unserer Planung für den ersten Tag baden gegangen. Meine zweite große Befürchtung war, dass neben mir im Flugzeug jemand sitzen könnte, der die ganze Zeit über quasselt oder laut Musik hört :S . Denn ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die, wenn ungestört, bei einem Nachtflug tatsächlich und ohne große Probleme mehrere Stunden schlafen können (irgendwo müssen die 1,59 Meter Körper ja auch von Vorteil sein… :laugh: ).

Beides klappte aber hervorragend :) und so landeten wir am Morgen des 10. Mais tatsächlich überpünktlich in Windhoek am Flughafen. Dann allerdings stellten wir uns reichlich dämlich an und schafften es irgendwie uns

a) nicht nur an der längsten Einreiseschlange, sondern

b) auch an der langsamsten anzustellen. B)

Egal – wir waren im Urlaub und durch die überpünktliche Ankunft hatten wir nun ja auch genügend Zeit. Die Zeit des Schlangestehens verwendeten wir zum Gespräch mit zwei netten Rentnerehepaaren, die eine 2-wöchige Rundreise bei einem großen Reiseveranstalter gebucht hatten und uns begeistert davon erzählten, dass sie nun mit 35 anderen Leuten erst eine Woche in Namibia unterwegs seien und dann eine Woche in Südafrika :woohoo: . Puh, … das löste bei uns nur durchs Zuhören schon einen kleinen Stressanfall aus :blink: . Die vier schauten uns dann auch etwas ungläubig an, als wir leise einwarfen, dass uns ein derartiges Programm selbst fast zu stressig wäre …hhhmmmm … ich glaube, dass wirklich viele die Dimensionen dieses Landes völlig unterschätzen…! Jedenfalls waren wir nach diesem Gespräch recht froh allein unterwegs zu sein und für die Tour, die vor uns lag 14 Tage Zeit zu haben und nicht nur 6! :)

Während wir auf das Schrumpfen der Menschenschlange vor uns Warteten, schauten wir zudem neugierig dem Treiben am Waffendeklarationsschalter zu. Sehr zu empfehlen, kann ich nur sagen :) ! Nicht nur, weil es fürchterlich interessant ist, was da an Waffen über den Schalter geht, sondern auch wer die da an- und abschleppt. Vielleicht sollte irgendwer mal ein Buch über die Typologisierung des Jägers schreiben – wir hatten nach 10 Minuten Begutachtung schon mehrere Typen ausfindig gemacht: den Anzug-Jäger, den Hippie-Jäger (mit FlipFlops) und nicht zu vergessen den darin aufgehenden „Ich reise bereits im Jagdmontur“-Jäger. :laugh:

Letzten Endes hatten wir dann aber auch unseren Stempel im Reisepass, fischten unser Gepäck vom Gepäckband, wackelten damit zum Geldwechselschalter und dann standen wir auch schon vor dem Europcar-Schalter und wurden sofort bedient! Hey, mit einem solch problemlosen Durchkommen hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. :)

Auf dem Parkplatz von Europcar stand sie dann auch schon: Unsere Peggy! (zu diesem Zeitpunkt aber noch namenslos). Unser fahrbarer Untersatz für die nächsten zwei Wochen stellte mich aber sogleich vor eine kaum zu lösende Aufgabe: Wie bitte soll ein 1,59-Meter-Mensch seine 80cm hohe Tasche in dieses Auto kriegen, wenn die Laderampe gefühlte 1,80m hoch ist? :blink: Tatsächlich sind’s wahrscheinlich nur 1,10m oder so … aber mein etwas pikierter Blick :S , der zwischen Laderaum und Reisetasche hin und her schweifte sorgte bei Gabi für den ersten Lachanfall des Urlaubs :laugh: . Gabi ernannte sich so zwangsläufig zum Gepäckkaptain des Urlaubs und war fortan dafür zuständig das Gepäck ins Auto zu befördern und wieder heraus (ich hab’s einmal versucht, aber es war weder elegant noch zweckmäßig :whistle: und wurde dann unter schallendem Gelächter des Gepäckraums verwiesen)…

Der Europcar-Mensch fand uns zu diesem Zeitpunkt schon reichlich seltsam, glaube ich! ;) Nach einer Einweisung zum Reifenwechseln, in den Allrad und zu sonstigen Autofunktionen tuckerten wir um kurz nach sieben Uhr morgens vom Flughafenparkplatz und standen sogleich vor der ersten Herausforderung: Ein Kreisverkehr! :woohoo:

Ich muss ja sagen: Linksverkehr mit anderen Autos zur Orientierung finde ich recht simpel. Linksverkehr ohne andere Autos zur Orientierung lässt zuweilen mein Hirn rauchen – so auch hier. Also erst einmal den Scheibenwischer eingeschalten :whistle: – was liegt auch näher? (ich weiß, selbst in Deutschland blinkt man nicht, wenn man in einen Kreisverkehr einfährt, aber wenn frau nicht weiß was sie tun soll, dann blinkt sie halt… ;) ). Unter leichtem hysterischen Gekreische von Fahrerin und Beifahrerin manövrierte uns Peggy aber problemlos in den Kreisverkehr hinein und wieder heraus. Noch einmal Abbiegen und Scheibenwischen später waren wir auf dem Weg nach Windhoek… Yeah! :)

So ein Toyota Hilux ist im Übrigen ein echt schönes Auto und fährt sich echt klasse! Ich würde Namibia nie wieder ohne einen bereisen wollen.

Vor Windhek bzw. unsere Durchfahrt durch Windhoek hatten wir ziemlichen Respekt. Aber auch die war problemloser als angenommen. Dank Gabis guter Navigation waren wir um kurz vor acht Uhr auf der B1 Richtung Otjiwarong unterwegs … irgendwie doof … kaum hatte ich das mit dem Blinken und Scheibenwischer etwas im Griff, geht’s nur noch gerade aus… ;)

Einige kleine Pausen später waren wir zur Mittagszeit in Otjiwarongo angekommen. Hier enterten wir den Super Spar und kauften Proviant für die nächsten Tage ein. Auf das Einkaufen will ich nicht näher eingehen … nur soviel: Wenn ich müde bin, bin ich absolut entscheidungsunfähig und tendiere ohne festgelegtes Ziel orientierungslos umherzuwandern :dry: . Ist in einem Supermarkt eher schlecht… :whistle: . So viel uns dann später im Auto auch auf, dass wir zwar jede Menge Sachen zum Essen gekauft hatten, aber dummerweise die Pappteller vergessen hatten *uups*…

Bevor wir aber weiterfuhren genehmigten wir uns bei Wimpys noch eine große Cola und ein Mittagessen. Danach ging es uns beiden wieder viel besser – ich war auch wieder wach und die letzten 40 Kilometer konnten in Angriff genommen werden. :)

Auf den letzten paar Kilometern Farmpad zur Frans Indong Lodge kam dann auch endlich richtiges Afrika-Urlaubs-Feeling auf: Neben der Straße sahen wir unzählige Warzenschweine mit Nachwuchs, Perlhühner und eine Horde Zebramangusten wuselte direkt vor uns über die Straße. Schöööööön! :)

Um 14 Uhr waren wir an der Lodge angekommen und wurden supernett mit einem Glas frischen, kalten Minzetee begrüßt! Die Zimmer der Frans Indongo Lodge sind wirklich sehr schön, überhaupt ist die ganze Anlage mit viel Liebe zum Detail angelegt. Hat uns sehr, sehr gut gefallen.

Unser Zimmer:



Über einen Steg gelangt man dann zu einer Aussichtsplattform mit Sicht auf ein Wasserloch hinter dem sich einige Antilopen tummelten. Was uns etwas wunderte: Man hält hier eher untypische Antilopenarten bzw. Antilopenarten, die ich hier eher nicht verortet hätte: Blesböcke, schwarze Springböcke, Roan- und Säbleantilopen und Wasserböcke. Schön anzusehen waren sie aber allemal.

Nachdem wir uns etwas auf der Aussichtsterrasse und im Zimmer entspannt hatten, buchten wir (um nicht aus Versehen vor dem Abendessen einzuschlafen ;) ) die Farmrundfahrt am Abend.

Das Wild hier hatte tatsächlich eine Recht hohe Fluchtdistanz, nichtsdestotrotz sahen wir doch recht viele Tiere – wenn auch viele nur von hinten. B)

Neben vielen Oryx- und Kuduhintern sahen wir

Steinböckchen…



…. ein paar Kapgeier im Abendlicht … (ich hoffe meine Vogelidentifikation ist richtig… ;) )



…. Weißschwanzgnus, auch eine Tierart, die ich hier nicht verortet hätte, die aber eine ganz tolle Nasenfrisur hat :laugh:



…tatsächlich auch mal einen Kuduhintern mit Gesicht :laugh:



… und diese hübsche Gabelracke:



Mit Versinken der Sonne hinter dem Horizont wurde es recht schnell frisch. Ziemlich frisch sogar. Wir hatten zwar alle dicke Jacken dabei, trotzdem war es auch dem Wagen recht frostelig. Glücklicherweise machte sich unser Guide mit Sonnenuntergang aber auch auf dem Rückweg zur Lodge … bis … ja, bis wir den Nashornhintern sahen :woohoo: .

Irgendwie ein krönender Abschluss des Tages, dass nach unzähligen Oryx- und Kuduhintern auch noch ein Nashornhintern vor uns davonläuft :pinch: – dummerweise weckte besagter Hintern jedoch den Ehrgeiz des Guides, der uns nun noch ein ganzes Nashorn zeigen wollte. Und so spähten wir schlotternd ins Gestrüpp. Mit viel Fantasie konnte man dort auch drei Nashörner ausfindig machen – allerdings hatten die keinerlei Interesse daran uns noch einmal ihren Hintern zu zeigen, geschweige denn sich ganz zu zeigen. Und so froren wir und spähten in die einsetzende Dämmerung, bis unser Guide irgendwann auch die Segel strich …. Wärme wir kommen! :)

Das Essen war sehr lecker (es gab ein dickes, saftiges Gnu-Steak :) ) – allerdings waren wir nach diesem langen Tag zum Umfallen müde, sodass wir zielgerichtet nach dem Essen ins Bett fielen.

Alles in allem ein sehr schönes ereignisreicher erster Tag in Namibia! :)

Ziel für den morgigen ersten Tag im Etosha: Oryx auch mal von vorne sehen! B) Und achja, Gabi wünscht sich Elefanten! :) (und wir werden lernen, was sich Gabi wünscht, geht tatsächlich auch meist in Erfüllung :) )

LG
Steffi
Letzte Änderung: 17 Jul 2013 15:06 von Steffi82.
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24 Jun 2012 09:58 #240475
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  • casimodo am 24 Jun 2012 09:58
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Hi Steffi,
Ich muss ja sagen: Linksverkehr mit anderen Autos zur Orientierung finde ich recht simpel. Linksverkehr ohne andere Autos zur Orientierung lässt zuweilen mein Hirn rauchen – so auch hier. Also erst einmal den Scheibenwischer eingeschalten

Haahaah.... das hast Du geil beschrieben :P Also ich bin jetzt so in ca. 15 Selbstfahrerurlauben links gefahren und habe mit Abbiegen etc.überhaupt keine Probleme mehr. Aber das mit Blinker und Scheibenwischer macht mich inzwischen sogar hier zu Hause konfus !

Du schreibst echt witzig. Nach meinem Geschmack dürften es ein paar Fotos mehr sein ;)

Viele Grüße
Casimodo
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24 Jun 2012 11:04 #240488
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  • Nadja+Marco am 24 Jun 2012 11:04
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Wir sind auch noch schnell eingestiegen und reisen mit :silly:

Du schreibst so lustig, es macht einfach Spaß.

Freuen uns auf die Fortsetzung!!! :lol:
Last Minute in den Süden Namibias und KTP:

www.namibia-forum.ch...bias-in-den-ktp.html

Der Reisebericht zweier Schildkröten:

www.namibia-forum.ch...r-schildkroeten.html


Reisebericht Namibia: www.namibia-forum.ch...es-tier-ist-das.html
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24 Jun 2012 14:41 #240525
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  • Lil am 24 Jun 2012 14:41
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Hallo Steffi, hallo Gaby,

die Vorfreude steigt :woohoo: :woohoo: :woohoo: Wir werden in 2 Monaten auch zum ersten Mal auf der Frans Indongo Lodge übernachten.

Bin gespannt wie´s weitergeht.

Liebe Grüsse
Lil
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25 Jun 2012 07:13 #240640
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  • Steffi82 am 24 Jun 2012 09:40
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Hallo ihr,

@lil, Nadja + Marco: Schön, dass ihr auch noch mit dabei seid! :)

@casimodo: Höre ich da leise Kritik bez. zuwenig Fotos ;) ? Dem kann ich gerne Abhilfe schaffen :evil: - wehe, es beschwert sich dann aber einer, dass er keine Giraffen, Elefanten oder gar zum Schluß keinen Sand oder tote Bäume mehr sehen kann :whistle: ! (Die Sache mit den wenigen Fotos lag im Übrigen bisher daran, dass die Kameras bis zur Frans Indongo Lodge noch in ihrem Rucksack geschlummert haben!)

LG
Steffi
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25 Jun 2012 08:26 #240649
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  • BuboBubo am 25 Jun 2012 08:26
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Hallo Steffi,

sehr erfrischender Reisebericht!
Freu mich schon auf die Fortsetzung :)

LG
Sandra
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